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Bosnische Sprache – Wikipedia

Bosnische Sprache

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Bosnisch (Bosanski jezik)

Gesprochen in

Bosnien und Herzegowina

sowie teilweise in:

Linguistische
Klassifikation

Indogermanische Sprachen

Slawische Sprachen
SĂŒdslawische Sprachen
  • Bosnisch
Offizieller Status
Amtssprache von Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
MontenegroMontenegro Montenegro
KosovoKosovo Kosovo[1] (regional)
Sprachcodes
ISO 639-1:

bs

ISO 639-2:

bos

Bosnisch (auf Bosnisch: bosanski jezik) ist eine StandardvarietĂ€t aus dem sĂŒdslawischen Zweig der slawischen Sprachen und basiert wie Kroatisch und Serbisch auf einem ĆĄtokavischen Dialekt.

Bosnisch wird von ca. 2,5 Millionen Menschen in Bosnien und Herzegowina, wo es eine der drei Amtssprachen ist, als Muttersprache der Bosniaken gesprochen. Daneben wird es auch in Serbien und Montenegro von etwa 245.000 Menschen gesprochen, in Westeuropa und den USA von etwa 150.000 Auswanderern, sowie von mehreren zehntausend Aussiedlern in der TĂŒrkei. Die Sprache wird inzwischen fast ausschließlich mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, nur noch sehr selten wird das kyrillische Alphabet verwendet. Die Bezeichnung „Bosnisch“ ist im ISO-639-Standard festgelegt.

Sowohl grammatikalischen Kriterien zufolge als auch im Wortschatz ist die bosnische Sprache der kroatischen und serbischen Sprache so Ă€hnlich, dass sich alle Bosnischsprecher mĂŒhelos mit Sprechern des Serbischen und Kroatischen verstĂ€ndigen können. Aufgrund dessen ist politisch umstritten, ob Bosnisch eine eigenstĂ€ndige Sprache oder eine nationale VarietĂ€t des Serbokroatischen ist. Aufgrund der gemeinsamen Geschichte von Bosnien, Kroatien und Serbien ist die Auffassung bezĂŒglich der EigenstĂ€ndigkeit der Sprache stets auch eine politisch gefĂ€rbte und wird daher abhĂ€ngig vom politischen Standpunkt unterschiedlich bewertet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Titelseite des Buches des Franziskanerbruders Matija Divković, das in der Bosančica-Schrift geschrieben wurde

Das Bosnische hat im Laufe seiner geschichtlichen Entwicklung neben lateinischer und kyrillischer Schrift auch verschiedene andere Alphabete verwendet: Bosančica (eine spezielle kyrillische Schrift, die vor allem in Bosnien-Herzegowina, aber auch in Dalmatien verwendet wurde), Begovica (die Schrift des Adels) und Arebica (eine erweiterte arabische Schrift).

Die in Bosnien gesprochenen Dialekte sind zwar linguistisch homogener als die in Kroatien oder Serbien, jedoch wurde es wĂ€hrend des 19. Jahrhunderts aus geschichtlichen GrĂŒnden versĂ€umt, eine Standardisierung der Sprache durchzufĂŒhren. Das erste bosnische Wörterbuch war ein bosnisch-tĂŒrkisches Wörterbuch von Muhamed Hevaji Uskufi aus dem Jahr 1631.

WĂ€hrend die Arbeit Uskufis ein EinzelstĂŒck blieb, wurden beispielsweise kroatische WörterbĂŒcher regelmĂ€ĂŸig erweitert und neu aufgelegt. Dies hatte vor allem folgende Ursachen:

  • Die bosniakische Elite und viele Schriftsteller bevorzugten Arabisch, TĂŒrkisch oder Persisch als Literatursprache.
  • Die bosniakische nationale IdentitĂ€t wurde im Vergleich zur kroatischen oder serbischen relativ spĂ€t entwickelt und versuchte dann auch nicht, sich ĂŒber die Sprache zu differenzieren.

