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Set-Top-Box – Wikipedia

Set-Top-Box

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Settopbox)
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DVB-Receiver mit CI-Schacht (rechts) und Common Interface (links unten)

Als Set-Top-Box (englisch fĂĽr Draufstellkasten, abgekĂĽrzt STB, auch Beistellgerät genannt) wird in der Unterhaltungselektronik ein Gerät bezeichnet, das an ein anderes – meist einen Fernseher â€“ angeschlossen wird und damit dem Benutzer zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten bietet. Die englische Bezeichnung resultiert aus dem Umstand, dass ein solches Gerät oft auf das andere gestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Arten

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Beistellgeräten:

  1. Aktive, die dem Basisgerät Daten oder Funktionen liefern, ohne selbst von diesem eine RĂĽckmeldung zu brauchen (z. B. Videospiele, DVD-Spieler).
  2. Passive, die auf die Daten oder Fähigkeiten des Basisgerätes angewiesen sind, aber diesem selbst keine neuen Funktionen liefern (selten).
  3. Bidirektionale, die sowohl aktive als auch passive Fähigkeiten aufweisen (z.B. alle Arten von Rekordern, da sie i.d.R. auch Abspielgeräte sind).

Einige Arten von STBs kommunizieren auch untereinander und benötigen zumindest für einen Teil ihrer Funktionen das Basisgerät nicht (bspw. Aufzeichnung von separatem Satellitenempfänger).

Die wichtigsten ĂĽber STBs bereitgestellten Fähigkeiten sind das Abspielen von Medien (VHS, DVD usw.), die ggf. interaktiv sind (Spielkonsolen), das Aufzeichnen empfangener Daten und der Programmempfang ĂĽber alternative Ăśbertragungswege (Satellit, Internet) oder -verfahren (digital, verschlĂĽsselt). Viele anfangs nur von STBs bereitgestellte Funktionen – insbesondere aktive â€“ werden später (oft nur optional) auch direkt in die Hauptgeräte integriert. So gibt es Fernseher mit integrierten VHS- oder DVD-Laufwerken oder DVB-Empfangsteil(en).

Eher exotische STBs sind solche, die Daten von Wetterstationen empfangen und grafisch aufbereiten, oder solche, die einen zumindest grundlegenden Internetzugang ĂĽber den Fernseher bereitstellen. Auch externe Werbefilter und Heimautomationskontrollen gibt es. Andere, z. B. Teletext-Dekoder oder UHF-Vorsatzkonverter, sind heute ausgestorben.

[Bearbeiten] Produkte

Eine kleine Auswahl von bekannten oder exemplarischen STBs:

[Bearbeiten] Verbindung

Es gibt verschiedene Arten von Schnittstellen, um STBs mit Fernsehgeräten und Rekordern zu verbinden. Ein klassisches universelles Verfahren ist die Verwendung eines UHF-Modulators, der einen eigenen TV-Kanal generiert, der über ein koaxiales Antennenkabel übertragen wird. In Europa wurde die französische SCART-Verbindung der wichtigste analoge Stecker- und Protokolltyp, aber auch S-Video hatte große Bedeutung. Ton- Ein- und -Ausgänge werden häufig auch als Cinch-Buchsen bzw. -Stecker ausgeführt. Zur digitalen Bild- und Datenübertragung setzt die Industrie auf DVI, Firewire (auch bekannt als i.Link oder IEEE 1394), Ethernet, SDI, HD-SDI und HDMI, letztere fünf Standards bieten auch embedded Audio.

[Bearbeiten] Entwicklungspfad

Eine oder mehrere Set-Top-Boxen dienen klassisch dazu einen teureren Gegenstand wie etwa einem Fernseher nachträglich aufzurüsten mit fehlenden Funktionen, so dass die Neuanschaffung hinausgezögert werden kann. Da jede zusätzliche Set-Top-Box das Zusammenspiel komplexer macht für den Benutzer ist der natürliche Entwicklungspfad die häufigsten Funktionen von Set-Top-Boxen in den Hauptgegenstand zu integrieren. Zum Beispiel besitzen heutige Fernseher viele Funktionen die vor einigen Jahren mehrere Set-Top-Boxen erforderlich gemacht haben. Der Benutzer profitiert hierbei nicht nur dass er alles mit einer Fernbedienung, einer Statusanzeige und über ein Menü bedienen kann, sondern besonders dass schwer zu lernende Moduswechsel verringert werden und er nur ein Gerät einstellen muss.

