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Dieser Artikel basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

isiZulu – Wikipedia

isiZulu

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Zulu (Sprache))
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isiZulu

Gesprochen in

Republik SĂŒdafrika, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik und Swasiland
Sprecher 11 Mio.
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von Republik SĂŒdafrika
Sprachcodes
ISO 639-1:

zu

ISO 639-2:

zul

ISO 639-3:

zul

Verteilung der Zulu-Muttersprachler in SĂŒdafrika

isiZulu (vereinfacht auch Zulu genannt) ist eine Bantusprache und wird von etwa 11 Millionen Menschen gesprochen, die vornehmlich (zu 95 Prozent) in SĂŒdafrika leben.

isiZulu wird in SĂŒdafrika von rund 22,4 Prozent (Stand 1995) der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen, wo sie seit dem Ende der Apartheid eine der elf offiziellen Sprachen ist. Weiter findet sie Verwendung in Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik und Swasiland. Die Schriftform der Sprache wird vom „Pan South African Language Board“ festgelegt.

Zulu ist eine agglutinierende Sprache mit Nominalklassensystem und wird in die Untergruppe der Nguni-Sprachfamilie innerhalb der Bantusprachen eingeordnet. Eng verwandt ist sie mit isiXhosa und Siswati. Zur Geschichte der Sprache ist nur wenig bekannt; es gibt Anzeichen, dass Zulu als Sprache seit dem 16. Jahrhundert besteht.

Die Sprache ist ursprĂŒnglich nur eine mĂŒndliche Sprache gewesen (wie viele andere Sprachen in Afrika). Erst die EuropĂ€er (meist Missionare), wie z. B. Dirk Ziervogel, haben die Sprache studiert und eine Grammatik dafĂŒr ausgearbeitet. Erst nach dieser Zeit wurde es möglich, in Zulu zu schreiben. Alle vorhergehenden Überlieferungen waren daher nur mĂŒndlich möglich oder in einer anderen Sprache, welche auch geschrieben werden konnte. Darum ist es schwer, diesbezĂŒglich etwas in der Geschichte zu finden.

Der Language Code ist „zu“ beziehungsweise „zul“ (nach ISO 639).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aussprache

Im Zulu wird in der Regel die vorletzte Silbe verlÀngert und betont. Ausnahmen sind die Kurzform des Perfekts (Betonung der letzten Silbe) und das PrÀteritum (Betonung der ersten Silbe).

Das SubstantivprĂ€fix isi- wird zu is- verkĂŒrzt, wenn der Wortstamm mehrsilbig ist. Beispiel: isikhathi („Zeit“) wird iskhathi gesprochen, isitha („Feind“) dagegen wie geschrieben.

Die Bedeutung mancher Wörter ist vom Ton abhĂ€ngig, also von der Wahl der Tonhöhen der einzelnen Silben. Zum Beispiel bedeutet sisonke entweder „zusammen“ oder „wir sind zusammen“, je nachdem, ob die erste Silbe hoch oder tief gesprochen wird.

[Bearbeiten] Vokale

Vokal IPA-Zeichen Aussprache Beispiel Deutsch
a a wie im Deutschen amanga „(die) LĂŒgen“
e e
ɛ
wie in Fee, wenn die folgende Silbe ein i oder u enthÀlt,
sonst wie À
leli
shesha
„dieses“
„beeil Dich“
i i wie im Deutschen nini „wann?“
o o
ɔ
wie in Ofen, wenn die folgende Silbe ein i oder u enthÀlt,
sonst wie in offen
inkosi
inkosana
„König“
„Prinz“
u u wie im Deutschen uju „Honig“

