Vereinigte Staaten
| United States of America Vereinigte Staaten von Amerika |
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| Wahlspruch: E Pluribus Unum (âaus vielen Einsâ, nie offiziell anerkannt) In God We Trust (âAuf Gott vertrauen wirâ, seit 1956) |
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| Amtssprache | de jure: keine de facto: Englisch[1] |
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| Hauptstadt | Washington, D.C. | ||||
| Staatsform | prÀsidiale Bundesrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | PrÀsident Barack Obama | ||||
| FlĂ€che | 9.629.091 (UN 2007)[2] kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 311.484.627 (4. Juni 2011)[3] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 32 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| Bevölkerungsentwicklung | âČ +0,66 %[4] pro Jahr | ||||
| Bruttoinlandsprodukt | 2009 | ||||
| Human Development Index | 0,910 (4.)[5] | ||||
| WĂ€hrung | 1 US-Dollar (USD, $) = 100 Cent (Âą) | ||||
| GrĂŒndung | 1787/89 (Verfassung) | ||||
| UnabhĂ€ngigkeit | 4. Juli 1776 (von GroĂbritannien) | ||||
| Nationalhymne | The Star-Spangled Banner | ||||
| Nationalfeiertag | 4. Juli (Independence Day) | ||||
| Zeitzone | UTCâ5 bis UTCâ10 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | USA | ||||
| ISO 3166 | USA | ||||
| Internet-TLD | .us, .gov, .mil | ||||
| Telefonvorwahl | +1 (siehe NANP) | ||||
Die Vereinigten Staaten (englisch United States, kurz U.S.), in amtlicher Langform Vereinigte Staaten von Amerika (United States of America; abgekĂŒrzt USA), nichtamtlich auch Amerika (engl. America), sind ein Staat in Nordamerika, der 50 Bundesstaaten umfasst. Mit Hawaii und kleineren AuĂengebieten haben die USA auch Anteil an Ozeanien. Die Hauptstadt ist Washington, D.C., gröĂte Stadt ist New York.
Die Vereinigten Staaten sind der drittgröĂte Staat der Erde sowohl gemessen an der FlĂ€che (nach Russland und Kanada) als auch an der Bevölkerung (nach China und Indien). Eine formale Amtssprache gibt es auf Bundesebene nicht (jedoch in 31 Bundesstaaten), doch herrscht Englisch (siehe dazu auch Amerikanisches Englisch) vor; im SĂŒdwesten ist zusĂ€tzlich Spanisch verbreitet.
Die Vereinigten Staaten gingen aus den dreizehn Kolonien hervor, die sich 1776 unabhĂ€ngig vom Mutterland GroĂbritannien erklĂ€rten und sich 1787 ihre an aufklĂ€rerischen Prinzipien orientierte bundesstaatliche Verfassung gaben. Durch territoriale Expansion in Nordamerika und eine kontinuierliche Einwanderung vor allem aus Europa gewannen die USA seit Ende des 19. Jahrhunderts an weltpolitischem Einfluss. In den beiden Weltkriegen nahmen sie eine zentrale Rolle ein. Seit dem Zerfall der Sowjetunion gelten die Vereinigten Staaten als einzige verbliebene Supermacht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Grenzen und Ausdehnung
Die USA haben eine gemeinsame Grenze mit Kanada, die insgesamt 8895 Kilometer lang ist (wobei sich allein 2477 kilometer zwischen Alaska und Kanada erstrecken), und eine mit Mexiko, die 3326 Kilometer lang ist. Die GesamtlĂ€nge der US-Landesgrenzen betrĂ€gt 12.221 Kilometer. Die KĂŒstenlinie an Atlantik, Pazifik und Golf von Mexiko umfasst insgesamt 19.924 Kilometer.
Der Staat umfasst eine LandflĂ€che von 9.161.924 kmÂČ, hinzu kommen 664.706 kmÂČ[6] WasserflĂ€chen, so dass sich ein Staatsgebiet von 9.826.630 kmÂČ ergibt.
Die Nord-SĂŒd-Ausdehnung zwischen der kanadischen und der mexikanischen Grenze betrĂ€gt etwa 2500 Kilometer, die Ausdehnung zwischen Atlantik und Pazifik rund 4500 Kilometer. Der Hauptteil des Landes liegt etwa zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen LĂ€ngengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt (siehe Zeitzonen in den Vereinigten Staaten).
[Bearbeiten] Geologie und Landschaftsgliederung
Das Gebiet weist eine deutliche Gliederung auf. So erstrecken sich GebirgszĂŒge wie die vulkanische Kaskadenkette, die Faltengebirge der Rocky Mountains und der Appalachen von Nord nach SĂŒd. WĂ€hrend auf ihrer Wetterseite ausgedehnte WĂ€lder bestehen, erstrecken sich in ihrem Windschatten riesige Trockengebiete mit WĂŒsten- oder Graslandschaften (PrĂ€rien). Die Flusssysteme der Vereinigten Staaten, wie die des Mississippi und Missouri ermöglichten schon frĂŒh eine dichte Besiedlung, wĂ€hrend die umgebenden trockenen Regionen bis heute dĂŒnn besiedelt sind.
[Bearbeiten] Klima
Wichtigster Einflussfaktor des Klimas ist der polare Jetstream (Polarfrontjetstream), der umfangreiche Tiefdruckgebiete vom Nordpazifik bringt. Verbinden sich die Tiefs mit denjenigen von der atlantischen KĂŒste, bringen sie im Winter als Norâeasters schwere SchneefĂ€lle. Da kein Gebirgszug westostwĂ€rts verlĂ€uft, bringen WinterstĂŒrme oftmals groĂe Schneemengen weit in den SĂŒden, wĂ€hrend im Sommer die Hitze weit nordwĂ€rts bis nach Kanada reicht.
Die Gebiete zwischen den GebirgszĂŒgen weisen dementsprechend hohe Temperaturextreme auf, dazu eine mehr oder minder groĂe Trockenheit, die nach SĂŒden und Westen zunimmt. Die PazifikkĂŒste hingegen ist im Norden ein sehr regenreiches, hĂ€ufig nebliges Gebiet. Das Gebiet um den Golf von Mexiko ist bereits subtropisch mit hohen Temperaturen im Sommer und hĂ€ufig hoher Luftfeuchtigkeit. Zudem wird das Gebiet hĂ€ufig von tropischen Wirbelströmen erreicht.
In Alaska herrscht arktisches Klima, die Gebirge sind zugleich die höchsten der USA (Mount McKinley, 6195 Meter). Hawaii, dessen Mauna Kea 4205 Meter hoch ist, weist hingegen tropisches Klima auf.
[Bearbeiten] Flora und Fauna
Die Gebiete an der OstkĂŒste bis zu den GroĂen Seen waren bis ins 19. Jahrhundert sehr stark bewaldet, die WestkĂŒste im Bereich des gemĂ€Ăigten Regenwalds von mitunter extrem hohen BĂ€umen mit Wuchshöhen von ĂŒber 100 Meter. Von diesen FlĂ€chen sind nur wenige, wie die Redwoods oder der Hoh-Regenwald geblieben. GroĂe FlĂ€chen wurden zu Ackerland umgewandelt oder bebaut, den ĂŒberwiegenden Teil nehmen heute NutzwĂ€lder ein. Die Artenvielfalt der trockeneren Graslandschaften wurde im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung ebenfalls stark reduziert. Schutzgebiete und -maĂnahmen fĂŒhrten jedoch dazu, dass viele der ĂŒber 17.000 GefĂ€Ăpflanzenarten gerettet werden konnten. Allein Hawaii weist 1800 BlĂŒtenpflanzen (Bedecktsamer) auf, von denen zahlreiche endemisch sind.[7]
Rund 400 SĂ€ugetier-, 750 Vogel- und 500 Reptilien- und Amphibienarten sowie weit ĂŒber 90.000 Insektenarten bilden einen Teil der Fauna,[8] wobei seit 1973 ein eigenes Gesetz bedrohte Arten schĂŒtzt. 58 Nationalparks und mehrere hundert weitere Schutzgebiete weisen ĂŒberwiegend eine starke Artenvielfalt auf, die in deutlichem Kontrast zu den weitverbreiteten Monokulturen steht.
[Bearbeiten] BallungsrÀume
Fast 80 Prozent der US-Amerikaner lebten im Jahr 2000 in stĂ€dtischen Gebieten.[9] 2006 hatten 254 Orte mehr als 100.000 Einwohner und es gab 50 Metropolregionen mit mehr als eine Million Einwohner (bei nur neun StĂ€dten). Die gröĂten Metropolregionen waren 2006 New York (18,6 Millionen), Los Angeles (13 Millionen), Chicago (9,5 Millionen), Dallas (6 Millionen), Philadelphia (5,8 Millionen), Houston (5,5 Millionen) und Phoenix (4 Millionen). Die HauptballungsrĂ€ume lagen zwischen New York und den GroĂen Seen, in Kalifornien und Arizona sowie in Texas und in geringerem MaĂe in Florida.
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Ethnien und Einwanderergruppen
Die Indianer (âNative Americansâ oder âAmerican Indiansâ) stellen heute nur noch rund ein Prozent der Bevölkerung. Einzig in Alaska erreichen sie einen zweistelligen Prozentanteil an der Bevölkerung. Weitere Schwerpunkte bilden Kalifornien, Arizona, New Mexico, South Dakota und Oklahoma. Die Indianer bilden keine Einheit; Kultur, Sprache und Religion unterscheiden sich von Volk zu Volk. Insgesamt gibt es 562 anerkannte StĂ€mme (tribes), hinzu kommen 245 Gruppen, die derzeit nicht als Stamm anerkannt sind.
Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren EuropĂ€er, zunĂ€chst vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Zu ihnen kamen ab dem 17. Jahrhundert Einwanderer aus Westafrika, mehrheitlich unfreiwillig als Sklaven. Ab Mitte des 18. und verstĂ€rkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten EuropĂ€er deutschsprachiger und irischer Herkunft. SpĂ€ter kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas dazu, vor allem Italiener, Skandinavier und OsteuropĂ€er, einschlieĂlich osteuropĂ€ischer Juden. In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts kam es zur Immigration aus Ostasien und dem Nahen Osten. Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenĂŒber Asiaten besonders restriktiv.
Die Amerikaner mit europĂ€ischen Vorfahren bilden heute 74 Prozent der Gesamtbevölkerung. Afroamerikaner stellen etwas mehr als 13 Prozent. Sie leben vor allem im SĂŒden und in den groĂen IndustriestĂ€dten des Nordens. Asiatische Einwanderer, zu groĂen Teilen aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen, stellen rund vier Prozent. WĂ€hrend der VolkszĂ€hlung im Jahr 2000 gaben etwa 42,8 Millionen Personen eine deutsche Herkunft an.[10]
Es bestehen groĂe Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weiĂer und schwarzer Bevölkerung. Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kĂŒrzere Lebenserwartung und eine schlechtere Ausbildung. Sie sind sowohl hĂ€ufiger Opfer als auch TĂ€ter in einem Tötungsdelikt und werden hĂ€ufiger zum Tode verurteilt. Die Ursachen dafĂŒr und mögliche Wege der Problembehebung sind umstritten. Nicht nur in den SĂŒdstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen â wie Kirchen oder private Organisationen â oft faktisch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist.
Vor allem im SĂŒdwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer Herkunft, die dort pauschal als âHispanicsâ oder âLatinosâ bezeichnet werden. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 Prozent), da viele Lateinamerikaner vor wirtschaftlicher Not in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
[Bearbeiten] Sprachen
Die meistgesprochene Sprache der USA ist amerikanisches Englisch. Daneben werden noch viele Sprachen der Indianer bzw. Hawaiier und die Sprachen von Immigranten gesprochen. Insgesamt stellte der letzte Zensus 382 Sprachen fest, von denen 169 indianische sind. Letztere weisen allerdings nur etwa 400.000 Sprecher auf, davon etwa die HĂ€lfte Navajo. Allein im Apache County in Arizona zĂ€hlte man 37.000, im McKinley County in New Mexico 33.000. 227 Millionen Einwohner sprechen ausschlieĂlich Englisch, alle anderen Sprachen zusammen machen mehr als 60 Millionen Sprecher aus.[11] Besonders hoch ist der Spanisch sprechende Anteil, wobei viele Einwanderer nur ihre spanische Muttersprache sprechen und zunehmend eigene Viertel in StĂ€dten bewohnen (zum Beispiel East Los Angeles). In Kalifornien betrĂ€gt ihr Anteil rund 30 %, wobei viele von ihnen zweisprachig sind. Etwa 30 bis 40 Millionen leben in den USA, viele ohne gĂŒltige Aufenthaltstitel. WĂ€hrend es im 19. Jahrhundert viele Zeitungen in deutscher Sprache gab, ist Spanisch die Sprache, in der heute Zeitungen am zweithĂ€ufigsten erscheinen.
Neben Deutsch (â Deutschamerikaner) sind auch Französisch, Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch und Polnisch verbreitet. Vor allem in FĂ€llen, wo die Vermischung mit der ĂŒbrigen Bevölkerung gering ist, wird die mitgebrachte Sprache in den folgenden Generationen beibehalten (zum Beispiel von den Amischen in Pennsylvania, Ohio, Indiana und Illinois).
Trotz gewisser VorzĂŒge einer gemeinsamen Sprache haben die USA keine einheitliche Amtssprache festgelegt. Alle amtlichen SchriftstĂŒcke werden jedoch auf Englisch verfasst. In dreiĂig Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache; einzelne Staaten und Territorien definieren sich als zwei- oder dreisprachig, wie etwa Hawaii, Guam oder Puerto Rico. Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische ĂŒbersetzt, jedoch bleibt dieses PhĂ€nomen meist regional beschrĂ€nkt. Knapp 18 % der Amerikaner sprachen im Jahr 2006 zuhause nicht Englisch, 10 % gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an.
1847 gestattete ein Gesetz Französischunterricht in Louisiana, 1849 erkannte die kalifornische Verfassung Spanisch an. Mit dem Sezessionskrieg verschwanden die Rechte der Frankophonen, 1868 empfahl man die Unterrichtung der Indianer auf Englisch, 1896 sollte das auch auf Hawaii gelten. Ab 1879 wurden kalifornische Gesetze nur noch auf Englisch veröffentlicht, wÀhrend des Ersten Weltkriegs wurde der Gebrauch des Deutschen eingeschrÀnkt. Einzelne Staaten, wie Virginia 1981 und Kalifornien 1986, erklÀrten Englisch zur offiziellen Sprache.
Am 8. Mai 2007 wurde dem Senat eine Resolution vorgelegt, nach der Englisch zur âNationalspracheâ erklĂ€rt werden sollte.[12] Dieses Vorhaben scheiterte ebenso wie 2009 in Nashville der Versuch, Englisch zur offiziellen Verwaltungssprache zu machen (mit gewissen Ausnahmen in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit).[13]
[Bearbeiten] Religion
Die Regierung fĂŒhrt kein Register ĂŒber den Religionsstatus der Einwohner. Das United States Census Bureau darf selbst keine Fragen zur Religionszugehörigkeit stellen, veröffentlicht aber die Ergebnisse anderer Umfragen.[14] In einer Umfrage der City University of New York 2001 bezeichneten sich rund 52 % der Bevölkerung als protestantisch, 24,5 % als römisch-katholisch, 14,2 % gaben keine religiöse Ăberzeugung an (rund 5,4 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 1,4 % Juden[15] und 0,5 % Muslime. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhisten (0,5 %), Hindus (0,4 %), Adventisten, Zeugen Jehovas oder Unitarier (0,3 %).[16] Die gröĂte einzelne Konfession ist die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. 4,8 Millionen Mitglieder weist die Evangelical Lutheran Church in America auf.
82 % der Amerikaner bezeichneten sich 2008 als âreligiösâ, 55 % als âsehr religiösâ. Diese Werte sind etwa mit Mexiko vergleichbar. Dabei sind Frauen wesentlich religiöser als MĂ€nner. 54 % beten mindestens einmal am Tag, ein Wert, der in Polen bei 32, in der TĂŒrkei bei 42 und in Brasilien bei 69 % liegt.[17]
[Bearbeiten] Gesellschaftsstruktur
Laut Soziologen wie Dennis Gilbert vom Hamilton College bestand die Gesellschaft 1998 aus sechs sozialen Klassen mit einem bestimmbaren Anteil an der Gesamtbevölkerung: einer Oberklasse (etwa 1 %), die aus den prominentesten, wohlhabendsten und mĂ€chtigsten BĂŒrgern besteht; einer oberen Mittelklasse (etwa 15 %), die aus hochqualifizierten BerufstĂ€tigen wie Ărzten, Professoren, AnwĂ€lten besteht; einer unteren Mittelklasse (etwa 32 %), die aus gut ausgebildeten BerufstĂ€tigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht; einer Arbeiterklasse (etwa 32 %), die aus Industriearbeitern und Lohnarbeitern (Blue-Collars) sowie einfachen Angestellten besteht, deren Arbeit sehr routiniert ist; und schlieĂlich einer Unterklasse (etwa 20 %), die in zwei Gruppen zerfĂ€llt. Ihre obere Gruppe besteht aus den âWorking Poorâ, den arbeitenden Armen, die in schlecht bezahlten Jobs ohne Versicherung oder nur Teilzeit arbeiten. Die untere Gruppe arbeitet nicht und ist auf die â in den USA sehr geringfĂŒgige â öffentliche Wohlfahrt angewiesen (unemployed poor).
