exan Computer und Satellitentechnik | Exaco Shop Systeme | www.exan.com Donaueschingen | www.terem.de | www.exan.net | www.tepem.de
| Ihre Werbung hier plazieren | Als Startseite | Diese Seite zu Favoriten hinzufügen |

Zurück

Plesk Modules : Module fü Plesk


www.geburtstagsgeschenk-online.de


Webdesign, Onlineshop, PHP
Testvirus : Test your Antivirus

Counter Web Statistik von Webcompas.de Besucher heute Seitenimpressionen heute Besucher insgesamt

Dieser Artikel basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Luxemburgische Sprache – Wikipedia

Luxemburgische Sprache

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Phonetik und Phonologie, Grammatik, Wortschatz und Rechtschreibung (vgl. Formatvorlage Sprache; siehe auch Diskussion)
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfĂŒgst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel. Weitere Informationen im WikiProjekt.
Luxemburgisch (Lëtzebuergesch)

Gesprochen in

Luxemburg
Sprecher 390.000 [1]
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Sprachcodes
ISO 639-1:

lb

ISO 639-2:

ltz

ISO 639-3:

ltz

Die luxemburgische Sprache oder kurz Luxemburgisch (Eigenbezeichnung Lëtzebuergesch) ist eine moselfrÀnkische SprachvarietÀt des Westmitteldeutschen. Die Mundarten sind Teil des kontinental-westgermanischen Dialektkontinuums. Linguistisch ist Luxemburgisch ein hochdeutscher Ausbaudialekt (siehe Diagramm). In der EuropÀischen Union gehört Luxemburgisch zu den Minderheitssprachen, ist jedoch keine Amtssprache der Union. Der Sprachcode nach ISO 639 ist lb oder ltz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Status

Webwalking-renert.ogg
Ein Auszug aus dem „Renert“ von Michel Rodange
Motto des Großherzogtums auf Luxemburgisch: „Mir wölle bleiwe wat mir sin“

Luxemburgisch wurde 1984 zur Â»Nationalsprache« erhoben. Es ist neben Französisch und Deutsch (hochdeutsche Schriftsprache) die dritte Amtssprache im Großherzogtum Luxemburg. Eine erste offizielle Schreibweise des Luxemburgischen wurde 1946 eingefĂŒhrt, setzte sich aber nicht durch. Die heute gebrĂ€uchliche Schulrechtschreibung aus dem Jahre 1976 wurde 1999 reformiert. Die Sprache wird trotzdem zumeist nur mĂŒndlich vermittelt und weniger als schriftliche Schulsprache gebraucht (siehe Diglossie). Im Hörfunk und im Fernsehen ist Luxemburgisch die meistgebrauchte Sprache, weniger in den Printmedien. So werden im Großherzogtum Luxemburg 65 % aller Artikel auf (Hoch-)Deutsch, 25 % auf Französisch und lediglich 10 % auf Luxemburgisch veröffentlicht. Da es nur ein sehr geringes Angebot an luxemburgischen Fernsehsendungen gibt, werden von den Luxemburgern ĂŒberwiegend deutsche oder französische Sendungen gesehen. Gesetzestexte werden bis heute nicht auf Luxemburgisch abgefasst oder veröffentlicht, nur die Kammerberichte sind zum Teil in dieser Sprache geschrieben. Außerdem zĂ€hlt das Luxemburgische nicht zu den Amtssprachen der EuropĂ€ischen Union. Aufgrund des Dialektkontinuums werden im benachbarten nördlichen Saarland und in der Region Trier eng verwandte moselfrĂ€nkische Dialekte gesprochen.

In einer InformationsbroschĂŒre der luxemburgischen Regierung heißt es:[2]

„Im Alltag sprechen die Luxemburger ihren Dialekt, eine moselfrĂ€nkische Mundart, die sie selbst noch bis Ende des 19. Jahrhunderts als ,LĂ«tzebuerger DĂ€itsch‘ (Luxemburger Deutsch) bezeichneten.“

[Bearbeiten] Strukturlinguistischer Aspekt

Das Luxemburgische bildet zusammen mit den benachbarten moselfrĂ€nkischen VarietĂ€ten, mit denen es in Grammatik, Wortschatz, Wortgebrauch und Lautstand nur zum Teil ĂŒbereinstimmt, ein Dialektkontinuum. Rein strukturlinguistisch gesehen unterscheidet es sich nicht grundlegend von den anderen mitteldeutschen VarietĂ€ten. Daher ist es keine Sprache im Sinn einer Abstandsprache.

[Bearbeiten] Soziolinguistischer Aspekt

Auf soziolinguistischem Gebiet unterscheidet sich das Luxemburgische etwas von denen in den angrenzenden Sprachgebieten in Deutschland gesprochenen moselfrÀnkischen VarietÀten:

  • Das Luxemburgische ist ein wichtiger Teil der luxemburgischen IdentitĂ€t. Ein Luxemburger Kind erlernt es als Muttersprache, bevor es Standarddeutsch (Diglossie) und spĂ€ter in der Schule Französisch und Englisch erlernt. Trotzdem wurden im Großherzogtum Luxemburg, auch nach der Loslösung des französischsprachigen Teils Luxemburgs hin zu Belgien, bis Ende 1944 noch alle Gesetze auf Deutsch und Französisch verfasst und veröffentlicht; seit 1945 geschieht dies sogar nur noch auf Französisch. Luxemburgisch ist fĂŒr viele Luxemburger mittlerweile ein Symbol der kulturellen und politischen EigenstĂ€ndigkeit ihres Staates und gegen die Frankophonisierung. Dieser Aspekt hat direkt mit der Geschichte Luxemburgs zu tun (siehe unten).
  • Da das Luxemburgische im Großherzogtum schon seit einigen Jahrzehnten in zunehmendem Maße auch als Schriftsprache verwendet wird, wĂ€re der nĂ€chste Entwicklungsschritt der Übergang zu einer eigenstĂ€ndigen Ausbausprache. Seit lĂ€ngerem gibt es auch viele Volksbestrebungen, den Politapparat und die Gesetze von ihrer frankophonisierten Struktur zu lösen, hin zu Luxemburgisch/Deutsch (Diglossie).

