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Schwedische Sprache – Wikipedia

Schwedische Sprache

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Schwedisch (svenska)

Gesprochen in

Schweden und Finnland
Sprecher 10 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von SchwedenSchweden Schweden
FinnlandFinnland Finnland
Europaische UnionEuropĂ€ische Union EuropĂ€ische Union
Sprachcodes
ISO 639-1:

sv

ISO 639-2:

swe

ISO 639-3:

swe

Verbreitung der schwedischen Sprache

Schwedisch (Eigenbezeichnung: svenska?/i) ist eine der skandinavischen Sprachen und gehört zu den germanischen Sprachen. Damit ist das Schwedische auch Teil der indogermanischen Sprachfamilie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Schwedisch ist die Amtssprache in Schweden und teilweise auch in Finnland. In Schweden ist der offizielle Status der schwedischen Sprache seit dem 1. Juli 2009 durch ein Gesetz festgelegt, das alle staatlichen Stellen verpflichtet, die schwedische Sprache zu verwenden und zu entwickeln. Die Sprache der Behörden soll gepflegt, einfach und verstĂ€ndlich sein. Neben dem Schwedischen sind Finnisch, Jiddisch, MeĂ€nkieli, Romani und Samisch als Minderheitssprachen anerkannt. In Finnland legt ein Sprachgesetz fest, dass Schwedisch auf nationaler Ebene eine gleichberechtigte Amtssprache neben Finnisch ist und auf kommunaler Ebene in Gemeinden mit einem gewissen schwedischsprachigen Bevölkerungsanteil allein oder neben Finnisch Amtssprache ist.

Schwedisch wird von etwa 8,5 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 8 Millionen in Schweden und knapp 290.000 als finnlandschwedische Minderheit (5,5 % der Bevölkerung) in Finnland leben.

In Finnland gibt es in den Landschaften Uusimaa (Nyland), ItĂ€-Uusimaa (Öster-Nyland), Kymenlaakso (Kymmenedalen) und Varsinais-Suomi (Egentliga Finland) einige ĂŒberwiegend schwedischsprachige Gemeinden und in Österbotten sowohl einige ĂŒberwiegend schwedischsprachige als auch mehrere einsprachig schwedische Gemeinden. Die schwedischsprachigen Schulkinder in den einsprachig schwedischen und den zweisprachigen Gemeinden werden in ihrer Muttersprache unterrichtet. FĂŒr die finnischsprachigen Kinder ist Schwedisch ein Pflichtfach als zweite einheimische Sprache und war bis 2004 obligatorisches Fach in der AbiturprĂŒfung. In Turku (Åbo) befindet sich die einzige rein schwedischsprachige UniversitĂ€t Finnlands, die Åbo Akademi.

Die autonome Inselgruppe Åland ist die einzige offiziell einsprachige Region im sonst zweisprachigen Finnland: Hier wird nur Schwedisch gesprochen, und Finnisch ist in den Schulen nur ein Wahlfach (Englisch aber ein Pflichtfach). Das hier gesprochene ÅlĂ€ndisch, das dem Reichsschwedischen zugeordnet wird, weist EinflĂŒsse aus dem NorrlĂ€ndska und GutamĂ„l auf.

Von der ehemaligen schwedischsprachigen Volksgruppe in Estland, den sogenannten Estlandschweden oder KĂŒstenschweden (Anfang der 1940er Jahre um 8800), blieben seit ihrer Massenemigration nach Schweden wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs fast nur Ă€ltere Menschen. In neuerer Zeit sind aber einige Estlandschweden zurĂŒckgekehrt, und heute wird Schwedisch in den Schulen der ehemals schwedischsprachigen Landesteile unterrichtet. Überdies wird Schwedisch von etwa einer Million Einwanderern in Schweden gesprochen.

Das frĂŒher auf Gotland gesprochene (heute nahezu ausgestorbene) Gutnisch oder GutamĂ„l wird von manchen als eine eigenstĂ€ndige germanische Sprache angesehen. Es darf nicht mit GotlĂ€ndisch (gotlĂ€ndska) verwechselt werden, welches ein vom Gutnischen beeinflusster schwedischer Dialekt ist.

Schweden können sich relativ problemlos mit Norwegern unterhalten; so existiert mit Svorsk eine Mischsprache, die sich aus der schwedischen und norwegischen Umgangssprache zusammensetzt. Auch mit DĂ€nen ist, wenn diese sich MĂŒhe geben, deutlich zu sprechen, eine Unterhaltung möglich, wobei es hier allerdings regionale Unterschiede gibt. So verstehen die Schweden im SĂŒden, vor allem in Schonen, wegen der nahen Verwandtschaft ihres Dialekts mit dem DĂ€nischen die DĂ€nen relativ gut. Einwohner in Westschweden (beispielsweise in VĂ€rmland oder Dalarna) haben dagegen große Probleme mit dem DĂ€nischen, dafĂŒr aber kaum Schwierigkeiten mit dem Norwegischen.

Um die Erhaltung der schwedischen Sprache bemĂŒhen sich der Sprachenrat (SprĂ„krĂ„det), eine staatliche Einrichtung im Institut fĂŒr Sprache und Volkstum (Institutet för sprĂ„k och folkminnen),[1] und private Organisationen wie SprĂ„kförsvaret.

[Bearbeiten] Ursprung und Entwicklung

Die schwedische Sprache, die zur indogermanischen Sprachfamilie gehört, entwickelte sich aus der urnordischen bzw. altnordischen Sprache Skandinaviens.

WĂ€hrend des Mittelalters unterlag sie, genauso wie auch die norwegische Sprache, deutlichen EinflĂŒssen aus dem Mittelniederdeutschen der Hanse. In der Neuzeit kamen EinflĂŒsse des Hochdeutschen hinzu, teils durch den Handel mit den LĂ€ndern des deutschen Sprachraumes und dem Baltikum, teils durch den DreißigjĂ€hrigen Krieg und die daraus zurĂŒckkehrenden Soldaten, welches besonders offensichtlich durch die vielen Lehnwörter im MilitĂ€rjargon wird. Doch auch die Dominanz der deutschen Sprache in manchen Wissenschaften prĂ€gte den schwedischen Wortschatz.

Umgekehrt hinterließ die schwedische Sprache wĂ€hrend der schwedischen Herrschaft ĂŒber Teile Norddeutschlands, im Raum Stade und Vorpommern, gewisse EinflĂŒsse auf die niedersĂ€chsische Sprache und die ostniederdeutsche Sprache.

[Bearbeiten] Alphabet

Das schwedische Alphabet besteht aus 29 Buchstaben. Das W kommt in Lehnwörtern vor und galt bis 2006 nicht als eigener Buchstabe, sondern als Schreibvariante des V. Nach dem Z folgen noch Å, Ä, Ö, die als eigenstĂ€ndige Buchstaben gezĂ€hlt werden und nicht wie im Deutschen als Varianten von A und O. Die schwedischen WörterbĂŒcher sind deswegen entsprechend geordnet und fĂŒr Deutsche anfĂ€nglich etwas verwirrend. So stehen z. B. garn und gĂ€rna nicht hintereinander, sondern mehrere Seiten weit auseinander.