AuffĂ€llig ist dabei, dass diese Unterschichten meist in bestimmten Stadtvierteln der GroĂstĂ€dte leben, wĂ€hrend die Mittelklasse in die suburbs, die Vororte ausgewichen ist. Der Armenanteil unter den Schwarzen und Hispanics ist ĂŒberproportional hoch (etwa 30 %).[18]
Zwischen 1977 und 1999 stiegen die Einkommen im reichsten Hundertstel der Bevölkerung nach Steuerabzug um 115 %. Die Reallöhne fĂŒr 60 % der Arbeitnehmer sind in dieser Zeit um 20 % gefallen. Die Zahl der Amerikaner, die in Armut leben, ist 2002 um 1,7 Millionen Menschen auf insgesamt 34,6 Millionen gestiegen. Die Zahl der in extremer Armut lebenden (weniger als die HĂ€lfte der offiziellen Armutsgrenze), stieg von 13,4 Millionen 2001 auf 14,1 Millionen im Jahr 2002 an. Die Armuts- und auch die Kinderarmutsrate variieren stark zwischen ethnischen Gruppen. Im Jahr 2009 waren 7,1 Millionen (18,7 Prozent) der Menschen ĂŒber 65 Jahre von Armut betroffen.[19] Insgesamt lĂ€sst sich konstatieren, dass sich die Kluft zwischen den Ărmsten und der Spitze der Gesellschaft in den letzten Jahren dramatisch geöffnet hat: Die Oberklasse, also das obere 1 % der Bevölkerung besaĂ 2009 nach SchĂ€tzung des Levy Economics Institute des Bard College (USA) 37,1 % des Gesamtvermögens der USA, das ist ein Zuwachs von 3,7 % gegenĂŒber 2001. Den unteren 80% der Bevölkerung gehören dagegen nur 12,3 % des Gesamtvermögens, was einer Abnahme von 3,3 % fĂŒr denselben Zeitraum entspricht.[20]
2010 gab es laut Forbes in den Vereinigten Staaten 412 MilliardÀre (36 % aller MilliardÀre der Welt), womit die USA das Land mit den meisten MilliardÀren der Welt sind.[21] Das reichste Prozent der Bevölkerung erzielte 2005 mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen, das um 37 % höher lag als das der Àrmsten 20 % der Bevölkerung (383 Milliarden Dollar).[22]
[Bearbeiten] Einwanderungspolitik
Von 1951â1960 wanderten jĂ€hrlich 2,5 Millionen Menschen ein, von 1971 bis 1980 4,5 Millionen und in den 1990ern ĂŒber 10 Millionen.[23] 2003 erhielten 463.204 Menschen die US-StaatsbĂŒrgerschaft, 1997 bis 2003 lag der Durchschnitt bei etwa 634.000.
Schon 1790 regelten die USA die Einwanderung mit dem Naturalization Act, einem Gesetz, das die Zuwanderung aus Europa fördern sollte, Schwarze und Unfreie jedoch ausschloss und einen âguten moralischen Charakterâ verlangte. 1882 schloss man Chinesen mit dem Chinese Exclusion Act explizit aus, eine Regelung, die 1943 leicht abgewandelt wiederholt wurde. 1891 entstand eine Einwanderungskommission, die jĂ€hrlich LĂ€nderquoten festlegte.
1921 regelte der Emergency Quota Act erstmals die Einwanderung so, dass Nord- und WesteuropĂ€er bevorzugt wurden, indem man ihren Bevölkerungsanteil entsprechend der VolkszĂ€hlung einfror â eine Tendenz, die mit dem Immigration Act von 1924 verfestigt wurde.[24]
Erst ab 1965 wurde der Zeitpunkt der Antragstellung und die Weltregion berĂŒcksichtigt, dazu kamen FĂ€lle der FamilienzusammenfĂŒhrung. Seit 1978 gilt fĂŒr die Einwanderung in die USA eine einheitliche Quote. 1970 waren noch 62 % der im Ausland geborenen Amerikaner EuropĂ€er, doch sank dieser Anteil bis 2000 auf 15 %.[25]
Inzwischen sind die Hispanics die gröĂte Minderheit; von den 35,2 Millionen des Jahres 2000 stammten allein 20 Millionen aus Mexiko.[26] Die SchĂ€tzungen ĂŒber die illegalen Einwanderer schwanken zwischen 7 und 20 Millionen,[27] die meisten schĂ€tzen ihre Zahl auf rund 12 Millionen.[28] Pro Jahr ĂŒberqueren Zehntausende illegal die SĂŒdgrenze. Die staatliche Kommission fĂŒr Menschenrechte in Mexiko gab an, dass allein 2007 500 Illegale beim Versuch, die Grenze zu ĂŒberqueren, ums Leben kamen â hĂ€ufig durch Verdursten. 1995 bis 2007 seien es 4700 Mexikaner gewesen.[29]
Um die illegale Einwanderung aus Mexiko zu bekĂ€mpfen, unterzeichnete PrĂ€sident Bush im Oktober 2006 ein Gesetz, das die Errichtung einer 1100 Kilometer langen Grenzbefestigung vorsah. [30] Zudem wurde die UnterstĂŒtzung illegaler Einwanderer strafbar.
Schon 1954 hatte die Regierung versucht, mit der Operation Wetback 1,2 Millionen Hispanics abzuschieben â wobei sich das Schimpfwort âWetbackâ (deutsch NassrĂŒcken) von den Mexikanern ableitete, die durch den Rio Grande geschwommen waren.[31] 1965 wurde die mexikanische Einwanderung eingeschrĂ€nkt, mit dem Immigration Reform and Control Act von 1986 wurden erstmals illegale Einwanderer legalisiert.
[Bearbeiten] KriminalitÀt und Justiz
Laut des US Census Bureau verzeichnet die KriminalitĂ€tsrate in den Vereinigten Staaten seit einigen Jahren eine leichte Zunahme. Lag sie 2004 bei 463 und 2005 bei 469 gewalttĂ€tigen Straftaten pro 100.000 Einwohner, so stieg sie im Jahre 2006 auf 474 an. Damit liegt die KriminalitĂ€tsrate jedoch niedriger gegenĂŒber dem Jahr 2000, in dem sich 507 gewalttĂ€tige Straftaten pro 100.000 Einwohner ereigneten. Die Anzahl der vorsĂ€tzlichen Tötungen, also Mord und Totschlag zusammengefasst, liegt seit 2000 stabil zwischen 16.000 und 17.000 pro Jahr.[32]
Die USA haben weltweit sowohl absolut als auch relativ zur Bevölkerung die gröĂte GefĂ€ngnispopulation.[33] 2008 befanden sich ĂŒber 2,4 % der Bevölkerung der USA entweder im GefĂ€ngnis (2,3 Millionen) oder sie waren zur BewĂ€hrung (4,3) oder zur Haftaussetzung (0,828) auf freiem FuĂ.[34] Bis zum Jahr 2011 stieg die Zahl der Gefangenen auf ĂŒber 2,4 Millionen.[35] Damit stehen die Vereinigten Staaten im VerhĂ€ltnis von GefĂ€ngnisinsassen zur Einwohnerzahl mit Abstand weltweit an der Spitze. Die KriminalitĂ€tsrate blieb hingegen zunĂ€chst konstant und nahm spĂ€ter sogar ab.
WÀhrend der 60er Jahre war der Anteil der Strafgefangenen um etwa ein Prozent jÀhrlich gesunken und erreichte 1975 mit 380.000 seinen Tiefststand. Seit etwa 1980 stiegen die Zahlen deutlich an, so dass es 1985 bereits 740.000 gab, und Ende 1998 gar zwei Millionen.
Zwei Drittel der Strafgefangenen stammen dabei aus Haushalten, die weniger als die HĂ€lfte der als Armutsschwelle definierten Einkommen zur VerfĂŒgung hatten.[36][37][38]
2000 waren in den USA 133.610 Personen unter 18 Jahren in Haftanstalten und Jugendhaftanstalten untergebracht. Die StrafmĂŒndigkeit setzt in den Vereinigten Staaten weitaus frĂŒher ein als in Deutschland. In vielen Bundesstaaten können bereits 7-JĂ€hrige beim VerstoĂ gegen ein Strafgesetz zur Verantwortung gezogen werden, in den meisten 11-jĂ€hrige.[39] 2005 wurden 1.403.555 Unter-18-JĂ€hrige verhaftet.[40] 2003 war es in 33 Bundesstaaten möglich, geisteskranke Kinder und Jugendliche auch dann in Haft unterzubringen, wenn diese nicht gegen das Strafrecht verstoĂen hatten.[41]
Lateinamerikaner, Indianer und Afroamerikaner haben einen Anteil von 26 % an der Gesamtbevölkerung, stellen aber mehr als 60 Prozent der HĂ€ftlinge. Die Afroamerikaner, 12,8 Prozent der Gesamtbevölkerung, stellen die HĂ€lfte der GefĂ€ngnisinsassen und werden unverhĂ€ltnismĂ€Ăig hoch bestraft. 95 % aller wegen Kapitalverbrechen Angeklagten sind zu arm, um sich eine adĂ€quate Verteidigung zu leisten.[35]
Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten der westlichen Welt wird in zahlreichen Bundesstaaten der USA die Todesstrafe vollstreckt, was seit Jahren umstritten ist, auch in den USA selbst. Insgesamt 16 Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt Illinois. Das entsprechende Gesetz wurde am 9. MĂ€rz 2011 vom Gouverneur von Illinois, Pat Quinn, unterzeichnet[42] und trat am 1. Juli 2011 in Kraft.[43] In den ĂŒbrigen Bundesstaaten kommt es weiterhin monatlich zur Vollstreckung von Todesurteilen, selbst an Menschen mit geistigen Behinderungen und solchen, die zum angeklagten Tatzeitpunkt minderjĂ€hrig waren. In den Todeszellen befinden sich mehr als 3200 MĂ€nner und Frauen, fast 42 % sind Afroamerikaner, bei einem Bevölkerungsanteil von 12,8 %.[35]
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] FrĂŒhgeschichte und Kolonialisierung
In Alaska reichen die Ă€ltesten gesicherten menschlichen Spuren 12.000 bis 14.000 Jahre zurĂŒck. Als Ă€lteste Kultur galt lange die Clovis-Kultur, doch die Funde in den Paisley-Höhlen, die rund ein Jahrtausend vor den Clovis-Funden liegen, zeigten, dass Nordamerika schon frĂŒher bewohnt war. Als Ă€lteste menschliche Ăberreste gelten die Relikte der ĂŒber 10.500 Jahre alten Buhl-Frau aus Idaho. An diese frĂŒhe Phase, die durch den Kennewick-Mann, der genetisch nicht zu den amerikanischen Völkern passt, neu diskutiert werden musste, schloss sich die Archaische Periode an.
Zwischen 4000 und 1000 v. Chr. entwickelten sich der Gebrauch von Keramik, Ackerbau und verschiedene Formen abgestufter Sesshaftigkeit. Die Jagdtechniken wurden durch Atlatl und spĂ€ter durch Pfeil und Bogen wesentlich verbessert. Bevölkerungsverdichtungen traten in Nordamerika um die GroĂen Seen, an der pazifischen KĂŒste um Vancouver Island, am Mississippi und an vielen Stellen der AtlantikkĂŒste sowie im SĂŒdwesten auf.
Im Einzugsgebiet der Adena- und der Mississippi-Kultur entstanden komplexe Gemeinwesen, die jedoch kurz vor Ankunft der ersten EuropĂ€er untergegangen sind. Sie strahlten bis weit in den Norden und Westen aus. Im SĂŒdwesten entstanden Lehmbausiedlungen mit bis zu 500 RĂ€umen. Diese Pueblo-Kultur ging auf die Basketmaker zurĂŒck, die bereits Mais anbauten. Um die GroĂen Seen entwickelten sich befestigte GroĂdörfer und dauerhafte Konföderationen. Diese Gruppen betrieben, Ă€hnlich wie im Westen, Mais- und KĂŒrbisanbau sowie einen ausgedehnten Fernhandel â etwa mit Kupfer und bestimmten Gesteinsarten, die fĂŒr Jagdwaffen und Schmuck von Bedeutung waren â, der sich in British Columbia ab 8000 v. Chr. nachweisen lĂ€sst.
Eingeschleppte Krankheiten dezimierten die Bevölkerung in einem schwer zu bemessenden AusmaĂ. Viele Gruppen verschwanden durch eingeschleppte Seuchen, ohne dass ein EuropĂ€er sie ĂŒberhaupt zu Gesicht bekommen hatte. Nach dem Anthropologen Alfred Kroeber schĂ€tzte man die Bevölkerung nördlich des Rio Grande auf nur eine Million Menschen. Diese SchĂ€tzungen wurden bereitwillig aufgegriffen, da sie den Mythos aufrechterhielt, die WeiĂen hĂ€tten einen weitgehend menschenleeren Kontinent erobert. Das als eher vorsichtig bekannte Smithsonian Institute hat seine SchĂ€tzung fĂŒr Nordamerika auf drei Millionen Menschen verdreifacht. Wie stark die Diskussion in Bewegung geraten ist, zeigt die These, die riesigen BĂŒffelherden seien Weidetiere der Indianer gewesen, die GröĂe der Herden stellte demzufolge kein natĂŒrliches Gleichgewicht dar, sondern beruhte auf Ăbervermehrung nach dem starken RĂŒckgang der menschlichen Population.
Trotz der nicht zu ĂŒberschĂ€tzenden Wirkung der Epidemien â schon Hernando de Soto schleppte verheerende Krankheiten in das Gebiet zwischen Mississippi und Florida ein, 1775 verheerte eine Pockenepidemie die PazifikkĂŒste â sollten die Auswirkungen der Kriege nicht unterschĂ€tzt werden. Die verlustreichsten Kriege im Osten dĂŒrften der Tarrantiner-Krieg (1607â1615), die beiden Powhatankriege (1608â1614 und 1644â1646), der Pequot- (1637), der König-Philips-Krieg (1675â1676), die Franzosen- und Indianerkriege (1689â1697, 1702â1713, 1744â1748, 1754â1763) sowie die drei Seminolenkriege (1817â1818, 1835â1842 und 1855â1858) gewesen sein. Dazu kamen die stammesĂŒbergreifenden AufstĂ€nde, die von den HĂ€uptlingen Pontiac (1763â1766) und des Tecumseh (ca. 1810â1813) gefĂŒhrt wurden. Die Franzosen standen von etwa 1640 bis 1701 in den Biberkriegen, dann in vier Kriegen mit den Natchez (1716â1729), die NiederlĂ€nder im Wappinger-Krieg und in den Esopuskriegen (1659â1660 und 1663â1664), die Spanier 1680 gegen die Pueblos im SĂŒdwesten und in zahlreichen weiteren KĂ€mpfen. Im Westen der USA waren es vor allem die KĂ€mpfe unter Cochise (1861â1874), der Sioux- (1862) und der Lakotakireg (1866â1867), oder der der Apachen unter Geronimo (bis 1886), die bekannt wurden. Ebenso bekannt wurden einzelne Schlachten, wie die am Little Bighorn oder das Massaker von Wounded Knee (1890).
Ganz andere FernverĂ€nderungen löste der Pelzhandel aus. Dieser Handel wirkte einerseits auf die StĂ€mme, die als JĂ€ger und Anbieter auftraten, aber auch auf deren nahe und ferneren Nachbarn, sei es durch den Erwerb von Waffen und damit zusammenhĂ€ngende Machtverschiebungen, sei es durch die Entwicklung von Handelsmonopolen der in der NĂ€he der HandelsstĂŒtzpunkte (Forts) lagernden StĂ€mme, sei es durch Auslösung von umfassenden Völkerwanderungen, wie durch die Irokesen. Auch wurde die Stellung der FĂŒhrungsgruppen vom Pelzhandel abhĂ€ngig.
[Bearbeiten] Von der ersten Kolonisierungsphase bis zur UnabhÀngigkeit
Die erste europĂ€ische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in St. Augustine in Florida gegrĂŒndet. Die erste englische Kolonie war Jamestown in Virginia, das 1607 entstand, kurz nachdem Franzosen eine erste Kolonie im spĂ€teren Kanada gegrĂŒndet hatten. Die Ankunft des Auswandererschiffs âMayflowerâ in Plymouth Colony (spĂ€ter mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefĂŒgt) im Jahr 1620 gilt als wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien am Delaware und niederlĂ€ndische Siedlungen um New York (Nieuw Amsterdam) wurden von England ĂŒbernommen.
