Bit
| Vielfache von Bit | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SI-PrÀfixe | BinÀrprÀfixe | ||||||
| Name | Symbol | Bedeutung | binÀre Bedeutung[1] | Name | Symbol | Bedeutung | |
| Kilobit | kbit | 103 bit | 210 bit | Kibibit | Kibit | 210 bit | |
| Megabit | Mbit | 106 bit | 220 bit | Mebibit | Mibit | 220 bit | |
| Gigabit | Gbit | 109 bit | 230 bit | Gibibit | Gibit | 230 bit | |
| Terabit | Tbit | 1012 bit | 240 bit | Tebibit | Tibit | 240 bit | |
| Petabit | Pbit | 1015 bit | Pebibit | Pibit | 250 bit | ||
| Exabit | Ebit | 1018 bit | Exbibit | Eibit | 260 bit | ||
| Zettabit | Zbit | 1021 bit | Zebibit | Zibit | 270 bit | ||
| Yottabit | Ybit | 1024 bit | Yobibit | Yibit | 280 bit | ||
Der Begriff Bit (binary digit) wird in der Informatik, der Informationstechnik, der Nachrichtentechnik sowie verwandten Fachgebieten in folgenden Bedeutungen verwendet:
- als Bezeichnung fĂŒr eine BinĂ€rziffer (ĂŒblicherweise â0â und â1â).
- als MaĂeinheit fĂŒr die Datenmenge bei digitaler Speicherung oder Ăbertragung von Daten. Die Datenmenge entspricht in diesem Fall der verwendeten Anzahl von binĂ€ren Variablen zur Abbildung der Information, kann also nur als ganzzahliges Vielfaches von 1 Bit angegeben werden.
- als MaĂeinheit fĂŒr den Informationsgehalt (siehe auch Shannon, Nit, Ban). Dabei ist 1 Bit der Informationsgehalt, der in einer Auswahl aus zwei gleich wahrscheinlichen Möglichkeiten enthalten ist. Als Informationsgehalt können auch reellwertige Vielfache von 1 Bit auftreten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wortherkunft
Der Begriff Bit ist eine Wortkreuzung aus binary digit, englisch fĂŒr BinĂ€rziffer. Der Begriff wurde von dem Mathematiker John W. Tukey vermutlich 1946, nach anderen Quellen schon 1943, vorgeschlagen. Schriftlich wurde der Begriff zum ersten Mal 1948 auf Seite eins von Claude Shannons berĂŒhmter Arbeit A Mathematical Theory of Communication[2] erwĂ€hnt. Die Bits als Wahrheitswerte verwendete George Boole als Erster.
Es gibt auch die ErklÀrung als Basic Indissoluble Information Unit, was so viel wie kleinstmögliche Informationseinheit bedeutet.
[Bearbeiten] Schreibweise
Man unterscheidet zwischen dem allgemeineren Begriff Bit, der MaĂeinheit mit dem Namen Bit und gleichzeitig dem kleingeschriebenen Symbol bit (Einheitenzeichen in Gleichungen oder GröĂenangaben), das in IEC 60027-2[3] festgelegt wurde. Die MaĂeinheit âbâ in IEEE 1541 und Standard IEEE 260.1 [4] hat sich weniger durchgesetzt.
FĂŒr die Bildung von Vielfachen der Einheit Bit können sowohl die auf Zehnerpotenzen beruhenden SI-PrĂ€fixe als auch die auf Zweierpotenzen beruhenden BinĂ€rprĂ€fixe verwendet werden (siehe Tabelle oben rechts).
Der harmonisierte Standard ISO/IEC IEC 80000-13:2008 streicht und ersetzt die Unterabschnitte 3.8 und 3.9 von IEC 60027-2:2005 (die die PrÀfixe der binÀren Vielfachen definieren).[5]
[Bearbeiten] Darstellung von Bits
[Bearbeiten] Digitaltechnik
Jede Information ist an einen InformationstrÀger gebunden. Ein InformationstrÀger, der sich in genau einem von zwei ZustÀnden befinden kann, kann die Datenmenge 1 Bit darstellen. Folgende beispielhafte Sachverhalte können also eine Datenmenge von einem Bit darstellen:
- Die Stellung eines Schalters mit zwei ZustÀnden, zum Beispiel eines Lichtschalters mit den Stellungen Ein oder Aus.
- Der Schaltzustand eines Transistors, âgeringer Widerstandâ oder âhoher Widerstandâ.
- Das Vorhandensein einer Spannung, die gröĂer oder kleiner als ein vorgegebener Wert ist.
- Eine Variable, welche einen von zwei Werten, zum Beispiel 1 oder 0, die logischen Wahrheitswerte wahr oder falsch, true oder false, high oder low, H oder L enthalten kann.
