Kasus
Der Kasus [ËkaËzÊs] (Pl.: Kasus mit langem u [ËkaËzuËs]) (auch: âder Fallâ) ist eine grammatische Kategorie der nominalen Wortarten.
[Bearbeiten] Etymologie
Die Bezeichnung Kasus geht etymologisch auf das lateinische Wort 'casus' (âFallâ) zurĂŒck. Dieses Wort ist eine BegriffsĂŒbernahme vom griechischen Wort ptosis (ÏÏáż¶ÏÎčÏ) ('Fall'). Der griechische Grammatiker Dionysios Thrax hatte die Nomina als vom Verb 'abfallend' ('abhĂ€ngig') aufgefasst (etwa wie noch heute in der Dependenzgrammatik) und dies als 'ptosis' bezeichnet.
[Bearbeiten] Begriff
Der Ausdruck âKasusâ ist mehrdeutig.
[Bearbeiten] Morphologischer Kasus
In einem engeren Sinn ist mit âKasusâ der morphologische Kasus gemeint, d. h. die âKasusmarkierung durch grammatische Morphemeâ[1]. In der Morphologie ist der Kasus eine morphologische Kategorie, die durch ein System einander gegenĂŒberstehender Formenreihen gekennzeichnet ist, wobei diese Formen die Beziehung eines Gegenstandes zu anderen GegenstĂ€nden in einer bestimmten Situation wiedergeben. Dies entspricht der herrschenden Definition des Kasus als
- grammatische Kategorie deklinierbarer Wörter, insbesondere zum Ausdruck syntaktischer Funktionen im Satz.
Dieser morphologische Kasusbegriff bietet sich fĂŒr die deutsche Sprachwissenschaft an, da das Deutsche noch ein ausgeprĂ€gtes Flexionssystem der nominalen Wortarten kennt. Im Deutschen werden in der Deklination mit dem Kasus auch zugleich das Genus und der Numerus morphologisch gekennzeichnet.
FĂŒr den morphologischen Kasus gelten (im Deutschen) in der Regel Kongruenz und Rektion.
In der traditionellen Duden-Grammatik wird fĂŒr das Deutsche zwischen einem reinen Flexionskasus (Beispiel: âMĂŒllers Autoâ) und einem PrĂ€positionalkasus (Beispiel: âdas Auto von MĂŒllerâ) unterschieden[2].
Aus dem Griechischen stammt die Einteilung in Casus Rectus (Nominativ, Vokativ) und Casus Obliquus ((vom Verb abhÀngigen Kasus) Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ).
Weitere Einteilungen sind die in lexikalischen und strukturellen Kasus (so in der generativen Syntax) und in syntaktischen und semantischen Kasus[3].
Typischerweise trÀgt ein Wort nur eine einzige Kasusmarkierung, in einigen Sprachen gibt es jedoch auch Wörter mit zwei und mehr Kasusmarkierungen (Suffixaufnahme).
[Bearbeiten] Abstrakter Kasus
UnabhĂ€ngig von einer morphologischen Realisierung kann man den Kasus abstrakt definieren als âgrammatische Kategorie der nominalen Wortarten âŠ, die der grammatischen Organisation des Satzes dient, indem die syntaktische Rolle von Substantivgruppen gekennzeichnet wird.â[4].
Dieser Kasusbegriff bietet sich âfĂŒr nicht flektierende Sprachen wie dem Englischen und Französischen (an), in denen syntaktische Funktionen hauptsĂ€chlich durch Wortstellung bzw. Satzstruktur kodiert werdenâ[5]. Ein abstrakter Kasusbegriff wird in der Sprachvergleichung verwendet.
Als Spielart des abstrakten Kasus kann auch der Kasusbegriff der Kasusgrammatik angesehen werden.
[Bearbeiten] Tiefenkasus im Sinne der Kasusgrammatik
Die Kasusgrammatik bezeichnet mit âKasusâ (Tiefenkasus) die âsemantisch/thematischen Relationen/Rollenâ[6] bzw. die âabstrakte logisch-semantische Relation zwischen Nominalphrase und Verbâ[7].