Dauerhafte politische Bedeutung konnten auĂer den Briten nur Franzosen und Spanier erringen. FĂŒr Spanien hatte seine Kolonie Florida nur eine sekundĂ€re Funktion im Vergleich zu seinen groĂen Besitzungen in Mittel- und SĂŒdamerika. Frankreich wiederum beschrĂ€nkte sich bei der Besiedlung auf sein koloniales Kerngebiet am Sankt-Lorenz-Strom (Neufrankreich), wobei es dennoch ein starkes wirtschaftliches Interesse an seinen ĂŒbrigen Territorien zwischen dem Mississippi und den dreizehn Kolonien der Briten behielt. Um die Pelzhandelswege zu decken, wurden diese ansonsten nicht von EuropĂ€ern besiedelten Gebiete durch ein System von Forts und BĂŒndnissen geschĂŒtzt. Die britischen Kolonien hingegen standen unter einem hohen Einwanderungsdruck, was zu einer bestĂ€ndigen Verschiebung der Siedlungsgrenze nach Westen fĂŒhrte. Das geschah sowohl nach staatlichem Plan (durch eine einzelne Kolonie) als auch in wilder Kolonisation gegen britischen und indianischen Widerstand.
Im Franzosen- und Indianerkrieg von 1754 bis 1763 prallten die gegensĂ€tzlichen Interessen aufeinander. Der Konflikt stellte dabei einen Nebenschauplatz in der globalen Auseinandersetzung zwischen GroĂbritannien und Frankreich dar, dem SiebenjĂ€hrigen Krieg. Die meisten IndianerstĂ€mme kĂ€mpften auf Seiten der Franzosen.
Der britischen Seite fielen im Friedensschluss von 1763 die gesamten französischen Territorien östlich des Mississippi (auĂer New Orleans) sowie die von Franzosen besiedelten Gebiete um QuĂ©bec und Montreal zu. Spanien hatte sich im Verlauf des Krieges auf die Seite seiner französischen Verwandten geschlagen. Nach dem Krieg musste es Florida an die Briten abtreten und erhielt als Ausgleich das bisher französische Gebiet westlich des Mississippi.
Die Regierung in London verlangte, dass die Kolonisten einen höheren Anteil an den Kosten der Nachkriegsordnung tragen sollten, zugleich versuchte sie, um Konflikte zu vermeiden, die wilde Siedlung nach Westen zu verhindern. Die Kolonien wehrten sich gegen die Besteuerung und argumentierten, dass diese gegen englisches Recht verstoĂe, wonach es âkeine Besteuerung ohne politische ReprĂ€sentationâ (âno taxation without representationâ) geben dĂŒrfe. Damit erklĂ€rten die Siedler faktisch das britische Parlament fĂŒr nicht weisungsberechtigt (nicht aber die Krone). Zudem verlangte das Mutterland zwar eine höhere Besteuerung, doch blockierte es die Entwicklung von wirtschaftspolitischen Instrumenten wie eine eigene WĂ€hrungsemission, was zu einer finanziellen StĂ€rkung der Kolonien notwendig gewesen wĂ€re. Das Parlament handelte so, weil es einer amerikanischen Staatsbildung nicht Vorschub leisten wollte, schuf damit jedoch einen Widerspruch. DarĂŒber hinaus erbitterten verschiedene als ungerecht empfundene Steuern (auf Stempel, Zucker, Tee) die Kolonisten. Es kam zu Boykotten und Widerstandsaktionen, wie der Boston Tea Party, die einen ersten Höhepunkt im Massaker von Boston fand. London stationierte schlieĂlich mehr Soldaten, was die separatistischen Tendenzen in den dreizehn Kolonien weiter anfachte.
Ein Versuch britischer Soldaten, ein koloniales Waffenlager auszuheben, war schlieĂlich 1775 der Auslöser des UnabhĂ€ngigkeitskrieges. Ein Kontinentalkongress trat zusammen, der das militĂ€rische Oberkommando George Washington ĂŒbertrug. Am 4. Juli 1776 wurde die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung verkĂŒndet. Nicht zuletzt durch die militĂ€rische UnterstĂŒtzung Frankreichs zwangen die Amerikaner 1783 das britische Empire zur Anerkennung ihrer staatlichen SouverĂ€nitĂ€t im Frieden von Paris.
[Bearbeiten] Von der UnabhĂ€ngigkeit bis zum BĂŒrgerkrieg
Die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel hatten sich als unzureichend erwiesen, um das Ăberleben des jungen Staatenbundes zu gewĂ€hrleisten. Daher wurde 1787 in Philadelphia die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet, die heute die Ă€lteste noch gĂŒltige republikanische Staatsverfassung ist â abgesehen von der noch heute gĂŒltigen Verfassung der Republik San Marino aus dem Jahre 1600. Erster PrĂ€sident der Vereinigten Staaten wurde George Washington, der General des UnabhĂ€ngigkeitskrieges.
Der neugegrĂŒndete Staat trug an zwei Hypotheken: einerseits die weitere Landnahme zu Lasten der Indianer, andererseits die Auseinandersetzung um die Sklaverei,[44] die spĂ€ter den Kampf um die BĂŒrgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Zur Zeit des UnabhĂ€ngigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen WeiĂe und 500.000 versklavte Schwarze in den dreizehn Kolonien.
Durch den âLouisiana Purchaseâ, den Erwerb des Louisiana-Territoriums (nicht identisch mit dem heutigen Staat) 1803 verdoppelten die USA ihr Gebiet. WĂ€hrend der europĂ€ischen Koalitionskriege war das Territorium von Spanien zurĂŒck an Frankreich gefallen, doch sah der in finanziellen Nöten steckende NapolĂ©on keine Möglichkeit zur Wiedererrichtung des französischen Ăberseeimperiums und verkaufte daher das Gebiet zwischen Mississippi und Rocky Mountains fĂŒr 15 Millionen Dollar. Schon seit 1803 traten die ersten Staaten aus dem Northwest Territory den USA bei und ab 1813 folgten Teile des Louisiana-Gebiets.
Die USA verfolgten gegenĂŒber Frankreich und GroĂbritannien zunĂ€chst einen NeutralitĂ€tskurs. Jedoch fĂŒhrten die Amerikaner im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 einen Kampf um das weiterhin britische Kanada. Dieser endete jedoch unentschieden, so dass die Grenzziehung zwischen den USA und dem spĂ€teren Kanada von diesem Zeitpunkt an im Osten abgeschlossen war. Die frĂŒhe amerikanische AuĂenpolitik wurde ansonsten von der 1823 verkĂŒndeten Monroe-Doktrin des PrĂ€sidenten James Monroe geprĂ€gt. Diese sagte aus, dass sich die europĂ€ischen MĂ€chte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten.
Die Indianerpolitik wurde ab 1820 aggressiver: Mit dem Indian Removal Act und dem darauf folgenden Pfad der TrĂ€nen wurde eine Jahrzehnte dauernde gewaltsame Landnahme und Besiedlung durchgefĂŒhrt, was zu erneuten KĂ€mpfen fĂŒhrte. Die Indianer wurden in Reservate abgeschoben. Einer der wenigen Siege fĂŒr die Indianer war die Schlacht am Little Bighorn 1876, die jedoch politisch bedeutungslos blieb. Die Indianerkriege endeten 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee. Im Jahr 1900 lebten weniger als eine Viertelmillion Indianer, wozu nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten beigetragen hatten. Erst 1924 erhielten die Indianer volle BĂŒrgerrechte.
Das zweite zentrale Thema der amerikanischen Politik bis 1865 war die Sklavenfrage. Die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Ăbersee wurde 1808 gesetzlich verboten. Durch das weitlĂ€ufige Umgehen dieses Verbotes durch die SklavenhĂ€ndler[45] und natĂŒrliches Bevölkerungswachstum hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 jedoch trotzdem auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die SĂŒd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte und die Anzahl der Sklaven langsam abnahm,[46] wĂ€hrend die Besitzer der riesigen Reis- und Baumwollplantagen in den SĂŒdstaaten weiterhin Sklaverei in wachsendem AusmaĂ betrieben. Neue Staaten aus den erworbenen Territorien wurden nur paarweise aufgenommen, um das labile Gleichgewicht nicht zu gefĂ€hrden. Die Sklaverei stand im Widerspruch zur UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, nach der âalle Menschen gleich geschaffenâ sind. Daher gewannen im Norden Bewegungen wie der Abolitionismus, der die Abschaffung der Sklaverei forderte, starken Zulauf. Der Krieg gegen Mexiko (1846â1848) brachte den USA einen weiteren FlĂ€chengewinn, der den heutigen SĂŒdwesten ausmacht. Er verstĂ€rkte aber auch die innenpolitischen Spannungen, da die Nordstaaten ihn teilweise als Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen.
Nachdem 1860 Abraham Lincoln fĂŒr die neu gegrĂŒndete Partei der Republikaner zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt worden war, traten elf SĂŒdstaaten aus der Union aus. Das bedeutete den Beginn des Sezessionskrieges (1861â1865). Dabei stand zunĂ€chst die Verfassungsfrage im Vordergrund, ob die Bundesregierung ĂŒberhaupt das Recht habe, ĂŒber elementare Sachfragen in den Bundesstaaten zu entscheiden. Die Nordstaaten gingen als Sieger aus dem BĂŒrgerkrieg hervor und die Sklaverei wurde gesetzlich abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal die vollen BĂŒrgerrechte.
[Bearbeiten] Vom BĂŒrgerkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise
1890 wurde die Frontier fĂŒr geschlossen erklĂ€rt. Damit endete die Ăra des âWilden Westensâ. Die Immigration lieĂ nicht nach, so dass zwischen 1880 und 1910 insgesamt 18 Millionen Einwanderer aufgenommen wurden. Die Industrialisierung seit dem Sezessionskrieg fĂŒhrte zur Bildung groĂer Trusts, die durch ihre wirtschaftliche Macht die Politik beeinflussen konnten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, in dessen Folge ab 1911 mehrere GroĂkonzerne, z. B. Standard Oil von John D. Rockefeller und die American Tobacco Company, entflochten wurden.[47]
Infolge des spanisch-amerikanischen Krieges von 1898 konnten die USA ihren Einflussbereich auf die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba ausdehnen. Eine interventionistische Politik betrieb PrĂ€sident Theodore Roosevelt (1901â1909), der eine hegemoniale Machtstellung ĂŒber die lateinamerikanischen Staaten beanspruchte (Big Stick). So lösten die Vereinigten Staaten 1903 Panama aus Kolumbien heraus, um sich von dem neu gebildeten Staat die SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber den Panamakanal abtreten zu lassen.
WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs blieben die Vereinigten Staaten bis 1917 formal neutral, unterstĂŒtzten aber die Entente vor allem durch Nachschublieferungen. Am 1. Februar 1917 erklĂ€rte Deutschland als GegenmaĂnahme den uneingeschrĂ€nkten U-Boot-Krieg, woraufhin die USA am 6. April Deutschland den Krieg erklĂ€rten und am 5. Juni die Wehrpflicht einfĂŒhrten. Das Deutsche Reich sandte nach seinem Sieg ĂŒber Russland die freigewordenen Truppen an die Westfront und trat im FrĂŒhjahr 1918 ein letztes Mal zu einer vergeblichen Offensive an. Die in Frankreich eintreffenden amerikanischen Truppen verschoben die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse endgĂŒltig zugunsten der Alliierten. Nach dem militĂ€rischen Sieg versuchte PrĂ€sident Woodrow Wilson (1913â1921) in Europa eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren, indem er in seinem 14-Punkte-Programm das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbundes initiierte. Dieser Plan schlug fehl: Zum einen verweigerten EnglĂ€nder und Franzosen die DurchfĂŒhrung von Wilsons Plan zugunsten eines Siegfriedens gegenĂŒber dem Deutschen Reich, zum anderen lehnte der US-Senat den Beitritt zum Völkerbund ab, so dass die mittlerweile gröĂte politische Macht der Welt in diesem Gremium fehlte und zum Isolationismus zurĂŒckkehrte.
Durch den kostspieligen Krieg und den anschlieĂenden Wiederaufbau waren die EuropĂ€er zu Schuldnern Amerikas geworden. Die herausragende wirtschaftliche Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich besonders deutlich, als auf den Börsenkrach im Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) die Weltwirtschaftskrise folgte. Das fĂŒhrte in den USA zu einer jahrelangen innenpolitischen Krise mit etwa 15 Millionen Arbeitslosen im Jahr 1932. Unter PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt wurden mit dem New Deal tiefgreifende Wirtschafts- und Sozialreformen umgesetzt. Unter anderem wurden die FinanzmĂ€rkte reguliert um dort weitere Turbulenzen zu verhindern und mit dem Social Security Act von 1935 der Grundstein des amerikanischen Sozialstaates gelegt. Zudem wurden zahlreiche öffentliche Bauprojekte wie StraĂen, BrĂŒcken, FlughĂ€fen und StaudĂ€mme realisiert.
[Bearbeiten] Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zunĂ€chst neutral, unterstĂŒtzten jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes GroĂbritannien und die Sowjetunion massiv mit Kapital- und Waffenlieferungen. Im Anschluss an den Angriff auf Pearl Harbor durch japanische StreitkrĂ€fte am 7. Dezember 1941 erklĂ€rten sie Japan den Krieg und erhielten kurze Zeit spĂ€ter KriegserklĂ€rungen von Deutschland und Italien. Wie schon im Ersten Weltkrieg war das industrielle Potenzial der USA entscheidend fĂŒr den Sieg der Alliierten. Die Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai und die AtombombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg.
Die USA waren maĂgeblich an der GrĂŒndung der Vereinten Nationen am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit dem einstigen KriegsverbĂŒndeten Stalin ab, die in den Kalten Krieg mĂŒndete. PrĂ€sident Harry S. Truman verfolgte eine antikommunistische Containment-Politik, die in der Truman-Doktrin ihren Ausdruck fand. Diese gewĂ€hrte, in Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin, allen LĂ€ndern zur Wahrung ihrer UnabhĂ€ngigkeit MilitĂ€r- und Wirtschaftshilfe zu. Die USA unterstĂŒtzten Griechenland und die TĂŒrkei, und legten den Marshall-Plan auf, der Westeuropa wirtschaftlich stabilisieren sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner LuftbrĂŒcke reagierten. 1949 wurde die NATO als MilitĂ€rbĂŒndnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegrĂŒndet.
Das nun einsetzende atomare WettrĂŒsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache âOverkill-KapazitĂ€tâ verschaffte, und das man zugleich als Wettlauf der gesellschaftlichen Systeme betrachtete, fĂŒhrte zu Konfrontationen und Stellvertreterkriegen, wie dem Koreakrieg (1950â1953), der Kubakrise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging, oder dem Vietnamkrieg. Durch den Atomwaffensperrvertrag und die SALT-Verhandlungen (1968 und 1969) wurde versucht, die gefĂ€hrliche Situation zu entschĂ€rfen.
Der Kalte Krieg, der nur in den Industriestaaten nicht offen ausgefochten wurde, fĂŒhrte dazu, dass viele Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Innenpolitisch fĂŒhrte das zu einem Klima der VerdĂ€chtigungen und der Kontrolle, die als âMcCarthy-Ăraâ bezeichnet wird. Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss fĂŒr unamerikanische Umtriebe (HUAC) dadurch, dass er besonders Filmschaffende, Politiker und MilitĂ€rs als Kommunisten verdĂ€chtigte und Denunziationen erwartete. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Die Anhörungen wurden oft im Fernsehen ĂŒbertragen. Als McCarthy schlieĂlich PrĂ€sident Eisenhower verdĂ€chtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Der Vietnamkrieg, in den die USA 1964 nach dem Tonkin-Zwischenfall eingriffen, nachdem sie zuvor schon MilitĂ€rberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militĂ€rischen und moralischen Fiasko, das mit dem Abzug der US-Truppen 1973 endete. Die GlaubwĂŒrdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte stand hier und auch bei anderen Konfliktherden in Widerspruch mit der UnterstĂŒtzung zahlreicher MilitĂ€rdiktatoren oder der DurchfĂŒhrung und UnterstĂŒtzung von MilitĂ€rputschen, wie den Pinochets in Chile oder Mobutus im seinerzeit âZaireâ genannten Kongo.
Neben sozialen und politischen Bewegungen erschĂŒtterten in den 1960er Jahren vor allem drei MordanschlĂ€ge die Nation und mit ihr die Welt: die Ermordung des PrĂ€sidenten John F. Kennedy (1963), die Ermordung des Predigers und BĂŒrgerrechtlers Martin Luther King, der die Galionsfigur des gewaltlosen Kampfes fĂŒr die Rechte der Schwarzen war (1968) â sowie im gleichen Jahr die Ermordung des demokratischen PrĂ€sidentschaftsbewerbers Robert F. Kennedy, einem jĂŒngeren Bruder des ermordeten PrĂ€sidenten.