[Bearbeiten] Konsonanten

Konsonant IPA-Zeichen Aussprache Beispiel Deutsch
b ɓ sehr weiches, implosives b ubaba „Vater“
bh b aspiriertes b ibhabha „DraufgĂ€nger“
p p implosives p (wie im deutschen Verschlusslaut-p) ipaki „Park“
ph pʰ aspiriertes p uPhapha Papst
d, f, g, h, l, m, n d, f, g, h, l, m, n wie im Deutschen – –
hh ɩ stimmhaftes h ihhashi „Pferd“
hl ÉŹ ch wie in ich, bei dem jedoch der Luftstrom an den Seiten der Zunge vorbeigeht. Wahlweise kann man versuchen, ein ch und ein l gleichzeitig stimmlos zu sprechen. Im Gegensatz zum Wikipedia-Hörbeispiel?/i wird das l im Zulu nicht separat gesprochen. isihlahla „Baum“
dl ɼ stimmhaftes hl ukudla „Essen“
j Ê€ wie dsch in Dschungel uju „Honig“
k k
É 
am Wortstammanfang oder nach n implosives k (wie im deutschen Verschlusslaut-k),
sonst sehr weiches g
ikati
ukufaka
„Katze“
„hineintun“
kh kʰ aspiriertes k amakha „ParfĂŒm“
kl
kx
kÉŹ
kl
k je nach Sprecher verbunden mit
gutturalem ch (wie im deutschen ach) oder mit
hl (siehe dort) oder mit
l (wie im Deutschen)
klebhula „zerreißen“
ng Ƌ, Ƌg je nach Region wie in singen oder wie in Languste ingozi „Gefahr“
nk Ƌk wie in danke, aber implosiv inkosi „König“
ny ÉČ wie gn in Champagner inyosi „Biene“
s s scharfes, stimmloses s wie in Tasse isisu „Bauch“
t t implosives t utate „Liebling“
th tʰ aspiriertes t uthathe „Nimm!“
v v wie deutsches w iva „Dorne“
w w wie englisches w woza „Komm!“
y j wie deutsches j yima „Stop!“
z z stimmhaftes s wie in Sahne izulu „Himmel“, „Wetter“

[Bearbeiten] Klicklaute

Klick IPA-Zeichen Aussprache Beispiel Deutsch
c ǀ Zungenspitze an die RĂŒckseite der oberen SchneidezĂ€hne legen und unter Bildung eines Unterdrucks schnell zurĂŒckziehen. So als wolle man jemanden ermahnen oder tadeln. icici „Ohrring“
q ǃ Zunge an den Gaumen legen und nach unten schnellen lassen, ohne auf dem Boden aufzusetzen. Klingt wie ein knallender Sektkorken. iqaqa „Iltis“
x ǁ Zunge an den Gaumen legen und eine Seite nach unten ziehen. Als wolle man ein Pferd antreiben. ixoxo „Frosch“
ch ǀʰ aspiriertes c cha „nein“
qh ǃʰ aspiriertes q isiqhoqho „Steinhaufen“
xh ǁʰ aspiriertes x ixha „BĂŒndel“
gc ein g vor den Klicklauten wirkt sich in der Aussprache des folgenden Vokals aus, der rau und aspiriert gesprochen wird. isigcino „Ende“
gq siehe unter gc umgqibelo „Samstag“
gx siehe unter gc ugxa „Himmel-und-Hölle-Spiel“
ngc ng (Ƌ) und c gleichzeitig. ingcosi „ein wenig“
ngq ng (Ƌ) und q gleichzeitig. ingqondo „Intelligenz“
ngx ng (Ƌ) und x gleichzeitig. ingxenye „HĂ€lfte“

[Bearbeiten] Grammatik

[Bearbeiten] AbkĂŒrzungen

OP ObjektprÀfix
R Verbwurzel
SP SubjektprÀfix
SP- nicht fĂŒhrendes SubjektprĂ€fix
SPP SubjektprÀfix der Partizipialform
SPS SubjektprÀfix des Subjunktivs

[Bearbeiten] Das Substantiv

Das Substantiv im Zulu besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, nĂ€mlich dem PrĂ€fix und dem Stamm (das PrĂ€fix kann noch weiter zerlegt werden). Anhand des PrĂ€fixes teilt man die Substantive in Substantivklassen ein. Die Substantivklassen wiederum werden durchnumeriert, um Vergleiche innerhalb der Sprachfamilie zu erleichtern. So gehören z. B. die Substantive abafana (Jungen) und abangane (Freunde) aufgrund des PrĂ€fixes aba- zur Substantivklasse 2, wĂ€hrend die Substantive isibongo (Nachname) und isihlahla (Baum) aufgrund des PrĂ€fixes isi- zur Substantivklasse 7 zĂ€hlen.

