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Festplattenlaufwerk – Wikipedia

Festplattenlaufwerk

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel beschreibt Festplattenlaufwerke mit magnetischer Aufzeichnungstechnik. Massenspeicher mit Halbleiterspeichertechnik werden unter Solid-State-Drive beschrieben
Speichermedium
Festplattenlaufwerk
Samsung HD753LJ 03-Opened.jpg
geöffnete Festplatte: drei Magnetscheiben, Schreib-/Lesekopf, Mechanik
Allgemeines
Typ magnetisch
KapazitÀt bis 4 TByte (2011)
Ursprung
Entwickler IBM
Vorstellung 1956
HardDisk1.ogg
Videoaufnahme einer geöffneten Festplatte

Ein Festplattenlaufwerk (englisch hard disk drive = HDD), oft auch Festplatte, HD oder Hard Disk abgekĂŒrzt, ist ein magnetisches Speichermedium der Computertechnik, welches Daten auf die OberflĂ€che einer rotierenden Scheibe schreibt. Dazu wird die hartmagnetische Beschichtung der PlattenoberflĂ€che entsprechend der aufzuzeichnenden Information magnetisiert. Durch die Remanenz erfolgt die Speicherung der Information. Das Auslesen der Information erfolgt durch Abtastung der Magnetisierung der PlattenoberflĂ€che.

In Abgrenzung zu sequentiell adressierbaren Speichermedien wie Magnetband oder Lochstreifen werden Festplatten den direktadressierbaren Speichermedien (engl. direct access storage devices, DASD) zugerechnet, da auf die Daten direkt zugegriffen werden kann.

Neuerdings werden mit vergleichbaren SpeicherkapazitĂ€ten auch Flash-Speicher, sogenannte Solid State Drives (SSDs) und Hybridspeicher (Kombination aus SSD und Festplatte) angeboten, die ĂŒber dieselben Schnittstellen (SATA, usw.) angesprochen und vereinfacht auch als „Festplatten“ bezeichnet werden. Preislich liegen SSDs aktuell allerdings noch deutlich ĂŒber HDDs.

Die Bezeichnung „Festplatte“ beschreibt zum einen, dass die Magnetplatte, im Gegensatz zur „Wechselplatte“, fest mit dem Laufwerk bzw. dem Computer verbunden ist. Zum anderen entspricht sie der englischen Bezeichnung „Hard Disk“, die, anders als die flexible (engl. floppy) Scheibe in Disketten, aus starrem Material besteht.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeine technische Daten

[Bearbeiten] SpeicherkapazitÀt

Zeitliche Entwicklung der SpeicherkapazitÀt von (PC-) Festplatten, halblogarithmische Skalierung

Die SpeicherkapazitĂ€t einer Festplatte berechnet sich aus der GrĂ¶ĂŸe eines Sektors (512 Byte, 2048 Byte oder 4096 Byte) multipliziert mit der Anzahl der verfĂŒgbaren Sektoren. Die GrĂ¶ĂŸe der ersten Festplatten wurde in Megabyte angegeben, ab etwa 1997 in Gigabyte, seit etwa 2008 gibt es Platten im Terabyte-Bereich.

War die Art und Weise der Speicherung der Daten der ersten Platten noch von außen sichtbar (Sektoren pro Spur, Anzahl der Spuren, Anzahl der Köpfe, MFM- oder RLL-Modulation), so Ă€nderte sich dies mit EinfĂŒhrung der IDE-Platten Anfang der 1990er Jahre. Es war immer weniger zu sehen, wie die Daten intern gespeichert werden; das Ansprechen der Platte erfolgt ĂŒber eine Schnittstelle, die Interna nach außen verbirgt.

Die zeitliche Entwicklung der maximalen FestplattenkapazitÀt zeigt einen annÀhernd exponentiellen Verlauf, vergleichbar mit der Entwicklung der Rechenleistung nach dem Mooreschen Gesetz. Die KapazitÀt hat sich bei leicht sinkenden Preisen etwa alle 16 Monate verdoppelt, wobei sich der KapazitÀtszuwachs seit ca. 2005 verringerte (Januar 2007: 1 Terabyte[2], April 2011: 3 Terabyte).

Die Hersteller von Festplatten verwenden bei SpeicherkapazitĂ€ten PrĂ€fixe in ihrer SI-konformen dezimalen Bedeutung. Eine KapazitĂ€tsangabe von einem Terabyte bezeichnet hiernach eine KapazitĂ€t von 1012 Bytes. Zahlreiche Betriebssysteme – insbesondere Microsoft Windows – verwenden bei der KapazitĂ€tsangabe von Festplatten PrĂ€fixe in binĂ€rer Bedeutung, sodass ein Terabyte hier 240 Bytes bezeichnet. Dies fĂŒhrt zu dem scheinbaren Widerspruch, dass bei einer Festplatte mit einer vom Hersteller angegebenen KapazitĂ€t von einem Terabyte das Betriebssystem als KapazitĂ€t 931 Gigabyte angibt.

[Bearbeiten] BaugrĂ¶ĂŸen

Festplatten-BaugrĂ¶ĂŸen
3,5″-Serial-ATA-Festplatte
Formfaktor 2,5″ (links) und 5,25″ (volle Bauhöhe, rechts)
1 GB IBM MicroDrive (1″) kompatibel zu CompactFlash-Typ-II

Die Abmessungen von Festplatten werden traditionell in Zoll angegeben. Dabei handelt es sich um keine exakten GrĂ¶ĂŸenangaben, sondern um einen Formfaktor. Übliche Formfaktoren fĂŒr die Breite sind 5,25″, 3,5″, 2,5″ und 1,8″, fĂŒr die Höhe z. B. 1″, Âœâ€ł und ⅜″. Die Zollangaben entsprechen meist in etwa dem Durchmesser der Platte, nicht der Breite des LaufwerkgehĂ€uses. Teilweise werden jedoch auch kleinere Platten verwendet, um höhere Drehzahlen zu ermöglichen. [3]

Im Zuge der technischen Weiterentwicklung wurden immer wieder BaugrĂ¶ĂŸen zugunsten kleinerer eingestellt, da diese weniger anfĂ€llig gegen ErschĂŒtterungen sind und weniger Strom verbrauchen. Die Datendichte entwickelt sich hingegen mit so hoher Geschwindigkeit, dass die verringerte FlĂ€che nur eine kurzzeitige Bremse darstellt.

Das erste Festplattenlaufwerk IBM 350 von 1956 hatte eine BaugrĂ¶ĂŸe von 24″. Mitte der 1970er kamen Modelle mit einer GrĂ¶ĂŸe von 8″ auf, die ebenfalls recht schnell durch die wesentlich handlicheren und vor allem leichteren 5,25″-Festplattenlaufwerke abgelöst wurden. Dazwischen gab es noch GrĂ¶ĂŸen von 14″ und 9″.

5,25″-Festplatten wurden 1980 von Seagate eingefĂŒhrt; seit 1997 ist diese Gattung ausgestorben. Einige SCSI-Server-Laufwerke sowie das LowCost-ATA-Laufwerk BigFoot von Quantum waren die letzten Vertreter dieses Formats. Die BaugrĂ¶ĂŸen dieser Laufwerke orientieren sich an denen von 5,25″-Diskettenlaufwerken: Die Breite dieser Laufwerke betrĂ€gt 5ÂŸâ€ł (146,05 mm), die Höhe bei Laufwerken mit voller Höhe (die zwei SteckplĂ€tze belegen) 3ÂŒâ€ł (82,55 mm), bei Laufwerken mit halber Höhe 1⅝″ (41,275 mm). Es gab aber auch Modelle mit noch geringerer Bauhöhe: die Modelle der BigFoot-Serie hatten eine Bauhöhe von ÂŸâ€ł (19,05 mm) und 1″ (25,4 mm). Die Tiefe von 5,25″-Festplatten ist nicht festgelegt, sollte aber nicht wesentlich oberhalb von 200 mm liegen.

3,5″-Festplatten wurden 1987 (IBM PS/2 Model 50) eingefĂŒhrt und sind derzeit (2011) Standard in Desktop-Computern. Die BaugrĂ¶ĂŸen dieser Laufwerke orientieren sich an denen von 3,5″-Diskettenlaufwerken: Die Breite dieser Laufwerke betrĂ€gt 4″ (101,6 mm), die Höhe meist 1″ (25,4 mm). Seagate brachte mit der ST1181677 eine Festplatte mit 12 Scheiben und 1,6″ (40,64 mm) Höhe heraus [4]. Die Tiefe von 3,5″-Festplatten betrĂ€gt 5ÂŸâ€ł (146,05 mm). Im Server-Bereich wurden sie zum großen Teil durch 2,5″-Modelle abgelöst, die bezogen auf die SpeicherkapazitĂ€t weniger WĂ€rme erzeugen.

2,5″-Festplatten wurden ursprĂŒnglich fĂŒr Notebooks entwickelt, finden mittlerweile aber auch in Servern und SpezialgerĂ€ten (Multimedia-Playern, USB-Festplatten) Einsatz. Die Breite betrĂ€gt exakt 70 mm, die Tiefe 100 mm. Die traditionelle Bauhöhe war Âœâ€ł (12,7 mm), mittlerweile gibt es mit ⅜″ (9,5 mm) und ÂŒâ€ł (6,35 mm) flachere Festplattenlaufwerke – und auch Notebooks, die diese flachen Varianten benötigen. Der Interface-Anschluss ist gegenĂŒber den grĂ¶ĂŸeren Bauformen modifiziert; bei ATA ist der Abstand der Pins von 2,54 mm auf 2 mm verringert. Es kommen weiterhin 4 Pins dazu (insgesamt 43 Pins), die den separaten Stromversorgungsstecker der grĂ¶ĂŸeren Modelle ersetzen. 2,5″-Festplatten benötigen nur eine Betriebsspannung in Höhe von 5 V; die bei grĂ¶ĂŸeren Platten notwendige zweite Betriebsspannung in Höhe von 12 V entfĂ€llt.

Seit 2006 bieten Seagate und im Weiteren auch Toshiba, Hitachi und Fujitsu zudem auch 2,5″-Festplattenlaufwerke fĂŒr den Einsatz in Servern an, die weniger Strom verbrauchen, Platz sparen und die Ausfallsicherheit erhöhen sollen. Seit April 2008 wird von Western Digital mit der Velociraptor auch ein 2,5″-Festplattenlaufwerk (allerdings mit 15 mm Bauhöhe) mit 3,5″-Einbaurahmen als Desktop-Festplattenlaufwerk vermarktet.[5]

1,8″-Festplatten werden seit 2003 bei Sub-Notebooks, diversen Industrieanwendungen sowie in großen MP3-Playern verwendet. Die Breite betrĂ€gt exakt 54 mm, die Tiefe zwischen 71 und 78,5 mm, die Höhe 8 mm. Es gibt allerdings auch Platten, die die Einbaubreite und -höhe von 2,5″-Festplatten haben (Hitachi Travelstar C4K40).

