Antennentechnik
Eine Antenne ist eine technische Anordnung zur Abstrahlung und zum Empfang elektromagnetischer Wellen, oft zur drahtlosen Kommunikation. Sie wandelt als Sendeantenne leitungsgebundene elektromagnetische Wellen in Freiraumwellen um, oder umgekehrt als Empfangsantenne die als Freiraumwelle ankommenden elektromagnetischen Wellen zurĂŒck in leitungsgebundene elektromagnetische Wellen. Wesentlich dafĂŒr ist die Anpassung des Wellenwiderstandes der Leitung an den Wellenwiderstand des Vakuums.
Die BaugröĂe liegt in der GröĂenordnung der WellenlĂ€nge, bei kurzen WellenlĂ€ngen auch ein Vielfaches und bei sehr langen auch einen Bruchteil davon und reicht von mehreren hundert Metern fĂŒr den LĂ€ngstwellenbereich bei unter 10 kHz bis hinab zu Bruchteilen von Millimetern fĂŒr den Höchstfrequenzbereich bei ĂŒber 1 THz.[1][2] Um die zwangslĂ€ufig auftretende Richtwirkung wĂ€hrend der Abstrahlung zu verstĂ€rken oder gezielt zu verringern werden oft mehrere Einzelantennen zu einer Gruppenantenne zusammengefĂŒhrt.
Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Geschichte
Antennen aus gestreckten DrĂ€hten gehen zurĂŒck auf den deutschen Physiker Heinrich Hertz, der mit seinen Versuchen die theoretischen Vorhersagen des schottischen Physikers James Clerk Maxwell aus dem Jahr 1865 ĂŒberprĂŒfen wollte. Am 11. November 1886 gelang ihm der erste experimentelle Nachweis der Ăbertragung elektromagnetischer Wellen von einem Sender zu einem EmpfĂ€nger mit Hilfe zweier Hertzscher Dipole.[3] Die verwendete WellenlĂ€nge lag mit etwa 2 m im UKW-Bereich. Da es fĂŒr so hohe Frequenzen zunĂ€chst keine NachweisgerĂ€te gab, wurden die nachfolgenden Versuche von anderen Experimentatoren mit erheblich langwelligeren elektromagnetischen Wellen durchgefĂŒhrt. Die verwendete WellenlĂ€nge â wahrscheinlich einige 100 m â lĂ€sst sich kaum ermitteln, deshalb erĂŒbrigt sich die Frage, ob die verwendeten Antennen auf Resonanz abgestimmt waren.
Im Jahre 1893 begann der in Kroatien geborene Serbe Nikola Tesla Experimente mit verschiedenen primitiven Hochfrequenzoszillatoren wie Funkenstrecken und konnte bereits Ende 1896[4] mit einer Sendestation in New York und einer 30 Kilometer entfernten Empfangsstation mit einer langwelligen Resonanzfrequenz von zwei Megahertz gute FernĂŒbertragungsergebnisse erzielen. Am 2. September 1897 meldete er zwei Patente (Nr. 649.621 und 645.576) zur drahtlosen EnergieĂŒbertragung an.
Der Italiener Guglielmo Marconi baute auf dem Wissen Teslas auf und stellte am 10. Mai 1897 sein Verfahren der Ăffentlichkeit vor. Dabei sendete er Signale ĂŒber den Bristolkanal. Im Oktober 1897 betrug die Distanz schon 15 km. Bei seinen Versuchen verwendete er einen Draht an einer hölzernen Zeltstange. Aus dem italienischen Namen fĂŒr Zeltstange l'antenna centrale leitet sich das Wort fĂŒr Antenne ab.
Mit einer Drachenantenne in 100 m Höhe ĂŒberbrĂŒckte Marconi 1901 den Atlantik von Irland nach Neufundland. Marconi erhielt 1909 neben Ferdinand Braun den Nobelpreis in Physik fĂŒr die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.
Der Erste Weltkrieg markiert 1914 den eigentlichen Beginn der Antennentechnik. Man benutzte zunÀchst Rahmenantennen als EmpfÀnger. Um 1920 folgten Antennenarrays, spÀter Hornstrahler und Parabolantennen.
Erst sechs Monate nach Teslas Tod wurde im Juni 1943 vom Supreme Court, dem höchsten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, entschieden, dass Tesla der eigentliche Vater der Funktechnik sei.
[Bearbeiten] Prinzip
Ganz allgemein kann man Antennen als Koppelelemente zwischen gefĂŒhrten und ungefĂŒhrten elektromagnetischen Wellen, d. h. als Wandler zwischen Leitungs- und Freiraumwellen, auffassen.
Elektromagnetische Wellen bestehen aus elektrischen und magnetischen Feldern, die sich im Raum ausbreiten. Eine exakte physikalisch-mathematische Beschreibung liefern die Maxwellschen Gleichungen bei vorgegebenen Randbedingungen. In der Praxis berechnet man die Abstrahlung der Energie durch NĂ€herungsverfahren.
Die Erzeugung der elektromagnetischen Wellen kann mit einem elektrischen oder einem magnetischen Wechselfeld erfolgen. Entsprechend gibt es Antennen, die im Nahfeld
- primÀr elektrische Felder erzeugen, z. B. ein Dipol, und
- magnetische Antennen, die primÀr magnetische Felder erzeugen, z. B. eine einfache Drahtschleife.
