Bertolt Brecht
Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; gebĂŒrtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; â 14. August 1956 in Ost-Berlin) war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgefĂŒhrt. Brecht hat das epische Theater beziehungsweise âdialektische Theaterâ begrĂŒndet und umgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Kindheit und Jugend
Eugen Berthold Friedrich Brecht kam am 10. Februar 1898 als erstes Kind von Berthold Friedrich Brecht und Wilhelmine Friederike Sophie Brecht (geb. Brezing[1]) in Augsburg zur Welt. Sein Vater Berthold Friedrich Brecht war katholisch, stammte aus Achern im Schwarzwald und war ab 1893 zunĂ€chst Kommis, dann leitender Angestellter und ab 1914 Direktor der Haindl'schen Papierfabrik. Dies erlaubte der Familie Brecht zuletzt einen Umzug in eines der StiftungshĂ€user der Papierfabrik. Brechts Mutter Sophie (1871â1920) stammte aus einer pietistischen Familie. Ihr Vater Josef Friedrich Brezing (1842â1922) war wĂŒrttembergischer Eisenbahnbeamter im oberschwĂ€bischen RoĂberg (heute zu Wolfegg) an der kurz vor Sophies Geburt eröffneten WĂŒrttembergischen AllgĂ€ubahn.
Der junge Brecht wurde von den Eltern Eugen (schwĂ€bisch Aigin gesprochen) genannt. Den Namen Berthold bzw. Bertolt wĂ€hlte er als Rufnamen erst spĂ€ter. Brecht wurde in der BarfĂŒĂerkirche in Augsburg getauft und spĂ€ter auch konfirmiert. Die ersten Jahre verbrachte die Familie in einem handwerklichen Umfeld, so war im Erdgeschoss des Wohnhauses eine Feilenhauerei untergebracht. Er war ein eher schĂŒchterner, immer etwas krĂ€nkelnder Junge mit einem Herzleiden, der stets liebevoll von seiner Mutter umsorgt wurde. Nach der Volksschule besuchte er von 1908 bis 1917 das Königliche Realgymnasium zu Augsburg (heute: Peutinger-Gymnasium), welches er im Ersten Weltkrieg mit dem Notabitur abschloss. Sein poetisches Talent zeigte sich schon sehr frĂŒh. Bereits 1913 schrieb er in seinem Tagebuch âIch muĂ immer dichtenâ. Im selben Jahr veröffentlichte er als Herausgeber, Redakteur und Autor die SchĂŒlerzeitschrift âDie Ernteâ, in der hauptsĂ€chlich patriotische Gedichte, ErzĂ€hlungen und Rezensionen von Brecht erschienen sind. Der Religionsunterricht beeindruckte ihn tief, sodass er im selben Jahr ein Drama mit dem Titel Die Bibel in seiner Zeitschrift âDie Ernteâ publizierte.
Brechts jĂŒngerer Bruder Walter (1900â1986) wurde Professor fĂŒr Technologie des Papiers an der UniversitĂ€t Darmstadt. Sein GroĂvater hatte eine Lithografenanstalt in Achern. Sein UrgroĂvater Johannes Michael wurde 1807 in Rheinsheim (heute Stadtteil von Philippsburg) bei Speyer geboren. Seine Vorfahren vĂ€terlicherseits lassen sich dort bis auf Christmann Brecht (* ca. 1600) zurĂŒckfĂŒhren.
Nach Kriegsbeginn 1914 veröffentlichte er seine âAugsburger Kriegsbriefeâ erstmalig in der Zeitung MĂŒnchen-Augsburger Abendzeitung. AnfĂ€nglich noch von der allgemeinen Kriegseuphorie angesteckt, kritisierte er schon in seiner Schulzeit in einem Aufsatz ĂŒber Horazâ Dulce et decorum est pro patria mori deutlich den Krieg (âSĂŒĂ und ehrenvoll ist es, fĂŒr das Vaterland zu sterbenâ; eine âZweckpropagandaâ, auf die nur âHohlköpfeâ hereinfallen), wofĂŒr er mit einem Schulverweis bestraft werden sollte. Nur dank der angesehenen Stellung seines Vaters und der Intervention seines Religionslehrers, der sich fĂŒr ihn einsetzte, blieb es bei einer mĂŒndlichen Verwarnung.[2]
Im Juli 1916 signierte er erstmals seine Arbeiten in der MĂŒnchen-Augsburger Abendzeitung mit Bert Brecht.
[Bearbeiten] Studium
Vom 2. Oktober 1917 an studierte er an der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen Philosophie, Medizin und Literatur.[3] Sein Studium musste er allerdings im Jahr 1918 unterbrechen. Trotz eines Ă€rztlich attestierten Herzfehlers, der ihm, im Gegensatz zu seinen Schulfreunden, eine Einberufung ersparte, wurde er in einem Augsburger Reservelazarett als MilitĂ€rkrankenwĂ€rter eingesetzt.[4] In den letzten Wochen des Jahres 1918 gehörte er nach der Revolution vom 9. November als Mitglied dem Augsburger Arbeiter- und Soldatenrat an. Am 16. Juni 1919 nahm er das Studium wieder auf,[5] nachdem er 1919 auf Antrag eine Befreiung vom Vorlesungsbesuch erhalten hatte, und besuchte danach nur noch selten universitĂ€re Veranstaltungen. Am 29. November 1921 wurde er exmatrikuliert. 1921/22 war Brecht dann noch kurze Zeit an der Philosophischen FakultĂ€t in Berlin eingeschrieben, nahm das Studium aber nicht auf.
1916 lernte Brecht seine groĂe Jugendliebe kennen, die Arzttochter Paula Banholzer, genannt Bi. Aus der Beziehung ging der gemeinsame Sohn Frank Banholzer hervor (* 30. Juli 1919 in Kimratshofen, OberallgĂ€u; â 13. November 1943 in Porchow, Sowjetunion, bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Wehrmachtskino an der Ostfront), der seinen Vornamen nach dem von Brecht verehrten Dichter Frank Wedekind erhielt. Paulas Eltern lehnten Brecht als Schwiegersohn entschieden ab. Frank blieb die ersten drei Lebensjahre in Kimratshofen in Pflege. Danach kĂŒmmerten sich abwechselnd die GroĂeltern sowie Brechts spĂ€tere erste Ehefrau Marianne Zoff und spĂ€ter seine zweite Frau Helene Weigel um ihn.[6]
[Bearbeiten] Schaffenszeit vor dem Exil
In den 1920er Jahren schloss Brecht mehrere Bekanntschaften, die sein spĂ€teres Schaffen deutlich beeinflussten; so z. B. 1920 eine enge Freundschaft mit dem berĂŒhmten Kabarettisten Karl Valentin. Ab diesem Jahr pendelte Brecht hĂ€ufig zwischen Berlin und MĂŒnchen, um weitere Beziehungen zu Personen aus dem Theater und der literarischen Szene aufzubauen. Er lernte u. a. den Autor Lion Feuchtwanger und 1921 Arnolt Bronnen kennen, mit dem er eine literarische Firma grĂŒndete. In Angleichung an Bronnens Vornamen Arnolt Ă€nderte Brecht nun endgĂŒltig seinen Namen in Bertolt um. In Berlin arbeitete er zunĂ€chst zusammen mit Carl Zuckmayer als Dramaturg an Max Reinhardts Deutschem Theater. Daraufhin inszenierte er an den MĂŒnchener Kammerspielen u. a. sein viel gelobtes StĂŒck Trommeln in der Nacht im September 1922. Ende desselben Jahres erhielt er fĂŒr seine erfolgreiche Arbeit den Kleist-Preis.
Nach seinen ersten literarischen Erfolgen heiratete er am 3. November 1922 die Schauspielerin und OpernsĂ€ngerin Marianne Zoff, die nach einer Abtreibung erneut von Brecht schwanger wurde. Im Jahr darauf am 12. MĂ€rz kam Brechts Tochter Hanne zur Welt. 1924 zog Brecht endgĂŒltig nach Berlin und lernte dort noch wĂ€hrend seiner Ehe mit Marianne die Schauspielerin Helene Weigel kennen, die am 3. November 1924 Brechts zweiten Sohn Stefan gebar. Erst drei Jahre spĂ€ter lieĂ er sich von Marianne scheiden und heiratete am 10. April 1929 Helene Weigel, die das zweite gemeinsame Kind Barbara am 18. Oktober 1930 zur Welt brachte.
Brecht entwickelte sich in der zweiten HĂ€lfte der 1920er Jahre zum ĂŒberzeugten Kommunisten und verfolgte fortan mit seinen Werken wie dem StĂŒck Mann ist Mann (UA 1926) politische Ziele. Er trat aber nie in die KPD ein. Parallel zur Entwicklung seines politischen Denkens verlief ab 1926 die Bildung seines epischen Theaters. Durch zahlreiche Theaterkritiken, die er in den letzten Jahren schrieb, begann seine Kritik am bĂŒrgerlichen deutschen Theater und der Schauspielkunst. Ein wichtiger theatertheoretischer Aufsatz sind die Anmerkungen zur Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, die Brecht 1930 gemeinsam mit Peter Suhrkamp verfasste. Die Zusammenarbeit mit Kurt Weill in mehreren musikdramatischen Werken war zudem fĂŒr die Entstehung des epischen Theaters wesentlich.
Brecht war nicht nur im Theater aktiv, sondern auch in anderen Sparten, gattungs- und genreĂŒbergreifend. Er verfasste Gedichte, Lieder, Kurzgeschichten, Romane, ErzĂ€hlungen sowie Hörspiele fĂŒr den Rundfunk. Mit seinen Werken wollte Brecht gesellschaftliche Strukturen durchschaubar machen, vor allem in Hinblick auf ihre VerĂ€nderlichkeit. Literarische Texte mussten fĂŒr ihn einen âGebrauchswertâ haben. Dies beschrieb er 1927 detailliert in seinem Kurzen Bericht ĂŒber 400 (vierhundert) junge Lyriker.
Die Marxismus-Rezeption Brechts wurde dabei sowohl von undogmatischen und parteilosen Marxisten wie Karl Korsch, Fritz Sternberg und Ernst Bloch als auch von der offiziellen KPD-Linie beeinflusst. In Zusammenarbeit mit Kurt Weill entstanden eine Reihe marxistischer LehrstĂŒcke mit avantgardistischer Musik, z. B. das StĂŒck Lindberghflug 1929, die Schuloper Der Jasager (1930) und Die MaĂnahme (ebenfalls 1930). Die Werke aus dieser Zeit sind von den Schriften Georg Wilhelm Friedrich Hegels und Karl Marx' geprĂ€gt. Die 1927 veröffentlichte Gedichtsammlung Bertolt Brechts Hauspostille besteht jedoch weitgehend aus frĂŒher verfassten Texten. 1928 feierte Brecht mit seiner von Kurt Weill vertonten Dreigroschenoper, die am 31. August uraufgefĂŒhrt wurde, einen der gröĂten Theatererfolge der Weimarer Republik. Im selben Jahr lernte Brecht Hanns Eisler kennen, der nun zum wichtigsten Komponisten seiner StĂŒcke und Lieder wurde. Aus der Bekanntschaft erwuchs eine enge Freundschaft und eine der wichtigsten Dichter-Musiker-Partnerschaften des 20. Jahrhunderts.
[Bearbeiten] Leben im Exil
Ab 1930 begannen die Nationalsozialisten, Brechts AuffĂŒhrungen vehement zu stören. Zu Beginn des Jahres 1933 wurde eine AuffĂŒhrung von Die MaĂnahme durch die Polizei unterbrochen. Die Veranstalter wurden wegen Hochverrats angeklagt. Am 28. Februar â einen Tag nach dem Reichstagsbrand â verlieĂ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flĂŒchtete ins Ausland. Seine ersten Exilstationen waren Prag, Wien, ZĂŒrich, im FrĂŒhsommer 1933 Carona bei Kurt KlĂ€ber und Lisa Tetzner und Paris. Auf Einladung der Schriftstellerin Karin Michaelis reiste Helene Weigel mit den Kindern nach Skovsbostrand auf Thurö in DĂ€nemark voraus. Brecht stand im April 1933 auf der von Wolfgang Herrmann verfassten âSchwarzen Listeâ; deshalb wurden seine BĂŒcher am 10. Mai 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt und am Tag darauf seine gesamten Werke verboten. Brecht wurde 1935 die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft aberkannt.