[Bearbeiten] Das System der Kasus in der deutschen Sprache
[Bearbeiten] Das Kasussystem im Standarddeutschen
Die deutsche Sprache kennt vier FĂ€lle (Kasus):
- den Nominativ, 1. Fall, âWer-oder-was-Fallâ
- den Genitiv, 2. Fall, âWes(sen)-Fallâ
- den Dativ, 3. Fall, âWem-Fallâ
- den Akkusativ, 4. Fall, âWen-oder-was-Fallâ.
(Um sich die Reihenfolge zu merken: Nominativ â Geh' nie tief (Genitiv) ins Wasser â es könnte da tief (Dativ) sein. â Akkusativ bzw. die umgekehrte alphabetische Anordnung: N â G â D â A)
Beispielsweise ist in dem Satz:
- Die Frau gibt ihrem Bruder den Hut ihres Mannes.
Die Frau das Subjekt (= ErgÀnzung im Nominativ), ihrem Bruder das Dativobjekt (= ErgÀnzung im Dativ), den Hut das Akkusativobjekt (= ErgÀnzung im Akkusativ) und ihres Mannes das Genitivattribut.
Bei Feminina, Neutrum, und bei stark deklinierenden Maskulina findet sich höchstens noch im Genitiv Singular und im Dativ Plural eine Kasus-Beugung, d. h. eine VerĂ€nderung der Wortform durch das AnhĂ€ngen einer Endung an den Wortstamm bzw. den Pluralstamm. Der Dativ Singular der starken Maskulina und Neutra wurde im 20. Jahrhundert oft noch flektiert: dem Manne. In manchen Redewendungen ist dieser Stand erhalten: Im echten Manne ist ein Kind versteckt: Das will spielen. (Friedrich Nietzsche). Schwache Maskulina sowie alle substantivierten Adjektive und Partizipien haben auch in anderen Kasus Flexionsendungen (dem Menschen, den Boten, mit der Schönsten, fĂŒr den Gebildeten). Der fortschreitende Verlust der Endungen ist wiederum Ursache fĂŒr den Zusammenfall von gleichlautenden Kasus, wie im Englischen und Niederdeutschen (siehe unten). Das Deutsche scheint auf dem Wege zu sein, auch den Genitiv als Objektkasus (âich schĂ€me mich seinerâ) und den Dativ zu verlieren und damit ein Kasussystem wie das Englische auszubilden (Sprachdrift). Bei den nicht mehr durch Endungen gekennzeichneten FĂ€llen zeigen die Artikel den Kasus des entsprechenden Wortes an.
[Bearbeiten] Kasus in den deutschen Dialekten
[Bearbeiten] Allgemeines
In vielen deutschen Mundarten ist das Kasussystem einfacher als im Hochdeutschen. So kommt der Genitiv in den deutschen Mundarten oft nur noch in festen Redewendungen vor. Er wird in der Regel durch eine Kombination von PrÀposition und Substantiv ersetzt. Beispiel: das Haus meiner Eltern wird ersetzt durch das Haus von meinen Eltern oder durch meine Eltern ihr Haus.
In einigen DialektrĂ€umen fallen Nominativ und Akkusativ zusammen, in anderen Dativ und Akkusativ (dieser Gemeinschaftskasus heiĂt dann Akkudativ oder Objektfall). In manchen Gegenden bleibt die Unterscheidung zwischen allen drei Kasus erhalten, in anderen verschwindet die Unterscheidung zwischen allen drei Kasus vollstĂ€ndig, sodass dort ein Einheitskasus aus Nominativ, Dativ und Akkusativ entsteht.
Bei den Kasus in den deutschen Mundarten muss man unterscheiden zwischen den einzelnen Wortarten (Artikel, Adjektiv, Substantiv und Personalpronomen) und zwischen den drei grammatischen Geschlechtern (Genera). Zum Beispiel verhÀlt sich beim bestimmten Artikel die mÀnnliche Form (hochdeutsch der) anders als die weibliche und die sÀchliche Form (die bzw. das).
