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Verb – Wikipedia

Verb

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Verb (von lat. verbum (temporale) „Zeitwort“) ist ein fachsprachlicher Ausdruck der traditionellen Grammatik fĂŒr eine Wortart, die eine TĂ€tigkeit, ein Geschehen oder einen Zustand ausdrĂŒckt, und erfasst Wörter wie gehen, denken, segeln und wandern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriff

Schulseitig heißt es, dass das Verb die verĂ€nderbare (flektierbare) Wortart sei, die eine TĂ€tigkeit, ein Geschehen, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichne[1]. Mehr oder weniger glĂŒcklich ĂŒbersetzt spricht man daher auch (in Schulgrammatiken) von TĂ€tigkeitswort, Zeitwort[2] oder Tunwort[3] und teilt Verben (unter anderem) in TĂ€tigkeits-/Handlungsverben (weinen, kritisieren, malen), Vorgangsverben (wachsen, fallen) und Zustandsverben (stehen, leben, bleiben)[4] ein.

Da auch Substantive TĂ€tigkeiten, Geschehen, VorgĂ€nge und ZustĂ€nde bezeichnen können (Beispiele: das Gehen, das Denken, das Leben, das VerblĂŒhen), ist die obige Definition offensichtlich unzureichend.

Als Differenzierungsmerkmal wird auch hervorgehoben, dass das Verb „die einzige konjugierbare Wortart”[5] sei. Diese Definition ist jedoch zirkulĂ€r, wenn/da Konjugation als die Beugung (Flexion) des Verbs definiert wird.

Als spezifisch fĂŒr die Wortart Verb werden daher auch die grammatischen Kategorien „Genus Verbi, Modus, Tempus und (in Übereinstimmung mit dem Subjekt) durch Person und Numerus (sowie in manchen Sprachen zusĂ€tzlich durch Aktionsart und Aspekt)” genannt[6]. Da Person und Numerus des Verbs durch das Nomen bestimmt werden und Aktionsart und Aspekt im Deutschen nicht morphologisch zum Ausdruck kommen, bleiben als fĂŒr das Verb spezifische grammatische Merkmale das Genus Verbi (Aktiv/Passiv), der Modus und das Tempus. Deshalb heißt es auch: „Die Tempus-Modus-Flexion, die das beschriebene Geschehen u. a. zeitlich einordnet, unterscheidet die Wortart Verb von allen anderen”[7].

Aus Sicht der (extensionalen) Logik erscheint das Moment der zeitlichen Einordnung als sekundÀr, steht die prÀdikative Funktion im Vordergrund und sind Verben schlicht ein- oder mehrstellige PrÀdikate im logischen Sinn.[8].

  • Beispiele:
    • (1) Peter geht = Peter ist gehend = GEHEN (Peter) = G (p)
    • (2) Peter und Tina gehen zusammen = ZUSAMMENGEHEN (Peter, Tina) = Z (p, t)

Die logische Sicht findet ihre Parallele in der Lehre von der Verbvalenz.

Dies lÀsst das Verb als die Wortart hervorheben, die das PrÀdikat - nunmehr im grammatischen Sinn - bildet und zusammen mit dem Subjekt den Satz konstituiert[8].

[Bearbeiten] Etymologie

Der Ausdruck Verb ist eine gelehrte Entlehnung des 16. Jahrhunderts vom lat. verbum.[9] Synonym wird daher auch heute noch Verbum verwendet.

Als Übersetzung von verbum wird gewöhnlich schlicht Wort angegeben. Beide Wörter haben auch die gleiche indoeuropĂ€ische Wurzel.[9] Wichtiger ist, dass das lateinische Wort verbum fĂŒr das griechische Wort rhema verwandt wurde[8], das allgemein Rede, Wort, Ausspruch bedeutet[8], spezifischer aber auch als das griechische Wort fĂŒr "Aussage" angesehen wird[10] – „ein Hinweis darauf, dass man das Verb als unentbehrlich fĂŒr eine Aussage ansah.”[10]

[Bearbeiten] Universalsprachlichkeit des Verbums?

