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Dieser Artikel basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Niederdeutsche Sprache – Wikipedia

Niederdeutsche Sprache

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Dieser Artikel behandelt die umgangssprachlich als Plattdeutsch bezeichnete Sprache. Zu anderen Bedeutungen des Wortes niederdeutsch siehe Niederdeutsch (BegriffsklÀrung). Zu anderen Bedeutungen des Wortes sÀchsisch siehe SÀchsisch.
Niederdeutsch

Gesprochen in

Deutschland, Niederlande, DĂ€nemark,[1] Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Kanada, USA, Mexiko, Belize, Brasilien, Bolivien und Paraguay
Sprecher ca. 10 Millionen mindestens Passivsprecher, von diesen ca. 1-2 Millionen Muttersprachler bzw. gute Kenntnisse
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von DeutschlandDeutschland Deutschland[2]
Anerkannte Minderheitensprache in: DeutschlandDeutschland Deutschland

NiederlandeNiederlande Niederlande

Sprachcodes
ISO 639-1:

–

ISO 639-2:

nds

ISO 639-3:

nds

Niederdeutsche Dialekte in Deutschland seit 1945 (Auszug aus: Deutsche Dialekte)

Als Niederdeutsch oder Plattdeutsch wird die im Norden Deutschlands sowie im Osten der Niederlande verbreitete westgermanische Sprache genannt, die sich aus dem AltsÀchsischen entwickelt hat.

Seine Dialekte gehören zusammen mit den hochdeutschen und niederlĂ€ndischen Dialekten zum Dialektkontinuum der kontinental-westgermanischen Sprachen. Die niederdeutschen Dialekte weisen noch heute Ähnlichkeiten mit dem Englischen und dem Friesischen auf, die auf eine gemeinsame Herkunft dieser Sprachen hinweisen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name und Status

[Bearbeiten] Eigenbezeichnungen, Schreibungen und Aussprachen

Die ĂŒbliche moderne Eigenbezeichnung ist PlattdĂŒ(ĂŒ)tsch, PlattdĂŒtsk, Plautdietsch und Ă€hnlich, also „Plattdeutsch“.

Die Schreibung PlattdĂŒĂŒtsch[3] nach Saß, der eine Rechtschreibung mit Blick auf Konventionen und Dialekte Niedersachsens und Schleswig-Holsteins formulierte, ist heute am weitesten verbreitet, weil diese Gebiete die grĂ¶ĂŸte Einwohner- und damit Sprecherzahl aufweisen. Im Ostniederdeutschen, das – möglicherweise durch die fehlende geographische NĂ€he zum NiederlĂ€ndischen – kaum Vokalverdopplung in der Schrift zeigt, ist die Schreibung PlattdĂŒtsch mit derselben Aussprache in Gebrauch.[4]

In Gebieten mit ursprĂŒnglich friesischer Bevölkerung ist PlattdĂŒtsk ĂŒblich.[5] Da im Mittelniederdeutschen, wo noch c fĂŒr den k-Laut stand, sc das Graphem des deutschen sch-Lautes [ʃ] war[6], wird bis heute in einigen Gebieten sk fĂŒr sch geschrieben. Daher kann die Aussprache von PlattdĂŒtsk variieren von PlattdĂŒtsch ['plʌt dy:tʃ] ĂŒber PlattdĂŒtschk ['plʌt dy:tʃk] bis zur getrennten Aussprache von s und k als ['plʌt dy:tsk].

Die dem Preußischen entsprungenen mennonitischen bzw. osteuropĂ€ischen und panamerikanischen Dialekte bezeichnen sich als Plautdietsch.[7] Dieser Name geht auf ein System von Vokalbrechungen zurĂŒck (z. B.: kurzes A wird Au), das sich Ă€hnlich auch im WestfĂ€lischen finden lĂ€sst.

Daneben wird auch NedderdĂŒtsch, -dĂŒĂŒtsch, -dĂŒtsk, -dĂŒĂŒtsk verwendet, sowie in den Niederlanden Nedersaksisch. Anders als die im englischen Sprachraum als Synonym fĂŒr Low German anzutreffende Bezeichnung Low Saxon bezieht sich der deutsche Ausdruck NiedersĂ€chsisch nur auf die westlichen niederdeutschen Mundarten, die direkt auf das AltsĂ€chsische zurĂŒckgefĂŒhrt werden und dem Ostniederdeutschen gegenĂŒber gestellt werden, das auch durch das NiederfrĂ€nkische in der Zeit der Deutschen Ostsiedlung beeinflusst wurde.

[Bearbeiten] Geschichte der Bezeichnung

Aus der altniederdeutschen Zeit ist kein einheimischer Name fĂŒr die altniederdeutsche Sprache belegt. In lateinischen Texten findet man den Ausdruck lingua Saxonica („sĂ€chsische Sprache“).[8]

In der mittelniederdeutschen Zeit wurde das Niederdeutsche von seinen Sprechern oft dĂŒdesch oder to dĂŒde genannt, besonders als Abgrenzung gegenĂŒber fremden Sprachen und gegenĂŒber dem Lateinischen. So gab es in manchen norddeutschen StĂ€dten im 15. Jahrhundert die dĂŒdeschen schrifscholen im Gegensatz zu den gelehrten Lateinschulen.[8]

Wenn man die eigene Sprache gegenĂŒber dem Hochdeutschen oder dem NiederlĂ€ndischen abgrenzen wollte, konnte man AusdrĂŒcke wie unse dĂŒdesch, sassesch dĂŒdesch oder moderlike sprake verwenden. Im 15. und 16. Jahrhundert waren AusdrĂŒcke mit sassesch am gebrĂ€uchlichsten: sassesch oder sassesche sprake, spĂ€ter auch mit Vorsilbe: nedder-sassesch. Seit dem 16. Jahrhundert findet man auch die Bezeichnungen nedderdĂŒdesch und nedderlendesch.[8]

Im 17. Jahrhundert kommt die Bezeichnung Plattdeutsch auf, der sassesch usw. verdrĂ€ngt und zum allgemeinen Namen fĂŒr das Niederdeutsche wird. Dieser neue Name fĂŒr das Niederdeutsche kommt aus dem NiederlĂ€ndischen. Der frĂŒheste Beleg befindet sich in einem Neuen Testament, das 1524 in Delft gedruckt wurde. In Titel und Vorwort heißt es, das Buch sei in goede platten duytsche verfasst, also in guter klarer Volkssprache (im Gegensatz zur weniger gut verstĂ€ndlichen Gelehrtensprache). Das niederlĂ€ndische Adjektiv plat „flach, eben“ bedeutet dabei nicht „unberĂŒhrt von der hochdeutschen Lautverschiebung“ oder „vom flachen Lande“, sondern „klar, deutlich, jedermann verstĂ€ndlich“[8] im Sinn von „unverstellt, unbehindert“.[9]

Die Bezeichnung der eigenen örtlichen VarietÀt als Platt ist nicht nur im Niederdeutschen verbreitet, sondern auch im Westmitteldeutschen.[10]

Das NiederlĂ€ndische wurde teils noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „Niederdeutsche Sprache“ (Nederduitsche Taal) bezeichnet, die niederlĂ€ndische reformierte Kirche hieß bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch offiziell „Niederdeutsche reformierte Kirche“ (Nederduitsch Hervormde/Gereformeerde Kerk). Eine bedeutende Strömung der protestantischen Kirche in SĂŒdafrika heißt bis auf den heutigen Tag offiziell Nederduitsch Hervormde Kerk (siehe auch NiederlĂ€ndisch (Name)).

Ein deutsches Synonym ist das Wort Plattdeutsch. Der Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen besteht darin, dass Niederdeutsch eher der Fachausdruck ist, wĂ€hrend Plattdeutsch der volkstĂŒmlichere Ausdruck ist.[11]

[Bearbeiten] Stellung des Niederdeutschen

Der Status des Niederdeutschen gilt in der Sprachwissenschaft als umstritten; fĂŒr eine Kategorisierung als bloße „Dialekte“ spricht die funktionale BeschrĂ€nktheit, die Goossens, Sanders und Stellmacher anfĂŒhren,[12] wĂ€hrend das formale Inventar wie auch die SelbsteinschĂ€tzung der Mehrheit der Sprecher als Argumente fĂŒr eine Kategorisierung als eigenstĂ€ndige Sprache dienen.[13] Zudem ist das Niederdeutsche selbst heterogen und teilt sich in viele Dialekte auf. Nicht zuletzt deshalb wurde das Idiom nie kodifiziert, obwohl darin Literatur entstanden ist und weiterhin entsteht (z. B. Fritz Reuter, Klaus Groth und andere). Selbst Thomas Mann verwendet in den Buddenbrooks an charakteristischen Stellen das Niederdeutsch seiner Heimatstadt LĂŒbeck, und zwar nicht nur fĂŒr die sogenannten kleinen Leute. (In diesem Zusammenhang ist interessant, dass das lĂŒbische Niederdeutsch im Mittelalter die lingua franca der Hanse war, siehe unten). An diesem Werk (und ebenfalls an Uwe Johnsons Romantetralogie Jahrestage) kann man die historische Abgrenzung dieser Sprachen bis in die unmittelbare Gegenwart besonders gut veranschaulichen.

Nach Heinz Kloss handelt es sich beim Niederdeutschen um eine scheindialektisierte Abstandsprache, also im Grunde zwar um eine eigene Sprache – wegen genĂŒgend großer UnĂ€hnlichkeit zum Deutschen und historischer Autonomie –, die aber trotzdem heute als deutscher Dialekt angesehen wird, weil die standardsprachlichen Funktionen nun von der Dachsprache Hochdeutsch ĂŒbernommen werden (Scheindialekt).[14] Die Auffassung, dass die UnĂ€hnlichkeit zwischen Niederdeutsch und Deutsch genĂŒgend groß sei, um das Niederdeutsche als eigene (Abstand-)Sprache zu betrachten, ist jedoch in der Sprachwissenschaft nicht unbestritten. So hĂ€lt Ulrich Ammon das Niederdeutsche fĂŒr einen «Grenzfall der Ähnlichkeit, bei dem sich aufgrund der bisherigen, lediglich intuitiven Handhabung des Ähnlichkeitskriteriums nicht jeder Kenner der Sachlage gleich entscheidet», erachtet jedoch wegen der Überdachung durch das Deutsche und wegen der SelbsteinschĂ€tzung der Sprechenden eine Zuordnung des Niederdeutschen als Dialekt der deutschen Sprache fĂŒr gerechtfertigt.[15]

Das Niederdeutsche ist im Rahmen der Sprachencharta des Europarats in den Niederlanden (Nedersaksisch) und in Deutschland offiziell anerkannt und geschĂŒtzt. In Deutschland sind die diesbezĂŒglichen Regelungen 1999 in Kraft getreten. In einigen bundesdeutschen LĂ€ndern gibt es gesetzliche Regelungen gegen die Diskriminierung des Niederdeutschen. So sind in Schleswig-Holstein die Behörden verpflichtet, Anfragen und AntrĂ€ge auf Plattdeutsch zu bearbeiten, und berechtigt, auch auf Plattdeutsch zu beantworten. Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass auch Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt in MĂŒnchen auf Plattdeutsch eingereicht werden können, diese werden allerdings als „nicht in deutscher Sprache abgefasst“ angesehen, bedĂŒrfen also einer Übersetzung.[16] Im Gegensatz zu der – wesentlich auf die Spezialnorm des § 4a GebrMG (parallel dazu § 35 PatG) gestĂŒtzten – Rechtsauffassung des BGH in dieser Entscheidung gehen andere Juristen und Gerichte aber davon aus, dass der Begriff Deutsche Sprache sowohl die hochdeutsche als auch die niederdeutsche Sprache einschließt; nach dieser Rechtsauffassung ist neben Hochdeutsch auch Niederdeutsch als Teil des Deutschen eine Amtssprache Deutschlands. In Schleswig-Holstein wird diese Rechtsauffassung vertreten.[17]

In der Wissenschaft hat sich eine niederdeutsche Philologie bereits in den AnfĂ€ngen von der ĂŒbrigen deutschen Philologie verselbstĂ€ndigt. Die Mehrzahl der Sprecher des Niederdeutschen war immer von der Eigensprachlichkeit des Niederdeutschen ĂŒberzeugt. Das Niederdeutsche hat einen eigenstĂ€ndigen Wortschatz und eine Grammatik, die von der hochdeutschen erheblich abweicht. Teile des Wortschatzes stimmen nicht mit dem Hochdeutschen, dafĂŒr aber mit dem NiederlĂ€ndischen ĂŒberein.