Ursache fĂŒr den letzteren Punkt dĂŒrfte die Tatsache sein, dass Bosnien und Herzegowina lange Zeit abwechselnd mal zum Okzident, mal zum Orient gehörten. Das erklĂ€rt auch die Herkunft der arabischen Wörter, die in einer slawischen Sprache sonst eher selten anzutreffen sind. Da der Orient im Mittelalter kulturell und intellektuell weiter vorangeschritten war als der Okzident, verwundert es nicht, dass die Elite orientalische Sprachen bevorzugte – stammte sie doch grĂ¶ĂŸtenteils aus eben jenem Raum.

Die Kodifizierungen der bosnischen Sprache wĂ€hrend des 19. und 20. Jahrhunderts wurden meist außerhalb Bosnien-Herzegowinas entwickelt. Zum Jahrhundertwechsel kam es zur sogenannten „Bosnischen Renaissance“, auf der die bosnische Sprache bis heute aufbaut: Es wurden vor allem Begriffe normiert, die eher der kroatischen als der serbischen Form Ă€hnelten, das heißt, es wurde die westlich-ĆĄtokavisch-ijekavische Form mit lateinischer Schrift als Regel festgelegt, wobei aber auch viele spezifisch bosnische Begriffe eingebaut wurden. Die wichtigsten bosnischen Autoren dieser Zeit, die zur Normierung der Sprache beigetragen haben, waren Safvet-beg BaĆĄagić, Musa Ćazim Ćatić und Edhem Mulabdić.

WĂ€hrend der Periode des sozialistischen Jugoslawiens wurde nur der Begriff Serbokroatisch verwendet. Innerhalb des Serbokroatischen ĂŒberwog jedoch das Serbische, wobei die lateinische Schrift beibehalten wurde.

Seit dem Zerfall Jugoslawiens in verschiedene Nationalstaaten werden die vorher als Varianten bezeichneten Formen als verschiedene Sprachen anerkannt. Im Bosnischen wurden großteils die Regeln aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg („Bosnische Renaissance“) wiederhergestellt.

Das Bosnische zeichnet sich gegenĂŒber dem Serbischen und Kroatischen vor allem durch eine etwas höhere Anzahl von Fremd- und Lehnwörtern aus dem TĂŒrkischen, Arabischen und Persischen (Turzismen) aus. Außerdem ist die Betonung des Buchstabens 'h' stĂ€rker ausgeprĂ€gt als in den anderen beiden sĂŒdslawischen Sprachen.

[Bearbeiten] Unterschiede zu anderen sĂŒdslawischen Sprachen

Hauptartikel: Unterschiede zwischen den serbokroatischen StandardvarietÀten

[Bearbeiten] Orthographie

Die bosnische Rechtschreibung ist großteils Ă€hnlich der kroatischen oder der serbischen. Ein hĂ€ufiger vorkommender Unterschied ist bei der Verwendung der Zukunfts-Form (Futur) gegeben. WĂ€hrend im Serbischen der Infinitiv mit dem Hilfswort „ću“ verschmolzen wird, werden im Bosnischen und Kroatischen diese Wörter separat geschrieben, z. B.

  • Uradit ću to. (Bosnisch/Kroatisch)
  • Uradiću to. (Serbisch)

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass fremdsprachliche Eigennamen im Bosnischen einmal in der originalen, unverĂ€nderten Schreibweise wiedergegeben (z. B. „New York“), ein andermal transkribiert werden (z. B. „Minhen“), wĂ€hrend diese Wörter im Serbischen immer transkribiert („Nju Jork“) und im Kroatischen immer im Original ĂŒbernommen werden („MĂŒnchen“).

[Bearbeiten] Morphologie

Die bosnische Sprache verwendet (wie auch großteils Kroatisch) den ijekavischen Dialekt, wĂ€hrend in Serbien der Ekavische Dialekt gebrĂ€uchlich ist, z. B.:

  • Wind: vjetar (Bosnisch/Kroatisch) – vetar (Serbisch)
  • Milch: mlijeko (Bosnisch/Kroatisch) mleko (Serbisch)
  • wollen: htjeti (Bosnisch/Kroatisch) – hteti (Serbisch)
  • Bucht: zaljev (Bosnisch/Kroatisch) – zaliv (Serbisch)
  • beeinflussen: utjecati (Bosnisch/Kroatisch) – uticati (Serbisch)

