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DisplayPort – Wikipedia

DisplayPort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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DisplayPort ist ein durch die VESA genormter, universeller und lizenzfreier Verbindungsstandard für die Übertragung von Bild- und Tonsignalen. Anwendungsbereiche sind im Wesentlichen der Anschluss von Bildschirmen und Fernsehgeräten an Computer, DVD-Spieler und ähnliche Geräte.

DisplayPort-Steckverbinder mit Verriegelung
DisplayPort-Anschluss

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste DisplayPort-Spezifikation wurde am 1. Mai 2006 veröffentlicht.

Im April 2007 verabschiedete die VESA die Version 1.1, die unter anderem die UnterstĂĽtzung der VerschlĂĽsselung mittels HDCP 1.3 beinhaltet. Dieser Kopierschutz (DRM) wird bereits bei DVI und HDMI verwendet. Neben HDCP wird auch DPCP (DisplayPort Content Protection) unterstĂĽtzt.

Am 11. Januar 2008 wurde die Revision 1.1a veröffentlicht, welche zunächst hauptsächlich Korrekturen enthielt.

Version 1.2 wurde am 22. Dezember 2010 veröffentlicht,[1] Neuerungen sind unter anderem Stereoskopie (3D), die Farbräume xvYCC, scRGB sowie Adobe RGB 1998. Daneben wurde auch die Datenrate des AUX-Channels von 1 Mbit/s auf 720 Mbit/s erhöht, welches Einsatzzwecke mit höherem Bandbreitenbedarf erlaubt.

[Bearbeiten] Mini-DisplayPort

Mini-DisplayPort an einem Apple MacBook

Im Oktober 2008 führte Apple eine kleinere, proprietäre Variante ein, den Mini-DisplayPort, dessen Spezifikationen der Hersteller im November 2008 unter kostenloser Lizenz veröffentlichte, um seine Verbreitung zu fördern.[2] Dieser Mini-DisplayPort wurde im November 2009 in die VESA-Spezifikation 1.1a übernommen.[3] Im Februar 2011 stellten Intel und Apple eine Erweiterung des Mini-DisplayPorts namens Thunderbolt vor. Somit ist dies keine reine Displayschnittstelle mehr, sondern eine universelle Datenschnittstelle und steht zusätzlich in Konkurrenz zu USB 3.0.

[Bearbeiten] Eigenschaften des DisplayPorts

Der DisplayPort wurde ursprünglich entworfen, um den Umstieg auf digitale Schnittstellen, die eine Voraussetzung für eine höhere Anzeigequalität sind, zu beschleunigen. Darüber hinaus soll der Anschluss weniger Platz benötigen und ist daher besser für tragbare Anzeigegeräte, wie beispielsweise Notebooks, geeignet.

Technisch setzt der DisplayPort auf eine Hauptverbindung (englisch Main Link) mit hoher Bandbreite und geringer Latenz, die einen Datenfluss nur in einer Richtung erlaubt. Die Version 1.0 soll dabei einen Videostream samt Audio unterstĂĽtzen, der DisplayPort-Standard wird aber leicht auf mehrere Videostreams erweiterbar sein.

DisplayPort 1.0 soll zudem einen Zusatzkanal unterstützen, der bei geringen Latenzen und konstanter Bandbreite eine bidirektionale Verbindung erlaubt, um unter anderem eine Gerätesteuerung nach den VESA-Standards E-DDC, E-EDID, DDC/CI und MCCS zu ermöglichen. Dadurch wird echtes Plug and Play möglich. Dieser Kanal wird AUX-Channel genannt (englisch auxiliary, in diesem Zusammenhang mit Hilfskanal übersetzbar).

Der AUX-Channel kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, dazu zählen unter anderem Consumer-Electronics-Control oder USB.

Der DisplayPort soll auch die häufig bei Notebooks für die interne Anbindung des Bildschirmes verwendete LVDS-Schnittstelle ersetzen.