In Paris richtete Brecht 1933 die Agentur DAD ein, den sog. âDeutschen Autorendienstâ. Dieser sollte emigrierten Schriftstellern, insbesondere seiner Geliebten Margarete Steffin, Publikationsmöglichkeiten vermitteln. Zusammen mit Kurt Weill erarbeitete Brecht sein erstes ExilstĂŒck, das Ballett Die sieben TodsĂŒnden, das im Juli 1933 im Théùtre des Champs-ElyssĂ©es uraufgefĂŒhrt wurde. Kurz darauf erwarb Brecht ein Haus in Svendborg (DĂ€nemark) und verbrachte dort mit seiner Familie die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre. 1938 entstand das Leben des Galilei. AuĂer Dramen schrieb Brecht auch BeitrĂ€ge fĂŒr mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. Im Jahre 1939 verlieĂ er DĂ€nemark, lebte ein Jahr in einem Bauernhaus in Lidingö bei Stockholm und im April 1940 in Helsinki. WĂ€hrend des Sommeraufenthalts 1940 in MarlebĂ€ck, wohin die Familie von der finnischen Schriftstellerin Hella Wuolijoki eingeladen worden war, schrieb Brecht nach einem Text Wuolijokis das StĂŒck Herr Puntila und sein Knecht Matti, das erst am 5. Juni 1948 in ZĂŒrich uraufgefĂŒhrt wurde. Im Sommer 1940 begann er auch gemeinsam mit Wuolijoki die Bearbeitung des unvollendet gebliebenen StĂŒckes Die Judith von Shimoda nach einer Vorlage von Yuzo Yamamoto.
Erst im Mai 1941 erhielt Brecht sein Einreisevisum in die USA und machte sich mit seiner Familie via Moskau und Wladiwostok mit dem Schiff nach Santa Monica, Kalifornien auf. Er stellte sich vor, im FilmgeschĂ€ft als erfolgreicher Drehbuchautor arbeiten zu können; doch dazu kam es zunĂ€chst u. a. durch seine Abneigung gegenĂŒber den USA und seine Abkapselung nicht. Er hatte kaum Möglichkeiten zur literarischen oder politischen Arbeit und bezeichnete sich selbst angesichts des Desinteresses der US-Amerikaner als âLehrer ohne SchĂŒlerâ. Mit Charles Laughton, der spĂ€ter in Brechts einziger Theaterarbeit im amerikanischen Exil die Hauptrolle spielte, ĂŒbersetzte er sein StĂŒck Leben des Galilei, das im Juli 1947 am Coronet Theatre in Beverly Hills Premiere feierte. Die ursprĂŒngliche Fassung wurde am 9. September 1943 im Schauspielhaus ZĂŒrich uraufgefĂŒhrt.[7]
In den USA wurde Brecht schon 1942 als âEnemy Alienâ, als feindlicher AuslĂ€nder, registriert.[8] Zudem geriet er 1947 in den Verdacht, Mitglied einer kommunistischen Partei zu sein, weshalb er am 30. Oktober 1947 vom Ausschuss fĂŒr unamerikanische Umtriebe befragt wurde.[9] Die Frage, ob er jemals Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen sei oder noch gegenwĂ€rtig sei, beantwortete Brecht mit âneinâ und ergĂ€nzte, er sei auch nicht Mitglied einer kommunistischen Partei in Deutschland. Einen Tag spĂ€ter reiste er nach Paris und kurz darauf am 5. November nach ZĂŒrich. Dort hielt er sich ein Jahr auf, da die Schweiz das einzige Land war, fĂŒr das er eine Aufenthaltserlaubnis erhielt; die Einreise nach Westdeutschland, in die amerikanische Besatzungszone, wurde ihm untersagt. Im Februar 1948 wurde Brechts Fassung der Antigone des Sophokles im Stadttheater Chur uraufgefĂŒhrt. Am 12. Oktober 1950 erhielten Brecht und Weigel durch Arbeiten fĂŒr die Salzburger Festspiele die österreichische StaatsbĂŒrgerschaft, im gleichen Monat verstarb Brechts langjĂ€hriger Partner Kurt Weill in New York. Die Verleihung der österreichischen StaatsbĂŒrgerschaft ist zur damaligen Zeit, vor allem in Ăsterreich, auf groĂe Kritik gestoĂen, da Brecht nicht die Absicht hatte, aus der DDR nach Ăsterreich ĂŒberzusiedeln.[10]
[Bearbeiten] RĂŒckkehr nach Berlin
[Bearbeiten] Sondierung der Lage
Bereits kurz nach dem Krieg wurde Brecht von Freunden gedrĂ€ngt, nach Deutschland zurĂŒckzukommen und seine StĂŒcke selbst zu inszenieren. Er wartete jedoch in ZĂŒrich noch ab und sondierte die Lage. Als 1948 in der sowjetischen Besatzungszone dann mehrere Theater wiedereröffnet wurden und auch in Berlin das âDeutsche Theaterâ und die VolksbĂŒhne die Arbeiten wieder aufnahmen, reiste er im Oktober 1948 auf Einladung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands (spĂ€ter: Kulturbund der DDR) von ZĂŒrich ĂŒber Prag nach Berlin. Die Einreise in die westlichen Besatzungsgebiete Deutschlands blieb ihm nach wie vor untersagt. In Ost-Berlin angekommen fand er schnell Kontakt zu maĂgeblichen KĂŒnstlern und FunktionĂ€ren. Auch dass mit Alexander Dymschitz ein Verehrer der Brechtschen Werke in der sowjetischen MilitĂ€radministration saĂ, sollte sich fĂŒr ihn als positiv erweisen. Das Wiedersehen mit Jacob Walcher, dessen politischer UrteilsfĂ€higkeit Brecht immer in besonderem MaĂe vertraute, war fĂŒr Brecht eine groĂe Freude, hatte er doch nun den Experten gefunden, mit dem er die politischen Konstellationen diskutieren konnte. Brecht enthielt sich zunĂ€chst politischer ĂuĂerungen in der Ăffentlichkeit. Schon im Januar hatte Brecht sich in der Schweiz skeptisch zur Entwicklung in Deutschland geĂ€uĂert.
âEs ist klar aus allem, daĂ Deutschland seine Krise noch gar nicht erfaĂt hat. Der tĂ€gliche Jammer, der Mangel an allem, die kreisförmige Bewegung aller Prozesse, halten die Kritik beim Symptomatischen. Weitermachen ist die Parole. Es wird verschoben und es wird verdrĂ€ngt. Alles fĂŒrchtet das EinreiĂen, ohne das das Aufbauen unmöglich ist.â
â Bertolt Brecht: Journal Schweiz vom 6. Januar 1948, GBA Band 27, S. 262
Obwohl Brecht bei seinem Berlinaufenthalt durchaus keine weitreichenden Privilegien eingerĂ€umt wurden, kam es doch zu Verhandlungen mit Verlegern. Nach einigem Zögern ordnete er seine Verlagsangelegenheiten: Bei Peter Suhrkamp sollten die Versuche und die Gesammelten Werke erscheinen, der DDR-Aufbau Verlag sollte ebenfalls dafĂŒr eine Lizenz erhalten, und die Rechte fĂŒr die BĂŒhnenwerke blieben beim Reiss-Verlag in Basel. Auch fĂŒr Brechts Lyrik interessierte sich der Aufbau-Verlag frĂŒhzeitig.[11]
Als wichtige Aufgabe empfand es Brecht, wieder im Theaterbetrieb FuĂ zu fassen. Ein Angebot Wolfgang Langhoffs, am Deutschen Theater eigene StĂŒcke zu inszenieren, nahm er sofort an. Damit war zugleich ein wichtiges Ziel seiner Berliner Freunde, den KĂŒnstler an ein Berliner Theater zu binden, erreicht. Zusammen mit Erich Engel inszenierte Brecht das StĂŒck Mutter Courage und ihre Kinder. Die Premiere am 11. Januar 1949 war ein auĂerordentlicher Erfolg fĂŒr Brecht, Engel und die Hauptdarstellerin Weigel, insbesondere aufgrund Brechts Theorie des epischen Theaters. In der Presse wurde die Inszenierung einerseits gelobt, andererseits zeichneten sich bereits spĂ€tere Konflikte mit den KulturfunktionĂ€ren ab. Begriffe wie âvolksfremde Dekadenzâ, noch mit Fragezeichen versehen, tauchten in der Ăffentlichkeit auf, offenbar in der Erwartung, dass die Formalismusdebatte Shdanows von 1948 in der UdSSR unweigerlich auch den Kunst- und Kulturbetrieb der DDR erreichen wĂŒrde.[12]
Im Februar 1949 kehrte Brecht kurzzeitig nach ZĂŒrich zurĂŒck, um eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, da Berlin nicht unmittelbar seine erste Wahl war. Die Genehmigung wurde jedoch abgelehnt. Auch war Brecht im Weiteren bemĂŒht, fĂŒr seine bevorstehende Arbeit in Berlin Schauspieler und Regisseure zu gewinnen. Gleichzeitig betrieb er umfangreiche Studien zur Geschichte der Pariser Kommune. Der Text des StĂŒckes Die Tage der Commune (eine Neubearbeitung von Nordahl Griegs Die Niederlage) lag im April 1949 fertig vor, allerdings war Brecht mit dem Erreichten unzufrieden und verschob die Inszenierung zunĂ€chst. Als er ZĂŒrich am 4. Mai 1949 endgĂŒltig verlieĂ, hatte er VertrĂ€ge unter anderen mit Therese Giehse, Benno Besson und Teo Otto abgeschlossen.
[Bearbeiten] Ein eigenes Ensemble
WĂ€hrend Brecht sich in der Schweiz aufhielt, hatte Helene Weigel alles Notwendige in die Wege geleitet, um fĂŒr Brecht ein eigenes Ensemble grĂŒnden zu können. Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl und auf Seiten der SMAD Alexander Dymschitz hatten das Vorhaben nach KrĂ€ften unterstĂŒtzt. Vom Beschluss des PolitbĂŒros der SED, ein âHelene-Weigel-Ensembleâ zu grĂŒnden, mit der MaĂgabe, am 1. September 1949 den Spielbetrieb aufzunehmen, wurde am 29. April 1949 die zustĂ€ndige staatliche Stelle informiert.[13] Die Einsetzung Helene Weigels als Ensembleleiterin hatte fĂŒr Brecht nur Vorteile. Er musste sich einerseits nicht mit der BĂŒrokratie des Theaterbetriebes abgeben, konnte andererseits aber auch sicher sein, dass Weigel ihn nicht durch eigenen Ehrgeiz zu Kompromissen zwingen wĂŒrde. In den ersten Jahren schien das Konzept der gemeinsamen Arbeit begabter Schauspieler und Regisseure aus der Exilszene und junger Talente aus dem Inland aufzugehen, doch zeigte der Kalte Krieg und die Debatte um Brechts episches Theater auch in diesem Bereich bald Wirkung. Absprachen konnten nicht eingehalten werden, von Brecht erwartete KĂŒnstler wie Peter Lorre kamen nicht nach Berlin. Andere, mit FormalismusvorwĂŒrfen konfrontierte KĂŒnstler wie Teo Otto, beendeten die Zusammenarbeit.
