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Bram Stoker – Wikipedia

Bram Stoker

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Bram Stoker

Abraham „Bram“ Stoker (* 8. November 1847 in Marino Crescent in Clontarf bei Dublin; † 20. April 1912 in London) war ein irischer Schriftsteller, der hauptsĂ€chlich durch seinen Roman Dracula bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Bram Stoker wurde als drittes von sieben Kindern in Marino Crescent (damals in Clontarf, heute in Fairview) bei Dublin geboren. Er war bis zu seinem siebten Lebensjahr krank und konnte alleine weder stehen noch gehen. Diese traumatische Erfahrung spiegelt sich in seiner literarischen Arbeit wider. Ewiger Schlaf und die Wiederauferstehung der Toten, das zentrale Thema von Dracula, waren deshalb von großer Bedeutung fĂŒr ihn.

Nicht nur seine Krankheit war ein RĂ€tsel, sondern auch seine Genesung war ein „Wunder“ fĂŒr seine Ärzte.

Danach wurde er sogar Athlet und Fußballstar am Trinity College, wo er von 1864 bis 1870 Geschichte, Literatur, Mathematik und Physik studierte. Anschließend wurde er Beamter bei der Dienstaufsichtsbehörde der Justizverwaltung in Dublin Castle (wo sein Vater auch tĂ€tig war), was ihn aber nicht zufriedenstellte. Stoker schrieb wĂ€hrend dieser Zeit ein Handbuch fĂŒr Vorsitzende bei Schnellgerichtsverfahren („magistrates' courts“ oder „petty courts“).

Er arbeitete gleichzeitig als Journalist und Theaterkritiker und schrieb Artikel fĂŒr das Dublin University Magazine. Sein Interesse am Theater fĂŒhrte zu einer lebenslangen Freundschaft mit dem Schauspieler Henry Irving.

Stoker heiratete 1878 Florence Balcombe, eine Nachbarin aus Clontarf, die auch von Oscar Wilde umworben wurde. Er zog mit ihr nach Chelsea (London), wo er als Manager von Irvings Lyceum Theatre arbeitete. Durch die Arbeit fĂŒr Irving wurde er in die Londoner „High Society“ eingefĂŒhrt, wo er unter anderem auf James McNeill Whistler und Sir Arthur Conan Doyle traf. Im Gefolge von Irving bereiste Stoker die Welt. Daneben besserte er als Buchautor sein Einkommen auf. Silvester 1879 wurde Sohn Irving Noel geboren.

Gemeinsame Urne Stokers und seines Sohnes im Golders Green Crematorium in London

Bram Stoker erlebte den großen Erfolg seines Romans Dracula nicht mehr. Er starb in finanziell bescheidenen VerhĂ€ltnissen 1912 in London; einige Quellen nennen als Todesursache Erschöpfung. Stokers Leichnam wurde im Golders Green Crematorium eingeĂ€schert, die gemeinsame Urne fĂŒr ihn und seinen Sohn befindet sich noch heute dort. Sein Neffe Daniel Farson behauptete in einer Biographie, Stoker sei an Syphilis gestorben, wofĂŒr es aber keinen Beleg gibt.

Zu Ehren des Autors verleiht die Vereinigung der US-amerikanischen Horrorschriftsteller seit 1987 jÀhrlich in verschiedenen Kategorien den Bram Stoker Award. Erhalten haben ihn unter anderem Stephen King, Clive Barker, Dean Koontz und Joyce Carol Oates.

[Bearbeiten] Dracula

→ Hauptartikel: Dracula (Roman)

1890 traf Stoker den ungarischen Professor Arminius VĂĄmbĂ©ry, der ihm von der Legende des rumĂ€nischen FĂŒrsten Vlad III. Drăculea (Drakula) erzĂ€hlte. Aus diesem Charakter entwickelte Stoker die Figur des Vampirs Dracula. Sieben Jahre arbeitete Stoker an diesem Vampirroman, bis er am 18. Mai 1897 veröffentlicht wurde.