Das Fernfeld ist jedoch bei beiden Antennentypen gleich.
Eine resonante Dipolantenne erzeugt ausgewogen sowohl elektrische als auch magnetische Felder. Die Grafik erlĂ€utert die Entstehung einer Antenne als entarteter Schwingkreis aus Kondensator und Spule: Die Kondensatorplatten werden je um ±90° nach auĂen gedreht und zu einem Leiter geformt; die LeitungsinduktivitĂ€ten ĂŒbernehmen die Funktion der Spule. Wird der Kreis in elektrische Schwingungen versetzt, bilden sich geschlossene elektrische Feldlinien (in der Animation blau).
Eine Antenne wirkt prinzipiell am besten, wenn sie durch ihre Abmessungen auf die WellenlĂ€nge abgestimmt ist, die sie empfangen oder senden soll. Allerdings ist die Resonanz durch die Kopplung an den Freiraum stark gedĂ€mpft, sodass die Abstimmung nicht so kritisch ist wie typischerweise bei Schwingkreisen. Durch spezielle konstruktive MaĂnahmen kann man erreichen, dass der FuĂpunktwiderstand sogar ĂŒber einen gröĂeren Frequenzbereich weitgehend konstant bleibt und somit ein breites Frequenzband ĂŒbertragen werden kann (Breitbandantennen).
[Bearbeiten] ReziprozitÀt
ReziprozitÀt oder Umkehrbarkeit ist gegeben, wenn in einer Anordnung Ursache und Wirkung miteinander vertauscht werden können, ohne dass sich die charakteristischen VerhÀltnisse Àndern. Antennen sind grundsÀtzlich reziprok, können also mit gleichen charakteristischen Eigenschaften sowohl zum Senden als auch zum Empfangen verwendet werden. So werden Antennen meist als Sendeantennen betrachtet und vermessen und deshalb auch Empfangsantennen oft als Strahler bezeichnet.
Im Zusammenhang mit breitbandigen Signalen (UWB) ist zu beachten, dass ReziprozitÀt nicht bedeutet, dass ein EmpfÀnger mit einer gleichartigen (Breitband-)antenne wie der Sender eine getreue Kopie des Sendesignals gewinnt. Vielmehr quadriert sich der Frequenzgang.
In der Praxis gilt die ReziprozitĂ€t nur begrenzt. Eine Antenne, die fĂŒr den Empfang ausgelegt ist, wird evtl. beschĂ€digt, wenn sie die hohen elektrischen Leistungen einer Sendeanlage abstrahlen soll. Als Sendeantennen sind auch solche Empfangsantennen ungeeignet, deren nichtlineare Elemente wie beispielsweise Ferrite nicht entsprechend ausgelegt sind.
Scheinbar der ReziprozitĂ€t widerspricht, dass unterhalb von etwa 100 MHz der Wirkungsgrad der Empfangsantenne weniger wichtig ist als der der Sendeantenne. Ursache ist die Rauschtemperatur der AtmosphĂ€re. Auf niedrigen Frequenzen dominiert auch bei Empfangsantennen mit sehr schlechtem Wirkungsgrad das den VerstĂ€rker erreichende atmosphĂ€rische Rauschen das Rauschen des VerstĂ€rkers. Vorteile bieten groĂe Empfangsantennen aber auf Grund ihrer Richtwirkung, mit der sie Störungen aus anderen Richtungen ausblenden. Ein typisches Beispiel fĂŒr eine reine Empfangsantenne mit sehr schlechtem Wirkungsgrand ist die Beverage-Antenne.
[Bearbeiten] Antennenparameter
Verschiedene Parameter charakterisieren eine Antenne:
[Bearbeiten] Polarisation
Antennen strahlen polarisierte Wellen ab bzw. sind fĂŒr bestimmte Polarisationarten und -richtungen empfindlich, siehe Polarisation (Antennen). Wie in der Optik geht man von der elektrischen Komponente des Feldes aus, um die Schwingungsebene linearer Polarisation zu benennen, meist horizontal oder vertikal.
Ăberlagert man horizontal und vertikal polarisierte Wellen gleicher Phasenlage, so entsteht eine lineare Polarisierung, die entsprechend gegen die ursprĂŒnglichen Polarisationsebenen geneigt ist. Bei 90° Phasenverschiebung zwischen der horizontal und der vertikal polarisierten Welle spricht man von zirkularer Polarisation. Je nach Phasenfolge spricht man von rechts zirkularer oder links zirkularer Polarisation. Sind die beiden Komponenten unterschiedlich stark, kann man auch von elliptischer Polarisation sprechen. Zirkulare Polarisation erzeugt man oft mit Kreuzdipolen.
Wenn Empfangs- und Sendeantenne in ihrer Polarisation nicht ĂŒbereinstimmen, wird die SignalĂŒbertragung stark gedĂ€mpft. Das ist ein Vorteil zirkular polarisierter Strahlung: Irgendwelche Polarisationsverwerfungen spielen keine Rolle. Zirkular polarisierte Signale kehren ihre Drehrichtung allerdings bei Reflexion um.