[Bearbeiten] Phonologie

Das Schwedische zeichnet sich durch sein ausgeprĂ€gtes Vokalsystem aus. LĂ€nge und KĂŒrze der Vokale sind bedeutungsunterscheidend. In einer betonten Silbe ist entweder der Vokal oder der auf den Vokal folgende Konsonant lang, die Verbindung von kurzem Vokal mit kurzem Konsonanten ist im Schwedischen nur in unbetonten Silben bekannt. Mit den Vokalen [ə], [ʉː] und [É”] besitzt das Schwedische drei Mittelzungenvokale.

[Bearbeiten] Vokale

Das Schwedische hat ein dreistufiges Vokalsystem mit 9 Vokalphonemen. Hohe Vokalphoneme sind: [i], [y], [ʉː], [u], mittlere Vokalphoneme sind: [e], [Ăž], [o] und tiefe Vokalphoneme sind: [Δ], [a]. Im Gegensatz zur deutschen Hochsprache hat das Schwedische zwei ĂŒ-Phoneme: [y] und [ʉː]. Abgesehen von dem zusĂ€tzlichen ĂŒ-Phonem [ʉː] Ă€hnelt der schwedische Vokalismus dem der deutschen Hochsprache.

Vokalphoneme im Standardschwedischen

[Bearbeiten] Konsonanten

Bilabial Labiodental Dental Alveolar Palatal Velar Glottal
Plosive p b t d k g
Approximanten v l r j h
Frikative f s ɕ ɧ
Vibranten
Nasale m n Ƌ

[Bearbeiten] Aussprache

[Bearbeiten] Allgemeine Ausspracheregeln

Diese Ausspracheregeln sind allgemeiner Art, es gibt immer einzelne Ausnahmen. Vokale werden vor einem einzelnen Konsonanten lang, vor zwei Konsonanten kurz ausgesprochen. Bei folgenden Buchstaben unterscheidet sich der Lautwert vom Deutschen:

Buchstabe Lautwert Beschreibung Beispiel
a [a] kurzes a wie in kalt matt?/i [matː] matt, flau
[ɑː] langes dunkles a mat?/i [mɑːt] Essen
e [ɛ] kurzes e wie in Bett hell?/i [hɛlː] Heil
[eː] langes e wie in Beet hel?/i [heːl] ganz
[Ê] vor r als offener À-Laut herr?/i [hÊrː] Herr
g [j] vor e, i, y, Ă€ und ö sowie nach l und r wie deutsches j gĂ€st [jɛst] Gast, Ă€lg [ɛlj] Elch
[g] sonst wie deutsches g god?/i [guːd] gut
k [ɕ] vor e, i, y, Ă€ und ö Ă€hnlich wie deutsches ch in ich kyrka [ˈɕyrˌka] Kirche
[k] sonst wie deutsches k kon?/i [kuːn] Kegel
o [ɔ] kurz meist wie o in offen moll?/i [mɔlː] Moll
[ʊ] teils wie u in und bott?/i [bʊt] gewohnt
[uː] lang meist wie u in Stuhl fot?/i [fuːt] Fuß
[oː] teils wie o in Ofen son [soːn] Sohn
r [r] gerolltes r rov?/i [ruːv] Raub
s [s] stets als stimmloses s wie in Hass sot?/i [suːt] Ruß
u [É”] Ă€hnlich einem zentralen im Mund gesprochenen, „geschlossenen“ o full?/i [fÉ”l] voll
[ʉː] zwischen deutschem u und ĂŒ ful?/i [fʉːl] hĂ€sslich
v [v] wie deutsches w vÄt?/i [voːt] nass
y [ʏ] Ă€hnlich wie deutsches ĂŒ in HĂŒtte syll?/i [sʏll] Schwelle
[yː] wie deutsches ĂŒ in HĂŒte syl?/i [syːl] Ahle
Ă„ [ɔ] wie o in offen lĂ„ng?/i [lɔƋː] lang
[oː] wie o in Ofen mÄl?/i [moːl] Ziel, Tor
Ă€ [ɛ] kurzes e wie in Bett hĂ€ll?/i [hɛlː] Felsplatte
[ɛː] langes offenes e wie in gĂ€hnen hĂ€l?/i [hɛːl] Ferse
[ĂŠ] vor r als offener Ă€-Laut Ă€rt?/i [Ă€Êˆ] Erbse
[Êː] vor r als langer offener À-Laut hÀr?/i [hÊːr] hier; Heer
ö [Ɠ] wie ö in Hölle nött?/i [nƓtː] abgenutzt
[Þː] wie ö in Höhle nöt?/i [nÞːt] Nuss
[Ɠː] vor r als langes offenes ö öra?/i [ˈƓːˌra] Ohr

Buchstabenverbindungen:

Buchstabenverbindung Lautwert Beschreibung Beispielwort
dj, gj, hj, lj [j] wie deutsches j djur [jʉːr] Tier, gjuta [ˈjʉːˌta] gießen, hjul [jʉːl] Rad, ljus [jʉːs] Licht
kj, tj [ɕ] zwischen dem deutschen ch in ich und sch kjol?/i [ɕuːl] Rock, tjuv [ɕʉːv] Dieb
rd, rl, rn, rs, rt [ɖ], [É­], [Éł], [ʂ], [ʈ] mit r verschmelzen diese Konsonanten zu einem retroflexen, also mit zurĂŒckgebogener Zungenspitze gesprochenem Laut bord [buːɖ] Tisch, sorl?/i [soːɭ] Gemurmel, garn?/i [gaÉł] Garn, först [fĆ“Ê‚t] erster, kort [kɔʈ] kurz
sch, sj, skj, stj, -sion, -tion [ɧ] Ă€hnlich einer gleichzeitigen Aussprache von dt. sch wie in rasch und dt. ch wie in Bach schack [ɧak] Schach, sjuk [ɧʉːk] krank, skjuta [ˈɧʉːta] schießen, stjĂ€rna [ˈɧéˌɳa] Stern, mission [miˈɧuːn] Mission, station [staˈɧuːn] Station
sk [ɧ] vor e, i, y, À, ö Àhnlich einer gleichzeitigen Aussprache von dt. sch wie in rasch und dt. ch wie in Bach skön [ɧÞːn] schön

[Bearbeiten] Betonung und Satzmelodie

Wie in den meisten europĂ€ischen Sprachen kann der Satzakzent verwendet werden, um Wörter hervorzuheben oder eine Frage auszudrĂŒcken.