[Bearbeiten] Das Kasussystem im Alemannischen
Das Alemannische ist ein Dialektverbund der oberdeutschen Sprache, die sehr arm an verschiedenen FÀllen ist. Hier werden die FÀlle anhand eines Luzerner Dialekts demonstriert. Es gibt keine einheitliche Angabe der FÀlle im Alemannischen, da sie in den verschiedenen Dialekten teilweise sehr unterschiedlich sein können.
Substantive
| Kasus | maskulin | feminin | neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | de Maa (der Mann) | d'Frau (die Frau) | s'Chind (das Kind) |
| Akkusativ | de Maa (den Mann) | d'Frau (die Frau) | s'Chind (das Kind) |
| Dativ | am Maa (dem Mann) | de Frau (der Frau) | am Chind (dem Kind) |
Die Formen des Nominativs und des Akkusativs sind in allen Genera identisch. Im Dativ wird als Artikel âim/i deâ verwendet. Das Wort selbst verĂ€ndert sich nicht.
Der Genitiv muss gesondert aufgefĂŒhrt werden. Eigentlich existiert ein Genitiv gar nicht. Deshalb entfallen die wenigen Verben, die im Standarddeutschen noch ein Genitivobjekt fordern, im Alemannischen oder werden mit entsprechenden PrĂ€positionen aufgefĂŒhrt.
Beispiel:
- Ursprungssatz: Ich schÀme mich seiner.
- Alemannisch: Ich schÀme mich wÀg ihm.
- Einheitliche Ăbersetzung: Ich schĂ€me mich seinetwegen.
Wird der Genitiv in einem Genitivattribut gefordert, wird er wie folgt angegeben:
| Genus des Bezugswortes | maskulin | feminin | neutrum |
|---|---|---|---|
| maskulin | am Maa si(n) | de Frau ires | am Chind si(n) |
| feminin | am Maa sini | de Frau iri | am Chind sini |
| neutrum | am Maa sis | de Frau ires | am Chind sis |
| Plural (m.,f. o. n.) | am Maa sini | a de Frau iri | am Chind sini |
Er setzt sich also zusammen aus dem Dativ, auf den ein Possessivpronomen folgt. In der Spalte ganz rechts ist angegeben, welches Genus das nachfolgende Wort hat. Je nachdem Ă€ndert sich auch das Possessivpronomen. Im Plural gibt es nur ein Possessivpronomen, weshalb die Geni Plural nicht mehr einzeln aufgefĂŒhrt sind. Diese Form eines Genitivs, der ja eigentlich gar keiner ist, kann nur auf Genitivattribute angewendet werden. Als Genitivobjekt ist sie nicht zu gebrauchen. Sie existiert auch im Standarddeutschen, wird aber heute nur noch sehr selten verwendet. So ist sie zu ĂŒbersetzen (das Genus des Bezugswort ist jeweils in Klammern angegeben):
- Im Maa sis Buech (n.) liit am Bode.
- Dem Mann sein Buch liegt auf dem Boden.
- I de Frou ires Chind (n.) esch 3-jÀhrig.
- Der Frau ihr Kind ist 3-jÀhrig.
- Im Chind sini Mueter (f.) chouft i.
- Dem Kind seine Mutter kauft ein.
AuĂerdem existiert im Alemannischen eine zweite Form. Auch diese Form ist im Standarddeutsch vorhanden und wird auch heute öfter gebraucht.
| maskulin | feminin | neutrum |
|---|---|---|
| vom Maa | vo de Frou | vom Chind |
Diese Form eines rekonstruierten Genitivs setzt sich aus der PrĂ€position âvonâ, dem Artikel (bei maskulinen und netrum Substantiven miteinander verschmolzen) und dem eigentlichen attributiven Substantiv zusammen. Das Bezugswort steht vor dem âGenitivâ. Das Genus und der Numerus des Bezugswort spielen in diesem Fall keine Rolle. Diese Form ist so zu ĂŒbersetzen:
- D'Schwöschtere vom Maa heissed Erika ond Jasmin.
- Die Schwestern vom (= von dem) Mann heiĂen Erika und Jasmin.