[Bearbeiten] Strahlungswiderstand
Der Strahlungswiderstand
einer Antenne ist eine formale GröĂe, die den Zusammenhang zwischen dem Antennenstrom
im Speisepunkt (an den Anschlussklemmen) und der im Wellentyp gewandelten Leistung
beschreibt.
beziehungsweise
Der Strahlungswiderstand wird allgemein auf das Strommaximum bezogen und dann als
bezeichnet.
[Bearbeiten] Impedanz
Die Impedanz (oder FuĂpunktwiderstand oder Eingangswiderstand) einer Antenne gibt den komplexen Widerstand an, der bei der verwendeten Frequenz an den Anschlussklemmen gemessen werden kann. Die MaĂeinheit der Impedanz ist Ohm [Ω].
Der Eingangswiderstand wird durch Reihenschaltung des Strahlungswiderstandes
mit dem Verlustwiderstand
und dem Blindwiderstand (Reaktanz) jX gebildet. Beim Halbwellendipol ist der Blindwiderstand im Resonanzfall gleich Null. In der Umgebung der Resonanzfrequenz Ă€ndert der Blindwiderstand sein Vorzeichen. FĂŒr eine ausreichende Kompensation wird der Dipol mit einem verstimmten Schwingkreis beschaltet, dessen Blindwiderstand beim Durchgang durch die Resonanzfrequenz das jeweils andere Vorzeichen annimmt.
Ein λ/2-Dipol hat, wenn er nicht durch seine Umgebung beeinflusst wird (also im sog. Freiraum) und wenn er in seiner Resonanzfrequenz betrieben wird, eine Impedanz von 73,2 Ω. In der Unterhaltungselektronik (z. B. fĂŒr den terrestrischen Fernsehempfang) sind die Antennen fĂŒr eine Impedanz von 75 Ω ausgelegt. Antennen fĂŒr mobile FunkgerĂ€te haben FuĂpunktwiderstĂ€nde von 50 Ω und niedriger. Die Impedanzen von Sendern und Kabeln haben deshalb dort 50 Ω. Um die Impedanz der Antenne auf die Impedanz des Kabels und des Generators anzupassen, werden Impedanzwandler oder Resonanztransformatoren eingesetzt.
[Bearbeiten] Wirkungsgrad
Bei exakter Anpassung sollte im Idealfall die einer Antenne zugefĂŒhrte Leistung auch vollstĂ€ndig abgestrahlt werden. Leider wird dieser Idealfall nie erreicht: Ein Teil der zugefĂŒhrten Energie wird als Verlustleistung in WĂ€rme umgewandelt. Das VerhĂ€ltnis von abgestrahlter Leistung zur zugefĂŒhrten Wirkleistung wird als Wirkungsgrad einer Antenne
bezeichnet.
Der Wirkungsgrad einer Antenne gibt an, wie viel Prozent von der gesamten der Antenne zugefĂŒhrten Leistung wirklich abgestrahlt werden.
Da die Leistungen bei konstantem Speisestrom proportional zu den entsprechenden WiderstĂ€nden gesetzt werden können, kann fĂŒr den Resonanzfall (
) folgende Beziehung gesetzt werden:
Nicht abgestimmte Langdrahtantennen erreichen selten mehr als 1 % Wirkungsgrad. Die Parabolantenne liegt meistens ĂŒber 50 %, der Hornstrahler bei 80 % und mehr.
[Bearbeiten] Richtfaktor und Antennengewinn
Keine Antenne strahlt gleichmĂ€Ăig in alle Richtungen. Der Richtfaktor D ist das VerhĂ€ltnis der in Vorzugsrichtung gemessenen StrahlungsintensitĂ€t zum Mittelwert ĂŒber alle Richtungen. D = 1 entspricht dem als Bezugsantenne verwendeten nicht realisierbaren Isotropstrahler. Der Antennengewinn G verwendet im Nenner statt der mittleren StrahlungsintensitĂ€t die gespeiste Sendeleistung geteilt durch den vollen Raumwinkel (4Ï). Er berĂŒcksichtigt also zusĂ€tzlich noch den Wirkungsgrad der Antenne:
. Da es einfacher ist, die gespeiste Energie zu messen, als in allen Richtungen die StrahlungsintensitĂ€t, wird meist nur der Antennengewinn gemessen und in den DatenblĂ€ttern kommerzieller Antennen genannt. Beide GröĂen sind relative Zahlenangaben und werden meist in Dezibel angegeben. Weil aber unterschiedliche Vergleichsantennen zugrunde liegen können, wird noch unterschieden in dBd (Bezug: Dipolantenne) und dBi (Bezug: Isotropstrahler).
Das Antennendiagramm einer Antenne stellt die WinkelabhĂ€ngigkeit der Abstrahlung bzw. der Empfangsempfindlichkeit fĂŒr eine bestimmte Frequenz und Polarisation grafisch dar. Eine verallgemeinerte Form des Antennendiagramms wird manchmal als Richtcharakteristik bezeichnet. Die in der Praxis gemessenen stark ausgefransten und zerklĂŒfteten Antennendiagramme werden hier einer geometrischen oder theoretisch berechneten Grundform angenĂ€hert (z. B. eine Achtercharakteristik fĂŒr den Dipol oder die CosecansÂČ-Charakteristik einer Radarantenne).
