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Organische Leuchtdiode – Wikipedia

Organische Leuchtdiode

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Eine organische Leuchtdiode (englisch organic light emitting diode, OLED) ist ein leuchtendes DĂŒnnfilmbauelement aus organischen halbleitenden Materialien, das sich von den anorganischen Leuchtdioden (LED) dadurch unterscheidet, dass Stromdichte und Leuchtdichte geringer sind und keine einkristallinen Materialien erforderlich sind. Im Vergleich zu herkömmlichen (anorganischen) Leuchtdioden lassen sich organische Leuchtdioden daher kostengĂŒnstiger herstellen, ihre Lebensdauer ist jedoch derzeit geringer als die herkömmlicher Leuchtdioden.

Eine OLED auf einer biegsamen Kunststofffolie

Die OLED-Technik ist vorrangig fĂŒr Bildschirme (z. B. Fernseher, PC-Bildschirme, Monitore) und Displays geeignet. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die großflĂ€chige Raumbeleuchtung. Aufgrund der Materialeigenschaften ist eine mögliche Verwendung der OLEDs als biegsamer Bildschirm und als elektronisches Papier interessant.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufbau und Funktionsweise

Schema einer OLED. 1. Kathode, 2. Emitterschicht, in grĂŒn dargestellt, 3. Rekombination der LadungstrĂ€ger mit Emission eines Photons, 4. Lochleitungsschicht, 5. Anode

OLEDs sind aus mehreren organischen Schichten aufgebaut. Dabei wird meist auf die Anode, bestehend aus Indium-Zinn-Oxid (ITO), die sich auf einer Glasscheibe befindet, eine Lochleitungsschicht (engl. hole transport layer, HTL) aufgebracht. Zwischen ITO und HTL wird abhĂ€ngig von der Herstellungsmethode oft noch eine Schicht aus PEDOT/PSS (Poly(3,4-ethylendioxythiophen)/Polystyrolsulfonat) aufgebracht, die zur Absenkung der Injektionsbarriere fĂŒr Löcher dient und die Eindiffusion von Indium in den Übergang verhindert. Auf die HTL wird eine Schicht aufgebracht, die entweder den Farbstoff enthĂ€lt (ca. 5–10 %) oder – selten â€“ vollstĂ€ndig aus dem Farbstoff (z. B. Aluminium-tris(8-hydroxychinolin), Alq3) besteht. Diese Schicht bezeichnet man als Emitterschicht (engl. emitter layer, EL). Auf diese wird optional noch eine Elektronenleitungsschicht (engl. electron transport layer, ETL) aufgebracht. Zum Abschluss wird eine Kathode, bestehend aus einem Metall oder einer Legierung mit geringer Elektronenaustrittsarbeit wie zum Beispiel Calcium, Aluminium, Barium, Ruthenium, Magnesium-Silber-Legierung, im Hochvakuum aufgedampft. Als Schutzschicht und zur Verringerung der Injektionsbarriere fĂŒr Elektronen wird zwischen Kathode und E(T)L meistens eine sehr dĂŒnne Schicht aus Lithiumfluorid, Caesiumfluorid oder Silber aufgedampft.

Die Elektronen (= negative Ladung) werden nun von der Kathode injiziert, wĂ€hrend die Anode die Löcher (= positive Ladung) bereitstellt. Loch und Elektron driften aufeinander zu und treffen sich im Idealfall in der EL, weshalb diese Schicht auch Rekombinationsschicht genannt wird. Elektronen und Löcher bilden einen gebundenen Zustand, den man als Exziton bezeichnet. AbhĂ€ngig vom Mechanismus stellt das Exziton bereits den angeregten Zustand des FarbstoffmolekĂŒls dar, oder der Zerfall des Exzitons stellt die Energie zur Anregung des FarbstoffmolekĂŒls zur VerfĂŒgung. Dieser Farbstoff hat verschiedene AnregungszustĂ€nde. Der angeregte Zustand kann in den Grundzustand ĂŒbergehen und dabei ein Photon (Lichtteilchen) aussenden. Die Farbe des ausgesendeten Lichts hĂ€ngt vom Energieabstand zwischen angeregtem und Grundzustand ab und kann durch Variation der FarbstoffmolekĂŒle gezielt verĂ€ndert werden. Ein Problem stellen nichtstrahlende Triplett-ZustĂ€nde dar. Diese können durch Zugabe von sogenannten Exzitoren wieder gelöst werden.