Daneben ist 'h' zugelassen in mehr Verbindungen, teils als Reflex eines altslawischen Velars:

  • leicht: lahko (Bosnisch) – lako (Kroatisch/Serbisch)
  • weich: mehko (Bosnisch) – meko (Kroatisch/Serbisch)
  • Kaffee: kahva (Bosnisch) – kava (Kroatisch)
  • Tabak: duhan (Bosnisch/Kroatisch) – duvan (Serbisch)
  • kochen: kuhati (Bosnisch/Kroatisch) – kuvati (Serbisch)
  • trocken: suho (Bosnisch/Kroatisch) – suvo (Serbisch)

Bei Lehnwörtern gibt es einige Unterschiede, zum Beispiel bei abgeleiteten Verben:

  • organisieren: organizirati (Bosnisch/Kroatisch) – organizovati (Serbisch)
  • realisieren: realizirati (Bosnisch/Kroatisch) – realizovati (Serbisch)

Einige Wörter haben im Bosnischen – wie auch im Serbischen – grammatikalisch weibliches Geschlecht, wĂ€hrend sie im Kroatischen grammatikalisch mĂ€nnlich sind, z. B.:

  • Minute: minuta (Bosnisch/Serbisch), minut (Kroatisch)[2]
  • Planet: planeta (Bosnisch/ Serbisch), planet (Kroatisch)

Eine Reihe von weiteren morphologischen Unterschieden lÀsst sich systematisch schwer einordnen. Hier einige Beispiele:

  • Punkt: tačka (Bosnisch/Serbisch) – točka (Kroatisch)
  • richtig: tačno (Bosnisch/Serbisch) – točno (Kroatisch)
  • Student: student (in allen Sprachen gleich), jedoch
  • Studentin: studentica (Bosnisch/Kroatisch), studentkinja (Serbisch)
  • Professor (mĂ€nnlich): profesor (in allen Sprachen gleich), jedoch
  • Professor (weiblich): profesorica (Bosnisch/Kroatisch), profesorka (Serbisch)
  • Europa: Evropa (Bosnisch/Serbisch) – Europa (Kroatisch), jedoch
  • Euro: euro (Bosnisch/Kroatisch) – evro (Serbisch)

[Bearbeiten] Vokabeln

Es gibt einige Vokabeln im Bosnischen, die sich grundsÀtzlich von den kroatischen oder serbischen Wörtern unterscheiden. Andererseits gibt es Vokabeln, die entweder die kroatische oder die serbische Form bevorzugen. Es existiert keine erlernbare Regel, in welchem Fall die kroatische und in welchem Fall die serbische Version zu verwenden ist. Dazu im Anschluss noch einige Beispiele:

  • Geschichte: historija (Bosnisch) – povijest, historija (Kroatisch) – istorija (Serbisch)
  • Uhrmacher: sahadĆŸija oder sahačija (Bosnisch) – urar (Kroatisch) – časovničar oder sajdĆŸija (Serbisch)
  • Tisch: sto oder hastal (Bosnisch) – stol oder trpeza (Kroatisch) – sto oder trpeza oder astal (Serbisch)
  • Garten: baơča oder avlija (Bosnisch) – vrt oder baơča (Kroatisch) – baĆĄta (Serbisch)
  • Brot: hljeb oder somun (Bosnisch) – kruh (Kroatisch) – hljeb (ijekavisch Serbisch) – hleb (ekavisch Serbisch)
  • Reis: riĆŸa (Bosnisch/Kroatisch) – pirinač (Serbisch)
  • Spinat: ĆĄpinat (Bosnisch/Kroatisch) – spanać (Serbisch)
  • Karotte/Möhre: mrkva (Bosnisch/Kroatisch) – ĆĄargarepa (Serbisch)
  • Bohnen: grah oder pasulj (Bosnisch) - grah (Kroatisch) – pasulj (Serbisch)
  • Aktiengesellschaft: dioničko druĆĄtvo (Bosnisch/Kroatisch) – akcionarsko druĆĄtvo (Serbisch)
  • Bahn/Zug: voz (Bosnisch/Serbisch) – vlak (Kroatisch)
  • Tausend: hiljada (Bosnisch/Serbisch) – tisuća (Kroatisch)
  • Musik: muzika (Bosnisch/Serbisch) – glazba, muzika (Kroatisch)
  • Salz: so (Bosnisch/Serbisch) – sol (Kroatisch)
  • Pfeffer: biber (Bosnisch/Serbisch) – papar (Kroatisch)
  • Seil: kanafa (Bosnisch) – kanap oder kanapa (Serbisch/Kroatisch)
  • KĂ€fig: kafez (Bosnisch) – kavez (Serbisch/Kroatisch)
  • Fenster: prozor oder pendĆŸer (Bosnisch) – prozor (Serbisch/Kroatisch)
  • Großmutter: nana oder nena (Bosnisch) – baka oder baba (Serbisch/Kroatisch)
  • Papa (Koseform von Vater): babo (Bosnisch) – tata (Kroatisch/Serbisch)