Anders als beispielsweise im Deutschen oder im Englischen, wo es auf der Wortebene prinzipiell nur einen Druckakzent gibt, werden im Schwedischen Wörter sowohl mit einem Druckakzent als auch mit einem melodischen Wortakzent gesprochen. Der Druckakzent ist (vereinfacht gesagt) die Betonung des Wortes, der melodische Wortakzent dagegen die Melodie, mit der das Wort ausgesprochen wird. Der Druckakzent unterscheidet z. B. Betonung von Silben in Wörtern:

Im Schwedischen gibt es zwei melodische Wortakzente: Akzent 1 (oder akut accent) und Akzent 2 (auch grav accent). Grob gesagt bezeichnet der Akzent 1 eine „fallende“ Wortaussprache; der Akzent 2 bezeichnet die fĂŒr den schwedischen „Singsang“ verantwortliche, auf der (in der Regel) zweiten Silbe eines Wortes nochmals kurz ansteigende Wortaussprache. Der fallende Akzent 1 entspricht in etwa der Betonung im Deutschen. Ihn haben meist einsilbige Wörter (eventuell auch wenn sie durch Vor- oder Nachsilben erweitert sind) und Lehnwörter. Den musikalischen Akzent 2 haben die meisten einheimischen zweisilbigen oder mehrsilbigen Wörter, auch infolge von Zusammensetzung. Wie beim Druckakzent kann auch der melodische Wortakzent im Schwedischen distinktiv, d. h. bedeutungsunterscheidend, sein:

Hierbei unterscheiden sich folgende TonhöhenverlĂ€ufe: Beim ersten Beispielwort liegt der Hauptdruck auf der ersten Silbe, die zweite Silbe hat eine niedrigere Tonhöhe und einen geringeren Druck (vgl. z. B. im Deutschen die unterschiedliche Aussprache von ‚heute’ als Aussage und als Frage: heute! vs. heute?). Beim zweiten Beispielwort besitzt die erste Silbe den Hauptdruck, die Tonhöhe sinkt dabei, jedoch steigt die Tonhöhe auf der zweiten Silbe wieder an. Der melodische Wortakzent, den es auch im Norwegischen gibt, variiert bisweilen regional: wenn mehr als zwei Silben vorhanden sind, steigt der Ton dann je nach Dialekt an unterschiedlicher Stelle wieder an. Ähnliche prosodische Merkmale auf der Wortebene kommen auch in oberdeutschen Dialekten vor: Schweizerdeutsche Regiolekte weisen z. B. charakteristische Wortmelodien auf, Ă€hnlich denen des schwedischen „Singsang“.

GegenĂŒber den eindeutigen Tonsprachen, in denen die Silbentonhöhe auf der Ebene der Wortbedeutung unterscheidend ist, ist der variable Tonhöhenverlauf in der schwedischen Sprache auch auf der Satzebene pragmatisch distinktiv, sprich, er bestimmt, ob es sich bei einem Satz um eine Frage, eine Aussage oder einen Befehl handelt.

Siehe auch: Akzente in den skandinavischen Sprachen

[Bearbeiten] Dialekte

Schwedische Dialekte
  • NorrlĂ€ndska mĂ„l — Norrland
1. Överkalix, Norrbotten; junge Frau
2. BurtrÀsk, VÀsterbotten; alte Frau
3. AspÄs, JÀmtland; junge Frau
4. FĂ€rila, HĂ€lsingland; alter Mann
5. Älvdalen, Dalarna; alte Frau
6. GrÀsö, Uppland; alter Mann
7. Sorunda, Södermanland; junger Mann
8. Köla, VÀrmland junge Frau
9. Viby, NĂ€rke; alter Mann
10. Sproge, Gotland; junge Frau
11. NĂ€rpes, Österbotten; junge Frau
12. DragsfjĂ€rd, Åboland; alter Mann
13. BorgÄ, Nyland; junger Mann
14. KÀrna, BohuslÀn; alter Mann
15. Floby, VÀstergötland; alte Frau
16. Asby, Östergötland; alte Frau
17. VÄxtorp, Halland; junger Mann
18. Ankarsrum, SmÄland; junge Frau
19. HĂ€llevik, Blekinge; alte Frau
20. Bara, SkÄne; alter Mann
20. Norra Rorum, SkÄne; Jugendlicher

[Bearbeiten] Grammatik

[Bearbeiten] Wortarten

Im Schwedischen gibt es – abhĂ€ngig von theoretischen Positionen – bis zu 15 Wortarten. Die Wortarten, die in den meisten schwedischen Grammatiken vorkommen, sind: Verb, Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Adverb, Numerale, PrĂ€position, Konjunktion/Subjunktion und Interjektion. DarĂŒber hinaus definieren manche Grammatiken auch Eigennamen, die Infinitivpartikel att, Partizipien (Svenska Akademiens grammatik) sowie Artikel und Verbpartikel als eigene Wortarten im Schwedischen.

[Bearbeiten] Verben

Verben werden in Bezug auf die Kategorien Tempus (PrÀsens, PrÀteritum), Modus (Indikativ, Konjunktiv und Imperativ) und Diathese (Aktiv, Passiv) flektiert.

Finite Verbformen des Schwedischen sind PrÀsens Indikativ, PrÀsens Konjunktiv, PrÀteritum Indikativ, PrÀteritum Konjunktiv und Imperativ. Infinite Verbformen des Schwedischen sind Infinitiv, Supinum, Partizip PrÀsens und Partizip Perfekt.

Die Verben werden nach ihren Stammformen in vier Konjugationsklassen eingeteilt: Die Klassen 1–3 umfassen schwache Verben:

Gruppe Infinitiv PrÀteritum Supinum Partizip Perfekt ErklÀrung
1 ropa ropade ropat ropad Schwache Verben, deren Stamm auf unbetontes -a endet
2
ringa
löpa
vÀlja
ringde
löpte
valde
ringt
löpt
valt
ringd
löpt
vald
Schwache Verben, deren Stamm auf Konsonant endet
3 tro trodde trott trodd Schwache Verben, deren Stamm auf langen, betonten Vokal endet

Die Klasse 4 umfasst starke Verben, deren Stammformen durch einen Vokalwechsel (Ablaut) geprĂ€gt sind:

Gruppe Infinitiv PrÀteritum Supinum Partizip Perfekt ErklÀrung
4
skriva
flyga
binda
bÀra
Ă€ta
fara
falla
skrev
flög
band
bar
Ät
for
föll
skrivit
flugit
bundit
burit
Ă€tit
farit
fallit
skriven
flugen
bunden
buren
Ă€ten
faren
fallen
Beispiele fĂŒr einige Ablautklassen

DarĂŒber hinaus gibt es Verben, die Elemente der 3. und der 4. Klasse aufweisen, wie z. B. dö – dog – dött – Ø; se – sĂ„g – sett – sedd u. a., sowie ganz unregelmĂ€ĂŸige Verben, die keiner der obigen Klassen zugerechnet werden, wie z. B. ha – hade – haft – Ø.

[Bearbeiten] Tempus

Die finiten Tempusformen des Verbs sind PrĂ€sens und PrĂ€teritum. Weitere Tempusformen (Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II) werden mittels Zusammensetzungen von Hilfsverben und infiniten Verbformen gebildet.

