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Bill Gates – Wikipedia

Bill Gates

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Bill Gates auf dem Weltwirtschaftsforum WEF, 2007
Bill Gates' Unterschrift

William „Bill“ Henry Gates III, KBE [ˈwÉȘljəm bÉȘl ˈhɛnÉčÉȘ geÉȘts] (* 28. Oktober 1955 in Seattle) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Programmierer und MĂ€zen. Bill Gates ist seit vielen Jahren einer der reichsten MĂ€nner der Welt,[1] wobei sein aktuelles Vermögen auf 60 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt wird, was ihn zum zweitreichsten Mann der Welt (nach dem mexikanischen Unternehmer Carlos Slim HelĂș) macht.[2] DarĂŒber hinaus hat er bisher 28 Milliarden Dollar der von ihm und seiner Frau gegrĂŒndeten Stiftung gespendet.[3] Gates grĂŒndete 1975, gemeinsam mit Paul Allen, die Microsoft Corporation. Er besitzt etwa 501 Millionen Aktien von Microsoft[4] (etwa 16 Mrd. US $), was knapp 6 % des Grundkapitals entspricht, ist Chairman of the Board (vergleichbar mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden) und war bis 2006 Leiter der Entwicklungsabteilung (Chief Software Architect) des Unternehmens. Seit Dezember 2004 ist er auch Mitglied des Aufsichtsrats (Board of Directors) von Berkshire Hathaway.

Am 12. September 2007 verabschiedete er sich auf der Unternehmensversammlung offiziell von seiner Firma, am 27. Juni 2008 arbeitete er zum letzten Mal ganztÀgig bei Microsoft.[5]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] FrĂŒhe Jahre und Ausbildung

Gates wurde als zweites von drei Kindern des wohlhabenden Rechtsanwalts William H. Gates II (* 30. November 1925) und der Lehrerin Mary Maxwell Gates (1929-1994) geboren. Er hat mit Kristianne Gates eine Ă€ltere und mit Libby eine jĂŒngere Schwester.

Bill Gates brillierte in der Grundschule vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften und ging mit 13 Jahren auf die private Lakeside School in Seattle. Als er in der achten Klasse war, wurde in der Schule ein Fernschreiber des Typs ASR-33 angeschafft, mit dem die SchĂŒler bei General Electric Computerzeit nutzen konnten. Bill Gates fand Interesse daran, den GE-Rechner mit BASIC-Programmen zu programmieren und wurde zur Förderung seiner Interessen teilweise vom Mathematikunterricht freigestellt. SpĂ€ter konnten die SchĂŒler auf einer PDP-10-Anlage der Digital Equipment Corporation arbeiten. Nachdem die SchĂŒler Programmfehler in die Systeme eingeschleust hatten, die ihnen mehr freie Zeit an den Rechnern ermöglichten, wurde ihnen die Arbeit an den Rechensystemen fĂŒr einen Sommer verboten, danach einigten sich Bill Gates, Paul Allen, Ric Weiland und Kent Evans mit den Betreibern darauf, dass sie Softwarefehler suchten und korrigierten und dafĂŒr Computerzeit zur VerfĂŒgung gestellt bekamen. Bill Gates beschĂ€ftigte sich nachfolgend mit verschiedenen Programmiersprachen, um an dem System arbeiten zu können. Dabei handelte es sich neben BASIC auch um FORTRAN, LISP und die Maschinensprache.

Die Vereinbarung mit der Computer Center Corporation endete 1970 und im folgenden Jahr wurde das Schulteam von der Information Sciences Inc. beauftragt, ein Lohn-und-Gehaltslisten-Programm in COBOL zu schreiben. Zusammen mit seinem Schulfreund Paul Allen grĂŒndete Bill Gates mit 14 Jahren seine erste Firma Traf-O-Data. Sie entwickelten ein System zur Messung von Verkehrsströmen, welches auf dem Prozessor Intel 8008 lief und ihnen 20.000 US-Dollar einbrachte.

1973 ging Gates an die Harvard University, um dort zu studieren, verbrachte seine Zeit aber ĂŒberwiegend im Computerraum. Dort lernte er auch seinen spĂ€teren GeschĂ€ftspartner Steve Ballmer kennen. Im Dezember 1974 entwickelte er zusammen mit Allen innerhalb weniger Wochen einen BASIC-Interpreter fĂŒr den neu auf den Markt kommenden Heimcomputer Altair 8800.

[Bearbeiten] Microsoft

→ Hauptartikel: Microsoft

1975 brach Gates sein Studium ab, um sich ganz der FĂŒhrung seiner Firma Microsoft Corporation zu widmen. Schon wenige Jahre danach gelang ihm der große Coup, als er IBM das Betriebssystem MS-DOS lieferte. Den Posten des Chief Executive Officers (CEO) gab er im Januar 2000 an Steve Ballmer ab und ist seitdem Aufsichtsratsvorsitzender und Chefentwickler der Firma. Am 15. Juni 2006 kĂŒndigte Gates an, sich bis zum Juli 2008 aus dem TagesgeschĂ€ft von Microsoft zurĂŒckzuziehen und den Chefentwicklerposten dem bisherigen Technikchef Ray Ozzie zu ĂŒberlassen, um sich dann verstĂ€rkt seiner Stiftung fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke anzunehmen. Er will weiterhin Chairman (Aufsichtsratsvorsitzender) bleiben und Microsoft mit Ideen und Visionen unterstĂŒtzen.

