Evangelium nach Johannes
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Das Evangelium nach Johannes ist das vierte Buch des Neuen Testaments der Bibel, eines der vier kanonischen Evangelien. Es bildet zusammen mit den drei synoptischen Evangelien eine zentrale Grundlage des christlichen Glaubens, hat diesen gegenĂŒber jedoch einen sehr eigenstĂ€ndigen darstellerischen und theologischen Charakter.
[Bearbeiten] Prolog und Aufbau
Das Johannesevangelium beginnt nicht mit der Geburt, Kindheit oder Taufe Jesu, sondern mit einem tiefgrĂŒndigen Prolog in der Form eines strophischen Liedes (1,1â18 EU):
- Im Anfang (áŒÏÏÎź) war das Wort (λÏγοÏ)
- und das Wort war bei Gott,
- und das Wort war Gott.
- Im Anfang war es bei Gott.
- Alles ist durch das Wort geworden
- und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
Zielpunkt dieser und der folgenden drei Strophen ist Vers 14ff.:
- Und das Wort ist Fleisch geworden
- und hat unter uns gewohnt
- und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,
- die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
- voll Gnade und Wahrheit.
Der Prolog erhĂ€lt einen starken Sprachrhythmus, indem er jeden neuen Begriff im jeweiligen Folgesatz aufgreift, weiterfĂŒhrt und in jeder Strophe einen neuen Gedanken durchfĂŒhrt. Seine Begriffe und Form beziehen sich auf den ersten Schöpfungsbericht der Tora (Gen 1 EU), der ebenfalls mit âIm Anfangâ beginnt und Gottes Hinwendung zur Welt als ein ordnendes, die GegensĂ€tze von Licht und Finsternis, Tag und Nacht usw. scheidendes Handeln beschreibt. So wie dieses auf das Erschaffen des Menschen als Gottes Ebenbild zulĂ€uft, so lĂ€uft hier alles auf die Menschwerdung des Wortes zu, durch das Gott alles gemacht hat. Der Prolog legt also das Kommen Jesu Christi als Fleischwerdung des ewigen Wortes aus, das von Anfang an Gottes Wille war und seine Schöpfung vollendet.[1]
Der Prolog tritt an die Stelle der Abstammungslisten und Geburtslegenden im Lukas- und MatthĂ€usevangelium. Er nimmt wie in einer OuvertĂŒre[2] die Themen vorweg, die das ganze Evangelium dann ausfĂŒhrt: Das Wort ist Fleisch geworden, hat unter uns gewohnt und wir sahen seine Herrlichkeit. Dies wird auch als Leseanweisung fĂŒr die drei Hauptteile verstanden:
- Kapitel 2â12: das Auftreten Jesu vor Zeugen, unterteilt in Kapitel 3â6 (Reden und Wunder) und 7â12 (StreitgesprĂ€che mit Gegnern, Scheidung in Gegner und AnhĂ€nger)
- Kapitel 13â17: Abschied von den JĂŒngern, unterteilt in 13 (FuĂwaschung), 14â16 (Abschiedsreden), 17 (das hohepriesterliche Gebet Jesu)
- Kapitel 18â21: Verherrlichung durch Passion und Auferstehung, unterteilt in 18â19 (Leiden und Tod), 20â21 (Erscheinungen des Auferstandenen und Sendung der JĂŒnger)
[Bearbeiten] Inhalt
Der erzĂ€hlerische Rahmen reicht vom Zeugnis Johannes des TĂ€ufers (1,19 EU) ĂŒber das öffentliche Wirken Jesu (2â12 EU) und die Offenbarung vor seinen JĂŒngern (14â17 EU) bis zu seiner Kreuzigung (18â19 EU) und den Erscheinungen des Auferstandenen vor Zeugen (20 EU).
Im Zentrum des Johannesevangeliums steht die Botschaft, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Dies gipfelt in Aussagen wie
- Ich und der Vater sind eins (10,30 EU).
Dieses hohe Selbstbewusstsein Jesu provoziert den Vorwurf der GotteslĂ€sterung, welcher von einigen Juden gegen Jesus erhoben wird und auch handgreiflichen Ausdruck findet in Versuchen, Jesus zu steinigen (10,31â33 EU).
Dem setzt der johanneische Jesus entgegen, dass er in die Welt gekommen sei, um den Menschen die NÀhe Gottes zu vermitteln. Wer an Jesus und seine göttlichen Werke glaube, der glaube damit auch an Gott. In ihm verkörpere sich die Liebe Gottes, die allein den Menschen zu retten vermöge:
- Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. (3,16â17 EU)
Den Höhepunkt der Selbstmitteilung Jesu im Johannesevangelium bilden die so genannten Abschiedsreden (14â17 EU), in denen Jesus die Einheit mit Gott auch seinen JĂŒngern verspricht. Der Paraklet werde ihnen die Erkenntnis bringen:
- Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch. (14,20 EU)
SchlieĂlich bittet Jesus um dieses Einheitserlebnis fĂŒr alle, die an ihn glauben.
- Aber ich bitte nicht nur fĂŒr diese hier, sondern auch fĂŒr alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. (17,20â23 EU)
Nach dem Johannesevangelium fĂŒhrt die Erkenntnis des Einsseins mit Gott dazu, dass der immer unbefriedigte Mensch von seinem unersĂ€ttlichen Lebensdurst befreit wird:
- Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. (4,13â14 EU)
Zu dieser Erkenntnis fĂŒhren vor allem auch die âZeichenâ Jesu, die mit der Wandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit zu Kana (2,1â11 EU) beginnen und ĂŒber die Auferweckung des Lazarus (11 EU) zu Jesu Passion und Auferstehung fĂŒhren.
Die Absicht des Johannesevangeliums verdeutlicht der vorlÀufige Abschlussvers 20,31 EU:
- Diese (Zeichen) aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
[Bearbeiten] Textgestalt und Literarkritik
P75, ca. Ende 2. JahrhundertNachdem mit den historisch-kritischen Methoden im 20. Jahrhundert differenzierte Theorien zur Komposition, zu möglichen literarischen Quellen und redaktionellen Ăberarbeitungen des Evangeliums vorgelegt wurden, wird in den letzten Jahren die literarische Einheit des Johannesevangeliums wieder stĂ€rker betont.
Unbestritten gilt der Abschnitt 7,53â8,11 EU mit der Ehebrecherin als nicht ursprĂŒnglich zum Evangelium gehörig, weil er von den Handschriften vor dem 5. Jahrhundert (u. a. P66, P75) nicht bezeugt ist und auch sprachlich aus dem Rahmen fĂ€llt. Daneben wird ĂŒberwiegend das Kapitel 21 als Nachtrag zum bereits bestehenden Evangelientext (Joh 1â20) identifiziert, weil in 20,30â31 EU bereits ein ausgesprochener Buchschluss vorliegt und sich der Verfasser von Kapitel 21 deutlich vom Verfasser dieses Schlusswortes abhebt (21,24 EU). Von Forschern, die das Kapitel 21 als eine spĂ€tere Redaktion ansehen, wird hĂ€ufig auch die Hervorhebung der Gestalt des LieblingsjĂŒngers dieser Ăberarbeitung zugeschrieben.[3] Es ist also fraglich, ob der LieblingsjĂŒnger ĂŒberhaupt eine historische Gestalt ist. Die Beantwortung dieser Frage hat erhebliche Konsequenzen fĂŒr die Identifizierung des Autors des Evangeliums (siehe Verfasser).
