Raumschiff Enterprise
| Seriendaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Raumschiff Enterprise |
| Originaltitel | Star Trek |
| Produktionsland | |
| Originalsprache | Englisch |
| Produktionsjahr(e) | 1966â1969 |
| LĂ€nge | 51 (in PAL: 48) Minuten |
| Episoden | 79 in 3 Staffeln |
| Genre | Science Fiction |
| Titellied | Alexander Courage |
| Idee | Gene Roddenberry |
| Musik | Alexander Courage, George Duning, Jerry Fielding, Gerald Fried, Sol Kaplan, Joseph Mullendore, Fred Steiner |
| Erstausstrahlung | 8. September 1966 (USA) auf NBC |
| Deutschsprachige Erstausstrahlung |
27. Mai 1972 auf ZDF |
| Besetzung | |
Raumschiff Enterprise (englisch: Star Trek, spĂ€ter auch Star Trek: The Original Series, AbkĂŒrzung: TOS) ist der deutsche Titel einer US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie aus den 1960er-Jahren, die von Gene Roddenberry konzipiert wurde. Unter dem Kommando von Captain Kirk erkundet das Raumschiff Enterprise unbekannte Bereiche des Universums. Dabei wird seine internationale Besatzung mit unbekannten PhĂ€nomenen, Lebensformen und Feinden konfrontiert.
Wegen schwacher Zuschauerquoten wurde die Serie 1969 nach drei Staffeln und 79 Folgen eingestellt. Erst in den folgenden Jahren entwickelte sie sich zu einem popkulturellen PhĂ€nomen und einem der weltweit gröĂten Serien-Franchises, nunmehr unter dem englischen Titel Star Trek bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Konzept
Im 23. Jahrhundert haben die Menschen auf der Erde soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten ĂŒberwunden. Die Erkundung des Weltraums fĂŒhrte zu Allianzen mit auĂerirdischen Lebensformen. Die Besatzung des Raumschiffs Enterprise von der Vereinten Föderation der Planeten widmet sich der Entdeckung bislang unbekannter Lebensformen. Die Konfrontationen mit unerforschten PhĂ€nomenen und Feinden stellt Captain James T. Kirk und seine Offiziere immer wieder vor schwierige Aufgaben.
An der Seite des draufgĂ€ngerischen Captain Kirk stehen Mr. Spock, Erster Offizier sowie Wissenschaftsoffizier, und der Schiffsarzt Dr. Leonard McCoy. Mr. Spock, Halbvulkanier, gilt nicht nur aufgrund der spitzen Ohren und Augenbrauen als Exot auf dem sonst von Menschen bevölkerten Raumschiff: Das wesentliche Merkmal der vulkanischen Kultur ist die Abkehr von EmotionalitĂ€t zugunsten einer streng logischen Denkweise. Im Gegensatz dazu vertritt der manchmal mĂŒrrische, aber herzliche Dr. McCoy ein humanistisches Weltbild. Aufgrund der ergĂ€nzenden Eigenschaften dieser drei Figuren etablierten sich Kirk, Spock und McCoy als Triumvirat: Die meist offen ausgetragenen Konflikte zwischen dem rationalen Spock und dem idealistischen McCoy helfen Kirk als HandlungstrĂ€ger, seine Entscheidungen zu treffen.
Die weiteren, wichtigen Besatzungsmitglieder spiegeln die Bandbreite verschiedener NationalitÀten der Erde wider: Der schrullige aber kompetente Chefingenieur Montgomery Scott ist Schotte, am Navigationspult kommen sowohl der dynamische Japaner Hikaru Sulu wie (ab Staffel zwei) der junge Russe Pavel Chekov zum Einsatz. Als Kommunikationsoffizier ist mit Lt. Uhura nicht nur eine Frau, sondern auch eine Afrikanerin in leitender Position tÀtig, was zum Zeitpunkt der Entstehung der Serie als besonders progressiv galt.
Zu den technischen Rahmenbedingungen zĂ€hlt der Warp-Antrieb des Raumschiffs, der quasi-ĂŒberlichtschnelle interstellare Reisen möglich macht. Zwar stehen den Besatzungsmitgliedern der Enterprise auch kleinere Shuttles zur VerfĂŒgung, doch durch die Technologie des Beamens können nahegelegene Reiseziele, etwa ein Planet oder ein anderes Raumschiff, bedeutend schneller erreicht werden; dazu werden Lebewesen und Objekte in ihre MolekĂŒle zerlegt und unverzĂŒglich am Bestimmungsort wieder zusammengesetzt. Zu den AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden bei Missionen auĂerhalb des Raumschiffs zĂ€hlen SprechgerĂ€te fĂŒr die Kommunikation unter den Mannschaftsmitgliedern, Tricorder fĂŒr die Datenaufzeichnung, -speicherung und -analyse, und Phaser als Waffen, deren Wirkung auf Tötung oder BetĂ€ubung eingestellt werden kann.