Jede Substantivklasse hat sowohl eine klar definierte grammatikalische als auch eine weniger fest umrissene semantische Bedeutung. Grammatikalisch gesehen wird durch das PrĂ€fix festgelegt, ob das Substantiv im Singular oder im Plural steht. Daher treten Substantivklassen im Allgemeinen in Paaren auf. So haben z. B. Substantive der Singularklasse 7 (PrĂ€fix isi-) ihren Plural in Klasse 8 (PrĂ€fix izi-).

Beispiele:

Singular Plural
umuntu (Mensch) abantu (Menschen)
ugogo (Großmutter) ogogo (GroßmĂŒtter)
igama (Name) amagama (Namen)
inhlanzi (Fisch) izinhlanzi (Fische)

Ausnahmen hiervon bilden die Klassen 14 (PrĂ€fix ubu-) und 15 (PrĂ€fix uku-), fĂŒr die es in der Regel keine Pluralform gibt (falls nötig, wird im Falle der Klasse 14 der Plural ĂŒber die Klasse 6 gebildet; Substantive der Klasse 15 haben nie eine Pluralform).

Weiterhin bestimmt die Substantivklasse die Form anderer auf das Substantiv bezogener Satzteile wie Verben, Adjektive usw. Diese werden ĂŒber entsprechende, von der Substantivklasse abhĂ€ngige und davon abgeleitete, PrĂ€fixe in Übereinstimmung (Konkordanz) mit dem Substantiv gebracht.

Beispiele:

umfana omkhulu (großer Junge)
isihlahla esikhulu (großer Baum)

Semantisch gesehen gibt es eine HĂ€ufung bestimmter Arten von Substantiven in bestimmten Klassen. Beispielsweise finden sich Vor- und Nachnamen immer in Klasse 1a, Personenbezeichnungen, die von Verben abgeleitet sind (z. B. spielen → Spieler) sehr hĂ€ufig in Klasse 1, abstrakte Begriffe (z. B. Schönheit) in Klasse 14, Leihwörter z. B. aus dem Englischen je nach Assimilierungsgrad in Klasse 9 oder 5 und von der Infinitivform von Verben abgeleitete Substantive (essen → Essen) in Klasse 15.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht ĂŒber die Substantivklassen im Zulu. Sie sind der Übersichtlichkeit halber in Singular/Plural-Paaren zusammengefasst.

Klasse Singular Plural
1/2 um(u)-1 aba-2, abe-3
1a/2b u- o-
3/4 um(u)-1 imi-2
5/6 i- ama-, ame-4
7/8 is(i)-5 iz(i)-5
9/10 iN- iziN-6
11/10 u- iziN-6
14 ubu- (ama-)7
15 uku-

1 um- wird zu umu- vor einsilbigen StĂ€mmen, z. B. umuntu (Mensch).

2 aba- und imi- werden zu ab- bzw. im- vor StĂ€mmen, die mit einem Vokal beginnen, z. B. abongameli (PrĂ€sidenten).

3 abe- kommt nur in einigen wenigen FĂ€llen vor, z. B. in abeSuthu (die Sotho) oder abeLungu (die Weißen).

4 ame- kommt nur in zwei FĂ€llen vor, nĂ€mlich dem Plural amehlo (Augen) von iso (Auge; ursprĂŒnglich: ihlo) und dem Plural ameva (Dornen) von iva (Dorn).

5 isi- und izi- werden zu is- bzw. iz- vor StĂ€mmen, die mit einem Vokal beginnen, z. B. isandla/izandla (Hand/HĂ€nde).