Noch kleinere BaugrĂ¶ĂŸen mit 1,3″, 1″ und 0,85″ spielen kaum eine Rolle. Eine Ausnahme waren Microdrives in der Anfangszeit der digitalen Fotografie: Festplattenlaufwerke mit einer BaugrĂ¶ĂŸe von 1″, die vergleichsweise große und gĂŒnstige CompactFlash-Typ-II-Speicherkarten fĂŒr Digitalkameras ermöglichten. Inzwischen wurden diese vollstĂ€ndig durch den gĂŒnstigeren Flash-Speicher verdrĂ€ngt, der darĂŒber hinaus wesentlich robuster, schneller, leichter, leiser und energiesparender ist. 2005 gab es kurzzeitig von der Firma Toshiba Festplattenlaufwerke mit einer BaugrĂ¶ĂŸe von 0,85″ und einer KapazitĂ€t von 4 GByte. Diese Modelle waren fĂŒr Spezialanwendungen, unter anderem zum Einsatz in MP3-Playern, gedacht und nur in begrenzten Mengen erhĂ€ltlich.

[Bearbeiten] Überblick ĂŒber die SpeicherkapazitĂ€ten der verschiedenen BaugrĂ¶ĂŸen

Jahr 5,25″ 3,5″ 2,5″ 1,8″ 1,0″ 0,85″ andere
GrĂ¶ĂŸe
typ. Modell(e) mit hoher KapazitÀt Quelle Drehzahl
1956 - – – – – – 5 MB (61 cm
Durchmesser
1 t Masse)
IBM Ramac 305 3.600 min−1
1962 - – – – – – ca. 25/28 MB IBM Ramac 1301 [6] 1.800 min−1
1981 10 MB – – – – – Seagate ST-412 (Aus dem IBM PC XT)
1987 300 MB – – – – – Maxtor mit 300MB (5,25″) fĂŒr 16800 DM (PC/AT) bzw. 17260 DM (PC/XT), Januar 1987
1988 360 MB 20 MB – – – – Maxtor XT-4380E (5,25″) bzw. Fuji FK309-26
1990 676 MB 106 MB – – – – Maxtor XT-8760E (5,25″) bzw. Conner CP3104
1992 2 GB 426 MB 120 MB – – – Digital (DEC) DSP-5200S ('RZ73', 5,25″), Seagate ST1480A (3,5″) bzw. Conner CP2124 (2,5″)
1993 – 1,06 GB – – – – Digital RZ26 (3,5″)
1994 – 2,1 GB – – – – Digital RZ28 (3,5″)
1995 9,1 GB 1,6 GB 422 MB – – – Seagate ST410800N (5,25″ FH), Conner CFS1621A (3,5″) bzw. Conner CFL420A (2,5″)
1997 12 GB 16,8 GB 4,8 GB – – – Quantum Bigfoot (12 GB, 5,25″), Nov. 1997, IBM Deskstar 16GP (3,5″) bzw. Fujitsu MHH2048AT (2,5″) [7]
1998 47 GB – – – – – Seagate ST446452W (47 GB, 5,25″), 1.Quartal 1998 [8]
2001 # 180 GB 40 GB – 340 MB – Seagate Barracuda 180 (ST1181677LW)
2002 # 320 GB 60 GB – – – Maxtor MaXLine-Plus-II (320 GB, 3,5″), Ende 2002; IBM IC25T060 AT-CS [9]
2005 # 500 GB 120 GB 60 GB 8 GB 6 GB Hitachi Deskstar 7K500 (500 GB, 3,5″), Juli 2005 [10]
2006 # 750 GB
*
200 GB 80 GB 8 GB # Western Digital WD7500KS, Seagate Barracuda 7200.10 750 GB, u. a. [11]
2007 # 1 TB
*
320 GB
*
160 GB 8 GB # Hitachi Deskstar 7K1000 (1000 GB, 3,5″), Januar 2007 [12]
2008 # 1,5 TB
*
500 GB
*
250 GB
*
# # Seagate ST31500341AS (1500 GB, 3,5″), Juli 2008
Samsung Spinpoint M6 HM500LI (500 GB, 2,5″), Juni 2008
Toshiba MK2529GSG (250 GB, 1,8″), September 2008
LaCie LF (40 GB, 1,3″), Dezember 2008
[13]
[14]
[15]
[16]
2009 # 2 TB
*
1 TB
*
250 GB
*
# # Western Digital Caviar Green WD20EADS (2000 GB, 3,5″), Januar 2009, Seagate Barracuda LP ST32000542AS (2 TB, 3,5″, 5.900 min−1)
Western Digital Scorpio Blue WD10TEVT (1000 GB, 2,5″, Bauhöhe 12,5 mm), Juli 2009 sowie WD Caviar Black WD2001FASS und RE4 (beide 2 TB, September 2009)
Hitachi Deskstar 7K2000 (2000 GB, 3,5″), August 2009
[17]

[18] [19]

2010 # 3 TB
*
1,5 TB
*
320 GB
*
# # Hitachi Deskstar 7K3000 & Western Digital Caviar Green (3,5″)
Seagate FreeAgent GoFlex Desk (2,5″), Juni 2010
Toshiba MK3233GSG (1,8″)
[20]
2011 # 4 TB
*
1.5 TB 320 GB # # Seagate FreeAgent¼ GoFlexℱ Desk (4 TB, 3,5″), September 2011 [21]

Anmerkungen:

  • Die KapazitĂ€tsangaben beziehen sich immer auf das im jeweiligen Jahr grĂ¶ĂŸte kĂ€uflich erhĂ€ltliche Festplattenlaufwerk, unabhĂ€ngig von seiner Drehzahl oder Schnittstelle.
  • Die Festplattenhersteller verwenden im Gegensatz zu den Herstellern von Betriebssystemen fĂŒr FestplattenkapazitĂ€ten die SI-PrĂ€fixe, d. h. 1 MB = 106 Byte, 1 GB = 109 Byte, 1 TB = 1012 Byte.
  • *: unter Verwendung von Perpendicular Recording
  • #: BaugrĂ¶ĂŸe veraltet; nicht mehr in Gebrauch

Sollen grĂ¶ĂŸere Datenmengen oder große Datenmengen statt auf einer Single Large Expensive Disk auf gĂŒnstigeren, kleinen und langzeiterprobten Platten gespeichert werden, kann man sie mit einem Logical Volume Manager als JBOD zusammenfassen oder mit RAIDs auch zusĂ€tzlich gegen AusfĂ€lle vorbeugen und sie in Disk-Arrays zusammenfassen. Dies kann auch in einem Server oder einem Network Attached Storage geschehen, welcher von Mehreren genutzt werden kann, oder man baut ĂŒberhaupt ein eigenes Storage Area Network auf. Man kann auch (meist externes) Cloud-Computing nutzen, welches die bisher angesprochenen Techniken nutzt.

[Bearbeiten] Aufbau und Funktion

[Bearbeiten] Physischer Aufbau der Einheit

Skizze einer Festplatte

Eine Festplatte besteht aus folgenden Baugruppen:

  • einer oder mehreren rotierbar gelagerten Scheiben (engl.: Platter, plural: Platters),
  • einer Achse, auch Spindel genannt, auf der die Scheiben ĂŒbereinander montiert sind,
  • einem Elektromotor als Antrieb fĂŒr die Scheibe(n),
  • beweglichen Schreib-/Leseköpfen (Heads),
  • jeweils einem Lager fĂŒr Platter (meistens hydrodynamische Gleitlager) sowie fĂŒr die Schreib-/Leseköpfe (auch Magnetlager),
  • einem Antrieb fĂŒr die Schreib-/Leseköpfe (engl.: Actuator, deutsch: Aktor),
  • der Steuerelektronik fĂŒr Motor- und Kopfsteuerung,
  • einem DSP fĂŒr Verwaltung, Bedienung des Interfaces, Steuerung der Schreib/Leseköpfe. Modulation und Demodulation der Signale der Schreiblese-Köpfe erfolgt dabei durch integrierte Spezialhardware und wird nicht direkt vom DSP durchgefĂŒhrt. Benötigte Verarbeitungsleistung der Demodulation liegt im Bereich ~107 MIPS.
  • DDR-RAM fĂŒr Betriebssystem, Programm, temporĂ€re Daten und Festplattencache. Üblich sind derzeit 2 bis 64 MB.
  • der Schnittstelle zum Ansprechen der Festplatte von außen und
  • einem stabilen GehĂ€use (siehe eigenes Kapitel unten).

[Bearbeiten] Technischer Aufbau und Material der Datenscheiben

Geöffnete Festplatte aus den 1980er-Jahren
Einzelteile einer Festplatte

Die Scheiben bestehen meistens aus verschiedenen Substraten. HĂ€ufig sind diese aus oberflĂ€chenbehandelten Aluminium-Legierungen gefertigt. Bei Scheiben mit hoher Datendichte wird aber vorrangig auf Magnesium-Legierungen, Glas oder Glasverbundstoffe zurĂŒckgegriffen da diese Materialien weniger Diffusion aufweisen.[22][23] Sie mĂŒssen möglichst formstabil (sowohl unter mechanischer als auch thermischer Belastung) sein und eine geringe elektrische LeitfĂ€higkeit aufweisen, um die GrĂ¶ĂŸe der Wirbelströme gering zu halten. Da die magnetisierbare Schicht besonders dĂŒnn sein soll, darf das Material der Scheiben selbst jedoch keine magnetischen Eigenschaften besitzen und dient nur als TrĂ€ger der Magnetschicht.

Auf die Scheiben wird eine Eisenoxid- oder Kobaltschicht von ungefĂ€hr einem Mikrometer StĂ€rke aufgetragen. Heutige Festplatten werden durch Sputtern von sogenannten „high storage density media“ (dt. Material fĂŒr hohe Speicherdichte) wie CoCrPt hergestellt.[24] Die magnetische Schicht wird zusĂ€tzlich mit einer Deckschicht aus diamantĂ€hnlichem Kohlenstoff versehen (engl. „carbon overcoat“), um mechanische BeschĂ€digungen zu vermeiden. Die zukĂŒnftige Verkleinerung der magnetischen Bits erfordert sowohl die Erforschung von „ultra high storage density media“ als auch von alternativen Konzepten, da man sich langsam dem superparamagnetischen Limit nĂ€hert. ZusĂ€tzlich wurde eine Steigerung der Datendichte durch besseres TrĂ€germaterial sowie durch die Optimierung der Schreibverfahren erreicht.

In Desktop-Festplatten der Jahre 2000 bis 2002 von IBM (Deskstar 75GXP/40GV DTLA-30xxxx, Deskstar 60GXP/120GXP IC35Lxxxx) kam Glas als Material fĂŒr die Scheiben zum Einsatz. Neuere Modelle der Festplattensparte von IBM (2003 ĂŒbernommen durch Hitachi) verwenden jedoch mit Ausnahme von Server-Festplatten wieder Aluminium. In dem FestplattengehĂ€use befinden sich eine oder mehrere ĂŒbereinander liegende rotierende Scheiben. Gebaut wurden bisher Festplatten mit bis zu zwölf Scheiben, ĂŒblich sind derzeit ein bis vier. Energieverbrauch und GerĂ€uschentwicklung innerhalb einer Festplattenfamilie steigen mit der Scheibenanzahl. Üblich ist es, alle OberflĂ€chen der Platten zu nutzen (n Platten, 2n Schreibleseköpfe). Einige PlattengrĂ¶ĂŸen (z. B. 320-GB-Platten bei 250 GB/Scheibe) kommen allerdings mit einer ungeraden Anzahl von Schreibleseköpfen (hier: 3) aus und benutzen eine OberflĂ€che nicht.