[Bearbeiten] Verwendung und Auswahl organischer Materialien

FĂŒr die aus Polymeren gefertigten organischen LEDs hat sich die AbkĂŒrzung PLED (engl. polymer light emitting diode) durchgesetzt. Als SOLED oder SMOLED werden seltener die aus „small molecules“ (kleinen MolekĂŒlen) hergestellten OLEDs bezeichnet. In PLEDs werden als Farbstoffe hĂ€ufig Derivate von Poly(p-phenylen-vinylen) (PPV) verwendet. In jĂŒngster Zeit werden FarbstoffmolekĂŒle eingesetzt, die eine vierfach höhere Effizienz als mit den oben beschriebenen fluoreszierenden MolekĂŒlen erwarten lassen. Bei diesen effizienteren OLEDs werden metall-organische Komplexe verwendet, bei denen die Lichtaussendung aus Triplett-ZustĂ€nden erfolgt (Phosphoreszenz). Diese MolekĂŒle werden auch Triplett-Emitter genannt[1][2]; der Farbstoff kann ĂŒbrigens auch durch Licht angeregt werden, was zur Lumineszenz fĂŒhren kann. Ziel ist es allerdings, selbstleuchtende Bildschirme herzustellen, die die organische Elektrolumineszenz nutzen.[3]

[Bearbeiten] Vorteile

Ein Vorteil von OLED-Bildschirmen gegenĂŒber den herkömmlichen FlĂŒssigkristallbildschirmen ist der sehr hohe Kontrast, da sie ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen: WĂ€hrend LCDs nur als farbige Filter wirken, emittieren OLEDs farbiges Licht, was eine bessere Farbdarstellung verspricht. Dieses Verfahren ist deutlich effizienter, wodurch OLEDs weniger Energie benötigen. Aus diesem Grund werden OLED-TV-GerĂ€te weniger warm als LC-Bildschirme, bei denen ein Großteil der fĂŒr die Hintergrundbeleuchtung benötigten Energie in WĂ€rme umgesetzt wird. Durch den geringen Energiebedarf können OLEDs gut in kleinen, tragbaren GerĂ€ten eingesetzt werden, beispielsweise Notebooks, Handys und MP3-Playern. Aufgrund der nicht benötigten Hintergrundbeleuchtung ist es möglich, OLEDs sehr dĂŒnn zu gestalten. Ein auf der „Display 2008“ vorgestelltes Modell von Sony hat eine Tiefe von lediglich 0,3 Millimetern[4].

Die Reaktionszeit (engl. response time) von OLED-Bildschirmen liegt bei einigen GerÀten unter 0,001 Millisekunden (1 Mikrosekunde)[5] und ist damit um ca. das 1.000-fache schneller als das aktuell schnellste LCD mit 1 Millisekunde.

[Bearbeiten] Nachteile

Nahaufnahme eines gealterten OLED-Bildschirms

Das grĂ¶ĂŸte technische Problem stellt die vergleichsweise geringe Lebensdauer mancher aus organischen Materialien bestehenden Bauelemente dar. Bei OLEDs bezeichnet man als Lebensdauer die mittlere Betriebszeit, nach der die Leuchtdichte auf die HĂ€lfte abgesunken ist. FĂŒr weiße Lichtquellen und Monitore ist fĂŒr die insgesamt nutzbare Lebensdauer die der blauen Komponente begrenzend. Zurzeit (Stand 2011) werden fĂŒr weiße Lichtquellen 5000 Stunden (bei 1000 cd/mÂČ)[6] und 12.000 Stunden (bei 100 cd/mÂČ)[7] angegeben.