6 Der Platzhalter N in den PrĂ€fixen iN- und iziN- steht fĂŒr ein m, ein n oder gar keinen Buchstaben, d. h. in den Klassen 9 und 10 kommen jeweils drei PrĂ€fixe vor (aber nur genau eins pro Wortstamm). Beispiele:

iN- = i-: imali (Geld)
iN- = im-: impela (Wahrheit)
iN- = in-: inhlanzi (Fisch)

7 Selten, siehe oben.

[Bearbeiten] Das Verb

Ein Verb im Zulu besteht im Gegensatz zum Substantiv aus einer variablen Anzahl von Teilen, die nach bestimmten Regeln in einer bestimmten Reihenfolge zusammengesetzt werden. Diese Teile sind z. B.

  • ein SubjektprĂ€fix, das sich auf das Subjekt des Satzes bezieht
  • ein Tempusformativ, das die Zeitform des Verbs bestimmt
  • ein ObjektprĂ€fix, das sich auf das Objekt des Satzes bezieht
  • die Verbwurzel, die die eigentliche Bedeutung des Verbs trĂ€gt
  • ein Suffix, das verschiedene Aspekte des Verbs anzeigen kann (z. B. Zeitform, Modus)

Ein Verb besteht immer mindestens aus einer Verbwurzel und einem Suffix. Die anderen Teile sind optional, d. h. ihr Einsatz hĂ€ngt von der Funktion des Verbs im Satz ab.

[Bearbeiten] Einfache Verbwurzeln

Einfache Verbwurzeln sind solche, die keine erweiternden Suffixe enthalten, die die Bedeutung des Verbs verĂ€ndern. Dazu zĂ€hlen z. B.:

-w- fallen
-dl- essen
-enz- machen, tun
-nqamul- etw. zerbrechen
-os- grillen, rösten
-siz- helfen

[Bearbeiten] Erweiterte Verbwurzeln

Erweiterte Verbwurzeln gehen aus einfachen Verbwurzeln hervor, indem man erweiternde Suffixe anhÀngt, die die Bedeutung verÀndern. Dies sei anhand der Verbwurzel -enz- (machen, tun) und der am hÀufigsten anzutreffenden Erweiterungen beispielhaft verdeutlicht:

-enz- machen, tun
-enzan- etw. gemeinsam tun
-enzek- machbar sein
-enzel- etw. fĂŒr jemanden tun
-enzis- jemanden dazu bringen, etw. zu tun
-enziw- gemacht werden, getan werden

[Bearbeiten] SubjektprÀfixe

Ein SubjektprĂ€fix (SP) im Zulu eintspricht im Deutschen einem Personalpronomen im Nominativ. Im Gegensatz zu Personalpronomen können SubjektprĂ€fixe im Zulu nicht fĂŒr sich selbst stehen, sondern werden z. B. einem Verb vorangestellt. Zulu kennt zwar auch eigenstĂ€ndige Personalpronomen, diese werden jedoch nur verwendet, um die Betonung auf die referenzierte Person zu legen.

Beispiel mit SP si- und Personalpronomen thina (jeweils wir):

Sihamba manje. Wir gehen jetzt.
Thina sihamba manje. Wir gehen jetzt.

Es gibt fĂŒr jede Substantivklasse und jede Person ein eigenes SubjektprĂ€fix.

fĂŒhrendes SP
Person Singular Plural
1. ngi- si-
2. u- ni-
Klasse Singular Plural
1/2 u- ba-
1a/2b u- ba-
3/4 u- i-
5/6 li- a-
7/8 si- zi-
9/10 i- zi-
11/10 lu- zi-
14 bu-
15 ku-
nicht fĂŒhrendes SP-
Person Singular Plural
1. -ngi- -si-
2. -wu- -ni-
Klasse Singular Plural
1/2 -ka- -ba-
1a/2b -ka- -ba-
3/4 -wu- -yi-
5/6 -li- -wa-
7/8 -si- -zi-
9/10 -yi- -zi-
11/10 -lu- -zi-
14 -bu-
15 -ku-

Die nicht fĂŒhrenden SubjektprĂ€fixe (SP-) benutzt man, wenn dem SP noch PrĂ€fix vorangestellt wird, wie z. B. im Negativ verschiedener Zeitformen.