  • Das PrĂ€sens wird auf drei Arten gebildet:
    • bei Verben, deren Wortstamm auf einen Vokal endet, durch das Suffix -r (Bsp.: tro-r)
    • bei Verben, deren Wortstamm auf einen Konsonanten endet, durch die Suffixe -ar oder -er. Hierbei gibt es GesetzmĂ€ĂŸigkeiten, die einem das Finden der richtigen PrĂ€sensendung erleichtern können. So haben starke Verben, deren Wortstamm auf einen Konsonanten endet, grundsĂ€tzlich das Suffix -er (Bsp.: Ă€t-er, drick-er). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Verb, das im PrĂ€sens das Suffix -ar erhĂ€lt, kein starkes Verb sein kann, also regelmĂ€ĂŸig flektiert wird. (Bsp.: rop-ar, tal-ar, vis-ar). Die Zahl der Ausnahmen von dieser Regel ist vernachlĂ€ssigbar gering. FĂŒr das Suffix -er gilt allerdings, dass man aus ihm keine Aussage ĂŒber die Verbgruppe ableiten kann. Verben mit dem PrĂ€sens-Suffix -er können sowohl stark als auch schwach sein. (Bsp.: ring-er, köp-er, aber auch vĂ€lj-er, Ă€t-er).
    • bei einigen wenigen Verben, deren Wortstamm auf -r endet, ist das PrĂ€sens mit dem Wortstamm identisch. Das PrĂ€sens wird also durch einfachen Wegfall des Infinitiv-a gebildet. (Bsp.: hör von höra oder gör von göra).
  • Das PrĂ€teritum wird gebildet:
    • in der ersten Konjugationsklasse durch das Suffix -de: ropade (a gehört zum Stamm)
    • in der zweiten Konjugationsklasse
      • durch das Suffix -de, wenn der Verbstamm auf stimmhaften Konsonanten endet: ringde
      • durch das Suffix -te, wenn der Verbstamm auf stimmlosen Konsonanten endet: köpte
      • dabei ist Aufhebung eines ursprĂŒnglichen Umlauts möglich: valde
    • in der dritten Konjugationsklasse durch das Suffix -dde: trodde
    • in der vierten Konjugationsklasse durch Ablaut ohne Suffix: Ă„t, band, föll, skrev u. a.
  • Das Perfekt wird durch die Kombination des Hilfsverbs ha (im PrĂ€sens) mit dem Supinum gebildet. Die Bildung des Supinums orientiert sich dabei wieder an den Konjugationsklassen:
    • in der ersten Konjugationsklasse durch AnhĂ€ngen von -at an den Wortstamm (Bsp.: har rop-at)
    • in der zweiten Konjugationsklasse durch AnhĂ€ngen von -t an den Wortstamm (Bsp.: har ring-t)
    • in der dritten Konjugationsklasse durch AnhĂ€ngen von -tt an den Wortstamm (Bsp.: har tro-tt)
    • in der vierten Konjugationsklasse durch AnhĂ€ngen von -it an den (allerdings je nach Ablautklasse verĂ€nderten) Wortstamm (Bsp.: har druck-it)
  • Das Plusquamperfekt wird durch die Kombination des Auxiliarverbs ha (im PrĂ€teritum) mit dem Supinum gebildet.
  • FĂŒr die Bildung des Futur I gibt es eine Reihe verschiedener Möglichkeiten. Wie im Deutschen kann die PrĂ€sensform fĂŒr VorgĂ€nge in der Zukunft verwendet werden: Jag Ă„ker till Stockholm imorgon. (Ich fahre morgen nach Stockholm). Die ZukĂŒnftigkeit muss dann durch eine adverbiale Bestimmung der Zeit markiert werden. Diese Möglichkeit ist zwar grammatisch und stilistisch korrekt, wird aber seltener verwendet als im Deutschen. Eine Alternative ist die Kombination der Hilfsverben ska oder komma att (im PrĂ€sens) mit dem Infinitiv des Verbes der zukĂŒnftigen Handlung: ska/kommer att ropa/ringa/köpa/vĂ€lja/Ă€ta. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination der Verben tĂ€nka oder Ă€mna mit dem Infinitiv des Verbes (stets ohne att). Diese Kombination drĂŒckt eine deutliche Absicht aus: Jag tĂ€nker (Ă€mnar) stanna hemma imorgon. Ich werde morgen zuhause bleiben. (Weil ich das will und nicht aufgrund Ă€ußerer UmstĂ€nde). Ämna ist in diesem Zusammenhang eher ungewöhnlich und macht einen recht formellen oder altmodischen Eindruck.
  • Das Futur II wird durch eine Kombination der Hilfsverben ska oder komma att (im PrĂ€sens) mit dem Infinitiv des Hilfsverbs ha und dem Supinum des Vollverbs gebildet: ska/kommer att ha ropat/ringt/köpt/valt/Ă€tit

Zu beachten ist, dass sich die Verwendung des PrĂ€teritums und des Perfekts grundsĂ€tzlich vom Deutschen unterscheidet. WĂ€hrend in der deutschen Umgangssprache das Perfekt eine absolut dominierende Rolle spielt und das PrĂ€teritum fast verdrĂ€ngt hat, gibt es im Schwedischen noch ziemlich genaue Regeln dafĂŒr, wann welches Tempus verwendet wird. So wird bei einer eindeutigen Zeitangabe in der Vergangenheit (z. B. gestern oder am vergangenen Sonntag) immer die Verbform PrĂ€teritum verwendet (Bsp.: IgĂ„r köpte jag en banan. = Gestern kaufte ich eine Banane.).

[Bearbeiten] Modus

Das Schwedische kennt drei Modi: Indikativ, Imperativ und Konjunktiv.

Der Imperativ hat zwei Verbformen:

  • Bei Verben, die im Indikativ PrĂ€sens auf -ar oder -r enden, ist der Imperativ identisch mit dem Infinitiv: ropa, tro, gĂ„
  • Bei Verben, die im Indikativ PrĂ€sens auf -er enden, entspricht der Imperativ dem Wortstamm: ring, köp, vĂ€lj, Ă€t.

Der Konjunktiv hat zwei Stammformen (Konjunktiv PrÀsens und Konjunktiv PrÀteritum), die aber nur bei wenigen Verben vorkommen.

  • Der Konjunktiv PrĂ€sens kommt heute nur in idiomatischen Wendungen und in der liturgischen Sprache der Kirche vor, z. B. Leve konungen! (Es lebe der König!); Gud give att inget hĂ€nder (Gott gebe, dass nichts passiert); Herren vĂ€lsigne dig (Der Herr segne dich).
  • Einen eigene Form des Konjunktivs PrĂ€teritum gab es frĂŒher bei den stark konjugierten Verben; heute wird sie nur noch beim Verb vara (vore) gebraucht. Ansonsten wird anstelle des Konjunktivs PrĂ€teritum der Indikativ PrĂ€teritum oder die Kombination des Hilfsverbs skulle (= Konjunktiv von ska) mit dem Infinitiv verwendet. Die Umschreibung mit skulle + Infinitiv wird manchmal als eigener Modus (Konditionalis) betrachtet.
[Bearbeiten] Diathese

Das Schwedische kennt zwei Formen der Diathese: Aktiv (siehe oben) und Passiv.

Passiv

Wie im Deutschen sind auch im Schwedischen viele transitive Verben passivfÀhig.

FĂŒr die Bildung des Passivs gibt es zwei Möglichkeiten. Die hĂ€ufiger benutzte Form wird durch HinzufĂŒgung der Endung -s beim Hauptverb erzeugt, die weniger frequente Form wird mit Hilfe des passivbildenden Hilfsverbs bli(va) konstruiert. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, fĂŒr das Passiv eine Ersatzform mit „vara“ zu benutzen.

Beispiele in verschiedenen Tempora:

  • Das Kind isst den Apfel. Barnet Ă€ter Ă€pplet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen. Äpplet Ă€ts av barnet.
  • Das Kind hat den Apfel gegessen. Barnet har Ă€tit Ă€pplet.
  • Der Apfel ist von dem Kind gegessen worden. Äpplet har Ă€tits av barnet.
  • Das Kind hatte den Apfel gegessen. Barnet hade Ă€tit Ă€pplet.
  • Der Apfel war von dem Kind gegessen worden. Äpplet hade Ă€tits av barnet.
  • Das Kind wird den Apfel essen. Barnet kommer att Ă€ta Ă€pplet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen werden. Äpplet kommer att Ă€tas av barnet.
  • Das Kind wird den Apfel gegessen haben. Barnet kommer att ha Ă€tit Ă€pplet.
  • Der Apfel wird von dem Kind gegessen worden sein. Äpplet kommer att ha Ă€tits av barnet.