[Bearbeiten] Theaterarbeit in der DDR
Als mit der GrĂŒndung der DDR 1949 auch eine neue Akademie der KĂŒnste ins Leben gerufen werden sollte, versuchte Brecht, hier seine Vorstellungen einzubringen: âAuf jeden Fall aber sollte unsere Akademie produktiv und nicht nur reprĂ€sentativ sein.â Er brachte auch das Thema âMeisterschĂŒlerâ ins GesprĂ€ch. Im inzwischen umbenannten Berliner Ensemble umgab sich Brecht oft und gern mit SchĂŒlern wie Benno Besson, Peter Palitzsch und Egon Monk. Anfang 1950 wandte sich Brecht dem StĂŒck Der Hofmeister des âSturm und Drangâ-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz zu, fĂŒr den er zeit seines Lebens eine groĂe Sympathie empfand. Die Premiere seiner Bearbeitung fand am 15. April 1950 statt, es war der gröĂte Erfolg des Ensembles zu Lebzeiten Brechts, auch wurde er hier zum ersten Mal von der Ăffentlichkeit als Regisseur wahrgenommen.[14]
Anfang der 1950er Jahre wurden von der SED wichtige Grundsatzentscheidungen getroffen, so sei der Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe [âŠ] geworden.[15] Gleichzeitig gewann die Debatte um Formalismus in der Kunst an SchĂ€rfe. Brecht agierte hier vorsichtig und lieĂ sich nicht auf eine theoretische Auseinandersetzung ein. Er ging eher den Weg kleiner Schritte und bereitete mit der Neuinszenierung von Die Mutter 1950/51 sein Publikum auf das von ihm gewollte âdidaktische Theaterâ vor. In der zu dieser Inszenierung einsetzenden eher mahnend-wohlwollenden Kritik wurde wieder einmal die Sonderrolle Brechts deutlich, die er im DDR-Kunstbetrieb genoss. Andere KĂŒnstler wie Paul Dessau bekamen die FormalismusvorwĂŒrfe der FunktionĂ€re weitaus deutlicher zu spĂŒren. Jedoch geriet auch Brechts Inszenierung der Oper Die Verurteilung des Lukullus, deren ErstauffĂŒhrung am 17. MĂ€rz 1951 noch unter dem Titel Das Verhör des Lukullus stattfand, in die Auseinandersetzung. Durch gezielte Kartenvergabe seitens des Ministeriums fĂŒr Volksbildung sollte offenbar ein Misserfolg organisiert werden. Der Plan schlug grĂŒndlich fehl. Auch in den folgenden Diskussionen zum StĂŒck, an denen sich höchste StaatsfunktionĂ€re beteiligten, agierte Brecht geschickt, immer den Kompromiss suchend. 1952 lieĂ er zunĂ€chst eine Inszenierung des Urfaust mit jungen Schauspielern in Potsdam â auĂerhalb Berlins â auffĂŒhren, eine Praxis, die er noch öfter ausĂŒbte. Am 2. Juli 1952 bezog Brecht gemeinsam mit Helene Weigel ein Haus in Buckow. Nicht ohne Stolz erklĂ€rte er: âIch gehöre jetzt zu einer neuen Klasse â den PĂ€chtern.â[16]
[Bearbeiten] Brechts Reaktionen auf den 17. Juni 1953
Als es am 17. Juni 1953 in Berlin zu Massenprotesten der DDR-Arbeiter kam, drĂŒckte Brecht noch am selben Tag in einem knapp gehaltenen Brief an Walter Ulbricht seine âVerbundenheit mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlandsâ aus, formulierte aber gleichzeitig die Erwartung einer âAussprache mit den Massen ĂŒber das Tempo des sozialistischen Aufbausâ.[17] Weitere kurze SolidaritĂ€tsadressen schickte Brecht am gleichen Tag an Wladimir Semjonowitsch Semjonow (âunverbrĂŒchliche Freundschaft zur Sowjetunionâ[18]) und an Otto Grotewohl sowie Gustav Just mit dem Angebot, BeitrĂ€ge zum aktuellen Radioprogramm zu liefern.[19]
Brecht analysierte die Situation zur gleichen Zeit in einem unveröffentlichten Typoskript so:
âDie Demonstrationen des 17. Juni zeigten die Unzufriedenheit eines betrĂ€chtlichen Teils der Berliner Arbeiterschaft mit einer Reihe verfehlter wirtschaftlicher MaĂnahmen. Organisierte faschistische Elemente versuchten, diese Unzufriedenheit fĂŒr ihre blutigen Zwecke zu missbrauchen. Mehrere Stunden lang stand Berlin am Rande eines dritten Weltkrieges. Nur dem schnellen und sicheren Eingreifen sowjetischer Truppen ist es zu verdanken, daĂ diese Versuche vereitelt wurden. Es war offensichtlich, daĂ das Eingreifen der sowjetischen Truppen sich keineswegs gegen die Demonstrationen der Arbeiter richtete. Es richtete sich augenscheinlich ausschlieĂlich gegen die Versuche, einen neuen Weltbrand zu entfachen. Es liegt jetzt an jedem einzelnen, der Regierung beim Ausmerzen der Fehler zu helfen, welche die Unzufriedenheit hervorgerufen haben und unsere unzweifelhaft groĂen sozialen Errungenschaften gefĂ€hrden.[20]â
Brecht sah die Ursache der Streiks in dem Versuch der Regierung, durch Erhöhung der Arbeitsnormen ohne adĂ€quate Gegenleistung âdie Produktion zu steigernâ. Die KĂŒnstler habe man als Propagandisten dieses Projekts funktionalisiert: âMan gewĂ€hrte den KĂŒnstlern einen hohen Lebensstandard und versprach ihn den Arbeitern.â[21] Eine wirkliche VerĂ€nderung der ProduktionssphĂ€re sah Brecht als Alternative.
Brecht hatte seinen Brief an Ulbricht mit einer SolidaritĂ€tsadresse an die Partei geschlossen, fĂŒr einige Biographen eine bloĂe Höflichkeitsfloskel.[22] Die Regierung veröffentlichte im Neuen Deutschland vom 21. Juni 1953 aber ausschlieĂlich seine Verbundenheit zur Partei, was Brecht nachhaltig diskreditierte.[23] Brecht versuchte, den Eindruck zu korrigieren, der durch den veröffentlichten Teil des Briefes entstanden war. Unter der Ăberschrift FĂŒr Faschisten darf es keine Gnade geben bezog Brecht neben anderen Autoren im Neuen Deutschland vom 23. Juni 1954 Stellung.[24] Neben einer legitimen Einleitung, die den Missbrauch der Demonstrationen âzu kriegerischen Zweckenâ anfĂŒhrte, forderte er nochmals eine âgroĂe Ausspracheâ mit den Arbeitern, âdie in berechtigter Unzufriedenheit demonstriert habenâ.[25] Noch im Oktober 1953 versuchte Brecht, den kompletten Brief an Ulbricht ĂŒber Journalisten zu verbreiten.[26]
âDamals brach eine Welt fĂŒr Brecht zusammen. Er war erschĂŒttert und entsetzt. Augenzeugen berichten, sie hĂ€tten ihn damals geradezu hilflos gesehen; lange Zeit trug er eine Abschrift des verhĂ€ngnisvollen Briefes bei sich und zeigte sie Freunden und Bekannten, um sich zu rechtfertigen. Aber es war zu spĂ€t. Schlagartig setzten die westdeutschen BĂŒhnen, die treuesten, die er neben seiner eigenen hatte, seine StĂŒcke von den SpielplĂ€nen ab, und es dauerte lange, bis sich dieser Boykott wieder lockerte.[27]â
Ronald Gray fand in Brechts Verhalten die Figur des Galileo Galilei wieder, die Brecht selbst literarisch gestaltet hatte: Die chamÀleonhafte verbale Anpassung an das Regime habe ihm ermöglicht, seine wirklichen Interessen zu verfolgen.[28] Walter Muschg reflektierte das unklare Verhalten Brechts unter Bezug auf das Doppelleben der Brecht-Figur Shen-Te aus Der gute Mensch von Sezuan:
âDer von der Feigheit und Dummheit der Zeit frei Gebliebene fĂŒhrte das Doppelleben, das âDer gute Mensch von Sezuanâ darstellt, und befleckte sich mit ZugestĂ€ndnissen, um sich halten zu können. Es half ihm nichts, daĂ seine fĂŒr offizielle AnlĂ€sse gelieferten Verse, absichtlich oder nicht, erstaunlich schlecht waren, Schweyks SchlĂ€ue im Umgang mit der Diktatur konnte ihn innerlich nicht beruhigen. Er muĂte sich als Gespenst seiner selbst vorkommen, weil er, zur Flucht zu stolz, unter der ihm lĂ€ngst fragwĂŒrdig gewordenen Fahne ausharrte. Nur ein besseres Ende des Krieges hĂ€tte ihn vor dieser Zwangslage bewahren können. Er war kein VerrĂ€ter, aber ein Gefangener. Er wurde wieder zum AuĂenseiter, sein Gesicht bekam einen leichenhaften Zug. Der schlimmste MiĂbrauch seiner Person war die Unterschlagung seiner kritischen Stellungnahme zur UnterdrĂŒckung des Berliner Juniaufstandes von 1953, von der die Ăffentlichkeit nur die verbindliche SchluĂformel zu sehen bekam. Nach seinem frĂŒhen Tod, der wohl mit dem Gram darĂŒber zusammenhĂ€ngt, kamen Gedichte ans Licht, die zeigen was er litt.[29]â
Anders analysiert John Fuegi in seiner Brecht-Biographie Brecht & Co. die Reaktionen Brechts. Brecht selbst habe in dieser Zeit unter Druck gestanden und um die Ăbernahme des Theaters am Schiffbauerdamm gekĂ€mpft. Seine Bezugnahme auf CIA-Provokateure zeige seine grundlegende Missdeutung der Situation. âDie DDR-Regierung hatte den Kontakt zur Arbeiterschaft verloren, und das galt auch fĂŒr Brecht.â[30] Zudem habe Brecht auĂer dem oben zitierten Brief weitere SolidaritĂ€tsadressen an Wladimir Semjonow und Otto Grotewohl versandt.[31] Auch auf Proteste eines Arbeiters im Berliner Ensemble gegen die niedrigen GehĂ€lter von etwa 350 Mark netto habe Brecht nicht reagiert, obwohl er allein am Theater ein Gehalt von 3000 Mark erhalten habe.[32]
In der poetischen Reflexion der Ereignisse nahm Brecht im Juli/August 1953 eine deutlich distanzierte Haltung der DDR-Regierung gegenĂŒber ein, die er in den Buckower Elegien u. a. im Gedicht Die Lösung artikulierte.
Nach dem Aufstand des 17. Juni
Lieà der SekretÀr des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee FlugblÀtter verteilen
Auf denen zu lesen war, daĂ das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch doppelte Arbeit
ZurĂŒckerobern könne. WĂ€re es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
WĂ€hlte ein anderes?[33]
Eine Aussprache, wie Brecht sie sich gewĂŒnscht hatte, kam nicht zustande; er zog sich aus den dann folgenden fruchtlosen Debatten zurĂŒck. Von Juli bis September 1953 arbeitete Brecht ĂŒberwiegend in Buckow an den Gedichten der Buckower Elegien und an dem StĂŒck Turandot oder der Kongress der WeiĂwĂ€scher. In dieser Zeit erlebte Brecht auch mehrere persönliche Krisen im Zusammenhang mit seinen stĂ€ndig wechselnden Liebschaften. Helene Weigel zog vorĂŒbergehend allein in die ReinhardstraĂe 1, Brecht in ein HinterhofgebĂ€ude der ChausseestraĂe 125. Auch seine langjĂ€hrige treue GefĂ€hrtin Ruth Berlau erwies sich fĂŒr Brecht nun zunehmend als Belastung, zumal sie auch ihre Arbeiten im Ensemble nur noch sporadisch ausfĂŒhrte.
[Bearbeiten] Die letzten Jahre
Im Januar 1954 wurde das Ministerium fĂŒr Kultur der DDR gegrĂŒndet, Johannes R. Becher wurde zum Minister und Brecht in den kĂŒnstlerischen Beirat berufen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst. Damit sollte die allgegenwĂ€rtige Spannung zwischen den KĂŒnstlern und den StaatsfunktionĂ€ren endlich beseitigt werden. Die Formalismuskonzeption verschwand aus den Debatten. Brecht begrĂŒĂte die Ănderungen und rief seine KĂŒnstlerkollegen dazu auf, die neuen Chancen zu nutzen.[34] Am 19. MĂ€rz 1954 eröffnete Brecht mit seinen Mitarbeitern das Theater am Schiffbauerdamm mit einer Bearbeitung von MoliĂšres Don Juan. Vor dem Hintergrund der sich immer mehr verschĂ€rfenden Ost-West-Konfrontation beteiligte sich Brecht 1955 an Diskussionsabenden in West-Berlin und betrieb die Herausgabe seiner Kriegsfibel. Am 21. Dezember 1954 wird Brecht mit dem Internationalen Stalin-Friedenspreis ausgezeichnet, der ihm am 25. Mai 1955 im Kreml ĂŒberreicht wurde. Brecht hatte weiterhin Ideen und PlĂ€ne zu neuen StĂŒcken, die er jedoch zunehmend an seinen Mitarbeiterstab delegierte. Im Juni 1954 wurde Brecht zum VizeprĂ€sidenten der deutschen Akademie der KĂŒnste ernannt. Brecht leistete zudem in seinen letzten Lebensjahren ein gewaltiges Pensum: Zwei Inszenierungen pro Jahr als Regisseur, Mitarbeit an fast allen Inszenierungen anderer Regisseure des Berliner Ensembles sowie schriftstellerische Arbeiten jeglicher Art. Mit zwei Gastspielen, 1954 mit Mutter Courage und 1955 mit Der kaukasische Kreidekreis in Paris, schaffte Brechts Ensemble nun auch den internationalen Durchbruch. Der triumphale Erfolg signalisierte jedem TheaterfunktionĂ€r: Brecht kann man inszenieren, ohne ein Wagnis einzugehen.
