Liaison (Sprachwissenschaft)
Im Französischen (und teilweise auch in anderen Sprachen) bezeichnet Liaison (französisch fĂŒr âBindungâ) das Auftreten von (in anderen Kontexten) nicht vorhandenen Konsonanten am Wortende, wenn das folgende Wort mit einem Vokal anlautet und mit dem vorangehenden eine phonetische Einheit bildet. Es handelt sich um ein Sandhi-PhĂ€nomen.
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[Bearbeiten] Anwendungen
Man unterscheidet:
[Bearbeiten] die obligatorische Liaison
- Innerhalb der Nominalgruppe ist die Liaison obligatorisch zwischen dem Nomen vorausgehenden Determinanten und dem Nomen (auch zwischen den Determinanten): lesâżenfants, deuxâżours
- zwischen einem Personalpronomen bzw. einem Indefinitpronomen und dem Verb: nousâżavons, ellesâżaiment, bei Inversion: ont-ils, allons-y
- in bestimmten festen Wendungen: Ătats-Unis, de tempsâżen temps,
[Bearbeiten] die fakultative Liaison
Sofern die Liaison nicht verboten oder nötig ist, kann sie vor allem in gepflegter Sprache durchgefĂŒhrt werden. Besonders hĂ€ufig ist sie beim metrischen Vortrag (Gedichte, Lieder).
fakultativ ist die Liaison unter anderem in folgenden FĂ€llen:
- nach PrÀpositionen: sous un abri
- nach modifizierendem Adverb: pas encore, trop heureux, trĂšs aimable
[Bearbeiten] die unmögliche Liaison
Nicht gestattet ist die Liaison:
- nach bestimmten Wörtern wie et, toujours, vers
- nach einem Substantiv im Singular: sujet intĂ©ressant, un savant Anglais (im Gegensatz zu un savantâżAnglais mit savant als Adjektiv)
- wenn das Wort auf mehr als einen Konsonanten endet, wovon nur der letzte stumm ist: il perd un ami, je prends part Ă votre deuil
- in bestimmten festen Wendungen: nez Ă nez, corps Ă corps
- vor bestimmten Wörtern, die mit stummem h beginnen (aspiriertes h): les haricots, ils halÚtent, les handicapés
- vor prÀpositionaler ErgÀnzung innerhalb von Nominalgruppen,
- zwischen Nomen und Verb: les femmes arrivent
- zwischen Interrogativpronomen und Verb,
- nach der Endung der zweiten Person Singular: tu parles aimablement
[Bearbeiten] Literatur
- Maurice Grevisse: Le bon usage, 12te Edition, Duculot, Paris, 1993, (ISBN 2-8011-0042-0)