Mit Ablösung des Longitudinal Magnetic Recording durch Perpendicular Magnetic Recording (PMR), einem seit den 1970er Jahren bekannten, aber nicht beherrschtem Speicherprinzip, gelang es durch intensive Forschung seit 2000, die Datendichte weiter zu steigern. Die erste Festplatte mit dieser Speichertechnik kam 2005 von Hitachi: eine 1,8″-Festplatte mit 60 GByte. Alle seit 2008 entwickelten Festplatten enthalten diese Technologie (ab 200 GB/Scheibe bei 3,5″).

[Bearbeiten] Achsen-Lagerung und Drehzahlen

In Arbeitsplatzrechnern oder Privat-PCs verwendete Festplatten – momentan zum grĂ¶ĂŸten Teil Platten mit ATA-, SATA-, SCSI oder SAS-Schnittstelle â€“ rotieren mit Geschwindigkeiten von 5.400 bis 10.000 min−1. Im Bereich der Hochleistungsrechner und Server werden ĂŒberwiegend Festplatten eingesetzt, die 10.000 oder 15.000 min−1 erreichen. Bei den 2,5-Zoll-Festplatten liegen die Spindelgeschwindigkeiten im Bereich von 4.200 bis 7.200 min−1.

Die Achsen der Scheiben frĂŒherer Festplatten (bis 2000) waren kugelgelagert; in neuerer Zeit werden ĂŒberwiegend hydrodynamische Gleitlager (engl. „fluid dynamic bearing“ – FDB) verwendet. Diese zeichnen sich durch eine höhere Lebensdauer, geringere GerĂ€uschentwicklung und geringere Herstellungskosten aus.

[Bearbeiten] Die Schreib-Lesekopfeinheit

KopftrÀger einer Festplatte
Schreib-/Lesekopf einer 2,5″-Festplatte

Der Schreib-/Lesekopf (Magnetkopf) des Schreibfingers, im Prinzip ein winziger Elektromagnet, magnetisiert winzige Bereiche der ScheibenoberflĂ€che unterschiedlich und schreibt somit die Daten auf die Festplatte. Aufgrund eines Luftpolsters, das durch die Reibung der Luft an der rotierenden ScheibenoberflĂ€che erzeugt wird, schweben die Schreib-/Leseköpfe (vgl. Bodeneffekt). Die Schwebehöhe lag 2000 im Bereich von etwa 20 nm. Aufgrund dieser geringen Distanz darf die Luft innerhalb des FestplattengehĂ€uses keinerlei Verunreinigungen enthalten. Bei neueren Festplatten mit Perpendicular-Recording-Technik schrumpft dieser Abstand auf 5 bis 6 nm. Aktuell angekĂŒndigte Platten (2011) mit 1 TByte/Scheibe erlauben noch Flughöhen von maximal 3 nm, damit das Signal durch Abstandsverluste nicht zu stark geschwĂ€cht wird.

Der Bodeneffekt ist in diesem Zusammenhang sehr nĂŒtzlich zur Einhaltung der richtigen Flughöhe des Schreib-/Lesekopfes ĂŒber der rotierenden Scheibe. Die Herstellung von Festplatten erfolgt deshalb wie die von Halbleitern in ReinrĂ€umen.

Die Daten wurden bis ca. 1994 durch Induktion des Magnetfelds der magnetisierten FlĂ€che in der Spule des Schreib-/Lesekopfes ausgelesen. Über die Jahre wurden jedoch aufgrund der steigenden Datendichte die FlĂ€chen, auf denen einzelne Bits gespeichert werden, immer kleiner. Um diese Daten auszulesen, wurden kleinere und empfindlichere Leseköpfe benötigt. Diese wurden nach 1994 entwickelt: MR-Leseköpfe sowie einige Jahre spĂ€ter GMR-Leseköpfe (Riesenmagnetowiderstand). Der GMR-Lesekopf ist eine Anwendung der Spintronik.

In der Anfangszeit der Festplatten wurden die Schreib-/Leseköpfe mit Schrittmotoren angesteuert, da die SpurabstĂ€nde noch groß waren (siehe auch bei Aktor). Bei den derzeit ĂŒblichen Schreibdichten sorgen Tauchspulsysteme mit Lageregelung fĂŒr die Positionierung. Bei der Hitachi Deskstar 7K500 betrĂ€gt die Spurdichte 5,3 Spuren/”m, die Bitdichte 34,3 Bit/”m. Das sind 182 Bit/”mÂČ.

Zum Schutz der Scheiben-OberflĂ€chen vor dem Aufsetzen der Schreib-/Leseköpfe (dem sogenannten Head-Crash) fahren diese, noch bevor sich beim Ausschalten der Festplatte die Umdrehungsgeschwindigkeit merklich verringert hat, in die Landezone (engl. „landing zone“), in der sie fixiert werden. Dieses Parken erhöht die Stoßfestigkeit der Festplatten fĂŒr einen Transport oder Umbau. Die Parkposition kann sich außerhalb der Scheiben befinden oder im Innenbereich der Platten. Dabei setzt der Schreib-/Lesekopf auf einem vordefinierten Bereich der Festplatte auf, der keine Daten enthĂ€lt. Die OberflĂ€che dieses Bereichs ist besonders vorbehandelt, um ein Festkleben des Kopfes zu vermeiden und so einen spĂ€teren Wiederanlauf der Festplatte zu ermöglichen. Die Fixierung geschieht z. B. ĂŒber einen Magneten, der den Lesekopf festhĂ€lt.

Parkposition des Lesekopfs außerhalb des Plattenstapels

Bei Ă€lteren Festplatten wurden die Schreib-/Leseköpfe bei fast allen Modellen aus dem Plattenstapel herausgefahren. SpĂ€ter (1990er, 2000er) wurde zunehmend die Parkposition im Innenbereich bevorzugt. 2008 kommen beide Varianten vor. Bei Notebook-Platten bietet die Parkposition außerhalb des Plattenstapels zusĂ€tzlichen Schutz vor BeschĂ€digung der OberflĂ€che der Scheiben bei Transport (ErschĂŒtterung) der Festplatte.

Bei Ă€lteren Festplatten mussten die Köpfe explizit vor dem Ausschalten per Befehl vom Betriebssystem geparkt werden. Auch die Köpfe moderner Festplatten können explizit geparkt werden, da der beschriebene automatische Parkmechanismus nach Wegfall der Versorgungsspannung zu einem erhöhten Verschleiß fĂŒhren kann.[25] Der Parkbefehl wird heute automatisch beim Herunterfahren des Systems vom GerĂ€tetreiber abgesetzt.

Bei modernen Laptops sorgt ein Beschleunigungssensor fĂŒr das Parken des Festplattenfingers noch wĂ€hrend eines eventuellen freien Falls, um so den Schaden beim Sturz eines Rechners zu begrenzen.

[Bearbeiten] Festplatten-GehÀuse

LĂŒftungsloch

Das GehÀuse einer Festplatte ist sehr massiv. Meist ist es ein aus einer Aluminiumlegierung bestehendes Gussteil und mit einem Edelstahl-Blechdeckel versehen.

Es ist staub-, aber nicht luftdicht abgeschlossen: Durch eine mit einem Filter versehene kleine Öffnung kann bei TemperaturĂ€nderungen oder anders verursachten Luftdruckschwankungen Luft ein- oder austreten, um so die Druckunterschiede auszugleichen. Diese Öffnung – siehe nebenstehende Abbildung – darf nicht verschlossen werden. Da der Luftdruck im GehĂ€use mit zunehmender Höhe ĂŒber dem Meeresspiegel abnimmt, zum Betrieb aber ein Mindestdruck erforderlich ist, dĂŒrfen diese Festplatten nur bis zu einer bestimmten, maximalen Höhe betrieben werden. Diese ist in der Regel im zugehörigen Datenblatt vermerkt. Die Luft ist erforderlich, um die direkte BerĂŒhrung von Lesekopf und Festplatte zu verhindern, siehe oben.

Bei neueren Laufwerken wird der Filter durch eine elastische Membran ersetzt, die das System durch Aufwölben in die eine oder andere Richtung an wechselnde DruckverhÀltnisse anpassen kann.

Wird eine Festplatte in normaler, verunreinigter Luft geöffnet, sorgen bereits kleinste Staub-/Rauchpartikel, FingerabdrĂŒcke etc. fĂŒr meist irreparable BeschĂ€digungen der PlattenoberflĂ€che und der Schreib-/Leseköpfe.

[Bearbeiten] Speichern und Lesen von Daten

Magnetische Festplatten organisieren ihre Daten – im Gegensatz zu Direktzugriffsspeichern (der sie in Bytes oder in kleinen Gruppen von 2 bis 8 Bytes anordnet) – in Datenblöcken (wie z. B. 512, 2048 oder 4096 Byte), weshalb dieses Verfahren auch blockbasierte Adressierung genannt wird. Dabei können seitens der Hardware immer nur ganze Datenblöcke oder Sektoren gelesen und geschrieben werden.

Das Lesen von Blöcken erfolgt durch Angabe der linearen Sektornummer. Die Festplatte weiß, wo sich dieser Block befindet, und liest bzw. schreibt ihn auf Anforderung.

Blöcke werden beim Schreiben:

  • zuerst mit Fehlerkorrekturinformationen versehen,
  • einer Modulation unterzogen: frĂŒher waren GCR, MFM, RLL ĂŒblich, heutzutage haben PRML und neuerdings EPRML diese abgelöst,
  • dann wird der Schreiblesekopf-TrĂ€ger in die NĂ€he der Spur gefahren, die beschrieben werden soll,
  • der der OberflĂ€che, die die Information trĂ€gt, zugeordnete Schreiblesekopf liest das Spursignal und fĂŒhrt die Feinpositionierung durch. Dazu gehört zum einen, die richtige Spur zu finden, zum anderen diese Spur auch genau mittig zu treffen.
  • Ist der Schreiblesekopf stabil auf der Spur und befindet sich der richtige Sektor unter dem Schreiblesekopf, wird die Blockmodulation geschrieben.
  • Bei vermuteter Fehlposition ist der Schreibvorgang sofort abzubrechen, damit keine Nachbarspuren (teilweise irreparabel) zerstört werden.