An weiteren Stellen des Evangeliums hat die historisch-kritische Exegese KohĂ€renzprobleme im Text festgestellt. So scheint in 4â7 EU die Abfolge der Aufenthalte Jesu in Jerusalem und GalilĂ€a durcheinander geraten zu sein. Diese Unordnung könnte durch einfache Umstellung der Reihenfolge von Kapitel 5 und 6 behoben werden. Des Weiteren schlieĂt anscheinend 18,1 EU besser an 14,31 EU an, weil der Aufforderung Jesu zum Fortgehen keine entsprechende Handlung in 15,1 EU folgt. Wenn es hier nicht nur um (versehentliche) Unordnung geht, schlieĂen Vertreter einer Redaktionshypothese aus diesem Befund, dass ein vorliegender Text von einem Redaktor ĂŒberarbeitet und erweitert wurde, ohne dass die Nahtstellen unkenntlich gemacht wurden. Andere Forscher halten die BrĂŒche im Text fĂŒr inhaltlich erklĂ€rbar oder sogar fĂŒr vom Autor beabsichtigte dramaturgische Hinweise und schreiben die Gesamtkomposition dem Evangelisten zu.[4][5]
Noch weitgehender sind Theorien, die mit der Aufnahme von Quellenschriften rechnen. Als eine solche Quelle wird vor allem eine Sammlung von WundererzĂ€hlungen angesehen, die man deshalb âSemeia-Quelleâ (von griechisch ÏηΌΔáżÎżÎœ âZeichenâ) genannt hat. Auch wird teilweise angenommen, der Passionsbericht 18â19 EU habe in einer gewissen Form bereits vorgelegen und sei in das Evangelium eingearbeitet worden. Diese Forschungsrichtung vertritt vor allem der Kommentar von JĂŒrgen Becker, der auĂerdem in der Tradition Rudolf Bultmanns von einer umfangreichen âkirchlichen Redaktionâ ausgeht.[6]
Alle diese Theorien nehmen Textvorlagen und Traditionen an, die historisch nicht greifbar sind. Quellenschriften oder ursprĂŒnglichere abweichende Textversionen des Evangeliums existieren nicht. Diese Tatsache und die weite Bandbreite der Hypothesen zur Literarkritik des Johannesevangeliums haben die Skepsis gegenĂŒber solchen Lösungen in den letzten Jahren erheblich gesteigert,[7] so dass der neueste deutschsprachige Kommentar zum Johannesevangelium ganz auf die Darstellung redaktionsgeschichtlicher und quellentheoretischer Fragestellungen verzichtet und den Text als literarische Einheit kommentiert.[8] Dies ist Ausdruck einer Tendenz in der exegetischen Forschung zum Johannesevangelium, die literarischen, linguistischen und texttheoretischen Kriterien stĂ€rker zu beachten, d. h. die LektĂŒre unter synchronen und diachronen Gesichtspunkten zu betreiben.[9]
[Bearbeiten] VerhÀltnis zu den synoptischen Evangelien
Die Frage der AbhĂ€ngigkeit oder UnabhĂ€ngigkeit des Johannesevangeliums von den drei synoptischen Evangelien (MatthĂ€us, Markus und Lukas) wurde in der Geschichte der Auslegung des vierten Evangeliums höchst unterschiedlich beurteilt und ist auch in der aktuellen Forschung ungeklĂ€rt und umstritten,[10] wobei zahlreiche Exegeten mittlerweile wieder von einer Kenntnis zumindest des Markusevangeliums ausgehen.[11] Das VerhĂ€ltnis zu den synoptischen Evangelien ist deshalb schwer zu bestimmen, weil das Johannesevangelium einerseits in Aufbau, Sprache, Stil und Stoff erhebliche Unterschiede zu den Synoptikern aufweist, andererseits aber an zahlreichen Stellen den gleichen Inhalt bietet oder zumindest Ă€hnliche Strukturen erkennen lĂ€sst. Folgende Ăbersichten stellen die wichtigsten GegensĂ€tze und Gemeinsamkeiten dar:
[Bearbeiten] Gemeinsamkeiten mit den Synoptikern
| Johannes | Abschnitt | Synoptiker |
|---|---|---|
| 4,46â54 EU | Heilung des Sohnes eines Königlichen | Lk 7,1â10 EU |
| 6,1â21 EU | Speisung der FĂŒnftausend und Jesu Wandel ĂŒber den See | Mk 6,32â52 EU |
| 12,12â15 EU | Einzug in Jerusalem | Mk 11,1â10 EU |
| 13,1â30 EU | Letztes Mahl und Kennzeichnung Judas als âĂberliefererâ | Mk 14,12â21 EU |
| 18,2â12 EU | Die Verhaftung Jesu im Garten Gethsemane | Mk 14,43â53 EU |
| 18,12ff EU | Die Vernehmung vor dem jĂŒdischen Hohen Rat, die Verhandlung vor Pilatus und die Kreuzigung | Mk 14,53ff EU |
[Bearbeiten] Besonderheiten des Johannesevangeliums
| Merkmal |
|---|
| Der Prolog des Johannesevangeliums (1,1â18 EU) ist in seiner hymnisch-reflektierenden Art einzigartig. |
| Die Auferweckung des Lazarus von den Toten wird nur im Johannesevangelium erzĂ€hlt und erhĂ€lt dort als letztes und gröĂtes âZeichenâ Jesu besonderes Gewicht (11 EU). |
| AuffĂ€llig sind die hĂ€ufigen und langen Reden Jesu, vor allem die Abschiedsreden, die sich ohne gröĂere Unterbrechungen ĂŒber fast fĂŒnf Kapitel erstrecken (13â17 EU). |
| Die Reden Jesu drehen sich hĂ€ufig um seine eigene Person (âIch-binâ-Worte) und verwenden intensive Metaphern (âlebendiges Wasserâ, âLicht der Weltâ, âBrot des Lebensâ). |
[Bearbeiten] Unterschiede zu den Synoptikern
| Johannes | Thema | Synoptiker |
|---|---|---|
Jesus spricht in langen meditativ-theologischen Reden. |
Es liegen verschiedene Sprechsituationen (öffentlich/JĂŒngerkreis) und Adressatenkreise vor. |
Bei den Synoptikern spricht Jesus in kurzen Sentenzen und Gleichnissen. |
Mehrere lÀngere Aufenthalte in Jerusalem werden erwÀhnt, die nur jeweils kurz durch Reisen nach GalilÀa unterbrochen sind. Jesus wirkt vor allem in Jerusalem. |
|
Jesus begibt sich mehrmals von GalilÀa nach Jerusalem. |
Bei Johannes steht die Tempelaustreibung programmatisch am Anfang, im zweiten Kapitel seines Evangeliums. (2,13â22 EU). |
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Laut den Synoptikern geschieht die Tempelaustreibung gegen Ende des Wirkens Jesu (Mk 11,15â18 EU) als AnstoĂ fĂŒr seine Gegner und Ursache fĂŒr seine Beseitigung. |
Jesus verzichtet bei Johannes ausdrĂŒcklich auf eine Bitte um Verschonung vor dem Leiden (12,27 EU, 18,11 EU). |
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Bei den Synoptikern bittet Jesus Gott, den Kelch an ihm vorĂŒbergehen zu lassen (Mk 14,36 EU) |
Das âEs ist vollbracht!â gleicht einem Triumphruf (Ende des Psalm 22 â Vers 32c) |
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Jesus klagt ĂŒber seine Gottverlassenheit (Beginn des Psalm 22 â Vers 2) |
Jesu Todestag ist der RĂŒsttag des siebentĂ€gigen Pessachfestes (der 14. Nisan). |
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Bei den Synoptikern ist der Todestag Jesu der erste volle Festtag des Festes (15. Nisan) |
Bereits im Altertum wurde wegen dieser Unterschiede der historische Wahrheitsgehalt der Evangelien bestritten, etwa in der Schrift âContra Christianosâ des Porphyrios. Sie geben bis heute Gegnern des Christentums Anlass zu Kritik. Die WidersprĂŒche sind aber auch in der innerkirchlichen und exegetischen Diskussion eine andauernde Herausforderung.[12]
Unterschiede und Gemeinsamkeiten machen ein klares Urteil ĂŒber die Beziehung des Evangeliums zu den Synoptikern unmöglich. Viele Exegeten nehmen an, dass der Evangelist das Markusevangelium und vielleicht auch â vor allem im Passionsbericht â das Lukasevangelium gekannt hat oder diese Kenntnis bei seinen Lesern voraussetzt. Die synoptischen Evangelien werden jedoch nicht erkenntlich als Quellen oder schriftliche Vorlagen verwendet, auch nicht dort, wo das Johannesevangelium den gleichen Stoff bietet. Es stellt vielmehr ĂŒbereinstimmendes Traditionsmaterial sehr eigenstĂ€ndig dar. Daher vermuten einige wenige Forscher sogar, Johannes habe möglicherweise Zugang zu Quellen oder Traditionen besessen, die unabhĂ€ngig vom Markusevangelium als dem Ă€ltesten Evangelium waren und sehen daher eine PrioritĂ€t des Johannesevangeliums, die sich teilweise auch auf die Datierung bezieht (FrĂŒhdatierung).[13]
Angesichts dieser Forschungslage bleibt lediglich festzustellen: Das Johannesevangelium will weder als ErgÀnzung noch als Korrektur der synoptischen Evangelien gelesen werden, sondern vor allem als eigenstÀndiges Werk.