Allerdings mĂŒssen bei allen offiziellen Angaben zur Lebensdauer von OLED-Materialien mehrere wichtige Aspekte beachtet werden: Die (maximal mögliche oder im VerhĂ€ltnis dazu verringerte) Anfangshelligkeit, bei der die Lebensdauermessung beginnt, die Zeit bis zum Abfall der LeuchtstĂ€rke auf 50 Prozent dieses Anfangswertes sowie die unterschiedlichen Temperaturen, bei der die OLEDs betrieben werden (können). Eine gut gekĂŒhlte OLED (egal welcher Farbe) mit geringer AnfangsleuchtstĂ€rke hat also immer eine sehr viel höhere Lebensdauer als eine OLED, die ohne KĂŒhlung von Anfang an mit der maximalen LeuchtstĂ€rke betrieben wird. Zudem wird die Lebensdauer meist theoretisch aus dem kĂŒrzesten Wert extrapoliert: Da es kaum praktikabel ist, ein OLED-Material zehn- oder gar hunderttausende von Stunden bei mittlerer oder geringer LeuchtstĂ€rke zu testen, verwendet man die Lebensdauer bei maximaler Leuchtkraft und rechnet diese auf die geringeren LeuchtstĂ€rken um. Dass der Boom bei OLED-Monitoren bis jetzt ausgeblieben ist, hat vor allem mit diesen Lebensdauer- und QualitĂ€tsunterschieden bei OLED-Farben und -Materialien zu tun.

Ebenso wie Wasser kann auch Sauerstoff das organische Material zerstören. Es ist daher wichtig, das Bauelement zu verkapseln und vor Ă€ußeren EinflĂŒssen zu schĂŒtzen. Die nötige starre, anorganische Verkapselung beeintrĂ€chtigt die FlexibilitĂ€t. Die organischen Materialien sind jedoch mittlerweile deutlich resistenter gegen Wasser und Sauerstoff als frĂŒhe Versionen. Durch Korrosion ist daher vor allem die hochreaktive Injektionsschicht aus Calcium und Barium gefĂ€hrdet. Typische Versagenserscheinungen sind hierbei kreisrunde, wachsende nichtleuchtende Bereiche, sogenannte Dark Spots. Ursache ist hĂ€ufig eine Partikelbelastung beim Aufdampfen der Metallschichten. Auch die mikroskopischen Kanten der Mehrschichtstruktur werden durch Korrosion unterwandert, was zur Abnahme der effektiv leuchtenden PixelflĂ€che bei Bildschirm-Anwendungen fĂŒhrt.

Kommerzielle Anwendungen auf flexiblem Substrat werden noch einige Zeit auf sich warten lassen, da alle flexiblen Kunststoffsubstrate eine zu hohe DurchlĂ€ssigkeit fĂŒr Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit aufweisen. DĂŒnnstglas (Glas mit einer Dicke von höchstens etwa 0,2 mm) ist in der Verarbeitung schwer handhabbar, außerdem ist das Anodenmaterial Indiumzinnoxid ein Hartstoff und daher spröde. Wiederholtes Ein- und Ausrollen um einen geringen Radius fĂŒhrt zum Brechen und schnellem Versagen (Widerstandsanstieg) der Anode.

[Bearbeiten] Geschichte

Der neue eingefĂŒgte Abschnitt ist weniger ein gut geschriebener Abschnitt in einer EnzyklopĂ€die als eine Aneinanderreihung von Fakten. Hier sollte zunĂ€chst ein Struktur in der Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung eingefĂŒhrt und der Abschnitt von ĂŒberflĂŒssigen Details befreit werden. bedarf einer Überarbeitung. NĂ€heres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Bereits in den 1950er Jahren gab es die erste Entdeckung von Elektrolumineszenz in organischen Materialien von A. Bernanose an der UniversitĂ€t Nancy in Frankreich. Es wurden Stoffe wie Acridinorange in dĂŒnnen Filmen aus Cellulose oder Zellophan deponiert oder gelöst und einem Wechselstromfeld ausgesetzt. Dieser Mechanismus basiert auf der direkten Anregung von FarbstoffmolekĂŒlen oder Elektronen.[8][9][10][11]

1960 entwickelten Martin Pope und Mitarbeiter von der New York University ohmsche Elektrodenkontakte zur Injektion von LadungstrĂ€gern in organische Kristalle im unbeleuchteten Zustand[12][13][14]. Im Weiteren beschrieben sie die nötigen energetischen Anforderungen (Austrittsarbeiten) fĂŒr Elektrodenkontakte, die Elektronen bzw. Löcher (Defektelektronen) in einen organischen Halbleiter injizieren können. Solche Kontakte sind die Basis fĂŒr die Ladungsinjizierung bei allen modernen OLED-GerĂ€ten.