Beim Lesen werden diese Schritte umgekehrt ausgefĂŒhrt:

  • Schreiblesekopf-TrĂ€ger in die NĂ€he der Spur fahren, die gelesen werden soll.
  • Der der OberflĂ€che, die die Information trĂ€gt, zugeordnete Schreiblesekopf liest das Spursignal und fĂŒhrt die Feinpositionierung durch.
  • Nun wird die Spur so lange (oder etwas lĂ€nger) gelesen, bis der gewĂŒnschte Sektor erfolgreich gefunden wurde.
  • Bei diesem Vorgang gefundene Sektoren werden zuerst demoduliert, dann einer VorwĂ€rts-Fehlerkorrektur unterzogen.
  • Üblicherweise werden meist weitaus mehr Sektoren als der angeforderte Sektor gelesen. Diese landen normalerweise im Festplattencache (wenn nicht schon vorhanden), da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie in KĂŒrze noch benötigt werden.
  • War ein Sektor schlecht lesbar (mehrere Leseversuche notwendig, Fehlerkorrektur zeigte etliche korrigierbare Fehler auf), wird er ĂŒblicherweise remappt, d. h. an einer anderen Stelle gespeichert.
  • War der Sektor nicht mehr lesbar, wird ein sogenannter CRC-Fehler gemeldet.

[Bearbeiten] Physischer Aufbau der Scheiben

Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: typische BlockgrĂ¶ĂŸe je nach Format unterschiedlich. Informationen zur Advanced Format-Technologie fehlen.
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Plattenstruktur:
(A) Spur, (B) Sektor, (C) Block, (D) Cluster
Magnetooptische Aufnahme der Magnetisierungen einzelner Bits auf einem Festplatten-Platter(Aufnahmen mit CMOS-MagView).

Die Magnetisierung der Beschichtung der Scheiben ist der eigentliche InformationstrĂ€ger. Sie wird vom Schreib/Lesekopf auf kreisförmigen, konzentrischen Spuren aufgebracht, wĂ€hrend die Scheibe rotiert. Eine Scheibe enthĂ€lt typischerweise einige tausend solcher Spuren, meist auch auf beiden Seiten. Die Gesamtheit aller gleichen, d. h. ĂŒbereinander befindlichen, Spuren der einzelnen Platten(oberflĂ€chen) nennt man Zylinder. Jede Spur ist in kleine logische Einheiten unterteilt, die man Blöcke nennt. Ein typischer Block enthĂ€lt 512 Byte an Nutzdaten. Jeder Block verfĂŒgt dabei ĂŒber Kontrollinformationen (PrĂŒfsummen), ĂŒber die sichergestellt wird, dass die Information auch korrekt geschrieben oder gelesen wurde. Die Gesamtheit aller Blöcke, die die gleichen Winkelkoordinaten auf den Platten haben, nennt man Sektor. Der Aufbau eines speziellen Festplattentyps, das heißt, die Anzahl der Spuren, OberflĂ€chen und Sektoren, wird auch als Festplattengeometrie bezeichnet. Der Begriff Sektor wird jedoch hĂ€ufig auch fĂ€lschlicherweise synonym fĂŒr Block verwendet.

Da manche Betriebssysteme zu frĂŒh an Grenzen stießen, als die Nummerierung der Blöcke bei steigenden FestplattenkapazitĂ€ten die Wortgrenze (16 Bit) ĂŒberstieg, fĂŒhrte man Cluster ein. Das sind Gruppen von jeweils einer festen Anzahl an Blöcken (z. B. 32), die sinnvollerweise physisch benachbart sind. Das Betriebssystem spricht dann nicht mehr einzelne Blöcke an, sondern verwendet auf seiner (höheren) Ebene diese Cluster als kleinste Zuordnungseinheit. Erst auf Hardwaretreiber-Ebene wird dieser Zusammenhang aufgelöst.

Bei modernen Festplatten ist normalerweise die wahre Geometrie, also die Anzahl an Sektoren, Köpfen und Zylindern, die vom Festplatten-Controller verwaltet werden, nach außen (d. h. fĂŒr den Computer bzw. den Festplattentreiber) nicht sichtbar. Der Computer, der die Festplatte benutzt, arbeitet dann mit einer virtuellen Festplatte, die völlig andere Geometriedaten aufweist. Das erklĂ€rt, warum zum Beispiel eine Festplatte, die real nur vier Köpfe aufweist, vom Computer mit 255 Köpfen gesehen wird. Der Grund fĂŒr dieses virtuelle Konzept ist, dass man Begrenzungen PC-kompatibler Hardware ĂŒberwinden wollte. Heute ĂŒbliche Festplatten teilen weiterhin die Platten in Zonen auf, wobei die Zahl der Blöcke pro Spur innerhalb einer Zone gleich ist, aber beim Wechsel der Zone von innen nach außen zunimmt. Die innerste Zone hat die wenigsten Blöcke pro Spur, die Ă€ußerste Zone die meisten Blöcke pro Spur, deswegen nimmt die kontinuierliche Übertragungsrate beim Zonenwechsel von außen nach innen ab.

Der Festplatten-Controller kann defekte Blöcke ausblenden, um dann einen Block aus einem Reserve-Bereich einzublenden. FĂŒr den Computer sieht es immer so aus, als wĂ€ren alle Blöcke defektfrei und nutzbar.

[Bearbeiten] Geschwindigkeit

Festplatten gehören mit zu den langsamsten Teilen der PC-Hardware. Deshalb ist das Thema Geschwindigkeit ein wesentlicher Faktor. Die wichtigsten technischen Parameter sind die kontinuierliche Übertragungsrate (sustained data rate) und die mittlere Zugriffszeit ([data] access time). Die Werte kann man den DatenblĂ€ttern der Hersteller entnehmen.

Die kontinuierliche Übertragungsrate ist jene Datenmenge, die die Festplatte beim Lesen aufeinander folgender Sektoren im Mittel pro Sekunde ĂŒbertrĂ€gt. Die Werte beim Schreiben sind meist Ă€hnlich und werden deshalb ĂŒblicherweise nicht angegeben.

Sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen muss vor dem Zugriff auf einen bestimmten Block der Schreib-/Lesekopf der Platte zur gewĂŒnschten Spur bewegt und anschließend abgewartet werden, bis durch die Rotation der Platte dieser Block unter dem Kopf vorbeigefĂŒhrt wird. Diese mechanisch bedingten Verzögerungen liegen Stand 2009 bei ca. 6–20 ms, was nach MaßstĂ€ben anderer Computerhardware eine kleine Ewigkeit ist. Daraus ergibt sich die extrem hohe Latenzzeit von Festplatten im Vergleich zu RAM, die noch auf der Ebene der Softwareentwicklung und der Algorithmik berĂŒcksichtigt werden muss.

Die Zugriffszeit besteht aus mehreren Komponenten:

  • der Spurwechselzeit (seek time),
  • der Latenzzeit (latency) und
  • die Kommando-Latenz (controller overhead).

Die Spurwechselzeit wird von der StĂ€rke des Antriebs fĂŒr den Schreib-/Lesekopf (Servo) bestimmt. AbhĂ€ngig davon, welche Strecke der Kopf zurĂŒcklegen muss, ergeben sich unterschiedliche Zeiten. Angegeben wird normalerweise nur der Mittelwert beim Wechsel von einer zufĂ€lligen zu einer anderen zufĂ€lligen Spur (gewichtet nach der Zahl der Blöcke auf den Spuren). Seit ca. 2003 bieten die meisten Desktop-Festplatten die Möglichkeit, per Konfiguration die Zugriffszeit zugunsten geringerer GerĂ€uschentwicklung zu verlĂ€ngern.

Die Latenzzeit ist eine unmittelbare Folge der Umdrehungsgeschwindigkeit. Im Mittel dauert es eine halbe Umdrehung, bis ein bestimmter Sektor unter dem Kopf vorbeikommt. Daraus ergibt sich der feste Zusammenhang:

{{Latenzzeit} [ms]} = \frac{30000}{{Drehzahl} \cdot {min^{-1}}}

Die Kommandolatenz ist die Zeit, die der Festplattencontroller damit verbringt, das Kommando zu interpretieren und die erforderlichen Aktionen zu koordinieren. Diese Zeit ist heutzutage vernachlÀssigbar.

Die Aussagekraft dieser technischen Parameter fĂŒr die Systemgeschwindigkeit sind natĂŒrlich begrenzt. Deshalb wird im professionellen Bereich eine andere Kennzahl, nĂ€mlich Input/Output operations Per Second (IOPS) verwendet. Diese wird mittlerweile hauptsĂ€chlich von der Zugriffszeit dominiert. Aus der Definition wird auch schon klar, dass zwei halb so große Platten gleicher Geschwindigkeit dieselbe Datenmenge mit der doppelten IOPS-Zahl bereitstellen. Das ist auch ein Grund, warum Serverplatten typischerweise nicht so groß sind wie Desktop-Platten.

Exemplarische Entwicklung der Plattengeschwindigkeit ĂŒber die Zeit
Kategorie Jahr Modell GrĂ¶ĂŸe
in GB
Drehzahl Datenrate
in MB/s
Spurwechsel Latenz mittlere
Zugriffszeit
Server 1993 IBM 0662 –0.001,000 05.400 min−1 –005 08,5 ms 05,6 ms 15,4 ms
Server 2002 Seagate Cheetah X15 36LP –0.018
–0.036
15.000 min−1 –052
–068
03,6 ms 02,0 ms 05,8 ms
Server 2007 Seagate Cheetah 15k.6 –0.146
–0.450
15.000 min−1 –112
–171
03,4 ms 02,0 ms 05,6 ms
Desktop 1989 Seagate ST296N –0.000,080 03.600 min−1 –000,5 28,0 ms 08,3 ms 40,0 ms
Desktop 1993 Seagate Marathon 235 –0.000,064
–0.000,210
03.450 min−1 16,0 ms 08,7 ms 24,0 ms
Desktop 1998 Seagate Medalist 2510–10240 –0.002,5
–0.010
05.400 min−1 10,5 ms 05,6 ms 16,3 ms
Desktop 2000 IBM Deskstar 75GXP –0.020
–0.040
05.400 min−1 –032 09,5 ms 05,6 ms 15,3 ms
Desktop 2009 Seagate Barracuda 7200.12 –0.160
–1.000
07.200 min−1 –125 08,5 ms 04,2 ms 12,9 ms
Notebook 1998 Hitachi DK238A –0.003,2
–0.004,3
04.200 min−1 –008,7
–013,5
12,0 ms 07,1 ms 19,3 ms
Notebook 2008 Seagate Momentus 5400.6 –0.120
–0.500
05.400 min−1 –039
–083
14,0 ms 05,6 ms 18,0 ms

Die Entwicklung der Festplattenzugriffszeit kann mit der anderer PC-Komponenten wie CPU, RAM oder Grafikkarte nicht mehr Schritt halten, weshalb sie zum Flaschenhals geworden ist. Um eine hohe Leistung zu erreichen, muss eine Festplatte deshalb, soweit möglich, immer große Mengen von Daten in aufeinander folgenden Blöcken lesen oder schreiben, weil dabei der Schreib-Lesekopf nicht neu positioniert werden muss.

Das wird unter anderem dadurch erreicht, dass möglichst viele Operationen im RAM durchgefĂŒhrt und auf der Platte die Positionierung der Daten auf die Zugriffsmuster abgestimmt werden. Dazu dient vor allem ein großer Cache im Arbeitsspeicher des Computers, der von allen modernen Betriebssystemen zur VerfĂŒgung gestellt wird. ZusĂ€tzlich hat auch die Festplattenelektronik einen kleinen Cache (Stand 2010 einige MB), der vor allem zur Entkopplung der Interface-Transferrate von der unverĂ€nderlichen Transferrate des Schreib-Lesekopfes dient.

