isiZulu
| isiZulu | ||
|---|---|---|
|
Gesprochen in |
Republik SĂŒdafrika, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik und Swasiland | |
| Sprecher | 11 Mio. | |
| Linguistische Klassifikation |
||
| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | Republik SĂŒdafrika | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
zu |
|
| ISO 639-2: |
zul |
|
| ISO 639-3: | ||
isiZulu (vereinfacht auch Zulu genannt) ist eine Bantusprache und wird von etwa 11 Millionen Menschen gesprochen, die vornehmlich (zu 95 Prozent) in SĂŒdafrika leben.
isiZulu wird in SĂŒdafrika von rund 22,4 Prozent (Stand 1995) der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen, wo sie seit dem Ende der Apartheid eine der elf offiziellen Sprachen ist. Weiter findet sie Verwendung in Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik und Swasiland. Die Schriftform der Sprache wird vom âPan South African Language Boardâ festgelegt.
Zulu ist eine agglutinierende Sprache mit Nominalklassensystem und wird in die Untergruppe der Nguni-Sprachfamilie innerhalb der Bantusprachen eingeordnet. Eng verwandt ist sie mit isiXhosa und Siswati. Zur Geschichte der Sprache ist nur wenig bekannt; es gibt Anzeichen, dass Zulu als Sprache seit dem 16. Jahrhundert besteht.
Die Sprache ist ursprĂŒnglich nur eine mĂŒndliche Sprache gewesen (wie viele andere Sprachen in Afrika). Erst die EuropĂ€er (meist Missionare), wie z. B. Dirk Ziervogel, haben die Sprache studiert und eine Grammatik dafĂŒr ausgearbeitet. Erst nach dieser Zeit wurde es möglich, in Zulu zu schreiben. Alle vorhergehenden Ăberlieferungen waren daher nur mĂŒndlich möglich oder in einer anderen Sprache, welche auch geschrieben werden konnte. Darum ist es schwer, diesbezĂŒglich etwas in der Geschichte zu finden.
Der Language Code ist âzuâ beziehungsweise âzulâ (nach ISO 639).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Aussprache
Im Zulu wird in der Regel die vorletzte Silbe verlÀngert und betont. Ausnahmen sind die Kurzform des Perfekts (Betonung der letzten Silbe) und das PrÀteritum (Betonung der ersten Silbe).
Das SubstantivprĂ€fix isi- wird zu is- verkĂŒrzt, wenn der Wortstamm mehrsilbig ist. Beispiel: isikhathi (âZeitâ) wird iskhathi gesprochen, isitha (âFeindâ) dagegen wie geschrieben.
Die Bedeutung mancher Wörter ist vom Ton abhĂ€ngig, also von der Wahl der Tonhöhen der einzelnen Silben. Zum Beispiel bedeutet sisonke entweder âzusammenâ oder âwir sind zusammenâ, je nachdem, ob die erste Silbe hoch oder tief gesprochen wird.
[Bearbeiten] Vokale
| Vokal | IPA-Zeichen | Aussprache | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| a | a | wie im Deutschen | amanga | â(die) LĂŒgenâ |
| e | e É |
wie in Fee, wenn die folgende Silbe ein i oder u enthÀlt, sonst wie À |
leli shesha |
âdiesesâ âbeeil Dichâ |
| i | i | wie im Deutschen | nini | âwann?â |
| o | o É |
wie in Ofen, wenn die folgende Silbe ein i oder u enthÀlt, sonst wie in offen |
inkosi inkosana |
âKönigâ âPrinzâ |
| u | u | wie im Deutschen | uju | âHonigâ |
[Bearbeiten] Konsonanten
| Konsonant | IPA-Zeichen | Aussprache | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| b | É | sehr weiches, implosives b | ubaba | âVaterâ |
| bh | b | aspiriertes b | ibhabha | âDraufgĂ€ngerâ |
| p | p | implosives p (wie im deutschen Verschlusslaut-p) | ipaki | âParkâ |
| ph | pʰ | aspiriertes p | uPhapha | Papst |