Beispiele mit „bli(va)“

  • Äpplet blir Ă€tet av barnet.
  • Äpplet har blivit Ă€tet av barnet.
  • Äpplet blev Ă€tet av barnet.
  • Äpplet hade blivit Ă€tet av barnet.
  • Äpplet kommer att bli Ă€tet av barnet.
  • Äpplet kommer att ha blivit Ă€tet av barnet.

Die Ersatzkonstruktion mit bliva + Partizip Perfekt betont den Ablauf der Handlung. Da das Partizip Perfekt (PP) in den oben genannten BeispielsÀtzen adjektivisch gebraucht wird, muss es wie ein Adjektiv an das korrespondierende Nomen angepasst werden.

  • Maten blev Ă€ten.
  • Äpplet blev Ă€tet.
  • Äpplena blev Ă€tna.

Eine weitere Ersatzmöglichkeit fĂŒr das Passiv ist die Konstruktion vara + PP, die mehr das Ergebnis einer Handlung betont

Beispiel mit „vara“

Das Auto war repariert, als wir zurĂŒckkamen. – Bilen var reparerad, nĂ€r vi kom tilbaka

Bei Verben mit zwei Objekten (bitransitive Verben) können beide Objekte zum Subjekt des Passivsatzes werden, z. B.:

  • Akademien tilldelade författaren ett stipendium.

> Författaren tilldelades ett stipendium av akademien. oder

> Ett stipendium tilldelades författaren av akademien.

Nichtpassivische Verwendung der s-Form des Verbs

Die s-Form des Verbs wird nicht nur im Passiv verwendet, sondern auch in anderen ZusammenhÀngen:

  • um eine reflexive Bedeutung auszudrĂŒcken, z. B.
    • upprepas sich wiederholen
    • förĂ€ndras sich verĂ€ndern
  • oder eine reziproke (gegenseitige) Bedeutung, z. B.
    • skiljas sich scheiden lassen
    • trĂ€ffas sich treffen
  • oder die gemeinsame unterliegende Bedeutung von „jemandem immer einen Schaden zufĂŒgen“, z. B.
    • bitas beißen, bissig sein
    • retas necken, Ă€rgern
    • knuffas drĂ€ngeln

Verba Deponentia

Im Schwedischen existiert eine Reihe von Deponentia, das heißt Verben, die ausschließlich in s-Form auftreten, aber kein Passiv ausdrĂŒcken. Einige Beispiele:

  • andas atmen
  • hoppas hoffen
  • trivas sich wohlfĂŒhlen
  • skĂ€mmas sich schĂ€men
  • svettas schwitzen
  • vĂ€snas lĂ€rmen
  • Ă„ldras (sichtbar) Ă€lter werden, altern
  • finnas vorhanden sein, geben (es gibt: det finns)

[Bearbeiten] Substantive

[Bearbeiten] Genus

Bei den Substantiven muss zunÀchst zwischen Utrum (en-Wörtern) und Neutrum (ett-Wörtern) unterschieden werden.

Beispiele:

en bÄt ein Boot
en hÀst ein Pferd
ett hus ein Haus
ett djur ein Tier

Die Genus-Zuordnung ist meist frei; man kann also nicht am natĂŒrlichen Geschlecht (Sexus) oder an spezifischen Endungen erkennen, welchem Genus ein Substantiv angehört.

Als Faustregel gilt: Ein einzelnes, lebendes Individuum ist Utrum (Ausnahme z. B.: ett lejon – ein Löwe). (Diese Regel gilt nicht andersherum!)

Beispiele:

Individuum Sammelbegriff
en hĂ€st – ein Pferd ett djur – ein Tier
en björk – eine Birke ett trĂ€d – ein Baum
[Bearbeiten] Bestimmte Form – Unbestimmte Form

Substantive können in unbestimmter und bestimmter Form auftreten. Im Gegensatz zum Deutschen werden die Artikel bei der bestimmten Form nicht vorangestellt, sondern als Suffix an das Substantiv angehÀngt:

Beispiele:

bÄten das Boot
hÀsten das Pferd
huset das Haus
djuret das Tier

Dabei kann es allerdings zu nötigen Anpassungen kommen, welche den Klang beeinflussen, beispielsweise bei en lĂ€rare, wo das Suffix (-en) durch den Vokal auf -n beschrĂ€nkt wird, wodurch lĂ€raren entsteht, wobei gleichgĂŒltig ist, welcher Vokal die Endung bildet. So wird auch aus ett piano mit dem Suffix -t pianot.

[Bearbeiten] Plural
Gruppe Singular unbestimmt Singular bestimmt Plural unbestimmt Plural bestimmt ErklÀrung
1 en lampa lampan lampor lamporna En-Wörter, die auf -a enden
2
en pojke
en bil
pojken
bilen
pojkar
bilar
pojkarna
bilarna
En-Wörter, die auf -e oder Konsonant enden.
Die grĂ¶ĂŸte Gruppe.
3
en gÀst
en son
en telefon*
ett land
gÀsten
sonen
telefonen
landet
gÀster
söner
telefoner
lÀnder
gÀsterna
sönerna
telefonerna
lÀnderna
En-Wörter, die auf Konsonant enden
En-Wörter, die den Stammvokal umlauten
En-Wörter, auf der letzten Silbe betont
Ett-Wörter, die den Stammvokal umlauten
4 ett stÀlle stÀllet stÀllen stÀllena Ett-Wörter, die auf Vokal enden
5
ett hus
en lÀrare
huset
lÀraren
hus
lÀrare
husen
lÀrarna
Ett-Wörter, die auf Konsonant enden
En-Wörter, die auf -are, -iker oder -ier enden


* en telefon: Die Unterstreichung in der Tabelle dient nur zur Veranschaulichung der Betonung. Beachte, dass die Betonung immer auf derselben Silbe bleibt!

Besonderheiten

Endet ein En-Wort auf unbetontes -el oder -en, dann fÀllt das -e- in den anderen Formen weg.
Endet ein En-Wort auf unbetontes -er, dann fÀllt das -e- im Plural weg.

en cykel – cykeln – cyklar – cyklarna
en faster – fastern – fastrar – fastrarna

Einige wenige Wörter lassen sich in keine der oben genannten fĂŒnf Gruppen einordnen.
Das hĂ€ufigste dĂŒrfte „Mann“ sein: en man – mannen – mĂ€n – mĂ€nnen

[Bearbeiten] Genitiv

Das heutige Schwedische kennt – Ă€hnlich wie das Englische – mit der Ausnahme des Genitivs keine Kasusflexion mehr. Die syntaktische Stellung der Nomina im Satz wird also nur noch durch die Wortstellung oder durch PrĂ€positionen ausgedrĂŒckt.

Der Genitiv wird durch einfaches AnfĂŒgen des Suffixes -s gebildet, das allerdings entfĂ€llt, wenn das Substantiv bereits auf -s endet. Nach dem Genitiv steht das Substantiv, welches in Relation steht, immer in der unbestimmten Form.