[Bearbeiten] Das Kasussystem im indoeuropÀischen Sprachraum
[Bearbeiten] Allgemeines
Das IndoeuropÀische bzw. Indogermanische kannte acht oder neun FÀlle:
- Nominativ
- Genitiv oder Genetiv
- Dativ
- Akkusativ
- Ablativ
- Instrumental
- Allativ (umstritten)
- Vokativ
- Lokativ.
Die daraus entstandenen Sprachen (baltische, slawische Sprachen, sowie Latein oder Altgriechisch) haben diese vollstÀndig oder nur zum Teil erhalten (teilweise unter anderen Namen). Auch das Deutsche besaà bis vor etwa eintausend Jahren noch einen Instrumental-Kasus.
[Bearbeiten] Die Kasussysteme indoeuropÀischer Sprachen im Einzelnen
[Bearbeiten] Die Kasus im (Alt-)Griechischen
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Altgriechischen fĂŒnf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ (Anredeform). Nach ihrer Verwendungsweise werden zahlreiche verschiedene Kasusfunktionen unterschieden. Das altgriechische Kasussystem Ă€hnelt in seinen GrundzĂŒgen dem deutschen. Zu Einzelheiten siehe Altgriechische Sprache.
[Bearbeiten] Die Kasus im Lateinischen und in den romanischen Sprachen
[Bearbeiten] Latein
Das Lateinische kennt fĂŒnf ausgeprĂ€gte Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ und Ablativ. Hinzu kommt der Vokativ, der jedoch nur bei einer einzigen Substantivklasse im Singular Maskulinum eine eigene Form hat, sonst ist er stets gleich dem jeweiligen Nominativ. Bei StĂ€dtenamen der a/o-Klasse erscheinen ĂŒberdies Reste des Lokativs. Einzelheiten unter Grammatik des Lateinischen.
[Bearbeiten] Romanische Sprachen
âDer Verlust der morphologisch markierten Kasus gehört zu den wichtigsten typologischen Merkmalen, die die romanischen Sprachen vom Lateinischen unterscheiden.â[8]
An die Stelle eines Flexionskasus tritt ein PrĂ€positionalkasus[9]. Im Altfranzösischen war noch ein Zweikasussystem ĂŒblich.
- Beispiel: Statt (lateinisch) âhomo homini lupusâ (spanisch) âEl hombre (es) un lobo para el hombre.â[8]
Reste eines morphologischen Kasus finden sich bei den romanischen Sprachen noch bei den Personalpronomina. Lediglich im RumĂ€nischen gibt es noch âein rudimentĂ€res Kasussystemâ[8].
[Bearbeiten] Die Kasus in den germanischen Sprachen
[Bearbeiten] NiederlÀndisch
Im NiederlĂ€ndischen ist das Kasussystem weitestgehend verschwunden. Bei den Substantiven und Adjektiven gibt es keine Unterscheidung zwischen den Kasus mehr. Bei den Personalpronomina gibt es noch die Unterscheidung zwischen Subjektfall und Objektfall, z.B. ik (âichâ, Subjektfall) â mij, me (âmirâ oder âmichâ, Objektfall). Dabei ist me die unbetonte Form von mij.
Gelegentlich kommen noch Reste weiterer Kasusunterscheidungen vor. In der Schriftsprache gibt es beim Personalpronomen der dritten Person Plural die Unterscheidung zwischen hen und hun. Dieser Unterschied wird in der Schriftsprache aber selten gemacht und kommt in der gesprochenen Sprache nicht vor. Weitere Kasusunterscheidungen kommen in feststehenden AusdrĂŒcken und in Archaismen vor.