[Bearbeiten] Anzahl der Sprecher

Die Anzahl der aktiven Sprecher des Niederdeutschen wird fĂŒr Deutschland oft mit rund sechs Millionen beziffert[18], davon etwa vier Millionen, die die Sprache gut bis sehr gut beherrschen.[19] Nach dieser Quelle beherrschen sogar rund 30 Millionen Deutsche (37 % aller BundesbĂŒrger) Niederdeutsch sehr gut, gut oder mĂ€ĂŸig. Hinzu kommen die rund 200.000 Sprecher des Plautdietschen, die ĂŒberwiegend außerhalb der Erhebungsgebiete wohnen und somit von den Erhebungen nicht erfasst wurden. Die Anzahl der passiven Sprecher, also derjenigen Menschen, die Niederdeutsch verstehen, wird vielfach mit zehn Millionen und mehr fĂŒr Deutschland angegeben; könnte allerdings wesentlich höher liegen (s. o.). In den Niederlanden sprechen nach einer Erhebung aus dem Jahre 2003 rund 1,5 Millionen die dortigen Dialekte der Sprache.[20] In DĂ€nemark spricht nur noch ein Bruchteil der deutschen Minderheit (ca. 20.000) das Nordschleswigsch (auch: Nordschleswiger Platt) – ein Dialekt des Schleswigschen. Insgesamt dĂŒrfte die Anzahl in Niederdeutsch-Sprecher in Europa, die die Sprache relativ gut beherrschen, höchstens acht Millionen betragen; aus den Staaten außerhalb Europas, in denen Niederdeutsch (oft in der VarietĂ€t Plautdietsch) gesprochen wird, liegen zumeist keine genauen Zahlenangaben vor. Die Anzahl der niederdeutschen Muttersprachler wird auf etwa eine Million bis vier Millionen geschĂ€tzt.

[Bearbeiten] Sprachgeschichte

Deutsch-niederdeutsches Ortsschild in Emlichheim (niederdeutsch Emmelkamp)
Ein niederdeutscher Text (Tafel an der Teufelsplastik in Gettorf (Schleswig-Holstein) – mit der Legende zum Teufelsstein in Königsförde)

Durch die Völkerwanderung breiteten sich die Sachsen – und damit auch ihre Sprache â€“ nach SĂŒden, SĂŒdwesten und nach England aus. Die auf dem Kontinent verbliebenen Sachsen wurden von Beda Venerabilis als „Altsachsen“ bezeichnet – daher der Name „AltsĂ€chsisch“ fĂŒr die Ă€lteste Stufe der niederdeutschen Sprache. Die altsĂ€chsische Sprache breitete sich ĂŒber ein Gebiet aus, das die heutigen Regionen Holstein (ohne Ostholstein), Stormarn, Niedersachsen, Börde, Harz, Westfalen und die östlichen Niederlande umfasste. Im Wendland (Wenden wurden die Slawen von den Sachsen genannt) gab es noch jahrhundertelang ein slawisch-sĂ€chsisches Mischgebiet.

Die angelsĂ€chsischen Dialekte und das Altenglische weisen starke Übereinstimmungen mit dem Niederdeutschen (AltsĂ€chsischen) auf, da die germanische Bevölkerung Großbritanniens ursprĂŒnglich im heutigen Norddeutschland beheimatet war. Aufgrund des starken Einflusses der von den dĂ€nischen und norwegischen Wikingern eingebrachten altnordischen Sprachelemente sowie der spĂ€teren französischen (normannischen) SprachĂŒberlagerung und der Erosion der englischen Grammatik wĂ€hrend des Mittelalters haben sich diese Gemeinsamkeiten stark verringert, auch wenn die Verwandtschaft noch deutlich sichtbar ist. So hat das Englische seinen westgermanischen Grundcharakter nie verloren.

Mit Beginn der Ostsiedlung (Ostkolonisation) breitete sich die altniederdeutsche, seit etwa 1225 mittelniederdeutsche Sprache, weiter nach Osten aus. Neue große Sprachlandschaften entstanden: Mecklenburgisch, Pommersch, SĂŒdmĂ€rkisch (Brandenburgisch), Niederpreußisch (nicht zu verwechseln mit der baltischen altpreußischen Sprache) und das Niederdeutsche in den StĂ€dten und auf den Gutshöfen im Baltikum und in Skandinavien. Außerdem verzeichnete das Mittelniederdeutsche Gebietsgewinne in Schleswig, wo es das DĂ€nische und Nordfriesische nach Norden drĂ€ngte, und in Ostfriesland, wo es das Ostfriesische verdrĂ€ngte. All diese neuen Sprachgebiete des Niederdeutschen sind sogenannte Kolonisationsschreibsprachen oder Kolonisationsmundarten, die einige Besonderheiten in der Grammatik und im Wortschatz aufweisen. So lautet der Einheitsplural der Verben noch heute in den Dialekten des Altlandes (bereits in altsĂ€chsischer Zeit niederdeutschen Sprachgebiets) lautgesetzmĂ€ĂŸig -(e)t, also anstelle des hochdeutschen wir mach-en, ihr mach-t, sie mach-en im Westniederdeutschen: wi maak-t, ji maak-t, se maak-t. Im Ostniederdeutschen, im Schleswiger Platt und im Ostfriesischen Platt lautet er hingegen -en, also wi mak-en, ji mak-en, se mak-en.

Der fortschreitende Niedergang des Niederdeutschen vollzog sich in zwei Phasen. Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert musste das Niederdeutsche zunĂ€chst den Schriftsprachenstatus an das Hochdeutsche abtreten. Nach den Kanzleien der FĂŒrsten und StĂ€dte ging auch das gebildete BĂŒrgertum im schriftlichen Sprachgebrauch zum Hochdeutschen ĂŒber. Zwar bediente sich der grĂ¶ĂŸte Teil der norddeutschen Bevölkerung im mĂŒndlichen Umgang weiterhin des Niederdeutschen, doch sein Funktions- und Prestigeverlust wirkte sich so nachhaltig aus, dass im Laufe der Zeit eine gesellschaftliche Schicht nach der anderen das Hochdeutsche annahm. Schließlich war die alte Sprache der Region im Wesentlichen nur noch in der Form der Alltagsmundart „kleiner Leute“, und hier insbesondere der Landbevölkerung, lebendig.

Im Zuge der Entwicklung zur modernen Gesellschaft wurden dann die Entfaltungs- und Überlebenschancen des Niederdeutschen immer stĂ€rker beschnitten. Die sozialen Prozesse des 19. und 20. Jahrhunderts bedrohten seine Existenz selbst als randstĂ€ndige Volkssprache. Industrialisierung und Urbanisierung schrĂ€nkten die Möglichkeit zum Gebrauch des nunmehr mundartlichen Niederdeutschen nicht nur immer weiter ein, sondern fĂŒhrten letzten Endes hĂ€ufig auch zur Auszehrung und Auflösung der örtlichen Sprachgemeinschaft, in der die regionale Volkssprache ihren eigentlichen Lebensraum besaß. Die BĂŒrokratisierung des gesellschaftlichen Lebens, die allgemeine Pflicht zum Besuch der in der Fremdsprache Hochdeutsch gehaltenen Schulen und nicht zuletzt seit Mitte des 20. Jahrhunderts der Einfluss der ausschließlich hochdeutschen Massenmedien förderten und festigten endgĂŒltig den Übergang der Bevölkerungsmehrheit zum Hochdeutschen als Gemeinschaftssprache.

In einem langen Prozess wurde das Niederdeutsche aus Kirche, Schule, Politik, Literatur und Wissenschaft verdrĂ€ngt, ab dem 20. Jahrhundert auch aus den meisten Familien. Aber auch massive Zuwanderungen von Menschen aus anderen DialektrĂ€umen nach dem Zweiten Weltkrieg haben zur Erosion der Sprache in den vergangenen 50 Jahren beigetragen. Regionale Wiederbelebungsversuche können diesen von den Massenmedien zusĂ€tzlich beschleunigten Vorgang nicht aufhalten.

Titelblatt von Der Keyserliken Stadt LĂŒbeck Christlike Ordeninge – die Kirchenordnung von LĂŒbeck 1531

Das Niederdeutsche war einst eine bedeutende Schriftsprache. So wurde sie neben Latein auch in Urkunden und Gesetzestexten verwendet. Eine große Bedeutung nehmen auch theologische Schriften ein, so gibt es Ende des 15. Jahrhunderts bereits mehrere BibelĂŒbersetzungen (Kölner Bibel, LĂŒbecker Bibel). Die Bedeutung des Niederdeutschen als Schriftsprache nimmt jedoch im 16. Jahrhundert ab. In der Reformationszeit steigt die Zahl der niederdeutschen Drucke anfangs an: So ist etwa die von Johannes Bugenhagen verfasste LĂŒbecker Kirchenordnung auf Niederdeutsch geschrieben. Von Bugenhagen stammt auch eine niederdeutsche Fassung der Luther-Bibel.[21] Daran wird zweierlei sichtbar: Einerseits die große Bedeutung des Niederdeutschen als Verkehrssprache fĂŒr den gesamten norddeutschen Raum, so dass eine eigene BibelĂŒbersetzung dafĂŒr notwendig erachtet wurde, andererseits zugleich die im Wesentlichen bereits erfolgte Unterordnung des Niederdeutschen unter das Hochdeutsche. Denn das große Vorbild, die luthersche BibelĂŒbersetzung, setzte sich selbst in Norddeutschland gegen die „bugenhagensche Konkurrenz“ durch.

Die von LĂŒbeck dominierte Hanse hatte damals ihre BlĂŒtezeit schon ĂŒberschritten. Das LĂŒbecker Niederdeutsch war ihre Verkehrssprache und lange Zeit die lingua franca des Nord- und Ostseeraumes. Unter Sprachforschern bezeichnet man diese sprachgeschichtliche Entwicklungsperiode als Mittelniederdeutsch (ungefĂ€hr 1200–1600). Unter „Mittelniederdeutsch“ versteht man also nicht nur die Schriftsprache, sondern auch die vielfĂ€ltigen Dialekte der damaligen Zeit (die sich heute jedoch nur schwer rekonstruieren lassen). In der mittelniederdeutschen Schriftsprache hingegen liegen zahllose, bis in die Neuzeit hinein verfasste schriftliche Dokumente, BĂŒcher und Urkunden vor. Sprachzentrum der damaligen Zeit war die Hansemetropole LĂŒbeck; nach dem Zusammenbruch des StĂ€dtebundes wurde das Niederdeutsche auf regionaler Ebene lange weiterverwendet, vorwiegend mĂŒndlich.

Als Schriftsprache wurde es aber in ganz Norddeutschland immer mehr vom Hochdeutschen verdrÀngt und sank auf Dialektniveau.