Der Originaltitel Star Trek (in etwa âZug zu den Sternenâ) ist an die strapaziösen Reisen der amerikanischen Pioniere angelehnt, die mit ihren Planwagen den noch unbekannten Kontinent erschlossen (âAnsiedlertrecksâ). Gene Roddenberry ging bei der Konzeption der Serie von der groĂen Wahrscheinlichkeit einer Vielzahl weiterer erdĂ€hnlicher Planeten im Universum aus, die erst noch entdeckt werden mĂŒssten. Auch aus KostengrĂŒnden Ă€hneln die meisten von der Enterprise aufgesuchten Planeten der Erde. Extraterrestrische Völker sind ebenfalls meist humanoid; sie unterscheiden sich von Menschen oft nur durch exotische körperliche Details (etwa der Hautfarbe) oder werden durch hervorstechende Charaktereigenschaften definiert: Vulkanier sind logisch, Klingonen kriegerisch. Von diesen Vereinfachungen abgesehen war der vernunftbetonte Umgang mit auĂerirdischen Lebensformen und PhĂ€nomenen ein Markenzeichen der Serie, die sich von den klassischen Invasions-Szenarien ĂŒblicher Science-Fiction-Produktionen abheben wollte und sich um eine möglichst glaubwĂŒrdige AtmosphĂ€re bemĂŒhte. Auch wenn Gene Roddenberry die Ansicht, die Sternenflotte wĂ€re eine militĂ€rische Organisation, bestritt, herrschen etwa auf dem Raumschiff Enterprise militĂ€rische Umgangsformen: Mannschaftsmitglieder tragen Uniformen und sprechen sich mit ihren Dienstgraden an. Obwohl die Friedensmission im Vordergrund steht, kommt es im Laufe der Handlungen der einzelnen Folgen regelmĂ€Ăig zu mit Waffen ausgetragenen Konflikten.
[Bearbeiten] Produktionsgeschichte
[Bearbeiten] Die AnfÀnge
FĂŒr den US-amerikanischen Fernsehsender NBC entstand 1964 der Pilotfilm The Cage mit Jeffrey Hunter in der Hauptrolle des Captain Pike. Die Verantwortlichen lehnten es jedoch ab, die Serie Star Trek in dieser Form zu realisieren: Das Science-Fiction-Abenteuer schien ihnen âzu kopflastigâ.[1] Das Produktionsteam um Gene Roddenberry erhielt eine zweite Chance, musste allerdings einige Ănderungen akzeptieren: Neben einer stĂ€rkeren Gewichtung actionlastiger Elemente sollten auch keine Frauen in leitender Position zu sehen sein. Zwar verschwand somit der als âNumber Oneâ angesprochene, weibliche Erste Offizier (gespielt von Majel Barrett). Doch in einem anderen Punkt setzte sich Roddenberry gegenĂŒber dem Sender durch: Mr. Spock, dessen spitze Ohren und Augenbrauen einen satanischen Eindruck machten, blieb trotz der EinwĂ€nde der Senderverantwortlichen Teil der ĂŒberarbeiteten Serie.
Der zweite Pilotfilm Where No Man Has Gone Before, in dem nun William Shatner als Captain Kirk den anderweitig verpflichteten Jeffrey Hunter ersetzte, fand Zustimmung. Nach weiteren Ănderungen im Produktionsdesign (speziell den KostĂŒmen) und den Figuren (besonders auffĂ€llig: der Zugang von Schiffsarzt McCoy) ging die erste Staffel von Star Trek in Produktion, wobei die durchschnittliche Drehzeit bei sechs Tagen pro Folge lag.[2]
[Bearbeiten] Erste Staffel
Mit der Folge The Man Trap (dt. Titel: Das letzte seiner Art) startete Star Trek am 8. September 1966 im amerikanischen Fernsehen. Die Geschichte um ein extraterrestrisches Lebewesen, das Salz zum Ăberleben braucht, in der Gestalt von McCoys Jugendliebe erscheint und schlieĂlich in seiner Verzweiflung mehrere Mannschaftsmitglieder ermordet, ehe es selbst getötet wird, wurde vom Sender NBC als Pilotfolge ausgewĂ€hlt. Die Autoren um Gene Roddenberry hĂ€tten lieber einer Folge den Vorzug gegeben, die das angestrebte Niveau der neuen Serie besser reprĂ€sentierte: Etwa The Naked Time (Implosion in der Spirale, als vierte Folge ausgestrahlt), in deren Handlung sich Besatzungsmitglieder der Enterprise mit einem Virus infizieren, der ihre verborgenen Emotionen freisetzt und schlieĂlich zu Wahnsinn und Tod fĂŒhrt.
