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Festplattenrekorder – Wikipedia

Festplattenrekorder

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Ein Festplattenrekorder, auch Video Disk Recorder, ist ein Rekorder, der Videos oder Audio digital auf eine Festplatte aufzeichnet. Die meisten Set-Top-Boxen/Receiver haben eine solche Funktion, meist spricht man von PVR (Personal Video Recorder).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktionen

Als Weiterentwicklung des herkömmlichen Videorekorders, der die Daten auf Videokassetten aufnimmt, werden beim Festplattenrekorder die Daten digital auf ein in der Computertechnik ĂŒbliches Medium, meist also eine Festplatte aufgenommen.

Die auf der Festplatte gespeicherten Aufnahmen lassen sich dann direkt abspielen. Das ZurĂŒckspulen entfĂ€llt und die QualitĂ€t bleibt auch nach mehrfachem Abspielen gleich. Mit einem zusĂ€tzlichen DVD-Brenner lassen sich die Daten auch auf eine DVD brennen.

Insbesondere das zeitversetzte Fernsehen, meist Timeshift genannt, ist eine beliebte Funktion bei Festplattenrekordern. Die zusĂ€tzliche VerfĂŒgbarkeit einer elektronischen Programmzeitschrift (EPG) vereinfacht die Auswahl der aufzunehmenden Sendungen sehr.

Manche GerĂ€te besitzen einen Schacht fĂŒr Speicherkarten oder einen USB/eSata-Anschluss, ĂŒber den man Bilder, Audiodateien und oft auch Filme abspielen und auf die Festplatte im PVR importieren kann. Teilweise, aber nicht bei allen GerĂ€ten, ermöglicht der USB-Anschluss von PVRs eine Aufnahme auf ein externes Speichermedium und einen Export von der internen Festplatte auf ein externes Speichermedium.

Festplattenrekorder von Panasonic

[Bearbeiten] AufnahmekapazitÀt und Festplatten

Festplattenrekorder verfĂŒgen ĂŒber eine AufzeichnungskapazitĂ€t von bis zu mehreren hundert Stunden, abhĂ€ngig von der KapazitĂ€t der Festplatte und der Komprimierungsrate der Filme.

Die verfĂŒgbare AufzeichnungskapazitĂ€t ist abhĂ€ngig von der Aufzeichnungsart. Rekorder, die analoge Signale aufzeichnen, mĂŒssen diese erst digitalisieren. Um die AufzeichnungskapazitĂ€t zu erhöhen, kann hier die Komprimierung stark erhöht werden, was aber zu einer deutlichen Verschlechterung des Bildes fĂŒhrt. Werden digitale Signale (DVB) aufgezeichnet, werden diese ohne Rechenaufwand direkt gespeichert. Hierbei wird bei SD-Bildmaterial etwa 1,5 bis 3 GB Speicherplatz pro Stunde Video belegt (abhĂ€ngig von der Enkodierung des Fernsehsenders), bei HD-Aufnahmen kann ein Film, je nach QualitĂ€t der Ausstrahlung, auch 6-10 GB oder mehr pro Stunde an Platz einnehmen. Hierbei richtet sich die GrĂ¶ĂŸe auch noch nach der ausgestrahlten Audionorm, wie zum Beispiel Dolby Digital oder enthaltene Untertitel.

Mittlerweile (Stand Oktober 2009) gibt es eine große Auswahl an DVB-Festplattenrekordern, sogar als Multituner mit bis zu 6 DVB-S/DVB-S2 EmpfĂ€ngern gleichzeitig oder Mischbetrieb zwischen verschiedenen Empfangsarten und mit DVD- oder BR-Laufwerk. Auch fĂŒr terrestrischen Empfang (DVB-T) gibt es GerĂ€te. Panasonic und Samsung bieten auch Modelle mit DVD-Recorder fĂŒr Satellitenempfang (DVB-S/DVB-S2) an. Auch fĂŒr digitalen Kabelempfang (DVB-C) gibt es sehr viele GerĂ€te, ebenso wie fĂŒr HD-Empfang.

ErhĂ€ltlich sind integrierte FestplattengrĂ¶ĂŸen von 40 GB bis 2 TB (Stand Oktober 2009). Ebenso werden Rekorder mit einbau-, auswechselbaren oder mobilen Festplatten angeboten, hier muss nichts gelöscht werden. Wenn der Speicher voll ist, schließt man einfach eine andere Festplatte an. Einige wenige GerĂ€te bieten sogar ein Streamen der Daten ohne Umweg direkt auf einen Server (NAS) ĂŒber die Netzwerkschnittstelle an.

Mittlerweile bieten einige Hersteller fĂŒr solche digitalen MediagerĂ€te optimierte Festplatten an. Diese sind meist den geĂ€nderten Anforderungen entsprechend kĂŒhler, leiser, energiesparender und vor allem gegenĂŒber PC-Festplatten daraufhin optimiert, gleichzeitig mehrere groß- und zeitvolumige Datenströme gleichmĂ€ĂŸig und kontinuierlich aufzunehmen und wiederzugeben (streaming).

Neben Festplatten werden auch oft USB-Sticks als Medium verwendet. Diese sind aber meist herstellungsbedingt langsam, teuer, mit geringer KapazitĂ€t und erlauben oft keine Mehrfachaufnahmen oder kein Timeshift, wenn sie denn ĂŒberhaupt schnell genug sind.