Neben der Verwendung eines Caches gibt es weitere Software-Strategien zur Performance-Steigerung. Sie werden vor allem in Multitasking-Systemen wirksam, wo das Festplattensystem mit mehreren bzw. vielen Lese- und Schreibanforderungen gleichzeitig konfrontiert wird. Es ist dann meist effizienter, diese Anforderungen in eine sinnvolle neue Reihenfolge zu bringen. Die Steuerung erfolgt durch einen Festplatten-Scheduler. Das einfachste Prinzip verfolgt dabei dieselbe Strategie wie eine Fahrstuhlsteuerung: Die Spuren werden zunÀchst in einer Richtung angefahren und die Anforderungen beispielsweise nach monoton steigenden Spurnummern abgearbeitet. Erst wenn diese alle abgearbeitet sind, kehrt die Bewegung um und arbeitet dann in Richtung monoton fallender Spurnummern usw.

Bis etwa 1990 besaßen Festplatten meist so wenig Cache (0,5 bis maximal 8 KByte), dass sie keine komplette Spur (damals 8,5 KByte oder 13 KByte) zwischenspeichern konnten. Daher musste der Datenzugriff durch Interleaving gebremst bzw. optimiert werden. Nicht notwendig war dies bei Platten mit hochwertigem SCSI- oder ESDI-Controller bzw. bei den damals aufkommenden IDE-Platten.

Die seit ca. 2008 verwendeten SSDs ("Solid State Drive") können wegen fehlender beweglicher Teile prinzipbedingt wesentlich kĂŒrzere Zugriffszeiten aufweisen (mĂŒssen dies aber insbesondere beim Schreiben nicht).

[Bearbeiten] Partitionen

Aus Sicht des Betriebssystems können Festplatten durch Partitionierung in mehrere Bereiche unterteilt werden. Das sind keine echten Laufwerke, sondern sie werden nur vom Betriebssystem als solche dargestellt. Man kann sie sich als virtuelle Festplatten vorstellen, die durch den Festplattentreiber dem Betriebssystem gegenĂŒber als getrennte GerĂ€te dargestellt werden. Die Festplatte selbst „kennt“ diese Partitionen nicht, es ist eine Sache des ĂŒbergeordneten Betriebssystems.

Jede Partition wird vom Betriebssystem gewöhnlich mit einem Dateisystem formatiert. Unter UmstĂ€nden werden, je nach benutztem Dateisystem, mehrere Blöcke zu Clustern zusammengefasst, die dann die kleinste logische Einheit fĂŒr Daten sind, die auf die Platte geschrieben werden. Das Dateisystem sorgt dafĂŒr, dass Daten in Form von Dateien auf die Platte abgelegt werden können. Ein Inhaltsverzeichnis im Dateisystem sorgt dafĂŒr, dass Dateien wiedergefunden werden und hierarchisch organisiert abgelegt werden können. Der Dateisystem-Treiber verwaltet die belegten, verfĂŒgbaren und defekten Cluster. Ein Beispiel fĂŒr ein Dateisystem ist das (von MS-DOS und Windows 9x ausschließlich unterstĂŒtzte) FAT-Dateisystem.

[Bearbeiten] GerÀuschvermeidung

Um die LautstĂ€rke der Laufwerke beim Zugriff auf Daten zu verringern, unterstĂŒtzen die meisten fĂŒr den Desktop-Einsatz gedachten ATA- und SATA-Festplatten „Automatic Acoustic Management“ (AAM). Wird die Festplatte in einem leisen Modus betrieben, werden die Schreib/Leseköpfe weniger stark beschleunigt, so dass die Zugriffe leiser sind. Das LaufgerĂ€usch des Plattenstapels sowie die Daten-Transferrate wird davon nicht verĂ€ndert, jedoch verlĂ€ngert sich die Zugriffszeit.

[Bearbeiten] Schnittstellen, Bussystem und Jumpering

UrsprĂŒnglich (bis 1990/91) befand sich das, was heute als Schnittstelle zur Festplatte verstanden wird, bei Consumer-Platten gar nicht auf der Festplatte. DafĂŒr war ein Controller in Form einer ISA-Steckkarte notwendig. Dieser Controller sprach die Platte ĂŒber ein Interface names ST506 an (mit den Modulationsstandards MFM, RLL und ARLL). Die KapazitĂ€t der Platte war vom Controller abhĂ€ngig, gleiches galt fĂŒr die DatenzuverlĂ€ssigkeit. Eine 20-MB-MFM-Platte hatte an einem RLL-Controller 30 MB, lief aber ggf. nicht sonderlich zuverlĂ€ssig.

Erst SCSI-Platten, ESDI-Platten und die aufkommenden IDE-Platten machten Schluss mit dieser Tradition aus der Anfangszeit der plattenbasierten Magnetspeichertechnik.

Als Schnittstelle fĂŒr interne Festplatten im Desktop-Bereich wird heute die Serial-ATA-Schnittstelle eingesetzt. Bis vor kurzem war hier noch die parallele ATA- (oder IDE, EIDE)-Schnittstelle ĂŒblich.

Bei Servern und Workstations hat sich neben SATA im Wesentlichen SAS und Fibre-Channel etabliert. Die Mainboards waren lange Zeit mit meist zwei ATA-Schnittstellen versehen, inzwischen – teilweise zusĂ€tzlich, teilweise stattdessen – mit bis zu 10 SATA-Schnittstellen.

Ein prinzipielles Problem bei parallelen Übertragungen ist, dass es mit zunehmender Geschwindigkeit immer schwieriger wird, unterschiedliche Laufzeiten der einzelnen Bits durch das Kabel sowie Signalreflexionen zu beherrschen. Daher stoßen die parallelen Schnittstellen mittlerweile an ihre Grenzen; diese EinschrĂ€nkung fĂ€llt bei seriellen Übertragungstechniken weg, womit höhere Übertragungsraten möglich werden.

[Bearbeiten] ATA (IDE)

Festplatten-Konfigurations-Jumper

Bei einer ATA-Festplatte wird durch Jumper festgelegt, ob sie das Laufwerk mit Adresse 0 oder 1 der ATA-Schnittstelle ist (Device 0 bzw. 1, oft auch mit Master bzw. Slave bezeichnet). Manche Modelle erlauben auch eine BeschrĂ€nkung der an das Betriebssystem bzw. BIOS gemeldeten KapazitĂ€t des Laufwerks, wodurch die Festplatte im Falle von InkompatibilitĂ€ten dennoch (unter Verschenkung des nicht gemeldeten Plattenplatzes) in Betrieb genommen werden kann.

Durch die Festlegung der ATA-Bus-Adresse können zwei Festplatten an einer ATA-Schnittstelle des Mainboards angeschlossen werden. Die meisten Mainboards haben zwei ATA-Schnittstellen, genannt primary ATA und secondary ATA, also „erste“ und „zweite ATA-Schnittstelle“. Daher können insgesamt bis zu vier Festplatten an beide ATA-Schnittstellen der Hauptplatine angeschlossen werden. Ältere BIOS von Hauptplatinen erlauben es nur, den Computer von der ersten ATA-Schnittstelle zu starten, und auch nur, wenn die Festplatte als Master gejumpert ist.

Die ATA-Schnittstellen werden jedoch nicht nur von Festplatten, sondern auch von CD-ROM- und DVD-Laufwerken genutzt. Somit ist (ohne Zusatzkarte) die Gesamtzahl von Festplatten plus ladbaren Laufwerken (CD-ROM, DVD) auf vier begrenzt (Diskettenlaufwerke haben eine andere Schnittstelle). Es gibt sogar Adapter, mit denen Compact-Flash-Karten angeschlossen und wie eine Festplatte verwendet werden können.

Bei Erweiterungen sind einige Dinge zu beachten:

  • Das erste Laufwerk ist als „Master“ zu jumpern – in der Regel die Voreinstellung von Laufwerken; erst ein eventuell zweites Laufwerk an einem Kabel wird auf „Slave“ gejumpert. Einige Laufwerke haben noch die dritte Option „Single Drive“. Diese wird dann benutzt, wenn das Laufwerk alleine am Kabel hĂ€ngt; kommt ein „Slave“-Laufwerk dazu, muss man das erste als „Master“ jumpern. Diese Option heißt dann zur ErlĂ€uterung oftmals „Master with Slave present“.
  • Wo Master oder Slave sitzen (am Ende des Kabels oder „mittendrin“), spielt keine Rolle (außer, beide Laufwerke sind auf Cable Select gejumpert). „Slave allein“ funktioniert zwar meistens, gilt aber nicht als sauber konfiguriert und ist oft störanfĂ€llig. Ausnahme: Bei den neueren 80-poligen Kabeln sollte der Slave in der Mitte angeschlossen werden; die Stecker sind dementsprechend beschriftet.

Die ideale Verteilung der Laufwerke auf die einzelnen AnschlĂŒsse ist disputabel. Zu beachten ist, dass sich traditionell zwei GerĂ€te am selben Kabel die Geschwindigkeit teilen und dass stets das langsamste unterstĂŒtzte Busprotokoll verwendet wird. Das gilt jedoch nicht mehr fĂŒr moderne Controller/Mainboards. Bei der gĂ€ngigen Konfiguration mit einer Festplatte und einem CD/DVD-Laufwerk ist es daher von Vorteil, jedes dieser beiden GerĂ€te mit einem eigenen Kabel zu einer Schnittstelle auf der Hauptplatte zu verwenden. Neben den Jumpern existiert ein automatischer Modus fĂŒr die Bestimmung der Adressen („Cable-Select“), der jedoch spezielle Anschlusskabel erfordert, die anfangs wenig verbreitet waren.

[Bearbeiten] ESDI

→ Hauptartikel: ESDI

[Bearbeiten] SCSI

→ Hauptartikel: SCSI

SCSI-Festplatten kennen nicht nur zwei, sondern, je nach verwendetem Controller, acht oder sechzehn Adressen. Daher finden sich an Ă€lteren SCSI-Laufwerken drei oder vier Jumper zur Bestimmung der Adressen – ID-Nummern genannt â€“, die es erlauben, bis zu sieben bzw. 15 GerĂ€te zu adressieren (der Controller belegt eine eigene Adresse). Alternativ erfolgt die Adresseinstellung auch durch einen kleinen Drehschalter. Bei modernen Systemen werden die IDs automatisch vergeben (nach der Reihenfolge am Kabel), und die Jumper sind nur noch relevant, wenn diese Vergabe beeinflusst werden soll.

Dazu kommen noch andere Jumper wie der (optionale) Schreibschutzjumper, der es erlaubt, eine Festplatte gegen Beschreiben zu sperren. Weiterhin können je nach Modell Einschaltverzögerungen oder das Startverhalten beeinflusst werden.