[Bearbeiten] ObjektprÀfixe

Ein ObjektprĂ€fix (OP) im Zulu eintspricht im Deutschen einem Personalpronomen im Akkusativ oder Dativ (Zulu unterscheidet formal nicht zwischen diesen beiden FĂ€llen). Genau wie SubjektprĂ€fixe können ObjektprĂ€fixe im Gegensatz zu Personalpronomen nicht fĂŒr sich selbst stehen, sondern werden der Verbwurzel vorangestellt. EigenstĂ€ndige Personalpronomen werden auch hier nur verwendet, um die Betonung auf die referenzierte Person zu legen.

Beispiel mit OP -m- (ihn/ihm/ihr) und Personalpronomen yena (ihn/ihm/ihr):

Ngimbona. Ich sehe ihn.
Ngimnika isipho. Ich gebe ihm ein Geschenk.
Ngimbona yena. Ich sehe ihn.

Es gibt fĂŒr jede Substantivklasse und jede Person ein eigenes ObjektprĂ€fix.

ObjektprÀfixe
Person Singular Plural
1. -ngi- -si-
2. -ku- -ni-
Klasse Singular Plural
1/2 -m- -ba-
1a/2b -m- -ba-
3/4 -wu- -yi-
5/6 -li- -wa-
7/8 -si- -zi-
9/10 -yi- -zi-
11/10 -lu- -zi-
14 -bu-
15 -ku-

[Bearbeiten] Der Imperativ

Bildungsregel:

ohne Objekt mit Objekt
Singular: (yi) - R - a OP - R - e
Plural: (yi) - R - ani OP - R - eni

Die einzige Ausnahme hiervon stellt die Verbwurzel -z- (kommen) dar, deren Imperativformen woza (komm!) bzw. wozani (kommt!) lauten.

Beispiele:

ohne Objekt mit Objekt
Verbwurzel Singular Plural Singular Plural
-dl- Yidla!

Iß!

Yidlani!

Eßt!

Yidle (inhlanzi)!

Iß ihn (den Fisch)!

Yidleni (inhlanzi)!

Eßt ihn (den Fisch)

-enz- Yenza!

Mach!

Yenzani!

Macht!

Kwenze!

Mach es!

Kwenzeni!

Macht es!

-siz- Siza!

Hilf!

Sizani!

Helft!

Msize!

Hilf ihm!

Msizeni!

Helft ihm!

[Bearbeiten] Der Infinitiv

Bildungsregel:

Pos.: uku - (OP) - R - a
Neg.: uku - nga - (OP) - R - i

Beispiele:

Verbwurzel Infinitiv Bedeutung
-w- ukuwa (zu) fallen
ukungawa nicht (zu) fallen
-dl- ukudla (zu) essen
ukungadli nicht (zu) essen
ukuyidla ihn (zu) essen (z. B. inhlanzi, den Fisch)
ukungayidli ihn nicht (zu) essen
-enz- ukwenza (zu) tun
ukungenzi nicht (zu) tun
-os- ukosa (zu) grillen
ukungosi nicht (zu) grillen

Es treten hier verschiedene KlangÀnderungen auf, wenn zwei Vokale aufeinandertreffen. Und zwar gilt:

-nga- → -ng- vor Vokalen
uku- → uk- vor o
uku- → ukw- vor anderen Vokalen (das ergibt sich beim Sprechen automatisch)

Des Weiteren wird das Suffix -a bei Verbwurzeln, die auf w aufhören, niemals zu -i.

[Bearbeiten] Das PrÀsens

Bildungsregel:

Pos.: SP - (ya) - (OP) - R - a
Neg.: a - SP- - (OP) - R - i

Das Formativ -ya- wird verwendet, wenn

  • das Verb das letzte Wort im Satz ist
  • das Verb ein ObjektprĂ€fix enthĂ€lt und das referenzierte Objekt auf das Verb folgt
  • man betonen will, dass etwas „tatsĂ€chlich“ gemacht wird.

Beispiele:

Uyahamba. Er geht.
Uhamba kusasa. Er geht morgen.
Akahambi. Er geht nicht.
Uyangisiza. Er hilft mir.
Ungisiza namhlanje. Er hilft mir heute.
Akangisizi. Er hilft mir nicht.
Usiza uyise.
Uyamsiza uyise.
Er hilft seinem Vater.