[Bearbeiten] Tod
Am 15. Mai 1955 verfasste Brecht sein Testament und schrieb einen Brief an Rudolf Engel, Mitarbeiter der Akademie der KĂŒnste, und bat ihn: âIm Falle meines Todes möchte ich nirgends aufgebahrt und öffentlich aufgestellt werden. Am Grab soll nicht gesprochen werden. Beerdigt werden möchte ich auf dem Friedhof neben dem Haus, in dem ich wohne, in der ChausseestraĂe.â[35] Ein Jahr darauf wurde Brecht mit einer Grippe in das Berliner CharitĂ©-Krankenhaus eingeliefert. Zu seiner Erholung verbrachte er die Sommerfrische im Landhaus am Buckower SchermĂŒtzelsee in der MĂ€rkischen Schweiz. Aber auch die Landluft konnte seine Herzbeschwerden, die er seit seiner Kindheit hatte, nicht kurieren.
Brecht starb am 14. August 1956 um 23:30 Uhr in der Berliner ChausseestraĂe 125,[36] dem heutigen Brecht-Haus. Lange wurde angenommen, dass er am 12. August 1956 einen Herzinfarkt erlitten habe. Brecht litt jedoch in seiner Kindheit an rheumatischem Fieber â einer damals noch wenig verstandenen Erkrankung. Diese griff sein Herz an, was zu den chronischen Herzproblemen fĂŒhrte. Verbunden mit dem rheumatischem Fieber war Chorea minor, zudem traten urologische Probleme auf. Brecht hatte somit zeitlebens organische Beschwerden, die letztlich zu einem Herzversagen fĂŒhrten.[37]
Am 17. August 1956 wurde Brecht unter groĂer Anteilnahme der Bevölkerung und im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Kultur beigesetzt. Bei der Beerdigung wurde, wie er es sich gewĂŒnscht hatte, nicht gesprochen.[38] Zusammen mit seiner 1971 verstorbenen Frau Helene Weigel liegt er auf dem DorotheenstĂ€dtischen Friedhof in Berlin begraben. Die EhrengrabstĂ€tte befindet sich in der Abteilung CAM.
Ich benötige keinen Grabstein, aber
Wenn ihr einen fĂŒr mich benötigt
WĂŒnschte ich, es stĂŒnde darauf:
Er hat VorschlÀge gemacht. Wir
Haben sie angenommen.
Durch eine solche Inschrift wÀren
Wir alle geehrt.[39]
[Bearbeiten] Brecht in Bildnissen und Plastiken
- Fritz Heinsheimer: Bert Brecht (1926) im Museum Brechthaus in Augsburg [40]
- Paul Hamann: Bertolt Brecht (1930). Kopf. Hamburger Kunsthalle.
- Fritz Cremer: PortrÀt Bertolt Brecht (1956/57) Nationalgalerie Berlin; Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Kunsthalle Rostock
- Gustav Seitz: Bildnis Bertolt Brecht (1959)
- Gustav Seitz: Statuette Bertolt Brecht I (1957/58)
- Waldemar Grzimek: PortrÀtstudie Bertolt Brecht (1958)
- Fritz Cremer: Denkmal Bertolt Brecht (1986â88/89) Bertolt-Brecht-Platz am Schiffbauerdamm, Berlin
[Bearbeiten] Episches Theater
Brecht wollte ein analytisches Theater, das den Zuschauer eher zum distanzierten Nachdenken und Hinterfragen anregt als zum MitfĂŒhlen. Zu diesem Zweck âverfremdeteâ und desillusionierte er das Spiel absichtlich, um es als Schauspiel gegenĂŒber dem wirklichen Leben erkennbar zu machen (Brecht nannte dies den âVerfremdungseffektâ). Schauspieler sollten analysieren und synthetisieren, das heiĂt, von auĂen an eine Rolle herangehen, um dann ganz bewusst so zu handeln, wie es die Figur getan hĂ€tte. Diese Neukonzeption des Theaters, ursprĂŒnglich âepisches Theaterâ, nannte er spĂ€ter âDialektisches Theaterâ, da ein Widerspruch zwischen Unterhaltung und Lernen entstehen soll, der die Illusion des âEmotionalen Hineingezogenwerdensâ beim Publikum zerstören will. Brecht vertrat die Auffassung der Dialektik vom Menschen als Produkt der VerhĂ€ltnisse und glaubte an dessen FĂ€higkeit, diese zu verĂ€ndern: âIch wollte auf das Theater den Satz anwenden, dass es nicht nur darauf ankommt, die Welt zu interpretieren, sondern sie zu verĂ€ndern.â[41] Damit bezieht er sich auf die zentrale Schlussfolgerung der marxschen âThesen ĂŒber Feuerbachâ.
Das epische Theater Brechts steht im Gegensatz sowohl zur Lehre Stanislawskis als auch zu der des method acting (methodische Schauspielkunst) von Lee Strasberg, die gröĂtmögliche RealitĂ€tsnĂ€he anstrebten und vom Schauspieler verlangten, sich in die Rolle hineinzuversetzen.
Der Begriff der Misuk, den Brecht prĂ€gte, stellt den Versuch dar, diese Ideen auf das Feld der Musik zu ĂŒbertragen.
[Bearbeiten] Das Werk
[Bearbeiten] StĂŒcke
Brecht formte seine StĂŒcke zumeist in direkter Wechselwirkung mit den AuffĂŒhrungen. So folgten, zumindest in der Zeit vor seinem Exil, die Druckfassungen oft den Inszenierungen nach. Erfahrungen, die hier gemacht wurden, konnten dort mit einflieĂen. Brecht experimentierte in der Zeit von 1918 bis 1933 intensiv mit den verschiedenen kĂŒnstlerischen Möglichkeiten, die die TheaterbĂŒhne bot. Das Ă€nderte sich, nachdem Brecht Deutschland verlassen musste. Von Ausnahmen abgesehen, konnte er nun nur noch âauf Haldeâ produzieren. In dieser sogenannten âzweiten Periodeâ prĂ€gte sich Brechts Stil, sein episches Theater. Umarbeitungen an den StĂŒcken waren an der Tagesordnung. Sich Ă€ndernde politische UmstĂ€nde flossen, durch den Autor reflektiert, in die StĂŒcke ein. Als Beispiel mag hier die amerikanische Fassung des Leben des Galilei gelten, in der sich sowohl die Sprach- und BĂŒhnenkompetenz des Hauptdarstellers Charles Laughton wiederfand, als auch die amerikanischen AtombombenabwĂŒrfe im Zweiten Weltkrieg zu einer Verschiebung des Aussageschwerpunktes hin zur Frage der persönlichen Verantwortung des Wissenschaftlers vor der Gesellschaft fĂŒhrte. Als Brecht nach dem Krieg nach Europa zurĂŒckgekehrt war, bildete die direkte Theaterarbeit, auch die Bearbeitung von StĂŒcken anderer Autoren den Schwerpunkt seiner TĂ€tigkeit.
Brecht verfasste 48 Dramen und etwa 50 Dramenfragmente, von den Fragmenten gelten sieben als spielbar. Abgesehen von kleineren Arbeiten, war Baal Brechts erstes StĂŒck, dem 1919 mit Trommeln in der Nacht ein deutlich gesellschaftskritischeres Drama folgte. Sein gröĂter Erfolg, die Dreigroschenoper, fĂ€llt in das Jahr 1928, er wĂ€re ohne die Musik Kurt Weills nicht möglich gewesen. 1930 verursachte das StĂŒck Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny einen der gröĂten deutschen Theaterskandale, als es in Leipzig zu tumultartigen Szenen, wohl provoziert von politischen Gegnern unter den Zuschauern kam. Brechts Opern und seine LehrstĂŒcke gelten als avantgardistisch, wĂ€hrend seine Exildramen den klassischen Rahmen des âTheater[s] als Institutionâ[42] nicht verlassen.
Brecht brauchte fĂŒr das StĂŒckeschreiben nach Auskunft von Elisabeth Hauptmann ein âlebendiges GegenĂŒber, einen intellektuellen Mitspielerâ.[43] Auch Brechts SchĂŒler Manfred Wekwerth wusste, dass der Dichter dort besonders produktiv war, wo er bereits etwas vorfand, das er Ă€ndern, berichtigen, umgestalten konnte. Nicht allein aufs Machen, aufs Andersmachen kam es ihm an.[44] Kooperative Arbeitsweise und die enge Zusammenarbeit mit SchĂŒlern waren bei Brecht ĂŒblich, wobei er die dominierende Person war. Um diesen Arbeitsstil Brechts rankten sich nach seinem Tod etliche Legenden. Zum anderen bedachte Brecht alle Möglichkeiten, die das moderne Theater bot, und bezog sie in die Ausgestaltung seiner StĂŒcke ein. Auch hierbei war er auf die Mithilfe der entsprechenden Spezialisten angewiesen.
[Bearbeiten] Gedichte
In seinem vielzitierten Aufsatz Kurzer Bericht ĂŒber 400 (vierhundert) junge Lyriker aus dem Jahr 1927 erlĂ€uterte Brecht seine Auffassung vom âGebrauchswertâ, den ein Gedicht haben mĂŒsse. â[âŠ] werden solche âreinâ lyrischen Produkte ĂŒberschĂ€tzt. Sie entfernen sich einfach zu weit von der ursprĂŒnglichen Geste der Mitteilung eines Gedankens oder einer auch fĂŒr Fremde vorteilhaften Empfindungâ.[45] Dies und der dokumentarische Wert, den er einem Gedicht zubilligte, lĂ€sst sich durch sein gesamtes lyrisches Schaffen verfolgen. Dieses war auĂerordentlich umfangreich, in der GroĂen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe finden sich etwa 2300 Gedichte, einige davon in verschiedenen Versionen. Es war fĂŒr Brecht offenbar tiefes BedĂŒrfnis, jeden Eindruck, jedes wesentliche Ereignis, ja jeden Gedanken in Gedichtform zu reflektieren. Noch kurz vor seinem Tode entstanden etwa zwanzig neue Gedichte.[46] Auch die Form ist auĂerordentlich vielgestaltig, sie reicht von ungereimtem Text ĂŒber Paarreime zu klassischen Hexametern.
Da viele Gedichte Brechts als Reaktion auf Ereignisse in der AuĂenwelt, also im Zusammenhang mit konkreten Gelegenheiten entstanden, erschlieĂen sie sich dem Leser oft dann, wenn er sie auch so auffasst, als Gelegenheitsgedichte im Wortsinn.[47] Die âGelegenheitsbezogenheitâ lĂ€sst sich sowohl in Brechts Liebeslyrik, als auch in seinen politischen Dichtungen nachweisen. Letztere entstanden hĂ€ufig aus konkreten Anfragen oder auf Bitte aus antifaschistischen Kreisen (siehe auch Einheitsfrontlied) hin.
Wenn auch die moderne Forschung davon ausgeht, dass Brecht beim gröĂten Teil seiner Gedichte die alleinige Autorenschaft zukommt, gab es dennoch Zusammenarbeit mit anderen KĂŒnstlern, insbesondere mit Komponisten, die ihren Niederschlag in den Werken fand. Brecht hat der Vertonung seiner Gedichte immer einen hohen Stellenwert beigemessen, viele sind direkt als Lieder entstanden. Man geht davon aus, dass es zu etwa 1000 Texten eine Musik gibt, oder gegeben hat.[48] Brecht arbeitete dabei unter anderen mit Franz S. Bruinier, Hanns Eisler, Kurt Weill und Paul Dessau zusammen.