Die Universalsprachlichkeit der Wortart Verb wird unterschiedlich beurteilt. Die Nomen-Verb-Distinktion (Unterscheidung zwischen Dingworten und TĂ€tigkeitsworten) wird sprachĂŒbergreifend als grundlegende grammatische Unterscheidung angesehen.

[Bearbeiten] Verb, Flexion und verbale Kategorien

Insbesondere bei flektierenden Sprachen unterscheidet man die Konjugation, also die Flexion von Verben, von der Deklination oder Nominalflexion.

Zu unterscheiden ist zwischen dem Verb und der Verbform. Bei den Verbformen unterscheidet man zwischen den finiten Verbformen (gebeugte (konjugierte) Verbform; (Verbum) Finitum) und den infiniten Verbformen (ungebeugte Verbform; (Verbum) Infinitum = Infinitiv, Partizip I und Partizip II).

In der jĂŒngeren Vergangenheit wurden fĂŒr verschiedene Sprachen Computerprogramme entwickelt, die alle Verbformen generieren können. FĂŒr Deutsch finden sich in "Grundlagen der Generierung deutscher Verbformen mit dem Computer" dazu Details und ein entsprechendes Programm.

[Bearbeiten] Verbale Kategorien

In Sprachen, die Verben morphologisch verÀndern, sie also zum Beispiel beugen bzw. konjugieren, können die einzelnen Verbformen nach bestimmten Kategorien klassifiziert werden, wobei verschiedene Grammatikschulen verschiedene Paradigmen verwenden. Die wichtigsten Kategorien sind:

