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Muslim – Wikipedia

Muslim

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Dieser Artikel befasst sich mit der Bezeichnung der Angehörigen des Islam, der gleichnamige Hadith-Gelehrte findet sich unter Muslim ibn al-Haddschadsch. FĂŒr NamenstrĂ€ger siehe Muslim (BegriffsklĂ€rung).

Ein Muslim (auch Moslem, veraltet: Mohammedaner) ist ein Angehöriger des Islam. Die weibliche Form im Deutschen ist Moslemin oder Muslimin. In jĂŒngerer Zeit wird auch Muslima in Anlehnung an die arabische weibliche Form verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung

Das Wort „Muslim“ (arabisch â€Ù…ŰłÙ„Ù…â€Ž muslim) bedeutet „der sich (Gott) Unterwerfende“ oder „sich (Gott) Hingebende“, analog zu „Islam – Hingabe (an Gott)“.

[Bearbeiten] SelbstverstÀndnis

Muslim ist, nach islamischem SelbstverstĂ€ndnis, ein Monotheist, der Mohammed als letzten Propheten Gottes (Allahs) anerkennt. Orthodoxe Muslime glauben daran, dass der Koran das offenbarte Wort Gottes ist, das Mohammed durch den Erzengel Gabriel ĂŒbermittelt wurde.

[Bearbeiten] Verbreitung

Die Zahl der Muslime weltweit wird auf 1,57 Milliarden geschĂ€tzt.[1] Damit sind sie nach den Christen die zweitgrĂ¶ĂŸte Religionsgemeinschaft.

Die Zahl der Muslime wird in Deutschland anhand der Herkunft und der Mitgliedschaft in islamischen Vereinen geschÀtzt, da der Islam nicht in öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften organisiert ist, in denen Muslime eingeschriebenes Mitglied sind. Der Islam kennt keinen mit der Kirchenmitgliedschaft vergleichbaren Status.

[Bearbeiten] IdentitÀt

Eine romantische Darstellung des europĂ€isch-klassizistischen KĂŒnstlers Jean-LĂ©on GĂ©rĂŽme aus dem Jahr 1865 mit dem Titel Gebet in Kairo

Muslim ist, wer das islamische Glaubensbekenntnis (arabisch Schahada) im vollen Bewusstsein vor zwei volljĂ€hrigen muslimischen Zeugen spricht. Nach islamischem SelbstverstĂ€ndnis ist jedes Neugeborene ein Muslim (siehe Fitra) und wird ggfs. erst spĂ€ter durch Ă€ußere EinflĂŒsse (z.B. Erziehung) vom islamischen Glauben abgebracht. Mit dem Eintritt in die Geschlechtsreife bekunden auch sie dies durch das Sprechen des Glaubensbekenntnisses (u.a. bei jedem Gebet).

Im Koran wird zwischen Muslimen, die sich rein formal zum Islam bekennen, und wirklichen GlÀubigen (mu'min) unterschieden:

„Die WĂŒstenaraber sagten: „Wir glauben!“ Sage ihnen: „Ihr glaubt nicht. Sagt lieber: ‚Wir haben uns nur scheinbar ergeben‘ (den Islam angenommen). Der Glaube ist nicht in eure Herzen eingedrungen. Wenn ihr Gott und Seinem Gesandten gehorcht, belohnt Gott euch voll und ganz fĂŒr eure Werke.“ Gott ist voller Vergebung und Barmherzigkeit.
Die wahrhaft GlĂ€ubigen (mu'min) sind die, die sich zu Gott und Seinem Gesandten bekannt haben und keinen Zweifel hegen und mit ihrem Vermögen und ihrem Leben auf Gottes Weg kĂ€mpfen. Das sind die Rechtschaffenen.“