[Bearbeiten] Die Partizipialform

Bildungsregel:

Pos.: SPP - (OP) - R - a
Neg.: SPP - nga - (OP) - R - i

In der Partizipialform werden die SubjektprÀfixe u-, ba- und a- der Klassen 1, 1a, 2, 2b und 6 zu e-, be- und e-. Die Partizipialform wird unter anderem verwendet

  • um Gleichzeitigkeit auszudrĂŒcken
  • in untergeordneten SĂ€tzen nach bestimmten Konjunktionen
  • nach bestimmten Hilfsverben

Beispiele:

Ukhuluma edla. Er spricht wÀhrend er isst.
Ngambona engasebenzi. Ich sah ihn, wie er nicht arbeitete.

[Bearbeiten] Der Subjunktiv

Bildungsregel:

Pos.: SPS - (OP) - R - e
Neg.: SPS - nga - (OP) - R - i

Im Subjunktiv wird das SubjektprÀfix u- der Klassen 1 und 1a zu a-. Der Subjunktiv wird verwendet

  • um WĂŒnsche oder (höfliche) Anweisungen auszudrĂŒcken
  • um Anweisungen aufzuzĂ€hlen
  • nach bestimmten Hilfsverben

Beispiele:

Ngamtshela ahambe. Ich sagte ihm, er solle gehen.
Woza lapha uzame futhi! Komm her und versuch’s nochmal!
Umane ahleke. Er lacht einfach nur.

[Bearbeiten] Das Perfekt

Das Perfekt beschreibt die nahe Vergangenheit. Was dabei als „nah“ gilt, liegt im Ermessen des Sprechers. In der Umgangssprache wird das Perfekt hĂ€ufig dem PrĂ€teritum vorgezogen.

Bildungsregel:

Pos.: SP - (OP) - R - e/ile
Neg.: a - SP- - (OP) - R - anga

Die lange Form auf -ile wird verwendet, wenn das Verb das letzte Wort im Satz oder Teilsatz ist, ansonsten die kurze Form auf -e, wobei das -e betont wird.

Beispiele:

Sihambile. Wir sind gegangen.
Sihambe izolo. Wir sind gestern gegangen.
Asihambanga. Wir sind nicht gegangen.
Asimbonanga. Wir haben ihn nicht gesehen.

[Bearbeiten] Der Stativ

Eine Reihe von Verben im Zulu bezeichnen eine ZustandsĂ€nderung oder einen Vorgang, der irgendwann in einen Endzustand mĂŒndet (sog. incohative Verben). Um auszudrĂŒcken, dass dieser Endzustand erreicht ist, benutzt man den Stativ, der mit dem Perfekt verwandt ist.

Bildungsregel:

Pos.: SP - R - ile
Neg.: a - SP- - R - ile

Beispiele:

Uyafa. Er stirbt.
Ufile. Er ist tot.
Ngiyalamba. Ich bekomme Hunger.
Ngilambile. Ich habe Hunger.
Siyabuya. Wir kehren zurĂŒck.
Sibuyile. Wir sind zurĂŒck.

Zu beachten ist, dass bei Verbwurzeln mit bestimmten Endungen der Stativ nicht mit -ile gebildet wird. Dies sind:

Verbwurzelendung Stativ
-al-, -el- -ele
-an-, -en- -ene
-am-, -em- -eme
-ath-, -eth- -ethe
-as-, -es- -ese
-aw-1 -ewe

1 Dies ist ein Einzelfall, nÀmlich das (irregulÀre) Passiv -bulaw- von -bulal-.

[Bearbeiten] Das PrÀteritum

Das PrĂ€teritum wird fĂŒr die ferne Vergangenheit, die Vergangenheit vor dem Perfekt sowie als ErzĂ€hlvergangenheit verwendet.