[Bearbeiten] Grenzen des Niederdeutschen

[Bearbeiten] Historisches Sprachgebiet

Die nieder- und hochdeutschen Dialekte in ihrer historischen Verbreitung und die verschiedenen Einteilungsmöglichkeiten in die drei Hauptgruppen (Animation; fĂŒr Einzelausschnitte einfach anklicken und „Esc“ drĂŒcken)

Das historische Sprachgebiet des Niederdeutschen erstreckte sich von der NordseekĂŒste bis nach Estland und umfasste nach der inzwischen ĂŒberholten „Stammbaum-Theorie“ auch das NiederlĂ€ndische.

Aufgrund der Vertreibung der deutschen Bevölkerung im und nach dem Zweiten Weltkrieg ist die niederdeutsche Sprache in den heute zu Polen und Russland gehörigen Gebieten nun weitgehend ausgestorben. Auch das NiederlÀndische inklusive des mit ihm eng verwandten Niederrheinischen wird ihm nicht mehr zugeordnet.

Das auf friesisch-niederdeutsche VarietĂ€ten zurĂŒckgehende Plautdietsch der Russlandmennoniten hat sich hingegen von der Ukraine her in verschiedene Gegenden der Welt verbreitet und wird heute beispielsweise in den USA, in Mexiko, in Brasilien oder in Kasachstan gesprochen.

[Bearbeiten] Heutiges Sprachgebiet und dessen allgemeine Abgrenzung

Niederdeutsch im heutigen Sinne umfasst die norddeutschen Dialekte NiedersĂ€chsisch (Westniederdeutsch) und Ostniederdeutsch. Als SĂŒdgrenze zĂ€hlt entweder die Benrather Linie (maken/machen-Isoglosse) oder die ein wenig nördlicher gelegene Uerdinger Linie (ik/ich-Isoglosse). Die letzte umfassende Erhebung von 1984 zum Sprachstand des Niederdeutschen wies fĂŒr die damalige Bundesrepublik Deutschland rund 8 Millionen Sprecher der Regionalsprache aus. FĂŒr das Jahr 2006 ist von maximal fĂŒnf bis acht Millionen Sprechern auszugehen. Allerdings ist spĂ€testens seit den 1960er Jahren ein massiver RĂŒckgang der aktiven Sprecher zu konstatieren. Untersuchungen im Emsland und in der Grafschaft Bentheim haben ergeben, dass in den letzten beiden Jahrzehnten die Zahl der aktiven Sprecher unter den Kindern massiv gesunken ist und die aktive Beherrschung in den vergangenen Jahren bis auf verschwindend kleine Reste quasi erloschen ist.[22]

Die VarietĂ€ten im Nordosten der Niederlande gehören historisch gesehen zum Niederdeutschen. Es gibt jedoch Linguisten, die sie aufgrund des heutigen Dialektstands als niederlĂ€ndische VarietĂ€ten betrachten, nicht als niederdeutsche, da das NiederlĂ€ndische als Dachsprache einen erheblichen Einfluss auf die VarietĂ€ten in den Niederlanden ausĂŒbt, genauso wie umgekehrt das Hochdeutsche auf die niederdeutschen VarietĂ€ten in Deutschland.[23]

[Bearbeiten] Zuordnung des NiederlÀndischen

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Die niederlĂ€ndische Sprache wird heute nicht mehr zum Niederdeutschen gerechnet. Zwar wurde auch im NiederlĂ€ndischen – wie in allen anderen germanischen Sprachen – die zweite Lautverschiebung nicht durchgefĂŒhrt, aber es handelt sich um zwei verschiedene westgermanische Sprachen. WĂ€hrend das Niederdeutsche auf das AltsĂ€chsische zurĂŒckgeht, leitet sich das NiederlĂ€ndische vom AltfrĂ€nkischen ab. Auf diese unterschiedliche Herkunft gehen eine Reihe phonetischer, lexikalischer und grammatischer Unterschiede zurĂŒck, darunter etwa im NiederlĂ€ndischen die Bildung des Partizips Perfekt mit ge- oder die Konjugationsendungen.

Im Mittelalter nannten sich alle festlandgermanischen Sprachen ohne jegliche politische Bedeutung einfach nur „deutsch“. Dieses Wort „deutsch“ stand schlicht fĂŒr „allgemeinverstĂ€ndlich“, „volkssprachlich“ und im weitesten Sinne auch fĂŒr „germanisch“. FĂŒr den kontinentalgermanischen Raum hieß das, dass alle in seinem Raum gesprochenen Sprachen und Dialekte „deutsch“ und in einem engen Dialektkontinuum miteinander verbunden waren. Zu diesem gehörte einst sogar das Altenglische, das mit dem Altniederdeutschen in enger Verbindung stand.

Im Hochmittelalter bildeten sich im Raum der als „niederen Lande“ bezeichneten Gebiete des heutigen Belgiens, der Niederlande und Norddeutschlands zwei bedeutende Schrift- und Urkundensprachen heraus. Im Gebiet Belgiens und der Niederlande waren dies das MittelniederlĂ€ndische, das unter den Bezeichnungen Diets und Duuts weit in das Gebiet der Westfriesen ausstrahlte. Die andere Sprache war das Mittelniederdeutsche, das seinerseits weit nach Skandinavien ausstrahlte und auch in den östlichen Niederlanden, in den Provinzen Groningen, Drenthe, Overijssel und Gelderland verwendet wurde. Diese Gebiete unterstanden dem Niederstift MĂŒnster und so wurde folgedessen dort auch das Mittelniederdeutsche verwendet. Aber dieses Mittelniederdeutsch war bereits stark vom MittelniederlĂ€ndischen beeinflusst, dass seinerseits in das gesamte Niederstift MĂŒnster und den angrenzenden Gebieten ausstrahlte. Der Einfluss des MittelniederlĂ€ndischen im westfĂ€lischen Raum endete erst an den westlichen Grenzen des Bistums Paderborn.

In den Gebieten Kleve, JĂŒlich (Niederrhein) und des Bergischen Landes fand das Mittelniederdeutsche als Schriftsprache keinen Eingang. Dort wurde ein von diesem beeinflußtes MittelniederlĂ€ndisch verwendet. Ebenfalls unter starkem Einfluss des MittelniederlĂ€ndischen stand zu jener Zeit das Altfriesische im heutigen Westfriesland, das nun völlig von diesem ĂŒberlagert wurde.

Mit dem WestfĂ€lischen Frieden wurden die Niederlande politisch vom Heiligen Römischen Reich unabhĂ€ngig, mit dem sie ĂŒber Jahrhunderte hindurch immer nur lose verbunden waren. WĂ€hrend das Mittelniederdeutsche nun gegenĂŒber dem von Martin Luther geschaffenen Hochdeutschen auf dem RĂŒckzug war, nach dem letzten Hansetag im Jahr 1664 verfiel diese Sprache in den Dialektstand und wurde langsam schriftlos, da immer mehr norddeutsche Territorien das Lutherdeutsch als Kanzleisprache ĂŒbernahmen. Das NiederlĂ€ndische konnte sich aufgrund seiner UnabhĂ€ngigkeit in den Niederlanden zur modernen Schrift- und Kultursprache weiterentwickeln.

Im Bereich des heutigen Belgien sank das NiederlĂ€ndische jedoch auf die Stufe einer nur noch mĂŒndlich gebrauchten Sprache herab und war nun schriftlos. In diesem Gebiet herrschte nun, als sogenanntes „Burgundisches Erbe“, die Französische Sprache als Literatur-, Kultur- und Schriftsprache vor. Und im 18. Jahrhundert schien es, als wolle das NiederlĂ€ndische nunmehr in zwei oder drei separate Sprachen zerfallen. WĂ€hrend in den Niederlanden das NeuniederlĂ€ndische, das nun sehr vom Sprachgebrauch der hollĂ€ndischen Provinzen geprĂ€gt war, entstand in den Spanischen Niederlande nun der Versuch, aus den dort vorherrschenden Dialekten ein standardisiertes „SĂŒdniederlĂ€ndisch“ zu entwickeln. Man begann auf der Basis des WestflĂ€mischen und des Brabantischen verschiedene Schriftsysteme zu entwickeln. Einer der bekannteren Vertreter dieser Standardisierungsversuche war Jan Des Roches, der 1761 aus verschiedenen westflĂ€mischen Dialekten eine Schriftsprache entwickelt hatte. Diese konnte sich aber allgemein nicht durchsetzen. So blieb diese Schriftsprache nur bei den Flamen im Gebrauch und wurde in den sogenannten „3 Flandern“ (West-, Ost- und Französisch-Flandern) verwendet. Da in Französisch-Flandern im Gegensatz zu West- und Ostflandern die moderne niederlĂ€ndische Schriftsprache nie Eingang gefunden hat, schreiben die Westhoek-Flamen als einzige des niederlĂ€ndischen Sprachgebietes in einem Stil, der sich aus dem von de Roches entwickelten „SĂŒdniederlĂ€ndischen“ ableiten lĂ€sst.

Ab 1803 begann man schließlich mit dem Versuch, die moderne niederlĂ€ndische Schriftsprache fĂŒr die niederlĂ€ndischsprachige Bevölkerung Belgiens zu ĂŒbernehmen und durch regionale „sĂŒdniederlĂ€ndische“ Wörter und Redewendungen anzureichern. So wurde durch den Arzt van Daele begonnen, fĂŒr dieses Vorhaben ein „Großes Wörterbuch des SĂŒdniederlĂ€ndischen“ aufzustellen. Dieses Wörterbuch folgte der damals amtlichen Grammatik und Rechtschreibung der Niederlande. In der Zeit zwischen 1815 und 1830 war Belgien im kurzlebigen Vereinigten Königreich der Niederlande mit dem nördlichen Sprachgebiet vereinigt. Doch bereits 1830 erklĂ€rte Belgien seine UnabhĂ€ngigkeit und diese wurde 1839 von den Niederlanden anerkannt. Infolge des belgischen Sprachenstreits wurde 1878 die moderene niederlĂ€ndische Schriftsprache in Belgien als nationale Schriftsprache der Flamen anerkannt.

Das NiederlĂ€ndische begann nun, alle Dialekte in seinem Geltungsbereich zu beeinflussen und zu ĂŒberlagern. Diese Überlagerung erfolgte jedoch nur in unterschiedlichen Graden. Aber heute gelten die niederlĂ€ndischen Dialekte in West- und Ostflandern noch am reinsten und diese weichen stĂ€rker von der Hochsprache ab als beispielsweise die niedersĂ€chsischen Dialekte der Ostniederlande.

Im Zuge der entstehenden Germanistik begannen Deutsche wie NiederlĂ€nder sich intensiv mit der Geschichte ihrer Sprachen und Dialekte zu beschĂ€ftigen. So wurden ihnen auch alte sprachliche Gemeinsamkeiten bewusst. So begannen im 19. Jahrhundert niederlĂ€ndische Gelehrte ihre Sprache und die in ihnen enthaltenen Dialekte als Nederduitsch (eigentlich „Niederdeutsch“) zu bezeichnen und sie dehnten schließlich diesen Begriff auf die verwandten Dialekte Norddeutschlands aus, die von den dortigen Gelehrten als „NiedersĂ€chsisch“ bezeichnet wurden. Aber man war sich auch der zahlreichen Unterschiede zwischen NiederlĂ€ndisch und Plattdeutsch bewusst. So wurde um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert von der niederlĂ€ndischen Sprachwissenschaft schließlich der Begriff „Niederdeutsch“ fĂŒr ihre Sprache und deren Dialekte fallengelassen und man sprach dort nun bewusst von NiederlĂ€ndisch und niederlĂ€ndischen Dialekten. Der Begriff „Niederdeutsch“ wurde nun von der deutschen Sprachwissenschaft ĂŒbernommen und auf das Plattdeutsche ĂŒbertragen. Aber bis in die 1960er Jahren war es durchaus noch ĂŒblich, den Begriff „Niederdeutsch“ auch auf das benachbarte NiederlĂ€ndisch zu ĂŒbertragen, indem man dieses nun offiziell als niederdeutsches Sprachgebiet in den Niederlanden und Belgien bezeichnete.