Beispiele:
- Van de koele meren des doods â âVon den kĂŒhlen Seen des Todesâ, Genitiv in einem Buchtitel von Frederik van Eeden
- Woordenboek der Nederlandsche Taal â âWörterbuch der niederlĂ€ndischen Spracheâ, Genitiv
- ter dood veroordeeld â âzum Tode verurteiltâ, Dativ
- mijns inziens â âmeines Wissensâ, Genitiv
- ontferm u onzer â âerbarme dich unserâ, Genitiv
[Bearbeiten] Niederdeutsch
Der weibliche und der sĂ€chliche bestimmte Artikel haben im niederdeutschen Sprachraum einen Einheitskasus. Eine Ausnahme bilden bei den sĂ€chlichen Artikeln feste Formen wie to'n Bispill (zum Beispiel), in denen noch ein Dativrelikt aus frĂŒheren Sprachstufen zu finden ist. Der mĂ€nnliche bestimmte Artikel hat nur in einem kleinen Teil vom Sprachraum (nĂ€mlich in SĂŒdschleswig) den Einheitskasus Nominativ-Dativ-Akkusativ.
Ein niederdeutsches Beispiel fĂŒr die vorhandene Opposition Nominativ-Objektfall (Akkudativ) beim mĂ€nnlichen Nomen ist folgendes:
- De Fru kickt den Mann an (Das Wort Mann steht im Objektfall; im Standarddeutschen wĂŒrde es im Akkusativ stehen)
- 'Die Frau schaut den Mann an.'
- De Fru gifft den Mann Koken. (Das Wort Mann steht im Objektfall; im Standarddeutschen wĂŒrde es im Dativ stehen)
- 'Die Frau gibt dem Mann Kuchen.'
Wie man sieht gibt es keine Unterscheidung zwischen Dativ und Akkusativ. Sowieso ist die einzige Fallendung im Niederdeutschen am mÀnnlichen bestimmten Singular-Artikel im Objektfall. Ansonsten gibt es keine kasusmarkierende Deklination mehr an den Nomen.
Weitere Kasusrelikte finden sich beim Genitiv. Im westlichen Sprachgebiet gibt es Formen wie s'Avends (des Abends) wohl durch das NiederlÀndische beeinflusst.
[Bearbeiten] Die Kasus in den slawischen Sprachen
Die slawischen Sprachen lassen sich nach der Anzahl der Kasus in zwei Gruppen unterteilen.
- Im Bulgarischen[10], und Mazedonischen[11] gibt es 3 Kasus bei Pronomen wÀhrend bei den Substantiven keine FÀlle mehr existieren.
- Alle weiteren slawischen Sprachen haben 6 oder 7 Kasus.
[Bearbeiten] Die Kasus in den baltischen Sprachen
Die beiden baltischen Sprachen unterscheiden sich in der Anzahl der FĂ€lle.
- Litauisch[21] [22] hat 7 FĂ€lle wie das benachbarte Polnische[17].
- Lettisch[23] [24] [22] hat dagegen nur 6 FĂ€lle, obwohl in einigen Quellen der Instrumental als 7. Kasus erwĂ€hnt wird. Er ist aber im Singular mit dem Akkusativ und im Plural mit dem Dativ identisch und wird daher in neueren BĂŒchern nicht mehr aufgefĂŒhrt.
[Bearbeiten] Kasus in den Sprachen der Welt
Nicht-indogermanische Sprachen (z.B. finno-ugrische) kennen zum Teil deutlich mehr FÀlle als die indoeuropÀischen Sprachen. Im Finnischen sind es beispielsweise 15, im Ungarischen je nach ZÀhlung zwischen 0 und 31, im Wepsischen 24.
Jedoch ist es recht schwierig, dem Begriff eine allgemeingĂŒltige Definition zu geben. Manche Fachleute bezweifeln, dass er auf alle Sprachen (z. B. Englisch oder Ungarisch) anwendbar ist.