1963 entdeckte auch Popes Gruppe die erste Gleichspannungs(DC)-Lumineszenz unter Vakuum an einem reinen Anthracen-Einkristall und an Tetracen-dotierten Antracen-Kristallen mit einer kleinen Silber-Elektrode bei 400 V[15]. Dieser Mechanismus basiert auf feldbeschleunigter Elektronenanregung der molekularen Fluoreszenz.

1965 berichtete Popes Gruppe zum einen von Elektrolumineszenz in Anthracen-Kristallen, ausgelöst durch die Rekombination von thermalisierten Elektronen und Löchern ohne ein Ă€ußeres elektrisches Feld[16] und zum anderen, dass bei Anthracen das Leit-Energieniveau höher als das Exziton-Energieniveau ist.

Ebenfalls 1965 produzierten Wolfgang Helfrich und W. G. Schneider vom National Research Council of Canada Elektrolumineszenz durch doppelt injizierte Rekombination zum ersten Mal in einem Anthracen-Einkristall unter der Verwendung von Löcher- und Elektronen-injizierenden Elektroden[17], den VorlÀufern der modernen doppel-injizierenden GerÀte.

Ebenfalls 1965 patentierten Forscher von Dow Chemical ein Verfahren zur Herstellung von Elektrolumineszenz-Zellen aus einem elektrisch isolierten, 1 mm dĂŒnnen Film aus geschmolzenem Phosphor mit eingearbeitetem Anthracenpulver, Tetracen und Graphitpulver, das mit Wechselspannung (100–3000 Hz, 500–1500 V) betrieben wurde.[18] Dieser Mechanismus basiert auf elektronischer Anregung der Graphit- und Anthracen-MolekĂŒle an den Kontakten.

Die LeistungsfĂ€higkeit wurde durch die schlechte elektrische LeitfĂ€higkeit der damaligen organischen Materialien begrenzt. Dies wurde durch die Entdeckung und Entwicklung von hoch leitfĂ€higen Polymeren bewĂ€ltigt[19]. So beobachtete Roger Partridge vom britischen National Physical Laboratory 1975 erstmals die Elektrolumineszenz von Polymerfilmen. Der spĂ€ter patentierte[20] und 1983 in einer Fachzeitschrift veröffentlichte[21][22][23][24] Aufbau bestand aus einer bis zu 2,2 Â”m dĂŒnnen Folie aus Poly(N-Vinylcarbazol) zwischen zwei Ladungs-injizierenden Elektroden.

1987 berichteten erstmals Ching W. Tang und Steven Van Slyke bei der Eastman Kodak Company von einem Dioden-Aufbau[25]. Dabei wurde eine neuartige Zwei-Schicht-Struktur mit getrennter Loch- und Elektronen-transportierender Schicht verwendet, so dass Rekombination und Lichtemission in der Mitte der organischen Schicht auftraten. Dies fĂŒhrte zu einer niedrigeren Betriebsspannung und höherer Effizienz und leitete die gegenwĂ€rtige Ära der OLED-Forschung und -Produktion ein.

1990 gipfelte die Entwicklung zu Polymer-Elektrolumineszenz mit dem Bericht von J. H. Burroughes und Mitarbeitern von der University of Cambridge ĂŒber eine hocheffiziente, grĂŒnes Licht emittierende Anordnung unter der Verwendung von 100 nm dĂŒnnem Film aus Poly(p-phenylen-vinylen)[26]. 1996 wurde das erste GerĂ€t mit einem leuchtenden Polymer von Cambridge Display Technology (CDT) vorgestellt.[27]

2001 stellt Toshiba den weltweit ersten Prototyp eines Polymer-OLED-Displays mit 260.000 Farben vor und plant den Beginn der industriellen OLED-Produktion fĂŒr 2002.[28]

