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Felix Abraham – Wikipedia

Felix Abraham

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Felix Abraham (* 30. August 1901 in Frankfurt am Main; † 1937/1938 in Florenz durch Suizid) war Arzt, Sexualforensiker (Gerichtsgutachter) und „Leiter der sexualforensischen Abteilung“ am ersten Institut für Sexualwissenschaft in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Ende 1928 promovierte Abraham bei Philipp Schwartz in Frankfurt am Main mit der Dissertation Untersuchungen über die Veränderungen der Sterblichkeitsstatistik des ersten Lebensjahres, die im selben Jahr in Buchform erschien. Ein Jahr nach seiner Promotion nahm er seine Arbeit als Assistenzarzt auf. Von 1929 bis zur Machtergreifung 1933 und darauffolgender Schließung des Instituts war er „Leiter der sexualforensischen Abteilung“ (Gerichtsmedizin) und beteiligte sich an sexualwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen. Sein Spezialinteresse richtete sich auf damalige „Sexualdelikte“ wie Infantilismus, Exhibitionismus und Flagellantismus. Neben dem Vorstand war er einer der drei ständigen Ärzte am Institut und Nachfolger des Psychiatrie-Dozenten Arthur Kronfeld[1].

Im Institut war er Ansprechpartner fĂĽr „Transvestiten“, ein Begriff der damals die heutigen Begriffe von Travestie ĂĽber Transgender bis zu Transsexualität umfasste. Rudolph Richter (* 1891) lebte und arbeitete unter dem Vornamen Dora, auch Dorchen genannt, mehr als zehn Jahre lang als Hausmädchen im Institut. Schon 1922 wurde eine Kastration vorgenommen. Anfang 1931 erfolgte eine Penektomie, gefolgt von der Konstruktion einer Neovagina im Juni 1931. Diese erste komplette operative „Genitalumwandlung“ wurde wie der zweite Fall von Arno (Toni) E. von Ludwig Levy-Lenz am Institut vorgenommen. Beide Fälle wurden von Abraham 1931 in der Zeitschrift fĂĽr Sexualwissenschaft publiziert.

Im Jahre 1935 praktizierte Abraham als Arzt in Berlin. Ende 1937 oder Anfang 1938 beging er im Exil in Florenz Suizid. Sein Freitod ist durch einen Brief von Anfang 1939 belegt.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Untersuchungen ĂĽber die Veränderungen der Sterblichkeitsstatistik des ersten Lebensjahres, MĂĽnch, Frankfurt am Main-Niederrad 1928 (Dissertation)
  • Vorwort zu Karl Plättner: Eros im Zuchthaus. Sehnsuchtsschreie gequälter Menschen nach Liebe. Eine Beleuchtung der Geschlechtsnot der Gefangenen, bearbeitet auf der Grundlage von Eigenerlebnissen, Beobachtungen und Mitteilungen in achtjähriger Haft. Vorwort von Magnus Hirschfeld und Felix Abraham,
    1. Auflage: Mopr-Verlag, Berlin 1929;
    2. Auflage: Witte, Hannover 1930
  • (Posthumer?) Herausgeber der französischen Ăśbersetzung
    Les Perversions sexuelles. D'après l'enseignement du Magnus Hirschfeld, Texte français du Pierre Vachet, Productions de Paris, Paris 1969 (Bibliothèque universitaire et scientifique)
  • Chirurgische Eingriffe bei Anomalien des Sexuallebens, in: Therapie der Gegenwart n°67, 1926, S. 451-455
  • Genitalumwandlungen an zwei männlichen Transvestiten, Zeitschrift fĂĽr Sexualwissenschaft und Sexualpolitik, Nr. 18, 1931 S. 223–226, (Englische Ăśbersetzung - Online)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Magnus Hirschfelds Institut fĂĽr Sexualwissenschaft (1919–1933) (in Arbeit, Bearbeiter)
  • Volkmar Sigusch: Geschichte der Sexualwissenschaft. Frankfurt/M., New York: Campus Verlag 2008, S. 100, 347, 354f, 361
  • Rainer Herrn: Felix Abraham. In: Volkmar Sigusch und GĂĽnter Grau (Hrsg.): Personenlexikon der Sexualforschung, Frankfurt/M., New York: Campus Verlag 2009, ISBN 978-3-593-39049-9, S. 19–21

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Josef Hynie: Zur Geschichte der Sexualforschung in der Tschechoslowakei, erstmals erschienen in:
    Rolf Gindorf und Erwin J. Haeberle (Hrsg.): Sexualwissenschaft und Sexualpolitik, Berlin 1992, S. 91–117

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