Die Produktion kĂ€mpfte nicht nur mit einem stark begrenzten Budget, das fĂŒr eine Science-Fiction-Serie besonders knapp schien: Die Entwicklung und Realisation der DrehbĂŒcher geriet in der ersten Staffel stark in Verzug. Um einerseits keinen der wöchentlichen Sendetermine ausfallen zu lassen und andererseits den teuren Pilotfilm mit Jeffrey Hunter nicht zu vergeuden, wurde The Cage mittels Rahmenhandlung in die laufende Serie eingearbeitet: WĂ€hrend einer Gerichtsverhandlung gegen Spock, der die Enterprise entfĂŒhrt hat, um den mittlerweile entstellten und gelĂ€hmten Captain Pike zum Planeten Talos IV zu bringen, erscheint das Filmmaterial des ersten Pilotfilms als visuelle Logbuchaufzeichnung auf der Leinwand. The Menagerie (Talos IV â Tabu, Teil I und Teil II) blieb der einzige Zweiteiler der Serie und wurde 1966 mit dem âInternational Hugo Award for Best Science Fiction Dramatic Presentationâ ausgezeichnet.[3]
Zu weiteren Höhepunkten der 29 Folgen umfassenden ersten Staffel zĂ€hlen unter anderem The Enemy Within (Kirk:2=?), in der Kirk durch eine Fehlfunktion des Transporters in seine guten und bösen Charaktereigenschaften aufgeteilt wird, Space Seed (Der schlafende Tiger) mit Ricardo MontalbĂĄn, der seine Rolle als charismatischer Gegenspieler Khan im zweiten Kinofilm wieder aufnehmen sollte, und The Devil in the Dark (Horta rettet ihre Kinder), die das Konzept von Star Trek auf den Punkt brachte, indem ein unbekanntes und gefĂ€hrliches Wesen sich als eine um seine Kinder besorgte, intelligente Lebensform erweist. Die als 28. Folge ausgestrahlte Geschichte The City on the Edge of Forever (Griff in die Geschichte) zĂ€hlt zu den gefeiertsten der klassischen Star-Trek-Serie: Durch ein Zeittor folgen Kirk und Spock dem von Wahnvorstellungen geplagten McCoy ins New York der 1930er Jahre. Dort verliebt sich Kirk in die engagierte Edith Keeler (Joan Collins). Um die Zeitlinie aufrechtzuerhalten, muss Spock Kirk und den eben wiedergefundenen McCoy daran hindern, Edith das Leben zu retten. The City on the Edge of Forever basiert auf dem Drehbuch des renommierten Science-Fiction-Autoren Harlan Ellison, das allerdings vor den Dreharbeiten stark ĂŒberarbeitet wurde: Dass Drogenmissbrauch zu den Wahnvorstellungen fĂŒhrte, passte nicht in das von Roddenberry gestaltete Konzept von Star Trek. Stattdessen injiziert sich McCoy beim Verabreichen eines Medikaments versehentlich eine Ăberdosis. Die Folge erhielt 1967 den Hugo Award for Best Science Fiction Dramatic Presentation, das Originaldrehbuch von Ellison wurde von der Screen Writers Guild ausgezeichnet.[4]
Wegen enttĂ€uschender Quoten drohte bald die Einstellung der Serie, die nur durch Proteste engagierter Science-Fiction-Fans und -Autoren abgewendet werden konnte: âThe Committeeâ, bestehend aus namhaften Autoren wie Robert Bloch, Harlan Ellison, Poul Anderson, Theodore Sturgeon, A. E. van Vogt und anderen, rief zu einer groĂ angelegten Briefaktion auf. Der Sender NBC lieĂ sich ĂŒberzeugen und genehmigte die Produktion einer zweiten Staffel. Allerdings wanderte der wöchentliche Sendetermin 1967 von Donnerstag- auf Freitagabend, was schlechtere Einschaltquoten erwarten lieĂ.