Seine ersten Gedichte veröffentlichte Brecht 1913 in der SchĂŒlerzeitschrift Die Ernte. Als erste bedeutende Publikationen gelten Bertolt Brechts Hauspostille (1927 beim PropylĂ€en-Verlag erschienen) und Die Songs der Dreigroschenoper (1928). Im Exil wurden die Sammlungen Lieder Gedichte Chöre (1934 in Paris mit Notenanhang nach Hans Eisler) und Svendborger Gedichte (1939 in London als Vorabdruck, Herausgeberin Ruth Berlau) verlegt. Nach dem Krieg gab es neben anderen 1951 die Anthologie Hundert Gedichte und 1955 wurde die Kriegsfibel verlegt. Die Buckower Elegien wurden dagegen nur einzeln, z. B. in Versuche 12/54, veröffentlicht.
Es gilt als wahrscheinlich, dass immer noch unbekannte Gedichte Brechts aufgefunden werden können, da von einigen lediglich die Titel bekannt sind.[49] 2002 wurde in Berlin auf einer Internationalen Messe fĂŒr Autografen, BĂŒcher und Grafik ein bisher unveröffentlichtes handschriftliches Gedicht mit dem Titel Der Totenpflug zum Kauf angeboten.[50]
Brechts Gedichte wurden in fast alle Sprachen der Welt ĂŒbersetzt. Bekannte Ăbersetzer im englischsprachigen Raum sind beispielsweise Eric Bentley, John Willett und Ralph Manheim.
[Bearbeiten] LehrstĂŒcke
Der Begriff LehrstĂŒck wird heute synonym fĂŒr Lehrbeispiel benutzt, seine Herkunft aus dem Gebiet der Gebrauchskunst ist weitgehend unbekannt. Er taucht bei Brecht sporadisch und an nicht exponierten Stellen etwa ab 1926 auf.
Es wird davon ausgegangen, dass er den Begriff nicht von Anfang an als Klassifikationsbegriff benutzte. Als Typus entwickelten sich die LehrstĂŒcke etwa ab 1929 im Zusammenhang mit dem Musikfest in Baden-Baden, Brecht selbst rechnete sechs seiner Werke dazu.[51] Wichtige erste Beispiele sind die Radiokantate Der Lindberghflug und LehrstĂŒck als âGemeinschaftsmusikâ. Bei der âGemeinschaftsmusikâ bekam das Publikum die Funktion eines Chores und sollte an bestimmten Stellen des StĂŒcks mitsingen. Ab 1930 benutzte Brecht dann âLehrstĂŒckâ auch im Sinne einer Genrebezeichnung. Das neue Genre wurde kontrovers diskutiert, so endete die UrauffĂŒhrung von LehrstĂŒck in Baden-Baden mit einem Skandal, allerdings wurde der Ansatz, Kunst in Gemeinschaft und im Zusammenwirken vieler Menschen aktiv auszuĂŒben, als avantgardistisch bewertet. Brechts Intentionen gingen weit darĂŒber hinaus. So sollte sich aus Gemeinschafts- und Gebrauchskunst heraus eine politisch ausgerichtete KollektivitĂ€t entwickeln.
Etwa ab 1930 erlebte das Genre einen kurzen Aufschwung, als auch Schulprojekte einbezogen wurden, wobei immer das kollektive Ăben, nicht die eventuelle AuffĂŒhrung im Mittelpunkt stand. Die ĂbergĂ€nge zu anderen Genres wie Schuloper waren dabei nicht klar abgegrenzt. 1930 wurde mit Der Jasager erstmals im 20. Jahrhundert eine Schuloper unter Beteiligung vieler Berliner SchĂŒler uraufgefĂŒhrt. Sie war sehr erfolgreich und Brecht griff sofort Hinweise der SchĂŒler auf, um das Werk zu ĂŒberarbeiten. Hieraus entstand spĂ€ter Der Neinsager.
Brecht hat sein Interesse an den LehrstĂŒcken weder im Exil noch spĂ€ter in der DDR verloren. Da sie sich aber weder dazu eigneten, auf Halde produziert zu werden, noch in der Nachkriegs-DDR die Voraussetzungen gegeben waren, sie wieder zu etablieren, rĂ€umte er anderen Aufgaben PrioritĂ€t ein. Es gab 1953 noch einen Projektentwurf Die neue Sonne als LehrstĂŒck, das mit den Ereignissen des 17. Juni im Zusammenhang stand, aber nicht realisiert wurde.[52]
[Bearbeiten] Filme und DrehbĂŒcher
In Brechts Nachlass finden sich Ideen, Skizzen, DrehbĂŒcher zu Filmen in groĂer Anzahl, umgesetzt wurden davon nur sehr wenige.
Etwa ab 1920 begann Brecht, sich fĂŒr Filmprojekte zu interessieren. Es waren dies zunĂ€chst EntwĂŒrfe fĂŒr Werbefilmchen, DrehbĂŒcher fĂŒr Detektivgeschichten, eine Art verfremdete Robinsonade. 1923 entstand der Kurzfilm (ca. 32 Minuten) Mysterien eines Frisiersalons, eine Aneinanderreihung skurriler Szenen, zu dem Brecht das Drehbuch geschrieben haben soll (der Film galt lange als verschollen und wurde erst 1974 wiederaufgefunden und aufwĂ€ndig rekonstruiert). Ein Vertrag, den Brecht 1930 mit der Nero-Film AG ĂŒber die Verfilmung der Dreigroschenoper geschlossen hatte, wurde durch diese gekĂŒndigt und der Film wurde ohne die Mitarbeit Brechts fertiggestellt. Der erste Film, in dem er weitgehend seine Ideen umsetzen konnte, war der 1931 entstandene Film Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?. Das Drehbuch hierzu schrieb er gemeinsam mit Slatan Dudow und Ernst Ottwalt. Um den Film gab es mehrere Zensurverfahren, ab 1933 durfte er nicht mehr gezeigt werden. Im US-amerikanischen Exil schrieb Brecht zunĂ€chst erfolglos zahlreiche Filmtexte. In seinem Journal notierte er 1942: âZum erstenmal seit zehn Jahren arbeite ich nichts Ordentlichesâ. Dies Ă€nderte sich, als er 1942 gemeinsam mit Fritz Lang das Konzept zu dem Film, der spĂ€ter unter dem Titel Hangmen Also Die in die Kinos kam, entwickelte. (Der groĂe Anteil Brechts an dem Filmwerk wurde erst nach 1998 richtig bewertet, als seine VertrĂ€ge mit Lang aufgefunden wurden.) Nach der RĂŒckkehr aus dem Exil konzentrierte sich Brecht auf die Verfilmung vorhandener Werke. 1955 scheiterte nach vielen Querelen der Plan, das StĂŒck Mutter Courage bei der DEFA zu verfilmen. Auch weitere Versuche Brechts, seine Vorstellungen bei der DEFA durchzusetzen, waren nicht erfolgreich. Sein StĂŒck, Herr Puntila und sein Knecht Matti wurde dann bei der Wien-Film in Ăsterreich gedreht (Herr Puntila und sein Knecht Matti (1955)), ein in Brechts Augen missratener Film.[53]
Filmisch konnte Brecht an seine Erfolge als BĂŒhnenautor nicht anknĂŒpfen. Als Grund mag gelten, dass er zu sehr darauf bedacht war, die Akzente nach seinen Vorstellungen zu setzen, die teilweise auch die Aussagen der zugrundeliegenden StĂŒcke verfremdeten. Daneben dĂŒrfte auch ein gewisser Konservatismus der kommerziellen Filmproduktion eine Rolle gespielt haben, nĂ€mlich die Tendenz, sich experimentellen AnsĂ€tzen eher zu verschlieĂen.
[Bearbeiten] Rezeption
Diverse StĂŒcke von Brecht wurden bereits zur Zeit der Weimarer Republik abgelehnt, wie etwa Die heilige Johanna der Schlachthöfe, der Film Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt? trotz regen Zuschauerinteresses von der Zensur verboten. Brechts eindeutige politische Positionierung ĂŒberlagerte die Bewertung seines kĂŒnstlerischen Schaffens, und dies auch ĂŒber seinen Tod hinaus. WĂ€hrend er bei den Nationalsozialisten schon 1933[54] auf eine schwarze Liste kam, wurde er in der DDR als bĂŒrgerlicher Intellektueller, der den Weg zum Kommunisten gefunden habe, kanonisiert. Dabei ordnete sich Brecht keinesfalls den offiziellen Kunst- und Kultur-Leitlinien der SED unter; in den Auseinandersetzungen mit den FunktionĂ€ren suchte er allerdings auch immer nach Kompromissen.
Friedrich Torberg setzte zusammen mit Hans Weigel in Ăsterreich einen Boykott gegen die AuffĂŒhrung der Werke von Bertolt Brecht an den Wiener BĂŒhnen durch, der bis 1963 anhielt (Wiener Brecht-Boykott).
In der Bundesrepublik Deutschland hingegen versuchte man lange Zeit das linkspolitische Engagement Brechts auszublenden und konnte so seine StĂŒcke, ĂŒberwiegend die aus dem Exil, weitgehend unaufgeregt nach zeitlosen Fragestellungen durchforsten. Brechts ĂuĂerungen zu aktuellen politischen Ereignissen fĂŒhrten zu mehreren Boykotts seiner StĂŒcke in der Bundesrepublik. Erst in den 1980er Jahren begann die Forschung das Avantgardistische in Brechts Schaffen, seinen Opern und LehrstĂŒcken aber auch in seinen theoretischen Schriften, herauszuarbeiten. Nach der Deutschen Wiedervereinigung etablierte sich auch ein eher sachbezogener Umgang mit seinem Ćuvre.
Im Zuge der UmbrĂŒche der 1960er Jahre wurde Brecht auch von unorthodoxen Linken kritisiert: GĂŒnter Grass wirft in seinem StĂŒck Die Plebejer proben den Aufstand Brecht, der als âder Chefâ in dem StĂŒck unschwer zu erkennen ist, vor, am Gelingen der Revolte der Plebejer auf der BĂŒhne mehr interessiert gewesen zu sein als am realen Aufstand der Arbeiter am 17. Juni. Zugleich zeigt das StĂŒck die Manipulierbarkeit der Massen auf (bei Grass: durch Brecht selbst, der entgegen seiner offiziellen Programmatik stĂ€ndig mit Suggestionen arbeite, die Menschen also nicht zum Selbstdenken in der Tradition der AufklĂ€rung bringe).
Friedrich DĂŒrrenmatt kritisiert Brechts Dramaturgie mit den Worten: âBrecht denkt unerbittlich, weil er an vieles unerbittlich nicht denkt.â[55][56]
[Bearbeiten] Brecht heute
[Bearbeiten] Bertolt Brechts Nachlass
Von herausragender Bedeutung fĂŒr die Brecht-Forschung ist sein Nachlass. Der gesamte heute existierende Nachlass ist einer der umfangreichsten literarischen NachlĂ€sse in deutscher Sprache. Er beinhaltet mehr als 500.000 Brecht-Dokumente, darunter 200.000 Handschriften und Manuskripte und gehört als Dauerleihgabe zum Archiv der Akademie der KĂŒnste in Berlin. Die Brecht-BestĂ€nde werden im Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie im Brecht-Haus ChausseestraĂe 125 (10115 Berlin) aufbewahrt. Der Brecht-Nachlass setzt sich aus dem von seiner Frau Helene Weigel am 1. Dezember 1956 als Privat-Archiv gegrĂŒndeten Bertolt-Brecht-Archiv sowie verschiedenen Sammlungsteilen der Brecht Sammlung Renata Mertens-Bertozzi und der Brecht-Sammlung Victor N. Cohen und der Brecht-Sammlung der damaligen Ost-Berliner Akademie der KĂŒnste zusammen: Zwei Jahre nach dem Tod von Helene Weigel hatte die Ost-Berliner Akademie der KĂŒnste das Berliner Privat-Archiv 1973 mit den bereits in der Akademie existierenden Brecht-Sammlungen zusammengefĂŒhrt. 1992 sind diese Originale der Akademie der KĂŒnste als Dauerleihgabe ĂŒbertragen worden. Die Brecht-Sammlung Renata Mertens-Bertozzi und die Brecht-Sammlung Victor N. Cohen wurden erst 2004 beziehungsweise 2006 erworben.