Die moderne Sprachwissenschaft lehnt diese Zuordnung des NiederlĂ€ndischen zum Deutschen bzw. zum Niederdeutschen ab. Beide Sprachformen sind aufgrund der nahen Verwandtschaft Schwestersprachen, aber sie sind nicht miteinander identisch. Die historische Stammbaum-Theorie, in der das NiederlĂ€ndische noch als Teil der deutschen Sprache aufgefĂŒhrt wird, ist heute nur noch in der nichtwissenschaftlichen SekundĂ€r-Literatur anzutreffen.

[Bearbeiten] Zuordnung des Niederrheinischen

Die traditionelle Zuordnung des Niederrheinischen zum Niederdeutschen wird in der heutigen Germanistik als sehr problematisch angesehen. Denn das Niederrheinische entstammt nicht wie niederdeutschen Dialekte dem AltsĂ€chsischen, sondern es gehört zum NiederfrĂ€nkischen. Demnach sind die am Niederrhein vorherrschenden Dialekte sprachtypologisch auch enger mit den angrenzenden niederlĂ€ndischen als mit den benachbarten deutschen verwandt. Diese traditionelle Zuordnung des NiederfrĂ€nkischen bzw. des Niederrheinischen zum Niederdeutschen wurde durch die Tatsache erklĂ€rt, dass auch diese Sprachvariante die zweite Lautverschiebung (grĂ¶ĂŸtenteils) nicht vollzogen hatte.

Nur in den sĂŒdöstlichen Dialekten des NiederfrĂ€nkischen, diese werden heute in der Germanistik als SĂŒdniederfrĂ€nkisch bezeichnet, wurde diese Lautverschiebung teilweise durchgefĂŒhrt und rĂŒckt diesen Dialektbereich in die NĂ€he des Ripuarischen und damit zum Mitteldeutschen. Dieses lĂ€sst sich mit der sogenannten Kölner Expansion des 15. Jahrhunderts erklĂ€ren und diese strahlte weit bis in den niederlĂ€ndischen Sprachraum aus. So entstand als Folge dieser Expansion zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert die ik/ich-Linie als neue Ausgleichsgrenze zwischen dem Mitteldeutschen (Ripuarischen) und dem eigentlichen Niederdeutschen. Dadurch ist es erklĂ€rbar, das vom Dialektstand her einige der in Nordwestdeutschland gesprochenen niederfrĂ€nkischen VarietĂ€ten auch den benachbarten mittelfrĂ€nkischen Mundarten Ă€hneln. Daher wĂ€re eine Zuordnung des NiederfrĂ€nkischen zum Niederdeutschen aufgrund dieser Sprachmerkmalen nicht gerechtfertigt. Historisch gesehen gilt auch die Ansicht als ĂŒberholt, es habe ein (Ur-)Deutsch gegeben, das sich in Niederdeutsch und Hochdeutsch aufgespalten habe. (Siehe hierzu auch Westgermanische Sprachen.) Erst nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die Dialekte auf beiden Seiten der Grenze den jeweiligen Standardsprachen NiederlĂ€ndisch und Deutsch angenĂ€hert, so dass man heute von deutschen Mundarten am Niederrhein sprechen kann. Zuvor wurden diese VarietĂ€ten auch als „niederlĂ€ndisches Sprachgebiet am Niederrhein“ bezeichnet. Dem kam entgegen, dass die NiederlĂ€ndische Sprache bis ins 19. Jahrhundert in der Region verwendet wurde.

Eine Möglichkeit besteht fĂŒr den Sprachforscher darin, das Niederrheinische in der Literatur ĂŒber niederdeutsche Mundarten nicht zu beschreiben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Niederrheinische als eigenstĂ€ndige Einheit, d. h. als Teil des RheinmaaslĂ€ndischen, irgendwie mit dem Niederdeutschen zu verknĂŒpfen. Ein direktes Einordnen ins Westniederdeutsche verbietet sich demnach aus sprachhistorischen und sprachtypologischen GrĂŒnden[24] und die traditionelle Zuordnung des Niederrheinischen in das Niederdeutsche findet sich heute nur noch in der sekundĂ€r-wissenschaftlichen Literatur wieder.

Die niederfrĂ€nkischen Dialekte sind in allen Sprachgebieten auf dem RĂŒckzug, da sie durch die beiden Hochsprachen NiederlĂ€ndisch und Deutsch ĂŒberlagert werden. In den StĂ€dten sind die Dialekte fast verschwunden. Allein in lĂ€ndlichen Gegenden werden sie tagtĂ€glich noch von der Bevölkerung gesprochen.

[Bearbeiten] Gliederung des Niederdeutschen

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[Bearbeiten] Dialekte in Deutschland

Die niederdeutschen Dialekte werden in der Regel so gegliedert:[25]

Die dialektale Einteilung der niederdeutschen Mundarten[26]

Diese Einteilung basiert allerdings in erster Linie auf geographischen (westliche und östliche HĂ€lfte) und historischen (primĂ€res und sekundĂ€res Siedlungsgebiet) Kriterien, aber fast gar nicht auf sprachlichen (Ausnahme: Pluralendung des Verbs im PrĂ€sens). In linguistischer, also in lautlicher und grammatischer Hinsicht, gehören das westniederdeutsche NordniedersĂ€chsische und das ostniederdeutsche Mecklenburgisch-Vorpommersche enger zusammen. Neben der Ost-West-Gliederung gibt es deshalb auch eine Nord-SĂŒd-Gliederung, die NordniedersĂ€chsisch und Mecklenburgisch-Vorpommersch zu Nordniederdeutsch, WestfĂ€lisch, OstfĂ€lisch und MĂ€rkisch zu SĂŒdniederdeutsch zusammenfasst, da z. B. das westniederdeutsche WestfĂ€lische und das ebenfalls westniederdeutsche Nordniederdeutsche wenig gemeinsam haben.[27]

In den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten in Norddeutschland gibt es neben den Ă€lteren niederdeutschen Stadtdialekten auch hochdeutsche Stadtdialekte, wie das hamburgische Hochdeutsch oder das Ruhrdeutsch, die sich im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert in der stĂ€dtischen Oberschicht entwickelt und durchgesetzt haben und nicht zum Niederdeutschen zĂ€hlen. Sie haben allenfalls ein niederdeutsches Substrat aufzuweisen, in der Form einiger Merkmale in Sprachlehre, Wortschatz, Satzbau oder Lautung.

[Bearbeiten] Dialekte in den Niederlanden

Der niederfrĂ€nkische Sprachzweig gilt heute bei den meisten Forschern als selbstĂ€ndig und wird wegen der eigenstĂ€ndigen niederlĂ€ndischen Sprachtradition in der Regel nicht mehr dem Niederdeutschen zugerechnet. Die niedersĂ€chsischen Idiome auf niederlĂ€ndischem Territorium werden angesichts ihrer NĂ€he zu den norddeutschen Dialekten (Plattdeutsch) gelegentlich zu den niederdeutschen, in der Regel jedoch zu den niederlĂ€ndischen Mundarten gerechnet (siehe NiederlĂ€ndische Dialekte). Die niedersĂ€chsischen Dialekte in den Niederlanden gliedern sich folgendermaßen:

[Bearbeiten] Weitere LĂ€nder

Im Ausland gibt es folgende niederdeutsche Dialekte:

[Bearbeiten] Mischsprachen aus Hochdeutsch und Plattdeutsch

Teilweise auch mit Sprachelementen weiterer Sprachen:

  • das Kollumerpompsters mit starkem Einfluss durch die westfriesische Sprache wird allgemein als niedersĂ€chsischer Dialekt eingestuft

Aus dem Plattdeutschen hervorgegangen sind u. a.

[Bearbeiten] Historische Phonologie

[Bearbeiten] Die Zweite Lautverschiebung

Im Deutschen kam es noch vor dem Mittelalter zur zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung. Da diese in allen anderen germanischen Sprachen nicht stattfand, Ă€hneln viele Wörter der niederdeutschen Sprache den entsprechenden englischen, dĂ€nischen, schwedischen, norwegischen, islĂ€ndischen und niederlĂ€ndischen Wörtern, z. B.:

Niederdeutsch Englisch NiederlÀndisch DÀnisch Schwedisch Norwegisch Deutsch
Water water water vand vatten vann Wasser
Vader/Vadder father vader far far far Vater
Pann/Panne pan pan pande panna panne Pfanne
Solt salt zout salt salt salt Salz
Melk milk melk mÊlk mjölk mjÞlk Milch
Kopp cup kop kop kopp kopp Kopf (Tasse)

In einigen westniederdeutschen Dialekten wird das g gleich wie im NiederlĂ€ndischen (nicht FlĂ€mischen) als stimmloses ch [x] gesprochen (fĂŒr das stimmhafte ch [ÉŁ] wird ǧ geschrieben), im WestfĂ€lischen als stimmhaftes ch.

Niederdeutsche Konsonanten ↔ hochdeutsche Konsonanten

k → ch :

  • nd. (und nied.) ik ↔ ich und kaken ↔ hdt. kochen
  • nd. (und nied.) maken und engl.: to make ↔ hdt. machen

d → t :

  • nd. (und nied.) dag und engl. day ↔ hdt. Tag

jedoch d → d : (wenn im Engl. th)

  • nd. dat, Doorn – nied. dat, doorn und engl. that, thorn ↔ hdt. das, Dorn

t → s :

  • nd. (und nied.) dat, wat, eten und engl. that, what, eat ↔ hdt. das, was, essen

t → z :

  • nd. Tied, Timmermann und nied. tijd, timmerman ↔ hdt. Zeit, Zimmermann

t → tz :

  • nd. sitten – nied. zitten und engl. sit ↔ hdt. sitzen

p → f :

  • nd. slapen oder slopen – nied. slapen und engl. sleep ↔ hdt. schlafen
  • nd. Schipp – nied. schip und engl. ship ↔ hdt. Schiff

p → pf :

  • nd. Peper – nied. peper und engl. pepper ↔ hdt. Pfeffer

v, w, f → b :

  • nd. wief, wiewer – nied. wijf und engl. wife ↔ hdt. Weib, Weiber
  • nd. leev, leewer nied. lief ↔ hdt. lieb, lieber

[Bearbeiten] Weitere Unterschiede zum Hochdeutschen

Es gibt weitere Unterschiede zwischen dem Hoch- und dem Niederdeutschen, die nicht aus der 2. Lautverschiebung resultieren. Diese treten nicht in allen plattdeutschen Dialekten auf. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass im Westniederdeutschen die Aussprache mit S, im Osten (Gemeint ist eher der Osten des heutigen Polens und Litauens als das Mecklenburgisch-Vorpommersche.) aber die Aussprache mit SCH vorherrscht. Die Schreibweise ist im Niederdeutschen allerdings beiderseits der Elbe, anders als im Hochdeutschen bei jedem Wort, vornehmlich die mit bloßem S.

s → sch:

sm → schm:

  • nd. smeeren, Smeer und schwed smörja ↔ schmieren, Schmiere

sl → schl:

  • nd. slapen und engl. sleep ↔ schlafen

sw → schw:

  • nd. Swien → Schwein

st → scht:

  • nd. steen und engl. stone ↔ schtein („Stein“ geschrieben)

sp → schp:

  • nd. spitz ↔ schpitz („spitz“ geschrieben)

[Bearbeiten] Rechtschreibung

Das Niederdeutsche hat keine einheitliche oder verbindliche Rechtschreibung. Sprachwissenschaftler benutzen in der Regel eine phonetische Transkription, also eine Schreibung, die die Laute so genau wie möglich wiedergibt. Allerdings sind solche Texte fĂŒr ein breites Publikum schwer zu lesen.