| d, f, g, h, l, m, n | d, f, g, h, l, m, n | wie im Deutschen | â | â |
| hh | ÉŠ | stimmhaftes h | ihhashi | âPferdâ |
| hl | ÉŹ | ch wie in ich, bei dem jedoch der Luftstrom an den Seiten der Zunge vorbeigeht. Wahlweise kann man versuchen, ein ch und ein l gleichzeitig stimmlos zu sprechen. Im Gegensatz zum |
isihlahla | âBaumâ |
| dl | Éź | stimmhaftes hl | ukudla | âEssenâ |
| j | Ê€ | wie dsch in Dschungel | uju | âHonigâ |
| k | k É |
am Wortstammanfang oder nach n implosives k (wie im deutschen Verschlusslaut-k), sonst sehr weiches g |
ikati ukufaka |
âKatzeâ âhineintunâ |
| kh | kʰ | aspiriertes k | amakha | âParfĂŒmâ |
| kl | kx kÉŹ kl |
k je nach Sprecher verbunden mit gutturalem ch (wie im deutschen ach) oder mit hl (siehe dort) oder mit l (wie im Deutschen) |
klebhula | âzerreiĂenâ |
| ng | Ć, Ćg | je nach Region wie in singen oder wie in Languste | ingozi | âGefahrâ |
| nk | Ćk | wie in danke, aber implosiv | inkosi | âKönigâ |
| ny | ÉČ | wie gn in Champagner | inyosi | âBieneâ |
| s | s | scharfes, stimmloses s wie in Tasse | isisu | âBauchâ |
| t | t | implosives t | utate | âLieblingâ |
| th | tʰ | aspiriertes t | uthathe | âNimm!â |
| v | v | wie deutsches w | iva | âDorneâ |
| w | w | wie englisches w | woza | âKomm!â |
| y | j | wie deutsches j | yima | âStop!â |
| z | z | stimmhaftes s wie in Sahne | izulu | âHimmelâ, âWetterâ |
[Bearbeiten] Klicklaute
| Klick | IPA-Zeichen | Aussprache | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| c | Ç | Zungenspitze an die RĂŒckseite der oberen SchneidezĂ€hne legen und unter Bildung eines Unterdrucks schnell zurĂŒckziehen. So als wolle man jemanden ermahnen oder tadeln. | icici | âOhrringâ |
| q | Ç | Zunge an den Gaumen legen und nach unten schnellen lassen, ohne auf dem Boden aufzusetzen. Klingt wie ein knallender Sektkorken. | iqaqa | âIltisâ |
| x | Ç | Zunge an den Gaumen legen und eine Seite nach unten ziehen. Als wolle man ein Pferd antreiben. | ixoxo | âFroschâ |
| ch | Çʰ | aspiriertes c | cha | âneinâ |
| qh | Çʰ | aspiriertes q | isiqhoqho | âSteinhaufenâ |
| xh | Çʰ | aspiriertes x | ixha | âBĂŒndelâ |
| gc | ein g vor den Klicklauten wirkt sich in der Aussprache des folgenden Vokals aus, der rau und aspiriert gesprochen wird. | isigcino | âEndeâ | |
| gq | siehe unter gc | umgqibelo | âSamstagâ | |
| gx | siehe unter gc | ugxa | âHimmel-und-Hölle-Spielâ | |
| ngc | ng (Ć) und c gleichzeitig. | ingcosi | âein wenigâ | |
| ngq | ng (Ć) und q gleichzeitig. | ingqondo | âIntelligenzâ | |
| ngx | ng (Ć) und x gleichzeitig. | ingxenye | âHĂ€lfteâ |
[Bearbeiten] Grammatik
[Bearbeiten] AbkĂŒrzungen
| OP | ObjektprÀfix |
| R | Verbwurzel |
| SP | SubjektprÀfix |
| SP- | nicht fĂŒhrendes SubjektprĂ€fix |
| SPP | SubjektprÀfix der Partizipialform |
| SPS | SubjektprÀfix des Subjunktivs |
[Bearbeiten] Das Substantiv
Das Substantiv im Zulu besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, nÀmlich dem PrÀfix und dem Stamm (das PrÀfix kann noch weiter zerlegt werden). Anhand des PrÀfixes teilt man die Substantive in Substantivklassen ein. Die Substantivklassen wiederum werden durchnumeriert, um Vergleiche innerhalb der Sprachfamilie zu erleichtern. So gehören z. B. die Substantive abafana (Jungen) und abangane (Freunde) aufgrund des PrÀfixes aba- zur Substantivklasse 2, wÀhrend die Substantive isibongo (Nachname) und isihlahla (Baum) aufgrund des PrÀfixes isi- zur Substantivklasse 7 zÀhlen.