  • Aktionsart: Die Aktionsart bezeichnet das objektive VerhĂ€ltnis des Ereignisses in Hinblick auf ihren zeitlichen Verlauf, unter anderem Ingressiv, Inchoativ, Durativ, Iterativ, Frequentativ, Stativ, Momentativ, Egressiv und Konativ.
  • Aspekt: Der Verbalaspekt wird nicht immer eindeutig von der Aktionsart unterschieden. Im Unterschied zu dieser bezeichnet er jedoch die subjektive Betrachtungsweise des Ereignisses nach den Grundkategorien perfektiv (als abgeschlossen gedachtes Ereignis) und imperfektiv (als nicht abgeschlossen gedachtes Ereignis). DarĂŒber hinaus gibt es komplexere Aspekte wie beispielsweise der perfektische Aspekt, der einen aus einem abgeschlossenen Ereignis resultierenden Zustand bezeichnet.
  • Diathese: Die Diathese eines Verbs (auch Genus verbi genannt) bezeichnet das VerhĂ€ltnis des Verbs zu den Hauptaktanten. Dabei kommen verschiedene Systeme vor. Das hĂ€ufigste System (in Akkusativsprachen) kennt die Kategorien Aktiv, Passiv und Medium oder Reflexiv. DarĂŒber hinaus gibt es Sprachen mit einem Ergativ- oder Aktiv-System und Mischsysteme.
  • Genus: (nicht zu verwechseln mit Genus verbi; siehe Diathese). Insofern in Verbformen Kongruenz zu einem oder mehreren Hauptaktanten ausgedrĂŒckt wird, kann das Genus (oder die Klassenzugehörigkeit) dieser Aktanten am Verb mit ausgedrĂŒckt werden. Das Genus ist somit ebenso wie der Numerus und die Person keine eigentliche verbale Kategorie.
  • Modus: Der Modus bringt die logische ModalitĂ€t oder die persönliche Einstellung des Sprechers zur RealitĂ€t oder Realisierung eines Ereignisses zum Ausdruck. Dazu gehören die Kategorien der RealitĂ€t (Indikativ), der Möglichkeit (Potentialis), der Notwendigkeit oder des Sollens (Nezessitativ, Debitiv), des Wunsches (Optativ), der Aufforderung oder des Befehls (Kohortativ, Imperativ, Jussiv), des Zweifelns (Dubitativ), der Bedingung (Konditionalis), der IrrealitĂ€t (Irrealis), der Distanzierung (zum Beispiel Modus relativus) und einige andere. Der Modus kann auch grammatisch erforderlich sein (zum Beispiel Konjunktiv).
  • Numerus: Der Numerus beim Verb ist eine sekundĂ€re Kategorie, die aus der Kongruenz mit Aktanten resultiert: zum Beispiel Singular, Dual und Plural.
  • Person: Die Person ist eine Kategorie, die zwar in vielen Sprachen hauptsĂ€chlich beim Verb vorkommt, aber letztlich auf der Kongruenz zu einem oder mehreren Hauptaktanten beruht. Diese Aktanten sind je nach ihrem VerhĂ€ltnis zum Sprechakt 1. Person (Sprecher), 2. Person (Adressat) oder 3. Person (unbeteiligter Sprechgegenstand). In der Mehrzahl der 1. und 2. Person kann es Unterscheidungen geben, ob mehrere Sprecher bzw. Adressaten gemeint sind oder jeweils nur ein Sprecher bzw. Adressat und eine als zugehörig gedachte Gruppe, insbesondere in der 1. Person Plural, ob die Adressaten miteingeschlossen sind (inklusiv) oder nicht (exklusiv). Weitere Unterscheidungen können in Hinblick auf das soziale VerhĂ€ltnis zwischen den Personen (Höflichkeitsformen) getroffen werden, wobei in den meisten Sprachen dafĂŒr keinen eigenen Verbformen existieren, sondern zum Beispiel Plural fĂŒr Singular oder 3. Person fĂŒr 2. Person verwendet wird.
  • Rektion: Die Rektion eines Verbs beschreibt, wie ein Verb im Satz eingebunden wird. Jedes Verb besitzt ein bestimmtes Muster von Aktanten, die obligatorisch oder fakultativ in einem grammatisch vollstĂ€ndigen Satz mit diesem Verb auftreten. Die Rektion legt dabei fest, welche Aktanten auftreten, welche Rolle sie im Satz einnehmen (etwa Subjekt, direktes Objekt, indirektes Objekt) und in welchem Kasus bzw. welcher PrĂ€positionalphrase sie stehen. Verben mit keinem Aktanten werden auch impersonal genannt, Verben mit einem (Subjekts-)Aktanten intransitiv und solche mit zwei Aktanten (Subjekt und direktes Objekt) transitiv.
  • Tempus: Das Tempus bezeichnet das relative ZeitverhĂ€ltnis des Ereignisses, und zwar zunĂ€chst vom Zeitpunkt des Sprechaktes aus betrachtet (absolutes Tempus): PrĂ€sens, PrĂ€teritum, Futur. DarĂŒber hinaus können sogenannte relative Tempora die Zeitstufe eines Ereignisses im VerhĂ€ltnis zu einem anderen Ereignis als Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit oder Nachzeitigkeit ausdrĂŒcken, zum Beispiel das Plusquamperfekt (deutsch: vollendete Vergangenheit) als Vorzeitigkeit fĂŒr die Vergangenheit, das Perfekt (deutsch: vollendete Gegenwart) als Vorzeitigkeit fĂŒr die Gegenwart oder das Futur II als Vorzeitigkeit fĂŒr die Zukunft.

Diese Kategorien sind nicht unbedingt immer eindeutig in verschiedenen Sprachen zu unterscheiden. So tendieren die Indogermanischen Sprachen dazu, Kategorien wie das Tempus, den Aspekt oder den Modus miteinander zu vermischen.

  • Übersicht:

[Bearbeiten] Einteilungen

[Bearbeiten] nach morphologischen Kriterien

Nach Art der Konjugation können Verben in starke (springen), schwache (lieben) und unregelmĂ€ĂŸige (gehen) eingeteilt werden[6].