[Bearbeiten] Problematik

Die Stellung des Luxemburgischen als mitteldeutsche SprachvarietĂ€t und als Amtssprache in einem unabhĂ€ngigen Staat löst unter Linguisten und Laien bisweilen einen Disput darĂŒber aus, inwieweit es sich hier um eine Standardsprache handelt (vergleichbar der hochdeutschen und niederlĂ€ndischen Standardsprache) oder nur um eine hochdeutsche SprachvarietĂ€t. Dabei wird angefĂŒhrt, dass das Luxemburgische enger mit dem Standarddeutschen verwandt sei als viele oberdeutsche VarietĂ€ten (z. B. Alemannisch – u.a. Schweizerdeutsch – oder Bairisch), die nicht als eigenstĂ€ndige Sprachen betrachtet werden.

Rein sprachwissenschaftlich lĂ€sst sich die Frage, ob das Luxemburgische eine eigenstĂ€ndige Sprache ist, nicht eindeutig beantworten. Bei eng verwandten SprachvarietĂ€ten gibt es keine strukturlinguistischen Kriterien, die es erlauben wĂŒrden, zwischen Dialekten und Sprachen zu unterscheiden. Die Antwort auf diese Frage hĂ€ngt deshalb in solchen FĂ€llen maßgeblich davon ab, welche Bedeutung man soziolinguistischen Kriterien beimisst.

Daher wird diese Unterscheidung politisch immer wieder missbrÀuchlich eingesetzt, zum Beispiel um vermeintliche Rangordnungen zwischen regionalen SprachvarietÀten pseudowissenschaftlich zu legitimieren. Bestimmte Termini, wie etwa der des Kulturdialekts, sind Ergebnis dieses Widerspruchs zwischen Sprachwissenschaft und Politik.

Das Luxemburgische gilt als europÀische Minderheitensprache, zÀhlt aber nicht zu den 23 Amtssprachen der EuropÀischen Union.

[Bearbeiten] Geographische Verbreitung

Luxemburgisch wird im Großherzogtum Luxemburg gesprochen, ferner in den angrenzenden Gebieten Deutschlands (im SĂŒdwesten der Eifel um Bitburg und im Moseltal um Trier), Belgiens (im Raum Arlon in der Provinz Luxemburg und im Raum Burg-Reuland und Sankt Vith im SĂŒden der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens), Frankreichs (Teile Lothringens) und in den westlichen Landesteilen des Saarlandes. Dabei findet nach Osten hin ein kontinuierlicher Übergang zu den anderen moselfrĂ€nkischen Mundarten statt. Luxemburgisch wird in der Bundesrepublik Deutschland und in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens jedoch nur als Dialekt der deutschen Sprache betrachtet.

Das heutige deutsche Sprachgebiet
Die Verbreitung des MoselfrĂ€nkischen mit den Gebieten, in denen op und of „auf“ gilt

Es gibt verschiedene lokale luxemburgische Mundarten: Areler, Eechternoocher, KliĂ€rrwer, Miseler, Veiner, Weelzer usw. Eine kartographische Übersicht ihrer Verbreitung findet sich im Digitalen Luxemburgischen Sprachatlas.[3]

Weltweit sprechen ca. 300.000 Menschen Luxemburgisch als Muttersprache; davon leben ca. 250.000 im Großherzogtum Luxemburg, die ĂŒbrigen in den belgischen Provinzen Luxemburg und LĂŒttich (Burg-Reuland und St.Vith), in Deutschland, in Frankreich, in den USA. Eng verwandt sind auch Dialekte der SiebenbĂŒrger Sachsen, deren Vorfahren vor ĂŒber 800 Jahren aus dem moselfrĂ€nkischen Raum auswanderten.

[Bearbeiten] Schriftsprache

Eine einheitliche und verbindliche Rechtschreibung wurde im November 1976 durch Erlass eingefĂŒhrt und 1999 reformiert.[4]

Das Gesetz ĂŒber den Gebrauch der Sprachen vom 24. Februar 1984 legt fest (man beachte, dass der Originaltext auf Französisch abgefasst ist):[5]

Artikel 1: Die Nationalsprache der Luxemburger ist Luxemburgisch.
Artikel 2: Gesetzestexte und ihre AusfĂŒhrungsbestimmungen werden auf Französisch verfasst.
Artikel 3: Verwaltungssprachen und juristische Sprachen: Es kann Gebrauch gemacht werden von Französisch, Deutsch oder Luxemburgisch.
Artikel 4: Verwaltungsanfragen: Wenn eine Anfrage auf Luxemburgisch, Französisch oder Deutsch verfasst ist, muss die Verwaltung nach Möglichkeit in ihrer Antwort die Sprache des Fragestellers benutzen.

FĂŒr die luxemburgische Schriftsprache wird das lateinische Alphabet verwendet, ergĂ€nzt um die Buchstaben Ă€, Ă« und Ă©; ö sowie ĂŒ kommen fast ausschließlich in aus dem Schriftdeutschen unverĂ€ndert ĂŒbernommenen Wörtern vor. Einige Wörter wurden auch unverĂ€ndert aus der französischen Sprache ĂŒbernommen.

In den Jahren 2000–2002 hat der luxemburgische Linguist JĂ©rĂŽme Lulling eine Datenbank mit 125.000 Wortformen fĂŒr die erste luxemburgische RechtschreibprĂŒfung entwickelt (Projekt CORTINA).

[Bearbeiten] Orthographie

Die luxemburgische Sprache kennt die Umlaute Ă€ (IPA: /ĂŠ/), ĂŒ (IPA: /y/), Ă« (IPA: /ɘ/) (frĂŒher ö, IPA: /Ɠ/) und Ă© (IPA: starkes /e/). Das fĂŒr die luxemburgische Sprache charakteristische Ă« ersetzt das frĂŒher viel benutzte ö und ist eine Mischung zwischen einem e und einem ö; es wird als eo (anstatt oe) umschrieben. Das aus dem Französischen stammende Ă© stellt im Gegensatz zum normalen deutschen e eine stĂ€rker ausgesprochene Variante dar. Genau wie im Schweizer Hochdeutsch gibt es im Luxemburgischen kein ß; dieses wird wie dort durch ein Doppel-s (ss, IPA: /s/) ersetzt.

[Bearbeiten] Morphologie

[Bearbeiten] Substantive und Pronomina

Der grammatikalische Kasus wird im Luxemburgischen wie im Hochdeutschen durch den Artikel den/en, Demonstrativ- sowie Possessivpronomen, z. B. mĂ€in (dt.: mein), dĂ«sen (dt.: diesen), keen (dt.: kein) und Attribute angezeigt. Im Luxemburgischen kennt man bei Substantiven und Adjektiven noch drei FĂ€lle: den Akkusativ, der die Funktion des Nominativs ĂŒbernommen hat, den Dativ und, in einigen AusdrĂŒcken, den Genitiv. Vom Nominativ bleiben lediglich versteinerte Nominalphrasen, zum Beispiel der DĂ€iwel (dt.: zum Teufel) oder eiser HĂ€rgott (dt.: unser Herrgott).