Die Schwarzen waren zwar formell 1865 von der Sklaverei befreit worden, doch schon im Laufe des Wiederaufbaus (Reconstruction) des im Krieg zerstörten SĂŒdens hatten die SĂŒdstaaten Gesetze erlassen, die ihre BĂŒrgerrechte wieder einschrĂ€nkten (Jim-Crow-Gesetze). Sie betonten zwar die gleichen Rechte, sahen jedoch zugleich die Rassentrennung vor. Erst die BĂŒrgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) konnte die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigen. Ein sehr wesentlicher Schritt war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Obersten Gerichtshof im Jahr 1954. Der Schulbesuch von Schwarzen musste jedoch teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, da die Gouverneure der SĂŒdstaaten (vor allem George Wallace aus Alabama) bis Ende der 60er Jahre auf ihren state rights beharrten, zu denen sie auch die Rassentrennung (segregation) zĂ€hlten.
Im Jahr 1964 wurde unter PrĂ€sident Lyndon B. Johnson, der Kennedy nach seiner Ermordung 1963 im Amt nachfolgte, selbst 1964 gewĂ€hlt wurde und bis 1969 im Amt blieb, der Civil Rights Act von 1964 verabschiedet, der die Rassentrennung in den USA fĂŒr illegal erklĂ€rte. 1965 erlieĂ Johnson ein weiteres Gesetz, den Voting Rights Act, der jegliche Benachteiligung von Afroamerikanern bei Wahlen verboten hatte. Im Jahr 1968 wurde schlieĂlich vom Kongress der Civil Rights Act von 1968 verabschiedet, der Diskriminierung jeglicher Art gesetzlich verbot. Auch wenn PrĂ€sident Johnson durch den Krieg in Vietnam einen RĂŒckgang seiner Zustimmung erfahren hatte, konnte er im Rahmen seines Programms der Great Society weitere Reformen erlassen, die insbesondere die BekĂ€mpfung der Armut, die Intensivierung des Bildungssystems und den Verbraucherschutz betrafen. In der Tat sank die Zahl der in Armut lebenden US-BĂŒrger um rund die HĂ€lfte.
Von groĂem Einfluss waren neben der Bewegung gegen den Vietnamkrieg solche, die sich gegen die Benachteiligung innerhalb der Gesellschaft richteten. Das war zunĂ€chst die Frauenrechtsbewegung, dann die Schwulenbewegung, die sich allerdings mit den Gesetzgebungen der jeweiligen Bundesstaaten konfrontiert sahen. Sogenannte âSodomiegesetzeâ, die bis 1962 die Praxis der mĂ€nnlichen HomosexualitĂ€t sowie âabweichende sexuelle Praktikenâ heterosexueller Paare in vielen Bundesstaaten verboten hatten, wurden teilweise aufgehoben. Als der Supreme Court 1987 diese Gesetze bestĂ€tigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit der Entscheidung Lawrence vs. Texas vom 26. Juni 2003 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben.
Die Watergate-AffĂ€re um einen Einbruch und einen Lauschangriff in BĂŒros der Demokratischen Partei im Watergate-GebĂ€udekomplex, von dem PrĂ€sident Richard Nixon wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum gröĂten Skandal der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurĂŒck.
Die Ălkrise 1974 und die iranische Geiselkrise 1979 sowie die Folgen des Vietnamkriegs verursachten eine auĂenpolitische Orientierungslosigkeit. Eine Wirtschaftskrise traf vor allem das Schwerindustrierevier in den Staaten Pennsylvania, Ohio, West Virginia, Indiana und Michigan, den sogenannten Rust Belt. Das fĂŒhrte zu ethnisch motivierten Unruhen in den SĂŒdstaaten, was den Wahlerfolg des Republikaners Ronald Reagan begĂŒnstigte.
So bezeichnete der Amtsantritt der Regierung Reagan einen Paradigmenwechsel der amerikanischen Politik, sowohl im Innern als auch in der AuĂenpolitik. Die Gesellschaft wurde ökonomisch stark polarisiert. Seine acht Regierungsjahre bis 1989 waren durch eine liberale Wirtschaftspolitik (Reaganomics), die Verminderung staatlicher Subventionen und Sozialleistungen, Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung und Steuersenkungen in den oberen Einkommensgruppen gekennzeichnet. Christlicher Glaube und strikter Antikommunismus machten ihn fĂŒr die konservativen Kreise zum Vorbild. Seine Gegner sahen in ihm einen Lobbyisten der Konzerne und RĂŒstungsunternehmen.
Die widersprĂŒchliche Innen- und AuĂenpolitik gegenĂŒber Staaten, die die Menschenrechte nicht achteten, das mangelnde VerstĂ€ndnis fĂŒr andere Kulturkreise und daraus folgende FehleinschĂ€tzungen zeigten sich in der AuĂenpolitik bis zum Irakkrieg. Hatte man schon nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980â1988) aus Furcht vor den fundamentalistischen Kreisen in Teheran den Diktator Saddam Hussein unterstĂŒtzt, so hĂ€uften sich Fehler wie in der Iran-Contra-AffĂ€re, in der die USA 1986 auf Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen an den Iran geliefert hatten, um aus diesen Erlösen die Gegner der Sandinisten in Nicaragua zu unterstĂŒtzen. Die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich ebenfalls als zweischneidig: Die Sowjetunion musste zwar nach zehn Jahren ihre Truppen abziehen, doch wurden gleichzeitig radikal-islamische Gruppen gestĂ€rkt.
Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als âReich des Bösenâ (evil empire). Die RĂŒstungsausgaben wurden erhöht und ein sogenanntes âStar-Wars-Programmâ (SDI-Projekt, âKrieg der Sterneâ) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu AbrĂŒstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion endete der Kalte Krieg 1991.
[Bearbeiten] Seit dem Ende des Kalten Krieges
Unter dem demokratischen PrĂ€sidenten Bill Clinton (1993â2001) kam es zu einem lĂ€nger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung (âNew Economyâ). Die Verwahrlosung der StĂ€dte wurde aufgehalten â so erholten sich etwa die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem.
1996 wurde dennoch der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fĂŒnf Jahre verkĂŒrzt, was die Zahl der EmpfĂ€nger reduzierte.
PrĂ€sident Clintons AuĂenpolitik fĂŒhrten die AuĂenminister Warren Christopher wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit und Madeleine Albright wĂ€hrend seiner zweiten. Sie war die erste Frau in diesem Amt.
Das erfolglose Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte die Entmachtung der âWar Lordsâ, besonders Mohammed Aidids zum Ziel. Nachdem jedoch Fernsehsender Bilder des Leichnams eines US-Soldaten zeigten, der durch die StraĂen von Mogadischu geschleift wurde, zogen die Sondereinsatztruppen aus dem Land ab. Auch die Invasion Haitis von 1994 brachte zwar den demokratisch gewĂ€hlten Jean-Bertrand Aristide an die Macht zurĂŒck und der MilitĂ€rdiktator Raoul CĂ©dras wurde abgesetzt, löste jedoch die sozialen Probleme des Staates nicht.
Nachdem es den europĂ€ischen Staaten nicht gelungen war, nach dem Zerfall Jugoslawiens die Region zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der NATO in Bosnien, Kroatien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Slobodan MiloĆĄeviÄ zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und PalĂ€stina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzchak Rabin einen schweren RĂŒckschlag.
Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftangriffen, ebenso wie im Sudan und Afghanistan nach TerroranschlÀgen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen. Diese AnschlÀge wurden bereits dem Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last gelegt.
Nach den TerroranschlĂ€gen des 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington verkĂŒndete PrĂ€sident George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunĂ€chst in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush identifizierte, Ă€hnlich wie bereits Reagan, eine âAchse des Bösenâ (axis of evil), der er sogenannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnete. Zu diesen zĂ€hlte er den Iran, den Irak, Kuba und Nordkorea.
Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime gestĂŒrzt, das Osama bin Laden beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im MĂ€rz 2003 der Krieg (Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stĂŒrzen. Unter dem Vorwand, er besitze Massenvernichtungswaffen und habe Kontakte zu Bin Laden, erfolgte der Angriff ohne UN-Mandat.
Trotz eines schnellen Sieges konnte der Irak nicht befriedet werden. Einige Staaten der âKoalition der Willigenâ zogen bereits im FrĂŒhling 2004 ihre vergleichsweise kleinen Kontingente wieder ab. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Ăbergangsregierung ĂŒbergeben.
George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der PrĂ€emption kann als Abkehr von der bisherigen amerikanischen AuĂen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, EindĂ€mmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (das heiĂt der AttraktivitĂ€t ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter Bush beanspruchte der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden Dollar, was der Summe der Etats der zehn nĂ€chstgröĂeren Staaten entsprach.
Der Haushaltsansatz fĂŒr Entwicklungshilfe betrug 2003/04 fast 20 Milliarden Dollar, der gleiche Betrag war fĂŒr die Aufbauhilfe Irak vorgesehen. Von den 20 Milliarden ging etwa die HĂ€lfte an Israel und Ăgypten (seit Camp David I (1978), dem Oslo-Friedensprozess (1994â1995) und Camp David II (2000). Andere Schwerpunkte waren Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die TĂŒrkei und Jordanien, unter anderem wegen des War on Drugs und des Kriegs gegen den Terrorismus.
Nach seinem Sieg bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 4. November 2008 wurde der demokratische Senator des Bundesstaates Illinois, Barack Obama, am 20. Januar 2009 als 44. PrĂ€sident vereidigt (er ist erst der 43. Posteninhaber, da Grover Cleveland sowohl 1884 als auch 1893 PrĂ€sident war und zweimal als PrĂ€sident gezĂ€hlt wird). Da Obamas Vater in Kenia geboren wurde, gilt er als erster afro-amerikanischer PrĂ€sident, obwohl er eine weiĂe Mutter hat.
Am Tag seiner AmtseinfĂŒhrung lieĂ Obama alle noch nicht in Kraft getretenen Verordnungen seines VorgĂ€ngers aussetzen. Zudem lieĂ er die laufenden MilitĂ€rgerichtsverfahren gegen Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo fĂŒr 120 Tage aussetzen, was als Beginn der Auflösung des Lagers gewertet wurde. Zudem sagte er zu, binnen 18 Monaten die Truppen aus dem Irak abzuziehen. Insgesamt setzt er stĂ€rker auf Diplomatie als auf Konfrontation, hĂ€lt aber an einer Fortsetzung des Einsatzes in Afghanistan fest.
Obama verfĂŒgte eine Obergrenze fĂŒr das Einkommen von Regierungsmitgliedern, eine DurchfĂŒhrungsverordnung, die es den Bundesstaaten erlaubte, strengere Abgasvorschriften einzufĂŒhren, und versprach, die Entwicklungshilfe zu verdoppeln. Wirtschaftspolitisch orientiert sich die Regierung an den Rezepten der Clinton-Ăra, setzt aber stĂ€rker auf erneuerbare Energien und auf Sparsamkeit, um die natĂŒrlichen Ressourcen zu schonen, aber auch, um auĂenpolitisch unabhĂ€ngiger zu werden. Das Problem der fehlenden Sozialversicherung, insbesondere der Krankenversicherung soll gelöst werden, indem jeder Zugang dazu erhalten soll.
Der Friedensnobelpreis 2009 ging an Barack Obama, was sowohl zu einem enormen medialen Interesse als auch heftigen Kontroversen fĂŒhrte.
Am 19. Dezember 2009 beschloss die Obama-Regierung den gröĂten Verteidigungsetat der US-Geschichte in Höhe von 636,3 Milliarden Dollar, was gegenĂŒber Obamas VorgĂ€nger George W. Bush noch einmal eine gewaltige Anhebung bedeutete.[48] Die US-Regierung hat jedoch bereits angekĂŒndigt, weitere 30 Milliarden Dollar zu benötigen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gewalten auf Bundesebene
Die Vereinigten Staaten verfĂŒgen nach den Konföderationsartikeln seit ihrer GrĂŒndung ĂŒber ihre zweite Verfassung. Sie sieht ein prĂ€sidiales, föderales und republikanisches Regierungssystem vor, das horizontal Legislative, Exekutive und Judikative sowie vertikal die Bundesebene von den Bundesstaaten vergleichsweise strikt trennt.
[Bearbeiten] Legislative
StĂ€rkstes Staatsorgan auf Bundesebene ist laut Verfassung der Kongress, der die Legislative ausĂŒbt. Er setzt sich aus gewĂ€hlten ReprĂ€sentanten aus allen 50 Bundesstaaten zusammen. Der aus zwei Kammern bestehende Kongress hat die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und KriegserklĂ€rungen auszusprechen. VertrĂ€ge mit fremden LĂ€ndern werden vom PrĂ€sidenten unterzeichnet, bedĂŒrfen jedoch der Ratifizierung durch die zweite Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (zum Beispiel zu Kabinettsposten oder RichterĂ€mtern des Bundes, insbesondere am Obersten Gericht) hat der Senat nach Anhörungen der Kandidaten das Recht, den Vorschlag des PrĂ€sidenten zu bestĂ€tigen oder zurĂŒckzuweisen.
Die Mitglieder des ReprĂ€sentantenhauses, der ersten Kammer des Kongresses, werden fĂŒr zwei Jahre gewĂ€hlt. Jeder ReprĂ€sentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgefĂŒhrte VolkszĂ€hlung festgelegt. Senatoren werden fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt. Deren Wahl findet gestaffelt statt, das heiĂt, alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewĂ€hlt. Die Verfassung sieht vor, dass der VizeprĂ€sident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, auĂer bei Stimmengleichheit.
Bevor eine Gesetzesvorlage zum Bundesgesetz wird, muss sie sowohl das ReprĂ€sentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunĂ€chst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren AusschĂŒssen geprĂŒft, abgeĂ€ndert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem PrĂ€sidenten zur Zustimmung vorgelegt. Der PrĂ€sident hat danach die Möglichkeit, das Inkrafttreten des Gesetzes aufzuschieben. Der Kongress kann nach einem solchen Veto eine neue Gesetzesvorlage beschlieĂen oder den PrĂ€sidenten mit zwei Dritteln Zustimmung endgĂŒltig ĂŒberstimmen.
[Bearbeiten] Exekutive
Staats- und Regierungschef in Personalunion ist der PrĂ€sident, der an der Spitze der Exekutive steht. Er ist ferner Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten und bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die National Command Authority (NCA), der es alleine obliegt, die Entscheidung ĂŒber einen Angriff der USA mit Nuklearwaffen zu fĂ€llen. Dazu mĂŒssen beide Personen unabhĂ€ngig voneinander dem Nuklearschlag zustimmen. 44. Amtsinhaber ist seit dem 20. Januar 2009 der am 4. November 2008 gewĂ€hlte Demokrat Barack Obama. Vertreten wird der PrĂ€sident durch den mit ihm gewĂ€hlten VizeprĂ€sidenten. Dieser tritt bei einer vorzeitigen Amtserledigung des PrĂ€sidenten bis zum Ablauf der Regierungsperiode vollstĂ€ndig an dessen Stelle, ebenfalls sitzt er dem Senat vor. Derzeitiger VizeprĂ€sident ist der Demokrat Joe Biden.
FĂŒr den Fall der Verhinderung oder der Abwesenheit des VizeprĂ€sidenten benennt der Senat einen âPro-Tempore-Vorsitzendenâ, einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder der ersten Kammer, des ReprĂ€sentantenhauses wĂ€hlen ihren eigenen Vorsitzenden, den âSprecher des ReprĂ€sentantenhauses (Speaker)â. Speaker und Pro-Tempore-Vorsitzender sind Mitglieder der jeweils stĂ€rksten Partei ihrer Kammer. Speaker ist seit 2011 der Republikaner John Boehner, das Amt des Pro-Tempore-Vorsitzenden hat seit 2010 der demokratische Senator Daniel Inouye inne.
[Bearbeiten] Judikative
An der Spitze der Judikative, die ebenfalls föderal organisiert ist, steht der Oberste Gerichtshof. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine groĂe Bedeutung im politischen System der Vereinigten Staaten. Es spricht fĂŒr den Erfolg und die StabilitĂ€t dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Ănderungen (âamendmentsâ) erfahren hat.
[Bearbeiten] Parteien und Wahlen
In den Vereinigten Staaten hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begĂŒnstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind seit dem 19. Jahrhundert die Demokraten und die Republikaner. Die Demokraten sind zurzeit die gröĂte Partei mit 72 Millionen registrierten AnhĂ€ngern (42,6 %), gefolgt von den Republikanern mit 55 Millionen AnhĂ€ngern (32,5 %) und 42 Millionen AnhĂ€ngern anderer Gruppierungen (24,9 %).[49] Dabei lassen sich beide Parteien, denen keine verfassungsgemĂ€Ăe Rolle zugesprochen ist, höchstens rudimentĂ€r einer Schematisierung unterwerfen, da sie bereits innerparteiliche Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen darstellen.
Neue politische Strömungen und Interessenvertretungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten und andere FĂŒhrungskrĂ€fte beider GroĂparteien zu nehmen, als selbststĂ€ndige Parteien zu grĂŒnden. Beispiele dafĂŒr sind die American Civil Liberties Union, die fundamental-christliche Moral Majority und die Tea-Party-Bewegung.