[Bearbeiten] nach syntaktischen Kriterien

[Bearbeiten] VerhÀltnis zum PrÀdikat: Vollverb | Nicht-Vollverb (Hilfsverb)

Nach der Funktion bei der Bildung des PrĂ€dikats teilt man die Verben in Vollverb (Hauptverb, Kopula-, GefĂŒgeverb) und Nicht-Vollverb (Nebenverb, ModalitĂ€tsverb, Hilfsverb (im weiteren Sinn)) ein.

Vollverben sind Verben, die allein das PrÀdikat im Satz bilden können[11]. Kopulaverben (sein, werden, bleiben) sind ebenfalls allein prÀdikatsfÀhig[12].

Nicht-Vollverben sind Verben, die nicht allein das PrÀdikat bilden können.

Zu den Nicht-Vollverben werden gezÀhlt[13]:

  • Hilfsverben (haben, sein, werden)
  • Modalverben (dĂŒrfen, können 
)
  • modifizierende Verben (scheinen, brauchen 
)
  • Funktionsverben (in Verbindung mit nominalen Bestandteil)
  • bekommen-Verben (er bekommt das Buch geschenkt)

[Bearbeiten] VerhÀltnis zum Objekt: transitives Verb | intransitives Verb

Nach ihrem VerhÀltnis zum Objekt werden die Verben eingeteilt in transitives Verb und intransitives Verb.

[Bearbeiten] VerhÀltnis zum Subjekt: persönliches Verb | unpersönliches Verb

Nach dem VerhÀltnis zum Subjekt unterscheidet man persönliche Verben und unpersönliche Verben.[6]

[Bearbeiten] VerhÀltnis zum Subjekt und Objekt

[Bearbeiten] nicht reflexive | reflexive, einschließlich reziproke Verben

Nach ihrem VerhĂ€ltnis zum Subjekt und Objekt können die Verben eingeteilt werden in nicht reflexive und reflexive, einschließlich reziproke Verben.

[Bearbeiten] nach der Valenz: ein- oder mehrwertige Verben

Nach der Anzahl der Bindungen bzw. Bindungsmöglichkeiten (Valenz)[14] werden Verben eingeteilt in avalente (nullwertige) Verben | monovalente (einwertige) Verben | bivalente (zweiwertige) Verben | trivalente (dreiwertige) Verben.[14]

[Bearbeiten] nach semantischen Kriterien

Die Einteilung der Verben in semantischer Hinsicht ist variantenreich. Die Terminologie uneinheitlich.

[Bearbeiten] Zustands-, Vorgangs- und TĂ€tigkeitsverben

Verbreitet[15] ist die Einteilung in:

  • Zustandsverben
  • Vorgangsverben (Verlaufsverb[16])
  • TĂ€tigkeitsverben (AktivitĂ€tsverben[17])

Mitunter[17] wird statt von Vorgangsverben von Prozessverben (Bsp.: erblĂŒhen) einerseits und Verursachungsverben (Bsp: wecken) andererseits gesprochen.

[Bearbeiten] nach der Aktionsart: perfektives Verb | imperfektives Verb

Nach der Aktionsart werden Verben eingeteilt in perfektives Verb (terminatives Verb) und imperfektives Verb (duratives Verb)[18]

Durative Verben sind Verben, die den reinen Ablauf oder Verlauf des Geschehens kennzeichnen.[19]

  • Beispiel: blĂŒhen, wohnen, trĂ€umen

Perfektive Verben grenzen den Verlauf des Geschehens zeitlich ein oder drĂŒcken einen Übergang aus[19].

  • Beispiel: erblĂŒhen, aufwachen

[Bearbeiten] Arten und Typen der Verben

Hier wird eine alphabetische Übersicht ĂŒber die Arten und Typen der Verben gegeben. Dies ohne Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, dass sowohl Gleiches verschieden benannt wird als auch unter dem gleichen Ausdruck je nach Theorie/Schule/Autor Unterschiedliches verstanden wird.