Da der Genitiv nicht ausgeprĂ€gt ist, wird die possessive Satzkonstruktion mit dem Dativ gebildet, was im Deutschen oft mit „Genitivumschreibung“ und im Englischen mit periphrastic genitive umschrieben wird. Seltene Ausnahmen sind hier Redewendungen wie:

  • Ufanks der Woch (dt.: Anfangs der Woche)
  • Enn des Mounts (dt.: Ende des Monats)

Eine Besonderheit des Luxemburgischen ist die hÀufige ErgÀnzung der Familiennamen durch -s, -sen oder -schen vor dem Vornamen, wodurch ein Genitiv gebildet wird. Diese Form ist auch im Deutschen gebrÀuchlich, allerdings eher in einer gehobenen Ausdrucksweise.

Bei Singular und Plural ist der Singular unmarkiert, das heißt es gibt nur eine Pluralendung, jedoch keine Singularendung. Im Plural wird unter den Geschlechtern nicht unterschieden.

Nominativ Akkusativ Dativ
1 Singular ech mech mir (mer)
2 Singular du (de) dech dir (der)
3 Singular mÀnnlich hien (en) hien (en) him (em)
3 Singular weiblich si (se) si (se) hir (er)
3 Singular sÀchlich hatt (et) hatt (et) him (em)
1 Plural mir (mer) Àis/eis Àis/eis
2 Plural dir (der) iech iech
3 Plural si (se) si (se) hinnen (en)

Es gibt im Luxemburgischen drei grammatische Geschlechter (Genera): mĂ€nnlich (’’den/kurz: de’’), weiblich (’’dĂ©i/kurz: d'’’) und sĂ€chlich (’’dat/kurz: d'’’). Das grammatische Geschlecht ist im Luxemburgischen gleich demjenigen in der jeweiligen Hochsprache, aus welcher es ĂŒbernommen wurde. Beispiele: d’ Gare (fr. la gare, dt. der Bahnhof), d’ BrĂ©ck (fr. le pont, dt. die BrĂŒcke). Das Geschlecht stimmt wie in anderen Sprachen nicht immer mit dem Sexus ĂŒberein. Wie im Deutschen haben Wörter, die im Deutschen auf e enden, oft ein weibliches Geschlecht, wie zum Beispiel: d’Kaz (dt. die Katze), d’Bei (dt. die Biene), d’Blumm (dt. die Blume).

  • Nominativ/Akkusativ
Singular Plural
mÀnnlich weiblich sÀchlich
bestimmt de d' d' d'
bestimmt betont den déi dat déi
Demonstrativpronomen dësen dës dëst dës
unbestimmter Artikel en eng en —
Verneinung keen keng keen keng
Possessivpronomen mÀnnlich sÀin seng sÀin seng
Possessivpronomen weiblich hiren hir hiert hir
  • Dativ
Singular Plural
mÀnnlich weiblich sÀchlich
bestimmt dem der dem den
bestimmt betont deem dÀr deem deenen
Demonstrativpronomen dësem dëser dësem dësen
unbestimmter Artikel engem enger engem —
Verneinung kengem kenger kengem kengen
Possessivpronomen mÀnnlich sengem senger sengem sengen
Possessivpronomen weiblich hirem hirer hirem hiren

[Bearbeiten] Adjektive

Es gibt im Luxemburgischen attributive und prÀdikative Adjektive.

Der Komparativ ist im Luxemburgischen zumeist analytisch, das heißt anders als im Deutschen, bleibt das Adjektiv selbst in der Regel unverĂ€ndert und wird lediglich durch „mĂ©i“ (dt.: mehr) ergĂ€nzt. Der Superlativ wird allerdings durch die Endung „-sten“ gebildet. Ausnahmen bilden hier wenige Wörter wie

  • gudd, besser, am beschten (dt.: gut, besser, am besten)
  • vill, mĂ©i, am meeschten (dt.: viel, mehr, am meisten)
  • wĂ©ineg, manner, am mannsten (dt. wenig, weniger(minder), am wenigsten(mindesten))

oder AusdrĂŒcke wie:

  • eng eeler Dame (dt.: eine Ă€ltere Dame)
  • eng grĂ©isser Firma (dt.: eine grĂ¶ĂŸere Firma)

[Bearbeiten] Syntax

Der Satzbau (Syntax) ist wie im Deutschen im Hauptsatz SVO (Subjekt, Verb, Objekt). Im Nebensatz ist die grundsÀtzliche Satzordnung SOV.

[Bearbeiten] Neologismen

Die neuesten Neologismen stammen aus dem Englischen aus den Bereichen der modernen Telekommunikation und Computertechnik. JérÎme Lulling analysierte diese Neologismen in seiner Dissertation 2002 und untersuchte sie auf Mutation und Semantik. Er dokumentierte, wie das Internet durch ChatrÀume und E-Mails und die Mobiltelefonie durch SMS das Luxemburgische stark prÀgten.

[Bearbeiten] Verwendung des Luxemburgischen

Webwalking-pitti.ogg
"De Pitti léiert méien" - Pit lernt mÀhen. Ein Auszug aus Ferd Gremling (1948): Doheem. Roman aus dem Eislek
Straßenschild aus der belgischen Provinz Luxemburg mit französischer und luxemburgischer Schreibung

Die Muttersprache und daher Umgangssprache der Luxemburger ist das Luxemburgische. Auf Luxemburgisch sind auch die Ortsnamen auf den Ortsschildern (als zweite Angabe neben der französischen Form) geschrieben. FamiliĂ€re und volkstĂŒmliche SchriftstĂŒcke wie Einladungen und FlugblĂ€tter sind zumeist auf Luxemburgisch, wĂ€hrend offizielle Bekanntmachungen ĂŒberwiegend auf Französisch abgefasst sind. Die Beschriftung der dynamischen Warntafeln auf den Autobahnen erfolgt auf Deutsch (von Autobahnen aus Deutschland) bzw. auf Französisch (von Autobahnen aus dem französischsprachigen Teil Belgiens und Frankreich). Die Mehrzahl der luxemburgischen Jugendlichen verwendet die luxemburgische Sprache, um Kurznachrichten (SMS), E-Mails usw. zu verfassen. Die einheimischen VerkĂ€ufer in traditionellen GeschĂ€ften sprechen Luxemburgisch, Französisch wird dagegen vor allem von den auslĂ€ndischen bzw. portugiesischen Jugendlichen und VerkĂ€ufern gesprochen.