[Bearbeiten] Zweite Staffel
AuffĂ€lligste VerĂ€nderung innerhalb der Serie war der Neuzugang des Russen Pavel Chekov als Teil der international breitgefĂ€cherten Besatzung. Die von Walter Koenig dargestellte Figur genoss bald groĂe PopularitĂ€t, sodass sie nach einer Testphase zum festen Bestandteil der Serie wurde. Der besonderen Beliebtheit Mr. Spocks trug die zweite Staffel mit der Eröffnungsfolge Rechnung: In Amok Time (Weltraumfieber oder Pon Farr) leidet der streng logische Vulkanier am plötzlichen Auftreten seiner âBrunftzeitâ. Kirk bringt den ungewohnt aggressiven Spock auf dessen Heimatplaneten und muss sich dort einem rituellen Zweikampf auf Leben und Tod mit seinem Freund und Ersten Offizier stellen. Die Folge fĂŒhrte nicht nur den bekannten Vulkan-GruĂ ein (die Finger der rechten Hand werden zwischen Mittel- und Ringfinger gespreizt), sondern legte auch inhaltlich den Grundstein fĂŒr den Vulkan-Mystizismus, der wichtiger Teil des Star-Trek-Universums ist. Mit Journey to Babel (Reise nach Babel) stand Spock abermals im Mittelpunkt: Die Enterprise befördert seinen Vater, Botschafter Sarek, und weitere Delegierte zu einer wichtigen Konferenz, deren Zustandekommen ein Spion an Bord verhindern will. Zu weiteren herausragenden Folgen der Staffel zwei (26 Folgen) zĂ€hlen Mirror, Mirror (Ein Parallel-Universum), in der ein Paralleluniversum eine kriegerische statt friedliche Enterprise offenbart, und The Trouble with Tribbles (Kennen Sie Tribbles?), die als eine der beliebtesten weil humorvollsten Episoden der Serie gilt: Die Schiffsbesatzung kĂ€mpft mit der steten Vermehrung kleiner, fellknĂ€uelartiger Tierchen.
Als sich die Einschaltquoten auch mit der zweiten Staffel nicht verbesserten, konnte die weitere Produktion abermals nur nach einer organisierten Protestwelle durchgesetzt werden: Rund eine Million Protestbriefe, die NBC erreichten, demonstrierten die auĂergewöhnlich starke Verbundenheit zwischen der Serie und ihren treuen Zuschauern.[5]
[Bearbeiten] Dritte Staffel
Der Sender genehmigte zwar eine weitere Staffel, rĂ€umte Star Trek allerdings einen spĂ€teren und somit den Quoten weiter abtrĂ€glichen Sendetermin ein. Zudem wurde das Budget gekĂŒrzt, wodurch auf aufwendige SchauplĂ€tze auĂerhalb der Enterprise so weit wie möglich verzichtet werden musste.[6] Unter den möglichen Alternativen wĂ€hlte NBC Spock's Brain (Spocks Gehirn) als Eröffnungsfolge der neuen Staffel. Die Geschichte um den Diebstahl von Spocks Gehirn zĂ€hlt bei vielen Rezipienten zu den enttĂ€uschendsten der im Grunde ambitionierten Serie. Als besonders gelungen hingegen gilt etwa For the World is Hollow and I Have Touched the Sky (Der verirrte Planet): Ein Asteroid, der sich auf Kollisionskurs mit einem bewohnten Planeten befindet, entpuppt sich als Raumschiff einer fremden Kultur, die von einem ominösen Orakel gefĂŒhrt wird. Stand bei The World is Hollow⊠nach langer Zeit wieder McCoy im Mittelpunkt des Geschehens, indem er sich in die Hohepriesterin der Kultur verliebt und bei ihr bleiben möchte, konzentriert sich All Our Yesterdays (Portal in die Vergangenheit) wieder auf Spock, der sich seinerseits in eine Frau verliebt, die durch ein Zeitportal in die Eiszeit ihres Heimatplaneten verbannt wurde.