Neben mehrfarbigen Displays entwickelte sich ein anderer Anwendungsbereich fĂŒr organisches Leuchtdioden, die Beleuchtungsmittel. Hierzu zĂ€hlen unter anderem großflĂ€chige weiße OLDEs. General Electric Global Research zeigte 2004 eine voll funktionsfĂ€hige Leucht-Platte der GrĂ¶ĂŸe 61 cm Ă— 61 cm, die weißes Licht mit 1200 lm bei einer Effizienz von 15 lm/W emittierte.[19][29] Die Verbesserung der Effizienz solcher weißer OLEDs ging seit dem stetig voran. So wurde noch im selben Jahr (Oktober 2004) ein Laborprototyp der Universal Display Corporation in Zusammenarbeit mit der Princeton University und der University of Southern California vorgestellt, das mit einer weißen phosphoreszierenden OLED (PHOLED) eine Lichtausbeute von 20 lm/W erreichte.[19][30] 2006 setzten Philips Lighting, Philips Research und die Novaled neue MaßstĂ€be bei Effizienz, Lebensdauer und Helligkeit bei weißen OLED. Sie erreichten in ihrer Zusammenarbeit 32 lm/W bei einer OLED mit den Farbkoordinaten 0,47/0,45 und einem CRI von 88 bei 1.000 cd/mÂČ Leuchtdichte.[19][31] Diese kontinuierliche Verbesserung der Lichtausbeute setzen verschiedene Firmen und Forschungsgruppen bis heute fort.

Im November 2006 kreierten Wissenschaftler am Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) eine blaue OLED mit einer Quantenausbeute von 11 % bei 800 cd/mÂČ und ĂŒberboten damit ihren bisherigen Rekord (8 %).[19][32]

[Bearbeiten] Stand der Technik

Das derzeit (September 2010) mit 2,3 m Ă— 3,84 m grĂ¶ĂŸte OLED-Display (Großbilddisplay) der Welt.
Nahaufnahme eines Farbdisplay mit AMOLEDs in einer PenTile-Matrixanordnung

OLEDs könnten in vielen Anwendungen die heute gebrĂ€uchlichen LCDs sowie Plasmabildschirme ersetzen. Die Lebensdauer gibt noch einige Probleme auf, denn die roten, grĂŒnen und blauen Punkte eines jeden Pixels altern unterschiedlich schnell. Durch dieses unregelmĂ€ĂŸige Altern der Einzelfarben kommt es beim Gesamtbild im Laufe der Zeit zu Farbverschiebungen, die nur begrenzt durch eine − idealerweise automatische − Nachregelung (vor allem ĂŒber die VerstĂ€rkung der Blauemission) ausgeglichen werden können.

Die Grundpatente fĂŒr OLED-Strukturen stammen aus den 1980er Jahren. Hierbei war die Firma Kodak fĂŒhrend. Seit 1980 sind zu dem Thema etwa 6600 Patente bekannt. Forschungsschwerpunkte liegen in Japan, SĂŒdkorea und den USA. Die meisten Patente sind in Japan registriert, gefolgt von den USA und Europa. Deutschland liegt mit etwa 4,5 % auf Platz drei hinter den USA mit etwa 22 %.

Da OLEDs bislang noch teurer als LCDs sind, kommen sie bisher nur in speziellen Anwendungen zum Einsatz. Wegen der geringeren Abmessungen bieten sie grĂ¶ĂŸere GestaltungsfreirĂ€ume fĂŒr den GerĂ€tehersteller. Auch der Stromverbrauch der OLEDs ist oft niedriger, da keine eigene Hintergrundbeleuchtung benötigt wird. Die Hauptanwendungen von OLED-Bildschirmen liegen momentan bei kleinen und kleinsten Anzeigen fĂŒr Mobiltelefone und andere, insbesondere portable KleingerĂ€te.