1 Bit stellt 2 ZustÀnde dar. Der Wert eines oder mehrerer Bits wird in der Informatik allgemein als Zustand bezeichnet. In einem solchen Zustand kann ein physikalisches Element sein, zum Beispiel der erwÀhnte Transistor. Werden mehrere solche physikalische Elemente zu einer Einheit zusammengesetzt, hÀngt der Gesamtzustand dieser Einheit von den ZustÀnden aller einzelnen Elemente ab.
Oft werden auch die SI-PrĂ€fixe fĂ€lschlicherweise fĂŒr Zweierpotenzen verwendet.
[Bearbeiten] BinÀrdarstellung; Bits und Bytes
| Anzahl n der Bits | Anzahl der ZustÀnde |
|---|---|
| 1 | 2 |
| 2 | 4 |
| 3 | 8 |
| 4 | 16 |
| 5 | 32 |
| 6 | 64 |
| 7 | 128 |
| 8 | 256 |
| 9 | 512 |
| 10 | 1024 |
| 11 | 2048 |
| 12 | 4096 |
| 13 | 8192 |
| 14 | 16.384 |
| 15 | 32.768 |
| 16 | 65.536 |
| ⊠| ⊠|
| 24 | 16.777.216 |
| ⊠| ⊠|
| 32 | 4.294.967.296 (â4,3 Milliarden) |
| ⊠| ⊠|
| 64 | 18.446.744.073.709.551.616 (â18,4 Trillionen) |
Mit n Bits lassen sich 2n verschiedene ZustĂ€nde darstellen. Mit beispielsweise zwei Bits können 2ÂČ = 4 verschiedene ZustĂ€nde reprĂ€sentiert werden, nĂ€mlich 00, 01, 10 und 11. Mit vier Bits können 16 verschiedene ZustĂ€nde dargestellt werden, mit acht Bits 256, und so weiter. Jedes zusĂ€tzliche Bit verdoppelt die Anzahl der möglichen darstellbaren ZustĂ€nde, wie an der folgenden Tabelle abgelesen werden kann:
Moderne Computer und Speichermedien verfĂŒgen ĂŒber SpeicherkapazitĂ€ten von Milliarden von Bits. SpeichergröĂen werden daher in anderen Einheiten angegeben. FrĂŒhe Rechner benutzten Speichereinheiten zu 4 Bit, sog. Nibble. Im Allgemeinen verwendet man heute ein Byte mit acht Bit (also ein Oktett) als Grundeinheit, seltener das sogenannte Wort mit 16 bit. Bei GröĂenangaben von Dateien verwendet man Potenzen von 210 (= 1024) als EinheitenprĂ€fixe (zum Beispiel entspricht 1 Kibit 1024 Bit, die zu 128 Oktett-Byte gruppiert werden können â NĂ€heres siehe Byte). Bei DatentrĂ€gern werden vom Hersteller Potenzen mit der Basis 10 verwendet, bei der Anzeige in der Software dagegen meist Potenzen mit der Basis 2.
Im Bereich der DatenfernĂŒbertragung wird das Bit als Grundeinheit bei der Angabe der DatenĂŒbertragungsrate verwendet â ISDN ĂŒbertrĂ€gt maximal 64 kbps (64.000 Bit pro Sekunde) auf einem Nutzkanal, Fast Ethernet 100 Mbit/s (100 Millionen Bit pro Sekunde) oder mehr. Das vom heutigen Computer verwendete Byte ist bei der physikalischen Ăbertragung von untergeordneter Bedeutung. Wichtig ist der Bitstrom, also die Abfolge von logischen Nullen und Einsen, die je nach System unterschiedlich zerteilt, codiert, mit zusĂ€tzlichen Fehlerkorrektur- und Steuerungsinformationen versehen und moduliert werden. Dabei wird meist darauf geachtet, dass auch ein Bitstrom aus beispielsweise lauter Nullen im Endeffekt durch wechselnde (Spannungs-)ZustĂ€nde ĂŒbertragen wird. Die Fernmeldetechnik benutzt die VorsĂ€tze fĂŒr MaĂeinheiten des internationalen Einheitensystems.
Daneben wird das Bit als Einheit verwendet
- fĂŒr die Angabe der KapazitĂ€t einzelner Speichermedien (hier zweckmĂ€Ăigerweise mit BinĂ€rprĂ€fixen); Beispiel: ein 512-Mibit-Chip (Mebibit, nicht zu verwechseln mit Megabit) enthĂ€lt 229 Speicherzellen, die jeweils ein einzelnes Bit speichern können.
