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Heinrich Albert (Gitarrist) – Wikipedia

Heinrich Albert (Gitarrist)

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Heinrich Albert in den 1920er Jahren

Heinrich Albert (* 16. Juli 1870 in Würzburg; † 12. März 1950 in Gauting) war ein Gitarrist und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Heinrich Albert studierte an der Königlichen Musikschule Würzburg Horn als Hauptfach. 1888 fand er seine erste Anstellung als Orchestergeiger im Stadttheater Duisburg. Ein wechselvolles Musikerleben als Hornist führte ihn dann in die Theaterorchester nach Würzburg, Regensburg, St. Gallen, Göteborg, Bad Pyrmont und Interlaken.

1889 verlegte er seine ersten Kompositionen unter dem Pseudonymen Enrico Alberto und Henry Albert. Von 1895 bis 1900 gehörte er dem Kaim-Orchester an. Ab 1892 widmete er sich nebenher dem Gitarrespiel. Er eignete sich autodidaktisch alte Spieltechniken an und entwickelte sie weiter zur Moderne. 1898 befasste sich Albert mit Versuchen zur Verbesserung und Vergrößerung des Tones der Gitarre. Als Ergebnis wurde u.a. die von ihm erfundene Quintbassogitarre gebaut, welche im Gitarrenquartett verwendet wurde. In der 2. Hälfte der 1890er Jahre gründete er den „Mailänder Mandolinen-Club“, nur mit Darmsaitenspielern in der Orchesterbesetzung. Dies war etwas bis dahin vollkommen Unbekanntes. Nach 30 Jahren ging der Club ein.

Nach 1900 machte er sich in München als Gitarren- und Mandolinenlehrer dauernd ansässig. Aus seiner Schule gingen namhafte Gitarristen/innen wie Luise Walker hervor. Einer seiner Mandolinen-Schüler war das Münchner Original Karl Valentin. 1909 erfolgte seine Ernennung zum Kammervirtuosen durch Marie in Bayern. Um 1910 gründete er ein Gitarrenquartett, das er nach dem Vorbild des Streichquartettes anlegte.

1912 stellte Albert seine große Gitarrenschule „Moderner Lehrgang des künstlerischen Gitarrenspiels“ fertig. Zunächst erschien die Schule im „Verlag Gitarrefreund“. 1924 fand sich als neuer Verleger der Schule Robert Lienau. Zweimal im Jahr fanden Konzerte der Reihe „Die Gitarre in der Haus- und Kammermusik vor 100 Jahren“ unter seiner Mitwirkung statt. Die Stücke, die er dort spielte, wurden parallel im Verlag von Julius Heinrich Zimmermann veröffentlicht, der ab 1919 die meisten von Alberts Werken und Bearbeitungen herausgab. Unter den deutschen Gitarristen war Heinrich Albert der erste konzertierende Künstler, der kurz nach dem ersten Weltkrieg in vielen deutschen Städten auftrat. Auch als Spieler der Gitarrenlaute machte er sich einen Namen. 1928 wurde er Prim-Gitarrist des Münchener Gitarren-Kammer-Trios.

Als in den 1920er Jahren vor allem die spanische Gitarrenschule populär wurde, wurde Albert deprimiert und verbittert. Sein Ruhm in der Öffentlichkeit verblasste empfindlich. Dennoch galt er unter den Gitarristen im deutschsprachigen Raum als Autorität in seinen Funktionen als Spieler, Komponist und Pädagoge. Er konzertierte bis nach 1943.

[Bearbeiten] Werk

Neben seiner Gitarrenschule entstanden zahlreiche Kompositionen und Bearbeitungen für die Gitarre und Gitarrenlieder. Seine eigenen Werke zeigen eine starke persönliche Note. Alberts Kompositionen fanden sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Konzertprogrammen aller namhaften Gitarristen. Neben der Literatur für Gitarre widmete sich Albert auch der instrumentalen und vokalen Volksmusik.

1. Kompositionen

  • Sonatine Nr. 1+2 fĂĽr Git.
  • Son. Nr. 1+2 fĂĽr dass.
  • Duette Nr. 1–8 fĂĽr 2 Git.
  • Trio Nr. 1–4 fĂĽr 3 Git.
  • Qu. Nr. 1+2 fĂĽr 4 Git.
  • Hausmusik Nr. 1–11 fĂĽr Fl./V., Va. und Git. (Vc. ad lib.)
  • Kammertrio Nr. 1–4 fĂĽr dass.
  • Werke fĂĽr/mit Mandoline(n)
  • Werke fĂĽr Mandolinenorch.
  • Lieder zur Git.

2. Lehrwerke

  • Moderne Lauten- oder Gitarre-Schule, 2 Bde., Leipzig 1912 und 1923
  • Neue Mandolinenschule, Leipzig 1913
  • Moderner Lehrgang des kĂĽnstlerischen Gitarrespiels, 5 H. in 4 Tle., MĂĽnchen 1914–1919
  • Gitarre. Solospiel-Studien, Leipzig 1923
  • Gitarre. EtĂĽden-Werk, 6 H., Leipzig 1927/28
  • Der junge Gitarrist, Berlin 1937
  • Der junge Mandolinist, Berlin 1937

3. Editionen

[Bearbeiten] Quellen

  • Philipp Schweitzer: „Heinrich Albert“. Die Zupfmusik, Nr. 2, Juni 1970
  • Luise Walker: Ein Leben mit der Gitarre. Hommage fĂĽr Heinrich Albert. Frankfurt/M. 1989
  • JĂĽrgen Libbert: „In memoriam Heinrich Albert“. Gitarre aktuell, I/2000
  • Andreas Stevens-Geenen: „Heinrich Albert und die Volksmusik.“ Sänger & Musikanten, 48/1, 2005
  • Andreas Stevens: „Heinrich Albert und die Mandoline.“ Concertino, 4/2006
  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart: „Heinrich Albert“ (Supplement), Gemeinschaftsausgabe Bärenreiter-Verlag/Verlag J. B. Metzler 2007)

[Bearbeiten] Weblinks

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