Große Bildschirme sind bisher noch nicht zu wettbewerbsfĂ€higen Preisen verfĂŒgbar. Probleme stellen hierbei vor allem die Verkapselung der Bauelemente und die aufwĂ€ndigere Ansteuerung der Pixel dar. Im Gegensatz zu spannungsgesteuerten LCDs mĂŒssen die OLEDs stromgesteuert werden, das heißt, es muss ein Strom fließen, um Elektrolumineszenz zu erzeugen, weshalb die bisher verwendete, ausgereifte Technologie aus dem LCD-Bereich nicht direkt ĂŒbertragen werden kann.

Bei kleinen OLED-Bildschirmen kann die Steuerung ĂŒber eine sogenannte Passivmatrix erfolgen: Ein bestimmtes Pixel wird durch das Anlegen einer Spannung an eine Zeile und Spalte angesteuert, wofĂŒr zwei Leitungen notwendig sind. FĂŒr große Bildschirme ist diese Methode nicht ausreichend. Der Hauptgrund, warum eine Passivmatrix fĂŒr große Bildschirme nicht geeignet ist, liegt darin, dass die BahnwiderstĂ€nde stark zunehmen und damit die Treiberkraft nicht mehr ausreicht, um das jeweilige Pixel anzusteuern. Zur Steuerung des Bildschirms muss hier eine Aktivmatrix eingesetzt werden, bei der jedes Pixel einzeln ĂŒber einen eigenen Transistor adressiert wird, was vier Leitungen nötig macht; Abgeleitet von Aktivmatrix-OLED (englisch: active matrix organic light emitting diode) vertreibt Samsung diese Technik unter der Bezeichnung AMOLED bzw. der Weiterentwicklung Super-AMOLED. Die Bereitstellung von Schalt-(spannungssignalen) wie auch Versorgungsstrom ist (wie bei Plasmabildschirmen) aufwĂ€ndig und damit sehr teuer und einer der HauptgrĂŒnde fĂŒr die hohen Kosten großer Bildschirme.

Die als neuste angesehene Technik ist Super AMOLED+, hierbei wurde die Pentile-Matrix entfernt, sodass nun jeder Pixel alle drei Grundfarben zur VerfĂŒgung hat. Demnach werden ohne Pentile-Matrix nicht mehr mehrere Pixel „zusammengeschlossen“ um alle Farben zu mischen, aufgrund dieser Änderung wirkt die Auflösung solcher Displays deutlich höher und es stechen keine einzelnen Pixel hervor. Weitere Verbesserungen sind bessere Schwarzwerte, erhöhter Kontrast, mehr darzustellende Farben, geringerer Stromverbrauch und verringerte Dicke des Displays.

[Bearbeiten] Kommerzielle Nutzung

Auch in diesem Abschnitt finden sich wiedermal eine Aneinanderreihung von Nachrichtenmeldungen, die als reine Fakten prĂ€sentiert werden. Wie bei viele anderen Themen auch sollten hier wichtige Meilensteine beschrieben werden. Dies umfasst auch eine Beschreibung bzw. ErklĂ€rung, warum dies ĂŒberhaupt erwĂ€hnenswert ist. bedarf einer Überarbeitung. NĂ€heres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Prototyp eines batteriebetriebenen flexiblen OLED-FlĂ€chenstrahlers. Rechts daneben eine warmweiße OLED-Leuchte.

Die Hauptanbieter von OLED-Technik sind die Firmen Osram (Siemens AG), Philips, Sony, LG, Samsung SDI, RiTdisplay, Univision, Pioneer und TDK. Philips und Osram stiegen 2004 beziehungsweise 2007 aus dem Display-GeschÀft aus und produzieren nur noch OLED-Leuchtmittel.[33][34] Als klassische Leuchtmittelhersteller treiben Osram und Philips die Entwicklung der OLED als Leuchtmittel voran.

