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Malaiische Sprache – Wikipedia

Malaiische Sprache

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Malaiisch (Bahasa Melayu – ŰšÙ‡Ű§Űł Ù…Ù„Ű§ÙŠÙˆ)

Gesprochen in

Malaysia, Brunei, Singapur, Indonesien, SĂŒd-Thailand, SĂŒd-Philippinen
Sprecher ca. 200 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von MalaysiaMalaysia Malaysia
BruneiBrunei Brunei
SingapurSingapur Singapur
Sonstiger offizieller Status in: IndonesienIndonesien Indonesien (Regionalsprache)
Sprachcodes
ISO 639-1:

ms

ISO 639-2: (B) may (T) msa
ISO 639-3:

msa

Indonesisch (Bahasa Indonesia)

Gesprochen in

Indonesien, Osttimor
Sprecher ca. 30 Millionen (Muttersprachler)

162 Millionen (insgesamt)

Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von IndonesienIndonesien Indonesien
Sonstiger offizieller Status in: OsttimorOsttimor Osttimor (Arbeitssprache)
Sprachcodes
ISO 639-1:

id

ISO 639-2:

ind

ISO 639-3:

ind

Die malaiische Sprache (Malaysisch (Bahasa Melayu) in Malaysia bzw. Indonesisch (Bahasa Indonesia) in Indonesien) gehört mit etwa 200 Millionen Sprechern zu den meistgesprochenen Sprachen der Erde. FĂŒr die Mehrzahl der Sprecher ist es allerdings nur die Zweitsprache. Insbesondere in Indonesien gibt es hunderte von Regionalsprachen, die sich stark vom Malaiischen unterscheiden. Malaiisch dient daher als Verkehrssprache, die hauptsĂ€chlich im geographischen Raum von Malaysia und Indonesien verwendet wird. Malaysisch bzw. Indonesisch sind außerdem die Amtssprachen des föderalen Staates Malaysia, des Sultanats Brunei und der Republik Indonesien. Die beiden Sprachversionen unterscheiden sich nur geringfĂŒgig, sodass sie wissenschaftlich als eine einzige Sprache behandelt werden.

  • Malaiisch (Bahasa Melayu) ist Amtssprache in Malaysia (hier auch Malaysisch – Bahasa Malaysia), Singapur und Brunei. Von etwa 12 Millionen Sprechern auf der malaiischen Halbinsel sprechen es etwa 7,2 Millionen als Erst- und 4,8 Millionen als Zweitsprache. GrĂ¶ĂŸere Gruppen von Sprechern findet man außerdem in Myanmar, in Hongkong und in den USA. Malaiisch hat den Language Code ms beziehungsweise may oder msa (nach ISO 639).
  • Indonesisch (Bahasa Indonesia) ist Amtssprache in Indonesien. Es wird von etwa 162 Millionen Menschen gesprochen. FĂŒr 21 Millionen, von denen die meisten auf Java leben, ist es Erstsprache. 141 Millionen benutzen es als Zweit- oder Verkehrssprache. Außerhalb Indonesiens wird es unter anderem in Saudi-Arabien, Singapur, den Niederlanden und den USA gesprochen. In Osttimor, von 1975 bis 1999 eine Provinz Indonesiens, hat Indonesisch laut der Verfassung den Status einer „Arbeitssprache“. Viele der StudienlehrgĂ€nge an den UniversitĂ€ten Osttimors werden in dieser Sprache gehalten. 36 % der Bevölkerung können Indonesisch sprechen, lesen und schreiben, weitere 1 % sprechen und lesen, 11 % nur lesen und 7 % nur sprechen.[1] Indonesisch hat den Language Code id bzw. ind (nach ISO 639).


Sofern im Folgenden nichts anderes angegeben ist, gelten die Aussagen fĂŒr beide Sprachenvarianten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Malaiisch gehört zur westlichen Gruppe des malaiisch-polynesischen Sprachzweigs innerhalb der austronesischen Sprachfamilie.