FĂŒr besonderes Aufsehen sorgte Plato's Stepchildren (Platons Stiefkinder), als Kirk und Uhura im Laufe der Handlung um einen launischen Herrscher mit telekinetischen FĂ€higkeiten dazu gezwungen werden, sich zu kĂŒssen. Dieser erste Kuss zwischen einem weiĂen Mann und einer farbigen Frau im amerikanischen Fernsehen galt als Tabubruch. Verschiedene Sender in den SĂŒdstaaten weigerten sich, die Folge auszustrahlen. WĂ€hrend der Dreharbeiten musste das Team darauf achten, dass sich die Lippen der beiden Darsteller in Wirklichkeit nicht berĂŒhrten. Mit Turnabout Intruder (GefĂ€hrlicher Tausch) strahlte NBC am 3. Juli 1969 schlieĂlich die 79. und letzte Folge von Star Trek aus. Die unspektakulĂ€re Geschichte um einen Tausch von Geist und Körper war eindeutig nicht als Abschluss der Serie konzipiert.[7]
[Bearbeiten] Nachwirkungen
[Bearbeiten] Entwicklung des PhÀnomens
WĂ€hrend ihrer Erstausstrahlung beschrĂ€nkte sich der Erfolg der Serie auf eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig kleine Gruppe meist Science-Fiction-interessierter Zuschauer. Nachdem Star Trek wegen schlechter Einschaltquoten abgesetzt wurde, begann der Verkauf der Ausstrahlungsrechte an lokale und private Fernsehsender in den USA. Dort bescherten bessere Sendezeiten der Serie ein weit gröĂeres Publikum als bisher, das sich nicht zuletzt wegen der ersten Mondlandung im Jahr 1969 stark fĂŒr die Weltraumabenteuer der Enterprise interessierte. Auch international entwickelte sich die erst erfolglose Serie zum unzweifelhaften Publikumserfolg. In GroĂbritannien wurde Star Trek 1970 erstmals auĂerhalb der USA ausgestrahlt. 1972 hatten bereits 170 Sender auf der ganzen Welt die Serie in ihrem Programm, darunter auch das ZDF in Deutschland.[8]
1972 fand in den USA die erste Star-Trek-Convention mit rund 3000 Besuchern statt. Zwei Jahre spĂ€ter belief sich die Besucherzahl dieser jĂ€hrlich stattfindenden Fan-Treffen bereits auf ĂŒber 15000, was schlieĂlich die Organisation mehrerer lokaler Conventions notwendig machte. DarĂŒber hinaus erfreuten sich sogenannte Fanzines groĂer Beliebtheit innerhalb der wachsenden Fangemeinde: In solchen Magazinen greifen Fans in selbstgeschriebenen Geschichten und Gedichten Motive aus der Serie auf.[9] Durch die bereits in den 1960er Jahren in den USA weitverbreitete GeschĂ€ftsidee des Merchandising profitierte auch der professionelle Handel von der steigenden Beliebtheit Star Treks: Fanden schon wĂ€hrend der Erstausstrahlung die von James Blish verfassten, auf den DrehbĂŒchern basierenden Kurzgeschichten bei Fans groĂen Absatz, wurde das Angebot nach und nach um jedes denkbare Produkt erweitert: T-Shirts, Buttons, SchlĂŒssel- und KettenanhĂ€nger, Spielzeug aller Art, Teller, Uhren, ModellbausĂ€tze und vieles mehr.[10]
Zitate aus der Serie fanden Einzug in die Alltagskultur, etwa der Vulkan-GruĂ, die Phrase âBeam me up, Scottyâ (die allerdings in dieser Form in der Serie nie zu hören war) und der Ausdruck âRedshirtâ. Die 1977 medial aufwendig inszenierte Taufe der ersten (nur zu Test- und Ăbungszwecken verwendeten) RaumfĂ€hre der NASA auf den Namen âEnterpriseâ lieĂ sich ebenfalls auf die auĂergewöhnliche nationale Beliebtheit Star Treks zurĂŒckfĂŒhren.[11]
[Bearbeiten] Nachfolgewerke
1973 kam die erste Nachfolgeserie ins amerikanische Fernsehen. Die sparsam animierte Zeichentrickserie fĂŒr Kinder (dt. Titel: Die Enterprise) konnte zwar einen Emmy Award erringen, wurde aber mangels Publikumsinteresse nach 22 Folgen eingestellt.[12]