Kleinere Parteien wie die GrĂŒnen oder die LibertĂ€re Partei sind unbedeutend, wenn auch bei PrĂ€sidentschaftswahlen mitunter die fĂŒr den Kandidaten der GrĂŒnen abgegebenen Stimmen als â womöglich entscheidender â Nachteil fĂŒr den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Ein in den 1990er Jahren zeitweiliger Hauptexponent der GrĂŒnen Partei der USA war Ralph Nader, der 1996 als PrĂ€sidentschaftskandidat der Partei in den PrĂ€sidentschaftswahlkampf zog und im In- und Ausland als âVerbraucheranwaltâ einen hohen Bekanntheitsgrad genieĂt.
[Bearbeiten] Föderale Gliederungen
[Bearbeiten] Bundesstaaten
Die Vereinigten Staaten bestehen aus 50 Bundesstaaten, wobei Alaska und Hawaii auĂerhalb des Kernlandes (CONUS, Continental U.S.) liegen, wie auch Puerto Rico und Guam, die politisch angeschlossenen AuĂengebiete der Vereinigten Staaten.
Das Kernland umfasst 48 der 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia (Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Washington D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen (sogenannte âLower 48â).
Bei der GrĂŒndung der USA bestanden 13 Bundesstaaten, denen sich im Zuge der Westexpansion bis zum Mississippi nach und nach weitere Territorien anschlossen. Nach Texas ĂŒbersprang die Anschlusswelle die dĂŒnn besiedelten GebirgszĂŒge und setzte sich vor allem mit Kalifornien und Oregon nach der Mitte des 19. Jahrhunderts fort. Diese Entwicklung wurde erst wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs abgeschlossen. Im Jahr 1959 wurden die pazifische Inselgruppe Hawaii sowie das nordwestlich gelegene Alaska, das ĂŒber die 100 km breite BeringstraĂe an Russland grenzt, als Bundesstaaten Teil der Vereinigten Staaten.
[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung
Im Jahr 2002 gab es in den Vereinigten Staaten laut Zensus- und VolkszĂ€hlungsbĂŒro 87.900 lokale Regierungseinheiten, einschlieĂlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der BĂŒrger der Vereinigten Staaten leben in groĂen StĂ€dten oder deren VorstĂ€dten (Liste der StĂ€dte in den Vereinigten Staaten).
Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten und etwa mit einem Landkreis vergleichbar. In Louisiana heiĂen sie âParishâ; in Alaska gibt es diese Verwaltungseinheiten nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem StĂ€dte, die keinem County zugeordnet sind. Bei GroĂstĂ€dten (zum Beispiel Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar fĂŒnf Countys ein, die jeweils als âBoroughâ bezeichnet werden. Nicht selten ĂŒberschreiten StĂ€dte und sogar Dörfer eine County-Grenze. Die Regierungsformen der Countys und deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn das Parlament des entsprechenden Bundesstaates verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erheben Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft fĂŒr die Beaufsichtigung von Wahlen zustĂ€ndig und bauen und unterhalten StraĂen und BrĂŒcken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgefĂŒhrt, teilweise auch von den Townships, die, insbesondere im Mittleren Westen, nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, die mit einer FlĂ€che von 36 Quadratmeilen bei der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt wurden.
Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren StĂ€dten, der selten und ĂŒberwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das âtown meetingâ. Einmal im Jahr â bei Bedarf hĂ€ufiger â kommen alle registrierten WĂ€hler einer Stadt zu einer öffentlichen Versammlung und wĂ€hlen Beamte, diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze fĂŒr das Funktionieren der Regierung. Als Gruppe beschlieĂen sie StraĂenbau und -ausbesserung, Errichtung von öffentlichen GebĂ€uden und Einrichtungen, Steuern und den Stadthaushalt. Das âtown meetingâ, das schon seit zwei Jahrhunderten existiert, ist oft die reinste Form der Demokratie, in der Regierungsgewalt nicht delegiert, sondern direkt und regelmĂ€Ăig von allen BĂŒrgern ausgeĂŒbt wird. Die ĂŒberwiegende Mehrheit der BĂŒrger kennt jedoch nur die reprĂ€sentative Demokratie.
Siehe auch: Verwaltungseinheit in den Vereinigten Staaten, Polizei (Vereinigte Staaten)
[Bearbeiten] AuĂengebiete
Neben den Bundesstaaten und dem District of Columbia gibt es AuĂengebiete mit unterschiedlich geregelter Autonomie.
[Bearbeiten] Innenpolitik
Eine wichtige Rolle in der amerikanischen Innenpolitik spielen ĂŒberwiegend moralisch-ethische Fragen wie beispielsweise die Grenzen der Meinungsfreiheit, das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von HomosexualitĂ€t, die Rechte von Minderheiten oder die Frage, welche Rolle religiöse Werte im öffentlichen Leben spielen sollen.
[Bearbeiten] Waffenrecht
Die meisten Bundesstaaten verfĂŒgen ĂŒber Waffengesetze, die im internationalen Vergleich extrem liberal sind. Das Recht auf den Besitz von Waffen wird in den USA traditionell hochgeschĂ€tzt, da es durch den zweiten Zusatzartikel der Verfassung ([âŠ] right to bear arms [âŠ]) geschĂŒtzt ist. Privatpersonen können daher ohne gröĂere Schwierigkeiten Schusswaffen und Munition erwerben und die Waffen offen tragen. Insgesamt gibt es in den USA mehr als 200 Millionen Pistolen und Gewehre in Privatbesitz.[50]
Die bestehende Gesetzeslage ist in den USA umstritten. Ihre Kritiker sehen darin eine Ursache fĂŒr die hohe Anzahl von jĂ€hrlich 350.000 bewaffneten Verbrechen sowie 11.000 Mordopfern, da Verbrecher sich leichter bewaffnen könnten. Die BefĂŒrworter liberaler Waffengesetze wie die National Rifle Association (NRA) bestreiten diesen Zusammenhang und verweisen auf niedrige Mordraten in LĂ€ndern wie Kanada oder Neuseeland, in denen ebenfalls ĂŒberproportional viele Waffen in Privatbesitz sind. Des Weiteren argumentieren sie, dass Kriminelle ĂŒberwiegend illegal in den Besitz von Waffen gelangen wĂŒrden, weshalb Privatpersonen wenigstens die Möglichkeit zur Verteidigung gegeben werden solle.
[Bearbeiten] Gesundheitspolitik
Das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten ist â besonders in der Forschung â teilweise Weltspitze, auf anderen Gebieten hingegen â vor allem in der allgemeinen Patienten- und Versicherungsversorgung â zum Teil in einem desolaten Zustand. JĂ€hrlich werden etwa 1,8 Billionen US-Dollar fĂŒr das Gesundheitssystem aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Rund 47 Millionen Amerikaner, etwa 16 % der Gesamtbevölkerung, sind nicht krankenversichert.[51] â das jedoch nicht ausschlieĂlich aus EinkommensgrĂŒnden (rund ein Drittel der Nicht-Versicherten verfĂŒgt ĂŒber ein Haushaltseinkommen von 50.000 Dollar und mehr) beziehungsweise wegen zu hohen Alters und des damit verbundenen Krankheitsrisikos (rund 40 Prozent der Nicht-Versicherten sind zwischen 18 und 35 Jahre alt).[52] Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, mĂŒssen bei sĂ€mtlichen Ă€rztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer Krankenversicherung (HMO) sind, mĂŒssen bĂŒrokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei EinschrĂ€nkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte PrĂ€sident Clinton mit dem Versuch der EinfĂŒhrung einer gesetzlichen Krankenkasse. Im Jahr 2010 wurden unter PrĂ€sident Obama Gesetze verabschiedet, durch die das Gesundheitssystem bis 2018 nach und nach reformiert werden soll.
Die Lebenserwartung lag 2004 in den USA bei 77,9 Jahren und damit weltweit auf Platz 42. Das ist im Vergleich zu 1984 eine Verschlechterung um 20 PlĂ€tze. Als GrĂŒnde werden fehlende Krankenversicherungen und Fettleibigkeit genannt. Die Lebenserwartung der schwarzen Bevölkerung liegt bei 73,3 Jahren.[53] Hinzu kommen die Risiken der Armut. So waren im Dezember 2009 38,97 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken angewiesen, wobei diese Zahl seit November 2009 um 800.000 angestiegen war.[54]
[Bearbeiten] Sozialpolitik
Die Vereinigten Staaten sind ein Sozialstaat, in dem Transferleistungen hĂ€ufig von Bundesregierung und Bundesstaaten gemeinsam finanziert und organisiert werden. Gesetzliche Regelungen der Bundesstaaten können erheblichen Einfluss auf die Sozialpolitik ausĂŒben. Eine grundlegende soziale Absicherung im Alter erbringt auf Bundesebene die öffentliche Rentenversicherung Social Security.
[Bearbeiten] Umweltpolitik
Die Vereinigten Staaten sind, nach China, die Nation mit dem zweitgröĂten CO2-AusstoĂ der Welt.[55] Beim Klimaschutz-Index 2008 (Stand Dezember 2007) liegen sie auf Platz 55 (2007: Platz 53) von 56 untersuchten Staaten. Der Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen betrĂ€gt 21,44 %.[56]
2002 veröffentlichte die Regierung eine Strategie, die Treibhausgase der US-Wirtschaft um 18 Prozent zu vermindern (bis 2012). Das sollte zu einer Senkung der CO2-Emissionen von 160 Millionen Tonnen fĂŒhren. International werden die MaĂnahmen als völlig unzureichend kritisiert. Bill Clinton lieĂ gegen Ende seiner Amtszeit zwar das Kyoto-Protokoll unterzeichnen, konnte jedoch keine Ratifizierung durch den Kongress erwarten, so dass die USA das Protokoll nicht als verbindlich anerkennen. Die SchwellenlĂ€nder seien im Vertragswerk nicht zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen verpflichtet worden, zudem spielt ein starkes SouverĂ€nitĂ€tsbewusstsein, vor allem im Senat, eine wichtige Rolle.
Zur gleichen Zeit haben Umweltkatastrophen und Aktionen von UmweltschĂŒtzern, unter ihnen der ehemalige PrĂ€sidentschaftskandidat Al Gore, in den USA einen Bewusstseinswandel eingeleitet. Barack Obama hat einen Kurswechsel in der Klimapolitik angekĂŒndigt.
Die Klimaschutzpolitik setzte bisher vorrangig auf freiwillige MaĂnahmen und Forschungsförderung. Einige Bundesstaaten (insbesondere Kalifornien) setzten strengere Regeln durch, doch wurden sie von der Regierung Bush daran gehindert. Die wichtigste Umweltbehörde auf Bundesebene ist die US Environmental Protection Agency (EPA), die von UmweltschĂŒtzern fĂŒr ihre geringe AktivitĂ€t kritisiert wird.
Siehe auch: Klimapolitik der Vereinigten Staaten
[Bearbeiten] AuĂen- und Sicherheitspolitik
Der AuĂenpolitik der Vereinigten Staaten liegt eine pessimistische Grundhaltung zugrunde, die groĂe Ăbereinstimmungen mit dem politischen Realismus aufweist. Diesem steht ein seit der UnabhĂ€ngigkeitsbewegung ungebrochener und ungewöhnlich starker Idealismus gegenĂŒber, deren Ursprung in den antieuropĂ€ischen Affekten der Revolution liegt und in einigen auĂenpolitischen Denkschulen den Glauben an einen historisch einmaligen Auftrag der Vereinigten Staaten begrĂŒndet (American Exceptionalism, zu Deutsch âamerikanische Einzigartigkeitâ). Trotz hĂ€ufiger Spannungen zwischen Anspruch und Praxis besteht diese BipolaritĂ€t der amerikanischen AuĂenpolitik wegen vieler Ăbereinstimmungen fort. Beispielsweise konvergiert das Ideal der gröĂtmöglichen Vertragsfreiheit in einer liberalen Gesellschafts- und Weltordnung mit der wirtschaftlichen AbhĂ€ngigkeit der Vereinigten Staaten vom Ăberseehandel im Eintreten fĂŒr den Freihandel.
Zu den realpolitischen Interessen, fĂŒr die die offizielle AuĂenpolitik der Vereinigten Staaten eintritt, zĂ€hlt neben der Garantie weltweiter Sicherheit ihrer StaatsbĂŒrger und derer Angehöriger die Sicherung der Vereinigten Staaten vor Angriffen von auĂen und die stĂ€ndige VerfĂŒgbarkeit von Ressourcen, die fĂŒr die Wirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung sind. Die ideellen Interessen, die das langfristige Handeln der Vereinigten Staaten leiten und rechtfertigen sollen, bestehen im Eintreten fĂŒr die Menschenrechte, in der demokratisch-plebiszitĂ€ren politischen Gestaltung souverĂ€ner Staaten durch deren Staatsvölker und ein globales marktwirtschaftliches System.
In ihrer konkreten Umsetzung hat sich die AuĂenpolitik zunehmend von einer passiven zu einer gestaltenden Rolle hin entwickelt. Von ihrer GrĂŒndung bis in den Zweiten Weltkrieg hinein ĂŒberwog der Isolationismus, also die bewusste VernachlĂ€ssigung der AuĂenpolitik zugunsten der inneren Entwicklung und Kultivierung. DrĂŒckte sich diese Haltung in der Konsolidierungsphase des Landes durch die Monroe-Doktrin am stĂ€rksten aus, lockerte sie sich im Zeitalter des Imperialismus bis zum Ersten Weltkrieg zunehmend, um durch den Angriff auf Pearl Harbor völlig diskreditiert zu werden. Sogleich gewann der Internationalismus amerikanischer PrĂ€gung durch die Konfrontation mit der Sowjetunion im Kalten Krieg schlagartig an Bedeutung. GestĂŒtzt wurde dieser von einer institutionalistischen Praxis, also der GrĂŒndung transnationaler Gremien zur langfristigen Kooperation mit Staaten. Das geschah entweder im Verbund mit Staaten, die Ă€hnliche Interessen vertraten, um diese zu stĂ€rken, oder zur ĂberbrĂŒckung politischer Differenzen mit Staaten, die gegensĂ€tzliche Interessen hatten. Die USA sind daher Initiatoren und MitbegrĂŒnder zahlreicher multinationaler Gremien und Organisationen, wie den Vereinten Nationen, der Welthandelsorganisation (ehemals GATT), der Weltbank und der NATO oder der KSZE. Zugleich verwahrt sich die Politik der USA seit ihrem Bestehen gegen eine mögliche Beschneidung der eigenen SouverĂ€nitĂ€t durch internationale Abkommen. So lehnen die USA etwa die Unterzeichnung internationaler Klimaschutzabkommen wie des Kyoto-Protokolls, die UnterstĂŒtzung des Internationalen Strafgerichtshofes und der Ottawa-Konvention gegen die Verbreitung von Antipersonenminen ab. Bilaterale Handels- und Verteidigungsabkommen spielen daher trotz ihres Universalanspruches eine wesentlich gröĂere Rolle als beispielsweise bei den meisten Mitgliedern der EuropĂ€ischen Union.
AbhĂ€ngig vom innenpolitischen weltweiten Fokus rĂ€umen die Vereinigten Staaten einzelnen auĂenpolitischen Anstrengungen PrioritĂ€t ein und summieren diese zu moralisch verstĂ€rkten Begrifflichkeiten. Dazu zĂ€hlen der âKrieg gegen den Terrorâ (War on Terrorism), der Krieg gegen Drogen (War on Drugs) und der Kampf gegen Armut (War on Poverty).
Durch die ĂŒberragende politische, wirtschaftliche wie auch militĂ€rische Position der Vereinigten Staaten und ihre zunehmend offensive Einflussnahme auf Politik und Wirtschaft der gesamten Staatengemeinschaft polarisiert die AuĂenpolitik des Landes wie sonst kaum eine andere. Kritisiert werden vor allem die zahlreichen militĂ€rischen Interventionen im Ausland, die durch die Globalisierung verursachten weltweiten sozialen UmwĂ€lzungen sowie Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit mutmaĂlichen Terroristen und Kriegsgefangenen.
VerbĂŒndete der USA finden sich unter anderem in der NATO. DarĂŒber hinaus unterhalten sie enge diplomatische und strategische Beziehungen zu Nationen auĂerhalb der NATO (siehe Major non-NATO ally). Teils handelt es sich dabei um demokratisch und marktwirtschaftlich orientierte LĂ€nder, die sich von benachbarten politischen Akteuren existenziell bedroht sehen, wie zum Beispiel Israel, SĂŒdkorea oder Taiwan, teils um durch historische VorgĂ€nge eng verbĂŒndete Staaten wie Japan, die Philippinen und Australien und teils um vor allem strategisch wichtige Partner wie Pakistan, Jordanien und Kuwait. Die mit Abstand stĂ€rksten Beziehungen unterhalten die Vereinigten Staaten mit dem Vereinigten Königreich, das einzige Land, mit dem sie selbst in so sensiblen Bereichen wie der Nukleartechnologie zusammenarbeiten. Die USA betreiben weltweit nach eigenen Angaben 766 MilitĂ€rstĂŒtzpunkte unterschiedlicher GröĂe in 40 LĂ€ndern (davon 293 in Deutschland, 111 in Japan und 105 in SĂŒdkorea; Stand von 2006).[57]
[Bearbeiten] MilitÀr
Die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten sind das kostenintensivste und in Zahlen zweitgröĂte MilitĂ€r der Welt (nach der chinesischen Volksbefreiungsarmee). Sie sind global aufgestellt; die geltende Armeedoktrin sieht vor, dass die USA in der Lage sein mĂŒssen, weltweit gleichzeitig zwei regionale Kriege siegreich zu fĂŒhren. Die StreitkrĂ€fte sehen sich zunehmend der asymmetrischen KriegfĂŒhrung ausgesetzt. Diese Entwicklung ist in ihrer Geschichte vor allem ab dem Vietnamkrieg eingetreten.