[Bearbeiten] SATA

Stecker fĂŒr Spannungsversorgung von SATA-Platten
(Masse (Schwarz), 3,3 V (Orange - hier nicht bestĂŒckt), 5 V (Rot), 12 V (Gelb))

→ Hauptartikel: Serial ATA

Seit 2002 werden Festplatten mit Serial ATA (S-ATA oder SATA)-Schnittstelle angeboten. Die Vorteile gegenĂŒber ATA sind der höhere mögliche Datendurchsatz und die vereinfachte KabelfĂŒhrung. Erweiterte Versionen von SATA verfĂŒgen ĂŒber weitere, vor allem fĂŒr professionelle Anwendungen relevante, Funktionen, wie etwa die FĂ€higkeit zum Austausch von DatentrĂ€gern im laufenden Betrieb (Hot-Plug). Inzwischen hat sich SATA praktisch durchgesetzt, die neuesten Festplatten werden nicht mehr als IDE-Versionen angeboten, seit die bei IDE theoretisch möglichen Transferraten nahezu erreicht sind.

Im Jahr 2005 wurden erste Festplatten mit Serial Attached SCSI (SAS) als potentieller Nachfolger von SCSI fĂŒr den Server- und Storagebereich vorgestellt. Dieser Standard ist teilweise zu SATA abwĂ€rtskompatibel.

[Bearbeiten] Serial Attached SCSI (SAS)

→ Hauptartikel: Serial Attached SCSI

Die SAS-Technik basiert auf der etablierten SCSI-Technik, sendet die Daten jedoch seriell. Neben der höheren Geschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlicher SCSI-Technik können theoretisch ĂŒber 16.000 GerĂ€te in einem Verbund angesprochen werden. Ein weiterer Vorteil ist die maximale KabellĂ€nge von 10 Metern. Die Steckverbindungen von SATA sind zu SAS kompatibel, ebenso SATA-Festplatten; SAS-Festplatten benötigen jedoch einen SAS-Controller.

[Bearbeiten] Fibre-Channel-Interface

→ Hauptartikel: Fibre Channel

Die Kommunikation via Fibre-Channel-Interface ist noch leistungsfĂ€higer und ursprĂŒnglich vor allem fĂŒr die Verwendung in Speichersubsystemen entwickelt. Die Festplatten werden, wie bei USB, nicht direkt angesprochen, sondern ĂŒber einen FC-Controller, FC-HUBs oder FC-Switches.

[Bearbeiten] Queuing im SCSI-, SATA oder SAS-Datentransfer

Vor allem bei SCSI-Platten und auch bei neueren SATA-Festplatten werden sogenannte Queues (Warteschlangen) eingesetzt. Das sind Software-Verfahren als Teil der Firmware, die die Daten zwischen dem Anfordern von Computerseite und physikalischem Zugriff auf die Speicherscheibe verwalten und ggf. zwischenspeichern. Beim Queuing reihen sie die Anfragen an den DatentrĂ€ger in eine Liste und sortieren sie entsprechend der physikalischen Position auf der Scheibe und der aktuellen Position der Schreibköpfe, um so möglichst viele Daten mit möglichst wenigen Umdrehungen und Kopfpositionierungen zu lesen. Der festplatteneigene Cache spielt hier eine große Rolle, da die Queues in diesem abgelegt werden (siehe auch: Tagged Command Queuing, Native Command Queuing).

[Bearbeiten] VorlÀufer der seriellen High-Speed-Schnittstellen

Die ersten verbreiteten seriellen Schnittstellen fĂŒr Festplatten waren SSA (Serial Storage Architecture, von IBM entwickelt) und Fibre-Channel in der Variante FC-AL (Fibre Channel-Arbitrated Loop). SSA-Festplatten werden heute praktisch nicht mehr hergestellt, aber Fibre-Channel-Festplatten werden weiterhin fĂŒr den Einsatz in großen Speichersystemen gebaut. Fibre Channel bezeichnet dabei das verwendete Protokoll, nicht das Übertragungsmedium. Deshalb haben diese Festplatten trotz ihres Namens keine optische, sondern eine elektrische Schnittstelle.

[Bearbeiten] Externe Festplatten

GerÀt mit USB-Stecker
Festplatten mit einem digitalen Kinofilm im Transportkoffer

Externe Festplatten gibt es als physische Massenspeicher (Block-GerĂ€te) als USB-, Firewire- oder eSATA-Platten oder als logische Massenspeicher (NAS) mit Anschluss ĂŒber Ethernet- und/oder WLAN. Im ersteren Falle ist die Festplatte aus Sicht des Betriebssystems ein spezielles Laufwerk; in zweiten Falle ist das gesamte NAS ein spezieller ĂŒber ein Netzwerk angebundener Computer.

FĂŒr den Anschluss von externen Festplatten werden universelle Schnittstellen wie FireWire oder USB, immer öfter auch eSATA, verwendet. Zwischen der Festplatte und der Schnittstelle befindet sich hierzu eine Bridge, die an einer Seite einen PATA- oder SATA-Anschluss und an der anderen Seite einen USB-, Firewire-, eSATA-Anschluss oder mehrere dieser AnschlĂŒsse hat.

Bei derartigen externen Festplatten sind teilweise zwei Festplatten in einem GehĂ€use verbaut, die nach außen jedoch nur als ein Laufwerk auftreten (RAID-System). Sehr Ă€hnlich arbeiten NAS-Systeme, bei denen dann ein Netzwerkanschluss vorhanden ist. Hier ist die KapazitĂ€t praktisch unbegrenzt erweiterbar.

[Bearbeiten] Datensicherheit

Besonders fĂŒr Behörden und Unternehmen, die Festplatten zur Datenspeicherung oder zum Transport einsetzen, sind Datenschutz und Datensicherheit Ă€ußerst sensible Themen. Vor allem im Bereich der externen Festplatten, die als mobile Datenspeicher eingesetzt werden, mĂŒssen sich Behörden und Unternehmen auf absolute Sicherheit verlassen können. Gelangen sensible Daten in unbefugte HĂ€nde, entsteht meist ein irreparabler Schaden. Um dies zu verhindern und höchste Datensicherheit fĂŒr den mobilen Datentransport zu gewĂ€hrleisten, mĂŒssen folgende Hauptkriterien beachtet werden:

[Bearbeiten] VerschlĂŒsselung

Metaphorisch gesprochen ist die VerschlĂŒsselung wie die TĂŒr eines Hauses. Die TĂŒr kann beispielsweise aus Holz oder Stahl sein. Übertragen auf die mobilen Festplatten wĂŒrde das bedeuten, dass zum Beispiel eine einfache XOR-VerknĂŒpfung oder eine VerschlĂŒsselung nach AES (Advanced Encryption Standard) mit unterschiedlichen SchlĂŒssellĂ€ngen und Blockmodi verwendet werden kann. Die Wahl einer passenden VerschlĂŒsselung entscheidet ĂŒber die Grundlage zum Erreichen eines höchsten Maßes an Datensicherheit. FĂŒr höchste Anforderungen an Datensicherheit empfiehlt das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik, die AES-VerschlĂŒsselung mit einer SchlĂŒssellĂ€nge von 256 Bit im CBC-Modus zu verwenden.

[Bearbeiten] Zugriffskontrolle

Die Zugriffskontrolle kann mit einem Schloss verglichen werden. Dies kann ein leicht zugĂ€ngliches Schloss sein, das mit einem Draht geöffnet werden kann, oder ein robustes Schloss, das auch gegen große Manipulationen und physische Belastungen geschĂŒtzt ist. Somit ist die Verwendung der hĂ€rtesten StahltĂŒr nichtig, wenn sie durch ein einfaches Schloss gesichert wird.

In Bezug auf die Sicherheitsmedien ist damit gemeint, dass die Zugriffskontrolle von einem einfachen Passwort bis hin zu komplexen mehrstufigen Authentifizierungsmethoden reichen kann. Entscheidet man sich fĂŒr eine komplexe Zugriffsmethode mit Zwei-Faktor-Authentifizierung (z. B. Smartcard und PIN), ist man sicher, dass der Zugang zu den eigenen Daten hervorragend versperrt ist.

[Bearbeiten] Verwaltung des kryptographischen SchlĂŒssels

Im Allgemeinen beinhaltet die Verwaltung des SchlĂŒssels Informationen ĂŒber die Erstellung, Speicherung und Möglichkeiten zur Zerstörung.

Bei einem SchlĂŒssel fĂŒr die HaustĂŒr ist es wichtig zu wissen, wer diesen hergestellt hat und wo er abgelegt wird. Dabei bringt es nichts, die hĂ€rteste StahltĂŒr und das sicherste Schloss zu verwenden, wenn der SchlĂŒssel direkt neben der TĂŒr an einem SchlĂŒsselbrett hĂ€ngt. Es muss demnach sichergestellt sein, dass sich der SchlĂŒssel an einem sicheren Ort befindet und fĂŒr Unbefugte unzugĂ€nglich bleibt. Auf die externen Speicher bezogen, ist es wichtig zu wissen, wie der kryptographische SchlĂŒssel hergestellt wurde und ob bei der Herstellung oder auf dem Weg zum Nutzer eine Kopie des SchlĂŒssels angefertigt werden konnte. Es ist auch wichtig zu wissen, wie sicher und wo der SchlĂŒssel fĂŒr die Verwendung abgelegt ist. Typische Speicherorte des KryptoschlĂŒssels sind: auf der Festplatte, im Sicherheitscontroller oder außerhalb des Speichermediums wie zum Beispiel auf einer Smartcard.

Außerdem ist auch wichtig zu wissen, wie der KryptoschlĂŒssel in einer extremen Situation durch den Benutzer schnell zerstört werden kann, damit Unbefugte auch mittels Zwang nicht an die sensible Daten gelangen können.

Es ist zu beachten, dass immer alle drei Sicherheitskriterien berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Hat eines von diesen Kriterien eine SicherheitslĂŒcke, so wird dadurch die ganze Sicherheitskette gefĂ€hrdet.

[Bearbeiten] Ausfallursachen und Lebensdauer

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Zu den typischen Ausfallursachen gehören:

LĂŒfter fĂŒr 3,5″-Festplatten
  • Die AnfĂ€lligkeit von Festplatten ist besonders bei den neuen, sehr schnell drehenden Systemen vorwiegend auf thermische Probleme zurĂŒckzufĂŒhren.
  • Beim mechanischen Aufsetzen des Schreib-Lesekopfes kann die Festplatte beschĂ€digt werden (Head-Crash). Der Kopf schwebt im Betrieb auf einem Luftpolster ĂŒber der Platte und wird nur durch dieses Polster daran gehindert aufzusetzen. Im laufenden Betrieb sollte die Festplatte daher möglichst nicht bewegt werden und keinen ErschĂŒtterungen ausgesetzt sein.
Geöffnete Festplatte nach einem Head-Crash. Die Schleifspuren, die der schadhafte Schreib-Lese-Kopf auf der Magnetscheibe hinterlassen hat, sind deutlich erkennbar.
  • Äußere Magnetfelder können die Sektorierung der Festplatte beeintrĂ€chtigen und sogar zerstören.[26]
  • Fehler in der Steuerelektronik oder Verschleiß der Mechanik fĂŒhren zu AusfĂ€llen.
  • Umgekehrt kann auch lĂ€ngerer Stillstand dazu fĂŒhren, dass die Mechanik in Schmierstoffen stecken bleibt und die Platte gar nicht erst anlĂ€uft („sticky disk“).