Die ersten schriftlichen Zeugnisse des Altmalaiischen stammen aus dem 7. Jahrhundert.

Malaiisch erfuhr viele EinflĂŒsse aus Indien, woher Hinduismus und Buddhismus kamen. In spĂ€terer Zeit kamen mit dem Islam arabische und persische EinflĂŒsse hinzu. Vom 14. Jahrhundert an wurde es hauptsĂ€chlich mit arabischen Schriftzeichen geschrieben. Die unterschiedlichen kolonialen EinflĂŒsse haben zu manchen unterschiedlichen Lehnwörtern gefĂŒhrt. Siehe dazu im folgenden Unterschiede Bahasa Malaysia und Bahasa Indonesia.

Aufgrund der mangelnden Sprachpflege wĂ€hrend der britischen Kolonialherrschaft war die malaiische Sprache im Vergleich zur Kolonialsprache Englisch terminologisch verarmt und wurde als stark veraltet angesehen. Nachdem Malaysia 1957 unabhĂ€ngig geworden war, fĂŒhrte eine staatliche Sprachkommission Tausende von Neologismen ein. Die so erneuerte Sprache wurde wenig spĂ€ter ins Schulwesen integriert. Sie hieß von 1957 bis 1969 Bahasa Kebangsaan (Nationalsprache), seit 1969 heißt sie Bahasa Malaysia.

In Indonesien wurde mit der niederlĂ€ndischen Kolonisierung im 19. Jahrhundert die lateinische Schrift eingefĂŒhrt. Mit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des Landes 1945 wurde Bahasa Indonesia zur offiziellen Staatssprache erklĂ€rt; ursprĂŒnglich war sie nur im Osten Sumatras sowie rund um die Hauptstadt Jakarta vebreitet.

1972 wurde ein einheitliches lateinisches Schriftsystem und eine weitgehend ĂŒbereinstimmende Orthographie in Malaysia und Indonesien geschaffen. Malaysia hatte bis dahin arabische Schriftzeichen benutzt. Alte Menschen schreiben in Malaysia heute noch in arabischer Schrift, und man findet noch Schilder mit arabischen Schriftzeichen, aber in malaiischer Sprache.

[Bearbeiten] Unterschiede zwischen Indonesisch und Malaysisch

Die Unterschiede zwischen den beiden Sprachen entwickelten sich erst in der Kolonialzeit und betreffen grĂ¶ĂŸtenteils den Wortschatz. Sie sind anfangs nur wenig grĂ¶ĂŸer gewesen als zwischen BRD-Deutsch und DDR-Deutsch die beispielsweise Plastik/Plaste und Team/Kollektiv als unterschiedliche Wörter fĂŒr den gleichen Begriff verwenden. Genauso lassen sich zwischen den beiden malaiischen Sprachen solche spezifischen Wörter finden – oft bedingt dadurch, dass manche Wörter in Malaysia von den britischen Kolonialherren und in Indonesien von den niederlĂ€ndischen Kolonialherren eingefĂŒhrt wurden. Bei technischen FachausdrĂŒcken sind die Unterschiede am hĂ€ufigsten; geradezu berĂŒhmt ist die immer zitierte Übersetzung von Auspuff: Auf Indonesisch heißt es knalpot und auf Malaiisch ekzos (vom englischen exhaust). Alle Wörter, die Dinge bezeichnen, die es vor der Kolonialzeit noch nicht gab, sind im Malaysischen fast immer aus dem Englischen entlehnt und im Indonesischen meist aus dem NiederlĂ€ndischen. Klassisches Beispiel, fĂŒr Deutsche in der Schreibweise leicht nachvollziehbar, ist das Wort fĂŒr „Taxi“ auf malaysisch „teksi“, was der englischen Aussprache entspricht, auf indonesisch „taksi“, was der niederlĂ€ndischen Aussprache entspricht.