[Bearbeiten] Brecht-GedenkstÀtten
Die zu Brechts 80. Geburtstag am 10. Februar 1978 eröffnete und heute zur Akademie der KĂŒnste gehörende Brecht-Weigel-GedenkstĂ€tte befindet sich im Hof des Brecht-Hauses ChausseestraĂe 125 (10115 Berlin), direkt neben dem DorotheenstĂ€dtischen Friedhof gelegen, auf dem Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel bestattet liegen. In der ChausseestraĂe 125 (Hinterhaus, 1. Etage) lebte Bertolt Brecht von Oktober 1953 bis zu seinem Tod am 14. August 1956. Helene Weigel wohnte wĂ€hrend dieser Zeit in der zweiten Etage und zog 1957 ins Erdgeschoss, wo sie bis zu ihrem Tod am 6. Mai 1971 wohnte. Die Wohnungen sind gröĂtenteils im Originalzustand erhalten geblieben. Neben Brechts Nachlass befindet sich dort auch das Helene-Weigel-Archiv.
In Brechts Geburtshaus in Augsburg befindet sich seit 1990 ebenfalls die GedenkstĂ€tte âBrechthausâ.
Das Haus in Svendborg, in dem sich Brecht auf seiner Flucht in DĂ€nemark aufhielt, wird vom dortigen Brechtverein unter dem Namen âBrechts husâ als KĂŒnstler- und Forscherwohnung zur VerfĂŒgung gestellt.
Auch in Buckow in der MÀrkischen Schweiz, unweit von Berlin, befindet sich eine GedenkstÀtte: Das Brecht-Weigel-Haus ist teilweise öffentlich zugÀnglich und erinnert mit Ausstellungen und Veranstaltungen an den Autor der Buckower Elegien.
[Bearbeiten] Erben
Als Helene Weigel 1971 starb, traten Brechts Kinder Stefan Brecht, Hanne Hiob und Barbara Brecht-Schall in die Wahrnehmung der Rechte an Brechts Werk ein. Nach dem deutschen Urheberrecht laufen diese im Jahr 2026 aus. Stefan Brecht war der ErbenbevollmĂ€chtigte, der sich gleichzeitig um die Rechtevergabe im englischsprachigen Raum kĂŒmmerte. Barbara Brecht-Schall ĂŒbernimmt die gleichen Aufgaben fĂŒr den deutschsprachigen Raum, Hanne Hiob wurde ein Beratungsrecht eingerĂ€umt. Nach eigenem Bekunden liegt den Erben besonders an Werktreue und Einhaltung der Tendenz der StĂŒcke, direkten Einfluss auf die kĂŒnstlerische Ausgestaltung der Inszenierungen wollten sie dagegen nicht nehmen. Konfrontationen zwischen den Rechteinhabern und den Theaterverantwortlichen sind allerdings die Ausnahme. 1981 wurde die AuffĂŒhrung einer Inszenierung des StĂŒcks Der gute Mensch von Sezuan des Regisseurs HansgĂŒnther Heyme untersagt. Daneben achten die Erben auch auf Publikationen ĂŒber den Vater, dessen TĂ€tigkeit und die Familie. Als J. Fuegi seine Biografie Das Leben und die LĂŒgen des Bertolt Brecht veröffentlichte, gab es zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen dem Autor und den Brecht-Erben.[57]
[Bearbeiten] Umfrage zum Bekanntheitsgrad
âDer gröĂte Dramatiker des 20. Jahrhundertsâ, so Marcel Reich-Ranicki ĂŒber ihn, sei (inzwischen) in Deutschland, statistisch gesehen, wenig bekannt, entsprechend der Interpretation einer reprĂ€sentativen Studie (vom Literaturmagazin âbĂŒcherâ beim Gewis-Institut) zum 50. Todestag. 55 Prozent hatten nur in der Schulzeit Kontakt mit Brechts Werk, in diesem oder im vorigen Jahr haben nur zwei Prozent etwas davon gelesen. 42 Prozent der BundesbĂŒrger haben das noch nie oder erinnern sich nicht daran. Auch Brechts Biographie ist den meisten Deutschen unbekannt. Dass er das Berliner Ensemble grĂŒndete, wissen acht Prozent. Drei Prozent denken irrtĂŒmlich an die Berliner SchaubĂŒhne, die ĂŒbrigen 89 Prozent haben keine Ahnung, welches Theater Brecht gegrĂŒndet haben könnte. (1084 Frauen und MĂ€nner zwischen 16 und 65 Jahren wurden befragt).[58]
Der Suhrkamp-Verlag erwiderte: âWelcher deutsche Autor wird heute noch 300.000-mal im Jahr verkauft? [âŠ] (Zur Umfrage und ihrer Interpretation) [âŠ] ist doch zumindest anzumerken, daĂ die angeblichen Umfragewerte [âŠ] auch genau umgekehrt interpretiert und kommentiert werden können: Immerhin haben nĂ€mlich 55 Prozent der Befragten Werke von Brecht in der Schulzeit gelesen. Von welchem Autor, von welcher Autorin kann dies wohl behauptet werden? Ăber 16,5 Millionen BĂŒcher von Bertolt Brecht hat der Suhrkamp Verlag bislang verkauft, jĂ€hrlich kommen durchschnittlich 300.000 Exemplare dazu. Sein Werk ist ĂŒbersetzt in ĂŒber 50 Sprachen. Und Brecht ist nach wie vor fĂŒhrend auf den SpielplĂ€nen deutscher Theater.â[59]
[Bearbeiten] Werke
[Bearbeiten] StĂŒcke
| StĂŒck | Entstehung | Erstveröffentlichung in Druckform | UrauffĂŒhrung der ersten Fassung |
|---|---|---|---|
| Die Bibel. Drama in 3 Scenen | 1913 | 1914 in Die Ernte | |
| Baal | 1918 | 1922 | 8. Dezember 1923 Leipzig[Herk. 1] |
| Trommeln in der Nacht | 1919 | 1922 Kiepenheuer | 29. September 1922 MĂŒnchen[Herk. 2] |
| Die Hochzeit, auch Die KleinbĂŒrgerhochzeit (Einakter) | 1919 | 11. Dezember 1926 Frankfurt/M[Herk. 2] | |
| Er treibt einen Teufel aus (Einakter) | 1919 | 1966 Suhrkamp[Herk. 2] | 3. Oktober 1975 Basel[Herk. 2] |
| Lux in Tenebris (Einakter) | 1919 | ||
| Der Bettler oder Der tote Hund (Einakter) | 1919 | ||
| Der Fischzug (Einakter) | 1919 | ||
| PrÀrie (Opernlibretto) | 1919 | 1989 Suhrkamp, GBA[Herk. 2] | 1994 Rostock |
| Im Dickicht der StĂ€dte auch Im Dickicht | 1921 | 1927 PropylĂ€en[Herk. 2] | 9. Mai 1923 MĂŒnchen[Herk. 2] |
| Leben Eduards des Zweiten von England | 1923 | 1924 Kiepenheuer | 18. MĂ€rz 1924 MĂŒnchen |
| Hannibal (Fragment) | 1922 | ||
| Mann ist Mann | [1918]â1926 | 1927 PropylĂ€en[Herk. 1] | 25. September 1926 Darmstadt und DĂŒsseldorf[Herk. 1] |
| Fatzer (Fragment), auch Untergang des Egoisten Johann Fatzer | 1926â1930 | 1978 Hamburg | |
| Jae Fleischhacker in Chikago (Fragment) | 1924â1929 | BFA Band 10.1 Suhrkamp 1997 | |
| Mahagonny (Songspiel) | 1927[Herk. 2] | 1927[Herk. 2] | 17. Juli 1927 Baden-Baden[Herk. 2] |
| Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Opernlibretto) | 1927â1929 | 1929 | 9. MĂ€rz 1930 Leipzig[Herk. 1] |
| Die Dreigroschenoper | 1928 | 1928 | 31. August 1928 Berlin[Herk. 1] |
| Der Ozeanflug, auch Der Lindberghflug, auch Der Flug der Lindberghs | 1928 | 1929 in Uhu[Herk. 1] | 17. Juli 1929 Baden-Baden als Rundfunk-Kantate[Herk. 1] |
| Das Badener LehrstĂŒck vom EinverstĂ€ndnis, auch LehrstĂŒck | 1929 | 1929 Baden-Baden | |
| Der Jasager. Der Neinsager (Opernlibretti/LehrstĂŒcke [Schuloper]) | 1929â1930 | 1930 | 23. Juli 1930 Berlin[Herk. 3] |
| Die MaĂnahme (LehrstĂŒck) | 1930 | 1930 | 13./14. Dezember 1930 Berlin[Herk. 1] |
| Die heilige Johanna der Schlachthöfe | 1929 | 1931 | 30. April 1959 Hamburg[Herk. 3] |
| Der Brotladen (Fragment) | 1929â1930 | 1967 Berlin | |
| Die Ausnahme und die Regel (LehrstĂŒck) | 1931 | 1937 Moskau[Herk. 4] | 1. Mai 1938 Givath Chajim[Herk. 4] |
| Die Mutter | 1931 | 1933 | 17. Januar 1932 Berlin[Herk. 2] |
| Die Rundköpfe und die Spitzköpfe | 1932â1936 | 1932 | 4. November 1936 Kopenhagen[Herk. 2] |
| Die sieben TodsĂŒnden, auch Die sieben TodsĂŒnden der KleinbĂŒrger (Ballettlibretto) | 1933 | 7. Juni 1933 Paris[Herk. 2] | |
| Das wirkliche Leben des Jakob Gehherda (Fragment) | 1935? | ||
| Die Horatier und die Kuriatier (LehrstĂŒck) | 1935 | 1936 Moskau | 26. April 1958 Halle/S[Herk. 4] |
| Die Gewehre der Frau Carrar | 1936â1937 | 1937 London | 16. Oktober 1937 Paris[Herk. 2] |
| Goliath (Fragment â Opernlibretto) | 1937 | ||
| Furcht und Elend des Dritten Reiches | 1937â1938 | 1938 Moskau[Herk. 1] | 21. Mai 1938 Paris[Herk. 2] |
| Leben des Galilei | 1938â1939 | 1948 Suhrkamp[Herk. 1] | 9. September 1943 ZĂŒrich[Herk. 2] |
| Dansen (Einakter) | 1939? | ||
| Was kostet das Eisen? (Einakter) | 1939 | 14. August 1939 Tollare bei Stokholm[Herk. 5] | |
| Mutter Courage und ihre Kinder | 1939 | 1941 | 19. April 1941 ZĂŒrich[Herk. 2] |
| Das Verhör des Lukullus, auch Die Verurteilung des Lukullus (Hörspiel, spĂ€ter Opernlibretto) | 1939 | 1940 Moskau | 1940 Sender BeromĂŒnster (Oper 19.3/12. Oktober 1951 Berlin)[Herk. 2] |
| Der gute Mensch von Sezuan | 1939 | 1953 | 4. Februar 1943 ZĂŒrich[Herk. 2] |
| Herr Puntila und sein Knecht Matti | 1940 | 1948? 1950 in Versuche[Herk. 4] | 5. Juni 1948 ZĂŒrich[Herk. 4] |
| Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui | 1941 | 1957 | 10. November 1958 Stuttgart[Herk. 1] |
| Die Gesichte der Simone Machard auch Die Stimmen (siehe Lion Feuchtwanger Simone) | 1941 | 1956 Sinn und Form | 8. MĂ€rz 1957 Frankfurt/M[Herk. 4] |
| Schweyk im Zweiten Weltkrieg | 1943 | 1947 in Uhlemspiegel[Herk. 1] | 17. Januar 1957 Warschau[Herk. 1] |
| The Duchess of Malfi (Nach John Webster) | 1943 | 15. Oktober 1946 New York[Herk. 5] | |
| Der kaukasische Kreidekreis | 1944 | 1949 Sinn und Form | [Mai 1948 USA n.a.] 23. Mai 1951 Göteborg[Herk. 4] |
| Bearbeitung Sophokles â Antigone | 1947 | 15. Februar 1948 Chur[Herk. 2] | |
| Die Tage der Commune | 1949 | 1957 | 1956 Karl-Marx-Stadt |
| Bearbeitung Jakob Michael Reinhold Lenz â Der Hofmeister | 1949 | 1951 | 15. April 1950 Berlin[Herk. 1] |
| Bearbeitung Gerhart Hauptmann â Biberpelz und roter Hahn | 1950 | 24. MĂ€rz 1951 Berlin[Herk. 5] | |
| Bearbeitung William Shakespeare â Coriolanus | 1951â1955 | 1959 Suhrkamp[Herk. 1] | 22. September 1962 Frankfurt/M[Herk. 4] |
| Bearbeitung Anna Seghers â Der Prozess der Jeanne d'Arc in Rouen 1431[60] | 1952 | 1952 Berlin | |
| Turandot oder Der KongreĂ der WeiĂwĂ€scher | 1953 | 1967 | 5. Februar 1969 ZĂŒrich[Herk. 1] |
| Bearbeitung MoliĂšre â Don Juan | 1952 | 1952 Rostock | |
| Pauken und Trompeten (nach George Farquhar) | 1954 | 1959 Suhrkamp[Herk. 4] | 19. September 1955[Herk. 4] |
Herkunft der Daten:
- Soweit nicht anders angegeben, ist Jan Knopfs Brecht-Handbuch 2001 Quelle fĂŒr die Daten.