Der Ausdruck atelisches Verb (synonym: imperfektives Verb) bezeichnet Verben, „die statische ZustĂ€nde oder Relationen oder dynamische VorgĂ€nge, Prozesse, AktivitĂ€ten, die keinen Kulminations- oder Endpunkt voraussetzen“.[20]

Beispiele: lachen, schlafen, sitzen 
[21]

Atelische Verben werden weiter eingeteilt in Activities' (Beispiel: schlafen) und States (Beispiel: wissen).[22]

Als Funktionsverb bezeichnet man Verben, wenn sie in Verbindung mit bestimmten Substantiven ihre „eigentliche“ Bedeutung als Vollverb (fast ganz) verloren haben.[23]

Beispiele: zur Anwendung gelangen, zum Erfolg bringen, in ErwÀgung ziehen, Beachtung finden 


GefĂŒgeverb nennt man „Verben, die im Satz nicht allein stehen können, sondern mit einer Erweiterung kombiniert werden mĂŒssen.“[24]. Das GefĂŒgeverb und seine Erweiterung bilden ein VerbgefĂŒge, das als Ganzes im Satz ein PrĂ€dikat bildet und Bedeutungs- und ValenztrĂ€ger ist[24].

Beispiel: auf die Palme 
 bringen[25]; zur Weißglut bringen.

Als GefĂŒgeverben sieht man unpersönliche Verben, reflexive Verben, Funktionsverben und sonstige GefĂŒgeverben an[26]

Als Gerundiv-Verb bezeichnet man das Verb sein, "sofern es in Kombination mit einem Hilfsverb (im zu-Infinitiv) auftritt."[27]

Beispiel: Du bist zu beglĂŒckwĂŒnschen.

Als Handlungsverb (auch: TĂ€tigkeitsverb (im weiteren Sinn); engl.: verb of action) bezeichnet man Verben, die eine TĂ€tigkeit beschreiben.

Beispiele: aufstehen, pfeifen, arbeiten 


FĂŒr die Ereignissemantik beinhaltet ein Handlungsverb „ein Ereignis- bzw. allgemeiner ein Situationsargument“[28].

Hauptverben sind Verben, die im Satz ohne andere Verben auftreten können.

Man betrachtet als Hauptverb das Vollverb, das Kopulaverb und das GefĂŒgeverb[24].

Der Ausdruck Hilfsverb (auch: Hilfszeitwort, Auxiliar, Auxiliarverb; engl. auxiliary (verb)) bezeichnet „Verben, die zur Bildung von zusammengesetzten Verbformen dienen.“[29] Sie benötigen "fĂŒr die vollstĂ€ndige Satzaussage ein anderes Verb oder eine andere ErgĂ€nzung."[30].

Mitunter unterscheidet man Tempus-, Konjunktiv-, Passiv-Hilfsverben[29]

Beispiele: Alle haben gelacht. (Tempus-Hilfsverb); Ich wĂŒrde kommen. (Konjunktiv-Hilfsverb); Alle PlĂ€tze wurden besetzt. (Passiv-Hilfsverb)[31]

Als Gegenbegriff gilt das Vollverb. Die Einteilung in Hilfs- und Vollverb ist jedoch umstritten. Die Duden-Grammatik zieht der traditionellen Bezeichnung Hilfsverb die Kategorie Verb mit Spezialfunktion[32] vor.

Der Ausdruck imperfektives Verb ist Synonym fĂŒr den Ausdruck atelisches Verb und bezeichnet ein Verb, das „den reinen Ablauf oder Verlauf des Geschehens“ kennzeichnet.[19]

Statt von Impersonalia spricht man auch vom unpersönlichen Verb.

Synonym fĂŒr ingressives Verb.

Das ingressive Verb (auch: inchoatives Verb) ist ein perfektives Verb, das den Beginn eines Geschehens kennzeichnet.