Mittlerweile lĂ€sst sich ĂŒber die letzten Jahrzehnte eine Tendenz erkennen, dass zunehmend Wörter aus anderen in Indonesien beheimateten Sprachen, wie dem Javanischen, Eingang in die Indonesische Sprache gefunden haben und somit die eigenstĂ€ndige Entwicklung der beiden Sprachen in den letzten 100 Jahren einen gewaltigen Sprung gemacht hat. WĂ€hrend sich Indonesier und Malaysier in der Kolonialzeit noch nahezu flĂŒssig untereinander verstĂ€ndigen konnten, ist dies heute unter jungen Indonesiern und Malaysiern nur noch zu einem Grad möglich, wie es unter Sprechern verschiedener skandinavischer Sprachen der Fall ist.

Auf der anderen Seite berichten viele AuslÀnder, die jeweils eine Variante der Sprache erlernt haben, dass sie sich nach kurzer Eingewöhnung auch in dem jeweils anderen Land gut verstÀndigen konnten, insbesondere wenn sie es mit gebildeten Menschen zu tun hatten. Daher scheint es, dass sich die Unterschiede vor allem auf den niederen Sprachebenen (Umgangssprache, Slang) ausgebildet haben (vergleichbar ist das VerhÀltnis von internationalem und Quebecer Französisch).

Zu IrrtĂŒmern bezĂŒglich der Gleichheit der beiden Sprachen fĂŒhrt aber auch die nicht korrekte Annahme vieler nur oberflĂ€chlicher Kenner, das Wort Bahasa bezeichne diese gemeinsame Sprache. Dabei bedeutet „Bahasa“ aber lediglich „Sprache“, und eben nicht Malaiisch, Malaysisch oder Indonesisch. Die korrekten Bezeichnungen sind: Malaiisch: Bahasa Melayu, Malaysisch: Bahasa Malaysia und Indonesisch: Bahasa Indonesia. Bei der Verwendung von „Bahasa“ als Oberbegriff handelt es sich um Slang. Dass man trotz der anfĂ€nglich nur geringen Unterschiede von verschiedenen Sprachen spricht, hat damit zu tun, dass es in Indonesien eine Antikolonialbewegung „Ein Volk – ein Land – eine Sprache“ gab und man deshalb nach der UnabhĂ€ngigkeit nicht „Bahasa Melayu“ haben wollte. Durch die selbststĂ€ndige stĂ€ndige Weiterentwicklung beider Sprachen haben sich beide mittlerweile zu einem Grad voneinander entfernt, dass sie nunmehr eigenstĂ€ndige Sprachen darstellen.

Singapur hatte mit der EinfĂŒhrung von Bahasa Melayu kein Problem, da sie dort eine dem Englischen untergeordnete Rolle spielt. Auch in Brunei ist Malaiisch ĂŒberwiegend Sprache der Verwaltung und Lingua Franca wĂ€hrend die ansĂ€ssige Bevölkerung andere Sprachen spricht. Generell kommt man speziell in Singapur aber auch in Brunei mit Englisch erheblich weiter. In Singapur sprechen mehr Leute Englisch als Malaiisch, weil es dort mehr Chinesen als Malaien gibt. Auch in Malaysia sprechen zwar die rund 26 % Chinesen und rund 9 % Inder lieber Englisch, aber nur hier ist Malaiisch tatsĂ€chlich die mehrheitliche Umgangssprache. In Indonesien hingegen ist Englisch wenig verbreitet (Ausnahme Touristengebiete) und die Bahasa Indonesia ist fĂŒr viele eine Zweitsprache, die von den Älteren ohne Schulbildung und von Menschen in entlegenen Gebieten gar nicht verstanden wird.