Die durchschnittliche Zahl an Betriebsstunden, bevor eine Festplatte ausfĂ€llt, wird bei irreparablen Platten als MTTF (Mean Time To Failure) bezeichnet. Bei Festplatten, die repariert werden können, wird ein MTBF-Wert (Mean Time Between Failures) angegeben. Alle Angaben zur Haltbarkeit sind ausschließlich statistische Werte. Die Lebensdauer einer Festplatte kann daher nicht im Einzelfall vorhergesagt werden, denn sie hĂ€ngt von vielen Faktoren ab:

  • Vibrationen und StĂ¶ĂŸe: Starke ErschĂŒtterungen können zu einem vorzeitigen (Lager-)Verschleiß fĂŒhren und sollten daher vermieden werden.
  • Unterschiede zwischen verschiedenen Modellreihen eines Herstellers: AbhĂ€ngig vom jeweiligen Modell lassen sich bestimmte Baureihen ausmachen, die als besonders zuverlĂ€ssig oder fehleranfĂ€llig gelten. Um statistisch genau Angaben zu der ZuverlĂ€ssigkeit machen zu können, sind allerdings eine große Anzahl von baugleichen Platten notwendig, die unter Ă€hnlichen Bedingungen betrieben werden. Systemadministratoren, die viele Systeme betreuen, können so im Laufe der Jahre durchaus einige Erfahrungen sammeln, welche Festplatten eher zu auffĂ€lligem Verhalten und damit vorzeitigem Ausfall neigen.
  • Anzahl der Zugriffe (Lesekopfbewegungen): Durch hĂ€ufige Zugriffe verschleißt die Mechanik schneller, als wenn die Platte nicht genutzt wird und sich nur der Plattenstapel dreht.
  • Wenn die Festplatte ĂŒber der von Hersteller genannten Betriebstemperatur, meist 40–55 Â°C, betrieben wird, leidet die Lebensdauer. Nach einer Studie von Google (die ihre internen FestplattenausfĂ€lle analysiert haben) gibt es auch am oberen Ende des zulĂ€ssigen Bereiches keine vermehrten AusfĂ€lle.[27]

Allgemein sind schnelldrehende Server-Festplatten fĂŒr eine höhere MTTF ausgelegt als typische Desktop-Festplatten, so dass sie theoretisch eine höhere Lebensdauer erwarten lassen. Dauerbetrieb und hĂ€ufige Zugriffe können jedoch dazu fĂŒhren, dass sich das relativiert und die Festplatten nach wenigen Jahren ausgetauscht werden mĂŒssen.

Notebook-Festplatten werden durch die hÀufigen Transporte besonders beansprucht und sind dementsprechend trotz robusterer Bauart mit einer kleineren MTTF als Desktop-Festplatten spezifiziert.

Eine genaue Haltbarkeit der gespeicherten Daten wird von den Herstellern nicht angegeben. Lediglich magneto-optische Verfahren erreichen eine Persistenz von 50 Jahren und mehr.

[Bearbeiten] Vorbeugende Maßnahmen

Als vorbeugende Maßnahmen gegen Datenverlust werden daher hĂ€ufig folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Von wichtigen Daten sollte immer eine Sicherungskopie (Backup) auf einem anderen DatentrĂ€ger (beachte den Hinweis zum Ausfall oben unter Partitionierung) existieren.
  • Systeme, die zwingend hochverfĂŒgbar sein mĂŒssen und bei denen ein Festplattenfehler keine Betriebsunterbrechung und Datenverlust verursachen darf, verfĂŒgen meistens ĂŒber RAID. Eine Konfiguration ist zum Beispiel das Mirrorset (RAID 1), bei dem die Daten auf zwei Festplatten gespiegelt werden und sich somit die Ausfallsicherheit erhöht. Effizientere Konfigurationen sind RAID 5 und höher. Ein Stripeset (RAID 0) aus zwei Festplatten erhöht zwar die Geschwindigkeit, jedoch steigt auch das Ausfallrisiko. RAID 0 ist deshalb keine Maßnahme, um Datenverlust zu verhindern oder die VerfĂŒgbarkeit des Systems zu erhöhen.
  • ATA-Festplatten verfĂŒgen seit ca. Ende der 1990er Jahre ĂŒber S.M.A.R.T., eine interne Überwachung der Festplatte auf ZuverlĂ€ssigkeit. Der Status kann von außen abgefragt werden. Ein Nachteil ist, dass S.M.A.R.T. kein Standard ist. Jeder Hersteller definiert seine Fehlertoleranz selbst, d. h. S.M.A.R.T. ist nur als allgemeines Richtmittel anzusehen. Außerdem gibt es Festplatten, deren S.M.A.R.T.-Funktion selbst dann noch nicht vor Problemen warnt, wenn diese sich bereits im Betrieb durch nicht mehr lesbare Blöcke bemerkbar gemacht haben.
  • Die meisten Festplatten können in beliebiger Lage montiert werden, im Zweifelsfall sollte die Spezifikation des Herstellers beachtet werden. Des Weiteren ist die Festplatte fest zu verschrauben, um Eigenschwingung zu unterbinden.
  • WĂ€hrend des Einbaus sollte Maßnahmen zur Schutz vor ESD getroffen werden.

[Bearbeiten] Datenschutz

UnabhĂ€ngig vom verwendeten Speichermedium (in diesem Fall eine Festplatte) wird beim Löschen einer Datei lediglich im Dateisystem vermerkt, dass der entsprechende Datenbereich nun frei ist. Die Daten selbst verbleiben jedoch physisch auf der Festplatte, bis der entsprechende Bereich mit neuen Daten ĂŒberschrieben wird. Mit Datenrettungsprogrammen können gelöschte Daten daher oft zumindest zum Teil wiederhergestellt werden. Das wird auch hĂ€ufig in der Beweissicherung zum Beispiel bei den Ermittlungsbehörden (Polizei etc.) eingesetzt.

Beim Partitionieren oder gewöhnlichen Formatieren wird der Datenbereich nicht ĂŒberschrieben, sondern lediglich die Partitionstabelle oder die Beschreibungsstruktur des Dateisystems.

Um ein sicheres Löschen von sensiblen Daten zu garantieren, bieten verschiedene Hersteller Software an, sogenannte Eraser, die beim Löschen den Datenbereich mehrfach ĂŒberschreibt. Meistens kann aber auf eine (fast) beliebige und kostenlose Unix-Distribution zurĂŒckgegriffen werden, wie zum Beispiel Knoppix, die praktischerweise direkt von CD gestartet werden kann. Außerdem gibt es fĂŒr diesen Zweck neben universellen Programmen wie dd und badblocks speziell fĂŒr das Löschen verschiedene Opensource-Programme, beispielsweise Darik’s Boot and Nuke (DBAN). In Apples Mac OS X sind entsprechende Funktionen („Papierkorb sicher löschen“ und „Volume mit Nullen ĂŒberschreiben“) bereits enthalten. Wurde die Datei bereits gelöscht, ohne die Daten zu ĂŒberschreiben, kann auch der komplette freie Speicher der Festplatte ĂŒberschrieben werden. Siehe dazu auch Gutmann-Methode (dabei wird der Speicher mehrmals ĂŒberschrieben, um zu verhindern, dass sich die Daten mit Spezialhardware z. B. von Datenrettungsunternehmen oder Behörden wiederherstellen lassen).

Alternativ bietet sich bei der Verschrottung des Computers die mechanische Vernichtung der veralteten Festplatte (bzw. der Scheiben) an. Deshalb werden in manchen Unternehmen beim Umstieg auf eine neue Computergeneration alle Festplatten in einem Schredder in kleine Teile zermahlen und die Daten so vernichtet.

Verschiedene Festplatten bieten die Möglichkeit an, den kompletten Festplatteninhalt per Passwort direkt auf Hardwareebene zu schĂŒtzen. Da diese im Grunde nĂŒtzliche Eigenschaft jedoch kaum bekannt ist und die meisten BIOS die Funktion zum Setzen des Passworts nicht selbsttĂ€tig ausschalten, besteht rein theoretisch fĂŒr Schadprogramme wie Viren die Chance, dem Benutzer durch Setzen dieses Passworts auf einen unbekannten Wert massiv zu schaden. Danach bestĂŒnde keine Möglichkeit mehr, noch auf Inhalte der Festplatte zuzugreifen. FĂŒr weitere Informationen bzgl. ATA-Festplatten siehe Passwortschutz unter ATA.

[Bearbeiten] Langzeitarchivierung

→ Hauptartikel: Langzeitarchivierung

Die Archivierung von Daten ĂŒber ZeitrĂ€ume von Jahrzehnten und Jahrhunderten wirft viele Probleme auf. Eines dieser Probleme (wahrscheinlich sogar das am einfachsten zu lösende) ist der Defekt von DatentrĂ€gern und Festplatten.

[Bearbeiten] Geschichte

Ein IBM 305 RAMAC, im Vordergrund Mitte/links zwei IBM-350-Festplatten
Alte Festplatte mit 1 m Durchmesser aus einem Großrechner
Alte IBM-62PC-Festplatte, ca. 1979, 6 × 8″ Scheiben mit insgesamt ca. 65 MB Speicher

VorlĂ€ufer der Festplatte war die Magnettrommel ab 1932. Außerhalb von UniversitĂ€ten und Forschungseinrichtungen kam dieser Speicher ab 1958 als „Hauptspeicher“ mit 8192 Worten Ă  32 Bit in der Zuse Z22 zum Einsatz. Die erste kommerziell erhĂ€ltliche Festplatte, die IBM 350, wurde von IBM 1956 als Teil des IBM 305 RAMAC-Rechners („Random Access Method of Accounting and Control“) angekĂŒndigt.