Im November 2007 wurde Bill Gates von der Computing Technology Industry Association, CompTIA, zur einflussreichsten Person der IT-Welt der letzten 25 Jahre gewÀhlt.[6]

[Bearbeiten] Nach Microsoft

Wie am 23. Oktober 2008 bekannt wurde, hat Bill Gates ein neues Unternehmen mit dem Namen bgC3 gegrĂŒndet.[7]

[Bearbeiten] Privatleben

Bill Gates' Wohnsitz am Lake Washington
Bill Gates mit Ehefrau Melinda

Gates ist seit 1994 mit der Programmiererin Melinda French verheiratet, welche damals Projektmanagerin des Betriebssystemzusatzes Microsoft Bob war. Mit ihr hat er zwei Töchter (Jennifer Katharine Gates (* 1996) und Phoebe Adele Gates (* 2002)) sowie einen Sohn (Rory John Gates (* 1999)). Er lebt mit seiner Familie in Medina am Lake Washington in einem Anwesen, das von dem Architekten James Cutler entworfen wurde.

Bill Gates ist EigentĂŒmer der grĂ¶ĂŸten Bildagentur der Welt, Corbis. Er ist ein leidenschaftlicher Golf- und Bridge-Spieler. Bill Gates galt nach der Rangliste 2003 der Financial Times als angesehenster Unternehmer der Welt. WĂ€hrend seine unternehmerische Leistung unumstritten ist, sind Firmenpolitik und QualitĂ€t seiner Produkte hĂ€ufige Kritikpunkte.

[Bearbeiten] Bill & Melinda Gates Foundation

Die gemeinsame Stiftung von Bill Gates und seiner Frau Melinda, die ĂŒber ein geschĂ€tztes Vermögen von annĂ€hernd 29 Milliarden US-Dollar verfĂŒgt, hat bis heute etwa 7,5 Milliarden US-$ des Privatvermögens fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke gespendet, meist fĂŒr die Bereitstellung von Impfstoffen und weitere Gesundheitsprojekte in EntwicklungslĂ€ndern in Afrika und Asien. Die im Dezember 2004 an ihn ausgeschĂŒttete Sonderdividende von knapp drei Milliarden US-$ floss ebenfalls in diese Stiftung ein.

Aktueller Schwerpunkt der TĂ€tigkeit der Stiftung ist die BekĂ€mpfung der Malaria sowie der Poliomyelitis (KinderlĂ€hmung). FĂŒr ersteres hat Gates im Oktober 2005 eine Spende von 258,3 Mio. US-Dollar angekĂŒndigt. Im Januar 2009 kĂŒndigte er eine Spende von 255 Mio. US-Dollar an Rotary International zur UnterstĂŒtzung des Rotary-Programms zur weltweiten Ausrottung der Poliomyelitis an.[8]

Am 29. Januar 2010 gaben Bill und Melinda Gates bekannt, dass sie in den nĂ€chsten 10 Jahren insgesamt 10 Milliarden US-$ fĂŒr Impfstoffe spenden wollen.[9]

Bis zu seinem Tod will Gates nach eigenen Aussagen 90 bis 95 Prozent seines Gesamtvermögens spenden, „lediglich“ 0,02 % seines Gesamtvermögens wird er jedem seiner Kinder zukommen lassen: nĂ€mlich 10 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen sind allerdings nicht bestĂ€tigt. Einem Interview mit Gates Frau Melinda zufolge haben sie noch nie Zahlen dazu genannt. Sie bestĂ€tigt lediglich, dass das Erbe fĂŒr Ihre Kinder relativ sehr gering ausfallen wird. [10]

FĂŒr seine vorbildliche „GenerositĂ€t und Philanthropie“ wurde Bill Gates zusammen mit seiner Frau 2006 der Prinz-von-Asturien-Preis fĂŒr Internationale Zusammenarbeit verliehen. Auch Warren Buffett hat einen großen Teil seines Vermögens fĂŒr die Stiftung in seinem Testament zugesagt.[11]

[Bearbeiten] Vermögen

Nach SchĂ€tzungen des Forbes Magazine fĂŒhrte Bill Gates 13 Jahre die Liste der reichsten Menschen der Welt an, im Jahr 2010 betrug sein Vermögen 53 Milliarden US-Dollar.[12] Im Juni 2010 startete Gates zusammen mit Warren Buffett die Initiative The Giving Pledge, in der die sogenannten US-amerikanischen „Superreichen“ Geld an wohltĂ€tige Zwecke spenden sollten. Im August 2010 versprachen sich dieser Kampagne bereits 40 US-MilliardĂ€re.[13]

[Bearbeiten] Ehrungen

Am 2. MĂ€rz 2005 wurde Bill Gates von der britischen Königin Elisabeth II. zum Knight Commander des Order of the British Empire erhoben. Den Titel bekam er nach Angaben des Außenministeriums in London fĂŒr seine umfangreichen Spenden zur BekĂ€mpfung von Armut und Krankheiten und fĂŒr seine Verdienste um die britische Wirtschaft. Als Amerikaner bleibt ihm jedoch das Tragen des Titels „Sir“ verwehrt. 2005 war er gemeinsam mit seiner Ehefrau Person des Jahres des Time Magazine.