Jede Substantivklasse hat sowohl eine klar definierte grammatikalische als auch eine weniger fest umrissene semantische Bedeutung. Grammatikalisch gesehen wird durch das PrÀfix festgelegt, ob das Substantiv im Singular oder im Plural steht. Daher treten Substantivklassen im Allgemeinen in Paaren auf. So haben z. B. Substantive der Singularklasse 7 (PrÀfix isi-) ihren Plural in Klasse 8 (PrÀfix izi-).
Beispiele:
| Singular | Plural |
|---|---|
| umuntu (Mensch) | abantu (Menschen) |
| ugogo (GroĂmutter) | ogogo (GroĂmĂŒtter) |
| igama (Name) | amagama (Namen) |
| inhlanzi (Fisch) | izinhlanzi (Fische) |
Ausnahmen hiervon bilden die Klassen 14 (PrĂ€fix ubu-) und 15 (PrĂ€fix uku-), fĂŒr die es in der Regel keine Pluralform gibt (falls nötig, wird im Falle der Klasse 14 der Plural ĂŒber die Klasse 6 gebildet; Substantive der Klasse 15 haben nie eine Pluralform).
Weiterhin bestimmt die Substantivklasse die Form anderer auf das Substantiv bezogener Satzteile wie Verben, Adjektive usw. Diese werden ĂŒber entsprechende, von der Substantivklasse abhĂ€ngige und davon abgeleitete, PrĂ€fixe in Ăbereinstimmung (Konkordanz) mit dem Substantiv gebracht.
Beispiele:
- umfana omkhulu (groĂer Junge)
- isihlahla esikhulu (groĂer Baum)
Semantisch gesehen gibt es eine HĂ€ufung bestimmter Arten von Substantiven in bestimmten Klassen. Beispielsweise finden sich Vor- und Nachnamen immer in Klasse 1a, Personenbezeichnungen, die von Verben abgeleitet sind (z. B. spielen â Spieler) sehr hĂ€ufig in Klasse 1, abstrakte Begriffe (z. B. Schönheit) in Klasse 14, Leihwörter z. B. aus dem Englischen je nach Assimilierungsgrad in Klasse 9 oder 5 und von der Infinitivform von Verben abgeleitete Substantive (essen â Essen) in Klasse 15.
Die folgende Tabelle gibt eine Ăbersicht ĂŒber die Substantivklassen im Zulu. Sie sind der Ăbersichtlichkeit halber in Singular/Plural-Paaren zusammengefasst.
| Klasse | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1/2 | um(u)-1 | aba-2, abe-3 |
| 1a/2b | u- | o- |
| 3/4 | um(u)-1 | imi-2 |
| 5/6 | i- | ama-, ame-4 |
| 7/8 | is(i)-5 | iz(i)-5 |
| 9/10 | iN- | iziN-6 |
| 11/10 | u- | iziN-6 |
| 14 | ubu- | (ama-)7 |
| 15 | uku- |
1 um- wird zu umu- vor einsilbigen StÀmmen, z. B. umuntu (Mensch).
2 aba- und imi- werden zu ab- bzw. im- vor StÀmmen, die mit einem Vokal beginnen, z. B. abongameli (PrÀsidenten).
3 abe- kommt nur in einigen wenigen FĂ€llen vor, z. B. in abeSuthu (die Sotho) oder abeLungu (die WeiĂen).
4 ame- kommt nur in zwei FĂ€llen vor, nĂ€mlich dem Plural amehlo (Augen) von iso (Auge; ursprĂŒnglich: ihlo) und dem Plural ameva (Dornen) von iva (Dorn).
5 isi- und izi- werden zu is- bzw. iz- vor StÀmmen, die mit einem Vokal beginnen, z. B. isandla/izandla (Hand/HÀnde).
6 Der Platzhalter N in den PrĂ€fixen iN- und iziN- steht fĂŒr ein m, ein n oder gar keinen Buchstaben, d. h. in den Klassen 9 und 10 kommen jeweils drei PrĂ€fixe vor (aber nur genau eins pro Wortstamm). Beispiele:
iN- = i-: imali (Geld) iN- = im-: impela (Wahrheit) iN- = in-: inhlanzi (Fisch)
7 Selten, siehe oben.
[Bearbeiten] Das Verb
Ein Verb im Zulu besteht im Gegensatz zum Substantiv aus einer variablen Anzahl von Teilen, die nach bestimmten Regeln in einer bestimmten Reihenfolge zusammengesetzt werden. Diese Teile sind z. B.