Die am hĂ€ufigsten gebrauchte Rechtschreibung fĂŒr niederdeutsche Texte ist die Rechtschreibregelung von Johannes Saß („Kleines plattdeutsches Wörterbuch. Nebst Regeln fĂŒr die plattdeutsche Rechtschreibung“, Hamburg 1972). Sie lehnt sich an die hochdeutsche Rechtschreibung an und macht die Abweichungen besonders kenntlich. Allerdings ist diese Rechtschreibung weder verbindlich noch geographisch umfassend. Sie gilt primĂ€r fĂŒr die nordniedersĂ€chsischen Dialekte, deren grĂ¶ĂŸerer Sprecherzahl im Vergleich zu anderen Dialekten auch das Vorherrschen „des Saß“ zu verdanken ist. FĂŒr das WestfĂ€lische mit seinen vielen Diphthongen ist sie weniger gut geeignet.[28]

FĂŒr die ostniederdeutschen Dialekte gibt es kein schriftliches Regelwerk, welches ĂŒbliche Standards zusammenfasst. Jedoch gibt es eine erkennbare Konvention, welche im 19. Jahrhundert auftrat. Sie unterscheidet sich von den Regeln Saß' vor allem durch fehlende Vokalverdopplung und einige Sonderzeichen, welche fĂŒr Laute stehen, die im niedersĂ€chsischen Raum hĂ€ufig nicht mehr auftreten.

[Bearbeiten] Grammatik

Niederdeutsch ist keine standardisierte Sprache, sondern eine Regionalsprache mit zum Teil sehr unterschiedlichen Dialekten. Eine umfassende grammatische Beschreibung des Niederdeutschen ist daher schwierig. Die folgende Darstellung basiert teilweise auf einer Kurzgrammatik von Wolfgang Lindow[29] und orientiert sich vermutlich weitgehend an den VerhĂ€ltnissen im NordniedersĂ€chsischen. Zu beachten ist, dass, wie man auch heute noch bei norddeutschen Sprechern des Hochdeutschen hört, das G im Auslaut, also am Ende des Wortes und am Silbenende vor Konsonanten, als CH gesprochen wird. Dies ist immer mehr als Relikt aufzufassen, war jedoch ursprĂŒnglich lediglich Ergebnis der AuslautverhĂ€rtung. (ÉŁ → x)

[Bearbeiten] Genera

Substantive haben (wie im Hochdeutschen) drei Geschlechter: maskulin (m.), feminin (f.) und neutrum (n.):

  • de Mann („der Mann“), Akkusativ: den Mann
  • de Fru („die Frau“), Akkusativ: de Fru
  • dat Kind („das Kind“), Akkusativ: dat Kind

Das Geschlecht der Substantive ist bei manchen Wörtern nicht eindeutig festgelegt, und es stimmt auch nicht unbedingt mit dem Geschlecht des entsprechenden hochdeutschen Wortes ĂŒberein:

  • de/dat Band (Bindfaden): m. oder n.
  • de Disstel (Distel): m. oder f.
  • de/dat Schiet (Dreck, Schmutz): m., f. oder n.
  • dat Liw (Körper (Leib)): n.
  • dat Bein (das (Ge-)Bein; eng. bone): n.
  • de Bein (das Bein; eng. leg): m.


In der Flexion ist im Vergleich zum Hochdeutschen hĂ€ufig eine Vereinfachung des Formeninventars festzustellen. Jedoch finden sich vom Mittelalter bis zur Moderne Beispiele fĂŒr das Vorhandensein aller FĂ€lle mit Ă€hnlicher Verwendung von PrĂ€positionen und Artikeln wie in der deutschen Grammatik.[30][31]

[Bearbeiten] Dativ, Akkusativ bzw. Objektiv

Man spricht beim Niederdeutschen oft von einem Subjektfall (den Nominativ) und einem Objektfall (den Akkusativ). Der Dativ scheint mit dem Akkusativ zusammenzufallen und der Genitiv wird durch eine prĂ€positionale Verbindung umschrieben (Beispiel: min Vadder sin Hus – ‘meines Vaters Haus’). Ein tatsĂ€chliches Fehlen des Dativs in der plattdeutschen Sprache kann aber bis heute nicht behauptet werden, da der Dativ Artikel 'n in Kontraktionen in fast allen Dialekten vorherrscht (s.u.).

Dabei tritt heute als ausgeschriebener Artikel fĂŒr Dativ und Akkusativ nur den fĂŒr mĂ€nnliche (und sĂ€chliche, s.u.) Substantive auf, der weibliche und sĂ€chliche bleiben unverĂ€ndert. Im Gegensatz zum Deutschen wird der ursprĂŒngliche mittelniederdeutsche Dativartikel den in vielen Dialekten kurz gesprochen und findet sich daher auch als dĂ€n oder denn geschrieben.[32] Deutliche Kennzeichnung erfĂ€hrt der Dativ aber in Kontraktionen mit PrĂ€positionen, wo noch das Dativ-M des ehemaligen Artikels deme auftritt, bzw. bei sĂ€chlichen Substantiven der alte Dativ-Artikel den. TatsĂ€chlich entstand der Dativartikel „den“ ĂŒber ein Lautgesetz des Mittelniederdeutschen. Dort trat mit der Zeit die Akopierung ein und die Es am Ende von Wörtern wurden nicht mehr mitgesprochen. Wörter, welche ein -me am Ende gefĂŒhrt hatten, wurden ohne E dann hĂ€ufig mit -n statt mit -m gesprochen.[33]
Eine Trennung von Dativ und Akkusativ kann, ĂŒber die Artikel hinaus, dann auch in der Aussprache festgestellt werden. Wie im Deutschen und NiederlĂ€ndischen werden D, B und W am Wortende als T, P und F gesprochen. Als Überbleibsel eines ursprĂŒnglichen Dativ-E zeigt sich dann eine fehlende AuslautverhĂ€rtung, welche durch einen Apostroph deutlich gemacht wird.[34]

Plattdeutsch Deutsch Anmerkung
dat Liw der Körper sprich Lief
in'n Liw' im Körper sprich Liew
Ik ga tau'n/taum Pird'. Ich gehe zum Pferde. siehe unten
Ik ga tau dat Pird. Ich gehe zu dem Pferd. Hier geschieht eine AuslautverhÀrtung, da es sich tatsÀchlich um den Akkusativ handelt, der steht, wo ein vergessener Dativ stehen sollte.
Ik ga tau einen Pird'. Ich gehe zu einem Pferde.
Ik köp ein Pird. Ich kaufe ein Pferd.
Ik ga tau(r) Fru. Ich gehe zur Frau. siehe unten
Ik ga tau de Fru. Ich gehe zu der Frau.
de Wulf – de WĂŒlw' der Wolf – die Wölfe Singular, Plural
de WĂŒlwen/WĂŒlben – de WĂŒlw' den Wölfen – die Wölfe Dativ, Akkusativ


Dabei ist unklar, ob Kontraktionen mit -r und -m dem AltsĂ€chsischen und Mittelniederdeutschen entspringen oder hochdeutschen Einflusses sind. Bereits das AltsĂ€chsische zeigte eine Vermischung von Akkusativ- und Dativformen, ohne dabei aber einen Einheitsfall aufzubauen. Im Mittelniederdeutschen setzte sich dieser Trend fort. Zudem ist eine Mischung und Verwechslung von N und M zu beobachten, wobei das Schrifttum mit fortschreitender Standardisierung auch vom regional Gesprochenen abwich und schriftlich grammatische Unterscheidungen gemacht wurden, die beim Sprechen nicht hörbar, aber bewusst waren. Weiterhin spricht fĂŒr einen hochdeutschen Ursprung das Fehlen eines weiblichen Artikels „der“, wobei Ritter in seiner 1832 niedergeschriebenen Grammatik noch als weibliches Akkusativpronomen „de(re)“ verzeichnet. Ungeachtet dessen, welchen Ursprungs diese Formen sind, treten sie allerdings seit mindestens dem 14. Jahrhundert durchgehend in niederdeutschen Texten auf. Wenn diese Kontraktionen als fremd empfunden werden, werden sie durch die VerkĂŒrzung des Artikels (Ik ga tau'n Mann/tau Fru.), bzw. durch die Langform ersetzt.
Das in neuerer Zeit stumme Dativ-E jedoch ist zweifelsfrei niederdeutschen Ursprungs.[35] Ebenso, dass in Kontraktionen ein 'n als Dativindikator fĂŒr de und dat steht.

Außerdem wird der Akkusativ bei der VerkĂŒrzung des Objektpronomens em, ursprĂŒnglich Dativpronomen, zu 'n, ursprĂŒnglich von en, deutlich.

  • Slaten hew ik em nich. – Geschlossen habe ich ihn nicht.
  • Ik will'n sluten. – Ich will ihn schließen

[Bearbeiten] Genitiv

Der Genitiv wird wie im Deutschen und Altenglischen mit angehĂ€ngtem -(e)s und dem Artikel „des“ gebildet. Mit dem RĂŒckgang des Niederdeutschen nach der Renaissance ist er nahezu ausgestorben. Nur in bestimmten Konstruktionen, vor allem in Tageszeitangaben, findet er sich noch. Bei „hochsprachlicher“ Literatur, wie etwa in Rechtsveröffentlichungen (z. B. JĂŒtisches Recht), findet er jedoch durchgĂ€ngig und ungemindert Verwendung.

  • TĂŒgs maken – des Zeuges machen, als Beschreibung fĂŒr Dummheiten; von TĂŒg, Zeug
  • eines Dages – eines Tages
  • 's Morr'ns – des Morgens
  • 's Nachts – des Nachts

Das VerkĂŒrzen des des ist dabei absolut ĂŒblich.

Heute wird der Genitiv zumeist durch eine Dativkonstruktion und das Possessivpronomen bzw. durch „von“ wie im Englischen und Französischen ersetzt.

  • Den Fischer sine Fru.
  • De Fru vun den Fischer.

In Àlterer Zeit fanden sich noch Doppelformen aus Konstruktion und Genitiv à la Des Fischer sin Fru.[36]

[Bearbeiten] Ungenaue Mengenangaben

Eine dem Niederdeutschen eigene Bildung ist die ungenaue Mengenangabe, die mit dem unbestimmten Artikel Singular und einer Form der Nachsilbe -ere/-erne gebildet wird, wobei das darauffolgende Zahlwort durch den Artikel zum Substantiv wird.