Der Schulunterricht in der Primarstufe (1. bis 6. Schuljahr) erfolgt traditionell auf Luxemburgisch und Hochdeutsch. Die Alphabetisierung in Luxemburg erfolgt in Hochdeutsch. Französisch wird ab dem 3. Schuljahr gelehrt, mittlerweile in manchen Schulen sogar ab dem 1. Schuljahr. Die SchulbĂŒcher sind, mit Ausnahme der BĂŒcher fĂŒr das Fach Französisch, traditionell auf Deutsch verfasst. Die Unterrichtssprache ist somit streng genommen Hochdeutsch. In der Praxis bedient sich das Lehrpersonal allerdings hĂ€ufig des Luxemburgischen zur mĂŒndlichen ErlĂ€uterung des Lehrstoffes.

In der Sekundarstufe (7. bis 13. Schuljahr) wird diese Praxis bis zur 9. Klasse fortgesetzt. Unterrichtssprache ist - bis auf den Sprachen- und Mathematikunterricht - Hochdeutsch bzw. Luxemburgisch. Im klassischen Lyzeum ist die Unterrichtssprache ab der 10. Klasse mehrheitlich Französisch, im technischen Lyzeum bleibt Hochdeutsch die ĂŒberwiegende Unterrichtssprache. In einem Lehrplan, der vom Bildungsministerium (MinistĂšre de l’Éducation nationale et de la Formation professionnelle, kurz MEN) festgelegt wurde, ist jedem Fach eine Unterrichtssprache zugeordnet. Diese verĂ€ndern sich auch von Stufe zu Stufe (klassisches Lyzeum oder technisches Lyzeum). Im Sekundarunterricht wĂŒrde das Luxemburgische im Unterricht somit auch weniger benutzt werden als in der PrimĂ€rschule, was allerdings von der jeweiligen Schule und den LehrkrĂ€ften abhĂ€ngt. Luxemburgisch als Lehrfach steht bis zum 7. Schuljahr auf dem Lehrplan, in den nachfolgenden Jahren wird hierauf noch oft zur KlĂ€rung einzelner Sachverhalte zurĂŒckgegriffen.

Im Parlament [6] wurde bis vor dem Zweiten Weltkrieg Hochdeutsch und Französisch gesprochen. Nach dem Krieg trat das einheimische Luxemburgisch an die Stelle des Hochdeutschen. Heute wird Französisch von den Abgeordneten, u.a. wegen der Livestream-Übertragung ĂŒber den Astra-Satelliten, nur noch selten gebraucht; nur noch etwa beim Zitieren von Gesetzestexten oder bei protokollarischen AnlĂ€ssen.

Aufgrund des kleinen spezifisch luxemburgischen Wortschatzes greifen die Sprecher bei differenziertem Sprachgebrauch hĂ€ufig auf hochdeutsche oder seltener auf französische Lehnwörter zurĂŒck. Diese Tatsache wird hĂ€ufig als Kriterium fĂŒr die „Nichtsprachlichkeit“ des Luxemburgischen angefĂŒhrt, aber es handelt sich hierbei um eine natĂŒrliche Adaptionsbereitschaft, die allen Sprachen eigen ist (vgl. die hohe Anzahl von lateinischen, griechischen, französischen und englischen Elementen im Deutschen, die fĂŒr alle Epochen der Sprachgeschichte belegt sind).

Belletristik existiert auf (Hoch-)Deutsch, Luxemburgisch und Französisch.[7]

Dabei dringt Luxemburgisch auch immer weiter in den öffentlichen Alltag vor. Vor einigen Jahrzehnten wurden zum Beispiel im Bahnhof der Stadt Luxemburg die Ansagen von der Sprachenfolge Französisch – Deutsch auf Luxemburgisch – Französisch umgestellt (ebenso in den ZĂŒgen); nur bei ZĂŒgen von und nach Deutschland wird Deutsch als dritte Ansagensprache weiter benutzt.

Trotzdem steigt in Luxemburg aufgrund des sehr hohen AuslĂ€nderanteils von ĂŒber 40 % aus romanischen LĂ€ndern (vor allem aus Portugal, Frankreich und Belgien) die "Gefahr", dass der Gebrauch des Luxemburgischen zunehmend zurĂŒckgeht und das Land irgendwann vollstĂ€ndig frankophonisiert wird.

[Bearbeiten] Geschichte

FĂŒr die Luxemburger ist LĂ«tzebuergesch eines ihrer stĂ€rksten nationalen Symbole. Die Sprache ist untrennbar mit dem Schicksal Luxemburgs verbunden, obwohl sich ein nationales Bewusstsein erst spĂ€t, d. h. erst ab dem 20. Jahrhundert, entwickelte. Dies hat zum einen mit der Geschichte des Landes, zum anderen mit der aktuellen Situation in Luxemburg zu tun.

[Bearbeiten] Luxemburg als Spielball zwischen den GroßmĂ€chten

Im 15. Jahrhundert starb mit Kaiser Sigismund der letzte mĂ€nnliche Herrscher aus dem Hause Luxemburg. Das seit langem verpfĂ€ndete Herzogtum fiel an Herzog Philipp den Guten von Burgund. Damit geriet das Luxemburger Land in die von den Herzögen von Burgund geschaffenen Niederlande ("Lage Landen", "Low Countries"). Die letzte Erbin Burgunds, Maria von Burgund, heiratete Maximilian von Habsburg, so dass das Herzogtum Luxemburg fortan bei diesem Herrscherhaus verblieb. Unter Kaiser Karl V., der also auch (u.a.) Herzog von Luxemburg war, gehörte dieses der Spanischen Linie an. Nach dem Frieden von Utrecht 1713, bestĂ€tigt im Frieden von Rastatt 1714, fiel das Land bis zur Französischen Revolution der Österreichischen Linie zu. Unter Ludwig XIV., König von Frankreich, wurde das Herzogtum etwa 16 Jahre lang an Frankreich angegliedert. Die französische Eroberung und Besatzung erklĂ€ren sich durch die strategische Lage der Stadt Luxemburg mit ihrer mĂ€chtigen Festung zwischen den verfeindeten HerrscherhĂ€usern Habsburg (in Spanien, in SĂŒditalien, in der Freigrafschaft Burgund, in den Niederlanden sowie im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation) und Bourbon (in Frankreich).