- ein SubjektprÀfix, das sich auf das Subjekt des Satzes bezieht
- ein Tempusformativ, das die Zeitform des Verbs bestimmt
- ein ObjektprÀfix, das sich auf das Objekt des Satzes bezieht
- die Verbwurzel, die die eigentliche Bedeutung des Verbs trÀgt
- ein Suffix, das verschiedene Aspekte des Verbs anzeigen kann (z. B. Zeitform, Modus)
Ein Verb besteht immer mindestens aus einer Verbwurzel und einem Suffix. Die anderen Teile sind optional, d. h. ihr Einsatz hÀngt von der Funktion des Verbs im Satz ab.
[Bearbeiten] Einfache Verbwurzeln
Einfache Verbwurzeln sind solche, die keine erweiternden Suffixe enthalten, die die Bedeutung des Verbs verÀndern. Dazu zÀhlen z. B.:
| -w- | fallen |
| -dl- | essen |
| -enz- | machen, tun |
| -nqamul- | etw. zerbrechen |
| -os- | grillen, rösten |
| -siz- | helfen |
[Bearbeiten] Erweiterte Verbwurzeln
Erweiterte Verbwurzeln gehen aus einfachen Verbwurzeln hervor, indem man erweiternde Suffixe anhÀngt, die die Bedeutung verÀndern. Dies sei anhand der Verbwurzel -enz- (machen, tun) und der am hÀufigsten anzutreffenden Erweiterungen beispielhaft verdeutlicht:
| -enz- | machen, tun |
| -enzan- | etw. gemeinsam tun |
| -enzek- | machbar sein |
| -enzel- | etw. fĂŒr jemanden tun |
| -enzis- | jemanden dazu bringen, etw. zu tun |
| -enziw- | gemacht werden, getan werden |
[Bearbeiten] SubjektprÀfixe
Ein SubjektprĂ€fix (SP) im Zulu eintspricht im Deutschen einem Personalpronomen im Nominativ. Im Gegensatz zu Personalpronomen können SubjektprĂ€fixe im Zulu nicht fĂŒr sich selbst stehen, sondern werden z. B. einem Verb vorangestellt. Zulu kennt zwar auch eigenstĂ€ndige Personalpronomen, diese werden jedoch nur verwendet, um die Betonung auf die referenzierte Person zu legen.
Beispiel mit SP si- und Personalpronomen thina (jeweils wir):
| Sihamba manje. | Wir gehen jetzt. |
| Thina sihamba manje. | Wir gehen jetzt. |
Es gibt fĂŒr jede Substantivklasse und jede Person ein eigenes SubjektprĂ€fix.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die nicht fĂŒhrenden SubjektprĂ€fixe (SP-) benutzt man, wenn dem SP noch PrĂ€fix vorangestellt wird, wie z. B. im Negativ verschiedener Zeitformen.
[Bearbeiten] ObjektprÀfixe
Ein ObjektprĂ€fix (OP) im Zulu eintspricht im Deutschen einem Personalpronomen im Akkusativ oder Dativ (Zulu unterscheidet formal nicht zwischen diesen beiden FĂ€llen). Genau wie SubjektprĂ€fixe können ObjektprĂ€fixe im Gegensatz zu Personalpronomen nicht fĂŒr sich selbst stehen, sondern werden der Verbwurzel vorangestellt. EigenstĂ€ndige Personalpronomen werden auch hier nur verwendet, um die Betonung auf die referenzierte Person zu legen.
Beispiel mit OP -m- (ihn/ihm/ihr) und Personalpronomen yena (ihn/ihm/ihr):
| Ngimbona. | Ich sehe ihn. |
| Ngimnika isipho. | Ich gebe ihm ein Geschenk. |
| Ngimbona yena. | Ich sehe ihn. |
Es gibt fĂŒr jede Substantivklasse und jede Person ein eigenes ObjektprĂ€fix.
| ObjektprÀfixe | ||
|---|---|---|
| Person | Singular | Plural |
| 1. | -ngi- | -si- |
| 2. | -ku- | -ni- |
| Klasse | Singular | Plural |
| 1/2 | -m- | -ba- |
| 1a/2b | -m- | -ba- |
| 3/4 | -wu- | -yi- |
| 5/6 | -li- | -wa- |
| 7/8 | -si- | -zi- |
| 9/10 | -yi- | -zi- |
| 11/10 | -lu- | -zi- |
| 14 | -bu- | |
| 15 | -ku- | |
[Bearbeiten] Der Imperativ
Bildungsregel:
| ohne Objekt | mit Objekt | |
|---|---|---|
| Singular: | (yi) - R - a | OP - R - e |
| Plural: | (yi) - R - ani | OP - R - eni |
Die einzige Ausnahme hiervon stellt die Verbwurzel -z- (kommen) dar, deren Imperativformen woza (komm!) bzw. wozani (kommt!) lauten.