- fĂŒr Busbreiten und die Verarbeitungsbreite auf Chipebene (Grund dafĂŒr ist die Möglichkeit von bitweise angewendeten Operationen und das Prinzip der Bit-fĂŒr-Bit-Ăbertragung)
[Bearbeiten] QuantitÀt und QualitÀt
[Bearbeiten] Bitfehler und VorwÀrtsfehlerkorrektur
Es kann passieren, dass sich Bits Àndern. Dann spricht man von einem Bitfehler.
Beispiele:
- zwei 64-Bit-Zahlen sind ungleich, wenn sie sich auch nur im niederwertigsten Bit unterscheiden. Das fĂŒhrt zum Beispiel zu einem Vertrauensproblem, wenn zwei digitalisierte FingerabdrĂŒcke verglichen werden, und das Programm nicht so geschrieben ist, dass es mit kleinen Unterschieden âintelligentâ umgehen kann.
- eine ausfĂŒhrbare Datei wird meist unbrauchbar, wenn auch nur ein Bit âkipptâ, wenn also aus einer 0 fĂ€lschlich eine 1 wird oder umgekehrt.
- Nur ein einziger Fehler in der Bitfolge eines 2048 Bit langen SchlĂŒssels zu einem verschlĂŒsselten Text fĂŒhrt unweigerlich dazu, dass sich der Text nicht mehr entschlĂŒsseln lĂ€sst (siehe Kryptologie).
- Bitfehler auf Audio-CDs können toleriert werden und fĂŒhren maximal zu GerĂ€uschfehlern; auf Daten-CDs sind sie fatal, weshalb diese zusĂ€tzliche Fehler-Korrektur-Codes enthalten.
So gesehen kann es geschehen, dass ein einziges Bit entscheidend ist fĂŒr Annahme oder Ablehnung, Erfolg oder Misserfolg, in sicherheitsrelevanten Systemen wie etwa in der Raumfahrt sogar fĂŒr Leben oder Tod.
Der Tatsache, dass nur ein falsches Bit ausreicht, um unerwartete Ergebnisse zu produzieren, kann man dadurch begegnen, dass man Informationen redundant kodiert. Die einfachste Art der redundanten Codierung zur Fehlererkennung besteht darin, einem Datenblock als PrĂŒfsumme die binĂ€re Quersumme, das so genannte ParitĂ€tsbit hinzuzufĂŒgen. Die ParitĂ€tsprĂŒfung erlaubt es festzustellen, wenn ein einzelnes Bit im Block falsch ĂŒbertragen wurde. Ist ein Fehler aufgetreten, kann der EmpfĂ€nger eine NeuĂŒbermittlung anfordern (so etwa im Transmission Control Protocol).
Wenn mehr als ein redundantes Bit pro Datenblock hinzugefĂŒgt wird, spricht man von VorwĂ€rtsfehlerkorrektur (englisch: forward error correction, FEC); sie wird bei manchen DatentrĂ€gern und bei vielen DatenĂŒbertragungsverfahren eingesetzt und erlaubt es, fehlerhaft ausgelesene beziehungsweise empfangene Bits zu korrigieren, solange die BitfehlerhĂ€ufigkeit unterhalb einer kritischen Schwelle bleibt. Das einfachste Verfahren zur Fehlerkorrektur sind sogenannte Repetitionscodes, bei denen jedes Bit mehrmals, zum Beispiel drei mal, ĂŒbertragen wird. Kippt nur eines der drei Bits, kann das ursprĂŒngliche Bit durch Mehrheitsentscheid wiederhergestellt werden. In der Praxis werden deutlich effizientere Verfahren verwendet, so wird auf einer CD beispielsweise jedes Byte ĂŒber eine Strecke von 2 cm verteilt und mit anderen Bytes zusammen als Reed-Solomon-Code abgespeichert, so dass beliebige 1-mm-Streifen einer CD fehlen können und dennoch die ganze Information vorhanden ist. Der Preis fĂŒr die VorwĂ€rtsfehlerkorrektur ist der Speicherplatz (oder die Datenrate) fĂŒr die redundanten Bits â der Speicherplatz von CDs wĂ€re ohne solche MaĂnahmen ca. 17 % gröĂer, Netzwerke 40 % schneller, Mobiltelefone 200 % leistungsstĂ€rker, bei den letzten beiden unterschiedlich je nach Typ.
[Bearbeiten] Datenkompression
Oft enthalten die kodierten Informationen selbst Redundanz. Durch verschiedenartige Kompressionsverfahren kann die entsprechende Information auf wesentlich weniger Speicherplatz untergebracht werden. Siehe dazu auch Entropiekodierung.