Im November 1977 stoppte Paramount Pictures neun Tage vor dem geplanten Drehbeginn die Neuauflage Star Treks als Fernsehserie (Arbeitstitel Star Trek II), um Monate spĂ€ter die RĂŒckkehr der Enterprise auf der Kinoleinwand anzukĂŒndigen. Star Trek: Der Film feierte 1979 Premiere. Die langerwartete Produktion wurde zwar erwartungsgemÀà ein groĂer kommerzieller Erfolg, enttĂ€uschte jedoch Fans und Kritiker. FĂŒr den nachfolgenden Film wurde unter Produzent Harve Bennett und Regisseur Nicholas Meyer eine Neuorientierung der Serie vorgenommen. Gene Roddenberry verlor an Einfluss und zeigte sich mit der stĂ€rkeren Betonung militĂ€rischer Elemente sehr unzufrieden. Dessen ungeachtet fand Star Trek II: Der Zorn des Khan erfolgreiche Aufnahme bei Publikum und Kritik und prĂ€gte den Stil Star Treks nachhaltig. Auch Leonard Nimoy, der seit dem Erfolg der Serie unter der starken Identifikation mit seiner Rolle des Spock litt, entschied sich trotz anderer PlĂ€ne fĂŒr einen Verbleib bei Star Trek und nahm darĂŒber hinaus bei den beiden folgenden Filmproduktionen im Regiestuhl Platz. Insbesondere der weltweit groĂe Erfolg von Star Trek IV: ZurĂŒck in die Gegenwart trieb die PlĂ€ne voran, eine neue Star Trek-Fernsehserie mit neuer Besatzung zu etablieren: Star Trek: The Next Generation (Raumschiff Enterprise: Das nĂ€chste Jahrhundert) wurde erstmals im Oktober 1987 ausgestrahlt und entwickelte sich in sieben Staffeln zu einer der erfolgreichsten Science-Fiction-Serien ihrer Zeit. Der nĂ€chste Kinofilm der klassischen Besatzung, Star Trek V: Am Rande des Universums, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurĂŒck. SchlieĂlich wurde anlĂ€sslich des 25. JubilĂ€ums der Serie mit Star Trek VI: Das unentdeckte Land 1991 der letzte Film mit der Originalbesetzung der Star-Trek-Serie produziert. Die vier folgenden Star-Trek-Filme setzten die 1994 eingestellte Fernsehserie The Next Generation im Kino fort. FĂŒr den elften Kinofilm besann sich die Produktionsfirma Paramount wieder auf die ursprĂŒngliche Serie: J. J. Abrams besetzte fĂŒr seinen Film Star Trek (2009) die bekannten Figuren mit jungen Darstellern neu und beleuchtet insbesondere Kirks und Spocks Vorgeschichte.[13][14]
Drei weitere Fernsehserien schlossen sich inhaltlich mehr oder weniger an das von Roddenberry entworfene Konzept an. WĂ€hrend Star Trek: Deep Space Nine und die spĂ€tere Serie Star Trek: Raumschiff Voyager wie The Next Generation zeitlich etwa ein Jahrhundert nach Kirks Mission angesiedelt sind, spielte die bislang jĂŒngste Serie Star Trek: Enterprise etwa ein Jahrhundert davor.
Im Jahr 2007 wurde die zum Kult avancierte Serie im Auftrag des Senders CBS digital ĂŒberarbeitet (Star Trek Remastered). Dabei modernisierte das Team unter Beteiligung der Star-Trek-Experten Denise und Michael Okuda sowie Gene Roddenberrys Sohn Eugene vor allem die Spezialeffekte. AuĂerdem wurde die Titelmelodie neu eingespielt und die gesamte Serie in das HDTV-Format ĂŒbertragen.[15]
[Bearbeiten] Parodien
Eine Parodie auf die Serie war Schweine im Weltall innerhalb der Puppen-Comedyserie Die Muppet-Show. Raumschiff Enterprise war Vorlage fĂŒr Robert Ampers Slapstick-Filmserie Raumschiff Highlander und Klaus Knoesels Star Mac aus dem Jahr 1990, in dem u. a. Barbara Feltus eine Rolle hatte und die deutschen Synchronstimmen verwendet wurden. Weiterhin war die Serie oftmals in der amerikanischen Comedyserie Saturday Night Live parodiert worden â die Rolle des Captain Kirk wurde dort unter anderem von John Belushi und Jim Carrey gespielt. Aus Finnland stammt die Star-Wreck-Filmreihe, die zwischen 1992 und 2005 entstand.
Auch fĂŒr den Spielfilm Galaxy Quest mit Tim Allen und Michael âBullyâ Herbigs Persiflage (T)Raumschiff Surprise â Periode 1 war (neben den Star-Wars-Filmen von George Lucas) die klassische Serie das Hauptmotiv schlechthin, ebenso wie in Herbigs Fernsehserie Bullyparade.