2008 prÀsentierte Osram die erste kommerziell erhÀltliche OLED-Leuchte.[35] Philips stellte seine OLEDs unter dem Markennamen Lumiblade im April 2009[36] vor und brachte sie im Juli 2010 auf den Markt.[37]

Sony hat im Dezember 2007 zunĂ€chst in Japan einen OLED-TV mit einer Diagonale von 11 Zoll (28 cm) auf den Markt gebracht. Monatlich werden 2000 StĂŒck produziert.[38] Den bislang grĂ¶ĂŸten Fernseher mit 55 Zoll und OLED-Technologie bei einer Dicke von nur 4 mm prĂ€sentierte LG auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas im Januar 2012.[39]

Mitte 2010 begann sich die OLED-Technik als Standard in hochpreisigen Smartphones durchzusetzen. Viele Neuerscheinungen in diesem Bereich setzen auf die OLED-Technik, allerdings mussten viele Hersteller aufgrund von LieferengpĂ€ssen bei OLED-Displays auf weiterentwickelte LCD-Technologie ausweichen, die zudem stromsparender und gĂŒnstiger herzustellen ist.

[Bearbeiten] Literatur

  • Joseph Shinar (Hrsg.): Organic Light-Emitting Devices: A Survey. Springer, New York 2004, ISBN 0-387-95343-4.
  • Hartmut Yersin (Hrsg.): Highly Efficient OLEDs with Phosphorescent Materials. Wiley-VCH, 2007, ISBN 3-527-40594-1.
  • Ulrike Kuhlmann: Leuchtende Zukunft – Womit die OLED-Technik besticht und warum sie trotzdem nicht in die Puschen kommt. In. c't. Nr. 16, 2007, S. 82–87.
  •  W. E. Howard: Better displays with organic films.. In: Scientific American. 290, Nr. 2, 2004, S. 76–81, PMID 14743735.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: OLED â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise

  1. ↑ Hartmut Yersin: Triplet emitters for OLEDs. Introduction to exciton formation, charge transfer states, and triplet harvesting.
  2. ↑  H. Yersin: Triplet Emitters for OLED Applications. Mechanisms of Exciton Trapping and Control of Emission Properties. In: Topics in Current Chemistry. 241, 2004, S. 1–26, doi:10.1007/b83770.
  3. ↑  Leni Akcelrud: Electroluminescent polymers. In: Progress in Polymer Science. 28, Nr. 6, 2003, S. 875-962, doi:10.1016/S0079-6700(02)00140-5.
  4. ↑ Jan Johannsen: 0,3 Millimeter: HauchdĂŒnner Bildschirm von Sony. Auf: www.netzwelt.de 18. April 2008
  5. ↑ Universal Display Corporation: OLED Marketplace. Abgerufen am 21. September 2007
  6. ↑ [1] 1. Oktober 2010
  7. ↑ [2] 11. April 2011
  8. ↑  A. Bernanose, M. Comte, P. Vouaux: Sur un nouveau mode d’émission luraineuse chez certains composĂ©s organiques. In: J. Chim. Phys. 50, 1953, S. 64–68.
  9. ↑  A. Bernanose, P. Vouaux: Electroluminescence organique: Ă©tude du mode d’ Ă©mission. In: J. Chim. Phys. 50, 1953, S. 261.
  10. ↑  A. Bernanose: Sur le mĂ©canisme de l’électroluminescencc organique. In: J. Chim. Phys. 52, 1955, S. 396–400.
  11. ↑  A. Bernanose, P. Vouaux: Relation entre l’électroluminescence organique et la concentration en produit actif. In: J. Chim. Phys. 52, 1955, S. 509.
  12. ↑  H. Kallmann, M. Pope: Positive Hole Injection into Organic Crystals. In: The Journal of Chemical Physics. 32, Nr. 1, 1960, S. 300–301, doi:10.1063/1.1700925.
  13. ↑  H. Kallmann, M. Pope: Bulk Conductivity in Organic Crystals. In: Nature. 186, Nr. 4718, 1960, S. 31–33, doi:10.1038/186031a0.
  14. ↑  Peter Mark, Wolfgang Helfrich: Space‐Charge‐Limited Currents in Organic Crystals. In: Journal of Applied Physics. 33, Nr. 1, 1962, S. 205–215, doi:10.1063/1.1728487.
  15. ↑  M. Pope, H. P Kallmann, P. Magnante: Electroluminescence in Organic Crystals. In: The Journal of Chemical Physics. 38, Nr. 8, 1963, S. 2042–2043, doi:10.1063/1.1733929.
  16. ↑  Mizuka Sano, Martin Pope, Hartmut Kallmann: Electroluminescence and Band Gap in Anthracene. In: The Journal of Chemical Physics. 43, Nr. 8, 1965, S. 2920–2921, doi:10.1063/1.1697243.
  17. ↑  W. Helfrich, W. G. Schneider: Recombination Radiation in Anthracene Crystals. In: Physical Review Letters. 14, Nr. 7, 1965, S. 229-231, doi:10.1103/PhysRevLett.14.229.
  18. ↑ Patent US3172862: Organic electroluminescent phosphors. Veröffentlicht am 9. MĂ€rz 1965, Erfinder: E. Gurnee, R. Fernandez.
  19. ↑ a b c d e Brief OLED history. Comboled Project. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  20. ↑ Patent US3995299: Radiation sources. Veröffentlicht am 30. November 1976, Erfinder: Roger Hugh Partridge.
  21. ↑  R. H. Partridge: Electroluminescence from polyvinylcarbazole films: 1. Carbazole cations. In: Polymer. 24, Nr. 6, 1983, S. 733–738, doi:10.1016/0032-3861(83)90012-5.
  22. ↑  R. H. Partridge: Electroluminescence from polyvinylcarbazole films: 2. Polyvinylcarbazole films containing antimony pentachloride. In: Polymer. 24, Nr. 6, 1983, S. 739–747, doi:10.1016/0032-3861(83)90013-7.
  23. ↑  R. H. Partridge: Electroluminescence from polyvinylcarbazole films: 3. Electroluminescent devices. In: Polymer. 24, Nr. 6, 1983, S. 748–754, doi:10.1016/0032-3861(83)90014-9.
  24. ↑  R. H. Partridge: Electroluminescence from polyvinylcarbazole films: 4. Electroluminescence using higher work function cathodes. In: Polymer. 24, Nr. 6, 1983, S. 755–762, doi:10.1016/0032-3861(83)90015-0.
  25. ↑  C. W Tang, S. A VanSlyke: Organic electroluminescent diodes. In: Applied Physics Letters. 51, Nr. 12, 1987, S. 913–915, doi:10.1063/1.98799.
  26. ↑  J. H. Burroughes, D. D. C. Bradley, A. R. Brown, R. N. Marks, K. Mackay, R. H. Friend, P. L. Burns, A. B. Holmes: Light-emitting diodes based on conjugated polymers. In: Nature. 347, Nr. 6293, 1990, S. 539–541, doi:10.1038/347539a0.
  27. ↑ Histoy der Firma CDT (Cambridge Display Technology)
  28. ↑ Pressebericht von Toshiba vom 30. Mai 2001: Toshiba Develops World's First 260,000-Color Polymer Organic Light Emitting Display
  29. ↑ General Electric Breakthrough Discoveries, 6. Januar 2012
  30. ↑ Das "solid-state lighting (SSL)"-Programm, initiiert vom Energieministerium der Vereinigten Staaten bei der Universal Display Corporation, 6. Januar 2012
  31. ↑ Philips News-Center: Philips and Novaled announce new records for lifetime and efficiency of high-brightness white OLEDs (8. Juni 2006), 6. Januar 2012
  32. ↑ "Record EQE in Blue OLED Device" bei den Research Highlights 2005-2006 des Energieministerium der Vereinigten Staaten, 6. Januar 2012
  33. ↑ Osram zieht die Reißleine im lahmenden OLED-Display-GeschĂ€ft. Auf: www.golem.de, 31. Juli 2007
  34. ↑ Pressemitteilung von Philips. Auf: www.philips.de, 16. Juli 2010
  35. ↑ Pressemitteilung von OSRAM OS und Ingo Maurer
  36. ↑ Lumiblade OLED Lights by Philips. Auf: www.oleddevices.com, 21. April 2009
  37. ↑ [3] Lumiblade Modules fĂŒr den Markt. Auf: www.on-light.de, 19. Juli 2010
  38. ↑ Ulrike Kuhlmann: Sony setzt auf OLEDs. Auf: www.heise.de, 19. Februar 2008
  39. ↑ FOCUS Online: LG nutzt OLED-Bildschirmtechnologie: 55-Zoll-Fernseher ist nur vier Millimeter dĂŒnn

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