- â a b c d e f g h i j k l m n o p Werner Hecht (Hrsg.): Alles was Brecht ist ⊠Fakten â Kommentare â Meinungen â Bilder. Frankfurt/M. 1997.
- â a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Bertolt Brecht: GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp 1988â1999.
- â a b Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1997.
- â a b c d e f g h i j Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg.): Brecht Lexikon. Stuttgart / Weimar 2006.
- â a b c Werner Hecht: Brecht Chronik 1998â1956. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1998.
Die Jahreszahl der Entstehung ist nur als Anhaltspunkt zu verstehen, da Brecht die meisten seiner StĂŒcke mehrfach umgearbeitet hat. In der Forschung umstrittene Daten sind mit Fragezeichen gekennzeichnet.
[Bearbeiten] Lyrik
[Bearbeiten] Gedichtsammlungen
| Lfd. Nr. | Gedichtsammlung | Anzahl der Gedichte | Entstehung | Erstdruck | Neuordnung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Lieder zur Klampfe von Bert Brecht und seinen Freunden | 7 (8) | 1918 | 1988 GBA | |
| 2. | Psalmen | 19 (23) | 1920 | 1960 | 1922 |
| 3. | Bertolt Brechts Hauspostille | 48 (52) | 1916â1925 | 1926 Kiepenheuer PD | 1937, 1956 |
| 4. | Die Augsburger Sonette | 13 | 1925â1927 | 1982 | |
| 5. | Die Songs der Dreigroschenoper | 17 (20) | 1924â1928 | 1928 Kiepenheuer | 1937, 1946â48 |
| 6. | Aus dem Lesebuch fĂŒr StĂ€dtebewohner | 10 (21) | 1926â1927 | 1930 in Versuche | 1938 |
| 7. | Geschichten aus der Revolution | 2 | 1929â1931 | 1933 in Versuche | |
| 8. | Sonette | 12 (13) | 1932â1934 | 1951, 1960, 1982 | |
| 9. | Englische Sonette | 3 | 1934 | ||
| 10. | Lieder Gedichte Chöre | 34 (38) | 1918â1933 | 1934 Editions du Carrefour | |
| 11. | Hitler-ChorÀle | 4 | 1933 | (in Lieder Gedichte Chöre enthalten) | |
| 12. | Chinesische Gedichte | 15 | 1938â1949 | ||
| 13. | Studien | 8 | 1934â1940 | 1951 in Versuche | |
| 14. | Svendborger Gedichte | 93 (108) | 1934â1938 | 1939 | |
| 15. | Steffinsche Sammlung | 23 (29) | 1939â1940 | 1948 Aufbau | 1942, 1948 |
| 16. | Hollywoodelegien | 9 | 1942 | 1988 GBA | |
| 17. | Gedichte im Exil | 17 | 1936â1944 | 1988 GBA | 1949, 1951 |
| 18. | Kriegsfibel | 69 (86) | 1940â1945 | 1955 Eulenspiegel | 1944, 1954 |
| 19. | Deutsche Satiren | 3 | 1945 | 1988 GBA | |
| 20. | Kinderlieder/neue Kinderlieder | 9/8 | 1950 | 1953 Aufbau | 1952 |
| 21. | Buckower Elegien | 23 | 1953 | 1964 | |
| 22. | Gedichte aus dem Messingkauf | 7 | 1935â1952 | 1953 in Versuche | |
| 23. | Gedichte ĂŒber die Liebe | 76 | 1917â1956 | 1982 |
Herkunft der Daten: Bertolt Brecht: GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Suhrkamp 1988â1999.
Die Klammerangabe bei der Anzahl der Gedichte summiert auch die Gedichte, die durch Umordnung oder ErgĂ€nzung hinzugekommen oder weggefallen sind. Die Jahreszahlen geben an, in welchem Zeitraum die wesentlichen Gedichte der Sammlung geschrieben wurden, es gab teilweise sowohl spĂ€tere Ănderungen/ErgĂ€nzungen als auch Neuzusammenstellungen unter Verwendung Ă€lterer Gedichte durch den Autor.
[Bearbeiten] AusgewÀhlte Gedichte und Lieder
- Alabama Song
- An die Nachgeborenen
- Die Lösung
- Einheitsfrontlied
- Erinnerung an die Marie A.
- Fragen eines lesenden Arbeiters
- Der Anachronistische Zug oder Freiheit und Democracy
- Kinderhymne
- Legende vom toten Soldaten
- Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration
- Morgens und abends zu lesen
- Resolution
- Schlechte Zeit fĂŒr Lyrik
- SolidaritĂ€tslied fĂŒr den Film Kuhle Wampe
[Bearbeiten] AusgewÀhlte Prosa
- Bargan lĂ€Ăt es sein
- Geschichten vom Herrn Keuner
- Dreigroschenroman
- Der Augsburger Kreidekreis
- FlĂŒchtlingsgesprĂ€che
- Kalendergeschichten
- Die unwĂŒrdige Greisin
- Die GeschÀfte des Herrn Julius Caesar
[Bearbeiten] Fragmente und StĂŒckprojekte
Neben den bereits unter StĂŒcke aufgefĂŒhrten Fragmenten existieren zahlreiche weitere unterschiedlichster Genres, die nachfolgende Auswahl ist alphabetisch:
Alexander und seine Soldaten, Aus nichts wird nichts, BĂŒsching [Garbe], Chinesischer Vatermord, Dan Drew, Dante-Revue, David, Der böse Baal der asoziale, Der BrĂŒckenbauer, Der grĂŒne Garraga, Der Impotente, Der Wagen des Ares, Die BĂ€lge, Die Judith von Shimoda, Die Neandertaler, Eisbrecher Krassin, Galgei, Goliat, Gösta Berling, Hans im GlĂŒck, Herr Makrok, Leben des Konfutse, Leben des Menschenfreundes Henri Dunant, Leben Einsteins, Mann aus Manhattan, Me-ti. Buch der Wendungen, Oratorium, Park Gogh, PĂ€pstin Johanna, Pluto, Revue, Rosa Luxemburg, Reisen des GlĂŒcksgotts, Ruza Forest, Salzburger Totentanz, Sintflut, ĂbungsstĂŒcke fĂŒr Schauspieler.
[Bearbeiten] Werkausgaben
- SĂ€mtliche StĂŒcke in einem Band. Komet, 2002, ISBN 3-89836-302-3
- Die Gedichte in einem Band. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 2002, ISBN 3-518-02269-5
- GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. 30 BĂ€nde. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1988ff (Verzeichnis der BĂ€nde)
- Gesammelte Werke in 20 BĂ€nden, Schriften zur Politik und Gesellschaft, Werkausgabe Edition Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967
- Geschichten vom Herrn Keuner. ZĂŒrcher Fassung. Herausgegeben von Erdmut Wizisla. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-41660-X (EnthĂ€lt erstmals veröffentlichte Geschichten aus einem ZĂŒrcher Fund im Jahr 2000.)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Anachronistischer Zug
- Bertolt-Brecht-Literaturpreis
- Carola Neher
- Ernst Schumacher
- Hella Wuolijoki
- Margarete Steffin
- Wolfgang Staudte
- Liste verbotener Autoren wÀhrend der Zeit des Nationalsozialismus
- Exilliteratur
- Brechts Radiotheorie
[Bearbeiten] Literatur
- Louis Althusser: Ăber Brecht und Marx. 1968.
- Hannah Arendt Bertolt Brecht. In: Menschen in finsteren Zeiten. Piper, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-492-23355-4, S. 237â283 (auch in: dies.: Walter Benjamin â B. B.- Zwei Essays. ebd. 1971, S. 63â107.
- Bertolt Brecht. Aus Politik und Zeitgeschichte 23â24/2006 (online).
- Wendula Dahle (Hrsg.): Die GeschÀfte mit dem armen B. B. Vom geschmÀhten Kommunisten zum Dichter deutscher Spitzenklasse. Hamburg 2006, ISBN 3-89965-209-6.
- Brecht/LukĂĄcs/Benjamin â Fragen der marxistischen Theorie. Das Argument Nr. 46, 1968. (online)
- GĂŒnter Grass: Die Plebejer proben den Aufstand. Ein deutsches Trauerspiel. Steidl, Göttingen 2003 (Erstveröffentlichung 1966), ISBN 3-88243-934-3.
- Werner Hecht: Brecht-Chronik. Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-40910-7.
- Fritz Hennenberg (Hrsg. u. Kommentar): Brecht-Liederbuch. suhrkamp taschenbuch 1216. Frankfurt/Main 1985, ISBN 3-518-37716-7. (Auswahl von 121 Liedern mit Noten)
- Reinhold Jaretzky: Bertolt Brecht. Rowohlt, Reinbek 2006 (rororo Monographien, Bd. 50692), ISBN 3-499-50692-0.
- Marianne Kesting: Bertolt Brecht mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-499-50037-X.
- Jan Knopf (Hrsg.): Brecht-Handbuch in fĂŒnf BĂ€nden. Metzler, 2001â2003.
- Band 1: StĂŒcke. 2001, ISBN 3-476-01829-6
- Band 2: Gedichte. 2001, ISBN 3-476-01830-X
- Band 3: Prosa, Filme, DrehbĂŒcher. 2002, ISBN 3-476-01831-8
- Band 4: Schriften, Journale, Briefe. 2003, ISBN 3-476-01832-6
- Band 5: Register, Chronik, Materialien. 2003, ISBN 3-476-01833-4
- Dieter Lattmann: Kennen Sie Brecht? Reclam, Stuttgart 1988, ISBN 3-15-008465-2.
- Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder Der Umgang mit den WeltrÀtseln. Suhrkamp, Frankfurt 2002, ISBN 3-518-02671-2.
- Klaus-Detlef MĂŒller: Bertolt Brecht: Epoche â Werk â Wirkung. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-59148-8.
- Eberhard Rohse: Der frĂŒhe Brecht und die Bibel. Studien zum Augsburger Religionsunterricht und zu den literarischen Versuchen des Gymnasiasten. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-20550-3. (= Palaestra, Bd. 278)
- RĂŒdiger Sareika (Hrsg.): Anmut sparet nicht noch MĂŒhe. Zur Wiederentdeckung Bertolt Brechts. Iserlohn 2005, ISBN 3-931845-92-3.
- Ralf Schenk: Die gescheiterte Courage â Notizen zur Werkgeschichte eines groĂen Filmprojekts von Bertolt Brecht und Wolfgang Staudte. In: film-dienst. 03/1998.
- Ernst Schumacher: Mein Brecht â Erinnerungen. Henschel, Berlin 2006, ISBN 3-89487-534-8.[61]
- Frank Thomsen, Hans-Harald MĂŒller, Tom Kindt: Ungeheuer Brecht. Eine Biographie seines Werks. Göttingen 2006, ISBN 3-525-20846-4.
- Klaus Völker: Bertolt Brecht, Eine Biografie. Rowohlt 1988, ISBN 3-499-12377-0.
- Ditte von Arnim: Brechts letzte Liebe. Das Leben der Isot Kilian. Transit Buchverlag, Berlin 2006, ISBN 3-88747-215-2.
- Werner WĂŒthrich: 1948. Brechts ZĂŒrcher Schicksalsjahr. Chronos 2006, ISBN 978-3-0340-0812-9.
- Werner WĂŒthrich: Bertolt Brecht und die Schweiz. Chronos 2003, ISBN 978-3-0340-0564-7.