[Bearbeiten] AbsorptionsflÀche (WirkflÀche)
Eine Empfangsantenne entnimmt aus einer ebenen Wellenfront Energie. Die Strahlungsdichte der Wellenfront ist eine Leistung pro FlĂ€cheneinheit. Der durch eine Antenne empfangenen Leistung kann eine FlĂ€che zugeordnet werden, die effektive AbsorptionsflĂ€che AW. Sie ist proportional zur FlĂ€che eines Aperturstrahlers und unterscheidet sich von der geometrischen GröĂe A durch einen Faktor η, der den Wirkungsgrad der Antenne beschreibt:
Die WirkflĂ€che ist proportional zum Gewinn G und es gilt fĂŒr jede Antenne unabhĂ€ngig von der Bauform:
Die WirkflÀche, AbsorptionsflÀche oder wirksame AntennenoberflÀche AW eines rechteckigen Hornstrahlers mit den Abmessungen a und b ist etwas kleiner als die geometrische FlÀche:
Eine WirkflĂ€che lĂ€sst sich auch fĂŒr Linearantennen angeben. Die AbsorptionsflĂ€che eines λ/2-Dipols betrĂ€gt beispielsweise:
[Bearbeiten] Antennenfaktor, effektive Antennenhöhe/AntennenlÀnge
Der Antennenfaktor AF einer (als Empfangsantenne verwendeten) Antenne ist das (grundsÀtzlich frequenzabhÀngige) VerhÀltnis der elektrischen FeldstÀrke E der einfallenden Welle zur Ausgangsspannung U der Antenne:
und wird auch als WandlungsmaĂ oder UmwandlungsmaĂ bezeichnet. Er entspricht dem Kehrwert der (effektiven) Antennenhöhe bzw. -lĂ€nge, hat die Einheit 1/m und ist eng verknĂŒpft mit der AbsorptionsflĂ€che (WirkflĂ€che). Ăblicherweise wird der Antennenfaktor logarithmiert in dB angegeben,
.
[Bearbeiten] Bandbreite
Viele Antennenbauformen sind fĂŒr eine bestimmte Resonanzfrequenz ausgelegt. Oft werden jedoch Antennen fĂŒr mehr als nur eine Frequenz benötigt. Deswegen werden Breitbandantennen eingesetzt, die ĂŒber einen weiten Frequenzbereich nutzbar sind. Die Bandbreite einer Antenne ist dann der Frequenzbereich, innerhalb dessen sich der FuĂpunktwiderstand nur geringfĂŒgig Ă€ndert. Die Grenzen dieses Frequenzbereiches werden meistens durch die Halbwertsbreite bestimmt. Das ist der Bereich, in dem die abgestrahlte Energie maximal halbiert wird (â3 dB). Eine VergröĂerung der Bandbreite verringert stets den Wirkungsgrad einer Antenne.
[Bearbeiten] Antennen-Bauformen
Eine AufzÀhlung von Antennenarten bzw. -bauformen findet sich in der Kategorie Antennenbauformen.
Die BaugröĂe einer Antenne muss immer in Relation zur WellenlĂ€nge, der Betriebsfrequenz betrachtet werden. Ist eine Antenne deutlich kleiner als die halbe WellenlĂ€nge, wird ihr Strahlungswiderstand sehr klein, weshalb ihr Wirkungsgrad gering wird. Je gröĂer eine Antenne im Vergleich zur WellenlĂ€nge wird, um so komplexer wird ihr Strahlungsdiagramm, weil sich rĂ€umlich getrennte Teilschwingungen ĂŒberlagern. Die gröĂten Antennen wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, als fĂŒr Funk-Weitverbindungen ausschlieĂlich Langwellensender benutzt wurden.
Die Gliederung von Antennenbauformen lÀsst sich nach vielen Gesichtspunkten vornehmen. Meist wird sie nach der Geometrie der Antenne vorgenommen, kann aber auch andere Kriterien (z. B. Bandbreite, Richtcharakteristik, Betriebsfrequenz) erfassen. Der Punktstrahler hat nur eine theoretische Bedeutung als Bezugsantenne, er lÀsst sich nicht praktisch realisieren und ist daher keine Antennenbauform.
Mögliche Unterteilung von Antennen:
- Linearstrahler (lineare Antennen)
- FlÀchenstrahler (FlÀchenantennen):
- Gruppenantennen bestehen aus vielen zusammengeschalteten gleichartigen Antennen.
Nach Anwendung können Antennen auch unterschieden werden in:
- Stationsantennen (fest an einem Ort, oft auf einem Mast)
- Mobilantennen (Betrieb in Fahrzeugen, Schiffen oder Flugzeugen)
- Antennen fĂŒr tragbare GerĂ€te( HandfunkgerĂ€te, Funktelefone)
[Bearbeiten] Lineare Antennen
Der Begriff lineare Antennen bezeichnet Antennen, die eine leitungsgefĂŒhrte stehende Welle (auf einer Linie / ein gegenĂŒber der WellenlĂ€nge dĂŒnner Draht oder Stab) in Freiraumwellen umwandeln und umgekehrt. Zu den linearen Antennen gehören alle Formen von Langdrahtantennen sowie Dipolantennen und auch Faltdipole. Die lineare Antenne ist eine der gebrĂ€uchlichsten Strahlerformen. Sie wird beispielsweise als Sendemast in Rundfunksendern im Lang- und Mittelwellenbereich, als Drahtantenne im Kurzwellenbereich (Amateurfunk, Schiffsfunk) und als λ/2-Dipol als Strahler in Yagiantennen im VHF- bis UHF-Bereich sowie als λ/4-Dipol in Stabantennen fĂŒr Kurzwelle bis jenseits des UHF-Bereiches (Funkdienste, Funktelefone, CB-Funk usw.) eingesetzt. Der Strom entlang der AntennenstĂ€be bzw. -drĂ€hte ist nicht konstant, sondern der Stromverteilung entlang einer leerlaufenden Leitung angenĂ€hert und nahezu sinusförmig verteilt. Es treten an den Enden (und bei lĂ€ngeren Antennen in AbstĂ€nden der halben WellenlĂ€nge) Stromknoten (
) und SpannungsbÀuche (
) auf.