[Bearbeiten] Kritik

Beim Betrieb von Set-Top-Boxen zum Fernsehempfang (Digitalreceiver, Satellitenreceiver) an herkömmlichen Fernsehern, Video- und DVD-Rekordern mit Antennenfernsehen-Empfangsteil gibt es einige Einschränkungen:

  • Grundsätzlich benötigt man zur Steuerung eines weiteren Gerätes automatisch auch eine zusätzliche Fernbedienung. Ăśber Universalfernbedienungen lassen sich zwar nach entsprechender Konfiguration die meisten Grundfunktionen der Geräte steuern, spezielle Bedienschritte erfordern aber meist weiterhin die Basis-Fernbedienungen aller Geräte.
  • Mit einem einfachen Receiver kann nicht immer gleichzeitig ein Fernsehprogramm aufgenommen und ein anderes angesehen werden. Das gilt jedoch nicht fĂĽr sogenannte Twin-Receiver mit zwei Empfangsteilen, die zwei Programme empfangen können, hierfĂĽr jedoch auch zwei AntennenanschlĂĽsse benötigen. Kauft man stattdessen zwei Einzelreceiver des gleichen Herstellers fĂĽr Fernseher und Rekorder, kommt es bei der Bedienung zu Problemen, weil meist beide Geräte gleichzeitig auf die Signale der Fernbedienung reagieren.
  • Wegen des fehlenden VPS-Signals ist eine zeitgenaue Aufzeichnung von digital ausgestrahlten Sendungen nicht möglich. Bei Programmverschiebungen werden programmierte Sendungen dann nur teilweise oder gar nicht aufgenommen.
  • Herkömmliche Videorekorder bieten nicht die Möglichkeit, am Receiver automatisch ein Programm zu wählen. Empfänger und Rekorder mĂĽssen dann unabhängig voneinander bedient oder programmiert werden.
  • Fernseher, die auf die Zuspielung von Receiver-Set-Top-Boxen angewiesen sind, werden zu reinen Monitoren degradiert. Spezialfunktionen wie Kanalvorschau und erweiterte Teletext-Funktionen gehen regelmäßig verloren und werden von den Möglichkeiten des jeweiligen Empfangsgerätes abgelöst. Benutzer älterer Fernsehgeräte, die ohne oder mit schlechtem Teletext ausgerĂĽstet sind, können jedoch einen Mehrwert an Informationen erfahren, sofern Teletext im DVB-Empfänger integriert ist. Auch wird die Mobilität von portablen Geräten eingeschränkt, wenn zusätzlich eine Set-Top-Box benötigt wird.

Viele dieser Probleme sind darauf zurĂĽckzufĂĽhren, dass herkömmliche Fernseher zu beginn der Digitaliesierung nur analoge Empfangsteile besaĂźen und nicht fĂĽr den DVB-T-Empfang vorbereitet waren. Im Zuge der generellen Umstellung auf DVB (die analoge PAL-Technik existierte beim Satellitenfernsehen in Deutschland bis 30. April 2012) wird mittlerweile eine steigende Anzahl von Fernsehgeräten mit integrierten (z. T. modularen) DVB-Empfangsteilen angeboten; fĂĽr die Aufnahme von DVB-Sendungen stehen Festplattenrekorder mit DVB-Empfangsteil zur VerfĂĽgung.

Wegen des Interesses der Rechteinhaber am Schutz des ausgestrahlten Materials vor hochwertigen Kopien gibt es Planungen, ein Signal mitzusenden, das eine Aufzeichnung sendungsweise verbietet oder einschränkt. Die Rekorderhersteller könnten dann parallel dazu verpflichtet werden, dieses Signal bei einer Aufnahme auszuwerten und somit eventuell eine Aufnahme zu verhindern – ähnlich dem Macrovision-Kopierschutz für analoge Medien.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Set-Top-Box â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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