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Max Abraham – Wikipedia

Max Abraham

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Dieser Artikel beschreibt den Physiker Max Abraham. FĂŒr den Musikverleger siehe Max Abraham (Verleger)
Max Abraham (um 1905)

Max Abraham (* 26. MĂ€rz 1875 in Danzig; † 16. November 1922 in MĂŒnchen) war ein deutscher theoretischer Physiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Abraham stammte aus einer wohlhabenden jĂŒdischen Kaufmannsfamilie. Er studierte Physik an der UniversitĂ€t Berlin und promovierte 1897 bei Max Planck; anschließend arbeitete er als Assistent bei Planck. Von 1900 bis 1909 war er unbezahlter Privatdozent in Göttingen. Im Jahre 1909 fand er eine Anstellung an der University of Illinois (USA), jedoch kehrte er schon nach wenigen Monaten nach Göttingen zurĂŒck. Auf Einladung von Tullio Levi-Civita ging er darauf nach Mailand, wo er Professor fĂŒr rationale Mechanik wurde. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zwang ihn, nach Deutschland zurĂŒckzukehren, wo er an der Technischen Hochschule Stuttgart eine Physik-Professur vertrat. 1921 erhielt er einen Lehrstuhl in Aachen, jedoch erkrankte er wenig spĂ€ter an einem Hirntumor und verstarb im folgenden Jahr.

[Bearbeiten] Werk

Abrahams wissenschaftliche Arbeit stand meistens in direktem Bezug zur Maxwellschen Theorie des Elektromagnetismus; er verfasste ein zweibĂ€ndiges Werk ĂŒber Elektrodynamik („Theorie der ElektrizitĂ€t“), welches rasch zu einem Standardwerk und mehrmals ĂŒberarbeitet neu aufgelegt wurde. Dabei war der erste Band (1904) eine Bearbeitung des gleichnamigen Buches von August Föppl (1894), wohingegen der zweite Band (1905) von Abraham alleine verfasst wurde.

Um 1902 entwickelte er eine Theorie, derzufolge Elektronen perfekte starre Kugeln seien mit gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber die OberflĂ€che verteilter Ladung. Es war dies die erste feldtheoretische Konzeption des Elektrons, welche großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Elektronentheorie hatte. Dabei prĂ€gte er die Begriffe "longitudinale" und "transversale" elektromagnetische Masse, wobei seine Angaben mit den Experimente von Walter Kaufmann (1901, 1905) vorerst sogar besser ĂŒbereinzustimmen schienen, als die entsprechenden Formeln zur "relativistischen Masse" von Hendrik Antoon Lorentz und Albert Einstein. Erst durch die Experimente von Alfred Bucherer (1908) und anderen Ă€nderte sich dies. Das RelativitĂ€tsprinzip bzw. die RelativitĂ€tstheorie lehnte er ĂŒberhaupt ab − obwohl er sie rascher begriff als viele andere − weil sie der Annahme einer elektromagnetischen Natur aller physikalischen Prozesse widersprach. Abraham zog es ĂŒberdies vor, an der Äther-Hypothese festzuhalten, welche er als eher im Einklang mit dem "gesunden Menschenverstand" empfand.

Er fĂŒhrte mit Einstein einen umfangreichen Briefwechsel und ließ sich schließlich (um 1912) soweit ĂŒberzeugen, dass die Spezielle RelativitĂ€tstheorie (SRT) logisch korrekt aufgebaut sei; dennoch hielt er sie fĂŒr ungeeignet, die physikalische RealitĂ€t zu beschreiben. DarĂŒber hinaus entwarf er seine eigene Gravitationstheorie, wobei es in diesem Zusammenhang zu einem Disput mit Einstein kam. Abraham (1912) glaubte, dass Einstein wĂ€hrend seiner Arbeiten zum Äquivalenzprinzip durch Aufgabe der uneingeschrĂ€nkten GĂŒltigkeit der Lichtkonstanz der SRT den "Gnadenstoß" versetzt habe, was jedoch von Einstein umgehend zurĂŒckgewiesen wurde. Trotz der unterschiedlichen Meinungen anerkannte Einstein, dass Abraham einer der wenigen war, die seine BemĂŒhungen bei der Entwicklung der Allgemeinen RelativitĂ€tstheorie verstanden hatten - auch wenn er sie ablehnte.

Nach seinem Tode schrieben Max Born und Max von Laue in einem Nachruf ĂŒber ihn:

Er liebte seinen absoluten Äther, seine Feldgleichungen, seine starren Elektronen gerade so wie ein junger Mann seine erste Liebe, deren Erinnerungen keine spĂ€teren Erfahrungen auslöschen können.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Publikationen

 Wikisource: Max Abraham â€“ Quellen und Volltexte
  • Abraham, M. & Föppl. A.: Theorie der ElektrizitĂ€t: EinfĂŒhrung in die Maxwellsche Theorie der ElektrizitĂ€t. Leipzig: Teubner 1904

[Bearbeiten] Literatur

  • Miller, Arthur I.: Albert Einstein’s special theory of relativity. Emergence (1905) and early interpretation (1905–1911). Reading: Addison–Wesley 1981, ISBN 0-201-04679-2
  • Pais, Abraham: "Raffiniert ist der Herrgott 
": Albert Einstein, eine wissenschaftliche Biographie. Heidelberg: Spektrum 1982/2000, ISBN 3827405297

[Bearbeiten] Weblinks

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