[Bearbeiten] Verfasser
Die bereits in den Ă€ltesten Textzeugnissen seit dem Ende des 2. Jahrhunderts (P66, P75) vorhandene Ăberschrift âEvangelium nach Johannesâ nennt einen âJohannesâ als Verfasser des Evangeliums. Diese Ăberschrift wird jedoch kaum ursprĂŒnglich sein, da sie mit der PrĂ€position ânachâ den Begriff Evangelium als Gattungsbegriff verwendet und so die parallele Existenz mehrerer Evangelien in einer Sammlung voraussetzt.[14] Bei den zwei genannten Handschriften handelt es sich um Sammlungen. Als Einzeltexte identifizierbare Handschriften des Johannesevangeliums existieren nicht.
[Bearbeiten] Der LieblingsjĂŒnger
Das Evangelium selbst nennt keinen Namen eines Verfassers. Allerdings wird ein JĂŒnger Jesu hervorgehoben als der âJĂŒnger, den Jesus liebteâ (19,26 EU und 21,20â24 EU). Von diesem wird in Joh 19,25â27 gesagt, dass er unmittelbar bei der Kreuzigung zugegen war. AuĂerdem wird in diesem Zusammenhang den Augenzeugen des Geschehens eine besondere Zeugnisfunktion beigemessen (19,35 EU). Am Ende des Evangeliums in 21,24 EU benennt der Text den LieblingsjĂŒnger ausdrĂŒcklich als seinen Autor:
- Das ist der JĂŒnger, der von diesen Dingen zeugt und der dies geschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
[Bearbeiten] Der Apostel Johannes
Die christliche Tradition hat den namenlosen LieblingsjĂŒnger mit dem Apostel Johannes identifiziert, da von den drei JĂŒngern, die Jesus nach dem ĂŒbereinstimmenden Zeugnis der Evangelien besonders nahe standen â Petrus, Jakobus, Johannes â Jakobus schon im Jahr 44 getötet wurde (Apg 12,2 EU) und Petrus ausdrĂŒcklich von dem LieblingsjĂŒnger unterschieden wird (Joh 13,15f EU; 21,20 EU).
Diese Tradition kann sich auch darauf berufen, dass der Autor nicht nur gute Kenntnis der jĂŒdischen Festzeiten, Sitten und GebrĂ€uche hatte, sondern auch Details ĂŒber Jerusalem (5,2 EU) vor der Zerstörung durch die römischen Heere im Jahre 70 kannte, die archĂ€ologisch als zutreffend gelten können.
Auch die nachbiblische Ăberlieferung berichtet von Johannes als dem Verfasser des vierten Evangeliums. IrenĂ€us von Lyon (120â202) war in seiner Jugend ein SchĂŒler von Polykarp von Smyrna (69â155), der â so schreibt IrenĂ€us â seinerseits ein SchĂŒler des Apostel Johannes war. Dieser habe bis in die Zeit Trajans (98â117) in Ephesus gelebt und dort nach MatthĂ€us, Markus und Lukas seinerseits ein Evangelium herausgegeben:
- Zuletzt gab Johannes, der JĂŒnger des Herrn, der auch an seiner Brust ruhte, selbst das Evangelium heraus, als er sich in Ephesus in der Asia aufhielt (IrenĂ€us, Adversus Haereses III 1,1, zitiert auch bei Eusebius, Historia Ecclesiastica V 8,4)
Aus diesen GrĂŒnden hat die christliche Tradition den Apostel Johannes als Verfasser angenommen. Diese Position wird heute von vielen, insbesondere biblizistischen und evangelikalen Autoren vertreten. Damit wĂ€re mindestens eines der vier Evangelien auf einen direkten Augenzeugen des Erdenwirkens Jesu zurĂŒckzufĂŒhren und seine Darstellung der Ereignisse als weitgehend authentisch anzusehen. Hinzu kommt, dass dieser Verfasser nicht nur als Autor der Johannesbriefe, sondern auch der Offenbarung des Johannes angesehen wird, also des gesamten in der Tradition so genannten âCorpus Johanneumâ.
[Bearbeiten] Der Presbyter Johannes
Eine andere Auffassung sieht eine weitere Person, den Presbyter (Ăltesten) Johannes als wahrscheinlichen Verfasser des Corpus Johanneum an. Dieser wĂ€re nach einem Zeugnis des Bischofs Papias von Hierapolis (ca. 130; gem. Eusebius von CĂ€sarea, hist. eccl. 3,39,4) als âJĂŒnger des Herrnâ deutlich von dem Apostel Johannes, dem Zebedaiden, unterschieden und in 2 Joh 1,1 und 3 Joh 1,1 ausdrĂŒcklich als Verfasser der Johannesbriefe genannt worden. Das wĂŒrde nach Inhalt, Sprache und Stilmitteln der Briefe den gleichen Verfasser auch fĂŒr das Johannesevangeliums nahelegen.[15] Der Titel âᜠÏÏΔÏÎČÏÏΔÏÎżÏâ (âho presbyterosâ) ist dabei besser gesichert als der Name âJohannesâ. Er ist nicht mit dem stets pluralisch begegnendem Presbyter-Titel zu verwechseln, sondern meint ein ad personam beanspruchtes Lehramt.[16]
Nach dieser Theorie kĂ€me der Apostel Johannes als Verfasser des Johannesevangeliums nicht in Frage und auch nicht als der LieblingsjĂŒnger (siehe 21,24 EU). Dazu wird darauf hingewiesen, dass der Apostel Johannes im Evangelium niemals mit Namen genannt oder als Verfasser und âgeliebter JĂŒngerâ bezeichnet wird. Auch wĂŒrden die im Evangelium erzĂ€hlten Szenen nicht zu den aus den Synoptikern bekannten ErzĂ€hlungen passen und die anspruchsvollen Sprach- und Stilmerkmale einen schreibungewandten Fischer aus GalilĂ€a ausschlieĂen.
Es ist auch versucht worden, den Presbyter Johannes als Verfasser des Evangeliums mit der hinter dem Kunstnamen âLazarusâ versteckten Gestalt (11 EU) zu identifizieren, da er im Evangelium viermal als derjenige bezeichnet wird, den Jesus âliebteâ (11,3.5.11.36 EU).[17] Die Forschung zum Johannesevangelium ist diesen Interpretationen allerdings nur vereinzelt gefolgt.
[Bearbeiten] Redaktion und johanneische Schule
In der historisch-kritischen Exegese wird der Apostel Johannes als Autor ausgeschlossen, zumindest aber festgestellt, dass eindeutige Aussagen zur Identifizierung einer bestimmten historischen Gestalt weder aus dem Evangelium noch aus der frĂŒhchristlichen Geschichte getroffen werden können. Da die Gestalt des LieblingsjĂŒngers nur im Evangelium selbst auftaucht, ist ihre HistorizitĂ€t strittig. Angesichts der ausgearbeiteten umfangreichen Monologe Jesu, der fortgeschrittenen theologischen Reflexion und der vielen Abweichungen von der synoptischen Tradition wird hĂ€ufig bestritten, dass es sich um Darstellungen eines Augenzeugen handeln könne.[18] Zudem rechnet man weithin nicht mit einem einzelnen Autor, sondern mindestens mit einem weiteren Verfasser, der das Kapitel 21 angefĂŒgt und damit erst die Tradition des LieblingsjĂŒngers als Autor begrĂŒndet habe.