Der Film De Apparatspott â Ick heep keene Lust mehr hier ĂŒnnen und seine zwei Nachfolger benutzen Motive und Zitate aus Star Trek in einer plattdeutschen Science Fiction Parodie.
In dem Spielfilm Bill & Teds verrĂŒckte Reise durch die Zeit findet sich ein lĂ€ngeres Filmzitat aus der Folge Ganz neue Dimensionen. Die Hauptdarsteller des Werks haben die Szene in der Folge am Original-Drehort in Ă€hnlicher Form wiederholt. Ein weiterer Film, bei dem teilweise Elemente aus Star Trek verwendet wurden, ist die Science-Fiction-Parodie Spaceballs von Mel Brooks.
[Bearbeiten] Deutsche Fassung
Das ZDF begann im Mai 1972 mit der Ausstrahlung der Serie unter dem deutschen Titel Raumschiff Enterprise. Vorerst wurden von den vorhandenen 79 Folgen 26 fĂŒr die Synchronisation ausgewĂ€hlt. Als auch das deutsche Publikum nach einer Fortsetzung verlangte, entschied man sich fĂŒr den Ankauf von 13 weiteren Folgen. Die verbleibenden 40 Episoden (darunter The City on the Edge of Forever, The Menagerie, The Devil in the Dark) lehnte die zustĂ€ndige Redaktion als geschmacklos und zu gewalttĂ€tig ab.
Um sie in das Sendeschema einzupassen, wurden die einzelnen Folgen fĂŒr die deutsche Bearbeitung auf rund 45 Minuten gekĂŒrzt. Die Synchronisation lockerte die meist ernsten Dialoge des Originals mit flapsigen Bemerkungen auf, besonders deutlich in der wiederholten Bezeichnung Spocks als âSpitzohrâ oder Ă€hnliches. Auch wurden in der ZDF-Bearbeitung der Warp-Antrieb in Sol-Antrieb und Chekovs Vorname von Pavel in Pane umbenannt. FĂŒr besondere Kritik bei Fans sorgte die Entstellung der Geschichte von Amok Time: In der deutschen Fassung Weltraumfieber leidet Spock nicht an seinen plötzlich auftretenden sexuellen Trieben, sondern an einer besonderen Krankheit, wobei sich ein groĂer Teil der Handlung als Fiebertraum Spocks offenbart.[16] Erst im Rahmen der wesentlich spĂ€teren Videoverwertung wurde die Episode in einer dem Original deutlich angenĂ€herten Synchronisation unter dem Titel Pon Farr veröffentlicht.
Der deutsche Privatsender Sat.1 sendete erstmals diese und die noch fehlenden und neu synchronisierten Folgen ab 7. Januar 1985. Einzig Patterns of Force (Schablonen der Gewalt) wurde nicht ĂŒbernommen. Darin wird ein faschistisches Regime beschrieben, das an die deutsche Nazi-Diktatur angelehnt ist. Patterns of Force wurde erst 1995 fĂŒr die Videoveröffentlichung ins Deutsche ĂŒbersetzt. Die Originalfassung mit deutschen Untertiteln wurde am 19. November 1996 im Rahmen der spĂ€tabendlichen Sendereihe kunst-stĂŒcke im ORF erstmalig im deutschen Sprachraum ausgestrahlt. Im deutschen Pay-TV lief sie mittlerweile mehrmals in deutscher Synchronfassung, die Erstausstrahlung erfolgte am 25. Juli 1999 auf DF1.[17] Sowohl auf Video als auch auf DVD erhielt diese Folge die FSK-16-Freigabe; in den DVD-Veröffentlichungen wurde wegen dieser Episode die gesamte zweite Staffel auf FSK-16 gesetzt.
WÀhrend bei den vor 2011 im TV gesendeten Folgen der ZDF-Vorspann der Erstausstrahlung verwendet wird, wurde bei den auf Video und DVD veröffentlichten Episoden der Raumschiff-Enterprise-Vorspann durch den originalen US-Star-Trek-Vorspann ersetzt, da die Serie nicht nur in Deutschland vertrieben wurde.
FĂŒr die DVD-Verwertung wurden die in den ZDF- und Sat.1-Fassungen gekĂŒrzten Szenen nachsynchronisiert und einige sinnentstellende Ăbersetzungsfehler korrigiert. Es wurden, soweit möglich, die Original-Synchronsprecher eingesetzt, wĂ€hrend fĂŒr die bereits verstorbenen Sprecher möglichst Ă€hnlich klingender Ersatz engagiert wurde.
