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MPEG-4 – Wikipedia

MPEG-4

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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MPEG-4 ist ein MPEG-Standard (ISO/IEC-14496), der unter anderem Verfahren zur Video- und Audiodatenkompression beschreibt. UrsprĂŒnglich war das Ziel von MPEG-4, Systeme mit geringen Ressourcen oder schmalen Bandbreiten (Mobiltelefon, Video-Telefon, ...) bei relativ geringen QualitĂ€tseinbußen zu unterstĂŒtzen. Da H.263, ein Standard der ITU zur Videodekodierung und -kompression, die eben erwĂ€hnten Voraussetzungen bereits sehr gut verwirklicht hat, wurde er ohne grĂ¶ĂŸere Änderungen als Teil 2 in MPEG-4 integriert.

ZusĂ€tzlich zur Videodekodierung wurden auch noch einige Audiostandards, wie das bereits in MPEG-2 standardisierte Advanced Audio Coding (AAC) sowie die UnterstĂŒtzung fĂŒr Digital Rights Management, welches unter der Bezeichnung IPMP (Intellectual Property Management and Protection) lĂ€uft, in den Standard aufgenommen.

Das offizielle Containerformat von MPEG-4 ist MP4.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] MPEG-4-Teile

MPEG-4 besteht aus mehreren Standards, die „Teile“ (engl. “parts”) genannt werden, einschließlich der folgenden:

  • Teil 1 (ISO/IEC 14496-1): Systems
  • Teil 2 (ISO/IEC 14496-2): Visual. Hierzu zĂ€hlen die bekannten MPEG-4 Codecs DivX und Xvid. Eines der vielen Profile in Part 2 ist das Advanced Simple Profile (ASP).
  • Teil 3 (ISO/IEC 14496-3): Audio. EnthĂ€lt die Beschreibungen von Advanced Audio Coding (einschließlich HE-AAC), Audio Lossless Coding, Scalable to Lossless, Direct Stream Transfer, CELP, HVXC und TwinVQ.
  • Teil 4 (ISO/IEC 14496-4): Conformance
  • Teil 5 (ISO/IEC 14496-5): Reference Software
  • Teil 6 (ISO/IEC 14496-6): Delivery Multimedia Integration Framework (DMIF).
  • Teil 7 (ISO/IEC 14496-7): Optimized Reference Software
  • Teil 8 (ISO/IEC 14496-8): Carriage on IP networks
  • Teil 9 (ISO/IEC 14496-9): Reference Hardware
  • Teil 10 (ISO/IEC 14496-10): Advanced Video Coding (AVC). Ein Codec fĂŒr Videosignale, der technisch identisch zum H.264-Standard der ITU-T ist.
  • Teil 11 (ISO/IEC 14496-11): Scene description (BIFS) and Application engine (MPEG-J)
  • Teil 12 (ISO/IEC 14496-12): ISO Base Media File Format. EnthĂ€lt die Beschreibung des Quicktime Containerformats.
  • Teil 13 (ISO/IEC 14496-13): Intellectual Property Management and Protection (IPMP) Extensions
  • Teil 14 (ISO/IEC 14496-14): MPEG-4 File Format (MP4). Containerformat fĂŒr MPEG-4-Inhalt, basierend auf Part 12.
  • Teil 15 (ISO/IEC 14496-15): AVC File Format. Containerformat fĂŒr Part 10-Videos, basierend auf Part 12
  • Teil 16 (ISO/IEC 14496-16): Animation Framework eXtension (AFX)
  • Teil 17 (ISO/IEC 14496-17): Timed Text subtitle format
  • Teil 18 (ISO/IEC 14496-18): Font Compression and Streaming (for OpenType fonts)
  • Teil 19 (ISO/IEC 14496-19): Synthesized Texture Stream
  • Teil 20 (ISO/IEC 14496-20): Lightweight Scene Representation (LASeR)
  • Teil 21 (ISO/IEC 14496-21): MPEG-J Graphical Framework eXtension (GFX)
  • Teil 22 (ISO/IEC 14496-22): Open Font Format Specification (OFFS) basierend auf OpenType
  • Teil 23 (ISO/IEC 14496-23): Symbolic Music Representation (SMR)
  • Teil 24 (ISO/IEC 14496-24): Audio and systems interaction
  • Teil 25 (ISO/IEC 14496-25): 3D Graphics Compression Model (noch nicht fertig)

(Stand 12/2008).

Profile werden auch innerhalb der „Teile“ definiert, weshalb die Implementierung eines Teils gewöhnlich keine Implementierung des ganzen Teils ist.

[Bearbeiten] Videodekodierung

FĂŒr das Simple Profile (SP) kann der Dekoder-Teil fĂŒr die globale Bewegungskompensation einfach weggelassen werden.