Die sinusförmige Stromverteilung auf Dipolantennen-StĂ€ben wird zwar experimentell gut bestĂ€tigt, kann aber zur Berechnung des Eingangswiderstandes einer Antenne nicht herangezogen werden, da Strom und Spannung zeitlich nahezu um 90° phasenverschoben sind. Die Impedanz einer Antenne am Speisepunkt sollte jedoch keinen Blindwiderstandsanteil aufweisen, sie ist im Idealfall der Ă€quivalente Serien- oder Parallelwiderstand, der durch die abgestrahlte Wirkleistung und â in geringem MaĂe â durch die Antennenverluste entsteht. Die FuĂpunktimpedanz einer Antenne ist also ein rein ohmscher Widerstand, er sollte gleich der Leitungsimpedanz (Wellenwiderstand) der speisenden Leitung sein. Weicht die Antennen-FuĂpunktimpedanz in ihrem Real- oder ImaginĂ€rteil davon ab, mĂŒssen Anpassglieder (Spulen, Baluns, Ï-Glieder, AnpassĂŒbertrager) eingesetzt werden.
Bei linearen Antennen ist die LĂ€nge im VerhĂ€ltnis zur WellenlĂ€nge λ maĂgeblich. Die Verteilung der Strommaxima entlang der Strahler-Elemente einer symmetrischen, gestreckten Antenne ist ebenfalls symmetrisch und feststehend.
[Bearbeiten] Halbwellendipol
Ist ohne LÀngenangabe von einer Dipolantenne die Rede, so ist meist ein Halbwellendipol gemeint. Seine LÀnge ist gleich der halben WellenlÀnge λ. Im Speisepunkt ist er aufgetrennt; dort liegt ein Strommaximum und ein Spannungsminimum, siehe Abbildung links. Der Halbwellendipol hat daher eine niedrige Impedanz von 73,2 Ω.
Ein Faltdipol entsteht, indem der Stromweg eines Halbwellendipols auf zwei Wege aufgeteilt wird. In nur einem dieser Wege ist er aufgetrennt, dort liegt der Speisepunkt. Durch die induktive bzw. kapazitive Kopplung an den ungespeisten Stab halbiert sich der Speisestrom bei verdoppelter Speisespannung. Daher vervierfacht sich beim Faltdipol die Impedanz des Speisepunktes auf etwa 240â300 Ohm. Der Vorteil des Faltdipoles ist dessen mögliche geerdete Befestigung am AntennentrĂ€ger sowie frĂŒher die Verwendbarkeit preiswerter symmetrischer Speiseleitungen, der sogenannten Bandleitung.
Eine breitbandigere Form ist der FlÀchendipol, auch er zÀhlt zu den linearen Antennen.
[Bearbeiten] Viertelwellendipol
Der Viertelwellenstrahler ist eine Sonderform des Halbwellendipols. Hier wird nur ein Zweig des Halbwellendipols als Antennenstab verwendet. Die Funktion der anderen HĂ€lfte als Gegenpol (Gegengewicht) wird durch eine elektrisch leitfĂ€hige OberflĂ€che oder durch mehrere abstehende StĂ€be ĂŒbernommen, an dem sich der Viertelwellenstab elektrisch âspiegeltâ. Als Gegengewicht wirkt teilweise der Körper des Benutzers, der das GerĂ€t in der Hand hĂ€lt, bei KFZ-Antennen die gut leitende Karosserie und bei Funktelefonen und vielen Funkfernsteuerungen die gesamte Leiterplatte.
Hinsichtlich der Abstrahlcharakteristik und des Gewinns werden fast die Eigenschaften eines Halbwellendipols erreicht. Der Viertelwellendipol strahlt also in der oberen HĂ€lfte wie ein Halbwellendipol im freien Raum. Bei gleichem Speisestrom ist deshalb die abgestrahlte Leistung gerade halb so groĂ wie beim Halbwellendipol. Folglich sind auch Strahlungswiderstand und Impedanz nur halb so groĂ:
.
Anwendung findet der Viertelwellendipol als Antenne fĂŒr HandfunkgerĂ€te, bei mobilen GerĂ€ten â unter anderem in Kraftfahrzeugen â und bei Funkdiensten.