  • ein JĂ„rer' Söss – an die sechs Jahre (dat JĂ„r, das Jahr)
  • 'n Mannere Fif – um die fĂŒnf MĂ€nner (de Mann)
  • 'n Litere Tein – ca. zehn Liter
  • ein Dalerne Acht – etwa acht Taler (de Daler)

[Bearbeiten] Plural

Den Plural bilden die Substantive auf unterschiedliche Weise:

Muster Singular Plural Deutsch
Umlautung des Stammvokals dat Hus de HĂŒs das Haus, die HĂ€user
VerlÀngerung des Stammvokals* de Dagg de Dag(/e/n) der Tag, die Tage
Endung -(e)n de Disch de Dischen der Tisch, die Tische
Endung -er dat Kleed de Kleeder das Kleid, die Kleider
Endung -er mit Umlaut dat Book de Bööker das Buch, die BĂŒcher
Endung -s de Arm de Arms der Arm, die Arme
Endung -e dat Sark de Sarke der Sarg, die SĂ€rge
unregelmĂ€ĂŸig de Mann de MannslĂŒd (traditionell auch de Manns) die MĂ€nner

(*) Überrest frĂŒherer Mehrsilbigkeit

Viele der Beispiele entstanden erst in spĂ€terer Zeit und entsprechen nicht dem Stand des Mittelniederdeutschen. So fĂŒhrt hĂŒs eigentlich ein stummes E. (mnd. hĂŒse), ebenso die Pluralendung -er(e). Ebenfalls fanden Wechsel der Klassen statt. Kleid etwa existierte lange Zeit parallel in den Formen klede und kledere, wobei letzteres zuerst seltener war und spĂ€ter ob der Ähnlichkeit zum Hochdeutschen siegte. Auch die Pluralendung -s gewann erst in spĂ€terer Zeit an Boden, als Singular- und Pluralformen durch die Apokope des pluralen -e ununterscheidbar wurden. (Ebenso in -er(e)/-er(e)s.)

[Bearbeiten] Pronomen

Auch bei den Pronomen gibt es in der Regel nur einen Subjektfall (den Nominativ) und einen Objektfall (den Akkusativ).

  • Die Personalpronomen („ich, du, er, sie, es“ etc.) Ă€hneln zum Teil dem Hochdeutschen, allerdings hat die dritte Person Singular maskulin eine andere Wurzel (he statt er). Die in Teilen SĂŒdwestfalens gebrĂ€uchlichen Pronomen (j)it bzw. ink (2. Pers. Pl. Nom. bzw. Akk.)[37] leiten sich aus den altsĂ€chsischen Dualformen „git“ (ihr beide) und „ink“ (euch beiden) ab.[38]
Numerus Person Genus Nominativ Akkusativ Akkusativ (Ostfriesland) Akkusativ (Ostfalen)
Singular 1.   ik mi mi mik
2.   du di di dik
3. Maskulinum he(i) em/sik hum ö(h)ne
Femininum se(i) ehr/sik höhr/höör se(i)
Neutrum dat/et dat/sik et
Plural 1.   wi u(n)s uns ĂŒsch
2.   ji, (j)it (sĂŒdwestf.)[39] ju, juch,[40][41] jug,[42][43] ji, ink (sĂŒdwestf.)[44] jo jehre
3.   se jem/jĂŒm/ehr/se(i) höhr sik
  • Die Possessivpronomen („mein, dein, sein, ihr“ etc.) unterscheiden Singular und Plural, abhĂ€ngig davon, ob das Besessene in der Einzahl oder Mehrzahl vorhanden ist. Dies ist auch im Hochdeutschen so („mein, meine“). Bei den Akkusativformen mit einfachem Besitz stehen die Formen mit der Endung -en fĂŒr das mĂ€nnliche Geschlecht, die Formen ohne -en fĂŒr das weibliche bzw. das sĂ€chliche Geschlecht.
Numerus Person Genus Nominativ (Besitz einfach) Akkusativ (Besitz einfach) Nominativ (Besitz mehrfach) Akkusativ (Besitz mehrfach)
Singular 1.   mien mien(en) mien mien
2.   dien dien(en) dien dien
3. Maskulinum sien sien(en) sien sien
Femininum ehr ehr(en) ehr ehr
Plural 1.   u(n)s u(n)s(en) u(n)s u(n)s
2.   ju(un), jug(e/n)[42] ju(un), jug(e/n) juun juun
3.   (jem-)ehr (jem-)ehr(en) (jem-)ehr (jem-)ehr
  • Bei den Demonstrativpronomen („dieser, diese, dieses“ etc.) unterscheiden sich maskuline und feminine Formen im Nominativ Singular kaum. Der Plural ist fĂŒr alle Geschlechter gleich.
Numerus Genus Nominativ Akkusativ
Singular Maskulinum de/disse den/dissen
Femininum de/(dĂŒsse) de/(dĂŒssen)
Neutrum dat/dit dat/dit
Plural   de/disse (dĂŒsse) de/disse (dĂŒsse)

[Bearbeiten] Adjektiv

Adjektive, Artikel und Pronomina die sich auf ein Substantiv beziehen, richten sich in ihrer Form nach dem Geschlecht des Substantivs. Dies bezeichnet man auch als Kongruenz.
Die Flexion der Adjektive ist im niederdeutschen Sprachgebiet nicht einheitlich. Es treten unterschiedliche Formen auf, die auch nicht eindeutig regional gegliedert werden können. Bei allen drei Geschlechtern kann das Adjektiv ohne Endung gebraucht werden (de lĂŒtt Mann, de lĂŒtt Fru, dat lĂŒtt Kind). Den Gebrauch mit Endungen kann man den folgenden Beispielen entnehmen:

Genus Nominativ Objektiv
MĂ€nnlich bestimmt de starke Mann den starken Mann
unbestimmt en starken Mann enen starken Mann
Weiblich bestimmt de smucke Deern de smucke Deern
unbestimmt en(e) smucke Deern en(e) smucke Deern
SĂ€chlich bestimmt dat wide Land dat wide Land
unbestimmt en wid(es)/wid(et) Land en wid(es)/wid(et) Land

Die Steigerung der Adjektive erfolgt durch die Endungen -er und -st(e). Der Superlativ mit „am“ („am besten“) wurde frĂŒher ausgedrĂŒckt mit up’t („up’t best“), heute vielfach auch mit an’n.

[Bearbeiten] Zahlwort

  • 1: een / ein
  • 2: twee / twei
  • 3: dree / drei
  • 4: veer
  • 5: fief
  • 6: söss / sess / soss
  • 7: söben / söven
  • 8: acht
  • 9: negen
  • 10: teihn
  • 11: ölben / ölven / olben
  • 12: twölf / twolf / twalm
  • 13: dörteihn / darteihn
  • 14: veerteihn
  • 15: föffteihn / foffteihn
  • 16: sössteihn / sossteihn / sessteihn
  • 17: söbenteihn
  • 18: achteihn
  • 19: negenteihn / nee'ntein
  • 20: twintig / twinnich
  • 30: dörtig / dartig
  • 40: veertig
  • 50: föfftig / fieftig
  • 60: sösstig / sosstig / sesstig
  • 70: söbentig / söventig
  • 80: achtig / tachentig
  • 90: negentig
  • 100: hunnert / hĂŒnnert
  • 1000: dusend
  • 1.: de eerst(e)
  • 2.: de tweet(e)
  • 3.: de drĂŒtt(e), de darde
  • 4.: de veert(e)
  • 5.: de föfft(e), de fiefte

[Bearbeiten] Verb

Konjugation
Das plattdeutsche Verb kennt die zwei Tempora des PrÀsens und des PrÀteritums,
sowie die Modi des Indikativs und des Imperativs.

Abgesehen vom Mękelborgschen haben alle plattdeutschen Dialekte eine Einheitsendung fĂŒr die Plural-Personen. Diese lautet westlich der Elbe -t und östlich der Elbe -(e)n.

Es existiert nur ein Partizip, das Partizip Perfekt. Dieses entspricht dem deutschen Partizip II.

FĂŒr das Partizip I verwendet man eine Verlaufsform, wie sie auch im NiederlĂ€ndischen und umgangssprachlich im Deutschen vorkommt (Rheinische Verlaufsform).

Plattdeutsch: Ik bĂŒn an't maken.
NiederlÀndisch: Ik ben aan het maken.
Umgangssprachliches Deutsch: Ich bin am machen.
Standardhochdeutsch: Ich mache.
Deutsch mit Partizip I: Ich bin machend.
Englisch: I'm making.

Vergangenheit
Das Perfekt und Plusquamperfekt wird – Ă€hnlich wie im Deutschen – mit dem Hilfsverb hebben gebildet.

Futur
Das Futur wird zum Teil – anders als im Deutschen und Ă€hnlich wie im Schwedischen und Englischen – mit dem Hilfsverb sölen/schölen/zullen/sallen/schĂŠlen... (verwandt, aber nicht bedeutungsidentisch mit dem Deutschen „sollen“) gebildet.

Ik schall na School gahn kann sowohl „Ich werde zur Schule gehen“ als auch „Ich soll zur Schule gehen“ bedeuten. TatsĂ€chlich bevorzugt das Niederdeutsche aber – wie auch das gesprochene Hochdeutsche, reines PrĂ€sens zur Bezeichnung des Futurs („Ik gah mörgen na School to.“)

Zum Teil wird das Futur wie im Hochdeutschen mit dem Verb waarn (= „werden“) gebildet: Ik waar morgen to School gahn („Ich werde morgen zur Schule gehen“). Beide Möglichkeiten sind gleichwertig verwendbar.
In historischen Texten, wie etwa der niederdeutschen Übersetzung des Narrenschiffs, findet sich auch, wie im Englischen und Norwegischen, das Futur mit vil.

[Bearbeiten] Vorsilbe ge-

Das PrĂ€fix ge- fĂŒr die Charakterisierung des Partizips Perfekt und davon abgeleiteter Substantive ist – Ă€hnlich wie in der hochdeutschen Sprachentwicklung – zunĂ€chst in die Schriftsprache (mittelniederdeutsch) integriert worden, im nordniedersĂ€chsischen und ostniederdeutschen Raum (NordniedersĂ€chsisch und Mecklenburgisch-Vorpommersch) jedoch nicht vollstĂ€ndig. Dort ist dieses Sprachmerkmal in der gesprochenen und spĂ€ter auch der geschriebenen Sprache nicht mehr aufzufinden. Dementsprechend findet man dieses PrĂ€fix im NiederlĂ€ndischen und Preußischen sowie (reduziert auf e-) im OstfĂ€lischen, aber nicht im Ostfriesischen, NordniedersĂ€chsischen und Mecklenburgischen.

  • nnds. kööpt, ostf. ekofft (vgl. dĂ€n. kĂžbt, ndl. gekocht, dt. gekauft)
  • nnds. slapen, ostf. eslapen (vgl. engl. slept, ndl. geslapen, dt. geschlafen)

Die Ursache dieses Unterschiedes ist nicht eindeutig geklĂ€rt. Es ist unsicher, wie das Partizip in der altsĂ€chsischen Sprache gebildet wurde. So weist der Heliand im Vaterunser die Zeile auf: geuuĂźhid sĂź thĂźn namo uuordo gehuuilico, auf Niederdeutsch heißt es: hilligt warrn schall dien Naam. Vergleiche mit der nahe verwandten angelsĂ€chsischen Sprache legen ebenfalls nahe, dass das Partizip möglicherweise mit PrĂ€fix gebildet wurde. Alte schriftliche Quellen aus der karolingischen Zeit zeigen beide Formen, da sie jedoch von frĂ€nkischen Mönchen geschrieben wurden, sind sie diesbezĂŒglich nicht besonders zuverlĂ€ssig. Mittelniederdeutsche Quellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert zeigen beide Formen.

Die regionale Verbreitung liefert eher Hinweise zur Genese dieses PhĂ€nomens: Die grammatische Form des Partizips ohne PrĂ€fix ist typisch fĂŒr das Emsland (Binnenland!) und die KĂŒstenregionen von Ostfriesland ĂŒber den Raum Hamburg/Bremen bis Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Vorpommern. Dagegen wird im ostfĂ€lischen Raum sowie in den im Hoch- und SpĂ€tmittelalter kolonisierten Gebieten im östlichen Westpreußen wie in Ostpreußen das Partizip mit dem PrĂ€fix e- bzw. ge- gebildet. Dieser Umstand lĂ€sst einen Einfluss ĂŒber die Seefahrt und die intensiven Beziehungen zu England und Skandinavien zur Hansezeit und spĂ€ter vermuten.