  • Literatur: Paul Margue, Luxemburg in Mittelalter und Neuzeit ; Luxemburg (Bourg-Bourger), 1978.

[Bearbeiten] Die letzte Teilung Luxemburgs

WĂ€hrend der Revolutionskriege fiel Luxemburg 1794/95 abermals an Frankreich. Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo (Juni 1815) wurde auf dem Wiener Kongress ĂŒber das weitere Schicksal des Landes entschieden. Wenn die anderen Gebiete der frĂŒheren Österreichischen Niederlanden sowie das FĂŒrstbistum LĂŒttich, Teile des Herzogtums Bouillon und die FĂŒrstabtei Stablo-Malmedy (→ zukĂŒnftiges Belgien) mit den nördlichen Niederlanden zum Vereinigten Königreich der Niederlande vereinigt wurden, so wurde das Luxemburger Gebiet zu einem neuen Staat mit der Bezeichnung Großherzogtum erhoben und fortan in Personalunion vom niederlĂ€ndischen König Wilhelm I. regiert. DarĂŒber hinaus wurde dieses Großherzogtum in den Deutschen Bund integriert, sodass Preußen in der Festungsstadt Luxemburg das Garnisonsrecht ausĂŒben konnte. Auf dem Wiener Kongress wurde ebenfalls das bis dahin zur luxemburger Herrschaft gehörende Bitburger Land (im Wesentlichen der Verwaltungskreis Bitburg in der BRD, wie er bis 1970 existierte) abgetrennt und der neu gegrĂŒndeten preußischen Rheinprovinz eingegliedert.

Karte der Teilung Luxemburgs

1830 beteiligten sich die meisten Luxemburger an der Belgischen Revolution gegen die WillkĂŒrherrschaft des niederlĂ€ndischen Königs. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Land das heutige Luxemburg und die jetzt belgische "Province de Luxembourg". Der Großteil der Bevölkerung wollte dem neu entstandenen, liberalen Königreich Belgien angehören. Der niederlĂ€ndische König machte allerdings seine BesitzansprĂŒche in Luxemburg geltend, so dass nach Jahren von Kampf und internationalen Verhandlungen mit dem Abschluss der Londoner Konferenz (1838–1839) die romanische (französischsprachige) WesthĂ€lfte an Belgien abgetreten wurde und der Rest in Personalunion bei den Niederlanden sowie im Deutschen Bund verblieb. Die Teilung sollte prinzipiell entlang der deutsch-französischen Sprachgrenze verlaufen, wodurch das Luxemburger Land seiner Doppelsprachigkeit entledigt wurde.

Areler Land

Einen Sonderfall bildete hierbei das Gebiet um Arlon, das trotz seiner deutsch- bzw. luxemburgischsprechenden Bevölkerung Belgien angegliedert wurde, weil Frankreich im Rahmen der Verhandlungen darauf pochte, dass die strategisch wichtige Straße von Longwy (F) ĂŒber Arlon und Bastnach nach LĂŒttich, respektive BrĂŒssel, zum „neutralen“ belgischen Staat gehören sollte, und nicht zum Rest-Großherzogtum, das ja weiterhin zum Deutschen Bund gehörte (bis 1866). Abgesehen davon war Arlon zwischen 1830 und 1839 "provisorischer Hauptort" der Provinz Luxemburg gewesen, da in der Hauptstadt des Großherzogtums preußisches MilitĂ€r dafĂŒr sorgte, dass die Stadtluxemburger ihrem Großherzog Wilhelm I. die Treue hielten.

  • Literatur: Edouard M. Kayser, Irgendwo zwischen Wien und London... - Das Großherzogtum Luxemburg von 1815 bis 1867 ; Luxemburg (Verlag St.-Paulus), 1990.

Erst jetzt konnte sich das Luxemburgische zu einem Nationalsymbol entwickeln, da es nun das ganze Land umfasste.

Ein nationales Bewusstsein entstand aber eher zögerlich. Luxemburgisch-Deutsch war in dieser Zeit die Sprache des Volkes. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es zudem einige Abgeordnete, die fĂŒr einen Zusammenschluss mit Belgien warben. Ohne diese Teilung wĂ€re der Luxemburgische Dialekt vielleicht zugunsten des Französischen verdrĂ€ngt worden, da der Großteil der west-luxemburgischen Bevölkerung romanische Dialekte bzw. Französisch als Muttersprache hatte.

[Bearbeiten] 1848 bis 1918

In der ersten Verfassung des Landes (1848) wurde Luxemburgisch nicht erwĂ€hnt, fĂŒr den offiziellen Sprachgebrauch gab es Wahlfreiheit zwischen Deutsch und Französisch. Noch im Dezember 1896 wurde in der Abgeordnetenkammer ein Vorschlag von C. M. Spoo abgelehnt, Luxemburgisch als eigenstĂ€ndige Sprache anzuerkennen.

Erst durch die Entdeckung des Eisenerzes und die Industrialisierung des SĂŒdens entstanden Stahlkonzerne, die dem Staat erstmals zu Wohlstand verhalfen. Dieser Aufschwung förderte den Stolz der Bevölkerung, und sie begann, sich als eigenstĂ€ndige Nation zu fĂŒhlen. Die Besetzung durch die Truppen des deutschen Kaisers im Ersten Weltkrieg (1914–1918) verstĂ€rkte dieses GefĂŒhl nochmals und schuf endgĂŒltig den Wunsch nach nationaler UnabhĂ€ngigkeit.

Fragebogen der Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober 1941

[Bearbeiten] Der Zweite Weltkrieg

Bis zum Zweiten Weltkrieg war LĂ«tzebuergesch die Mutter- und Umgangssprache der Luxemburger. Dies Ă€nderte sich wĂ€hrend der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg, als der Gauleiter Gustav Simon im Auftrag von Hitler versuchte, die Luxemburger als „Teil des deutschen Volkskörpers” freiwillig in das Deutsche Reich einzugliedern. Dazu wurden alle französischen Wörter und Bezeichnungen eingedeutscht, um so auch den französischen Sprach- und Kultureinfluss zurĂŒckzudrĂ€ngen. Zwar wurde der Gebrauch des LĂ«tzebuergeschen nicht verboten, aber alle öffentlichen Kundgebungen, Schreiben und Dokumente mussten in der hochdeutschen Amtssprache verfasst werden, und in den Schulen wurde nur noch in der hochdeutschen Amtssprache unterrichtet. Französische Vor- und Nachnamen wurden eingedeutscht (z. B. wurde aus dem Namen Louis Ludwig, usw.). Diese Maßnahmen fĂŒhrten zwar zu Missmut unter der Bevölkerung, aber nur mit der Muttersprache LĂ«tzebuergesch konnte man seine Abneigung gegen das Besatzungsregime bekunden.