In diesem Zusammenhang wird manchmal von einer johanneischen Schule oder johanneischen Gemeinde gesprochen, die sich auf die AutoritĂ€t eines herausragenden Mitglieds stĂŒtze, das wegen seiner NĂ€he zu Jesus selbst fĂŒr die AuthentizitĂ€t des Textes stehe. Dass es eine johanneische Schule gab, legen die spĂ€ten Johannesbriefe des Neuen Testaments nahe, die in vielem eine Ă€hnliche Terminologie wie das Evangelium verwenden.
Mit dem LieblingsjĂŒnger wird im Text eine apostolische Gestalt neben oder sogar ĂŒber die AutoritĂ€t des Petrus gesetzt (13,23â28 EU, 21,7.20â23 EU) und damit eine alternative Tradition begrĂŒndet.[19] Diese steht nicht in Konkurrenz zur Tradition einer beginnenden strukturierten Kirche unter der Leitung des Petrus (21,15â18 EU), sondern ergĂ€nzt sie um die ungebundenere, weitgehend gestalt- und ortlose Tradition in den Dimensionen der Liebe und des Geistes, die fĂŒr das johanneische Christentum prĂ€gend sind.[20]
Mit Berufung auf diese AutoritĂ€t sei in der johanneischen Gemeinde der Text tradiert und dabei auch ĂŒberarbeitet worden. FĂŒr eine solche Gruppenperspektive spricht auch der Hinweis am Schluss des Evangeliums: âwir wissen, dass sein Zeugnis wahr istâ (21,24 EU). Angesichts der sprachlichen und theologischen Geschlossenheit des Endtextes wird dieser Vorgang der Aneignung und Auseinandersetzung mit dem Text heute auch bisweilen bezeichnet mit dem Begriff Relecture (âWeiterlesenâ),[21] der darauf hinweist, dass die Ăberarbeitungen weniger im Rahmen eines Konkurrenz- oder Korrekturmodells wie es die Ă€lteren Quellen- und Redaktionsmodelle nahelegten, sondern in einem Prozess der Reflexion unter einer gemeinsamen LektĂŒre vorstellbar sind. Historisch lassen sich also höchstens die Linien dieses LektĂŒreprozesses, nicht aber die dahinter stehenden Personen oder gar Autoren identifizieren.
[Bearbeiten] Datierung
[Bearbeiten] Papyrus P52
Das Ă€lteste bislang gefundene Textzeugnis fĂŒr das Johannesevangelium und fĂŒr das Neue Testament ĂŒberhaupt ist das Papyrusfragment P52.[22] Das Fragment wurde 1920 auf einem Ăgyptischen Markt erworben und stammt wahrscheinlich auch aus Ăgypten. Es ist wenige Quadratzentimeter groĂ und enthĂ€lt auf der Vorderseite Teile der Verse 31â33, auf der RĂŒckseite Fragmente der Verse 37â38 des 18. Kapitels des Evangeliums. Aufbewahrt wird es in der John Rylands Library in Manchester.[23] Der Herausgeber C. H. Roberts datiert es aufgrund der Schriftart etwa auf das Jahr 125. Es sind in der Forschung auch frĂŒhere Datierungen ab etwa 100 genannt worden. Neuerdings sind solche AnsĂ€tze bezweifelt worden, da eine Bestimmung allein aufgrund der Schriftart ungenau sei. Der Text stamme wohl eher aus der Zeit zwischen 130â150 oder nach vereinzelten Meinungen sogar erst aus der zweiten HĂ€lfte des 2. Jahrhunderts. Jedenfalls bildet dieses Fragment den wichtigsten Ă€uĂeren Anhaltspunkt fĂŒr die Datierung des Johannesevangeliums. Wenn man damit rechnet, dass der Text noch eine Zeit brauchte, um bis nach Ăgypten zu gelangen, wird man eine Abfassungszeit jedenfalls vor 130 annehmen können. Damit werden Theorien ĂŒber eine Entstehung des Evangeliums in der zweiten HĂ€lfte des zweiten Jahrhunderts â so lehrte die TĂŒbinger Schule im 19. Jahrhundert â hinfĂ€llig.
[Bearbeiten] Datierung um 100 n. Chr.
Auch Vertreter der historisch-kritischen Schule datieren das Johannesevangelium aus inneren GrĂŒnden heute oft auf den Anfang des zweiten oder das Ende des ersten Jahrhunderts. Als frĂŒhestes Datum kommen fĂŒr viele Exegeten die Jahre nach 80 in Frage, da das Johannesevangelium eine fortgeschrittene Entfremdung vom synagogalen Judentum dokumentiere (9,22 EU, 12,42 EU, 16,2 EU) und auf den so genannten âSynagogenausschlussâ fĂŒr AbtrĂŒnnige historisch zurĂŒckblicke. Nach Udo Schnelle wird von 11,48 EU die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 bereits vorausgesetzt.[24]
[Bearbeiten] FrĂŒhdatierung
Einige Forscher geben auch frĂŒhere Daten an, so zum Beispiel W. F. Albright vor 80, John A.T. Robinson vor 70, ebenso Carsten Peter Thiede. Auch Klaus Berger vertritt die Ansicht, das Johannesevangelium sei frĂŒh entstanden. In seinem Buch Im Anfang war Johannes[25] versucht er, die ĂŒbliche Datierung zu widerlegen. Ein zentrales Argument ist dabei die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70, die keinen Niederschlag im Johannesevangelium gefunden habe (auch nicht in 2,19 EU und 11,48 EU), obwohl dieses Ereignis Christen wie Juden erschĂŒttert haben mĂŒsse.[26] Auch der vermeintliche Antijudaismus und die entwickelte Christologie und Theologie sind fĂŒr ihn keine zwingenden Argumente fĂŒr eine SpĂ€tdatierung. Das Wort vom Synagogenbann deutet er im Sinne der allgemeinen Verfolgung. Es gehe um ein Anfangsstadium, in dem die Trennung von der Synagoge gerade von dieser selbst vollzogen werde.[27] Daher datiert Berger das Johannesevangelium in die Zeit zwischen 67 und 70.[28] GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich die Hypothese der FrĂŒhdatierung nicht ausschlieĂen, mehrheitlich wird sie aber kritisch gesehen.[29]
[Bearbeiten] Entstehungsort
Nach dem frĂŒhchristlichen Zeugnis des IrenĂ€us von Lyon wurde das Evangelium in Ephesus geschrieben.[30] Dieser Hinweis hat bis heute viele BefĂŒrworter gefunden. Allerdings ist ihm auch widersprochen worden unter Hinweis auf folgende Beobachtungen im Text, die eher auf eine Lokalisierung im palĂ€stinischen Raum hinweisen:
- der Verfasser kennt sich topografisch sehr gut in Jerusalem und PalÀstina aus,
- das Evangelium beschreibt zutreffend und detailliert jĂŒdische Feste und GebrĂ€uche,
- der Verfasser verwendet ein stark semitisch-hebrÀisch geprÀgtes Griechisch.
Die im Johannesevangelium andererseits durchgehend zu beobachtende kontroverse Haltung zu âden Judenâ â womit nĂ€herhin die jĂŒdische FĂŒhrung gemeint ist â macht deutlich, dass die johanneische Gemeinde wohl durchaus konfliktreichen Kontakt zu jĂŒdischen Gemeinden hatte. Eine solche Situation ist kaum wahrscheinlich fĂŒr die Zeit Jesu, wohl aber fĂŒr die Situation nach dem Jahr 70, als sich das Judentum nach dem Sieg der Römer ĂŒber die aufstĂ€ndischen Juden und der Zerstörung des Tempels neu sammelte und gegen Ă€uĂere Bedrohungen und Irritationen wappnete. Klaus Wengst hat diese Situation zum Ausgangspunkt genommen fĂŒr eine historische Einordnung der johanneischen Gemeinde. Er lokalisiert die Gemeinde in den sĂŒdlichen Gebieten des Königreichs von Agrippa II., d. h. im nördlichen Ostjordanland, östlich des Sees Genezareth in BatanĂ€a, der Gaulanitis und der Trachonitis,[31] wo die jĂŒdische Sammlung vor allem stattfand. Dieser Theorie ist widersprochen worden mit dem Hinweis, Wengst habe die religionsgeschichtliche Situation zwischen aufstrebendem Christentum und sich neu konsolidierendem Judentum zwar richtig beschrieben, daraus lasse sich aber keine Lokalisierung zwingend ableiten. Die beschriebene Konfliktsituation könne an jedem Ort des Aufeinandertreffens von christlichen Gemeinden mit Synagogen auftreten â z. B. auch in Ephesus, wo nachweislich jĂŒdische und christliche Gemeinden existierten. Die Frage des Entstehungsortes des Evangeliums ist also weiterhin nicht sicher zu beantworten.