Beispiele:
| ohne Objekt | mit Objekt | |||
|---|---|---|---|---|
| Verbwurzel | Singular | Plural | Singular | Plural |
| -dl- | Yidla!
IĂ! |
Yidlani!
EĂt! |
Yidle (inhlanzi)!
IĂ ihn (den Fisch)! |
Yidleni (inhlanzi)!
EĂt ihn (den Fisch) |
| -enz- | Yenza!
Mach! |
Yenzani!
Macht! |
Kwenze!
Mach es! |
Kwenzeni!
Macht es! |
| -siz- | Siza!
Hilf! |
Sizani!
Helft! |
Msize!
Hilf ihm! |
Msizeni!
Helft ihm! |
[Bearbeiten] Der Infinitiv
Bildungsregel:
- Pos.: uku - (OP) - R - a
- Neg.: uku - nga - (OP) - R - i
Beispiele:
| Verbwurzel | Infinitiv | Bedeutung |
|---|---|---|
| -w- | ukuwa | (zu) fallen |
| ukungawa | nicht (zu) fallen | |
| -dl- | ukudla | (zu) essen |
| ukungadli | nicht (zu) essen | |
| ukuyidla | ihn (zu) essen (z. B. inhlanzi, den Fisch) | |
| ukungayidli | ihn nicht (zu) essen | |
| -enz- | ukwenza | (zu) tun |
| ukungenzi | nicht (zu) tun | |
| -os- | ukosa | (zu) grillen |
| ukungosi | nicht (zu) grillen |
Es treten hier verschiedene KlangÀnderungen auf, wenn zwei Vokale aufeinandertreffen. Und zwar gilt:
| -nga- | â | -ng- | vor Vokalen |
| uku- | â | uk- | vor o |
| uku- | â | ukw- | vor anderen Vokalen (das ergibt sich beim Sprechen automatisch) |
Des Weiteren wird das Suffix -a bei Verbwurzeln, die auf w aufhören, niemals zu -i.
[Bearbeiten] Das PrÀsens
Bildungsregel:
- Pos.: SP - (ya) - (OP) - R - a
- Neg.: a - SP- - (OP) - R - i
Das Formativ -ya- wird verwendet, wenn
- das Verb das letzte Wort im Satz ist
- das Verb ein ObjektprÀfix enthÀlt und das referenzierte Objekt auf das Verb folgt
- man betonen will, dass etwas âtatsĂ€chlichâ gemacht wird.
Beispiele:
| Uyahamba. | Er geht. |
| Uhamba kusasa. | Er geht morgen. |
| Akahambi. | Er geht nicht. |
| Uyangisiza. | Er hilft mir. |
| Ungisiza namhlanje. | Er hilft mir heute. |
| Akangisizi. | Er hilft mir nicht. |
| Usiza uyise. Uyamsiza uyise. |
Er hilft seinem Vater. |
[Bearbeiten] Die Partizipialform
Bildungsregel:
- Pos.: SPP - (OP) - R - a
- Neg.: SPP - nga - (OP) - R - i
In der Partizipialform werden die SubjektprÀfixe u-, ba- und a- der Klassen 1, 1a, 2, 2b und 6 zu e-, be- und e-. Die Partizipialform wird unter anderem verwendet
- um Gleichzeitigkeit auszudrĂŒcken
- in untergeordneten SĂ€tzen nach bestimmten Konjunktionen
- nach bestimmten Hilfsverben
Beispiele:
| Ukhuluma edla. | Er spricht wÀhrend er isst. |
| Ngambona engasebenzi. | Ich sah ihn, wie er nicht arbeitete. |
[Bearbeiten] Der Subjunktiv
Bildungsregel:
- Pos.: SPS - (OP) - R - e
- Neg.: SPS - nga - (OP) - R - i
Im Subjunktiv wird das SubjektprÀfix u- der Klassen 1 und 1a zu a-. Der Subjunktiv wird verwendet
- um WĂŒnsche oder (höfliche) Anweisungen auszudrĂŒcken
- um Anweisungen aufzuzÀhlen
- nach bestimmten Hilfsverben
Beispiele:
| Ngamtshela ahambe. | Ich sagte ihm, er solle gehen. |
| Woza lapha uzame futhi! | Komm her und versuchâs nochmal! |
| Umane ahleke. | Er lacht einfach nur. |
[Bearbeiten] Das Perfekt
Das Perfekt beschreibt die nahe Vergangenheit. Was dabei als ânahâ gilt, liegt im Ermessen des Sprechers. In der Umgangssprache wird das Perfekt hĂ€ufig dem PrĂ€teritum vorgezogen.