In einer Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 1941 wurden die Luxemburger nach ihrer Staatsangehörigkeit, ihrer Muttersprache („Dialekte (Mundarten), z.B. luxemburgisch, plattdeutsch, gelten nicht als Muttersprache“) und Volkszugehörigkeit gefragt. Mit dem Ergebnis dieser Befragung sollte den Luxemburgern ihre deutsche Herkunft verdeutlicht werden, um sie so besser in das Dritte Reich eingliedern zu können. Stichproben ergaben allerdings, dass das Resultat nicht den Vorstellungen der Besatzer entsprach, so dass das Referendum abgesagt und damit der offensichtliche Widerstand der Bevölkerung gestĂ€rkt wurde.

[Bearbeiten] Nachkriegszeit bis heute

Die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und insbesondere die zwanghafte „Verdeutschung“ alles Französischen in Luxemburg förderten die vermehrte Aufnahme französischer AusdrĂŒcke in die luxemburgische Sprache und festigten das LĂ«tzebuergesche als nationales Symbol der Luxemburger. Ein nach der Befreiung von 1944 unternommener Versuch, das Luxemburgische durch EinfĂŒhrung einer lautgetreuen „Orthographie Luxembourgeoise Officielle“ (OLO) rechtschreiblich von der deutschen Amtssprache abzukoppeln und so auch Ă€ußerlich als eigenstĂ€ndige Nationalsprache zu gestalten, scheiterte. Soweit in BĂŒchern und Periodika das Luxemburgische als Schriftsprache verwendet wurde, hielt man sich in der Regel auch weiterhin an traditionelle, im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert hauptsĂ€chlich fĂŒr lyrische und epische Literatur in Gebrauch gekommene Rechtschreibvarianten, die sich mehr oder minder eng an das als Schriftsprache vertraute Hochdeutsch anlehnten. Die luxemburgische Regierung trug dieser Tendenz Rechnung, indem sie 1976 die unbeliebte OLO kippte und eine luxemburgische Schulorthographie einfĂŒhrte, die sich wieder stĂ€rker an hochdeutschen Schreibkonventionen orientierte, einschließlich „typisch“ deutscher Spracheigenschaften wie der Groß- und Kleinschreibung.

Durch die Anwerbung italienischer (um die Jahrhundertwende) und portugiesischer BĂŒrger (1960er Jahre), die Entstehung des Bankenwesens und die Politik der GrenzgĂ€nger seit Anfang der 1990er Jahre entstand in Luxemburg zusehends eine multikulturelle Gesellschaft (ca. 39 % auslĂ€ndischer Herkunft), in der viele Sprachen gesprochen werden. Neben LĂ«tzebuergesch dient vor allem das Französische als lingua franca zur VerstĂ€ndigung zwischen „Autochthonen“ und „Migranten“ in Luxemburg.

Um die luxemburgische IdentitĂ€t zu wahren, werden sich die Luxemburger der kulturellen Bedeutung ihrer Sprache immer bewusster. Luxemburgisch wird vermehrt durch den Staat und in den Massenmedien gefördert. Die neuen Medien tragen dazu bei, dass auch Jugendliche vermehrt auf Luxemburgisch schreiben (z.B. in SMS oder in sozialen Netzwerken). Nach einer Studie des Eurobarometer 2005 gaben 73 % der einheimischen Luxemburger an, Luxemburgisch als Muttersprache zu sprechen.

Eine luxemburgische Eigenart ist, dass in manchen GeschĂ€ften des Landes damit geworben wird, dass man bei ihnen auch Luxemburgisch spricht, zumal in vielen GeschĂ€ften fast ausschließlich GrenzgĂ€nger aus Belgien und Frankreich arbeiten und diese ausschließlich in ihrer französischen Muttersprache kommunizieren. Somit gilt die Verteidigung des Luxemburgischen mittlerweile vor allem gegenĂŒber der französischen Sprache. Trotzdem sind sich die Luxemburger bis heute der patriotischen Bedeutung ihrer Sprache wĂ€hrend der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieges bewusst. Die Eigenstaatlichkeit der Luxemburger fĂŒhrt außerdem dazu, dass sie ihre luxemburgische Sprache nur ungern als einen deutschen Dialekt (Kulturdialekt) bezeichnen lassen.

[Bearbeiten] Presse und Medien

Das in Luxemburg landesweit empfangbare Fernseh- und Radioprogramm von RTL Lëtzebuerg sowie die Radioprogramme DNR, radio 100,7 und Eldoradio senden auf Luxemburgisch und tragen so zur Standardisierung und Fortentwicklung der Sprache bei.