Monatsnamen im Bosnischen sind Ă€hnlich jenen im Deutschen, dagegen sind kroatische Monatsnamen an altslawische Jahreszeitbezeichnungen angelehnt. Kroatische Monatsnamen können nach dem Reglement aber als Synonyme verwendet werden, was in der Praxis jedoch selten getan wird (z. B. Tageszeitungen verwenden beide Monatsbezeichnungen). Im Serbischen sind die Monatsnamen dem Bosnischen weitgehend Ă€hnlich, bis auf drei Ausnahmen:

  • Juni: juni (Bosnisch) – jun (Serbisch)
  • Juli: juli (Bosnisch) – jul (Serbisch)
  • August: august (Bosnisch) – avgust (Serbisch)

[Bearbeiten] Akzentuierung

Die Akzentuierung, also die Betonung der Wörter, ist in Bosnien und Herzegowina (aber auch in Kroatien, Serbien und Montenegro) je nach Region stark ausdifferenziert.

Die Betonung der Wörter ist somit nicht an Standardsprachen gebunden, seien dies Bosnisch, Kroatisch oder Serbisch, sondern an die unterschiedlichen Regionen.

[Bearbeiten] Grammatik

Im Kroatischen wird nach modalen Hilfsverben mehrheitlich die Infinitivkonstruktion gewĂ€hlt, die im Bosnischen und Serbischen oft mit „da“ (dass) umschrieben wird. Im Bosnischen sind aber grundsĂ€tzlich jeweils beide Varianten zulĂ€ssig, z. B.

  • Bosnisch/Serbisch: Moram da radim („Ich muss arbeiten“, wörtlich „Ich muss dass ich arbeite“)
  • Kroatisch: Moram raditi („Ich muss arbeiten“)

Daneben gibt es in der bosnischen Sprache Unterschiede bei Zahlwörtern:

  • Bosnisch (und vorwiegend Kroatisch): četverica muĆĄkaraca, Serbisch: četvorica muĆĄkaraca (vier MĂ€nner)
  • Bosnisch (und vorwiegend Kroatisch): petero djece, Serbisch: petoro dece (fĂŒnf Kinder)

[Bearbeiten] Alphabet und Aussprache

Das bosnische Alphabet hat 30 Buchstaben:

a, b, c, č, ć, d, dĆŸ, đ, e, f, g, h, i, j, k, l, lj, m, n, nj, o, p, r, s, ĆĄ, t, u, v, z, ĆŸ.

Die Buchstaben q, w, x, y kommen nur in fremdsprachigen Eigennamen vor, was vor allem bei Fremdwörtern auffĂ€llt (z. B. Phönix = feniks, nicht fenix). Die Digraphen dĆŸ, lj und nj werden in der alphabetischen Ordnung jeweils als ein einziger Buchstabe behandelt. Es gibt nur eine sehr geringe Anzahl von Wörtern, in denen diese Zeichengruppen zwei getrennte Laute bezeichnen und deshalb als zwei Buchstaben behandelt werden mĂŒssen (z. B. „nadĆŸivjeti“ – jemanden ĂŒberleben).

Die Mehrzahl der Buchstaben werden im Großen und Ganzen wie im Deutschen ausgesprochen.