Beispiel:

Karin Ă€r hans kusin. Karin ist seine Cousine. (han („er“) mit dem Suffix -s)
Lars Ă€r Hans far. Lars ist Hans’ Vater. (Vorsicht vor Verwechselungen hierbei!)
Hans Ă€r Lars son. Hans ist Lars’ Sohn. (Vorsicht, denn obwohl rs als sch gesprochen wird, wird kein -s angehĂ€ngt!)

[Bearbeiten] Possessivpronomen

Das Possessivpronomen ist der Genitiv des Personalpronomen; es bezeichnet den Besitzer einer Sache. Das Schwedische unterscheidet eine reflexive und eine nichtreflexive Form des Possessivpronomens.

[Bearbeiten] Nicht-reflexive Formen

Das Possessivpronomen muss an das Genus des Wortes, auf das es sich bezieht, angeglichen werden.

mein min bil mitt hus mina bilar, mina hus
dein din bil ditt hus dina bilar, dina hus
sein hans bil hans hus hans bilar, hans hus
ihr hennes bil hennes hus hennes bilar, hennes hus
unser vÄr (vÄran) bil vÄrt (vÄrat) hus vÄra bilar, vÄra hus
euer er (eran) bil ert (erat) hus era bilar, era hus
ihr (deren) deras bil deras hus deras bilar, deras hus

Die Formen in Klammern sind umgangssprachlich und gelten (noch) nicht als gepflegtes Schwedisch. Sie werden hauptsĂ€chlich von jĂŒngeren Menschen verwendet.

FĂŒr die Personalpronomen den und det gibt es ebenfalls ein Possessivpronomen: dess. Diese Form wird im Alltagsgebrauch aber selten benutzt.

Regel:

  • Possessivpronomen der 3. Person Singular oder Plural (hans, hennes, dess, deras) werden nicht verĂ€ndert.
  • Possessivpronomen der 1. und 2. Person Singular und Plural (min, din, sin und vĂ„r, er) werden ersetzt durch mitt, ditt, sitt und vĂ„rt, ert wenn sie sich auf ett-Wörter beziehen, bzw. durch mina, dina, sina und vĂ„ra, era wenn sie sich auf im Plural stehende Substantive (en und ett) beziehen.

(NB: Die schwedische Modehauskette Hennes & Mauritz hat ihren Namen von einem DamenmodegeschĂ€ft namens „Hennes“ (dt: ~FĂŒr Sie))

[Bearbeiten] Reflexive Formen

FĂŒr die 3. Person (sowohl Singular als auch Plural) gibt es im Schwedischen darĂŒber hinaus noch ein reflexives Possessivpronomen:

sein/ihr/deren (eigenes) sin bil sitt hus sina bilar, sina hus

Diese Form wird benutzt, wenn das Possessivpronomen beim Objekt eines Satzes steht und der Besitzer Subjekt des Satzes ist. Es lĂ€sst sich im Deutschen am besten mit der/die/das eigene ĂŒbersetzen.

Beispiele:
Han kommer med sin son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem eigenen!)
Han kommer med hans son. Er kommt mit seinem Sohn. (dem des Freundes z. B.)

Hon kommer med sitt barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem eigenen!)
Hon kommer med hennes barn. Sie kommt mit ihrem Kind. (dem der Freundin z. B.)

Beachte! Das reflexive Possessivpronomen sin/sitt/sina steht niemals zusammen mit dem Subjekt!

Beispiele
Han kommer med sin fru. Er kommt mit seiner Frau. (der „eigenen“)
Han och hans fru kommer inte idag. Er und seine Frau kommen heute nicht. („Er und seine Frau“ sind doppeltes Subjekt des Satzes)

Jag kÀnner Sven och hans bror. Ich kenne Sven und seinen Bruder
Hans bror arbetar i Lund. Sein Bruder arbeitet in Lund

[Bearbeiten] Alleinstehende Possessivpronomen

Wie auch im Deutschen kann ein Possessivpronomen alleine stehen, ohne dass ihm ein Substantiv folgt.

Beispiele:
Om du behöver en bÄt, kan du fÄ lÄna min.
Wenn du ein Boot brauchst kannst du meines leihen.

Har du en cigarett till mig? Jag glömde mina.
Hast du eine Zigarette fĂŒr mich? Ich habe meine vergessen.

Per lÄnade Olav sin bÄt. Hans var trasig.
Per lieh Olav sein (eigenes) Boot, Seines (Olavs) war kaputt.

[Bearbeiten] Adjektive

[Bearbeiten] Deklination

Die Beugung von Adjektiven in der unbestimmten Form verhĂ€lt sich sehr einfach, ist jedoch mit Ausnahmen gespickt. GemĂ€ĂŸ der Regel werden Adjektive, die sich auf ein Utrum-Substantiv im Singular beziehen, nicht flektiert.

Im Deutschen werden Adjektive nur dekliniert, wenn sie als Attribute benutzt werden. Ein wichtiger kontrastiver Unterschied zum Deutschen besteht darin, dass im Schwedischen Adjektive auch dekliniert werden mĂŒssen, wenn sie prĂ€dikativ benutzt werden. Das macht sich auch bei der Passivbildung (siehe oben) bemerkbar.

Beispiele:

Det Ă€r en stor bil. Das ist ein großes Auto.
Det Àr en ny jacka. Das ist eine neue Jacke. (IrregulÀre Form bei neutralen Substantiven! Siehe unten)

Adjektive, die sich auf ein neutrales Substantiv beziehen, erhalten das Suffix -t in der unbestimmten Form.

Beispiele:

Hon bor i ett stort hus. Sie wohnt in einem großen Haus.
Jag har ett nytt jobb. Ich habe eine neue Arbeit(sstelle). (IrregulÀre Form! Siehe unten)

Bezieht sich das Adjektiv auf eine Pluralform, ob bestimmt oder unbestimmt, wird dem Adjektiv das Suffix -a zuteil.

Beispiele:

Gustav berÀttade mÄnga roliga historier. Gustav erzÀhlte viele lustige Geschichten.
Jag kan aldrig svara pÄ svÄra frÄgor. Ich kann nie schwere Fragen beantworten.

Doch, wie gesagt, existieren irregulÀre Formen bei der Deklination von Adjektiven, die sich auf ein singulÀres, unbestimmtes, neutrales Substantiv beziehen.

IrregulÀre Formen:

Utrum Neutrum Plural GesetzmĂ€ĂŸigkeit
en ny jacka ett nytt jobb flera nya jackor (jobb) Nach einem Vokal folgt ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en röd bil ett rött hus flera röda hus (bilar) Wenn ein Adjektiv auf -d endet, wird daraus ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en vit bil ett vitt hus flera vita bilar (hus) Wenn ein Adjektiv auf -t endet, wird daraus ein Doppel-t in der neutralen, unbestimmten Form.
en svart bil ett svart bord flera svarta bilar (bord) Wenn ein Adjektiv auf -rt endet, bleibt jenes -rt bestehen.
en hÄrd sÀng ett hÄrt paket flera hÄrda sÀngar (paket) Wenn ein Adjektiv auf -rd endet, wird daraus ein -rt in der neutralen, unbestimmten Form.
en rund boll ett runt bord flera runda bollar (bord) Wenn ein Adjektiv auf -nd endet, wird daraus ein -nt in der neutralen, unbestimmten Form.
en mogen tomat ett moget Àpple flera mogna bananer (Àpplen) Wenn ein Adjektiv auf -en endet, wird daraus ein -et in der neutralen, unbestimmten Form und das unbetonte -e- verschwindet im Plural.
en enkel frÄga ett enkelt mattetal flera enkla frÄgor (mattetal) Siehe unteres Beispiel!
en vacker dag ett vackert tyg flera vackra dagar (tyger) Wenn ein Adjektiv auf -el oder -er endet, wird daran ein -t gehÀngt in der neutralen, unbestimmten Form, und das unbetonte -e- verschwindet im Plural.