Am 8. Juni 2007 wurde Bill Gates die EhrendoktorwĂŒrde durch die Harvard-UniversitĂ€t verliehen.[14] Ebenfalls 2007 erfolgte die Auszeichnung von Bill und Melinda als Ritter des Ordens vom Aztekischen Adler (Mexiko).

Im August 2009 erhielten Bill und Melinda Gates gemeinsam eine EhrendoktorwĂŒrde von der University of Cambridge.

[Bearbeiten] Kontroversen

Bill Gates (rechts) mit Steve Jobs (2007) auf der D5: All Things Digital-conference im Silicon Valley

Oft wird Bill Gates als GrĂŒnder und prĂ€gender Manager der Firma Microsoft persönlich fĂŒr eine aggressive Expansionsstrategie des Konzerns verantwortlich gemacht.[15] Er steht mit seinen GeschĂ€ftspraktiken dabei immer wieder im Fokus der Kartellbehörden. Zeitweilig drohte sogar eine Zerschlagung des Konzerns. Kritiker bemĂ€ngeln, er strebe ein illegales Monopol an;

Der Journalist Greg Palast wirft Gates vor, mit seiner Stiftung unlauter zu handeln. Gates unterstĂŒtzt das TRIPS-Abkommen, welches international verschĂ€rfte Standards geistiger Eigentumsrechte einfordert. Kritiker behaupten, dass das TRIPS-Abkommen zur Verteuerung von Medikamenten in EntwicklungslĂ€ndern fĂŒhre und die Herstellung von Generika enorm erschwere. Dadurch, so die Kritiker, wĂŒrden fĂŒr weit mehr Menschen lebensnotwendige Medikamente unzugĂ€nglich werden, als durch Gates’ Stiftung finanziert werden könnten.

[Bearbeiten] Schriften

[Bearbeiten] Literatur

  • Wendy Goldman Rohm: Die Microsoft Akte. Der geheime Fall Bill Gates 1998 ISBN 3-430-17869-X
  • Janet Lowe: Bill Gates. Sein Erfolgsgeheimnis. TM-Börsenverlag 2000. ISBN 3-930851-49-0
  • Jennifer Edstrom, Marlin Eller: Barbarians led by Bill Gates. Microsoft von innen betrachtet. vmi-Buch. ISBN 3-8266-0506-3
  • James Wallace, Jim Erickson: Mr. Microsoft, die Bill-Gates-Story. Verlag Ullstein 1993. ISBN 3-550-06808-5

[Bearbeiten] Belege

  1. ↑ Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt
  2. ↑ Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt
  3. ↑ Billionaire Bill Gates to miss out on top spot in Forbes rich list after giving away $28bn, Daly Mail online vom 8. MĂ€rz 2011, abgerufen am 10.MĂ€rz 2012 (englisch).
  4. ↑ Insider Trades of GATES WILLIAM H III www.nasdaq.com, abgerufen am 10. MĂ€rz 2012
  5. ↑ Bill Gates is retiring, sort of (engl.)
  6. ↑ http://www.allbusiness.com/technology/software-services-applications-information/5299031-1.html CompTIA wĂ€hlt Bill Gates zur einflussreichsten Person der IT-Welt der letzten 25 Jahre
  7. ↑ http://news.cnet.com/8301-13860_3-10073060-56.html
  8. ↑ http://www.rotary.org/en/MediaAndNews/News/Pages/090121_news_gates255milliongrant2009ia.aspx Bill Gates announces new US$255 million grant for ending polio
  9. ↑ SĂŒddeutsche Zeitung: Bill Gates spendet zehn Milliarden fĂŒr Impfstoffe
  10. ↑ Interview mit Melinda Gates vom 7.4.2012, Welt Online
  11. ↑ http://www.welt.de/print-welt/article174369/Bill_Gates_spendet_258_Millionen_Dollar_fuer_Malaria_Forschung.html
  12. ↑ http://www.forbes.com/lists/2010/10/billionaires-2010_William-Gates-III_BH69.html
  13. ↑ 40 Superreiche spenden HĂ€lfte ihres Vermögens
  14. ↑ http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,487470,00.html
  15. ↑ Bill Gates spielt mit seiner Macht Zeitungsartikel der Welt, 22. Juli 1995

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Bill Gates â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Bill Gates â€“ Zitate
Wikinews Wikinews: Bill Gates â€“ in den Nachrichten

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