[Bearbeiten] Aussprache

Malaiisch (Malaysisch/Indonesisch) ist fĂŒr Deutschsprechende ausgesprochen einfach zu lernen. Die Aussprache ist unproblematisch, da sie der deutschen sehr Ă€hnelt. Einige Unterschiede in der Aussprache:

  • c – wie deutsch „tsch“
  • e – der wohl schwierigste Buchstabe, denn er bezeichnet zwei unterschiedliche Laute: manchmal wird e wie das letzte e von „Ende“ [ə] gesprochen oder ganz verschluckt; es entspricht in etwa dem Schwa-Laut im HebrĂ€ischen, im Deutschen entspricht es am ehesten dem kurzen offenen ö, wie wir es im Wort „Böller“ vorfinden; daneben gibt es Wörter, in denen es als ein offenes e [ɛ] wie in „Nest“, „Geld“ ausgesprochen wird – in vielen Lehr-und WörterbĂŒchern wird das offene e zur Unterscheidung mit einem Akut (Ă©) bezeichnet.
  • h – [h] am Wortanfang immer gesprochen, in der Mitte manchmal und am Ende nur leicht gehaucht [ʰ]
  • j – wie dsch in „Dschungel“ oder j in „Job“)
  • k – [k] nicht behaucht, wie in „Kind“. Am Ende eines Wortes manchmal auch nur durch ein unterdrĂŒcktes Ausklingen (Stakkato, phonetisch: Knacklaut) der letzten Silbe, angedeutet. (zum Beispiel „nggak“ [Ƌgaʔ]: Slang fĂŒr „nein“ – das 'k' wird nicht gesprochen, aber das 'a' betont abgebrochen / kurz)
  • kh – [x] wird wie ch in „Lachen“ gesprochen
  • ng – [Ƌ] wie in „Menge“
  • ngg – [Ƌg] wie in „Tango“
  • ny – [ÉČ] wie in „Kampagne“
  • r – [r] mit der Zunge gerolltes r
  • s – [s] immer scharf, also wie ss oder ß im Deutschen
  • sy – [ɕ] schwaches sch wie in „schĂ€men“
  • w – [w] wie das englische w in „water“
  • y – [j] j wie „ja“
  • z – [z] stimmhaftes s wie in „Besen“
Konsonanten
  bilabial labio-
dental
alveolar post-
alveolar
palatal velar glottal
Plosive p b   t d     k g ʔ
Affrikaten     tÍĄÊƒ dÍĄÊ’      
Nasale m   n   ÉČ Ć‹  
Vibranten     r        
Frikative   (f) (v) s (z) sÊČ   x  
Approximanten w       j    
Laterale     l        

Die Laute in Klammern tauchen nur in Lehnwörtern auf.

Monophthonge
  vorne zentral hinten
geschlossen i   u
mittel e ə o
offen   a  

[Bearbeiten] Grammatik

Die indonesische und malaiische Sprache ist eine ĂŒberwiegend isolierende Sprache, das heißt es gibt keine Deklination, keine Konjugation und nur sehr wenig Verbflexion und Derivation. Auch gibt es keinen Artikel. Ein grammatisches Geschlecht gibt es nur in wenigen, aus dem Sanskrit entlehnten Wörtern (z. B.: putra = der Sohn, putri = die Tochter bzw. putera = der Sohn, puteri = die Tochter im Indonesischen).

[Bearbeiten] Plural

Ein einzelnes Nomen kann sowohl singularische als auch pluralische Bedeutung haben, der Plural kann jedoch auch fakultativ durch Verdopplung oder durch Zahl bzw. andere Wörter, aus deren Kontext der Plural bereits hervorgeht, besonders gekennzeichnet werden:

  • orang (Mensch/Menschen), orang-orang (Menschen), dua orang (zwei Menschen), guru (der Lehrer/die Lehrer), para guru (die Lehrer – die Lehrerschaft). Bei einigen Verdopplungen bekommt das Wort jedoch eine neue Bedeutung z. B. mata = Auge, mata-mata = Geheimdienst, allerdings gibt es im Indonesischen das Wort "Spion", was dieselbe Bedeutung hat.