Die Beugung der Adjektive in der bestimmten Form ist weit regelmĂ€ĂŸiger und einfacher. In der bestimmten Form wird das Suffix -a (man erinnere sich an den Plural) angehĂ€ngt. Wenn das Substantiv eine mĂ€nnliche Person oder ein mĂ€nnliches Tier ist, kann im Singular statt des -a auch ein -e angehĂ€ngt werden.

Beispiele:

Singular Plural
den gröna bilen de gröna bilarna
det gröna Àpplet de gröna Àpplena
den gröne mannen de gröna mÀnnen

Dabei mĂŒssen die bestimmten (oder demonstrativen) Artikel immer zusĂ€tzlich zu dem an das Substantiv angehĂ€ngten bestimmten Artikel vorhanden sein, da sich das Adjektiv direkt vor das bestimmte Substantiv stellt.

Außerdem enden Adjektive immer auf -a in folgenden FĂ€llen:

Nach allen Possessivpronomen (min, din, hans etc.)

min gröna bil mein grĂŒnes Auto mina gröna bilar meine grĂŒnen Autos
mitt gula Ă€pple mein gelber Apfel mina gula Ă€pplen meine gelben Äpfel

Nach allen Genitivformen:

Eriks fina bil Eriks schönes Auto Perssons fina bilar Perssons schöne Autos
Pojkens gula Àpple des Jungen gelber Apfel Flickornas röda rosor der MÀdchen rote Rosen

Auch in der bestimmten Form existieren allerdings irregulĂ€re Formen, doch nur bei den Adjektiven liten („klein“) und gammal („alt“):

Unbestimmte Form Bestimmte Form
liten en liten flicka
ett litet hus

flera smÄ barn
den lilla flickan
det lilla huset
de smÄ barnen
gammal en gammal bil
ett gammalt hus
flera gamla bilar
den gamla bilen
det gamla huset
de gamla bilarna

PrÀdikative Verwendung

  • Das Auto ist rostig. Bilen Ă€r rostig.
  • Die Autos sind rostig. Bilarna Ă€r rostiga.
  • Froh ging er in die Stadt. Glad gick han till stan.
  • Froh gingen sie in die Stadt. Glada gick de till stan.
[Bearbeiten] Komparation

Das Schwedische kennt in der Komparation die gleichen Stufen wie die deutsche Sprache, also Positiv, Komparativ und Superlativ. Den Elativ mit „zu“ bildet die schwedische Sprache mit „för“. Man kann fĂŒr die Komparation fĂŒnf RegelmĂ€ĂŸigkeiten aufstellen:

Positiv Komparativ Superlativ Elativ
Regel A glad gladare gladast för glad
Regel B enkel, vacker enklare, vackrare enklast, vackrast för enkel, för vacker
Regel C lÄng, stor, ung, tung, fÄ, lÄg, hög lÀngre, större, yngre, tyngre, fÀrre, lÀgre, högre lÀngst, störst, yngst, tyngst, -, lÀgst, högst för lÄng, för stor, för ung, för tung, för fÄ, för lÄg, för hög
Regel D gammal, god/bra, dÄlig, illa, liten, mycket, mÄnga Àldre, bÀttre, sÀmre, vÀrre, mindre, mer, fler Àldst, bÀst, sÀmst, vÀrst, minst, mest, flest för gammal, för god/bra, för dÄlig, för illa, för liten, för mycket, för mÄnga
Regel E intresserad, obegriplig mer intresserad, mer obegriplig mest intresserad, mest obegriplig för intresserad, för obegriplig
  • Regel A fasst die hĂ€ufigste Form, das AnfĂŒgen der Suffixe -are und -ast, zusammen.
  • Regel B fasst die bereits erwĂ€hnte Form von den Endungen -el, -en und -er zusammen, die alle ihr unbetontes -e- im Komparativ und Superlativ verlieren.
  • Regel C fasst die Formen zusammen, die mit den Suffixen -re und -st gebildet werden. Vorsicht, sie Ă€ndern ihren Stammvokal!
  • Regel D ist eigentlich keine Regel, sie fasst hier nur die irregulĂ€ren Formen zusammen. („god“ wird hingegen regelmĂ€ĂŸig, also „godare, godast“, gesteigert, wenn es im Sinne von „wohlschmeckend“ gebraucht wird: Det hĂ€r var den godaste chokladen jag har smakat.)
  • Regel E fasst lange Adjektive zusammen, die mit mer („mehr“) und mest („meist-“) kompariert werden. Dazu gehören auch die Adjektivformen der Verben, die aus dem Partizip PrĂ€sens und dem Partizip Perfekt gebildet werden.

Bestimmte Form des Superlativs

Auch fĂŒr den Superlativ gibt es eine bestimmte Form; sie endet auf -e.
Das ist der wĂ€rmste Mantel. – Det Ă€r den varmaste kappan.

Ausnahme:

Die unregelmĂ€ĂŸigen Adjektive der Gruppen C und D erhalten die Endung -a.
Per ist der Ă€lteste. – Per Ă€r den Ă€ldsta.
Stockholm ist Schwedens grĂ¶ĂŸte Stadt. – Stockholm Ă€r Sveriges största stad.

Anwendung der Komparation

Ich bin so groß wie mein Bruder. – Jag Ă€r lika stor som min bror.
Ich bin grĂ¶ĂŸer als mein Bruder. – Jag Ă€r större Ă€n min bror.
Er ist am grĂ¶ĂŸten. – Han Ă€r störst.
Er ist der GrĂ¶ĂŸte. – Han Ă€r den störste.

[Bearbeiten] Adverb

Adverbien sind wie Adjektive Eigenschaftswörter. Sie beschreiben im Gegensatz zu Adjektiven niemals einen Gegenstand sondern Handlungen und Eigenschaften. Es gibt zahlreiche Adverbien, die unflektiert benutzt werden; das hÀufigste ist mycket (sehr, viel). Bei der Verwendung von Adjektiven als Adverbien wird diesen im Schwedischen die Endung -t angehÀngt (im Gegensatz zum Deutschen, wo die unflektierte Form des Adjektivs verwendet wird).

Adjektiv: Lena Àr vÀnlig.
Adverb: Lena svarar vÀnligt.
Das Adverb beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet.

Doppeltes Adverb: Lena svarar mycket vÀnligt.
Das Adverb vÀnligt beschreibt die Art und Weise, in der Lena antwortet, gleichzeitig wird es von mycket ebenfalls genauer beschrieben.