Die StreitkrĂ€fte sind unterteilt in Heer (Army; etwa 561.000 Soldaten), Luftwaffe (Air Force; etwa 336.000 Soldaten), Marine (Navy; etwa 330.000 Soldaten) und Marineinfanterie (Marine Corps; etwa 202.000 Soldaten), gesamt ca. 1.430.000 Soldaten per 30. April 2011.[59] Die KĂŒstenwache (Coast Guard; rund 44.000 Mann) ist eine zivile Einrichtung, die im Kriegsfall der Marine unterstellt werden kann und ĂŒber begrenzte militĂ€rische KapazitĂ€ten verfĂŒgt. DarĂŒber hinaus unterhĂ€lt jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde (National Guard). Das sind MilizverbĂ€nde, die normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auf Weisung des PrĂ€sidenten als Teil der Armee im Ausland eingesetzt werden können. Die Wehrpflicht existiert nur noch nominell und kam seit dem Vietnamkrieg nicht mehr zur Anwendung.
Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die erste Atommacht der Welt und haben mit den AtombombenabwĂŒrfen auf Hiroshima und Nagasaki als bislang einziger Staat in einem Krieg Kernwaffen eingesetzt. Amerikanische RĂŒstungsunternehmen sind vor allem in der Luftfahrt weltweit fĂŒhrend. Hinsichtlich Heereswaffen verlieren die US-RĂŒstungsunternehmen an Bedeutung.
Die MilitĂ€rausgaben der USA beliefen sich 2004 auf rund 437 Mrd. US-Dollar. Das entspricht 47 % der weltweiten RĂŒstungsausgaben. Die MilitĂ€rausgaben der USA ĂŒbersteigen damit die Summe der RĂŒstungsausgaben der nĂ€chsten 20 Staaten und sind sechsmal so hoch wie die von China, das weltweit an zweiter Stelle liegt.
MilitĂ€rische Entwicklungen, gerade technologischer Art, sind vor allem fĂŒr die VerbĂŒndeten der USA in der NATO wegweisend. Die staatskritische Tendenz, die dazu fĂŒhrte, dass das MilitĂ€r der USA in seiner Geschichte bis zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eine geringe GröĂe hatte, wurde im Kalten Krieg zunehmend von der Angst vieler Amerikaner vor dem Kommunismus ĂŒberlagert. Dadurch ist die ursprĂŒngliche Idee, dass das MilitĂ€r als Ă€uĂerstes Instrument staatlicher Gewalt eine Gefahr fĂŒr die BĂŒrger darstellt, im Schwinden begriffen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich fĂŒr die USA die UnterstĂŒtzung befreundeter Nationen durch gröĂere Waffenlieferungen als probates Mittel zur passiven UnterstĂŒtzung in Krisenzeiten bewĂ€hrt. Im Zweiten Weltkrieg ermöglichte das Leih- und Pachtgesetz die Lieferung von schwerem GerĂ€t zuerst an GroĂbritannien und den Commonwealth, spĂ€ter auch an die Sowjetunion, was das militĂ€rische Gleichgewicht stark zu Ungunsten der AchsenmĂ€chte verschob. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde etwa Persien durch Lieferung von modernen Flugzeugen, Panzern und Raketen zur Vormachtstellung im Nahen Osten verholfen. Als sich durch Umsturz des Schahregimes die Freundschaft zu den Vereinigten Staaten in Feindschaft umkehrte, gingen die USA in den 1980ern zur Belieferung des Irak unter Saddam Hussein ĂŒber, der sich dem Westen als Gegner des Iran anbot und den Ersten Golfkrieg gegen den Iran fĂŒhrte.
[Bearbeiten] Wirtschaft
[Bearbeiten] Wirtschaftliche Situation
Die Vereinigten Staaten waren mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 14,1 Billionen US-Dollar (4. Quartal 2007) die gröĂte Volkswirtschaft der Welt sowie mit 46.460 US-Dollar (rund 30.000 Euro) das Land mit dem weltweit achthöchsten BIP pro Kopf. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftete etwa 73 % des realen BIPs, davon etwa ein Drittel im Banken-, Versicherungs- und ImmobiliengeschĂ€ft. Das verarbeitende Gewerbe trug rund 23 % und Landwirtschaft sowie Bergbau je knapp 1,6 % bei.
Das Wirtschaftswachstum lag 2007 bei 2,2 %,[60] die Inflationsrate bei 2,8 %. Die Arbeitslosenquote betrug durchschnittlich 4,6 %,[61][62] stieg jedoch mit der Weltwirtschaftskrise auf 10,2 % im Oktober 2009. ZĂ€hlt man auch entmutigte Arbeitnehmer, die sich nicht mehr registrieren lassen sowie Teilzeitarbeitnehmer, die einen Vollzeit-Arbeitsplatz wollen, so liegt die Arbeitslosigkeit bei 17,5 % und damit auf dem Niveau der groĂen Depression der 1930er Jahre.[63][64]
Seit Ronald Reagan sind die Eingriffe des Staates in die WirtschaftsablÀufe drastisch reduziert worden.[65] Es gibt in einigen Wirtschaftsbereichen dennoch eine staatliche oder kommunale Aufsicht, so beispielsweise bei der Stromversorgung die Public Utility Commission der einzelnen Bundesstaaten.
Die Steuerung durch die seit 1913 bestehende Federal Reserve System (âFedâ), die die Aufgaben einer staatlichen Zentralbank ĂŒbernahm, hat allerdings in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Griff sie bis 2008 nur ĂŒber die Steuerung der Geldmenge bzw. der Leitzinsen in das Wirtschaftsgeschehen ein, so tritt sie seither als Kreditgeber auch auĂerhalb des Bankensystems und als Garantiegeber auf. Als PrĂ€sident der Fed folgte Ben Bernanke 2006 auf Alan Greenspan (1987â2006).
Der Import belief sich 2007 auf Waren im Wert von 1964,6 Mrd. Dollar, der Export auf 1149,2. Daraus ergab sich ein Handelsbilanzdefizit von 815,4 Milliarden. Zudem wurden Dienstleistungen im Wert von 372,3 Milliarden importiert, wĂ€hrend 479,2 in den Export gingen. Der daraus resultierende Ăberschuss von 106,9 Mrd. reduzierte das Gesamtdefizit auf 708,5 Mrd. Dollar.[66]
Der Median fĂŒr das jĂ€hrliche Bruttoeinkommen amerikanischer Haushalte lag bei 43.389 Dollar, jedoch hatten circa 16 % aller Haushalte ein Bruttoeinkommen von ĂŒber 100.000 US-Dollar.[67] Dabei verdienten die oberen zwanzig Prozent aller amerikanischen Haushalte mehr als 88.030 US-Dollar brutto im Jahr, wĂ€hrend das untere FĂŒnftel weniger als 18.500 verdiente.[68]
Bildung und ethnische Zugehörigkeit hatten starken Einfluss auf das Einkommen. WĂ€hrend der Median des Bruttohaushaltseinkommens fĂŒr asiatische Haushalte bei 57.518 US-Dollar lag, betrug er nur 30.134 US-Dollar fĂŒr schwarze.[69] Der gleiche Median lag fĂŒr eine Person mit High-School-Abschluss bei 25.900 US-Dollar, bei Personen mit einem akademischen Grad bei 81.400.[70]
Die Armutsschwelle wurde 2006 bei einem Jahreseinkommen von 20.614 US-Dollar (15.860 Euro) fĂŒr eine vierköpfige Familie und von 10.294 US-Dollar (7920 Euro) fĂŒr eine alleinstehende Person angesetzt. 36,46 Millionen lebten unterhalb dieser Grenze.[71]
Der amerikanische Mindestlohn sichert den BeschÀftigten einen Stundensatz von 5,15 US-Dollar zu. Zahlreiche Bundesstaaten schreiben allerdings in davon abweichenden Gesetzen einen zum Teil deutlich höheren Mindestlohn vor.
[Bearbeiten] Staatshaushalt
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von 3,52 Bio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von 2,1 Bio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 9,8 % des BIP.[72] Das Defizit 2009 betrug 1.416 Mrd. US-Dollar und das Defizit 2010 betrug 1.294 Mrd. US-Dollar.[73]
Die Staatsverschuldung der USA betrug im Dezember 2010 13,8 Bio. US-Dollar oder 94,3 % des BIP.[74] Die lokalen Schulden belaufen sich nach der US Debt Clock [74] per Dezember 2010 auf 1,7 Bio. US-Dollar, die Schulden der 50 Bundesstaaten insgesamt auf rund 1,1 Bio. US-Dollar. Die Schulden dieser drei öffentlichen Ebenen belaufen sich zusammen auf 16,6 Bio. US-Dollar bzw. 113,7 % des BIP. Nach Angaben des US-Finanzministeriums besitzt China zum Jahresende 2010 US-Staatsanleihen im Wert von 1,16 Billionen Dollar und ist damit der gröĂte auslĂ€ndische GlĂ€ubiger der USA.[75]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
[Bearbeiten] Verkehr
Das Verkehrsnetz ist polyzentrisch aufgebaut: StraĂen, Schienen und Flugverbindungen laufen vor allem sternförmig auf New York, Philadelphia, Atlanta, Chicago, Houston, Charlotte, Dallas, Denver, Los Angeles und Seattle zu.[77]
FĂŒr die Infrastruktur, darunter auch das StraĂensystem, wurden 2005 etwa 100 Mrd. US-Dollar ausgegeben, das entsprach der HĂ€lfte der Investitionen fĂŒr Infrastruktur in China. Der Zustand von 70.000 BrĂŒcken gilt offiziell als mangelhaft.[78]
Der GĂŒterverkehr wird vor allem von Eisenbahn und LKWs geleistet. Ihre Transportleistungen betrugen 1998: Eisenbahn 2010 Mrd. tkm, StraĂe 1499, Binnenschiff 521, Pipelines 905 Mrd. tkm.
DemgegenĂŒber findet der Personentransport mit Ausnahme des im Fernverkehr dominierenden Flugverkehrs praktisch ausschlieĂlich auf der StraĂe (Individualverkehr oder Ăberlandbusse) statt. Die Bahn ist auĂerhalb des Nordostens als Personentransportmittel praktisch nicht mehr existent.
Die StĂ€dte sind sehr stark auf diese Verteilung ausgelegt. Die InnenstĂ€dte sind klein und werden ĂŒberwiegend fĂŒr BĂŒro- und GeschĂ€ftsrĂ€ume denn als WohnflĂ€che genutzt. Um sie herum befinden sich Gebiete mit MehrfamilienhĂ€usern, in denen vornehmlich die Unterschicht lebt, die sich kein Auto leisten kann. Weiter auĂen befinden sich oft weitlĂ€ufige Wohngebiete aus EinfamilienhĂ€usern ohne jegliche Einkaufsmöglichkeiten. Die Einkaufszentren (Malls) sind hĂ€ufig so gelegen, dass ein Einkauf ohne Auto kaum möglich ist.
Im Mittelstreckenverkehr existiert ein landesweites Netz von inner- und zwischenstaatlichen FernstraĂen (U.S. Highways und Interstate-System). Insbesondere fĂŒr den Verkehr innerhalb der Bundesstaaten, teilweise aber auch fĂŒr Langstrecken, hat der Ăberlandbusverkehr groĂe Bedeutung. Bekannt sind die Greyhound Lines.
[Bearbeiten] Eisenbahn
FĂŒr den MassengĂŒterverkehr ĂŒber lange Strecken spielt die im GĂŒterverkehr von verschiedenen privaten Gesellschaften betriebene Eisenbahn noch heute eine groĂe Rolle. Doch ist diese nicht mehr mit den Jahrzehnten seit der VerkehrserschlieĂung durch die transkontinentalen Eisenbahnen zu vergleichen. Weite Teile des Streckennetzes sind nicht elektrifiziert und werden mit Diesellokomotiven bedient, viele Strecken sind zudem schlecht ausgebaut und marode. Der GĂŒterverkehr hat im Vergleich zu anderen LĂ€ndern eine wesentlich höhere ProduktivitĂ€t, das Haupttransportgut auf der Schiene ist Kohle (45 % des GĂŒtervolumens).[79]
In den stĂ€dtischen Ballungsgebieten der OstkĂŒste, Kaliforniens und im Raum Chicago hat der Personenverkehr auf der Schiene eine gewisse Rolle behalten, die er teilweise sogar wieder ausbauen konnte, beispielsweise mit dem Acela Express zwischen Washington D.C. und Boston, welcher eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 km/h erreicht. Die weiten Strecken zwischen den stĂ€dtischen Agglomerationen werden fahrplanmĂ€Ăig bedient, jedoch liegt die Hauptbedeutung hier eher im touristischen Bereich â vergleichbar den Schienenkreuzfahrten in Europa, auch aufgrund meist sehr langer Fahrzeiten und geringer Geschwindigkeiten. Insgesamt hat der Schienenverkehr nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Personenverkehr in den USA, bei weitem geringer als in anderen Staaten. Der Personenverkehr wird hauptsĂ€chlich von der Gesellschaft Amtrak betrieben.
Derzeit plant die US-Regierung den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes auf zehn Korridoren zwischen verschiedenen groĂen BallungsrĂ€umen, u. a. an der WestkĂŒste in Kalifornien und an der OstkĂŒste, verteilt ĂŒber die nĂ€chsten sechs Jahre. Vor allem aufgrund des ĂŒberlasteten StraĂen- bzw. Flugverkehrs sei dies langfristig sinnvoll. Insgesamt kostet das Projekt 53 Milliarden US-Dollar (ca. 39 Milliarden Euro), hauptsĂ€chlich finanziert aus dem Konjunkturpaket der USA.[80]
[Bearbeiten] Flugverkehr
Wichtiger VerkehrstrĂ€ger im Personenverkehr fĂŒr Lang- und Mittelstrecken ist der Flugverkehr. Bedeutende FlughĂ€fen befinden sich in New York, Atlanta, Boston, Chicago, Dallas, Denver, Houston, Charlotte, Salt Lake City und Los Angeles. Kleine FlughĂ€fen mit planmĂ€Ăigem Betrieb gibt es in nahezu jeder Kleinstadt.
[Bearbeiten] Seeschifffahrt
Die gröĂten SeehĂ€fen befinden sich unter anderem in Boston, Chicago (ĂŒber den Sankt-Lorenz-GroĂschifffahrtsweg), New York, Houston, Los Angeles, San Francisco und Seattle.
[Bearbeiten] Kultur
Die amerikanische Kultur ist geprĂ€gt von der Vielfalt der ethnischen EinflĂŒsse und Traditionen, die zahlreiche Einwanderergruppen mitbrachten. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche amerikanische PopulĂ€rkultur heraus.
Die frĂŒhe Kulturproduktion in den USA war vor allem durch die englische âLeitkulturâ geprĂ€gt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen VerhĂ€ltnisse schnell an EigenstĂ€ndigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine AusĂŒbung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so dass sie sich stark an europĂ€ischen Mustern orientieren mussten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrechterhalten werden.
Im 20. Jahrhundert lösten sich amerikanische KĂŒnstler von den Vorbildern der Alten Welt. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert.
Zur zeitgenössischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den USA gehörten die VerjĂŒngung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden KĂŒnste.
In den Vereinigten Staaten gibt es â Ă€hnlich wie in Deutschland, aber anders als in Frankreich â kein zentrales Kulturministerium, das eine landesweite Kulturpolitik steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Ăberzeugung wider, dass es Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, in denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen fĂŒr Kunst und Geisteswissenschaften â âNational Endowment for the Artsâ (NEA) und âNational Endowment for the Humanitiesâ (NEH) â unterstĂŒtzen mit ZuschĂŒssen sowohl einzelne KĂŒnstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tĂ€tig sind. Seit der âRepublican Revolutionâ 1994, bei der die Republikaner im Kongress die Mehrheit errangen, wurden beide Stiftungen sowie auch die öffentlichen Rundfunkanstalten PBS und NPR immer wieder durch MittelkĂŒrzungen bedroht, oft begleitet von dem Vorwurf, sie betrieben eine âlinkeâ Politik zugunsten einer âEliteâ. Insbesondere Kunst, die von christlich-fundamentalistischen oder stark römisch-katholischen Kreisen kritisch betrachtet wird, wird ein Zielpunkt dieser Drohungen.