Bei der Verwendung von Zahlwörtern werden oft zusÀtzlich Klassifikatoren gebraucht, jedoch bei informellen GesprÀchen meist nicht. So benutzt man:

  • fĂŒr zwischen kirsch- und melonengroße GegenstĂ€nde buah (Bed.: „Frucht“) z. B. dua buah kelapa (zwei KokosnĂŒsse)
  • fĂŒr Tiere Ă©kor (Bed: Schwanz) z. B. empat Ă©kor ayam (vier HĂŒhner)
  • fĂŒr Menschen orang (Bed: Mensch) z. B. sembilan orang jĂ©rman (neun Deutsche)
  • fĂŒr Papier lembar oder helai (beide Bed: Blatt) z. B. satu lembar kertas (ein Blatt Papier), verkĂŒrzt auf selembar kertas.
  • fĂŒr kleine, runde GegenstĂ€nde biji (Bed: Kern) z. B. sepuluh biji batu (zehn (kleine, runde) Steinchen)
  • fĂŒr lange, stabĂ€hnliche GegenstĂ€nde batang (Bed: Stab) z. B. tujuh batang rokok (sieben Zigaretten)

[Bearbeiten] Tempus

Alle Zeitenformen werden nicht durch VerĂ€nderungen des Verbs, sondern durch zusĂ€tzliche Adverbien oder Hilfsverben ausgedrĂŒckt.

  • Ich schreibe gerade einen Brief: Saya sedang menulis surat (wörtlich: Ich gerade schreiben Brief)
  • Gestern schrieb ich einen Brief: Kemarin saya menulis surat (wörtlich: Gestern ich schreiben Brief)
  • Morgen werde ich einen Brief schreiben: BĂ©sok saya akan menulis surat (wörtlich: Morgen ich werden schreiben Brief)
  • Ich werde einen Brief schreiben: saya akan menulis surat (wörtlich: ich werden schreiben Brief)
  • Ich habe den Brief schon geschrieben: Saya sudah menulis surat (wörtlich: ich schon schreiben Brief)

Man erkennt, dass sich das Verb „menulis“ (schreiben) in keiner Form Ă€ndert. Der zeitliche Zusammenhang wird ausschließlich durch die Adverbien oder Hilfsverben (hier: akan = werden) ausgedrĂŒckt.

[Bearbeiten] Wortbildung

Vor- und Nachsilben können auch die Bedeutung der Worte – Ă€hnlich wie auch im Deutschen – verĂ€ndern. In einigen Formen werden dabei bestimmte Anlaute assimiliert.

Beispiel: Wortstamm: tulis (schreiben)

  • menulis: schreiben (aktive Verbform) – hier fĂ€llt das t weg.
  • ditulis: geschrieben (passive Verbform)
  • penulis: Schreiber/Schriftsteller (jemand, der schreibt)
  • menulisi: beschreiben, beschriften (im Sinne von auf etwas schreiben)
  • ditulisi: beschrieben werden (im Sinne von mit Schrift versehen werden)
  • menuliskan: (etw.) aufschreiben.
  • dituliskan: aufgeschrieben werden
  • tertulis: aufgeschrieben; schriftlich (Zustandspassiv)

[Bearbeiten] Assimilationsregeln

Die Assimilation erfolgt nach eindeutigen Regeln abhÀngig vom ersten Laut des Stammwortes und der Vorsilbe. Die Vorsiben me- und pe- folgen denselben Assimilationsregeln, wÀhrend auf die Silben di-, ke-, memper- und se- keine Assimilation erfolgt. Hier die Regeln dargestellt anhand der Vorsilbe me- mit Beispielen, die Assimilation der Vorsilbe pe- erfolgt entsprechend.

me → mem
b : baca → membaca (lesen), → pembaca (Leser)
p (p fĂ€llt weg!): pesan → memesan (bestellen)
me → meny
s (s fĂ€llt weg!): sĂ©wa → menyĂ©wa (mieten)
me → men
c: cari → mencari (suchen)
d: dengar → mendengar (hören)
j: jual → menjual (verkaufen)
t (t fĂ€llt weg!): tari → menari (tanzen)
me → meng
alle Vokale: ambil → mengambil (nehmen, holen), elak → mengelak (ausweichen)
g: gambar (Bild, Zeichnung) → menggambar (zeichnen)
h: hitung → menghitung (zĂ€hlen)
k (k fĂ€llt weg!): kirim → mengirim (schicken)
me → me
alle anderen: larang → melarang (verbieten)