Die Presse, z. B. die Tageszeitungen Luxemburger Wort, Tageblatt, LĂ«tzebuerger Journal, LĂ«tzebuerg Privat oder Point 24 (deutsch-französisch-portugiesische Gratiszeitung) benutzen ĂŒberwiegend Deutsch als Schriftsprache, enthalten aber auch Artikel auf Französisch (ca. 16 %) und Luxemburgisch (ca. 2 %). Letzteres wird vor allem fĂŒr Kommentare und Glossen, Lokalnachrichten, Familienanzeigen und Werbung gern verwendet; Französisch findet sich besonders oft in den Wirtschafts- und Kulturteilen. Vor allem auch in den deutschen BundeslĂ€ndern Rheinland-Pfalz und Saarland werden die grĂ¶ĂŸten dieser Zeitungen reichlich verkauft. Ferner gibt es vier deutlich kleinere französischsprachige Zeitungen, die Wochenzeitung «Le Jeudi» und die Tageszeitungen «La Voix du Luxembourg», «Le Quotidien» sowie «L'Essentiel» (Gratiszeitung). Deren primĂ€re Zielgruppen sind Migranten, die Französisch als Mutter- oder Fremdsprache gut beherrschen, der deutschen oder luxemburgischen Sprache aber nicht oder unzulĂ€nglich mĂ€chtig sind, sowie Leser in den frankophonen NachbarlĂ€ndern. Das Nachrichtenportal von RTL LĂ«tzebuerg ist dagegen komplett auf Luxemburgisch.[8] Im Großherzogtum Luxemburg werden 85 % aller Artikel in Printmedien auf Deutsch, 12 % auf Französisch und lediglich 3 % auf Luxemburgisch veröffentlicht. Nach der Befreiung 1944 erschien die von der bisherigen Widerstandsbewegung ("Resistenz") herausgegebene Zeitung "d'Unio'n" vorĂŒbergehend vollstĂ€ndig auf Luxemburgisch; 1948 stellte sie aber ihr Erscheinen ein (das durch den Zusammenschluss der "Unio'n" mit der "Obermosel-Zeitung" entstandene Nachfolgeperiodikum ist das ĂŒberwiegend deutschsprachige LĂ«tzebuerger Journal). Seither ist dieser Versuch einer komplett in der nunmehrigen Nationalsprache redigierten Zeitung noch nicht wiederholt worden, da die luxemburgischen Medien auf auslĂ€ndische Pressedienste zurĂŒckgreifen mĂŒssen und der Zeitverlust fĂŒr das Übersetzen einer Agenturmeldung ins Luxemburgische sowie die damit verbundenen Kosten ein derartiges Unterfangen nahezu unmöglich machen.

Luxemburger sehen zudem ĂŒberwiegend deutsches Fernsehen, die zahlreichen romanischsprachigen, frankophonen Migranten eher französisches.

[Bearbeiten] Sprachbeispiele

Webwalking-kriipsewe.ogg
"De Kriipswée" - Der Weg der Krebse - von Franz Binsfeld
Luxemburgisch Standarddeutsch Französisch
moien guten Morgen, guten Tag bonjour
Ă€ddi ade adieu
wann ech gelift bitte s'il vous plaĂźt
merci danke merci
LĂ«tzebuerg Luxemburg, LĂŒtzelburg Luxembourg
jo ja oui
nee(n) nein non
dacks oft souvent
propper sauber, propper propre
PrÀbbeli Regenschirm, Parapluie parapluie
Forschett Gabel fourchette
Kanner Kinder enfants
Strooss Straße rue
Informatioun Information information
Pabeier Papier papier
Nanzeg Nancy Nancy
ParÀis Paris Paris
BrĂ©issel BrĂŒssel Bruxelles

FĂŒr die linguistische Klassifikation bedeutsame Wörter, die die Lage des Luxemburgischen im Rheinischen FĂ€cher definieren:

Luxemburgisch Standarddeutsch Lage im Rheinischen FĂ€cher nörd./sĂŒdl. Wortpaar
ech ich sĂŒdlich der Uerdinger Linie ik/ich
maachen machen sĂŒdlich der Benrather Linie maken/machen
Duerf (sĂŒdlux.), Dooref (nordlux.) Dorf sĂŒdlich der Bad Honnefer Linie Dorp/Dorf
tĂ«schent (sĂŒdlux.), zwĂ«schent (nordlux.) zwischen auf der Linzer Linie tussen/zwischen
op auf nördlich der Bad Hönninger Linie op/auf
Kuerf Korb nördlich der Bopparder Linie Korf/Korb
dat das nördlich der St. Goarer Linie dat/das
Apel Apfel nördlich der Speyerer Linie Appel/Apfel

[Bearbeiten] Hochdeutsch in Luxemburg

Das in Luxemburg verwendete Hochdeutsch ("Luxemburger Hochdeutsch") unterscheidet sich in einigen prÀgnanten Begriffen vom Hochdeutsch Deutschlands; es gibt ebenfalls Abweichungen in der Grammatik. Im Luxemburger Hochdeutsch gibt es beispielsweise folgende Begriffe:

Luxemburgisches Hochdeutsch Standarddeutsch
amenagieren (vergleichbar mit) einrichten, renovieren (von frz. "aménager")
24 auf 24 ("24 op 24") rund um die Uhr
7 auf 7 ("7 op 7") tÀglich
Rond-point Kreisverkehr
jemandem anrufen ("engem uruffen") jemanden anrufen
Protokoll errichten Anzeige erstatten
dreimal nichts gar nichts (von frz. "trois fois rien" und lux. "drÀi mol nÀischt")
(fĂŒr bestimmte Ortsnamen:) auf (dem) Ortsname (Bsp. "auf (dem) Bridel") in Ortsname (Bsp. "in Bridel")

Weitere Belege fĂŒr den schriftsprachlichen Gebrauch des Hochdeutschen in Luxemburg finden sich auch im Variantenwörterbuch des Deutschen. Als Belegquellen dienten hierbei insbesondere Zeitungstexte aus dem deutschsprachigen Pressewesen in Luxemburg sowie vereinzelt auch luxemburgische Webseiten.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

Auf Deutsch:

  • Guy Berg, „Mir wĂ«lle bleiwe wat mir sin“. Soziolinguistische und sprachtypologische Betrachtungen zur luxemburgischen Mehrsprachigkeit. TĂŒbingen 1993 (= Germanistische Linguistik; Bd. 140), ISBN 3-484-31140-1
  • A. Bertrang, Grammatik der Areler Mundart, BrĂŒssel 1921
  • Robert Bruch, Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, Luxemburg (Publications scientifiques et littĂ©raires du MinistĂšre de l'Éducation nationale) 1953, Bd. I: Das Luxemburgische im westfrĂ€nkischen Kreis. Luxemburg (Publications scientifiques et littĂ©raires du MinistĂšre de l'Éducation nationale) 1954, Bd. II.
  • Robert Bruch, PrĂ©cis populaire de grammaire luxembourgeoise. Luxemburger Grammatik in volkstĂŒmlichem Abriss. 3e Ă©d., rev. par LĂ©on Senninger. Luxembourg (Section de linguistique de l'Institut Grand-Ducal) 1973 (= BeitrĂ€ge zur luxemburgischen Sprach- und Volkskunde; Nr. 10).
  • Peter Gilles, Dialektausgleich im LĂ«tzebuergeschen : zur phonetisch-phonologischen Fokussierung einer Nationalsprache. TĂŒbingen (M. Niemeyer) 1999.
  • Germaine Goetzinger et al., LĂ«tzebuergesch : eine Sprache geht ihren Weg: von "onst DĂ€itsch" zu "eis Sprooch". [Ausstellung] Centre National de LittĂ©rature, Maison Servais, Mersch, Luxembourg, Oktober 2000 – MĂ€rz 2001. Mersch; Luxembourg (Centre National de LittĂ©rature) 2000.
  • Fernand Hoffmann, Sprachen in Luxemburg: Sprachwissenschaftliche und literarhistorische Beschreibung einer Triglossie-Situation. Wiesbaden 1979 (= Deutsche Sprache in Europa und Übersee; Bd. 6), ISBN 3-515-02985-0
  • Heinz Kloss, Die Entwicklung neuer germanischer Kultursprachen seit 1800. 2., erw. Aufl. DĂŒsseldorf (PĂ€dagogischer Verlag Schwann) 1978 (= Sprache der Gegenwart; Bd. 37).
  • Claudine Moulin, Damaris NĂŒbling (Hrsg.), Perspektiven einer linguistischen Luxemburgistik. Studien zu Diachronie und Synchronie. Heidelberg (UniversitĂ€tsverlag Winter) 2006.
  • Joscha Remus, LĂ«tzebuergesch Wort fĂŒr Wort. Bielefeld (Reise Know-How Verlag) 1997 (= Kauderwelsch Band 104), ISBN 3-89416-310-0

