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Digital Video Home System – Wikipedia

Digital Video Home System

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Digital Video Home System, kurz D-VHS, ist ein 1998 eingefĂŒhrtes digitales Videoformat als Nachfolger von VHS beziehungsweise S-VHS; ein Medium und Standard zur Aufzeichnung von Videos auf MagnetbĂ€ndern in einer Kassette mit dem VHS-Formfaktor. Die Aufzeichnung erfolgt digital als MPEG-2 Transport Stream. Neben den ĂŒblichen Fernsehauflösungen NTSC und PAL beherrscht D-VHS auch die Aufzeichnung von HDTV-Filmen. Das Format wurde von JVC in Zusammenarbeit mit Hitachi, Matsushita und Philips entwickelt.

Das „D“ in D-VHS stand ursprĂŒnglich fĂŒr Data-VHS, da Anfangs geplant war, das System auch fĂŒr die Speicherung von Computerdaten aller Art zu verwenden. Aus diesem Grund war auf D-VHS Kassetten ĂŒblicherweise auch die KapazitĂ€t in Gigabyte angefĂŒhrt. Nachdem dies jedoch nie umgesetzt und das System allgemein als Digital-VHS bezeichnet wurde, wurde es spĂ€ter von JVC auch offiziell umbenannt.

D-VHS war zum Zeitpunkt der EinfĂŒhrung neben DV das einzige, fĂŒr den Heimgebrauch erschwingliche, digitale Videosystem mit der Möglichkeit Eigenaufnahmen zu erstellen, wobei D-VHS im Gegensatz zu DV, welches vorwiegend in mobilen Camcordern zum Einsatz kam, ausschließlich in Form von stationĂ€ren Videorecordern fĂŒr den Heimgebrauch erhĂ€ltlich war.

D-VHS-Recorder Thomson DVH-8090

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufnahmeformat und Kassetten

D-VHS unterstĂŒtzt mehrere verschiedene Aufnahmemodi mit unterschiedlichen Bandgeschwindigkeiten. EuropĂ€ische GerĂ€te beherrschen nur die zwei Modi „SD“ (Standard) und „LS3“ (Low-Speed, 3-fache Spielzeit pro Band), manchmal auch einfach als SP und LP bezeichnet. SD verwendet eine Bitrate von 14,1 MBit/s und bietet somit eine höhere QualitĂ€t als DVD. LS3 mit 4,7 MBit/s ermöglicht dagegen eine Laufzeit von bis zu 24 Stunden pro Kassette, wobei sich die QualitĂ€t immer noch auf dem Niveau einer durchschnittlichen DVD bewegt. Daneben gibt es noch „HS“ (High-Speed) fĂŒr HDTV-Aufnahmen mit einer Bitrate von 28,2 MBit/s, diesen Modus unterstĂŒtzen jedoch nur japanische und amerikanische Modelle, mit den dort ĂŒblichen 60 Hz (60i bzw. 30p). Weitere ursprĂŒnglich vorgesehene Modi sind LS2 und LS7, diese kamen jedoch in keinem GerĂ€t zum Einsatz, LS5 (2,8 MBit/s) wurde nur von einem einzigen Modell unterstĂŒtzt.

D-VHS Recorder sind zu VHS abwĂ€rtskompatibel, alle GerĂ€te unterstĂŒtzen auch Aufnahme und Wiedergabe im gewöhnlichen, analogen VHS-Format, einige beherrschen zusĂ€tzlich S-VHS.

Kassetten sind mit den LĂ€ngen 300, 420 und 480 Minuten erhĂ€ltlich, wobei die Laufzeit jeweils auf den SD-Modus bezogen ist. Daneben ist es mit manchen GerĂ€ten auch möglich, gewöhnliche S-VHS Kassetten fĂŒr die digitale Aufzeichnung zu verwenden. Hierbei ist jedoch mit einer höheren Fehlerrate (Drop-Outs) zu rechnen als bei Verwendung von D-VHS Kassetten. Die angegebene Laufzeit von S-VHS Kassetten verlĂ€ngert sich bei der Aufzeichnung in D-VHS etwas, auf eine 240 Min.-Kassette passen in D-VHS SD rund 330 Minuten.

[Bearbeiten] D-Theater

Unter dieser Marke wurden mit Filmen vorbespielte Kauf-D-VHS-Kassetten angeboten. Diese können in zwei Auflösungen abgelegt sein (720p und 1080i) und haben mindestens eine Tonspur (auch in Dolby Digital). NachtrĂ€glich wurde auch ein weiterer Tonstandard, DTS, unterstĂŒtzt. Jedoch können nur D-VHS-Player neuerer Bauart diesen verarbeiten und zwischen mehreren Tonspuren wechseln. ZusĂ€tzlich sind diese BĂ€nder mit einem Kopierschutz ausgestattet, der ein Auslesen ĂŒber Firewire verhindert. In D-Theater bespielte Kassetten waren nur in den USA und in Japan erhĂ€ltlich und können auf europĂ€ischen Modellen allein schon aufgrund der fehlenden HDTV-UnterstĂŒtzung nicht wiedergegeben werden. Der letzte in D-Theater veröffentlichte Film war I, Robot im Jahr 2004.

[Bearbeiten] Marktsituation

In Europa wurden insgesamt nur drei verschiedene Modelle angeboten: Der JVC HM-DR10000, der (fast baugleiche) Philips VR-20D und zuletzt ein Modell von Thomson, der DVH-8090. In den USA und in Japan war die Auswahl an GerĂ€ten etwas grĂ¶ĂŸer.

D-VHS konnte sich auf dem Markt nicht durchsetzen. Anfangs waren die GerĂ€te noch sehr teuer, mit dem Aufkommen von DVD- und Festplattenrecordern verlor D-VHS schließlich an Bedeutung. Die Produktion wurde mittlerweile eingestellt, nur noch vereinzelt werden D-VHS Recorder und Kassetten als Restposten angeboten.

[Bearbeiten] Weblinks

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