Buchstabe Lautschrift Beschreibung
a /a/ wie deutsches a
b /b/ immer stimmhaft
c /ts/ immer /ts/, wie deutsches z
č /tʃ/ tsch
ć /tÍĄÊƒ/ wie tsch; Aussprache wie bei ciao; oft schwer vom č zu unterscheiden
d /d/ immer stimmhaft
dĆŸ /dʒ/ dsch wie in Dschungel
đ /dʑ/ sehr weiches dj, wie in die Magyaren
e /ɛ/ (im Vergleich mit dem Deutschen) immer offen
f /f/ wie deutsches f
g /ÉĄ/ immer stimmhaft
h /x/ immer hinteres „ach“-H, recht schwache Friktion
i /i/ wie deutsches i
j /j/ oft wie kurzes, unbetontes i ausgesprochen
k /k/ weniger aspiriert als im Deutschen
l /l/ dumpfer (velarer) als im Deutschen; deutsches l wird oft als lj missinterpretiert
lj /ʎ/ zu einem Laut verschmolzen: palataler lateraler Approximant
m /m/ wie deutsches m
n /n/ wie deutsches n
nj /ÉČ/ zu einem Laut verschmolzen: stimmhafter palataler Nasal
o /ɔ/ (im Vergleich mit dem Deutschen) immer offen
p /p/ weniger aspiriert als im Deutschen
r /r/ gerolltes Zungen-r. Kann auch als vokalisches (silbisches) R eine Silbe bilden und dabei lang oder kurz, betont oder unbetont sein. Beispiel: /kr̩k/ (Krk)
s /s/ immer stimmlos wie deutsches ß
ĆĄ /ʃ/ sch
t /t/ weniger aspiriert als im Deutschen
u /u/ wie deutsches u
v /ʋ/ immer stimmhaft wie deutsches w
z /z/ stimmhaftes s wie in Salz oder Suppe
ĆŸ /ʒ/ stimmhaftes sch wie das "J" in Jalousien oder Journal

[Bearbeiten] Grammatik

Grammatikalisch betrachtet hat das Bosnische sieben FĂ€lle (Kasus): Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ, Instrumental und Lokativ. Die Grammatik ist – bis auf wenige Ausnahmen – fast identisch mit jener des Kroatischen und des Serbischen.

[Bearbeiten] Kontroversen

Die Bezeichnung „bosnische Sprache“ (bosn. bosanski jezik) ist bei Sprachwissenschaftlern sehr umstritten. Einige serbische oder kroatische Strömungen bevorzugen die Bezeichnung „bosniakische Sprache“ („boĆĄnjački jezik“), weil nach deren Ansicht die Sprache nicht von allen Bosniern, sondern nur von Bosniaken gesprochen wird und damit einen Versuch der MinderheitenunterdrĂŒckung bedeutet. Jedoch entspringen solche Standpunkte oft eher politischen als linguistischen Argumentationen.

Einige Sprachexperten stellen die Existenz der Sprache ĂŒberhaupt in Frage, weil in der Sprache die kulturellen Unterschiede aus politischen GrĂŒnden zusammengefasst worden seien.

Die Bezeichnung „Bosnisch“ ist allerdings international anerkannt und wird auch im Dayton-Vertrag verwendet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • MiloĆĄ Okuka: Eine Sprache - viele Erben: Sprachpolitik als Nationalisierungsinstrument in Ex-Jugoslawien. Wieser-Verlag, Klagenfurt 1998.
  • Dareg A. Zabarah: Das Bosnische auf dem Weg zur Standardsprache. Eine synchrone und diachrone Analyse der Sprachsituation in Bosnien und Herzegowina. VDM Verlag, SaarbrĂŒcken 2008, ISBN 978-3-8364-8141-0.
  • Otto Kronsteiner: PlĂ€doyer fĂŒr die Sprachbezeichnung bosnisch. In: Die slawischen Sprachen Bd. 33 (Salzburg 1993), I-VII.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ LĂ€nderinformation – Kosovo. AuswĂ€rtiges Amt Deutschland (MĂ€rz 2009). Abgerufen am 26. MĂ€rz 2009.
  2. ↑ Rječnik bosanskog jezika, Institut za jezik, Sarajevo, 2007. ISBN 978-9958-620-08-9.

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