[Bearbeiten] Ganzwellendipol
Setzt man zwei gleichphasig schwingende Halbwellendipole gestreckt aneinander, entsteht ein sogenannter Ganzwellendipol. Am Speisepunkt in der Mitte liegen ein Stromknoten und gegenphasige Spannungsmaxima, so dass die Impedanz hoch ist (> 1 kOhm). Wie beim Viertelwellendipol halbiert sich die Impedanz, wenn die untere HÀlfte durch das Spiegelbild der oberen an einer leitenden FlÀche gebildet wird. Eine gÀngige Antennenimpedanz von 240 Ohm bildet sich ebenfalls durch Parallelschaltung von vier Ganzwellenstrahlern in einer Gruppenantenne.
[Bearbeiten] VerkĂŒrzte lineare Antennen
Bei einer linearen Antennen mit einer LĂ€nge < λ/4 hat der FuĂpunktwiderstand eine kapazitive Komponente. Die muss, z. B. durch EinfĂŒgen einer InduktivitĂ€t, kompensiert werden; man spricht von einer VerlĂ€ngerungsspule. Alternativ kann eine KopfkapazitĂ€t (eine Platte oder sternförmige DrĂ€hte/StĂ€be) am offenen Ende verwendet werden. Vor allem Konstruktionen mit VerlĂ€ngerungsspule haben einen recht geringen Wirkungsgrad. Trotzdem werden VerlĂ€ngerungsspulen viel benutzt, weil sie leicht zu verwirklichen sind. Eine typische Antenne mit KopfkapazitĂ€t ist die T-Antenne.
Beispiele fĂŒr Antennen mit VerlĂ€ngerungsspulen sind die sogenannten Gummiwurst-Antennen an HandfunkgerĂ€ten, CB-Funk-Antennen mit LĂ€ngen <3 m und fast alle Antennen in Funkfernsteuerungen unterhalb des 433-MHz-ISM-Bandes (λ/4 = 18 cm).
Auf niedrigeren Frequenzen als etwa 100 MHz ist der Wirkungsgrad einer Antenne nur fĂŒr Sender wirklich wichtig. Bei reinen Empfangsantennen ist die entscheidende Frage, ob das gesamte Empfangssystem einen ausreichenden Signal-Stör-Abstand erreicht. Bei Antennen ohne starke Richtwirkung dominieren Umgebungsstörungen, das sogenannte atmosphĂ€rische Rauschen, nicht das Rauschen der EmpfĂ€nger-Eingangsstufen. In diesem Fall sinken mit dem Wirkungsgrad sowohl das Signal als auch der Störpegel.
Wenn eine elektrische Antenne klein gegen die WellenlĂ€nge ist, wirkt sie am Anschlusspunkt wie eine kleine KapazitĂ€t. WĂŒrde man so eine kurze Antenne direkt an das Antennenkabel anschlieĂen, ergĂ€be sich ein kapazitiver Spannungsteiler: ca. 2 pF AntennenkapazitĂ€t gegen etwa 100 pF zwischen Innen- und AuĂenleiter des Koaxkabels zum EmpfĂ€nger. So lĂ€sst sich also kein hochwertiges Empfangssystem bauen.
Deshalb sind die heute ĂŒblichen Autoradio-Antennen in aller Regel aktive Antennen, d. h. sie bestehen aus einem kurzen Stab und einem VerstĂ€rker mit hochohmigem, kapazitĂ€tsarmem Eingang. Die frĂŒher ĂŒblichen ausziehbaren Antennen sind in Neufahrzeugen kaum noch zu finden. Im Prinzip reicht als VerstĂ€rker ein Impedanzwandler wie ein als Sourcefolger beschalteter Feldeffekttransistor. Da eine solche Antenne aber sehr breitbandig ist, betreibt man hier hĂ€ufig mehr Aufwand,[5] um das GroĂsignalverhalten zu verbessern.
Die geringen Abmessungen einer Aktivantenne ermöglichen es auch, einen Aufstellungsort mit geringem Störnebel zu wĂ€hlen â etwa im Vergleich zu einer 20 m langen Drahtantenne.
[Bearbeiten] Langdrahtantenne
Bei einer Langdrahtantenne ist die DrahtlĂ€nge lĂ€nger als die WellenlĂ€nge λ. Die unter diesem Begriff zusammengefassten Antennenbauformen unterscheiden sich hauptsĂ€chlich durch die Art der Speisung und die Form der Verlegung des Strahlers. Mit zunehmender LĂ€nge nĂ€hert sich die Hauptstrahlrichtung der AntennenlĂ€ngsrichtung symmetrisch an. Wird das von der Speisung entferntere Drahtende mit einem Abschlusswiderstand gegen Erde versehen, dann kann sich auf der Antenne keine stehende Welle ausbilden. Man spricht in diesem Fall von einer aperiodischen Antenne, die durch die auf dem Draht entlanglaufenden Wanderwelle ein besseres Vor-RĂŒck-VerhĂ€ltnis erhĂ€lt.
Solche langen Antennen haben, besonders bei niedriger AufhĂ€ngung, einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Sie werden aber viel als Richtantennen fĂŒr Empfangszwecke (Beverage-Antenne) genutzt.
[Bearbeiten] FlÀchenantennen
Eine AufzÀhlung von FlÀchenantennen siehe unter Kategorie:FlÀchenantenne.