Bildungsregel:

Pos.: SP + a - (OP) - R - a
Neg.: a - SP- - (OP) - R - anga

Durch die Verschmelzung des SP mit einem nachfolgenden (lang gesprochenen) a im Positiv ergeben sich fĂŒr das PrĂ€teritum folgende SubjektprĂ€fixe:

Person Singular Plural
1. nga- sa-
2. wa- na-
Klasse Singular Plural
1/2 wa- ba-
1a/2b wa- ba-
3/4 wa- ya-
5/6 la- a-
7/8 sa- za-
9/10 ya- za-
11/10 lwa- za-
14 ba-
15 kwa-

Beispiele:

Sahamba. Wir gingen.
Asihambanga. Wir gingen nicht.
Asimbonanga. Wir sahen ihn nicht.

[Bearbeiten] Der Konsekutiv

Bildungsregel:

Pos.: SP + a - (OP) - R - a
Neg.: SP + a - nga - (OP) - R - a

Der Konsekutiv dient zur AufzÀhlung aufeinanderfolgender Ereignisse im PrÀteritum und unterscheidet sich von diesem nur im Negativ.

Beispiele:

Wavuka wagqoka wahamba. Er wachte auf, zog sich an und ging.
Wabaleka wangabheka emuva. Er lief davon und schaute nicht zurĂŒck.

[Bearbeiten] Das Futur I

Bildungsregel:

Pos.: SP - zo - (OP) - (ku) - R - a
Neg.: a - SP- - zu - (ku)- (OP) - R - a

Zur Kennzeichnung des Futur I wird das Formativ -zo- im Positiv bzw. -zu- im Negativ verwendet. Die Form wird gebildet durch das Hilfsverb uku-za [auch mit dem Hilfsverb uku-ya möglich] und den Infinitiv des Verbs. Also ngiza ukusiza = ngizosiza (ich komme zu helfen = ich werde helfen) [bzw. ngiya ukusiza = ngiyosiza ich gehe zu helfen = ich werde helfen]. Bei der Negation wird das Hilfsverb verneint und mit dem folgenden Infinitiv verbunden. Also angizi ukusiza = angizusiza. ZusÀtzlich wird bei einsilbigen VerbstÀmmen oder solchen, die mit einem Vokal beginnen, dem Verbstamm das PrÀfix -ku- vorangestellt (dieses wird zu -k- vor o und zu -kw- vor anderen Vokalen).

Beispiele:

Ngizokuza. Ich werde kommen.
Angizukuza. Ich werde nicht kommen.
Ngizokwakha. Ich werde bauen.
Angizukwakha. Ich werde nicht bauen.
Ngizomsiza. Ich werde ihm helfen.
Angizumsiza. Ich werde ihm nicht helfen.

[Bearbeiten] Andere Zeitformen

Weitere Formen wie das Plusquamperfekt, das Futur II, die Verlaufsformen oder die Konjunktivformen sind etwas komplizierter. Sie werden unter ein- oder zweimaliger Verwendung des Hilfsverbs -ba (sein) gebildet. Im praktischen Gebrauch werden sie zudem verkĂŒrzt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Derek Gowlett, Khethiwe Ngwenya, Tessa Dowling: Speak Zulu With Us Beginner’s Course. African Voices, Cape Town 1999, ISBN 0-620-24425-9.
  • Derek Gowlett, Khethiwe Ngwenya, Tessa Dowling: Speak Zulu With Us Intermediate To Advanced. African Voices, Cape Town, 2001, ISBN 0-620-27725-4.
  • George Poulos, Christian T. Msimang: A Linguistic Analysis of Zulu. Via Afrika, Cape Town 1998, ISBN 0-7994-1526-X.
  • C. M. Doke: English-Zulu/Zulu-English Dictionary. Witwatersrand University Press, Johannesburg 1990, ISBN 1-86814-160-8.
  • Gilles-Maurice de Schryver u.a.: Isichazamazwi Sesikole: isiZulu–isiNgisi / Oxford Bilingual School Dictionary: Zulu and English. Oxford University Press, 2010, ISBN 0-19-576554-0.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Software in Zulu

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[Bearbeiten] WörterbĂŒcher

[Bearbeiten] Sprache und Kultur

[Bearbeiten] Zeitungen

[Bearbeiten] Radio

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