Gleichzeitig waren die Gebiete, in denen das Partizip nach skandinavischem Muster gebildet wird, in der Neuzeit teilweise ĂŒber lĂ€ngere Zeit skandinavisch verwaltet. So fĂŒhrte der DreißigjĂ€hrige Krieg zu einer schwedischen Besetzung im Gebiet zwischen Hamburg und Bremen (z. B. Stade) und in Pommern. Schleswig und Holstein hatten den dĂ€nischen König als Landesherren und eine teilweise dĂ€nisch geprĂ€gte Verwaltung. Dies könnte ohnehin in der Sprache vorhandene Tendenzen zum prĂ€fixlosen Partizip verstĂ€rkt haben.

Generell ist zu beobachten, dass es im nördlichen Sprachraum eine ĂŒber das Partizip hinausgehende Abneigung gegen das PrĂ€fix ge- gibt. So wird bereits in Ă€lteren Quellen ein Geschlechterbuch Slechtbook genannt. Mit dem hochdeutschen Verb „gehören“ korrespondiert das niederdeutsche hören / heurn und – prĂ€ziser – tohören / toheurn. He heurt de vun de Geest to = „Er gehört zu denen von der Geest“.

[Bearbeiten] Syntax

Der Satzbau des Niederdeutschen ist großteils gleich mit dem des Bundesdeutschen, auch, weil dieser die ursprĂŒngliche Syntax mehr und mehr verdrĂ€ngt(e). Doch kann man auch heute nicht von einer IdentitĂ€t sprechen.

Zum Beispiel sind SĂ€tze wie: Ik mag dat nich, gan rut bi Ręgen (hochdt. wörtlich: „Ich mag es nicht, gehen hinaus bei Regen“ – ) normal, da die Wörter z. T. andere FĂ€lle und Formen regieren als die Deutschen. In diesem Fall etwa das Wort mĂŠgen, welches einen Infinitiv ohne to (zu) erfordert.[45]

[Bearbeiten] Semantik: Einfluss auf das Hochdeutsche

Das Niederdeutsche nimmt gegenĂŒber dem Hochdeutschen die Stellung einer Substratsprache ein. In Norddeutschland sind unzĂ€hlige niederdeutsche Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden, manche werden sogar in der hochdeutschen Standardsprache verwendet.

  • aus der Fachsprache der Seefahrt stammen unter anderem:
    • Achterdeck (von achter, niederdeutsch fĂŒr hinter)
    • Bug
    • Heck
    • Kiel
    • Lotse
    • Planke
    • Rah(e)
    • Reling
    • Steven
    • ein-, ausscheren (ursprĂŒnglich von Schiffen gesagt) bzw. einscheren (von einem Tau gesagt)
    • schlingern
    • wriggen (mittels eines Ruders kreisende Bewegungen zum VorwĂ€rtsbewegen des Bootes vollfĂŒhren)
  • in die deutsche Standardsprache eingegangen sind unter anderem:
    • Bernstein
    • Fliese (Kachel)
    • Laken (Leintuch)
    • Lappen (Lumpen)
    • Mettwurst (niederdeutsch Mett = Fleisch, speziell gehacktes Schweinefleisch)
    • Möwe
    • Spuk (Geistererscheinung)
    • Ufer (anstelle von hochdeutsch Gestade)
    • Hafen (anstelle von hochdeutsch LĂ€nde)
    • Ware (anstelle von hochdeutsch Kaufmannsgut)
    • knabbern
    • kneifen (jĂŒngere verhochdeutschte Form des niederdeutschen kniepen)
    • schmuggeln
    • verrotten (verfaulen)
    • wringen (ringen)
    • binnen (innerhalb; vgl. binnen ... Minuten; Binnenschifffahrt)
    • echt (ursprĂŒnglich niederdeutsch fĂŒr 'gesetzmĂ€ĂŸig')
    • sacht (sanft)
  • beschrĂ€nkt auf die norddeutsche Umgangssprache sind unter anderem:
    • Dustern (Dunkelheit)
    • Puschen (Hausschuhe)
    • Schmacht (Entzugserscheinungen bei Rauchern, von smacht, niederdeutsch fĂŒr Hunger)
    • schnacken (reden, bereden)
    • dröge (trocken)
    • Trecker (Traktor)
    • luschern (schauen, gucken)
    • sutsche (sachte, locker, entspannt)
    • Feudel (Wischlappen fĂŒr den Boden, hiervon abgeleitet: feudeln)
  • in die allgemeine Umgangssprache eingegangen sind unter anderem:
    • hapern (fehlen, nicht vorangehen)
    • schlabbern (gerĂ€uschvoll auflecken; [sich] schlenkernd bewegen)
    • pinkeln, pissen (urinieren)
    • schrubben (fegen, krĂ€ftig reibend reinigen)
    • klamm (klamme Finger, nasskalt)

[Bearbeiten] Pragmatik: Aspekte der Verwendung

[Bearbeiten] Einstellungen zum Niederdeutschen

Das Niederdeutsche hat den Ruf, eine gemĂŒtlich-heimelige Sprache zu sein. Dieter Stellmacher verweist auf das Beispiel eines Bremer Bundestagsabgeordneten, der zwar nicht fließend Niederdeutsch spricht, aber in Reden und GesprĂ€chen gern niederdeutsche SĂ€tze und Redewendungen einfließen lĂ€sst. Damit wolle der Abgeordnete (nach eigener Aussage) eine bessere Stimmung und eine nĂ€here Verbindung zu seinen Zuhörern und GesprĂ€chspartnern herstellen.

Vereinzelt ist auch in den Landtagen der norddeutschen BundeslĂ€nder niederdeutsch gesprochen worden, besonders bei Themen, die die niederdeutsche Sprache betreffen. Dies fĂŒhrte dann zu einer heiteren und versöhnlichen Stimmung unter den Parlamentariern. Allerdings zeigt dies auch, dass das Niederdeutsche gerne fĂŒr weniger wichtige Themen verwendet wird.

Auch in der niederdeutschen Literatur und Theaterkunst[46] erwartet das Publikum eher heitere und leichte Themen, obwohl es auch „ernste“ Literatur und ProblemstĂŒcke auf Niederdeutsch gibt. Wo die niederdeutsche Literatur und Dramatik nicht nur oberflĂ€chlich unterhaltend ist, sondern „seriöser“ sein möchte, wird sie eher unwillig zur Kenntnis genommen. Dies kann damit begrĂŒndet werden, dass das Niederdeutsche lange Zeit auf private Themen, auf nicht-öffentliche Bereiche und auf die Lebenswelt der „kleinen Leute“ eingeschrĂ€nkt war.[47]

[Bearbeiten] Verwendung in der EDV

Einige Software wurde nach der Jahrtausendwende ins Plattdeutsche ĂŒbersetzt. Jedoch beschrĂ€nken sich die Übersetzungen dabei auf das NordniedersĂ€chsische. Die Desktop-OberflĂ€che KDE fĂŒr Unixsysteme, fĂŒr das Betriebssystem Linux und Derivate gibt es seit einiger Zeit auch mit Sprachpaketen in niederdeutscher Sprache. Die Übersetzungen der Desktop-OberflĂ€che Gnome fĂŒr Linux in die niederdeutsche Sprache haben im August 2009 begonnen. Damit einher gehen aktuelle Übersetzungen systemeigener Dialoge der Betriebssysteme Ubuntu und Fedora. Besonders Ubuntu Linux mit dem GNOME Desktop ist bereits gut in Plattdeutsch unterstĂŒtzt.[48][49] Auch ein Brennprogramm, und zwar Â»Brann-Stuuv 7«, ist in niederdeutscher Sprache erhĂ€ltlich.[50]

[Bearbeiten] Bedeutende niederdeutsche Dichter, Schriftsteller und Liedtexter

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Gerhard Cordes, Dieter Möhn (Hrsg.): Handbuch zur niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft. = NSL. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-503-01645-7.
  • William Foerste: Geschichte der niederdeutschen Mundarten. In: Wolfgang Stammler (Hrsg.): Deutsche Philologie im Aufriss. 1. Band. 2. ĂŒberarbeitete Auflage. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1957, Sp. 1730–1898.
  • Hans Joachim Gernentz: Niederdeutsch – gestern und heute. BeitrĂ€ge zur Sprachsituation in den Nordbezirken der Deutschen Demokratischen Republik in Geschichte und Gegenwart. 2. völlig neubearbeitete und erweiterte Auflage. Hinstorff, Rostock 1980 (Hinstorff-Bökerie. Niederdeutsche Literatur 11, ZDB-ID 1166820-9).
  • Jan Goossens (Hrsg.): Niederdeutsch. Band 1: Sprache. 2. verbesserte und um einen bibliographischen Nachtrag erweiterte Auflage. Wachholtz Verlag, NeumĂŒnster 1983, ISBN 3-529-04510-1.
  • Wolfgang Lindow u. a.: Niederdeutsche Grammatik. Verlag Schuster, Leer 1998, ISBN 3-7963-0332-3 (Schriften des Instituts fĂŒr Niederdeutsche Sprache. Reihe Dokumentation 20).
  • Hubertus Menke: Een' Spraak is man bloots een Dialekt, de sik to Wehr setten kann. Nachlese zur Diskussion um die EuropĂ€ische Sprachenschutzcharta. In: Ursula Föllner (Hrsg.): Niederdeutsch. Sprache und Literatur der Region. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-37194-2, S. 9–33 (Literatur – Sprache – Region 5).
  • Friedrich Ernst Peters: Formelhaftigkeit, ein Wesenszug des Plattdeutschen. Wolfshagen-Scharbeutz: Westphal, 1939.[51]
  • Hubertus Menke: Niederdeutsch: EigenstĂ€ndige Sprache oder VarietĂ€t einer Sprache? In: Nina Hartel, Barbara Meurer, Eva Schmitsdorf (Hrsg.): Lingua Germanica. Studien zur deutschen Philologie. Jochen Splett zum 60. Geburtstag. Waxmann, MĂŒnster u. a. 1998, ISBN 3-89325-632-6, S. 171–184.
  • Willy Sanders: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch. Sprachgeschichtliche GrundzĂŒge des Niederdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-01213-6 (Sammlung Vandenhoeck).
  • Johannes Sass: Der neue Sass – Plattdeutsches Wörterbuch – Plattdeutsch – Hochdeutsch, Hochdeutsch – Plattdeutsch. 6. Auflage. Wachholtz Verlag, NeumĂŒnster 2011, ISBN 978-3-529-03000-0.
  • Claus Schuppenhauer: Plattdeutsche Klassiker 1850–1950. Wege zur niederdeutschen Literatur. Verlag Schuster, Leer 1982, ISBN 3-7963-0209-2 (Schriften des Instituts fĂŒr Niederdeutsche Sprache. Reihe Dokumentation 7).
  • Dieter Stellmacher: Niederdeutsche Sprache. 2. ĂŒberarbeitete Auflage. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-326-4 (Germanistische Lehrbuchsammlung 26).
  • Heinrich Thies: Plattdeutsche Grammatik. Formen und Funktionen. A – Z. 2. verbesserte Auflage. Wachholtz Verlag, NeumĂŒnster 2011, ISBN 978-3-529-03200-4 (Kiek mal rin – zum Nachschlagen).