[Bearbeiten] Syntax

[Bearbeiten] Allgemein

Durch die Vereinfachung der Flexion ergibt sich eine relativ starre Satzstellung. So lÀsst hauptsÀchlich die Stellung eines Substantives im Satz erkennen, ob es sich um das Subjekt oder das Objekt des Satzes handelt, nicht aber die Form des Substantives. Die VerstÀndlichkeit der Syntax ist allerdings auch abhÀngig vom Kontext. In der Regel hat ein Hauptsatz folgenden Aufbau:

Subjekt + PrÀdikat + Objekt

Hierbei sind, wie im Deutschen, nur das Subjekt und das PrÀdikat zwingend notwendig.

Das folgende Schema zeigt die Struktur des schwedischen Hauptsatzes an einigen Beispielen.

Funda-
ment
Verb (1) Subjekt Satz-
adverbial
Verb (2) Objekt Art+
Weise
Ort Zeit
Jag lĂ€ser inte en bok i parken idag
Jag ska inte lĂ€sa en bok i parken idag
Idag ska jag inte lĂ€sa en bok i parken
Idag har jag inte lĂ€st en bok i parken
Jag lÀser boken tyst idag
Jag Ă€ter alltid en fralla till frukost
Till frukost Ă€ter jag en fralla
Vad heter du

Im Fundament können außer dem gebeugten Verb prinzipiell alle Satzteile stehen, meist steht hier aber das Subjekt. Sollte ein anderes Satzteil als das Subjekt im Fundament stehen, so bleibt dessen eigentlicher Platz unbesetzt.

NebensÀtze werden mit der Konjunktion att (dass) ohne vorangehendes Komma eingeleitet. In NebensÀtzen steht das Satzadverbial immer vor dem Verb bzw. den Verben und unmittelbar nach dem Subjekt:

Han svarade att han inte skulle komma hem tidigare. Er antwortete, dass er nicht frĂŒher nach Hause kommen wĂŒrde.

[Bearbeiten] Negation

Einen Satz verneint das Wort inte:

Jag heter Sven. Ich heiße Sven.
Jag heter inte Sven. Ich heiße nicht Sven.

[Bearbeiten] Fragen

Bei Fragen hat der Satz folgenden Aufbau:

PrÀdikat + Subjekt + Objekt

Beispiel:

Heter du Sven? Heißt du Sven?

Bei Fragen, die nicht mit Ja oder Nein zu beantworten sind, wird ein Fragewort vorangestellt. Der Satz hat in diesem Fall folgenden Aufbau:

Fragewort + PrÀdikat + Subjekt + Objekt

Beispiel:

Vad heter du? Wie heißt du?

[Bearbeiten] Stilformen der schwedischen Sprache

Die schwedische Sprache ist eine Sprache mit kurzen Wörtern, kurzen SÀtzen und einfacher Grammatik. Sie wirkt im Aufbau Àhnlich wie die englische Sprache. Damit gehen auch andere Stilformen einher. WÀhrend im Deutschen Stil durch KomplexitÀt erzeugt wird, bedeutet Stil im Schwedischen hauptsÀchlich Verdichtung.

[Bearbeiten] Das Futur „kommer att + Infinitiv“

kommer att + Infinitiv hat eine Àhnliche Bedeutung wie die Futurbildung durch skall + Infinitiv. Allerdings beschreibt kommer att ein Zukunftsereignis, das ohne den eigenen Einfluss geschehen wird oder eine schicksalhafte Dimension hat.

Beispiele:

Det kommer att regna Es wird (unabwendbar) regnen.
Jag kommer att Ă„ka hem Ich werde nach Hause fahren (mĂŒssen).

In der mĂŒndlichen Sprache wird das att hĂ€ufig ausgelassen und die Betonung stĂ€rker auf das ungebeugte Verb gesetzt: Jag kommer vara hemma imorgon. In der Schriftsprache gilt dies aber bislang nicht als korrekt.

Beispiel:

Du kommer springa dit! Du wirst (gefĂ€lligst) dorthin gehen (mĂŒssen)!

[Bearbeiten] Besondere Konjunktivform

Zur Beschreibung eines nicht herbeifĂŒhrbaren Zustands wird oft das PrĂ€teritum (als Ersatz fĂŒr den Konjunktiv, der, außer beim Verb vara – vore, nicht mehr in Gebrauch ist) verwendet.

Beispiele:

Om du sÄg mig nu! Wenn du mich jetzt sÀhest!
Om det ÀndÄ var (oder vore) igÄr. WÀre es noch gestern.

[Bearbeiten] VerkĂŒrzung

In der mĂŒndlichen Sprache wird der Sprachfluss durch das Weglassen von Silben oder Phonemen verbessert. Dies kann auch in der Schriftsprache vorkommen.

Durchgesetzt haben sich mehrere hÀufige Wörter

‱ o fĂŒr och (dt. und)

‱ ska fĂŒr skall (dt. werden, gebeugte Form)

‱ sen fĂŒr sedan (dt. seit, dann)

‱ kung fĂŒr konung (dt. König)

Das Wort nĂ„gon (dt. irgendein) und seine Neutrumform nĂ„got (dt. etwas) und Pluralform nĂ„gra (dt. einige) verlieren ihr g und den dazugehörigen Vokal o

‱ nĂ„n, nĂ„t, nĂ„ra.

Die Verbindung de wird in der zweiten (unbetonten) Silbe einiger Wörter oft weggelassen; die ursprĂŒngliche Variante mit -de gilt auch in der Schriftsprache mittlerweile oft als veraltet.

‱ far fĂŒr fader (dt. Vater), mor fĂŒr moder (dt. Mutter), bror fĂŒr broder (dt. Bruder), stan fĂŒr staden (dt. die Stadt), er fĂŒr eder (dt. euer, euch), arton fĂŒr aderton (dt. achtzehn)

[Bearbeiten] Verdopplung der bestimmten Form

Zur besonderen Betonung oder sehr genauen Bestimmung wird die bestimmte Form verdoppelt, in dem ein den, det oder de vor das bestimmte Substantiv gestellt wird. Es hat trotz der Ähnlichkeit mit der deutschen Weise der bestimmten Form nicht dieselbe Bedeutung.

Beispiele:

Det Àr det huset Das ist (genau) das Haus.
Du Àr den kvinnan jag tÀnker pÄ Du bist die (einzige) Frau, an die ich denke.

[Bearbeiten] Literatur

  • Otto Hoppe: Schwedisch-Deutsches Wörterbuch. 3. Auflage. Nordstedt & Söner, Stockholm 1919, (Digitalisat).
  • JaktĂ©n u. a.: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Schwedisch. Langenscheidt, Berlin 1997, ISBN 3-468-26301-5.
  • Jonas Petri: Dictionarium Latino-Sveco-Germanicum Ex Variis Probatorum Authorum Lexicis. GĂŒnther, Linköping 1640 (Digitalisat).
  • Birgitta Ramge: Praktische Grammatik der schwedischen Sprache. Gottfried Egert Verlag, Wilhelmsfeld 2002, ISBN 3-926972-90-4.
  • Ulf Teleman, Staffan Hellberg, Erik Andersson: Svenska Akademiens grammatik. 4 BĂ€nde. Norstedts, Stockholm 1999, ISBN 91-7227-126-4.
  • Åke Viberg u. a.: Schwedische Grammatik. Bokförlaget Natur och Kultur, Stockholm 1987 (neu aufgelegt 1998), ISBN 91-27-50249-X.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schwedische Sprache â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schwedische Aussprache â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Schwedischer Sprachenrat
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 1. April 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

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