[Bearbeiten] âDie Judenâ
Das VerhĂ€ltnis des Johannesevangeliums zu den Juden ist Ă€uĂerst ambivalent. Einerseits wird Jesus ausdrĂŒcklich als Jude dargestellt (4,9 EU) und ganz grundsĂ€tzlich festgestellt: âDas Heil ist aus den Judenâ (4,22 EU). Andererseits werden immer wieder massive Konfliktsituationen zwischen Jesus und âden Judenâ geschildert, die den Eindruck erwecken, hier handele es sich um eine grundsĂ€tzliche Feindschaft. Diese Spannweite der Auseinandersetzung mit dem Judentum geht weit ĂŒber die Darstellung in den anderen Evangelien hinaus, die lediglich einige StreitgesprĂ€che zwischen Jesus und vor allem den PharisĂ€ern schildern. Allen Evangelien gemeinsam ist die Darstellung der jĂŒdischen FĂŒhrung als den Betreibern der Auslieferung Jesu an die Römer zur Kreuzigung (18 EU).
Die kritische Darstellung âder Judenâ im Johannesevangelium ist in der Geschichte des Christentums oft Anlass fĂŒr judenfeindliche Haltungen und Aktionen geworden. Dabei wurden einseitig die negativen Darstellungen gegenĂŒber den positiven in den Vordergrund gerĂŒckt und zu Pauschalverurteilungen des jĂŒdischen Volkes missbraucht.
Die Konflikte zwischen Jesus und âden Judenâ liegen im Johannesevangelium vor allem begrĂŒndet im jĂŒdischen UnverstĂ€ndnis fĂŒr die spirituelle Dimension Jesu, der als âdas Wort Gottesâ (1,1 EU) einen unmittelbaren Zugang zu Gott vermittelt. Diese Darstellung zeichnet sich bereits als Grundlinie ab in der nĂ€chtlichen Begegnung zwischen dem PharisĂ€er Nikodemus und Jesus (3,1â21 EU). Nikodemus wird hier als Vertreter eines religiösen Establishments gezeigt, das sich auf materielle Gegebenheiten und Traditionen beruft und geistigen VerhĂ€ltnissen (âihr mĂŒsst von neuem geboren werdenâ 3,7 EU) gegenĂŒber verstĂ€ndnislos ist. Wo Nikodemus noch als dialogbereit gezeichnet wird und sich zu einem AnhĂ€nger Jesu entwickelt (19,38â40 EU), fĂŒhren andere StreitgesprĂ€che zwischen Jesus und âden Judenâ ĂŒber das Sabbatgebot (5,16â18 EU) oder die genealogische Herkunft der Juden (8,39â59 EU) zu Konflikten, die in versuchten Steinigungen Jesu mĂŒnden und letztlich zur Auslieferung Jesu an die Römer fĂŒhren. Zuspitzungen wie z. B. die Aussage, die jĂŒdischen Gegner Jesu hĂ€tten âden Teufel zum Vaterâ (8,44 EU) erwachsen aus solchen konkret geschilderten Konfliktsituationen und dĂŒrfen daher nicht als generelle Aussagen ĂŒber das Judentum missverstanden werden.
In den vom Johannesevangelium geschilderten Auseinandersetzungen mit dem Judentum spiegelt sich fĂŒr historisch-kritische Exegeten die Situation nach dem Ausschluss der Christen aus der Synagoge (nach 70).[32] Johannes beschreibt damit wohl historisch zutreffend die Grundlinien des Konflikts zwischen dem aufstrebenden Christentum und dem sich nach der Katastrophe des jĂŒdischen Krieges wieder konsolidierenden Judentum. In diesem Zusammenhang sind auch die guten Kenntnisse des Johannesevangeliums ĂŒber jĂŒdische Riten und Traditionen und den jĂŒdischen Festkalender hervorzuheben. Diese erklĂ€ren sich am ehesten aus einer groĂen NĂ€he zu jĂŒdisch-biblischen Traditionen.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Johannesbriefe
- Offenbarung des Johannes
- Johannespassion
- Apokryphon des Johannes
- Das Johannes-Evangelium (Film)
- Historische Jesusforschung
[Bearbeiten] Anmerkungen
- â Claus Westermann: Abriss der Bibelkunde. Calwer Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 3-7668-0620-3, S. 164f.
- â Klaus Wengst: Das Johannesevangelium. Band 1, S. 43.
- â Vor allem an folgenden Stellen: 13,23ff EU, 19,26f EU, 20,2ff EU; der LieblingsjĂŒnger ist vielleicht auch noch 1,35â40 EU und 18,15f EU gemeint
- â Ludger Schenke: Das Evangelium nach Johannes. S. 237â238.
- â Friedhelm Wessel: "Steht auf, lasst uns von hier fortgehen" (PDF; 124 kB)
- â JĂŒrgen Becker: Das Evangelium nach Johannes. 2 BĂ€nde.
- â Ingo Broer: Einleitung in das Neue Testament. S. 186.
- â Hartwig Thyen: Das Johannesevangelium.
- â Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen.
- â Ingo Broer: Einleitung in das Neue Testament. S. 198, stellt die radikale Unterschiedlichkeit der Auffassungen dar und kommt zu dem Schluss, die Behandlung dieser Frage stelle daher âkein Ruhmesblatt fĂŒr die neutestamentliche Exegese darâ.
- â Vgl. dazu und zur Geschichte dieser Frage ausfĂŒhrlich Jörg Frey: Das Vierte Evangelium auf dem Hintergrund der Ă€lteren Evangelientradition. Zum Problem: Johannes und die Synoptiker. In: Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen. S. 60â118.
- â Jörg Frey: Das Vierte Evangelium auf dem Hintergrund der Ă€lteren Evangelientradition. Zum Problem: Johannes und die Synoptiker. In: Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen. S. 61â64.
- â Siehe den Ăberblick bei Jörg Frey: Das Vierte Evangelium auf dem Hintergrund der Ă€lteren Evangelientradition. Zum Problem: Johannes und die Synoptiker. In: Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen. S. 71â76.
- â Hartwig Thyen: Das Johannesevangelium. S. 2.
- â S. M. Hengel, Die johanneische Frage, 79ff.321ff; W.G. KĂŒmmel, Einleitung in das NT, 19.A., 1978, 206ff; P. Stuhlmacher, Biblische Theologie des Neuen Testaments, Bd. 2, 203ff zur Person des Presbyters Johannes.
- â Folker Siegert: Das Evangelium des Johannes in seiner ursprĂŒnglichen Gestalt. Wiederherstellung und Kommentar. S. 62â81. âJohannes âder Seniorâ als Autorâ.
- â S. R. Nordsieck, Johannes, 3ff.120ff; G. Keil, Johannesevangelium, 175f.180f.240ff; A. Stimpfle, Blinde sehen, 128f.143f; M.W.G. Stibbe, John as Storyteller, 81ff u.a. zur Identifikation mit dem âLazarusâ. Auch R. Steiner sah in Lazarus den LieblingsjĂŒnger.
- â Udo Schnelle: Das Evangelium nach Johannes. S. 5.
- â Ingo Broer: Einleitung in das Neue Testament. S. 192â195.