Der Begriff FlĂ€chenantennen (oder FlĂ€chenstrahler) bezeichnet Antennen, die im Gegensatz zu den linearen Antennen eine leitungsgefĂŒhrte Welle an einer FlĂ€chenausdehnung (meistens eine Ăffnung in einem Hohlleitersystem) in Freiraumwellen umwandeln und umgekehrt. FlĂ€chenstrahler werden bei Frequenzen oberhalb von etwa 1 GHz als Richtstrahler eingesetzt. Ein technisch einfaches Beispiel ist der Rechteckhornstrahler, bei dem ein Rechteckhohlleiter aufgeweitet wird bis die Ăffnung in ihren Abmessungen groĂ gegenĂŒber der WellenlĂ€nge λ ist.
[Bearbeiten] Aperturstrahler
Aperturstrahler sind Antennen, die ĂŒber eine strahlende Ăffnung (Apertur) elektromagnetische Energie abstrahlen oder aufnehmen. Je gröĂer die Ăffnung im VerhĂ€ltnis zur WellenlĂ€nge, desto stĂ€rker die BĂŒndelung der Strahlung, siehe Rayleigh-Kriterium.
Aperturstrahler haben meistens die Form eines Hohlleiters, der sich allmĂ€hlich zum Horn aufweitet. Dadurch bleibt die Feldverteilung der eingespeisten Welle weitgehend erhalten und der Ăbergang in den Freiraum ist nahezu reflexionsfrei.
[Bearbeiten] Reflektorantennen
Als Reflektorantennen bezeichnet man Antennen, deren Ende entgegen der Strahlungsrichtung aus einer reflektierende FlĂ€che besteht. Im einfachsten Fall ist das eine Yagi-Antenne, deren RĂŒckseite z.B. aus einer Vielzahl von ReflektorstĂ€ben oder einer gröĂeren metallischen FlĂ€che besteht.
Sofern ReflektorflĂ€chen von mindestens 10 WellenlĂ€ngen Durchmesser praktikabel sind, sind Parabolantennen in aller Regel das Mittel der Wahl. Vergleichbare Antennengewinne lassen sich, wenn ĂŒberhaupt, nur durch Gruppenantennen erreichen, die komplex aufgebaut sind.
Im Brennpunkt des parabolförmig gebogenen Spiegels sitzt der PrimĂ€rstrahler. Das Strahlungsdiagramm dieser Antenne wird so gewĂ€hlt, dass sie den Spiegel möglichst gut ausleuchtet, ohne darĂŒber hinaus zu strahlen. DafĂŒr eignen sich, je nach Frequenz, z.B. Hornstrahler oder kurze Yagi-Antennen.
Die Spiegel mĂŒssen keine geschlossenen MetallflĂ€chen sein, sondern dĂŒrfen Ăffnungen von etwa 1/10 der WellenlĂ€nge aufweisen; dadurch lassen sich der Fertigungsaufwand und die Windlast senken. Auch die Form der FlĂ€che darf Abweichungen in dieser GröĂenordnung aufweisen.
Die Form des Spiegels kann im Prinzip einen beliebigen Teil des Parabols nutzen. So benutzen die meisten hier zulande benutzten Antennen fĂŒr den Fernsehsatelliten-Empfang sg. Offsetantennen, bei denen der Brennpunkt neben dem Spiegel liegt und nicht davor. Diese Konstruktion hat den Nachteil eines etwas geringeren Gewinns, weil die ReflektorflĂ€che schrĂ€g zum Satelliten steht. DafĂŒr werfen der LNB und sein Halter keinen Schatten auf den Spiegel und der Schnee gleitet leichter ab.
Siehe auch:
- SatellitenschĂŒssel, Radioteleskop, Corner-Antenne
- eine AufzÀhlung von Reflektorantennen siehe unter Kategorie:Reflektorantenne
[Bearbeiten] Weitere Formen
Antennen-Bauformen, die sich nicht unter vorgenannte Typen einordnen lassen, sind z. B.:
- Wendelantennen (Abstrahlung in Richtung der Achse einer Draht- oder Streifenwendel, zirkulare Polarisation)
- Vivaldi-Antennen (zweidimensionaler Exponentialtrichter am Ende einer Schlitzleitung)
- Antennen, die durch Schlitze in Hohlleitern entstehen (Abstrahlrichtung quer oder lÀngs zum Hohlleiter)
- Spiralantennen, Abstrahlung beidseitig senkrecht zu einer aus Streifenleitungen gebildeten Spirale, zirkular polarisiert
- Fraktalantenne
- Topfantenne
- Patchantennen und PIFA auf Leiterplatten
- T2FD (Bauform Àhnlich einem Faltdipol, durch einen Abschlusswiderstand aber ohne Resonanzeffekte)
- Dielektrische Antennen fĂŒr Mikrowellen
[Bearbeiten] Gruppenantennen
Eine AufzÀhlung von Gruppenantennen siehe unter Kategorie:Gruppenantenne
Der Begriff Gruppenantenne (auch Antennenarrays genannt) bezeichnet Antennen, die aus einer Anzahl von Einzelstrahlern konstruiert sind, deren abgestrahlte Felder sich ĂŒberlagern und durch konstruktive Interferenz zu einem gemeinsamen Antennendiagramm formen. Als Einzelstrahler können fast alle Antennenbauformen eingesetzt werden, also auch im Aufbau komplizierterer Antennen, wie zum Beispiel Yagi-Antennen.
