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Betamax – Wikipedia

Betamax

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Betamax-Kassette
Universum-Betamax-Recorder der ersten Generation
Sony SL-C7, europÀisches Design der Sony-Tochter Wega

Betamax ist ein von Sony in den siebziger Jahren entwickeltes Halbzoll-Magnetbandsystem zur Aufzeichnung von analogen Video- und Audiosignalen. Betamax wurde fĂŒr den Endverbrauchermarkt entwickelt und erschien 1975 erstmals in den USA und Japan auf dem Markt (Kassetten-AufnahmekapazitĂ€t: 3 Std. 20 Min.). Die EinfĂŒhrung in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte 1978. Betamax-Anbieter waren Sony (Systementwickler), Fisher, NEC, Sanyo, Toshiba und Wega.

Betamax konnte sich im Formatkrieg nicht gegenĂŒber VHS von JVC durchsetzen.

Betamax war zudem ein Politikum. Filmproduktionsgesellschaften wollten nicht, dass sich Privatpersonen selbst Filme kopieren konnten. Zu den langwierigen Rechtsstreitigkeiten gehörte auch das sogenannte Betamax-Urteil von 1984 in den USA, welches Sony von dem Vorwurf, der Schwarzkopiererei Beihilfe zu leisten, freisprach. Dieses Urteil hat mit dem Aufkommen von Musiktauschbörsen im Internet neue Bedeutung erlangt.

Der Produktionsstopp fĂŒr die letzten Sony-Betamax-GerĂ€te EDV-9000 und SL-200D wurde am 27. August 2002 bekanntgegeben. Bis dahin verkaufte Sony insgesamt weltweit 18 Millionen Betamax-AbspielgerĂ€te, davon 4 Millionen in Japan.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Formate

[Bearbeiten] Betamax

Das handelsĂŒbliche Standardformat war die L-750-Kassette, die eine Spielzeit von 195 Minuten hat. Weniger verbreitet war die L-830 mit einer Maximallaufzeit von 215 Minuten. Weitere Formate sind L-125 (30 Minuten), L-165 (45 Minuten), L-250 (65 Minuten), L-370 (95 Minuten) und L-500 (130 Minuten). Die Zahl steht dabei fĂŒr die LĂ€nge des Bandes in Fuß. Die Bandtransportgeschwindigkeit betrug in Deutschland bei Betamax (PAL) 1,95 cm/s. Das entspricht bei einer Breite des Bandes von einem halben Zoll wiederum etwa 2,5 cmÂČ/s. Zum Vergleich die VHS (PAL/SP) Bandtransportgeschwindigkeit: 2,34 cm/s. Das entspricht bei der Breite des Bandes von einem halben Zoll etwa 2,97 cmÂČ/s. VHS hatte eine um 20 % geringere Speicherdichte und verbrauchte somit 20 % mehr Bandmaterial pro Spielzeit.

Der Betamax-Standard stellt auch die Möglichkeit zur VerfĂŒgung, neben dem HiFi-Stereoton PCM-codierten digitalen Ton aufzuzeichnen. Manche GerĂ€te haben somit fĂŒnf TonkanĂ€le (Mono-LĂ€ngsspur, HiFi links und rechts, PCM links und rechts).

[Bearbeiten] Superbeta

Eine Weiterentwicklung des Betamax-Systems stellte das Mitte der 1980er-Jahre eingefĂŒhrte Superbeta-Format dar. Superbeta war abwĂ€rtskompatibel zum normalen Betamax-Format, d.h. alle Superbeta-Recorder konnten auch Kassetten im Standard-Betamax-Format aufzeichnen und wiedergeben. Superbeta hatte im Vergleich zu Betamax eine deutlich höhere Auflösung sowie geringeres Bildrauschen, erreichte jedoch nicht ganz die QualitĂ€t des ebenfalls zu dieser Zeit veröffentlichten Super-VHS-Systems.

[Bearbeiten] ED-Beta

Sonys letzter Versuch, das Betamax-Format am Leben zu erhalten, war ED-Beta, welches wiederum eine Weiterentwicklung des Superbeta-Systems war. ED-Beta war mit einem Videofrequenzgang von 10 MHz, was einer Auflösung von etwa 600 Linien entspricht (Vergleich: S-VHS ca. 400 Linien, VHS ca. 250 Linien), das beste analoge Videosystem fĂŒr den Heimgebrauch und könnte durchaus auch mit den heute ĂŒblichen digitalen Formaten wie DVD und DV konkurrieren. Auch ED-Beta war abwĂ€rtskompatibel zu den VorgĂ€ngern Betamax und Superbeta. ED-Beta-Kassetten glichen optisch den herkömmlichen Betamaxkassetten, verwendeten jedoch ein spezielles, metallbeschichtetes Band. ED-Beta existierte nur in den USA und in Japan, verschwand jedoch auch dort sehr schnell vom Markt, so dass gar keine Versuche mehr unternommen wurden, das System in Europa zu vermarkten. Daher sind ED-Beta-Recorder heutzutage nur sehr schwer und wenn dann zu horrenden Preisen erhĂ€ltlich.

[Bearbeiten] Betacam und weitere Formate

Sony entwickelte Anfang der 1980er Jahre aus dem Betamax-Format Videosysteme fĂŒr professionelle und Broadcast-Anwendungen. In diesem hochpreisigen Bereich wurden unter Verwendung damals völlig neuartiger Zeitmultiplex-Auszeichnungsverfahren zunĂ€chst Betacam, spĂ€ter Betacam SP und ab Mitte der 1990er Jahre Digital Betacam, Betacam SX und spĂ€ter HDCAM sowie IMX (eine Art MPEG-Betacam) eingefĂŒhrt. Dieses Formate sind allerdings mit Betamax und zum Teil auch untereinander nicht kompatibel.

Das Kassettenformat von Betamax kommt auch fĂŒr die professionellen Betacam-Systeme zur Anwendung. Allerdings enthalten diese Kassetten höherwertige BĂ€nder und verwenden neben einem anderen Spurbild auch abweichende Bandgeschwindigkeiten. Daneben gibt es bei Betacam und den daraus abgeleiteten Systemen auch eine große Cassette (L-Size), die bei Betamax wegen der da ohnehin bereits lĂ€ngeren Laufzeit nicht zur VerfĂŒgung steht.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ ă‚œăƒ‹ăƒŒăƒ™ăƒŒă‚żăƒžăƒƒă‚Żă‚čVTRă‚’ă”æ„›ç”šăźăŠćźąæ§˜ăž. Sony Japan, 27. August 2002, abgerufen am 26. August 2009 (japanisch).

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Betamax â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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