Als GrĂŒndervĂ€ter des modernen Vampirmythos können John Polidori, Joseph Sheridan Le Fanu und Bram Stoker betrachtet werden. WĂ€hrend erstere das generelle Interesse an der Figur des Vampirs weckten, war es Bram Stoker, der das konkrete Bild des Vampirs prĂ€gte.

[Bearbeiten] Werke

Bram Stoker

[Bearbeiten] Romane

  • The Primrose Path (1875)
  • The Snake’s Pass (1890)
  • The Watter’s Mou' (1895)
  • The Shoulder of Shasta (1895)
  • Dracula (1897), Archibald Constable and Company, Westminster
    • Erste vollstĂ€ndige deutsche Ausgabe: Hanser (Bibliotheca Dracula), MĂŒnchen 1967 (ĂŒbersetzt von Stasi Kull)
    • Übersetzung v. Karl B. Leder: Kossodo (Horror mundi), Genf und Hamburg 1967
  • Miss Betty (1898)
  • The Mystery of the Sea (1902)
  • The Jewel of Seven Stars (1903)
  • The Man (bzw. The Gates of Life) (1905)
  • Lady Athlyne (1908)
  • The Lady of the Shroud (1909)
  • The Lair of the White Worm (1911), Foulsham, London
    • spĂ€ter auch als The Garden of Evil publiziert
    • dt. Das Schloss der Schlange, Mohndruck, GĂŒtersloh 1980

[Bearbeiten] Kurzgeschichten

  • Under the Sunset (1881), MĂ€rchen fĂŒr Kinder
  • Snowbound: The Record of a Theatrical Touring Party (1908)
  • The Judge’s House
  • Dracula’s Guest and Other Weird Stories (1914), Routledge & Sons, London (acht Kurzgeschichten, posthum veröffentlicht von seiner Witwe Florence Stoker)
    • dt. Draculas Gast. Sechs Gruselgeschichten, Diogenes, ZĂŒrich 1968
    • auch Im Haus des Grafen Drakula. ErzĂ€hlungen, Hanser, MĂŒnchen 1974

[Bearbeiten] Weitere Geschichten

  • Bridal of Dead (alternatives Endes zu The Jewel of Seven Stars)
  • Buried Treasures
  • The Chain of Destiny
  • The Crystal Cup
  • The Dualitists; or, The Death Doom of the Double Born
  • Lord Castleton Explains (Kapitel zehn von The Fate of Fenella)
  • The Gombeen Man (Kapitel drei von The Snake’s Pass)
  • In the Valley of the Shadow
  • The Man from Shorrox
  • Midnight Tales
  • The Red Stockade
  • The Seer (Kapitel eins und zwei von The Mystery of the Sea)

[Bearbeiten] Sachliteratur

  • The Duties of Clerks of Petty Sessions in Ireland (1879)
  • A Glimpse of America (1886)
  • Personal Reminiscences of Henry Irving (1906)
  • Famous Impostors (1910)

[Bearbeiten] Aktuelle deutsche Ausgaben (Auswahl)

[Bearbeiten] Literatur

  • Daniel Farson: The Man Who Wrote Dracula, The Life Story of Bram Stoker, New York 1976
  • Barbara Belford: Bram Stoker. A Biography of the Author of „Dracula“, Alfred A. Knopf, New York 1996
  • Carol Margaret Davison (Hrsg.): Bram Stoker’s Dracula. Sucking Through the Century 1897–1997, Dundurn Press, Toronto 1997
  • Paul Murray: From the shadow of Dracula : a life of Bram Stoker, London [u. a.] : Cape, 2004, 0-224-04462-1

[Bearbeiten] Dokumentationen

  • Dracula lebt - Das VermĂ€chtnis des Grafen, ZDF, 2011[1]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ ZDF-Doku ĂŒber Dracula Dagegen ist Twilight ein Klacks, taz.de, 12. April 2011

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Bram Stoker â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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