Je nach Art der Information ist dabei auch eine verlustbehaftete Kompression möglich, die zusĂ€tzlich den Speicherbedarf verringert. Der Informationsverlust wird dabei als (relativ) unwesentlich betrachtet â das ist vor allem bei Bild- und Tondaten möglich.
[Bearbeiten] Signale
Zum Beschreiben, Lesen oder Adressieren von Speicherzellen sind Signalleitungen notwendig. Hier wird mit definierten Signalpegeln gearbeitet. Ein Signalpegel hat zwangslÀufig mehr als zwei Wertebereiche. Hinzu kommt das zeitliche Verhalten.
Theoretisch gibt es fĂŒnf Pegelbereiche.
- Der Bereich unterhalb des Bereiches, dem eine logische Null zugeordnet ist. Dieser Bereich soll schaltungsmĂ€Ăig vermieden werden, ist aber im Fehlerfall möglich. Eventuell ist mit diesem Bereich auch eine Zerstörung der Schaltung verbunden.
- Der Bereich, dem eine logische Null zugeordnet ist.
- Der Bereich, der zwischen dem Bereich âlogische Nullâ und âlogische Einsâ liegt. Es ist nicht möglich, einen solchen âundefiniertenâ Bereich zu vermeiden. Man kann schaltungstechnisch dafĂŒr sorgen, dass dieser Zustand nur kurzzeitig auftritt. Zu diesem Zeitpunkt ist das Signal ânicht gĂŒltigâ.
- Der Bereich, dem eine logische Eins zugeordnet ist.
- Der Bereich oberhalb des Bereiches, dem eine logische Eins zugeordnet ist. Dieser Bereich soll schaltungsmĂ€Ăig vermieden werden, ist aber im Fehlerfall möglich. Eventuell ist mit diesem Bereich auch eine Zerstörung der Schaltung verbunden.
Jedem Bit wird eine Zeitdauer zugeordnet. Beim Wechsel von einem Null- auf Eins-Pegel oder umgekehrt entstehen steile Flanken. Wechselt der Zustand nicht, fehlt die Flanke und der lesende Baustein kann nur aus der Zeitdauer darauf schlieĂen, dass jetzt mehrere gleichwertige Bits ĂŒbertragen werden. DafĂŒr mĂŒssen Sender und EmpfĂ€nger im gleichen Takt arbeiten. Die Bits werden nacheinander (seriell) ĂŒbertragen.
Bezogen auf dieses zeitliche Verhalten sind dann Aussagen wie z. B. 1œ Stoppbits zu verstehen. œ Bit kann es definitionsgemÀà nicht geben. Ein Signal mit einer Taktdauer von œ hingegen ist möglich.
[Bearbeiten] Qubits in der Quanteninformationstheorie
Das Bit muss vom Quantenbit (kurz Qubit genannt) unterschieden werden, welches in der Quanteninformationstheorie verwendet wird, weil es mehr als zwei ZustÀnde hat.
[Bearbeiten] Trivia
Im Januar 2012 gelang es Forschern 1 Bit (2 ZustĂ€nde) in einer genauen Menge von 12 Atomen zu speichern, die bisher geringste notwendige physische Speichermenge. Dies gilt als Durchbruch fĂŒr das Speichern magnetischer Informationen auf elementarer Ebene. Die Grenzen der klassischen Physik sind somit im IT-Bereich auf Mikro-Ebene zur Zeit ausgereizt.
Diese Verdichtung von Speichern erlaubt eine weitere Miniaturisierung von Datenspeichern und Potentialisierung von Geschwindigkeit in naher Zukunft.
Die Studienergebnisse wurden von Sebastian Loth et al. (Science, Bd. 335, S. 196, doi: 10.1126/science.1214131) und in den Medien rasch publiziert.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Information
- Byte
- Bit pro Sekunde, die Einheit der Bitrate, dem MaĂ fĂŒr die DatenĂŒbertragungsrate
- Bitwertigkeit (MSB, LSB)
- Ban (Einheit)
- Wortbreite
- Prozessorarchitektur z.B. 8-Bit
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â Convertworld.com team: Umrechnung Datenspeicherung, Megabit. Abgerufen am 17. Dezember 2010 (deutsch, Im IT-Bereich wird fĂŒr viele technische Spezifikationen unter den SI-PrĂ€fixen ihre binĂ€ren Bedeutung verstanden.).
- â Claude Elwood Shannon: A Mathematical Theory of Communication. Bell System Technical Journal, Band 27, Seiten 379â423 und 623â656, Juli und Oktober 1948. [1]
- â IEC 60027-2, Ed. 3.0, (2005â2008): Letter symbols to be used in electrical technology â Part 2: Telecommunications and electronics.
- â [2]
- â niso, New Specs and Standards