– Koran 49:14-15

„Wir haben den Islam angenommen“ (aslamnĂą), das Bekenntnis zum Islam, ist nur eine Äußerung (qaul = „Parole“), Glaube (iman) dagegen ist sowohl Äußerung als auch Tat. Die Annahme des Islam durch verbale Bekundung wĂ€hrend Mohammeds Wirken war zunĂ€chst die Garantie dafĂŒr, dass die arabischen StĂ€mme der Arabischen Halbinsel von den Muslimen weiter nicht mehr bekĂ€mpft wurden. Damit stuft der Koran den Glauben höher ein als den bloß formalen Eintritt in den Islam. Die Exegese interpretiert an dieser Stelle das SchlĂŒsselwort aslamnĂą („wir haben den Islam angenommen“) nicht nur in dem sonst ĂŒblichen Sinne der Unterwerfung unter den (einzigen) Gott, sondern versteht die Worte der Beduinen im Sinne von „sich ergeben“ und „kapitulieren“ (istaslamnĂą) aus Furcht vor Gefangenschaft und weiterer kriegerischen Auseinandersetzung. Die Sufis unterscheiden ebenfalls zwischen einem Muslim und einem „GlĂ€ubigen“. Nach ihrer Auffassung unterwirft sich ein Muslim lediglich Ă€ußerlich den Geboten Gottes, ein GlĂ€ubiger glaubt jedoch auch unerschĂŒtterlich daran und ist sich dessen bewusst, dass er ununterbrochen „vor seinem Schöpfer steht“.

[Bearbeiten] „Mohammedaner“

Die gelegentlich umgangssprachlich gebrauchte, veraltete Bezeichnung „Mohammedaner“ wird von Muslimen im deutschen Sprachraum im Allgemeinen abgelehnt, da Mohammed zwar verehrt, aber nicht angebetet wird und damit nicht den Stellenwert Jesu im Christentum einnimmt.[2]

Das arabische muhammadi / â€Ù…Ű­Ù…ŰŻÙŠâ€Ž / muáž„ammadÄ« /‚mohammedanisch, Mohammedaner‘ hingegen findet sich nach wie vor auch in anderen islamischen Literatursprachen wie Persisch[3][4], (Osmanisch-) TĂŒrkisch[5] oder Urdu[6].

Die Vergöttlichung Muhammads ist einzelnen Strömungen des Islam jedoch nicht gĂ€nzlich fremd: So galt der Muhammadiyya („Die Mohammedaner“) im Irak des 8. und 9. Jhdts. Muhammad sowohl als der unbekannte Gott, der sich dem Menschen nicht erschließt, als auch als einzig wahre Manifestation Gottes auf Erden.[7] Auch im Sufismus setzt ab etwa 1100 eine nicht unumstrittene Mohammedmystik ein, fĂŒr die Mohammed Logos oder universelles Geistwesen ist, das entsprechend verehrt wird.[8]

Im arabischsprachigen islamischen Schrifttum, z. B. in der Koranexegese von Ibn Kathir, benutzt man die AusdrĂŒcke wie„prophetische Gesetzgebung“ als Synonym zur „muhammadanischen Gesetzgebung“. Die islamische Gemeinschaft bezeichnet Ibn Kathir auch als „muhammadanische Umma“.[9] Ibn Hadschar al-'Asqalani spricht neben der Sunna des Propheten Mohammed auch von der „muhammadanischen Sunna“, bzw. von der „muhammadanischen Botschaft“.[10]

[Bearbeiten] Siehe auch

Artikel zur Situation in verschiedenen Regionen und LĂ€ndern:

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Muslim â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Muslim â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Muslim â€“ Zitate

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Pew Research Center, Mapping the global Muslim Population, October 2009 [1]
  2. ↑ Ralf Elger, Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. MĂŒnchen: Beck 2001. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung 2002. [2]
  3. ↑ Francis Joseph Steingass: A Comprehensive Persian-English Dictionary. London 1892. [3]
  4. ↑ Sulayman Hayyim: New Persian-English Dictionary. Teheran 1936–-1938. [4]
  5. ↑ V. Bahadır Alkım u.A. (Hg.): New Redhouse Turkish-English Dictionary. Istanbul 1991. Muhammedi explizit als „Muhammadan, Muslim“.
  6. ↑ John T. Platts: A dictionary of Urdu, classical Hindi, and English. London 1884. [5]
  7. ↑ E. Kohlberg: Muáž„ammadiyya. In: Encyclopedia of Islam. Leiden 203. S. VII:459a.
  8. ↑ Fritz Meier: Zwei Abhandlungen ĂŒber die NaqĆĄbandiyya. Istanbul 1994. S. 232.
  9. ↑ Ibn Kathir: Die Koranexegese. Tafsir al-Qur'an. Dar al-fikr. Beirut. Bd. 1, S. S.556; Bd. 2, S. 60; 81;
  10. ↑ Ibn Hadschar: Fath al-bari (Kommentar zu al-Buchari). Kairo. Bd. 2, S.81; Bd. 9, S.12; Bd. 13, S.334

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