Blockschaltbild eines Dekoders fĂŒr MPEG-4 Advanced Simple Profile” (ASP)

[Bearbeiten] Variable LĂ€ngendekodierung

Die variable LĂ€ngendekodierung (VLC) basiert auf dem Verfahren nach Huffman zur Redundanzreduktion. Die Codewörter werden mit Hilfe von Tabellen, sogenannten „look-up-tables”, dekodiert.

[Bearbeiten] Inverses Abtasten

Aus der variablen LÀngendekodierung erhÀlt man ein eindimensionales Datenfeld QFS[n], dabei kann n Werte von 0 bis 63 annehmen. Diese Ausgabe wird an dieser Stelle in ein zweidimensionales Datenfeld konvertiert mit dem Bezeichner aus dem Blockschaltbild oben PQF[v][u]. Sowohl [v] als auch [u] reicht von 0 bis 7. In der folgenden Abbildung sind die drei definierten Muster zur Abtastung dargestellt.

a) „alternate-horizontal”- b) „alternate-vertical”- c) „zigzag”-Abtastung

[Bearbeiten] Inverse DC- und AC-PrÀdiktion

Diese anpassungsfÀhige Auswahl von DC- und AC-PrÀdiktionsrichtungen basiert auf einem Vergleich der horizontalen und vertikalen DC-Gradienten um den zu dekodierenden Block herum.

[Bearbeiten] Inverse Quantisierung

Der Quantisierungsprozess an sich ist reversibel und somit ein Redundanz reduzierendes Verfahren. Allerdings stehen bei der Rekonstruktion der DCT-Koeffizienten eine beschrĂ€nkte Anzahl von diskreten Werten zur VerfĂŒgung. Somit ist die inverse Quantisierung verlustbehaftet. Die beiden Vorteile des Quantisierungsprozesses sind:

  1. FĂŒr den Betrachter signifikante Koeffizienten, also jene, die maßgeblich zum QualitĂ€tserhalt des Bildes beitragen, bleiben trotz geringfĂŒgiger Abweichung erhalten. Nicht signifikante Koeffizienten werden gestrichen. Typischerweise resultiert dies darin, dass der ĂŒberwiegende Anteil der 64 Koeffizienten in der 8x8-Matrix nach der inversen Quantisierung null ist.
  2. Eine dĂŒnn besetzte Matrix mit einer beschrĂ€nkten Anzahl von diskreten Werten kann effizient komprimiert werden.

[Bearbeiten] Inverse Diskrete Kosinustransformation

Die Inverse Diskrete Kosinustransformation (IDCT) ist ein Verfahren zur Irrelevanzreduktion.

[Bearbeiten] Bekannte Codec-Implementierungen (MPEG-4-Codecs)

Video
DivX
Xvid
HDX4
3ivx
FFmpeg enthÀlt einen nativen MPEG-4 ASP Video Encoder und Decoder sowie einen H.264 Decoder
x264 Open Source-Encoder fĂŒr H.264
Nero Digital Video (ASP, H.264)
Apple QuickTime (MPEG-4 Video, H.263, H.264)
Audio
Psytel AAC, der VorgÀnger von Nero AAC
FAAC, ein AAC Encoder und FAAD2, ein Open Source Decoder
FFmpeg unterstĂŒtzt das Decoden und - experimentell - das Encoden von AAC und enthĂ€lt einen ALS Decoder
Systems (BIFS)
GPAC Project on Advanced Content, BIFS-Player, -Encoder sowie Authoring-Werkzeuge fĂŒr interaktive MPEG-4-Inhalte

[Bearbeiten] Transport

Der Transport wird in MPEG-4-„Delivery Multimedia Integration Framework” genannt. Die Funktion besteht darin, die eigentliche Quelle der multimedialen Datenströme zu verbergen, so dass der Player auf dem Terminal (evtl. PC) unabhĂ€ngig von dem Transportnetz ist. Als mögliche Szenarien sind standardisiert:

  • lokal (beispielsweise auf der lokalen Festplatte)
  • remote-interactive (Client-Server-Anwendung, wie Video On Demand)
  • broadcast (unidirektionaler Empfang von Datenströmen).

FĂŒr den lokalen Fall ist das Dateiformat als „ISO Base Media File Format” in MPEG-4 Teil 12 standardisiert. Das Unternehmen Apple stellte 1998 den ersten Quellcode zur VerfĂŒgung. Auf diesem wurde das MP4 Dateiformat im Teil 14 des Standards aufgebaut und entwickelt.

[Bearbeiten] Referenz-Software

  • Implementation Modell 1 (IM1)
  • IM1 - 2D

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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