Die Bezeichnungen Star Trek: Raumschiff Enterprise oder die AbkĂŒrzung TOS (The Original Series) wurden erst spĂ€ter mit dem Aufkommen der Star-Trek-Ableger Star Trek: The Next Generation (deutscher Titel: Raumschiff Enterprise: Das nĂ€chste Jahrhundert) und Star Trek: Deep Space Nine fĂŒr die Originalserie verwendet, um sie von den Spin-Offs unterscheiden zu können. Obwohl die Originalserie den Fans auch unter dem Originaltitel Star Trek bekannt war, hieĂ sie in Deutschland bis dahin ausschlieĂlich Raumschiff Enterprise.
Fast 40 Jahre nach der deutschen Erstausstrahlung im ZDF zeigte ZDFneo seit dem 18. Februar 2011 alle Folgen der Science-Fiction-Serie erstmals in der komplett digital remasterten Fassung (Star Trek Remastered), die so im frei empfangbaren deutschen Fernsehen noch nie zu sehen war.[18] Im Rahmen eines Science-Fiction-Schwerpunktes am 4. November 2011 erfolgte die deutsche Free-TV-Premiere der umstrittenen Folge Schablonen der Gewalt.[19] Dabei wurde zu Beginn der Folge auf die FSK-Freigabe ab 16 Jahren hingewiesen.
[Bearbeiten] Mitwirkende
[Bearbeiten] Besetzung und Synchronisation
[Bearbeiten] Regisseure
In alphabetischer Reihenfolge
[Bearbeiten] Literatur
- Ralph Sander: Das Star Trek Universum, 1990, erweiterte Neuausgabe 1991.
- Ralph Sander: Das Star Trek Universum, 2 Bde., 1994
- Ralph Sander: Das Star Trek Universum. Band 3, 1995
- Ralph Sander: Das Star Trek Universum. Band 4, 1996
- William Shatner: Star Trek Erinnerungen. ISBN 3-453-09474-3
- Edward Gross und Mark A. Altman: Captainâs Logbuch. ISBN 3-89365-376-7
- Phil Pharrand: Capân Beckmessers FĂŒhrer durch Star Trek â Die klassische Serie. ISBN 3-453-09475-1
- Denise und Michael Okuda: Die offizielle Star Trek Chronologie. ISBN 3-89365-443-7
- Dave Marinaccio: Alles, was ich im Leben wirklich brauche, habe ich von Star Trek gelernt. ISBN 3-453-08898-0
- J. M. Dillard: Star Trek: Wo bisher noch niemand gewesen ist â Eine Chronik in Bildern. ISBN 3-453-09071-3
- Allan Asherman: The Star Trek Compendium.
- Denise und Michael Okuda: The Star Trek Encyclopedia: A Reference Guide to the Future.
[Bearbeiten] Weblinks
- Raumschiff Enterprise in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Star Trek: The Original Series im Star-Trek-Wiki Memory Alpha
- Deutscher StarTrek-Index â ausfĂŒhrlicher Episodenguide
- TOS Datenbank
- Hintergrundinfos zur deutschen Synchronisation
- Treknews.de â umfangreiches Informationsportal zu den Star-Trek-Serien und -Filmen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â âToo cerebralâ, vgl. Asherman: The Star Trek Interview Book, S. 154.
- â Vgl. Asherman: The Star Trek Interview Book, S. 164.
- â Sander: Das Star Trek Universum, S. 39.
- â Sander: Das Star Trek Universum, S. 58.
- â Vgl. Sander: Das Star Trek Universum, S. 94.
- â Vgl. Asherman: The Star Trek Interview Book, S. 163.
- â Vgl. Sander: Das Star Trek Universum, S. 94â119.
- â Vgl. Sander: Das Star Trek Universum, S. 293ff.
- â Vgl. Sander: Das Star Trek Universum, S. 120f, 125f.
- â Vgl. Sander: Das Star Trek Universum, S. 286â292.
- â Vgl. Sander, S. 126.
- â Vgl. Sander, S. 128.
- â cinema.de ĂŒber die Weltpremiere in Sidney (abgerufen am 12. April 2009).
- â Besprechungen auf rottentomatoes.com (abgerufen am 12. April 2009).
- â Startrek.com: TOS remastered
- â Vgl. Sander, S. 295f.
- â 79. Schablonen der Gewalt. synchronkartei.de, abgerufen am 2. November 2011.
- â http://www.firmenpresse.de/pressinfo348733.html
- â http://neo.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,8341859,00.html
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