Die an USB-Stecker erinnernde Steckverbindung ist wesentlich kleiner als D-Sub- sowie DVI-Stecker und erlaubt daher die einfache Integration von mehr als zwei VerbindungsanschlĂĽssen auf dem Slotblech von Grafikkarten. Zudem ist im Gegensatz zum konkurrierenden HDMI-Stecker eine optionale Verriegelung vorgesehen.

DisplayPort 1.1 erlaubt Kompatibilität zu DVI und HDMI, so dass ein Anschluss ĂĽber preisgĂĽnstige passive Adapter möglich ist. Dies erreichen die Grafikchiphersteller Nvidia und AMD mit einem Trick, der bereits auf der Grafikkarte ansetzt und nicht erst hinter dem eigentlichen Ausgang: Erkennt die Grafikkarte, dass es sich bei dem angeschlossenen Gerät um ein Modell mit DisplayPort handelt, werden die Signale auch in diesem Format ausgegeben. Wird hingegen z. B. ein Adapter auf HDMI verwendet, so signalisiert dies der Karte, intern auf HDMI-Ausgabe umzuschalten. Diese UnterstĂĽtzung ist jedoch optional, so dass die UnterstĂĽtzung der einzelnen AnschlĂĽsse vom Hersteller abhängig ist. Auch Dual-Link DVI und analoges VGA kann man anschlieĂźen, benötigt in diesen Fällen aber aktive Adapter.

[Bearbeiten] Vorteile gegenĂĽber DVI

  1. Basiert auf einem Mikropaket-Protokoll:
    • Erlaubt eine einfache Erweiterung des Standards
  2. Design zur Unterstützung einer internen „chip-to-chip“-Kommunikation:
    • Kann ein Displaypanel direkt ansteuern. Damit entfallen Skalierungs- und Kontrollschaltungen, preiswertere und dĂĽnnere Bildschirme sind möglich
    • Ersatz fĂĽr interne LVDS-Verbindungen zu Notebookpanels durch eine allgemeine standardisierte Schnittstelle
    • Kompatibel mit low voltage-Signalumgebung, die in der 45-Nanometer-CMOS-Fertigung Anwendung findet
  3. UnterstĂĽtzt sowohl RGB- als auch YCbCr-kodierte Formate
  4. Zusatzkanal kann fĂĽr berĂĽhrungsempfindliche Bildschirme, USB-Verbindungen, Kamera, Mikrofon etc. verwendet werden
  5. Weniger Leitungen mit eingebettetem Taktsignal, dadurch reduzierte RFI (Funkstörungen)
  6. Kleinerer Stecker mit optionaler Verriegelung, die keine Verschraubung benötigt

[Bearbeiten] Nachteile

  1. keine direkte elektrische Kompatibilität mit DVI (allerdings durch Auto-Detect und Umschaltung der Leitungstreiber emulierbar)
  2. Kabellänge bei 4096×2560 Pixel Auflösung auf 2 m begrenzt (V1.2).

[Bearbeiten] DatenĂĽbertragungsraten

Mögliche Auflösungen: Die Geraden kennzeichnen Bildschirm-Auflösungen mit gegebenen Seitenverhältnissen, die Hyperbeln die theoretischen Grenzen verschiedener Interconnects, violette Punkte z. Z. ĂĽbliche Auflösungen.