[Bearbeiten] Chronologische Übersicht

  • September 1956:[28] IBM stellt das erste magnetische Festplattenlaufwerk mit der Bezeichnung „IBM 350“ vor (5 MB, 24 Zoll, 600 ms Zugriffszeit, 1.200 min−1, 500 kg, 10 kW). Die Schreib-/Leseköpfe wurden elektronisch-pneumatisch gesteuert, weshalb die schrankgroße Einheit auch einen Druckluft-Kompressor enthielt.[29] Das Laufwerk wurde nicht verkauft, sondern fĂŒr ca. 10.000 DM pro Monat an Unternehmen vermietet. Ein Exemplar der IBM350 befindet sich im Museum des IBM-Clubs in Sindelfingen.
  • 1973: IBM startet das „Winchester“-Projekt, das sich damit befasste, einen rotierenden Speicher mit einem fest montierten Medium zu entwickeln (IBM 3340, 30 MB SpeicherkapazitĂ€t, 30 ms Zugriffszeit). Beim Starten und Stoppen des Mediums sollten die Köpfe auf dem Medium aufliegen, was einen Lademechanismus ĂŒberflĂŒssig machte. Namensgeber war die Stadt Winchester in SĂŒdengland, in deren IBM-Werk das Laufwerk entwickelt wurde. Diese Technik setzte sich in den folgenden Jahren durch. Bis in die 1990er Jahre war deshalb fĂŒr Festplatten die Bezeichnung Winchester-Laufwerk gebrĂ€uchlich.
  • 1979: Vorstellung der ersten 8″-Winchester-Laufwerke. Diese waren jedoch sehr schwer und teuer (ca. 1000 Euro/MB); trotzdem stieg der Absatz kontinuierlich.
  • 1980: Verkauf der ersten 5,25″-Winchester-Laufwerke durch die Firma Seagate Technology („ST506“, 6 MB, 3.600 min−1, Verkaufspreis ca. 1000 $). Diese Modellbezeichnung (ST506) wurde auch ĂŒber viele Jahre hinaus der Name fĂŒr diese neue angewendete Schnittstelle, welche alle anderen Firmen als neuen Standard im PC-Bereich ĂŒbernommen hatten. Zur gleichen Zeit kam neben den bereits bestehenden Apple-Microcomputern der erste PC von IBM auf den Markt, dadurch stieg die Nachfrage nach diesen – im Vergleich zu den Winchester-Laufwerken kompakten – Festplatten rasant an.
  • 1986: Spezifikation von SCSI, eines der ersten standardisierten Protokolle fĂŒr eine Festplattenschnittstelle.
  • 1989: Standardisierung von IDE, auch bekannt als AT-Bus.
  • 1991: erste 2,5-Zoll-Festplatte mit 100 MB SpeicherkapazitĂ€t[30]
  • 1997: Erster Einsatz des Riesen-Magnetowiderstands (englisch Giant Magnetoresistive Effect (GMR)) bei Festplatten, dadurch konnte die SpeicherkapazitĂ€t stark gesteigert werden. Eine der ersten Festplatten mit GMR-Leseköpfen brachte IBM im November 1997 heraus (IBM Deskstar 16GP DTTA-351680, 3,5″, 16,8 GB, 0,93 kg, 9,5 ms, 5.400 min−1).
  • 2004: Erste SATA-Festplatten mit Native Command Queuing von Seagate.
  • 2005: Prototyp einer 2,5-Zoll-Hybrid-Festplatte (Kurzbezeichnung H-HDD), die aus einem magnetisch-mechanischen Teil und einem zusĂ€tzlichen NAND-Flash-Speicher aufgebaut ist, der als Puffer fĂŒr die Daten dient. Erst wenn der Puffer voll ist, werden die Daten aus dem Puffer auf das Magnetmedium der Festplatte geschrieben.
  • 2006: Erste 2,5-Zoll-Notebook-Festplatte (Momentus 5400.3, 2,5″, 160 GB, 0,1 kg, 5,6 ms, 5.400 min−1, 2 Watt) von Seagate mit senkrechter Aufzeichnungstechnik (Perpendicular Recording). 3,5-Zoll-Festplatten erreichen mit derselben Aufzeichnungstechnik im April eine KapazitĂ€t von 750 GB.
  • 2007: Die erste Terabyte-Festplatte von Hitachi.[31] (3,5″, 1 TB, 0,7 kg, 8,5 ms, 7.200 min−1, 11 Watt)
  • 2009: Erste 2-TB-Festplatte von Western Digital (Caviar Green, 5400 min−1)
  • 2010: Erste 3-TB-Festplatte von Western Digital (Caviar Green). Systeme ohne UEFI-Bios können diese Festplatte nicht ansprechen. WD liefert eine spezielle Controllerkarte mit, mit welcher die 2,5 TB und 3 TB großen Festplatten von PCs mit Ă€lterem Bios als sekundĂ€re Platten voll angesprochen werden können. Seagate umgeht dieses Problem durch den Einsatz grĂ¶ĂŸerer Cluster.
  • 2011: Überschwemmungen zerstörten etliche Fabriken in Thailand und machten die weltweiten AbhĂ€ngigkeiten u. a. der Festplattenindustrie deutlich: LieferausfĂ€lle fĂŒhrten zur Knappheit von Bauelementen und die Preise fĂŒr Festplatten auf dem Endverbrauchermarkt in Deutschland schnellten auf ein Mehrfaches in die Höhe. Hitachi GST (bzw. Western Digital) liefert in kleinen StĂŒckzahlen die ersten 4-TB-3,5"-Festplatten Deskstar 5K4000 (intern) bzw. Touro Desk (externe USB-Variante) mit 1 TB pro Platter aus.[32] Auch Samsung kĂŒndigt entsprechende Modelle mit einer KapazitĂ€t von 1 TB pro Platter an. Erste Modelle sollen die Spinpoint F6 mit 2 TB und 4 TB sein.

[Bearbeiten] Hersteller

ZusammenfĂŒhrung der Festplattenhersteller
Name Marktanteil
Q2/2007[33]
Marktanteil
Q4/2010[34]
Bemerkungen
Seagate 34,0 % 29,2 %

Seagate hat 2011 Samsungs Festplattensparte ĂŒbernommen.[35]

Western Digital 21,6 % 31,2 %

WD hat im MĂ€rz des Jahres 2011 Hitachi GST ĂŒbernommen[36]

Hitachi GST 18.1 % 17,6 %

Hitachi GST wurde im MĂ€rz des Jahres 2011 von WD ĂŒbernommen[36]

Samsung 11,9 % 10,7 %

Samsungs Festplattensparte wurde 2011 von Seagate ĂŒbernommen.[35]

Toshiba 7,0 % 10,8 %

Seit 2010 einschließlich Fujitsu-Festplattensparte.[37]

Fujitsu 6,4 % –

Fujitsu-Festplattensparte wurde 2010 von Toshiba ĂŒbernommen[37]

ExcelStor 1,6 % –

ExcelStor spielt praktisch keine Rolle mehr[38]

ZusammenfĂŒhrung:

  • 2001 wurde Conner Festplatten von Exelstore ĂŒbernommen
  • 2000 verkaufte Quantum an Maxtor
  • 2005-2006 Maxtor an Seagate
  • 2004 IBM an Hitachi

Somit gibt es nur noch die Hersteller:

  • Seagate (inkl. Samsung)
  • Western Digital (inkl. Hitachi)
  • Toshiba (inkl. Fujitsu)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Festplatte â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Festplatte â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Fritz-Haber-Institut: Museum des Gemeinsamen Netzwerkzentrum (GNZ), Berlin. Fhi-berlin.mpg.de. Abgerufen am 11. August 2010.
  2. ↑ http://www.pcworld.com/article/128400/hitachi_introduces_1terabyte_hard_drive.html
  3. ↑ http://www.tomshardware.de/Fujitsu-MBA3147RC-Toshiba-MBF2600RC,testberichte-240543-3.html
  4. ↑ Datenblatt ST1181677. Abgerufen am 28. Dezember 2010.
  5. ↑ 2,5″-Highend-Festplatte mit Serial ATA, 300 GByte und KĂŒhlkörper, heise.de, 21. April 2008
  6. ↑ IBM Archives: IBM 1301 disk storage unit. 03.ibm.com. Abgerufen am 11. August 2010.
  7. ↑ heise online – Billige IDE-Platten bis 12 GByte
  8. ↑ Festplatte mit 47 GByte, 14. November 1997
  9. ↑ Speicherrekord: 320-GByte-Festplatte von Maxtor (Update), heise.de, 9. September 2002
  10. ↑ heise online – Festplatten speichern ein halbes Terabyte Daten
  11. ↑ heise online – Notebook-Festplatte mit 160 GByte und Perpendicular Recording
  12. ↑ Hitachi kĂŒndigt Festplatte mit 1 TByte KapazitĂ€t an – PCtipp.ch – News
  13. ↑ Seagate: Erste Festplatte mit 1,5 TByte. Golem.de. Abgerufen am 11. August 2010.
  14. ↑ 2,5-Zoll Festplatte Samsung Spinpoint M6 HM500LI. Channelpartner.de (27. Juni 2008). Abgerufen am 11. August 2010.
  15. ↑ Toshiba: Schnelle Festplatte im 1,8-Zoll-Format. Golem.de (25. September 2008). Abgerufen am 11. August 2010.
  16. ↑ Panasonic KX-TG8521GN. Alternate.de. Abgerufen am 11. August 2010.
  17. ↑ 2-TB-HDD von Western Digital offiziell vorgestellt. Computerbase.de (27. Januar 2009). Abgerufen am 11. August 2010.
  18. ↑ WD Scorpio Blue 1 TB SATA Hard Drives (WD10TPVT). Wdc.com. Abgerufen am 11. August 2010.
  19. ↑ http://www.hitachigst.com/portal/site/en/products/deskstar/7K2000/ (Link nicht abrufbar)
  20. ↑ Seagate trumpft mit externer 3TB-Festplatte fĂŒr 250 Dollar auf (29. Juni 2010). Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  21. ↑ http://www.anandtech.com/show/4738/seagate-ships-worlds-first-4tb-external-hdd
  22. ↑ Platter Substrate Materials
  23. ↑ Hard Drive Data Recovery – A Basic Understanding of Platter Substrate Material
  24. ↑ Joyce Y. Wong: Perpendicular patterned media for high density magnetic storage (englisch). California Institute of Technology 2000 (Zugriff am 5. Januar 2011)
  25. ↑ Kap. 11.4.2 „Emergency unload“, Hard Disk Drive Specification Hitachi Travelstar 80GN
  26. ↑ Löschzug – Notebooks und Scheckkarten in Gefahr.. C’t magazin 8/98. Abgerufen am 3. MĂ€rz 2011.
  27. ↑ Failure Trends in a Large Disk Drive Population (PDF). labs.google.com. Abgerufen am 11. August 2010.
  28. ↑ Je nach Quelle 4. September 1956, 13. September 1956 oder 14. September 1956
  29. ↑ IBM Archives: IBM 350 disk storage unit
  30. ↑ Computer Facts and History
  31. ↑ Produktseite der Deskstar 7K1000. Hitachigst.com. Abgerufen am 9. September 2010.
  32. ↑ 4-Terabyte-Festplatten von Hitachi. Heise.de (13. Dezember 2011). Abgerufen am 13. Dezember 2011.
  33. ↑ Festplattenhersteller dĂŒrfen auf versöhnliches JahresendgeschĂ€ft hoffen. Heise.de (3. Dezember 2009). Abgerufen am 11. August 2010.
  34. ↑ Durchschnittliche KapazitĂ€t von 3,5-Zoll-Festplatten steigt auf 755 GByte. Heise.de (21. Februar 2011). Abgerufen am 8. MĂ€rz 2011.
  35. ↑ a b Seagate Completes Acquisition of Samsung’s Hard Disk Drive Business. seagate.com (19. Dezember 2011). Abgerufen am 23. Februar 2012.
  36. ↑ a b Durchschnittliche KapazitĂ€t von 3,5-Zoll-Festplatten steigt auf 755 GByte. Heise.de (21. Februar 2011). Abgerufen am 8. MĂ€rz 2011.
  37. ↑ a b Fujitsu-Festplattensparte geht in Toshiba Storage Device Corporation (TSDC) auf. Heise.de (3. Dezember 2009). Abgerufen am 11. August 2010.
  38. ↑ Festplattenmarkt legt vor allem dank der 2,5-Zoll-Modelle zu. Heise.de (1. MĂ€rz 2010). Abgerufen am 11. August 2010.

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