- â Klaus Wengst: Das Johannesevangelium. Band 2, S. 326f.
- â J. Zumstein: Ein gewachsenes Evangelium. Der Relecture-Prozess bei Johannes. In: Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen. S. 9â37.
- â Qumran- und Bibelausstellung Sylt
- â http://www.library.manchester.ac.uk/specialcollections/collections/stjohnfragment/
- â Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament. 4. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, S. 520.
- â Klaus Berger: Im Anfang war Johannes. Datierung und Theologie des vierten Evangeliums.
- â Klaus Berger: Im Anfang war Johannes. Datierung und Theologie des vierten Evangeliums. S. 84â90.
- â Klaus Berger: Im Anfang war Johannes. Datierung und Theologie des vierten Evangeliums. S. 83.
- â Klaus Berger: Im Anfang war Johannes. Datierung und Theologie des vierten Evangeliums. S. 94.
- â Michael Labahn, Manfred Lang: Johannes und die Synoptiker. In: Jörg Frey, Udo Schnelle (Hrsg.): Kontexte des Johannesevangeliums. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2004, ISBN 3-16-148303-0, S. 478.
- â IrenĂ€us, Adv Haer III 1,1, zitiert auch bei Eusebius, Hist Eccl V 8,4; vgl. oben
- â Klaus Wengst: BedrĂ€ngte Gemeinde und verherrlichter Christus. Ein Versuch ĂŒber das Johannesevangelium.
- â So vor allem Klaus Wengst: BedrĂ€ngte Gemeinde und verherrlichter Christus. Ein Versuch ĂŒber das Johannesevangelium.
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Einleitung
- Ulrich Busse: Das Johannesevangelium: Bildlichkeit, Diskurs und Ritual. Mit einer Bibliographie ĂŒber den Zeitraum 1986â1998 (= Bibliotheca Ephemeridum theologicarum Lovaniensium. Band 162). Peeters, Leuven u. a. 2002, ISBN 90-429-1100-X.
- Joachim KĂŒgler: Das Johannesevangelium. In: Martin Ebner, Stefan Schreiber (Hrsg.): Einleitung in das Neue Testament. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 3-17-018875-5, S. 208â228.
- Ingo Broer: Einleitung in das Neue Testament. Studienausgabe, WĂŒrzburg 2006, ISBN 3-429-02846-9, S. 181â228.
- Ludger Schenke: Das Johannesevangelium: EinfĂŒhrung â Text â dramatische Gestalt (= Kohlhammer-Urban-TaschenbĂŒcher. Band 446). Kohlhammer, Stuttgart 1992, ISBN 3-17-011926-5.
- Hartwig Thyen: Artikel Johannesevangelium. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. Nr. 17, 1988, S. 200â225.
- Raymond E. Brown: An Introduction to the Gospel of John. Edited, updated, introduced and concluded by Francis J. Moloney. The Anchor Bible Reference Library. Doubleday, New York u. a. 2003, ISBN 0-385-50722-4.
[Bearbeiten] Kommentare
- JĂŒrgen Becker: Das Evangelium nach Johannes. (= Ăkumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament. Band 4/1â2; = GĂŒtersloher TaschenbĂŒcher Siebenstern. Band 505/506). 3. Auflage. 2 BĂ€nde, GĂŒtersloher Verlagshaus Mohn u. a., GĂŒtersloh 1991.
- Rudolf Bultmann: Das Evangelium des Johannes. KEK 2, Göttingen 1941.
- GĂŒnther Keil: Das Johannesevangelium. Ein philosophischer und theologischer Kommentar. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-53642-9.
- Werner de Boor: Das Evangelium des Johannes. Wuppertaler Studienbibel NT, Brockhaus, Wuppertal 1994.
- Ernst Haenchen: Das Johannesevangelium â ein Kommentar. Aus den nachgelassenen Manuskripten herausgegeben von Ulrich Busse mit einem Vorwort von James M. Robinson. Mohr, TĂŒbingen 1980, ISBN 3-16-143102-2.
- Gerhard Maier: Johannes-Evangelium. 2 BĂ€nde, Edition C Bibelkommentar 6/7, HĂ€nssler, Neuhausen-Stuttgart 1996.
- Ludger Schenke: Johannes: Kommentar. Patmos-Verlag, DĂŒsseldorf 1998, ISBN 3-491-77950-2.
- Udo Schnelle: Das Evangelium nach Johannes (= Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Band 4). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 1998, ISBN 3-374-01673-1.
- Folker Siegert: Das Evangelium des Johannes in seiner ursprĂŒnglichen Gestalt. Wiederherstellung und Kommentar (= Schriften des Institutum Judaicum Delitzschianum (SIJD). Band 7). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-50147-4.
- Michael Theobald: Das Evangelium nach Johannes. Kapitel 1â12. Regensburger Neues Testament, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2062-3.
- Hartwig Thyen: Das Johannesevangelium (= Handbuch zum Neuen Testament. Band 6). Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, ISBN 3-16-148485-1.
- Sjef van Tilborg: Das Johannes-Evangelium. Ein Kommentar fĂŒr die Praxis. Ăberarbeitet von Rainer Dillmann und Detlev Dormeyer. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005, ISBN 3-460-33128-3.
- Klaus Wengst: Das Johannesevangelium (= Theologischer Kommentar zum Neuen Testament. Band 4). 2 BĂ€nde, Kohlhammer, Stuttgart 2004.
- Band 1: Kapitel 1â10. 2. durchgesehene und ergĂ€nzte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-018198-X.
- Band 2: Kapitel 11â21. 2. durchgesehene und ergĂ€nzte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019815-9.
- Ulrich Wilckens: Das Evangelium nach Johannes (= NTD. Band 4). 18. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-51379-8.
[Bearbeiten] Studien zu Einzelfragen
- Verfasser, Datierung, mögliche Quellen
- Gilbert Van Belle: The Signs Source in the Fourth Gospel. Historical Survey and Critical Evaluation of the Semeia Hypothesis (= Bibliotheca Ephemeridum theologicarum Lovaniensium. Band 116). University Press, Leuven u. a. 1994, ISBN 90-6186-624-3.
- James H. Charlesworth: The Beloved Disciple. Whose Witness Validates the Gospel of John? Trinity Press Intl., Valley Forge 1995, ISBN 1-56338-135-4.
- Klaus Berger: Im Anfang war Johannes. Datierung und Theologie des vierten Evangeliums. 3. Auflage. Kaiser/GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2004, ISBN 3-579-05201-2.
- Reinhard Nordsieck: Johannes: Zur Frage nach Verfasser und Entstehung des vierten Evangeliums. Neukirchener, Neukirchen 1998, ISBN 3-7887-1670-3.
- Martin Hengel: Die johanneische Frage. Ein Lösungsversuch (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 67). Mit einem Beitrag zur Apokalypse von Jörg Frey. Mohr, TĂŒbingen 1993, ISBN 3-16-145836-2.
- John A. T. Robinson, Hans-Joachim Schulz (Hrsg.): Johannes â das Evangelium der UrsprĂŒnge. Brockhaus, Wuppertal 1999, ISBN 3-417-29433-9. (FrĂŒhdatierung)
- Eugen Ruckstuhl, Peter Dschulnigg: Stilkritik und Verfasserfrage im Johannesevangelium. Die johanneischen Sprachmerkmale auf dem Hintergrund des Neuen Testaments und des zeitgenössischen hellenistischen Schrifttums (= Novum Testamentum et orbis antiquus. Band 17). UniversitÀtsverlag, Freiburg (CH) 1991, ISBN 3-7278-0740-7.
- Wilhelm Wilkens: Die Entstehungsgeschichte des vierten Evangeliums. Evangelischer Verlag, Zollikon 1958.
- Johannesevangelium und Johannesbriefe
- Walter Schmithals: Johannesevangelium und Johannesbriefe. Forschungsgeschichte und Analyse (= BZNW. Band 64). de Gruyter, Berlin u. a. 1992, ISBN 3-11-013560-4. (Forschungsgeschichte)
- Moon-Geoung Kim: Zum VerhĂ€ltnis des Johannesevangeliums zu den Johannesbriefen. Zur Verfasserschaft der âjohanneischenâ Schriften in der Forschung (= EuropĂ€ische Hochschulschriften. Reihe 23, Band 761). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2003, ISBN 3-631-51046-2.