[Bearbeiten] Anwendung des Stammwortes und der assimilierten Form

Da indonesische WörterbĂŒcher hĂ€ufig nach den WortstĂ€mmen sortiert sind, ist es hilfreich, anhand dieser Regeln von einem Wort auf dessen Stamm schließen zu können. Auch in NebensĂ€tzen, in denen ein Verb in einer dem passiv Ă€hnlichen Art und Weise verwendet wird, benutzt man im indonesischen den Stamm des Wortes. Beispiel: surat yang saya tulis 
 = Der Brief, den ich schrieb, 
 (ErlĂ€uterung: Da es im Indonesischen keine Deklinationen gibt, wird das Relativpronomen ‚yang‘ allein durch seine Stellung quasi zum Subjekt des Nebensatzes und demzufolge ist dann die Verwendung des Verbs passivisch – der Brief wurde geschrieben – auch wenn es im Deutschen anders ausgedrĂŒckt wird. Diese grammatische Eigenheit ist fĂŒr an Deklinationen gewöhnte Sprecher oft schwer nachzuvollziehen, weil die fehlende Deklination beim Übersetzen automatisch eingesetzt wird.)

[Bearbeiten] Schrift

Üblichste Schrift fĂŒr die malaiische Sprache ist eine Lateinschrift. Eine Rumi genannte Variante hat in Malaysia, Brunei und Singapur offiziellen Status, Indonesien hat eine davon abweichende Latein-Orthographie. In Brunei ist eine Abwandlung der arabischen Schrift, genannt Jawi, kooffiziell.

[Bearbeiten] Wortschatz

  • Selamat pagi!: Guten Morgen! (Selamat: gut/gesegnet, pagi: Morgen/morgens )
  • Selamat malam!: Guten Abend! (malam: Abend/abends – pada malam: am Abend )
  • Selamat datang!: Willkommen! (datang: kommen)
  • Selamat makan!: Guten Appetit! (makan: essen)
  • Selamat jalan!: Gute Reise! (wörtlich: gute Straße! / guten Weg!)
  • Sampai jumpa lagi Auf Wiedersehen (wörtlich: Bis treffen wieder)
  • Apa khabar/kabar?: Wie geht’s? (wörtlich Was [sind die] Neuigkeiten?)
  • Terima kasih!: Danke! (wörtlich Nehmen – Geben oder auch annehmen Liebe)
  • Khabar/kabar baik!: Es geht gut! (wörtlich „Nachricht gut“)
  • hati-hati!: pass auf Dich auf! oder Sei vorsichtig!
  • orang: Mensch
    • orang utan: [malaiisch: Orang Utan] (wörtlich Waldmensch)
    • orang JĂ©rman: Deutsche(r) („Mensch deutsch“)
    • orang asli: Eingeborener (wörtlich Mensch echt/ursprĂŒnglich)
    • orang asing: Fremder (wörtlich Mensch fremd)
  • Ya: ja
  • tidak: nein/nicht (Verneinung von TĂ€tigkeiten und Eigenschaften)
    • tak, ngga(k): Slangformen von Nein (wie Nö oder Nee)
    • Saya tidak mau: ich möchte nicht (wörtlich ich nicht wollen)
  • bukan: nicht/kein (Verneinung von Nomen)
    • Saya bukan orang Inggris, saya orang JĂ©rman: Ich bin kein EnglĂ€nder, ich bin Deutscher
  • belum: noch nicht
    • Saya belum menikah/kawin: Ich bin noch nicht verheiratet (wörtlich ich noch-nicht heiraten)
  • sudah: schon
    • Saya sudah menikah/kawin: Ich bin schon verheiratet (wörtlich ich schon heiraten)
  • Jangan!: Nicht! (im Sinne von tu das nicht oder lass das)
    • Jangan datang!: komme nicht!
  • ini/itu: dieses/jenes
    • Saya mau ini: ich möchte dieses
  • makan/minum/tidur/pergi/mengerti: essen/trinken/schlafen/gehen/verstehen
    • Saya mau makan: Ich möchte essen
    • sudah makan (kah)?: schon gegessen?
  • Awak boleh pergi makan tengah hari dengan saya?: Gehst Du mit mir Mittagessen?
    • makan tengah hari: Mittagessen makan malam Abendessen
    • Saya belum mengerti/paham: Ich verstehe noch nicht
    • mengerti? paham?: verstanden?
  • berapa?: wie viel?
    • Berapa harganya? : Was kostet dieses? (wörtlich: Wie viel Preis dieses)
  • 0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10: kosong, satu, dua, tiga, empat, lima, enam, tujuh, (de)lapan, sembilan, sepuluh
  • 11, 12, 13, 14, 
: sebelas, dua belas, tiga belas, empat belas, 