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Plattdeutsch â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: niederdeutsch â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Belege

  1. ↑ In Nordschleswig das Nordschleswiger Platt
  2. ↑ Unterschiedliche Rechtsauffassungen, ob Niederdeutsch in Deutschland insgesamt Amtssprache ist – siehe dazu: Amtssprache (Deutschland); zumindest aber in Schleswig-Holstein
  3. ↑ Kloock, Viechelmann: Uns plattdĂŒĂŒtsch Spraakbook op hoochdĂŒĂŒtsch un nedderdĂŒĂŒtsch. Verlag Buske. Hamburg 1996
  4. ↑ PlattdĂŒtsch Leiderbauk för Schaul un Hus. Rutgeb'n von'n PlattdĂŒtschen Lands-Verband Meckelborg. H. Burmeister. Rostock
  5. ↑ Elke BrĂŒckmann: Ostfriesisches Wörterbuch Plattdeutsch/Hochdeutsch. Ostfreesk Woordenbook PlattdĂŒtsk/HoogdĂŒtsk. Leer 1992
  6. ↑ vgl. die Briefe von Hildebrand Veckinchusen
  7. ↑ Isaias McCaffery: Wi leahre Plautdietsch: A Beginner's Guide to Mennonite Low German. Mennonite Heritage Museum, Goessel. 2008
  8. ↑ a b c d  Willy Sanders: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch: sprachgeschichtliche GrundzĂŒge des Niederdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-01213-6, S. 24–27.
  9. ↑ „Zonder voorbehoud, beperking of uitzondering.“ In: Woordenboek der Nederlandsche Taal s. v. plat III B II 3
  10. ↑ Siehe Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)
  11. ↑  Dieter Stellmacher: Niederdeutsche Sprache. 2. Auflage. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-326-4, S. 11.
  12. ↑ Jan Goossens: Niederdeutsche Sprache : Versuch einer Definition. In: Jan Goossens (Hrsg.): Niederdeutsch : Sprache und Literatur. Karl Wachholtz, 2. Auflage. NeumĂŒnster 1983, S. 27; Willy Sanders: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch: sprachgeschichtliche GrundzĂŒge des Niederdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-01213-6, S. 32 f.; Dieter Stellmacher: Niederdeutsche Sprache. 2. Auflage. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-326-4, S. 92.
  13. ↑ Hubertus Menke: Een’ Spraak is man bloots een Dialekt, de sik to Wehr setten kann. Nachlese zur Diskussion um die EuropĂ€ische Sprachenschutzcharta. In: Ursula Föllner (Hrsg.): Niederdeutsch. Sprache und Literatur der Region. Frankfurt a. M. u. a. 2001, S. 27 f.; Hubertus Menke: Niederdeutsch: EigenstĂ€ndige Sprache oder VarietĂ€t einer Sprache? In: Nina Hartel, Barbara Meurer, Eva Schmitsdorf (Hrsg.): Lingua Germanica. Studien zur deutschen Philologie. Jochen Splett zum 60. Geburtstag. Berlin u. a. 1998, S. 183.
  14. ↑ Heinz Kloss: Abstandsprachen und Ausbausprachen. In: Zur Theorie des Dialekts, hg. von Joachim Göschel u. a., Wiesbaden 1976 (ZDL Beih. N.F. Nr. 16), S. 303, 305 sowie Heinz Kloss: Die Entwicklung neuer germanischer Kultursprachen seit 1800. 2., erweiterte Auflage. DĂŒsseldorf 1978 (Sprache der Gegenwart 37), S. 67–70, 181–198.
  15. ↑ Ulrich Ammon (1994): «Was ist ein deutscher Dialekt?» In: Klaus Mattheier und Peter Wiesinger (Hrsg.): Dialektologie des Deutschen. Forschungsstand und Entwicklungstendenzen. (Germanistische Linguistik 147). TĂŒbingen: Niemeyer, S. 369–384, S. 376f.
  16. ↑ BGHZ 153, 1 – LÀÀgeĂŒnnerloage. Abgerufen am 17. Februar 2012.
  17. ↑ Umsetzung der EuropĂ€ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in Schleswig-Holstein – Sprachenchartabericht 2007. Drucksache 16/1400. Schleswig-Holsteinischer Landtag – 16. Wahlperiode, 2007, abgerufen am 17. Februar 2012 (PDF). S. 62, Fussnote 16.
  18. ↑ Z. B. 5,5 Millionen nach http://www.staff.uni-oldenburg.de/gabriele.diekmann-droege/9361.html
  19. ↑ 27 % der Bevölkerung Schleswig-Holsteins, 23 % der Mecklenburg-Vorpommerns, 14 % der Niedersachsens, zehn Prozent der Nordrhein-Westfalens und je fĂŒnf Prozent der Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, zusammen etwa vier Millionen – noch nicht inbegriffen sind Hamburg und Bremen sowie die rund 200.000 Sprecher des Plautdietschen, die ĂŒberwiegend außerhalb der Erhebungsgebiete wohnen; Zahlen gemĂ€ĂŸ Vorlesung „Niederdeutsch in Geschichte und Gegenwart“ – Niederdeutsch heute: Eine Bestandsaufnahme (unter Berufung auf Frerk Möller: Plattdeutsch im 21. Jahrhundert. Bestandsaufnahme und Perspektiven. Leer 2008, S. 22 f.)
  20. ↑ Henk Bloemhoff: Taaltelling Nedersaksisch. Een enquĂȘte naar het gebruik en de beheersing van het Nedersaksisch in Nederland. Groningen: Nedersaksisch Instituut van de Rijksuniversiteit te Groningen. 2005
  21. ↑  Johannes Bugenhagen: Biblia: dat ys de gantze Hillige Schrifft, DĂŒdesch: Vpt nye thogerichtet, vnde mit vlite corrigert. Hans Lufft, Wittenberg 1541.
  22. ↑ Bernd Robben: „Der Schwund der plattdeutschen Sprache in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim – Zwei Untersuchungen von 1990 und 2011“, in: EmslĂ€ndische Geschichte 19. Hrsg. von der Studiengesellschaft fĂŒr EmslĂ€ndische Regionalgeschichte, HaselĂŒnne 2011 (ISBN 978-3-9814041-3-5), S. 101–138.
  23. ↑  Jan Goossens: Niederdeutsche Sprache: Versuch einer Definition. In: Jan Goossens (Hrsg.): Niederdeutsch: Sprache und Literatur. Karl Wachholtz, NeumĂŒnster 1973, S. 9–27, 20f.
  24. ↑  Willy Sanders: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch: sprachgeschichtliche GrundzĂŒge des Niederdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-01213-6, S. 74–75.
  25. ↑  Dieter Stellmacher: Niederdeutsche Sprache. 2. Auflage. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-326-4, S. 108.
  26. ↑ das Schleswigsch wird allerdings entgegen der Zeichnung auch im Sprachgebiet der Nordfriesischen Sprache und mit dem Nordschleswiger Platt in Nordschleswig (DĂ€nemark) gesprochen und reicht zudem bis nach Kiel
  27. ↑ Vgl. etwa grundsĂ€tzlich Ingrid Schröder: Niederdeutsch in der Gegenwart. Sprachgebiet – Grammatisches – Binnendifferenzierung. In: Niederdeutsche Sprache und Literatur der Gegenwart, hg. von Dieter Stellmacher, Hildesheim–ZĂŒrich–New York 2004 (Germanistische Linguistik 175–176), S. 35–97 sowie Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte, in: Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung, hg. von Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand, 2. Hbd. Berlin–New York 1983, S. 807–900 (HandbĂŒcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 1.2), bes. S. 828 f.; ferner ganz allgemein Wolfgang Lindow u. a.: Niederdeutsche Grammatik, Leer 1998 (Schriften des Instituts fĂŒr Niederdeutsche Sprache. Reihe Dokumentation Nr. 20), S. 18. Konkrete Darstellungen des Lautsystems, die auf eine Nord-SĂŒd-Gliederung hinauslaufen, etwa Baldur Panzer, Wolf ThĂŒmmel: Die Einteilung der niederdeutschen Mundarten auf Grund der strukturellen Entwicklung des Vokalismus, MĂŒnchen 1971 (Linguistische Reihe 7), zusammenfassend S. 165 ff. sowie Peter Wiesinger: Phonologische Vokalsysteme deutscher Dialekte. Ein synchronischer und diachronischer Überblick. In: Dialektologie (wie oben), S. 1042–1076, bes. S. 1062 ff. FĂŒrs Mittelniederdeutsche vgl. sodann Agathe Lasch: Mittelniederdeutsche Grammatik, Halle a. S. 1914 (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte IX), 2., unverĂ€nderte Auflage. TĂŒbingen 1974, S. 12 ff., wo ebenfalls die Nord-SĂŒd-Gliederung in den Vordergrund tritt.
  28. ↑  Willy Sanders: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch: sprachgeschichtliche GrundzĂŒge des Niederdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-01213-6, S. 185–187.
  29. ↑  Wolfgang Lindow: Plattdeutsches Wörterbuch. Schuster, Leer 1984, ISBN 3-7963-0215-7, S. 253–257.
  30. ↑ „Demeudige Bidde Des Garlefeschen Beers An den Försten van Brönsewiek un LĂŒneborg – Uth dem Latienschen Taur Lust in de platdĂŒsche sprake versettet“. Gardelegen. 1651
  31. ↑ Ernst Moritz Arndt: „Dom bĂŒst du dĂ„â€œ in: MĂ€hrchen und Jugenderinnerungen. Zweiter Theil. Verlag G. Reimer, Berlin 1843
  32. ↑ Manfred BrĂŒmmer: De MallbĂŒdel. Tennemann. 2009
  33. ↑ Lasch, Agathe: Mittelniederdeutsche Grammatik.
  34. ↑ J. Ritter: Grammatik der mecklenburgisch-plattdeutschen Mundart. Stillersche Hofbuchhandlung. 1832
  35. ↑ Agathe Lasch: Mittelniederdeutsche Grammatik. Verlag Max Niemeyer. Halle an der Saale. 1914
  36. ↑ Lasch, Agathe: Mittelniederdeutsche Grammatik. §401
  37. ↑ vergl. Kartenmaterial auf [1]
  38. ↑ Friedrich Holthausen: AltsĂ€chsisches Wörterbuch. Niederdeutsche Studien Band 1. 1967 [2]
  39. ↑ vergl. Kartenmaterial auf [3]
  40. ↑ Bei Ulrich Jahn: Dei Fischer un syne Fruu, VolksmĂ€rchen aus Pommern und RĂŒgen l, Norden und Leipzig 1891
  41. ↑ Bei Wolfgang Rieck: Stephan Jantzen, 17. Dezember 1873, „Jungs hollt juch fast“
  42. ↑ a b bei Fritz Reuter, Beispiele: Ut de Franzosentid, Eine alte Kinderfrau, Ik weit einen Eikbom
  43. ↑ vergleiche auch Google-Suche ju, Google-Suche juch, Google-Suche jug
  44. ↑ vergl. Kartenmaterial auf [4]
  45. ↑ Wiggers: Grammatik der plattdeutschen Sprache. § 52,2
  46. ↑ Siehe etwa Ohnsorg-Theater, Hamburg, Niederdeutsches Theater Braunschweig
  47. ↑  Dieter Stellmacher: Niederdeutsch: Formen und Forschungen. Max Niemeyer Verlag, TĂŒbingen 1981, ISBN 3-484-10415-5, S. 22–25, 132–133.
  48. ↑ http://nds.sourceforge.net/
  49. ↑ http://www.pro-linux.de/news/1/16483/linux-op-platt-wiederbelebt.html
  50. ↑ http://www.computerbild.de/artikel/cb-Aktuell-Software-Kurios-Ashampoo-veroeffentlicht-CD-Brennprogramm-auf-Plattdeutsch-1534851.html
  51. ↑ Volltext Formelhaftigkeit, ein Wesenszug des Plattdeutschen

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