WĂ€hrend das Budget der NEA, das sich 2003 auf 115 Millionen US-Dollar belief, verglichen mit der Kulturförderung anderer LĂ€nder bescheiden war, so machten von jeher private Spenden den GroĂteil der Kulturförderung aus. Diese privaten Spenden wurden fĂŒr das Jahr 2002 auf ungefĂ€hr 12,1 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt.
[Bearbeiten] Indigene Kultur
Die Kulturformen der rund 350 als StĂ€mme (tribes) betrachteten Indianergruppen, deren Angehörige sich als American Indians oder Native Americans bezeichnen und im Hauptteil der USA leben, sind nicht einheitlich, auch die in Alaska lebenden 225 anerkannten StĂ€mme der Alaska Natives unterscheiden sich erheblich, erst recht die Gruppen auf Hawaii. Innerhalb des Landes, zwischen Stadt und Land, sowie zwischen den ethnischen Gruppen sind die Unterschiede denkbar groĂ. Sie entwickelten eigene IdentitĂ€ten und kulturelle Strukturen, die sich Kulturarealen zuordnen lassen, die Zahl der Sprachen war sehr hoch, jedoch sind viele von ihnen vom Aussterben bedroht. Die gröĂte Sprache mit rund 150.000 Sprechern ist das Navajo.
An der PazifikkĂŒste war die Kultur von Fischfang dominiert, oder vom Walfang, wie bei den Makah im Nordwesten Washingtons. Dort finden sich gewaltige TotempfĂ€hle, deren gröĂter in Washington steht. Im Binnenland dominierten berittene Jagd, Sammeln und Flussfischerei. In den groĂen Ebenen, den Plains, stand die Bisonjagd im Mittelpunkt, in anderen der Elch. Durch die Ankunft des Pferdes entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert ein Reiternomadismus, der weitrĂ€umige Völkerbewegungen in Gang setzte. Der Osten hingegen wurde ab 1830 weitgehend entvölkert (Pfad der TrĂ€nen), so dass der indianische Kultureinfluss hier lange weniger zu spĂŒren war.
Ăhnlich wie die Literatur verfolgt die indianische Kunstszene nicht nur traditionelle Elemente, sondern verbindet sie mit von Europa inspirierten Mitteln der amerikanischen Kultur. Andere IndianerkĂŒnstler produzieren losgelöst von diesen Traditionen in deren Genres und mit deren Mitteln. Meist stehen in der Literatur ökologische Probleme, Armut und Gewalt, entmenschte Technik oder SpiritualitĂ€t im Vordergrund. Dabei reicht die schriftliche Tradition bis in das frĂŒhe 19. Jahrhundert zurĂŒck, riss jedoch immer wieder ab: William Apes: The Experience of William Apes, a Native of the Forest (1831), ein Pequot, George Copway, ein Anishinabe und Elias Johnson, ein Tuscarora sind frĂŒhe Beispiele. Die Novelle Laughing Boy von Oliver La Farge (1929) wurde erst in den 1960er Jahren wieder aufgenommen. Der Kiowa N. Scott Momaday erhielt 1969 den Pulitzer-Preis fĂŒr House Made of Dawn, Vine Deloria publizierte Custer Died For Your Sins. An Indian Manifesto. Den nationalen Rahmen sprengte Dee Browns Bury My Heart At Wounded Knee von 1970.
[Bearbeiten] Musik
Ein wesentlicher Beitrag der USA zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz, der als erste eigenstĂ€ndige Musikform der USA gilt, des Blues und des Country, aus deren ZusammenfĂŒhrung in den 1950er Jahren der Rock ânâ Roll entstand. Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afroamerikanischer mit europĂ€ischer Folklore und bildet heute eine zentrale Grundlage der populĂ€ren Kultur der westlichen Welt.
[Bearbeiten] Literatur
Die Literaturproduktion knĂŒpfte in keiner Weise an die Traditionen der Indianer an, sondern setzte mit Reiseberichten und Geschichtsschreibung ein, hinzu kamen TagebĂŒcher und theologische Literatur. Das erste gedruckte Buch war das Bay Psalm Book von 1640. Die wichtigsten puritanischen Dichter waren Edward Taylor und Anne Bradstreet (The Tenth Muse Lately Sprung Up in America, London 1650).
1704 verfasste Sarah Kemble Knight den Bericht einer Reise von Boston nach New York (The Journal of Madam Knight), womit die Landschaft erstmals eine Auseinandersetzung erzwang. Mit den Gefangenschaftsberichten bei Indianern drangen zudem interkulturelle Kontakte und Fremdheit in die Literatur vor, wie etwa bei Mary Rowlandson oder John Smiths Bericht ĂŒber seine angebliche Rettung durch Pocahontas. Als wichtigstes Werk der puritanischen Geschichtsschreibung gelten die Magnalia Christi Americana (1702) von Cotton Mather.
Zahlreiche politische Essays und Satiren, die in England wie in Amerika gelesen wurden, stammten aus der Feder von Benjamin Franklin. Patriotismus prĂ€gte die Literatur der GrĂŒndungsjahre. Philip Freneau wurde zum âDichter der amerikanischen Revolutionâ und zeichnete ein wohlwollendes Bild der Indianer. Webster kompilierte von 1806 bis 1828 sein An American Dictionary of the English Language. Auf seine Rechtschreibform gehen zahlreiche Unterschiede des amerikanischen gegenĂŒber dem britischen Englisch zurĂŒck.
Charles Brockden Brown griff die englische Tradition der Gothic Novel auf, und gilt als Wegbereiter des psychologischen Romans. Washington Irving und James Fenimore Cooper waren von den historischen Romanen Sir Walter Scotts beeinflusst. Irving wird oft als BegrĂŒnder der (Kurzgeschichte) bezeichnet. Cooper erfasste im âLederstrumpfâ (1823â41) die Frontiererfahrung und prĂ€sentierte Indianer als âedle Wildeâ.
Die amerikanische Romantik, hĂ€ufig als American Renaissance bezeichnet, erreichte ihren Höhepunkt ĂŒber 30 Jahre nach der europĂ€ischen. Von Ralph Waldo Emerson ging der Transzendentalismus aus. Er berief sich auf Immanuel Kants Transzendentalphilosophie, verband sie jedoch mit fernöstlicher und indischer Philosophie. Sein The American Scholar von 1837 wurde als âkulturelle UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rungâ der USA bezeichnet.
Henry David Thoreau lebte zwei Jahre in einer BlockhĂŒtte. Sein Streben nach einem alternativen Lebensentwurf machte sein ĂŒber diese zwei Jahre berichtendes Walden in den 1960er Jahren zu einem Kultbuch der Hippiebewegung. Thoreaus politischer Essay Ziviler Ungehorsam (1849) beeinflusste Martin Luther King ebenso wie die Umweltbewegung.
Walt Whitman stellte in freien Versen die Körperlichkeit in den Vordergrund, Nathaniel Hawthorne war dagegen von einem tiefen Skeptizismus geprÀgt. Seine Themen waren Schuld, Strafe und Intoleranz, etwa in der Gesellschaft seiner puritanischen Vorfahren. In Die Blithedale-Maskerade 1841 schilderte er das Scheitern einer utopischen Kommune.
Herman Melvilles Moby Dick (1851) war eine Reflexion ĂŒber die Fragen des Daseins, ĂŒber Gut und Böse, die Begrenztheit der menschlichen ErkenntnisfĂ€higkeit. Dieses und seine SpĂ€twerke, wie Bartleby der Schreiber, wurden erst lange nach seinem Tod anerkannt.
Edgar Allan Poes Kurzgeschichten beeinflussten die Entwicklung der phantastischen und der Horrorliteratur, mit Der Doppelmord in der Rue Morgue erfand er die Detektivgeschichte. Poe gelang es mittels einer Dichtungstheorie (Die Methode der Komposition, Das poetische Prinzip) die Lyrik in das Gebiet symbolistischer und lautpoetischer Sprachkunst zu entwickeln.
Der Konflikt zwischen Nord- und SĂŒdstaaten um die Sklaverei wurde auch mit literarischen Mitteln ausgetragen. 1789 erschien die Autobiografie Olaudah Equianos, Harriet Beecher Stowes (Onkel Toms HĂŒtte) (1852) wurde im Norden ein Bestseller.
Herausragend sind Faulkners Yoknapatawpha-Romane (1930er), Stephen Vincent BenĂ©ts John Brownâs Body (1928) und nicht zuletzt Margaret Mitchells Vom Winde verweht (1936). Die SĂŒdstaaten schwankten zwischen Nostalgie und scharfer Kritik. Der Dichter und Musiker Sidney Lanier schrieb dĂŒstere Oden, Kate Chopin ĂŒber die kreolisch geprĂ€gte Gesellschaft Louisianas. Mark Twains â Die Abenteuer des Huckleberry Finn (1885) â oder Frank Norrisâ local color literature exponierten regionale Eigenheiten und Dialekte.
Das Massenelend in den StĂ€dten wurde zum Thema. Jack London zog wĂ€hrend des Klondike-Goldrauschs in den Ă€uĂersten Norden (Ruf der Wildnis). Frank Norris gehörte wie London der radikalen Literaturszene San Franciscos an. Seine Romane thematisierten das harte Leben in Kalifornien, dem vermeintlichen Gelobten Land (Gier nach Gold, 1899). Upton Sinclair deckte in Der Sumpf (1906) die MissstĂ€nde in den Schlachthöfen Chicagos auf.
T. S. Eliot oder W. H. Auden, Ezra Pound und Hilda Doolittle (H. D.) gelten als Vertreter der Moderne. Viele amerikanische Schriftsteller verbrachten einige Zeit in Europa; Stein schuf fĂŒr sie den Begriff (âVerlorene Generationâ). John Dos Passos schrieb mit Manhattan Transfer den bekanntesten GroĂstadtroman. Als 1927 die Anarchisten Sacco und Vanzetti hingerichtet wurden, hielten vor den GefĂ€ngnistoren John Dos Passos, Langston Hughes und Edna St. Vincent Millay Mahnwache. Viele Schriftsteller wandten sich dem Sozialismus zu. Die âproletarische Literaturâ erreichte mit Werken wie Dos Passosâ U.S.A.-Trilogie (1930â36) und John Steinbecks FrĂŒchte des Zorns (1939) ihren Höhepunkt.
Die zwölf Autoren des Pamphlets I'll Take My Stand und ihre Nachfolger wurden als Southern Agrarians bekannt; sie wandten sich gegen RationalitĂ€t, Industrialisierung und VerstĂ€dterung. Eliot veröffentlichte 1922 das wohl bekannteste Gedicht der englischsprachigen Moderne: Das wĂŒste Land.
Gertrude Steins Gedichte sind oft mehr dem Klang als dem Sinn verpflichtet. Ein Extrem der Prosa stellt der knappe Stil Ernest Hemingways dar, ein entgegengesetztes die wuchernden SĂ€tze William Faulkners. Sein Werk (Literaturnobelpreis 1950) wurde in Frankreich insbesondere von Jean-Paul Sartre und anderen Existenzialisten, in Deutschland von Gottfried Benn gefeiert. Den gröĂten Einfluss hatte er aber wohl auf die lateinamerikanische Literatur, insbesondere des magischen Realismus. Sherwood Anderson und Thomas Wolfe waren Vorbilder Faulkners. F. Scott Fitzgeralds Werke beobachteten die gehobene Gesellschaft New Yorks oder die Exilanten-BohĂšme, und so wurde er zum Chronisten der âwilden Zwanzigerâ. In Der groĂe Gatsby (1925) griff er den amerikanischen Erfolgsmythos auf.
Mit der Harlem Renaissance begann um 1920 eine BlĂŒtezeit der afroamerikanischen Literatur, stark beeinflusst von Alain LeRoy Lockes Anthologie The New Negro (1925). Richard Wright und Ralph Ellison gehörten der Generation an, die auf die der Harlem Renaissance folgte und in ihr Vorbilder fand, aber deren Optimismus der Resignation gewichen war. Wrights Native Son (1940) und Ellisons Der unsichtbare Mann (1951) gelten als die zentralen Werke.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen Norman Mailers Die Nackten und die Toten und Gore Vidals Williwaw, James Jones' (Verdammt in alle Ewigkeit) und Herman Wouks Die Caine war ihr Schicksal. Mailer verarbeitete sein Engagement in der Antikriegsbewegung in Heere aus der Nacht, fĂŒr den er âfactionâ (Neubildung aus fact und fiction) als neue Literaturgattung erfand. Vidal löste 1948 mit Geschlossener Kreis einem der ersten schwulen Romane, einen Skandal aus.
Henry Miller pflegte eine ablehnende Haltung: Der klimatisierte Alptraum (1945) ist einer seiner Titel und zugleich sein Spottname fĂŒr die USA. Er erlangte mit Wendekreis des Krebses (1934) und Wendekreis des Steinbocks (1939) einen Ruf als Skandalautor. Seine Werke sind â wie auch die Trilogie Nexus, Plexus, Sexus (1948â60) â jedoch eher als spirituelle Biografie und Zeugnisse mystischer Neigungen interessant.
In den spÀten 1940er Jahren bildete sich um Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Gregory Corso und William S. Burroughs eine neue literarische BohÚme, die als Beat Generation bezeichnet wurde. Der kulturelle Einfluss der beat poets zeigt sich darin, dass die nonkonformistische Jugendbewegung um 1960 nach ihnen als Beatniks bezeichnet wurde. Ginsbergs Gedichte stehen in ihrer freien Form, im radikalen Individualismus und visionÀren Drang in der Tradition Whitmans, sind aber zugleich ironisch-verzweifelte Kommentare zum Zustand der Gesellschaft. So wurde er in den 1960er Jahren zu einer Symbolfigur der Hippies.
Jack Kerouacs bekanntester Roman On the Road beschreibt eine Reise zweier junger MĂ€nner auf der Flucht vor ZwĂ€ngen und auf der Suche nach Sinnesfreuden und spiritueller ErfĂŒllung als Gegenentwurf gegen Materialismus und KonformitĂ€tszwang. Eine zentrale Figur der Hippiebewegung wurde auch Ken Kesey (Einer flog ĂŒber das Kuckucksnest).
In den 1960er und 1970er Jahren wurden im engeren Sinne experimentelle Autoren wie Vladimir Nabokov, Thomas Pynchon und John Barth als âpostmodernâ bezeichnet. Heute wird oftmals die gesamte Literaturproduktion etwa ab 1960 unter dem Begriff der Postmoderne gefasst, weil sie als Produkt einer postmodernen Gesellschaft begriffen wird. Wege gemeinschaftlichen literarischen Schaffens erproben Systeme wie NaNoWriMo.
[Bearbeiten] Massenmedien
In dem im 20. Jahrhundert stattfindenden Prozess der Durchdringung aller Bereiche des tĂ€glichen Lebens durch Medien haben die USA immer eine Vorreiterrolle gespielt. Schon in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts ist die Entstehung einer Boulevardpresse zu beobachten. Auch die massenhafte Verbreitung von Radio, Fernsehen, Computer und Internet erfolgte hier frĂŒher als im Rest der Welt. 1998 besaĂen bereits 53 % der Haushalte einen eigenen Personal Computer.
[Bearbeiten] Geschichte und VerfassungsverstÀndnis
Bereits in den GrĂŒnderkolonien entwickelte sich rasch ein Zeitungswesen. Die erste von den Briten allerdings gleich wieder verbotene Zeitung namens Publick occurences, Both Foreign and Domestik erschien bereits 1690. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden bereits regelmĂ€Ăig Zeitungen veröffentlicht, und wĂ€hrend der Revolution zeigte sich eine rege Presse- und Flugblattagitation. Der Pressefreiheit wurde im ersten Verfassungszusatz dann 1791 auch ein prominenter Platz eingerĂ€umt. In den USA herrschte schon frĂŒh die Ăberzeugung, dass das allgemeine Wohl am besten durch einen, wie es Oliver W. Holmes 1919 formulierte, âfreien Austausch/Handel von Ideen und Vorstellungenâ (âfree trade of ideasâ) erreicht werde.[81] Diese Funktion des ersten Zusatzartikels bestĂ€tigte der Supreme Court im Jahr 1969:
- "It is the right of the viewers and listeners, not the right of the broadcasters, which is paramount. It is the purpose of the First Amendment to preserve an uninhibited marketplace of ideas in which truth will ultimately prevail, rather than to countenance monopolization of that market"[82]
[Bearbeiten] Medienkonzerne
Time Warner ist ein Medienunternehmen mit zahlreichen GeschĂ€ftsfeldern. Zu Time Warner gehören unter anderem das Film- und Fernsehstudio Warner Bros., der Pay-TV-Sender Home Box Office (HBO) und die Time Inc. Buch- und Zeitschriftenverlage. Viacom ist ein amerikanischer Medienkonzern mit Beteiligungen an MTV Networks und Paramount Pictures. NBC Universal ist das drittgröĂte Medienunternehmen der Welt, nach Time Warner und Viacom. Zu NBC Universal gehören die amerikanischen Sender National Broadcasting Company (NBC), USA Network und MSNBC, sowie das Filmunternehmen Universal Studios. Die News Corporation ist ein Medienkonzern des HauptaktionĂ€rs Rupert Murdoch. Die News Corporation hat zahlreiche Beteiligungen an Film- und Fernsehunternehmen, Zeitungs- und Buchverlagen. Zu den Beteiligungen gehören u. a. die Unternehmen 20th Century Fox, Fox Broadcasting Company, New York Post und Dow Jones (Wall Street Journal).