Beispiele: aufblĂŒhen, erstarken 


Klassifizierende Verben sind „Handlungsverben, die bei verschiedenen Typen von Objekten verschiedene moprhologische Formen aufweisen, die jeweils fĂŒr das Objekt charakteristische sind.“[34]

Als mediales Verb (auch: Mittelverb; engl.: middle verb) werden zum einen Verben bezeichnet, „die weder ein Passiv bilden können noch mit Modaladverbien kombinierbar sind: Ă€hneln, kosten, meinen, passen“[35] und zum anderen „Verben in Reflexivkonstruktionen vom Typ ‚Die TĂŒr öffnet sich‘“.[35]

Als ModalitÀtsverben werden Verben bezeichnet, die zum Ausdruck der betreffenden Bedeutung nur in Kombination mit anderen Verben auftreten. Sie verlangen einen Infinitiv mit zu und Àndern die ModalitÀt des im Infinitiv stehenden Vollverbs.

Beispiele: beginnen, versuchen, scheinen, drohen, pflegen, belieben, verstehen[36]

Ein Verb kann (im Deutschen) als Vollverb oder (in anderer Bedeutung) als ModalitÀtsverb auftreten.

Beispiel: Das Wetter verspricht gut zu werden (versprechen als ModalitÀtsverb). Der Wahlkampfredner verspricht gutes Wetter (versprechen als Vollverb)[37].

Als Modalverb (auch: modales Hilfsverb) bezeichnet man Verben, die "in Verbindung mit einem Vollverb im Infinitiv aus, dass etwas möglich, notwendig, gewollt, erlaubt, gefordert ist."[38]

Durch ein modifizierendes Verb wird ein (anderes) Vollverb im Infinitiv mit zu seinem Inhalt nach abgewandelt[39].

Genannt werden Verben wie drohen, haben, lassen, pflegen, scheinen, vermögen, versprechen[27].

Beispiele: Er drohte Bundeskanzler zu werden. / Ich habe noch zu tun.

Als nullwertiges Verb bezeichnet man ein Verb, das keiner ErgÀnzung bedarf (vgl. Valenz (Linguistik)).

Von einem Partikelverb (auch: Distanzkompositum; Partikelkompositum) spricht man bei zusammengesetzten Verben, "deren Erstglieder (die sogen. Partikel bzw. VerbzusÀtze) im Dt. in bestimmten syntaktischen Konstruktionen getrennt vom Verbstamm auftreten können."[40].

Beispiel: (nachschauen): Das MĂ€dchen schaut ihrer Freundin nach.

Das perfektive Verb (auch: terminatives Verb; telisches Verb) ist ein Verb, das ein zeitlich begrenztes Geschehen bezeichnet.

Man[18] unterscheidet zwischen dem ingressiven Verb und dem resultativen Verb.

Nach der Duden-Grammatik ist der Ausdruck perfektives Verb veraltetes (Quasi-)Synonym fĂŒr den Ausdruck telisches Verb[41].

Als Privativum wird ein Verb aus inhaltlichen (semantischen) GrĂŒnden bezeichnet, wenn es von einer Ausgangsbedeutung etwas beseitigt.[42]

Beispiel: desinformieren, entschlacken

Der Ausdruck TĂ€tigkeitsverb wird teils bedeutungsgleich (synonym) wie Handlungsverb, teils im engeren Sinn als atelisches Handlungsverb verwendet[43].

Ein telisches Verb (auch perfektives Verb, terminatives Verb) ist ein Verb, das VorgĂ€nge (Handlungen, Ereignisse) beschreibt, die einen Endpunkt voraussetzen[44], der jedoch „nicht notwendigerweise eintreten“[21] muss.

Beispiele: gewinnen, sterben, einschlafen, erblĂŒhen, loslaufen, finden, begegnen, töten[44].

In der Duden-Grammatik verwendeter Ausdruck[32] fĂŒr Verben, die anders als Vollverben „nur als Bestandteile mehrteiliger (komplexer) PrĂ€dikate auf(treten)“[45].