[Bearbeiten] Kasus und Adpositionen in der Sprachtypologie
In den Sprachen der Welt zeigt sich, dass ein Teil der Sprachen Kasusmarkierungen verwendet, wo ein anderer Teil Adpositionen (PrĂ€- bzw. Postpositionen) benutzt, d. h., der Unterschied zwischen beiden Strategien Ă€uĂert sich hĂ€ufig nur in der Morphologie, nicht jedoch in der Funktion (Semantik). Von einigen zeitgenössischen Sprachtypologen wird daher der engl. Begriff flag bzw. flagging (âFlaggeâ bzw. âBeflaggungâ)[25] verwendet, um beide PhĂ€nomene im Hinblick auf ihre Semantik unter einem Oberbegriff zusammenzufassen.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Kasus-Numerus-Genus-Kongruenz
- Kasusgrammatik (nach Fillmore)
- Kasustheorie (in der Rektions- u. Bindungstheorie)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â Wendung nach BuĂmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Kasus
- â Duden, Die Grammatik, 4. Aufl., Rn. 372
- â Im Einzelnen vergleiche BuĂmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Kasus
- â Nach Gadler, Praktische Linguistik, 3. Aufl. (1998), S. 179 (dort wird aber nicht explizit vom abstrakten Kasus gesprochen)
- â Formulierung von BuĂmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Kasus, dort jedoch ohne ausdrĂŒckliche Unterscheidung zwischen einem morphologischen und abstrakten Kasusbegriff
- â BuĂmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002), ISBN 3-520-45203-0/Kasusgrammatik
- â Ulrich, Linguistische Grundbegriffe, 5. Aufl. (2002)/Kasus
- â a b c Gabriel/Meisenberg, Romanische Sprachwissenschaft (2007), S. 140
- â Terminologie nach Duden, Die Grammatik, 4. Aufl., Rn. 372 (Unterscheidung fĂŒr die deutsche Sprache)
- â Kauderwelsch Band 51, Bulgarisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-240-6, 4. Auflage 2003, Seiten 31 (Pronomen), 50 (VerhĂ€ltniswörter mit Hinweis auf fehlende Deklination)
- â Kauderwelsch Band 131, Mazedonisch/Makedonisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-494-8, 2. Auflage 2002, Seiten 43 (Pronomen), 74 (VerhĂ€ltniswörter)
- â Kauderwelsch Band 69, Slowenisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-259-7, 5. Auflage 2003, Seite 29
- â Grammatik der russischen Sprache, ISBN 3-06-502230-3, Seite 137
- â a b Kauderwelsch Band 211, Sorbisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 978-3-89416-381-5, 1. Auflage 2007, Seiten 26-30
- â Kauderwelsch Band 93, Kroatisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 978-3-89416-886-5, 9. Auflage 2007, Seite 57
- â Kauderwelsch Band 93, Serbisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 978-3-89416-537-6, 5. Auflage 2008, Seite 52
- â a b Kauderwelsch Band 35, Polnisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-527-8, 7. Auflage 2002, Seiten 70-76
- â Kauderwelsch Band 32, Tschechisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-058-6, 7. Auflage 2004, Seite 27
- â Kauderwelsch Band 81, Slowakisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-272-4, 4. Auflage 2002, Seiten 50-53
- â Kauderwelsch Band 79, Ukrainisch fĂŒr Globetrotter, ISBN 3-89416-270-8, 1. Auflage 1993, Seite 47
- â Kauderwelsch Band 54, Litauisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 978-3-89416-244-3, 5. Auflage, Seiten 44-51
- â a b Die baltischen Sprachen, ISBN 3-324-00605-8, Seiten 113 (Litauisch), 283 (Lettisch)
- â Kauderwelsch Band 82, Lettisch Wort fĂŒr Wort, ISBN 3-89416-273-2, 3. Auflage 2002, Seite 65
- â Jan Henrik Holst: Lettische Grammatik, ISBN 3-87548-289-1, Seite 106-121
- â Martin Haspelmath: Argument marking in ditransitive alignment types. In: Linguistic Discovery. Bd. 3, Heft 1, 2005, S. 1â21.
[Bearbeiten] Literatur
- Barry J. Blake: Case. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2001, ISBN 0-521-80761-1.
- Thomas Stolz: Lokalkasussysteme. Aspekte einer strukturellen Dynamik (= Pro lingua. Bd. 13). Egert, Wilhelmsfeld 1992, ISBN 3-926972-23-8.
[Bearbeiten] Weblinks
Kasus: Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ
Numerus: Singular | Plural | Singularetantum | Pluraletantum