Siehe auch: Tageszeitungen in den Vereinigten Staaten
[Bearbeiten] Schulsystem
Zum Schulsystem siehe den Artikel Schulsystem der Vereinigten Staaten.
[Bearbeiten] Wissenschaft
Seit den AnfĂ€ngen als unabhĂ€ngige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermöglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt Wissenschaft und Erfindungen gefördert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher AktivitĂ€t wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, â[âŠ] den Fortschritt der Wissenschaft und nĂŒtzlicher KĂŒnste zu fördern, indem Urhebern und Erfindern fĂŒr eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird [âŠ]â. Diese Bestimmung ist Grundlage fĂŒr das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten.
Zwei der GrĂŒndervĂ€ter der USA waren selbst namhafte Wissenschaftler. Benjamin Franklin fĂŒhrte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von ElektrizitĂ€t ist, und erfand den Blitzableiter. Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und fĂŒhrte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die Neue Welt ein.
Im 19. Jahrhundert stammten die fĂŒhrenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus GroĂbritannien, Frankreich und Deutschland, doch wurden sie vielfach nicht rezipiert. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den UrsprungslĂ€ndern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im RĂŒckstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. GroĂe amerikanische Erfinder sind Robert Fulton (Dampfschiff), Samuel F. B. Morse (Telegraf), Eli Whitney (die Baumwollentkörnungsmaschine Cotton Gin), Cyrus McCormick (MĂ€her), die BrĂŒder Wright (Motorflugzeug) und Thomas Alva Edison, der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder.
In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts wurden amerikanische Wissenschaftler zunehmend fĂŒr ihre BeitrĂ€ge zur Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese VerĂ€nderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten HĂ€lfte des Jahrhunderts â 1901 bis 1950 â stellten Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit 1950 haben in den USA tĂ€tige Wissenschaftler etwa die HĂ€lfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten. Die Verarbeitung nicht-angelsĂ€chsischer Forschung unterlag von Anfang an starker BeschrĂ€nkung durch die Tatsache, dass die einzig gĂ€ngige Sprache das Englische war.
Wurde in den Nachkriegsjahren Höhere Bildung als öffentliches Gut betrachtet und Forschung als eine nationale Ressource, so Ă€nderte sich dies in den 1980er Jahren. Bildung verlor an intrinsischem Wert, sie unterlag zunehmend den kapitalistischen Marktregeln, wurde eher als persönliche Investition betrachtet und damit zum privaten Gut und zum Mittel des Markterfolgs. WĂ€hrend bis weit in die 70er Jahre ein gehobener akademischer Abschluss mit gesellschaftlichem Erfolg gleichgesetzt wurde, erzeugte die verĂ€nderte MentalitĂ€t ein Ăberangebot an Promovierten, und, angesichts der zunehmenden Kosten, eine sinkende Bereitschaft, sich in Gesellschafts- und Geisteswissenschaften zu engagieren.[83]
Siehe auch: Kunst in den Vereinigten Staaten, Liste amerikanischer Schriftsteller
[Bearbeiten] Sport
Die Vereinigten Staaten verfĂŒgen ĂŒber eine ausgeprĂ€gte Sportkultur, die vor allem die drei Nationalsportarten American Football, Baseball und Basketball umfasst. Die USA beheimaten, zusammen mit Kanada, die besten und höchstangesehensten Profi-Ligen NFL (American Football - mittlerweile die beliebteste Sportart), MLB (Baseball ) und NBA (Basketball). Ebenfalls auf sehr hohem Niveau wird das beliebte Eishockey gespielt (NHL), das man allerdings nicht zu den Nationalsportarten zĂ€hlen kann. Die Nationalmannschaften der USA in diesen Sportarten sind regelmĂ€Ăige AnwĂ€rter auf einen Titelgewinn. Trotz gemeinsamer kultureller Wurzeln sind die Vereinigten Staaten nicht in die sportlichen PrĂ€ferenzen des britischen Commonwealth eingebunden; so ist Cricket in den USA nahezu unbekannt und Rugby gilt als Randsportart.
Eine Aufteilung in Leistungs- und Breitensport existiert nicht wie im deutschen VerstĂ€ndnis. Vielmehr hat sich eine Riege bestimmter SekundĂ€rsportarten entwickelt, deren Bedeutung nicht an der (im Ăbrigen eher geringen) Kommerzialisierung und Verarbeitung in den landesweiten Medien, sondern an der Verbreitung an Schulen sowie an der Masse der regionalen Auseinandersetzungen gemessen wird. Zu diesen Sportarten zĂ€hlt neben dem FuĂball (amerikanisches Englisch: soccer) das weitverbreitete Lacrosse.
Typisch fĂŒr das amerikanische Sportgeschehen ist eine hohe Betonung des Unterhaltungseffektes sowie des integrativen Charakters des Sports. Kennzeichnend fĂŒr die groĂe Nachfrage nach dem Unterhaltungswert des Sports ist neben dem durchgehend aufwendigen Einsatz von Show- und choreographischen Elementen (Beleuchtung, Cheerleader) in manchen Sportarten eine fĂŒr auslĂ€ndische VerhĂ€ltnisse untypische, aber meist ungefĂ€hrliche Inszenierung von Action und Gewalt, beispielsweise beim Wrestling.
Die USA sind darĂŒber hinaus Initiatoren einer weiteren subjektiven Einteilung diverser Sportarten, die bei bewusster Schaffung eines LebensgefĂŒhls vor allem als legere Freizeitgestaltung betrieben werden. Dazu gehören neben Tennis und Bodybuilding diverse Trendsportarten.
Die groĂen Hoffnungen, den die Gesellschaft der USA in den integrierenden Effekt des Sports legt, werden angesichts der Aufstiegsmöglichkeiten darin deutlich. Ein bedeutender Teil der Stipendien fĂŒr die UniversitĂ€ten wird an sportliche Talente vergeben. Der dabei im In- und Ausland oft geĂ€uĂerte Vorwurf, dass solche Stipendiaten ohne ihre athletischen FĂ€higkeiten intellektuell an einer Hochschule nicht bestehen wĂŒrden, trifft selten zu, da auf schulische Leistungen groĂen Wert gelegt wird und bei mangelhaften schulischen Leistungen die SportausĂŒbung beschnitten wird. In einem fĂŒr die Nationalsportarten im Laufe der Zeit entwickelten Modus, dem sogenannten Drafting System, werden unter Einstreuung gewisser ZufĂ€lligkeiten die Rechte an den besten Talenten eines Jahrgangs an die schwĂ€chsten Vereine vergeben.
Im Gegensatz zum Lacrosse versucht die FĂŒhrung des FuĂballsports in den USA, Anschluss an die vier Nationalsportarten zu finden. Dabei muss die höchste Spielklasse, die Major League Soccer, diverse, teilweise kulturell gebildete Differenzen zwischen dem nordamerikanischen und dem europĂ€ischen SportverstĂ€ndnis zu ĂŒberbrĂŒcken versuchen. WĂ€hrend die Kommerzialisierung des internationalen HerrenfuĂballs bis zu einem gewissen Grad mit dem der amerikanischen Sportarten vergleichbar ist, ist den meisten Amerikanern der Abstiegskampf sowie die organisatorische SchwĂ€che der Spieler den Vereinen gegenĂŒber unbekannt. So beruht die Faszination des FuĂballs mehr auf seiner sozialen, ökonomischen und politischen Entwicklung als auf seiner direkten Inszenierung. Daher wird dem FuĂball in den Vereinigten Staaten angesichts der ĂŒberdurchschnittlichen Infrastruktur des Landes fĂŒr die Zukunft eine gewisse internationale KonkurrenzfĂ€higkeit zugeschrieben, wĂ€hrend der nationale Bedeutungszuwachs umstritten ist. DafĂŒr wird die gleichzeitige Befriedigung nationaler wie internationaler AnsprĂŒche an die höchste Spielklasse des Landes von Bedeutung sein. Vor diesem Hintergrund verpflichtete Los Angeles Galaxy im Jahre 2007 David Beckham. DemgegenĂŒber ist der FrauenfuĂball in den USA erfolgreicher und in der internationalen Spitzenklasse vertreten.
[Bearbeiten] Feiertage
Auch hinsichtlich der Feiertage besteht in den Vereinigten Staaten ein anderes VerstĂ€ndnis als in Europa. Prinzipiell gelten von der Regierung eingerichtete Feiertage nur fĂŒr ihre Beamten und Angestellten, einschlieĂlich der Mitarbeiter der Post. Allerdings sind viele Feiertage wegen ihrer kulturellen Verankerung auch in der Wirtschaft Usus geworden. Die Feiertage in den Vereinigten Staaten sind mit Ausnahme des Weihnachts- und des Neujahresfestes aufgrund der strikten Trennung von Staat und Kirche nichtreligiöser, also vor allem patriotischer Natur.
[Bearbeiten] Literatur
- Thomas Bender: A Nation Among Nations. America's Place in World History, New York 2006.
- Volker Depkat: Geschichte Nordamerikas. Eine EinfĂŒhrung. Reihe: Geschichte der Kontinente. Böhlau, Köln 2008 ISBN 978-3-8252-2614-5
- David A. Gerber, Alan M. Kraut (Hrsg.): American Immigration and Ethnicity. A Reader. Palgrave Macmillan, New York 2005. ISBN 978-0-312-29349-9
- Roland Hahn: USA. Neue Raumentwicklungen oder eine Neue Regionale Geographie, Gotha, Stuttgart: Klett-Perthes, 2. Auflage 2002.
- JĂŒrgen Heideking: Geschichte der USA. Mit CD-ROM Quellen zur Geschichte der USA. TĂŒbingen 2007, ISBN 978-3-8252-1938-3.
- Peter Lösche (Hg.): LĂ€nderbericht USA â Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. bpb, Bonn 2004, ISBN 3-89331-485-7 5. neu bearb. Aufl. ebd. 2008 ISBN 978-3-89331-851-3 ISSN 0435-7604
- AuĂenpolitik der USA. Aus Politik und Zeitgeschichte, 14. ISSN 0479-611x 3. April 2006. Online: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung
- Klaus Schwabe: Weltmacht und Weltordnung. Amerikanische AuĂenpolitik von 1898 bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn 2006
- Ian Tyrrell: Transnational Nation. United States History in Global Perspective since 1789, Houndmills 2007
[Bearbeiten] Siehe auch
Portal:Vereinigte Staaten â Bilder, Artikel und mehr zu den Vereinigten Staaten
[Bearbeiten] Weblinks
- Links zum Thema Vereinigte Staaten im Open Directory Project
- Amerikanische diplomatische Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland
- LÀnder- und Reiseinformationen des AuswÀrtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland
- LĂ€nderprofil 2008 (PDF) des Statistischen Bundesamtes
- USA auf dem Informationsportal zur politischen Bildung
- Interaktive Karte ĂŒber die Verteilung der in den USA gesprochenen Sprachen
- LĂ€nderinformationen, Exportbericht und Statistiken zu USA
- Geothermische Karte der USA, mit Temperaturangaben in ca. 6 km Tiefe
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â Auf Bundesebene keine Sprache als Amtssprache benannt, de facto Englisch. In 31 Bundesstaaten ist Englisch als offizielle Amtssprache gesetzlich festgelegt, http://www.us-english.org/view/13 teilweise neben anderen Sprachen.
- â United Nations Statistics 2007
- â Offizieller monatlicher SchĂ€tzwert der US-Zensusbehörde. Siehe auch die laufend aktualisierte Bevölkerungsuhr
- â Google Public Data Explorer â Weltbank, abgerufen am 28. April 2012
- â Human Development Report Office: United States â Country Profile: Human Development Indicators
- â US Census Bureau â Density Using Land Area For States, Counties, Metropolitan Areas, and Places
- â Dazu Plants, National Biological Service (PDF, 888 kB)
- â Global Significance of Selected U.S. Native Plant and Animal Species, in: Sustainable Development Indicators, 2007
- â United States -- Urban/Rural and Inside/Outside Metropolitan Area, U. S. Census Bureau, 2000
- â Dabei verfĂ€lscht diese ZĂ€hlweise insofern, als viele Amerikaner mit britischen Wurzeln als Kanadier gezĂ€hlt werden, da sie nicht aus dem britischen Mutterland, sondern aus Kanada einwanderten. Ăhnliches gilt fĂŒr die aus Mexiko kommenden Zuwanderer, deren indianische Vorfahren auf diese Art unterschlagen werden. Herkunftsgruppen in den USA, laut US-Zensusbehörde
- â Native North American Languages Spoken at Home in the United States and Puerto Rico: 2006â2010, US-Census, Dezember 2011 (PDF, 4,6 MB).
- â S.I. Hayakawa Official English Language Act of 2007 (Introduced in Senate)
- â Nashville's English-only measure defeated, in: The Tennessean, 23. Januar 2009
- â Census.gov
- â Nach Angaben der Jewish Virtual Library 2,2 %. Die Verteilung auf die Bundesstaaten findet sich hier.
- â American Religious Identification Survey
- â http://pewglobal.org The Global Attitudes Project, PDF 484 kB.
- â Thompson Gilbert: The American Class Structure. Belmost, CA: Wadsworth 1998, 0-534-50520-1
- â Florian Rötzer: Fast 16 Prozent der US-Amerikaner sind arm, 21. Oktober 2009, unter heise.de.
- â Thomas Schulz: Auf dem Weg nach unten, DER SPIEGEL, Nr. 33, 16. August 2010
- â www.forbes.com; World's Billionaires
- â Florian Rötzer: Die Reichen werden immer schneller noch reicher, Telepolis, 15. Dezember 2007
- â Susan B. Carter und Richard Sutch: Historical Background to current immigration issues in: The Immigration Debate: Studies on the Economic, Demographic and Fiscal Effects of Emigration, Hg. James P. Smith und Barry Edmonston, The national Academies Press 1988, S. 289-366.
- â Einwanderungsquoten nach dem Immigration Act von 1924 fĂŒr die Jahre 1925 bis 1927
- â Chapter 17. ADDING DIVERSITY FROM ABROAD: The Foreign-Born Population, 2000
- â We the People: Hispanics in the United States (PDF)
- â Brad Knickerbocker: Illegal immigrants in the US: How many are there? in: The Christian Science Monitor, 16. Mai 2006
- â hr.online: [http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=16418&key=standard_document_25088216 Ein ganz heisses Thema in den USA] (Link nicht abrufbar), 29. MĂ€rz 2006
- â Radio Vatikan: Mexiko: Immer mehr Tote an der Grenze, 26. November 2007
- â 1100 Kilometer Zaun zum Schutz vor Einwanderern. Archiviert vom Original am 8. Dezember 2008, abgerufen am 26. Oktober 2006.
- â Operation Wetback, in: The Handbook of Texas Online
- â o. V.: USA Statitics in Brief â Government, Social Welfare and Law Enforcement. Zugriff: 18. Mai 2009.
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40-100Koordinaten: 40° N, 100° W
23 nordamerikanische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen:
Kanada | Mexiko | Vereinigte Staaten
Zentralamerika: Belize | Costa Rica | El Salvador | Guatemala | Honduras | Nicaragua | Panama
Karibik: Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Dominica | Dominikanische Republik | Grenada | Haiti | Jamaika | Kuba | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Trinidad und Tobago1
Andere Gebiete:
Amerikanische Jungferninseln (USA) | Anguilla (UK) | Aruba (NL) | Bermuda (UK) | Bonaire, Saba und Sint Eustatius (NL) | Britische Jungferninseln (UK) | Curaçao (NL) | Grönland (DK) | Guadeloupe (F) | Kaimaninseln (UK) | Martinique (F) | Montserrat (UK) | Navassa (USA) | Puerto Rico (USA) | San Andrés und Providencia (COL) | Saint-Barthélemy (F) | Saint-Martin (F) | Saint-Pierre und Miquelon (F) | Sint Maarten (NL) | Turks- und Caicosinseln (UK)
1liegt auf dem sĂŒdamerikanischen Festlandssockel.
G6: Deutschland | Frankreich | Vereinigtes Königreich | Italien | Japan | Vereinigte Staaten
Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Brasilien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten
Australien | Belgien | Chile | DĂ€nemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Island | Israel | Italien | Japan | Kanada | Luxemburg | Mexiko | Neuseeland | Königreich der Niederlande | Norwegen | Ăsterreich | Polen | Portugal | Schweden | Schweiz | SĂŒdkorea | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | TĂŒrkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
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