DisplayPort 1.2 (August 2009) mit 5,4 GHz Symbolrate:

  • 1 Leitung: 540 MByte/s (4,32 GBit/s): ausreichend fĂĽr 1600Ă—1200 oder 1920Ă—1200
  • 2 Leitungen: 1080 MByte/s (8,64 GBit/s): ausreichend fĂĽr 3072Ă—1920 oder 2560Ă—1600
  • 4 Leitungen: 2160 MByte/s (17,28 GBit/s): ausreichend fĂĽr 3840Ă—2400 oder 4096Ă—2560

DisplayPort 1.1 mit 2,7 GHz Symbolrate:

  • 1 Leitung: 270 MByte/s (2,16 GBit/s): ausreichend fĂĽr 1400Ă—1050 oder 1440Ă—900
  • 2 Leitungen: 540 MByte/s (4,32 GBit/s): ausreichend fĂĽr 1600Ă—1200 oder 1920Ă—1200
  • 4 Leitungen: 1080 MByte/s (8,64 GBit/s): ausreichend fĂĽr 3072Ă—1920 oder 2560Ă—1600

DisplayPort 1.1 mit 1,62 GHz Symbolrate:

  • 1 Leitung: 162 MByte/s (1,296 GBit/s): ausreichend fĂĽr 1280Ă—800
  • 2 Leitungen: 324 MByte/s (2,592 GBit/s): ausreichend fĂĽr 1600Ă—1200 oder 1680Ă—1050
  • 4 Leitungen: 648 MByte/s (5,184 GBit/s): ausreichend fĂĽr 2560Ă—1600

Zum Vergleich DVI/HDMI:

  • 3 Leitungen/DVI-D: 495 MByte/s (3,96 GBit/s): ausreichend fĂĽr 2048Ă—1280
  • 6 Leitungen/DVI-D: 990 MByte/s (7,92 GBit/s): ausreichend fĂĽr 2560Ă—1600
  • 3 Leitungen/HDMI 1.0–1.2: 495 MByte/s (3,96 GBit/s): ausreichend fĂĽr 2048Ă—1280
  • 3 Leitungen/HDMI 1.3+: 1020 MByte/s (8,16 GBit/s): ausreichend fĂĽr 2560Ă—1600

Bemerkungen:

  • Alle Auflösungsangaben beziehen sich auf 60 Hz Bildrate und 3Ă—8 bit Farbtiefe (ohne Sub-Sampling).
  • In der Literatur werden Symbolraten als Bitraten angegeben. Man kann allerdings mit 10 Symbolen nur 8 Bit (ANSI-8B10B-Modulation) ĂĽbertragen, insofern sind diese Werte falsch. Das gleiche Problem findet man aber auch bei anderen Schnittstellen, wie Serial-ATA (1,5/3 GBit/s) und HDMI (4,95/10,2 GBit/s), ja selbst bei der klassischen RS-232-Schnittstelle (300 Bit/s bis 115.200 Bit/s).

[Bearbeiten] Alternative Multimediaschnittstellen

  • SDI (Serial Digital Interface) – Video-BildĂĽbertragung inkl. Audio in Studios
  • HDSDI (High Definition Serial Digital Interface) – Video-BildĂĽbertragung inkl. Audio in Studios
  • DVI (Digital Visual Interface) – erste erfolgreiche Digitalschnittstelle fĂĽr Computerbildschirme ohne Audio (VerschlĂĽsselung optional) - in Variante DVI-A und DVI-I auch fĂĽr analogen Monitoranschluss geeignet (abwärtskompatibel zu VGA)
  • HDMI (High Definition Multimedia Interface) – erweitert fĂĽr Video (neben Bild- auch Audio-Daten sowie VerschlĂĽsselung und alternative Video-Modi), rein digital, inkl. DVI-Kompatibilitätsmodus
  • UDI (Unified Display Interface) – gescheiterter digitaler Videostandard von Samsung, Intel und Apple, der VGA ablösen sollte
  • MHL (Mobile High-Definition Link) – HD Video und Audio Schnittstelle, optimiert fĂĽr die Verbindung von Mobiltelefonen und portablen Geräten an HDTVs

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ DisplayPort Ver.1.2 Overview (PDF-Datei; 1,7 MB)
  2. ↑ MacTechNews: Apple vergibt kostenlos Lizenzen für Mini-DisplayPort
  3. ↑ heise online: Mini-DisplayPort ist VESA-Standard

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: DisplayPort â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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