[Bearbeiten] Videographie
[Bearbeiten] Unter Mitwirkung Brechts
- 1923 Mysterien eines Frisiersalons (am Drehbuch beteiligt, an Regie beteiligt)
- 1932 Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?? (am Drehbuch beteiligt)
- 1942 Auch Henker sterben (Hangmen also die) (am Drehbuch und Manuskript beteiligt)
- 1955 Herr Puntila und sein Knecht Matti (am Drehbuch beteiligt)
- 1955 Mutter Courage und ihre Kinder (am Drehbuch beteiligt, Dreharbeiten wurden abgebrochen)
[Bearbeiten] Fernsehaufzeichnungen und Verfilmungen (Auswahl)
- 1962 Leben des Galilei, Regie: Egon Monk, ARD
- 1973 Der kaukasische Kreidekreis, Regie: Lothar Bellag u. a., DFF
- 1982 Baal, Regie: Volker Schlöndorff, BBC
[Bearbeiten] Ăber Brecht (Auswahl)
- 1999 Abschied. Brechts letzter Sommer. Spielfilm, Deutschland, Polen, 90 Min., Regie: Jan SchĂŒtte, Drehbuch: Klaus Pohl, Musik: John Cale, Erstausstrahlung: ARD u. a. mit Josef Bierbichler als Bertolt Brecht, Monica Bleibtreu als Helene Weigel[62]
- 2006 Brecht â Die Kunst, zu leben. Dokumentation, Deutschland, 90 Min., Buch und Regie: Joachim Lang, Produktion: MDR, Erstausstrahlung: 9. August[63][64][65]
- 2006 Brecht-Gala: Ungeheuer oben! Eine Hommage an Bertolt Brecht aus Anlass seines 50. Todestages im Berliner Ensemble, 150 Min., Produktion: SWR, RBB, Erstausstrahlung: ARD, 13. August,[66][67]
- 2006 Das Literarische Quartett. Zum 50. Todestag von Bertolt Brechtâ, mit Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Iris Radisch und Peter RĂŒhmkorf als Gast, Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 11. August[68][69]
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und ĂŒber Bertolt Brecht im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kai-Britt Albrecht, Lutz Walther: Tabellarischer Lebenslauf von Bertolt Brecht im LeMO (DHM und HdG)
- Bertolt Brecht in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Bertolt Brecht. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
- Informationen zu Brecht, Bertolt im BAM-Portal
- Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der KĂŒnste Berlin
- Linksammlung der Berliner FU-Bibliothek
- GedenkstÀtten
- Brecht-Weigel-GedenkstÀtte, Berlin
- Brecht-Haus, Augsburg
- Das Brechtsche Haus in Achern
- Das âBrechts husâ in Svendborg
- BĂŒhne
- Werke Brechts im Spielplan deutschsprachiger BĂŒhnen
- Berliner-Ensemble.de, Theater am Schiffbauerdamm Berlin
- Texte von Brecht
- Texte ĂŒber Brecht
- FBI-Akte von Bertolt Brecht (Freedom of Information Act)
- Deutscher Bildungsserver: Dossier Bertolt Brecht
- Leben und Werk von Bertolt Brecht Biographie, Interpretationen, Kurzinhalte, Bibliographie
- Brecht und die Frauen, Freitag, Nr. 7, 1999
- Wie Brecht Theater machte: Interview mit Brecht-SchĂŒler Manfred Wekwerth
- Interview mit Tochter Barbara Brecht-Schall ĂŒber ihre Kindheit und ihren Vater â erschienen im Dreigroschenheft 4/2010 von Diana Deniz
- Tom Appleton (2010): vom armen bĂ©bĂ©. ĂŒber bert brecht und die kleinschreibung. In: Telepolis, 5. Dezember 2010.
- Film
- Bertolt Brecht und der Film auf film-zeit.de
- Hörbeispiele
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â Jan Knopf, Bertolt Brecht, Suhrkamp Basis-Biographie 16, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006, S.11. Und vgl. Klaus Völker, Brecht-Chronik, Daten zu Leben und Werk, Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 1997, S. 5; siehe auch Angaben zu den Eltern Brechts und ihrer Heirat, auf der Website der Stadt Pfullingen im Zusammenhang mit dem (wahrscheinlichen) Zeugungsort Brechts
- â JĂŒrgen Hillesheim: Bertolt Brechts Augsburger Geschichten. Augsburg 2004, S. 66.
- â Klaus Völker: Brecht Chronik, Daten zu Leben und Werk, zusammengestellt von Klaus Völker, Reihe Hanser 74, Carl Hanser Verlag, 3. Aufl., MĂŒnchen 1978, S. 10.
- â Jan Knopf: Bertolt Brecht, Leben Werk Wirkung, Suhrkamp BasisBiographie 16, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 18.
- â Klaus Völker: Brecht Chronik, Daten zu Leben und Werk, zusammengestellt von Klaus Völker, Reihe Hanser 74, Carl Hanser Verlag, 3. Aufl., MĂŒnchen 1978, S. 18.
- â Zu Frank Banholzer: Erich Unglaub, Brechts Landkarten, in: Augias 63 (2003), S. 19â31 (PDF).
- â Jan Knopf, Bertolt brecht, Basis-Biographie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 59.
- â Jan Knopf: Bertolt Brecht, Basisbiographie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 55.
- â University of Southern California â Feuchtwanger Memorial Library: Bertolt Brechtâs Appearance Before the HUAC sowie vgl. Hearing Bertolt Brecht: House Un-American Activities Committee hearings, 1947, Audio, 24 min, archive.org
- â I. B. Wien: Bert Brecht als Oesterreicher. In: Deutsche Zeitung und Wirtschafts Zeitung. Nummer 81, 1951, S.1.
- â Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den WeltrĂ€tseln. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1989 II, S. 279 ff.
- â Mittenzwei II, S. 329.
- â Werner Hecht: Brecht Chronik 1998â1956. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1998, S. 866.
- â Mittenzwei II, S. 412.
- â Beschluss der II. Parteikonferenz der SED
- â Hecht Chronik, S. 1021.
- â Bertolt Brecht, Werke, GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, hrsg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei, Klaus Detlev MĂŒller, Bd. 30, Briefe 1950â1956, Berlin, Weimar, Frankfurt am Main 1998, S. 178
- â Semjonow ist zu diesem Zeitpunkt Botschafter der Sowjetunion in der DDR; Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950â1956, S. 178 und Anm. S. 549
- â âLieder und Rezitationen von Ernst Busch und anderen KĂŒnstlernâ, das Angebot wird nicht angenommen; Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950â1956, S. 178 f.
- â Bertolt Brecht, Gesammelte Werke, Bd. 23, S. 249 f., Anmerkungen S. 546.
- â Bertolt Brecht: Gesammelte Werke, Bd. 20, Frankfurt/M. 1967, S. 327.
- â etwa: Kurt Fassmann, Bert Brecht. Eine Bildbiographie, MĂŒnchen 1958, S. 116.
- â Brecht hat sich in einem GesprĂ€ch mit Gustav Just am 5. Juli in Buckow ĂŒber dieses Verfahren beschwert, was Just an Ulbricht weiterleitete (âSED-Hausmitteilungâ vom 7. Juli, Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv, Berlin). Ulbricht reagierte am 8. Juli mit einem GesprĂ€chsangebot; es ist nicht bekannt, ob ein GesprĂ€ch stattfand; vgl.: Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950â1956, S. 549 und Bd. 23, S. 548 f.
- â vgl. Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 547 f.
- â Bertolt Brecht: Werke. Bd. 23, S. 250, Anmerkungen S. 547 f.
- â Bertolt Brecht: Werke. Bd. 23, S. 548.
- â Kurt Fassmann: Bert Brecht. Eine Bildbiographie MĂŒnchen 1958, S. 116.
- â Vgl. Ronald Gray, Bertolt Brecht, Grove Press, New York 1961 (âthe self-perserving chamelon-attitude which enabled him, like his own Galileo, to pay lip-service to authority while quietly getting on with his own serious interests, remained predominatâ, S. 18)
- â Walter Muschg, Von Trakl zu Brecht. Dichter des Expressionismus, Piper, MĂŒnchen 1961, S. 361.
- â John Fuegi, Brecht & Co., Biographie, autorisierte erweiterte und berichtigte deutsche Fassung von Sebastian Wohlfeil, Hamburg EVA, 1979, S. 785.
- â Vgl. John Fuegi: Brecht & Co., S. 784.
- â Vgl. John Fuegi: Brecht & Co., S. 787 f.
- â Bertolt Brecht, Die Lösung, 1953, in: Werke. GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, hrsg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei und Klaus-Detlef MĂŒller, Berlin und Weimar / Frankfurt/M. 1988â1998 und 2000, Bd. 12, S. 310.
- â Mittenzwei II, S. 563.
- â Klaus Völker: Brecht Chronik, Daten zu Leben und Werk, Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 1997, S. 185.
- â Jan Knopf (Hrsg.): Brecht-Handbuch. J.B. Metzler, Stuttgart 2003, Bd. 5, S. 130.
- â http://www.bbc.co.uk/news/entertainment-arts-11734035
- â Werner Hecht: Brecht Chronik 1998â1956. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1998, S. 1253.
- â Bertolt Brecht, Gesammelte Werke. Band IV, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1967.
- â Museum im Brechthaus: PortrĂ€t Brechts durch Heinsheimer
- â Bert Brecht (1964): Schriften zum Theater. Bd. 7. 1948â1956, Frankfurt/ Main, Suhrkamp, S.142f.
- â Knopf Bd. 1, S. 4.
- â Sabine Kebir: Ich fragte nicht nach meinem Anteil. Berlin 1997, S. 26.
- â Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den WeltrĂ€tseln. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1989 II, S. 384.
- â Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp 1997, Bd. 6, S. 49.
- â Jan Knopf (Hrsg.): Brecht-Handbuch. J.B. Metzler Stuttgart 2001, Bd. 2, S. 3 f.
- â G. Berg, W. Jeske: Bertolt Brecht. Stuttgart 1998, S. 141 f.
- â Knopf Bd. 2, S. 4.
- â Bertolt Brecht: GroĂe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp 1988â1999, Bd. Reg, S. 787 f.
- â Zeit online â Brechtgedicht auf Messe im Angebot
- â Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg.): Brecht-Lexikon. Stuttgart und Weimar 2006, S. 174.
- â Jan Knopf (Hrsg.): Brecht-Handbuch. J.B. Metzler, Stuttgart 2001, Bd. 1, S. 28 ff.
- â Jan Knopf (Hsg): Brecht-Handbuch. J.B. Metzler, Stuttgart 2002, Bd. 4 S. 417 ff
- â Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1997, Bd. 3, S. 446.
- â Friedrich DĂŒrrenmatt: Theaterprobleme, 1955.
- â Brecht spielen. Hermann Beil im GesprĂ€ch mit GĂŒnter Erbe. in: Aus Politik und Zeitgeschichte. 23â24/2006 (online).
- â Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg.): Brecht Lexikon. Stuttgart / Weimar 2006, S. 104.
- â Konrad Lischka und Marcus Römer: âGroĂe BĂŒcher-Umfrage zum 50. Todestag von Bertolt Brecht ergibt: Die Deutschen lesen kaum noch Brecht!â, bĂŒcher. Das Magazin zum Lesen, August 2006.
- â Philip Roeder (Suhrkamp Verlag): Ist das Glas halb voll oder halb leer? JĂ€hrlich werden 300.000 (!) Brecht-BĂŒcher verkauft, buchmarkt.de, 9. August 2006.
- â eng. The Trial of Joan of Arc of Proven, 1431
- â Ernst Schumachers Erinnerungen an seine Jahre mit Bertolt Brecht, Holger Teschke in der Berliner Zeitung vom 2. MĂ€rz 2006, S. 29.
- â Abschied. Brechts letzter Sommer; Film-Website (archiviert)
- â (Inhaltsangabe)
- â GesprĂ€ch mit dem Filmemacher Joachim Lang
- â Besprechung in der FAZ
- â Besprechung im Tagesspiegel
- â Inhaltsangabe des SWR, PDF-Datei 1700 kB
- â AnkĂŒndigung
- â Besprechung in der FAZ
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brecht, Bertolt |
| ALTERNATIVNAMEN | Brecht, Eugen Berthold Friedrich (vollstÀndiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 10. Februar 1898 |
| GEBURTSORT | Augsburg, Deutschland |
| STERBEDATUM | 14. August 1956 |
| STERBEORT | Ost-Berlin, Deutschland |