- Thomas Söding (Hrsg.): Johannesevangelium â Mitte oder Rand des Kanons? Neue Standortbestimmungen (= Quaestiones disputatae. Band 203). Herder, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-451-02203-6.
- VerhÀltnis zu den synoptischen Evangelien
- Goran Blaskovic: Johannes und Lukas. Eine Untersuchung zu den literarischen Beziehungen des Johannesevangeliums zum Lukasevangelium (= Dissertationen, Theologische Reihe. Band 84). EOS-Verlag, St. Ottilien 2000, ISBN 3-8306-7019-2.
- A. Denaux (Hrsg.): John and the Synoptics (= BEThL. Band 101). Leuven 1992.
- Peter Leander Hofrichter: Modell und Vorlage der Synoptiker. Das vorredaktionelle âJohannesevangeliumâ (= Theologische Texte und Studien. Band 6). Olms, Hildesheim u. a. 1997, ISBN 3-487-10371-0.
- Peter Leander Hofrichter (Hrsg.): FĂŒr und wider die PrioritĂ€t des Johannesevangeliums. Symposion in Salzburg am 10. MĂ€rz 2000 (= Theologische Texte und Studien. Band 9) Olms, Hildesheim u. a. 2002, ISBN 3-487-11692-8.
- Manfred Lang: Johannes und die Synoptiker. Eine redaktionsgeschichtliche Analyse von Joh 18â20 vor dem markinischen und lukanischen Hintergrund (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 182). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-53866-9.
- D. Moody Smith: John among the Gospels. The Relationship in Twentieth-Century Research. Fortress Press, Minneapolis 1992, ISBN 0-8006-2530-7.
- Michael Theobald: Herrenworte im Johannesevangelium (= Herders biblische Studien. Band 34). Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2002, ISBN 3-451-27494-9.
- Lawrence M. Wills: The Quest of the Historical Gospel. Mark, John, and the Origins of the Gospel Genre. Routledge, London u. a. 1997, ISBN 0-415-15093-0.
- Soziologische HintergrĂŒnde
- Anthony J. Blasi: A Sociology of Johannine Christianity (= Texts and Studies in Religion. Band 69). Mellen, Lewiston NY u. a. 1997, ISBN 0-7734-8753-0.
- Klaus-Michael Bull: Gemeinde zwischen Integration und Abgrenzung. Ein Beitrag zur Frage nach dem Ort der joh. Gemeinde(n) in der Geschichte des Urchristentums (= BeitrÀge zur biblischen Exegese und Theologie. Band 24). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-631-44135-5.
- Celestino G. Lingad: The Problems of Jewish Christians in the Johannine Community. Tesi gregoriana, Serie Teologia 73. Ed. Pontificia UniversitĂ Gregoriana, Rom 2001, ISBN 88-7652-887-3.
- Klaus Wengst: BedrĂ€ngte Gemeinde und verherrlichter Christus. Ein Versuch ĂŒber das Johannesevangelium (= Kaiser-TaschenbĂŒcher. Band 114). 4. Auflage. Christian-Kaiser-Verlag, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-459-01924-7.
[Bearbeiten] Literarische Struktur, Texttheorie und Metaphorik
- Eugen Ruckstuhl: Die literarische Einheit des Johannesevangeliums (= Novum testamentum et orbis antiquus. Band 5). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, ISBN 3-525-53904-5.
- R. Alan Culpepper: Anatomy of the Fourth Gospel. A Study in Literary Design. Fortress Press, Philadelphia Repr. 1996, ISBN 0-8006-2068-2. (Pionier der narrativen Exegese des JohEv)
- Fernando F. Segovia (Hrsg.): What is John? Readers and Readings of the Fourth Gospel (= Society of Biblical Literature Symposium Series. Band 3). Scholars Press, Atlanta GA 1996, ISBN 0-7885-0239-5.
- Patrick Chatelion Counet: John, a Postmodern Gospel. Introduction to Deconstructive Exegesis Applied to the Fourth Gospel (= Biblical Interpretation Series. Band 44). Brill, Leiden u. a. 2000, ISBN 90-04-11661-3.
- James L. Resseguie: The Strange Gospel. Narrative Design and Point of View in John (= Biblical Interpretation Series. Band 56). Brill, Leiden u .a. 2001, ISBN 90-04-12206-0.
- Tobias Nicklas: Ablösung und Verstrickung. âJudenâ und JĂŒngergestalten als Charaktere der erzĂ€hlten Welt des Johannesevangeliums und ihre Wirkung auf den impliziten Leser (= Regensburger Studien zur Theologie. Band 60). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-37615-4.
- Klaus Scholtissek: In ihm sein und bleiben. Die Sprache der Immanenz in den johanneischen Schriften (= Herders Biblische Studien. Band 21). Herder, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-451-27096-X.
- Otto Schwankl: Licht und Finsternis. Ein metaphorisches Paradigma in den johanneischen Schriften (= Herders Biblische Studien. Band 5). Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1995, ISBN 3-451-23624-9.
- Craig R. Koester: Symbolism in the Fourth Gospel. Meaning, Mystery, Community. 2. Auflage. Fortress Press, Minneapolis MN 2003, ISBN 0-8006-3594-9.
[Bearbeiten] AusgewÀhlte theologische Themen
Gottesbild
- Edith Zingg: Das Reden von Gott als âVaterâ im Johannesevangelium (= Herders Biblische Studien. Band 48). Herder, Freiburg Freiburg im Breisgau u. a. 2006, ISBN 3-451-28950-4.
- Adele Reinhartz (Hrsg.): God the Father in the Gospel of John. Semeia 85. Soc. of Biblical Literature, Atlanta GA 1999.
- Marianne Meye Thompson: The God of the Gospel of John. Eerdmans, Grand Rapids 2001, ISBN 0-8028-4734-X.
- Daniel Rathnakara Sadananda: The Johannine Exegesis of God. An Exploration into the Johannine Understanding of God (= BZNW. Band 121). de Gruyter, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-11-018248-3.
- Udo Schnelle: Antidoketische Christologie im Johannesevangelium (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 144). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, ISBN 3-525-53823-5.
- William Loader: The Christology of the Fourth Gospel. Structure and Issues (= BeitrÀge zur biblischen Exegese und Theologie. Band 23). 2. Auflage. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-631-44943-7.
- Johanna Rahner: âEr aber sprach vom Tempel seines Leibesâ. Jesus von Nazaret als Ort der Offenbarung Gottes im vierten Evangelium (= Bonner biblische BeitrĂ€ge. Band 117). Philo, Bodenheim 1998, ISBN 3-8257-0097-6.
- Johannes FrĂŒhwald-König: Tempel und Kult. Ein Beitrag zur Christologie des Johannesevangeliums (= Biblische Untersuchungen. Band 27). Pustet, Regensburg 1998, ISBN 3-7917-1581-X.
- Joachim KĂŒgler: Der andere König. Religionsgeschichtliche Perspektiven auf die Christologie des Johannesevangeliums (= Stuttgarter Bibelstudien. Band 178). Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1999, ISBN 3-460-04781-X.
- Markus Sasse: Der Menschensohn im Evangelium nach Johannes (= Texte und Arbeiten zum neutestamentlichen Zeitalter. Band 35). Francke, TĂŒbingen/Basel 2000, ISBN 3-7720-2827-6.
- Tobias Kriener: âGlauben an Jesusâ â ein VerstoĂ gegen das zweite Gebot? Die johanneische Christologie und der jĂŒdische Vorwurf des Götzendienstes (= Neukirchener theologische Dissertationen und Habilitationen. Band 29). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2001, ISBN 3-7887-1816-1.
- Ruben Zimmermann: Christologie der Bilder im Johannesevangelium: die Christopoetik des vierten Evangeliums unter besonderer BerĂŒcksichtigung von Joh 10 (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 171). Mohr Siebeck, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-16-148388-X.