  • 20, 21, 22, 23, 
: dua puluh, dua puluh satu, dua puluh dua, dua puluh tiga
  • 100,1000,10000,100000,1000000: seratus, seribu, sepuluh ribu, seratus ribu, satu juta

[Bearbeiten] Sprachbeispiel

Sukarnos indonesische UnabhÀngigkeitserklÀrung (indonesisch).[2]:

Proklamasi
Kami, bangsa Indonesia, dengan ini menyatakan kemerdekaan Indonesia.
Hal-hal yang mengenai pemindahan kekuasaan dan lain-lain, diselenggarakan dengan cara saksama dan dalam tempo yang sesingkat-singkatnya.
Jakarta, tujuh belas Agustus, seribu sembilan ratus empat puluh lima.
Atas nama bangsa Indonesia,
Sukarno/Hatta.

Übersetzung: Wir, das indonesische Volk, erklĂ€ren hiermit die UnabhĂ€ngigkeit Indonesiens. Angelegenheiten, die MachtĂŒbertragung und andere Dinge betreffen, werden möglichst sorgfĂ€ltig zeitnah behandelt./ JAKARTA, 17 AUGUST 1945 / Im Namen des indonesischen Volkes / Sukarno/Hatta

[Bearbeiten] Sprachregulierung

Malaiisch wird reguliert durch:

Indonesisch wird reguliert durch:

[Bearbeiten] Literatur

  • Erich-Dieter Krause: Lehrbuch der indonesischen Sprache. 6. Auflage. Buske, Hamburg 2004. ISBN 3-87548-328-6
  • Reni Isa: Bahasa Indonesia. Ein Arbeitslehrbuch. Percakapan, Contoh Kalimat dan Keterangan, Latihan. Taschenbuch. Regiospectra, Berlin 2007. ISBN 3-940132-01-2
  • Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. Von Albanisch bis Zulu. C.H. Beck, MĂŒnchen 2001. ISBN 3-406-47558-2
  • Hans KĂ€hler: Grammatik der Bahasa Indonesia. 3., revidierte Auflage. Wiesbaden 1983. ISBN 3-447-02345-7
  • Yohanni Johns: Bahasa Indonesia – Introduction to Indonesian Language and Culture. Periplus, London 1987, 1990. ISBN 0-945971-56-7
  • Bernd Nothofer, Karl-Heinz Pampus: Bahasa Indonesia. Indonesisch fĂŒr Deutsche. 2 Teile. Wörterverzeichnis. J. Groos, Heidelberg 1992, 1996. ISBN 3-87276-831-X
  • Frank D. Wickl: Das Klassifikatorensystem der Bahasa Indonesia. Abera, Hamburg 1996. ISBN 3-934376-02-9

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Belege

  1. ↑ Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 3 English (Zensus 2010)
  2. ↑ Youtube-Video mit Originalton Sukarnos

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