Ebenfalls erhÀltlich sind Blu-ray-Recorder, die Filme und Sendungen in voller HD-QualitÀt empfangen, speichern und auf Blu-ray schreiben können.

[Bearbeiten] Formate der Aufnahmemedien

Ein gewisses Problem stellt die zum Betrieb nötige, grundlegende Formatierung der Festplatte des GerÀts dar, da sie u.U. EinschrÀnkungen mit sich bringen kann.

Hier reicht die Palette von FAT32 ĂŒber Ext2, Ext3, NTFS und JFS bis zu hauseigenen Systemen, je nach Hersteller und verwendetem Betriebssystem. Auch werden die aufgenommenen Dateien gerne in mehrere Teile aufgespalten (d.h. zerstĂŒckelt abgespeichert).

Beim veralteten Fat32-Dateisystem betrĂ€gt beispielsweise die systembedingte maximale DateigrĂ¶ĂŸe 4 GB. Beim Kopieren eines lĂ€ngeren Filmes auf einen PC erhĂ€lt man so schnell statt einer zusammenhĂ€ngenden Datei mehrere Dateien. Daher sind bei Receivern modernere, uneingeschrĂ€nkte Dateisysteme zu empfehlen, die meist kostenfrei von verschiedenen Betriebssystemen unterstĂŒtzt werden.

Manche Hersteller splitten allerdings ihre Aufnahmen in jedem Fall, auch wenn das verwendete Dateisystem grĂ¶ĂŸere Dateien erlauben wĂŒrde.

[Bearbeiten] Persönlicher Videorekorder (PVR)

Ein Persönlicher Videorekorder (PVR) oder englisch Personal Video Recorder [ˈpɜːsənəl ˈvÉȘdiəʊ ÉčÉȘˈkɔːdə] ist ein Videorekorder mit einer Festplatte statt des ĂŒblichen Bandlaufwerks, der sich die Programmvorlieben des Benutzers „merkt“ und ihm ein auf die Festplatte (eine handelsĂŒbliche Computerfestplatte oder eine spezielle AV-Festplatte) gespeichertes Programm entsprechend dessen Interessen anbietet, hĂ€ufig in der Kombination mit zeitversetztem Fernsehen, was das Anschauen einer Sendung ermöglicht, auch wĂ€hrend diese noch aufgezeichnet wird.

Aufzeichnung eines TV-Programms auf USB-Speichermedien mit einem DVB-Receiver.

PVRs werden meist mit einem oder mehreren DVB-Receivern angeboten, wobei der empfangene DVB-Stream unverĂ€ndert auf der Festplatte abgelegt wird. Eine Ausstattung mit zwei Tunern (Twin-Tuner) erlaubt ĂŒblicherweise, ein Programm anzuschauen und gleichzeitig ein anderes aufzunehmen, möglicherweise auch, ein zweites Programm als Bild im Bild anzuschauen, selten auch, zwei unterschiedliche Programme oder ProgrammbĂŒndel gleichzeitig aufzunehmen. Eine Ausstattung eines DVB-PVR mit einem Analogeingang (Scart) ermöglicht in der Regel nicht eine Aufnahme externer Quellen, sondern erlaubt lediglich deren Durchschleifen auf Bildschirme mit zu wenigen EingĂ€ngen.

Einige GerĂ€te haben zusĂ€tzlich zur Festplatte einen DVD-Rekorder eingebaut. Je nach GerĂ€t erlaubt der DVD-Rekorder einen Wechselspeicher als Aufnahmemedium oder eine Archivierung von BeitrĂ€gen, die auf der Festplatte aufgezeichneten wurden. Ein Schneiden und Überspielen des gespeicherten Transportstroms auf DVD lĂ€sst sich mit solchen GerĂ€ten erheblich leichter realisieren, als den aufgenommenen Film zum Beispiel erst auf einen leistungsstarken PC transferieren zu mĂŒssen, um ihn dann mit spezieller Software zu bearbeiten, zu schneiden und dort in einen Programmstrom gemĂ€ĂŸ DVD-Spezifikation zu konvertieren und außerdem mit Navigationshilfen fĂŒr einen DVD-Player zu versehen und dann zu brennen.

[Bearbeiten] Internet-basierter PVR

Neben stationĂ€ren GerĂ€ten ist auch die Nutzung von internetbasierten Videorekordern möglich. Die GerĂ€te stehen in einem an das Internet angeschlossenen Rechenzentrum und werden vom Benutzer ĂŒber das Internet programmiert. Die aufgenommenen Sendungen können entweder sofort per Streaming oder per Download ĂŒbertragen werden. Der Netzrekorder kann unbegrenzt viele Programme gleichzeitig aufzeichnen und gibt seinem Nutzer neben der zeitlichen auch eine rĂ€umliche UnabhĂ€ngigkeit vom TV-Programm.

[Bearbeiten] Alternative: PC-Festplattenrekorder

Als Alternative zu den kommerziellen Fertig-GerĂ€ten, die in der Regel schlechter aufrĂŒstbar sind, lĂ€sst sich auch ein PC als Rekorder verwenden. Hier unterscheidet man ebenfalls Hard- und Software, die analoge und solche, die digitale Eingangssignale aufzeichnen kann.

Analog:

Digital (DVB):

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Nico Jurran, Sven Hansen, Carsten Fabich: Filmzuspieler, DVB-Festplatten-Receiver mit PC-Anbindung. In: c’t Nr. 8, 2006, S. 140

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