- Thomas Knöppler: Die theologia crucis des Johannesevangeliums. Das VerstÀndnis des Todes Jesu im Rahmen der johanneischen Inkarnations- und Erhöhungschristologie (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Band 69). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1994, ISBN 3-7887-1501-4.
- Herbert Kohler: Kreuz und Menschwerdung im Johannesevangelium. Ein exegetisch hermeneutischer Versuch zur johanneischen Kreuzestheologie (= Abhandlungen zur Theologie des Alten und Neuen Testaments. Band 72). Theologischer Verlag ZĂŒrich, ZĂŒrich 1987, ISBN 3-290-12072-4.
- Hanjo-Christoph Kollmann: Die Kreuzigung Jesu nach Joh 19,16â22. Ein Beitrag zur Kreuzestheologie des Johannes im Vergleich mit den Synoptikern (= EuropĂ€ische Hochschulschriften. Reihe 23, Band 710). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2000, ISBN 3-631-37132-2.
- Jörg Frey: Die johanneische Eschatologie. 3 BĂ€nde, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1997â2000.
- Band 1: Ihre Probleme im Spiegel der Forschung seit Reimarus (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 96). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1997, ISBN 3-16-146716-7.
- Band 2: Das johanneische ZeitverstĂ€ndnis (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 110). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, ISBN 3-16-146845-7.
- Band 3: Die eschatologische VerkĂŒndigung in den johanneischen Texten (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 117). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2000, ISBN 3-16-147088-5.
- Axel Hammes: Der Ruf ins Leben. Eine theologisch-hermeneutische Untersuchung zur Eschatologie des Johannesevangeliums mit einem Ausblick auf ihre Wirkungsgeschichte (= Bonner Biblische BeitrÀge. Band 112). Philo-Verlag, Bodenheim 1997, ISBN 3-8257-0060-7.
Liebe im Johannesevangelium
- Enno Edzard Popkes: Die Theologie der Liebe Gottes in den johanneischen Schriften. Zur Semantik der Liebe und zum Motivkreis des Dualismus (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Reihe 2, Band 197). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2005, ISBN 3-16-148669-2.
- Jörg Augenstein: Das Liebesgebot im Johannesevangelium und in den Johannesbriefen (= BeitrÀge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament. H. 134 = Folge 7, H. 14). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1993, ISBN 3-17-012687-3.
[Bearbeiten] Beziehung zum Judentum und zum Alten Testament
- Reimund Bieringer u. a. (Hrsg.): Anti-Judaism and the Fourth Gospel. Papers of the Leuven Colloquium, 2000 (= Jewish and Christian Heritage Series. Band 1). Royal Van Gorcum, Assen 2001, ISBN 90-232-3712-9.
- Margaret Daly-Denton: David in the Fourth Gospel. The Johannine Reception of the Psalms (= Arbeiten zur Geschichte des antiken Judentums und des Urchristentums. Band 47). Brill, Leiden u. a. 2000, ISBN 90-04-11448-3.
- Manfred Diefenbach: Der Konflikt Jesu mit den âJudenâ. Ein Versuch zur Lösung der johanneischen Antijudaismus-Diskussion mit Hilfe des antiken HandlungsverstĂ€ndnisses. (= Neutestamentliche Abhandlungen. N. F. Band 41). Aschendorff, MĂŒnster 2002, ISBN 3-402-04789-6.
- Raimo Hakola: Identity Matters. John, the Jews and Jewishness (= Supplements to Novum Testamentum. Band 118). Brill, Leiden u. a. 2005, ISBN 90-04-14324-6.
- Dietrich Neuhaus (Hrsg.): Teufelskinder oder Heilsbringer â die Juden im Johannes-Evangelium (= Arnoldshainer Texte. Band 64). 2. Auflage. Haag + Herchen, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-86137-074-3.
- Rudolf Pesch: Antisemitismus in der Bibel? Das Johannesevangelium auf dem PrĂŒfstand. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2005, ISBN 3-936484-44-9 (Inhaltsverzeichnis).
- Andreas Obermann: Die christologische ErfĂŒllung der Schrift im Johannesevangelium. Eine Untersuchung zur johanneischen Hermeneutik anhand der Schriftzitate (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Reihe 2, Band 83). Mohr, TĂŒbingen 1996, ISBN 3-16-146530-X.
- Adele Reinhartz: Freundschaft mit dem geliebten JĂŒnger. Eine jĂŒdische LektĂŒre des Johannesevangeliums. TVZ, ZĂŒrich 2005, ISBN 3-290-17358-5.
[Bearbeiten] Rezeptionsgeschichte
- SeĂĄn P. Kealy: Johnâs Gospel and the History of Biblical Interpretation. Mellen Biblical Press, Lewiston NY u. a. 2002.
- Michael Mees: Die frĂŒhe Rezeptionsgeschichte des Johannesevangeliums am Beispiel von TextĂŒberlieferung und VĂ€terexegese (= Forschung zur Bibel. Band 72). Echter-Verlag, WĂŒrzburg 1994, ISBN 3-429-01604-5.
- Glenn W. Most: Der Finger in der Wunde. Die Geschichte des unglĂ€ubigen Thomas. Beck Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-406-55619-7.
- Titus Nagel: Die Rezeption des Johannesevangeliums im 2. Jahrhundert. Studien zur vorirenÀischen Aneignung und Auslegung des vierten Evangeliums in christlicher und christlich-gnostischer Literatur (= Arbeiten zur Bibel und ihrer Geschichte. Band 2). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2000, ISBN 3-374-01821-1.
[Bearbeiten] Spirituelle, tiefenpsychologische und interreligiöse Auslegungen
- Anselm GrĂŒn: Jesus â TĂŒr zum Leben. Das Evangelium des Johannes. Kreuz Verlag, Stuttgart/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-7831-2107-8.
- Helmut Hark: Unser tiefstes Lebensgeheimnis. Die SpiritualitĂ€t des Johannes-Evangeliums. Kösel, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-466-36644-5.
- Eugen Drewermann: Das Johannesevangelium. Bilder einer neuen Welt. 2 BĂ€nde, Patmos, DĂŒsseldorf 2003.
- Band 1: Joh 1â10. Patmos, DĂŒsseldorf 2003, ISBN 3-491-50102-4.
- Band 2: Joh 11â21. Patmos, DĂŒsseldorf 2003, ISBN 3-491-50103-2.
- Benedikt Schwank: Evangelium nach Johannes. ErlĂ€utert fĂŒr die Praxis. 2. erweiterte Auflage. EOS-Verlag, St. Ottilien 1998, ISBN 3-88096-291-X.
- Wolfgang Feneberg: Mystik und Politik Jesu. Ein Kommentar zu Johannes 1â12 im GesprĂ€ch der Religionen. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2004, ISBN 3-460-33167-4.
[Bearbeiten] Weblinks
Das Johannesevangelium im Internet lesen oder anhören:
- Luther 1984 (Diese und ĂŒber 40 andere aktuelle und historische Ăbersetzungen bei Bibleserver.com.)
- Die 24 Kapitel des Johannesevangeliums zum Lesen und zum Anhören am Computer (Textbibel.de)
- Lesung: Schlachter 2000 Audio-Bibel, Sprecher: Hanno Herzler
Ăbersichten und weiterfĂŒhrende Darlegungen:
- Literatur zum Schlagwort Evangelium nach Johannes im Katalog der DNB und in den BibliotheksverbĂŒnden GBV und SWB
- Klaus Vogler: EinfĂŒhrung ins Johannesevangelium: Verfasser, VerhĂ€ltnis zu den Synoptikern, Entstehungszeit, -ort, Gliederung vom Netzwerk der Reformierten Kirchen
- Wieland Willker: A textual commentary on the Gospel of John (Detaillierter textkritischer Kommentar der ca. 300 wichtigsten Varianten des griechischen Urtextes; PDF; 2,22 MB)
- Klaus-Michael Bull: Das Johannesevangelium (Deutsche Bibelgesellschaft bibelwissenschaft.de)