Bildungsregel:
- Pos.: SP - (OP) - R - e/ile
- Neg.: a - SP- - (OP) - R - anga
Die lange Form auf -ile wird verwendet, wenn das Verb das letzte Wort im Satz oder Teilsatz ist, ansonsten die kurze Form auf -e, wobei das -e betont wird.
Beispiele:
| Sihambile. | Wir sind gegangen. |
| Sihambe izolo. | Wir sind gestern gegangen. |
| Asihambanga. | Wir sind nicht gegangen. |
| Asimbonanga. | Wir haben ihn nicht gesehen. |
[Bearbeiten] Der Stativ
Eine Reihe von Verben im Zulu bezeichnen eine ZustandsĂ€nderung oder einen Vorgang, der irgendwann in einen Endzustand mĂŒndet (sog. incohative Verben). Um auszudrĂŒcken, dass dieser Endzustand erreicht ist, benutzt man den Stativ, der mit dem Perfekt verwandt ist.
Bildungsregel:
- Pos.: SP - R - ile
- Neg.: a - SP- - R - ile
Beispiele:
| Uyafa. | Er stirbt. |
| Ufile. | Er ist tot. |
| Ngiyalamba. | Ich bekomme Hunger. |
| Ngilambile. | Ich habe Hunger. |
| Siyabuya. | Wir kehren zurĂŒck. |
| Sibuyile. | Wir sind zurĂŒck. |
Zu beachten ist, dass bei Verbwurzeln mit bestimmten Endungen der Stativ nicht mit -ile gebildet wird. Dies sind:
| Verbwurzelendung | Stativ |
|---|---|
| -al-, -el- | -ele |
| -an-, -en- | -ene |
| -am-, -em- | -eme |
| -ath-, -eth- | -ethe |
| -as-, -es- | -ese |
| -aw-1 | -ewe |
1 Dies ist ein Einzelfall, nÀmlich das (irregulÀre) Passiv -bulaw- von -bulal-.
[Bearbeiten] Das PrÀteritum
Das PrĂ€teritum wird fĂŒr die ferne Vergangenheit, die Vergangenheit vor dem Perfekt sowie als ErzĂ€hlvergangenheit verwendet.
Bildungsregel:
- Pos.: SP + a - (OP) - R - a
- Neg.: a - SP- - (OP) - R - anga
Durch die Verschmelzung des SP mit einem nachfolgenden (lang gesprochenen) a im Positiv ergeben sich fĂŒr das PrĂ€teritum folgende SubjektprĂ€fixe:
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1. | nga- | sa- |
| 2. | wa- | na- |
| Klasse | Singular | Plural |
| 1/2 | wa- | ba- |
| 1a/2b | wa- | ba- |
| 3/4 | wa- | ya- |
| 5/6 | la- | a- |
| 7/8 | sa- | za- |
| 9/10 | ya- | za- |
| 11/10 | lwa- | za- |
| 14 | ba- | |
| 15 | kwa- | |
Beispiele:
| Sahamba. | Wir gingen. |
| Asihambanga. | Wir gingen nicht. |
| Asimbonanga. | Wir sahen ihn nicht. |
[Bearbeiten] Der Konsekutiv
Bildungsregel:
- Pos.: SP + a - (OP) - R - a
- Neg.: SP + a - nga - (OP) - R - a
Der Konsekutiv dient zur AufzÀhlung aufeinanderfolgender Ereignisse im PrÀteritum und unterscheidet sich von diesem nur im Negativ.