Dazu werden gezĂ€hlt das infinitregierende Verb[46] (Beispiel: Egon hat gespielt), PrĂ€dikatverben (Kopulaverben; scheinen, dĂŒnken, heißen) und Funktionsverben (Beispiel: ein Versprechen geben[47]).

Ein Vollverb ist ein Verb, das in finiter Form allein das PrÀdikat bilden kann.

Beispiel: Sie hasst ihn.

„Vorgangsverben sind nicht agentive Verben mit dynamischer Aktionsart.“[43]

„Zustandsverben sind atelische Verben, die statische Relationen oder Sachverhalte beschreiben und kein typisches Agens als Subjekt verlangen“[43].

Beispiele: stehen, liegen, wohnen, leben, bleiben[18].

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Verb â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Verb â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. (2003), ISBN 3-411-05505-7/Verb
  2. ↑ Referierend Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 516
  3. ↑ Duden, Fremdwörterbuch, 5. Aufl. (1990)/Verb
  4. ↑ Vgl. KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 83
  5. ↑ Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache (2005), ISBN 3-8252-2704-9, S. 64; Ă€hnlich Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Verb: Konjugation und grammatische Merkmale
  6. ↑ a b c Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Verb
  7. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 517
  8. ↑ a b c d Lewandowski, Linguistisches Wörterbuch (1975)/Verb
  9. ↑ a b Duden, Das Herkunftswörterbuch, 2. Aufl. (1989), ISBN 3-411-20907-0/Verb
  10. ↑ a b Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 516
  11. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 519
  12. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 519
  13. ↑ Nach Helbig/Buscha, Leitfaden [2003], S. 28 f.
  14. ↑ a b Pospiech, Syntax, in: Volmert (Hrsg.), Grundkurs Sprachwissenschaft, 5. Aufl. (2005), ISBN 3-8252-1879-1, S. 140
  15. ↑ Duden, Rechtschreibung und Grammatik - leicht gemacht (2007), S. 128 KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 83
  16. ↑ Langemann/Felgentreu (Hrsg.), Duden, Basiswissen Schule: Deutsch, 2. Aufl. (2006). - ISBN 3-411-71592-8. - S. 58
  17. ↑ a b Lohnstein, Formale Logik (1996), S. 52
  18. ↑ a b c KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 83
  19. ↑ a b c Helbig/Buscha, Leitfaden (2003), S. 36
  20. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 566
  21. ↑ a b Meibauer, EinfĂŒhrung in die germanistische Linguistik, 2. Aufl. (2007), S. 196
  22. ↑ Meibauer, EinfĂŒhrung in die germanistische Linguistik, 2. Aufl. (2007), S. 197
  23. ↑ Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Funktionsverb; Duden, Rechtschreibung und Grammatik - leicht gemacht (2007), S. 129
  24. ↑ a b c KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 85
  25. ↑ KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 86
  26. ↑ KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 84
  27. ↑ a b KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 89
  28. ↑ Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Handlungsverb
  29. ↑ a b KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 90
  30. ↑ Langemann/Felgentreu (Hrsg.), Duden, Basiswissen Schule: Deutsch, 2. Aufl. (2006). - ISBN 3-411-71592-8. - S. 57
  31. ↑ KĂŒrschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 90 f.
  32. ↑ a b Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 576 ff.
  33. ↑ Einzelheiten bei Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 572 ff.
  34. ↑ Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Klassifikation
  35. ↑ a b Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Mediales Verb
  36. ↑ Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, TĂŒbingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 11
  37. ↑ Beispiel in Anlehnung an Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, TĂŒbingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 11
  38. ↑ Duden, Rechtschreibung und Grammatik - leicht gemacht (2007), S. 128
  39. ↑ Vgl. Duden, Rechtschreibung und Grammatik - leicht gemacht (2007), S. 129
  40. ↑ Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Partikelverb
  41. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 565 Fn. 1
  42. ↑ Vgl. Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Privativum
  43. ↑ a b c Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 570
  44. ↑ a b Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 565
  45. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 576
  46. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 577
  47. ↑ Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 580

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