Auf Englisch:

  • Gerald Newton (Hrsg.), Luxembourg and LĂ«tzebuergesch: Language and Communication at the Crossroads of Europe, Oxford 1996, ISBN 0-19-824016-3.

Auf Französisch:

  • Josy Braun et al. (in Zusammenarbeit mit Projet Moien!), Grammaire de la langue luxembourgeoise. Luxemburg (MinistĂšre de l'Éducation nationale et de la Formation professionnelle) 2005, ISBN 2-495-00025-8.
  • JĂ©rĂŽme Lulling, La crĂ©ativitĂ© lexicale en luxembourgeois, Promotion, UniversitĂ© Paul ValĂ©ry Montpellier III, 2002
  • François Schanen, Parlons Luxembourgeois, Langue et culture linguistique d'un petit pays au coeur de l'Europe. Paris (L'Harmattan) 2004, ISBN 2-7475-6289-1.
  • François Schanen, Recherches sur la syntaxe du luxembourgeois de Schengen: l'Ă©noncĂ© verbal. ThĂšse Paris IV. 1980
  • François Schanen, Jacqui Zimmer, 1,2,3 LĂ«tzebuergesch Grammaire. Band 1: Le groupe verbal. Band 2: Le groupe nominal. Band 3: L'orthographe. Esch-sur-Alzette (Ă©ditions Schortgen) 2005–2006.
  • Gilbert Sondag, Josiane Kartheiser, Henry Wickens: Parler Luxembourgeois / Esou Schwaetze mir / Living Luxembourgish. Esch-sur-Alzette (Editions Le Phare) 1996.
  • MĂ©morial du Grand-DuchĂ© de Luxembourg, ArrĂȘtĂ© MinistĂ©riel portant fixation d'un systĂšme officiel d'orthographe. RĂšglement grand-ducal du 5 juin 1946 [9]
  • MĂ©morial du Grand-DuchĂ© de Luxembourg, RĂ©forme du systĂšme officiel d'orthographe luxembourgeoise. RĂšglement grand-ducal du 30 juillet 1999 [10]

Auf Luxemburgisch:

  • LĂ«tzebuergesch fir all Dag. Hrsg. vom Centre de Langues Luxembourg, Unterrechtsministaer LĂ«tzebuerg, Editioun 2000 – Teil 1: Lektionen 1-8, Lehr-& Arbeitsbuch: ISBN 978-2-495-00016-1 & ISBN 978-2-495-00015-4
  • LĂ«tzebuergesch: Quo Vadis? Actes du cycle de confĂ©rences. Hrsg. v. Projet Moien!, Sproochenhaus WĂ«lwerwolz. Mamer, Wilwerwiltz 2004, ISBN 2-87996-855-0 (dreisprachig lb, de, fr)
  • Emissions luxembourgeoises 'Ech schwĂ€tzen och LĂ«tzebuergesch – Je parle aussi le luxembourgeois'/Traditions luxembourgeoises 'Ech kennen och LĂ«tzebuerg – Je connais aussi le Luxembourg. Hrsg. v. ASTI (Association de Soutien aux Travailleurs ImmigrĂ©s) asbl, Luxemburg, ISBN 2-9599978-5-9 (zweisprachig lb, fr)

WörterbĂŒcher:

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Birgit Pfaus-Ravida: Interview mit Fernand Fehlen, Peter Gilles.
  2. ↑ Guy Thewes: Apropos ... Geschichte des Großherzogtums Luxemburg. Presse- und Informationsamt der Luxemburger Regierung, 8. Juli 2010, S. 9, abgerufen am 7. MĂ€rz 2012 (PDF-Datei, 2,3 MB).
  3. ↑ Digitaler Luxemburgischer Sprachatlas
  4. ↑ (Memorial: Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg B - No 68; 30. Juli 1999 ergĂ€nzt A - No 112)
  5. ↑ Gesetz ĂŒber den Gebrauch der Sprachen vom 24. Februar 1984
  6. ↑ Chambre des DĂ©putĂ©s - Luxembourg
  7. ↑ Siehe jĂ€hrlich erscheinende Literaturbibliographie
  8. ↑ RTL LĂ«tzebuerg
  9. ↑ Legilux - MĂ©morial A n° 40 de 1946
  10. ↑ Legilux - MĂ©morial A n° 112 de 1999

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Luxemburgisch â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] EinfĂŒhrungen in die Orthographie

[Bearbeiten] Leseproben

[Bearbeiten] Weitere Informationen zur Sprache

[Bearbeiten] Interviews und Stellungnahmen

[Bearbeiten] Korrektursoftware

  • Spellchecker.lu – Freie Korrektursoftware fĂŒr das Luxemburgische
  • Spellchecker CORTINA – Erster Spellchecker fĂŒr das Luxemburgische (JĂ©rĂŽme Lulling/Mousel)
  • www.dico.lu – dictionnaire luxembourgeois français

[Bearbeiten] Forschungszentren


 Commons: Luxembourgish language â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Satellitentechnik, LNB, Digitalreciver  EDV Dienstleister, VPN  Free Counter, Besucherstatistik  Russisches Portal in Deutschland  Werbung im Internet  Onlineshop  PHP Sicherheit  Donaueschingen  

 

 

 

geburtstagsgeschenk-online.de