Beispiele:
| Wavuka wagqoka wahamba. | Er wachte auf, zog sich an und ging. |
| Wabaleka wangabheka emuva. | Er lief davon und schaute nicht zurĂŒck. |
[Bearbeiten] Das Futur I
Bildungsregel:
- Pos.: SP - zo - (OP) - (ku) - R - a
- Neg.: a - SP- - zu - (ku)- (OP) - R - a
Zur Kennzeichnung des Futur I wird das Formativ -zo- im Positiv bzw. -zu- im Negativ verwendet. Die Form wird gebildet durch das Hilfsverb uku-za [auch mit dem Hilfsverb uku-ya möglich] und den Infinitiv des Verbs. Also ngiza ukusiza = ngizosiza (ich komme zu helfen = ich werde helfen) [bzw. ngiya ukusiza = ngiyosiza ich gehe zu helfen = ich werde helfen]. Bei der Negation wird das Hilfsverb verneint und mit dem folgenden Infinitiv verbunden. Also angizi ukusiza = angizusiza. ZusÀtzlich wird bei einsilbigen VerbstÀmmen oder solchen, die mit einem Vokal beginnen, dem Verbstamm das PrÀfix -ku- vorangestellt (dieses wird zu -k- vor o und zu -kw- vor anderen Vokalen).
Beispiele:
| Ngizokuza. | Ich werde kommen. |
| Angizukuza. | Ich werde nicht kommen. |
| Ngizokwakha. | Ich werde bauen. |
| Angizukwakha. | Ich werde nicht bauen. |
| Ngizomsiza. | Ich werde ihm helfen. |
| Angizumsiza. | Ich werde ihm nicht helfen. |
[Bearbeiten] Andere Zeitformen
Weitere Formen wie das Plusquamperfekt, das Futur II, die Verlaufsformen oder die Konjunktivformen sind etwas komplizierter. Sie werden unter ein- oder zweimaliger Verwendung des Hilfsverbs -ba (sein) gebildet. Im praktischen Gebrauch werden sie zudem verkĂŒrzt.
[Bearbeiten] Literatur
- Derek Gowlett, Khethiwe Ngwenya, Tessa Dowling: Speak Zulu With Us Beginnerâs Course. African Voices, Cape Town 1999, ISBN 0-620-24425-9.
- Derek Gowlett, Khethiwe Ngwenya, Tessa Dowling: Speak Zulu With Us Intermediate To Advanced. African Voices, Cape Town, 2001, ISBN 0-620-27725-4.
- George Poulos, Christian T. Msimang: A Linguistic Analysis of Zulu. Via Afrika, Cape Town 1998, ISBN 0-7994-1526-X.
- C. M. Doke: English-Zulu/Zulu-English Dictionary. Witwatersrand University Press, Johannesburg 1990, ISBN 1-86814-160-8.
- Gilles-Maurice de Schryver u.a.: Isichazamazwi Sesikole: isiZuluâisiNgisi / Oxford Bilingual School Dictionary: Zulu and English. Oxford University Press, 2010, ISBN 0-19-576554-0.
[Bearbeiten] Weblinks
- WebprĂ€senz des âPan South African Language Boardâ
- Freie und gratis Zulu RechtschreibprĂŒfung fĂŒr OpenOffice, Mozilla Firefox und Mozilla Thunderbird
[Bearbeiten] Software in Zulu
- Mozilla Firefox - Web-Browser
- Mozilla Thunderbird - E-Post-Programm
- OpenOffice.org - BĂŒrosoftware
- Translate.org.za - Ein Projekt, um freie und gratis Open-Source-Software in Zulu und andere sĂŒdafrikanischen Sprachen zu ĂŒbersetzen
- Pootle - Online Ăbersetzungen von Zulu Open-Source-Software
[Bearbeiten] WörterbĂŒcher
- isiZulu.net â abfragbares Online-Wörterbuch Zulu/Englisch
- Websterâs â Wortliste Zulu/Englisch
[Bearbeiten] Sprache und Kultur
- http://www.lmp.ucla.edu/Profile.aspx?LangID=23&menu=004
- http://www.cyberserv.co.za/users/~jako/lang/isizulu/index.htm
- http://www.travlang.com/languages/
- www.iafrika-ubuntu.de
[Bearbeiten] Zeitungen
[Bearbeiten] Radio
- Ukhozi FM â mit Internetstream