Alle Einzelantennen befinden sich meist geometrisch in einer Ebene senkrecht zur Abstrahlrichtung und mĂŒssen jeweils phasenrichtig zueinander gespeist werden. Satellien-Empfangsantennen, die wie eine flache, meist rechteckige FlĂ€che aussehen, sind typische Vertreter einer Gruppenantenne. Gruppenantennen kann man als den Spezialfall eines Phased Array betrachten, bei dem alle Antennen mit der gleichen Phasenlage angesteuert werden.
[Bearbeiten] Phased Array
Eine Verallgemeinerung der Gruppenantenne ist das Phased-Array. Bei dieser Antennengruppe können die einzelnen Strahlerelemente oder Strahlergruppen mit unterschiedlicher Phasenlage und manchmal auch mit unterschiedlicher Leistung gespeist. So lĂ€sst sich das Richtdiagramm der Antenne rein elektronisch, also sehr schnell, Ă€ndern. Das wird z. B. fĂŒr Radar-Anlagen benutzt.
[Bearbeiten] Monopuls-Antenne
Eine Monopuls-Antenne wird bei modernen RadargerĂ€ten verwendet, um die Genauigkeit der Winkelmessung bei der Richtungsbestimmung sowie das Zeitbudget des Radars zu verbessern. Bei der Monopulsantenne werden die einzelnen Strahler in zwei HĂ€lften (oder vier Quadranten fĂŒr dreidimensionales Radar) aufgeteilt, deren Empfangsleistungen in einem Monopuls Diplexer sowohl summenbildend als auch differenzbildend verschaltet und in zwei bis vier identischen EmpfangskanĂ€len verarbeitet werden. Mit diesen Signalen kann ein Rechner die Position eines Zieles innerhalb des Peilstrahls bestimmen.
[Bearbeiten] Unterscheidung elektrische/magnetische Antennen
Alle Antennenformen erzeugen sowohl elektrische als auch magnetische Felder; verkĂŒrzte Stabantennen verwenden primĂ€r die elektrische Feldkomponente zur Strahlungserzeugung. Sie sind durch ihre geometrische Form und GröĂe im VerhĂ€ltnis zur jeweiligen WellenlĂ€nge immer frequenzselektiv.
Magnetische Antennen verwenden dagegen primĂ€r ein Magnetfeld zur Strahlungserzeugung bzw. empfangen primĂ€r die magnetische Feldkomponente der elektromagnetischen Strahlung. Sie bestehen aus Spulen (im einfachsten Fall mit nur einer Windung), besitzen eine Richtwirkung (bei stehender Spule eine Achtcharakteristik) und können gegenĂŒber der WellenlĂ€nge sehr klein sein, indem die Spule aus mehreren Windungen besteht. Zu den Magnetantennen zĂ€hlen auch die Rahmenantennen, aus einer drehbaren Spule bestehende Peilantennen und Ferritantennen, jedoch nicht induktiv verlĂ€ngerte Antennen wie die âGummiwurstâ. Auch die Wendelantenne ist keine magnetische Antenne.
Eine AufzÀhlung findet sich unter der Kategorie Magnetische Antennen.
[Bearbeiten] Sicherheitsbestimmungen beim Antennenbau
[Bearbeiten] Blitzschutz
Werden Antennen im Freien an hohe Masten montiert, welche die Umgebung ĂŒberragen, so mĂŒssen sie vor Blitzschlag geschĂŒtzt werden. Die Vorschriften dazu sind im Baurecht des jeweiligen Landes oder Staates enthalten. FĂŒr Deutschland siehe das Merkblatt des ABB.[6]
In diesem Zusammenhang siehe auch Erdungsmuffe.
[Bearbeiten] Statik
Antennen bieten starkem Wind einen Widerstand, Windlast genannt. Die Antennen- und Mastkonstruktion muss diese zusĂ€tzlichen KrĂ€fte aufnehmen können. Beim Errichten von Antennenanlagen muss diese Windlast, die in den DatenblĂ€ttern von Antennenherstellern angegeben wird, bei der statischen Berechnung berĂŒcksichtigt werden.
[Bearbeiten] Vereisung
Antennen, Mastkonstruktionen und Abspannungen können im Winter vereisen. Dabei kann das Gewicht der Antennenkonstruktion und die AngriffsflĂ€che fĂŒr die Windlast erheblich vergröĂert werden, sowie eine starke DĂ€mpfung des Signals auftreten. AuĂerdem können durch herabfallende Eisbrocken Menschen verletzt werden. Deshalb sind beim Aufbau und Betrieb einer Antennenanlage mögliche Gefahren, die durch Vereisung entstehen können, zu berĂŒcksichtigen.
In EinzelfĂ€llen werden Teile der Antennenanlage auch geheizt, um die Leistungsverluste der Antenne im Winter zu kompensieren und einer Vereisung vorzubeugen. Eine andere Möglichkeit, einer Vereisung bis zu einem gewissen Grad vorzubeugen, sind hohle AntennentrĂ€ger aus glasfaserverstĂ€rktem Kunststoff (GFK) mit glatter AuĂenoberflĂ€che, in welche die Antennen eingebaut werden; oder durchgehende Kunststoffschalungen als Vorbau. Diese Techniken werden vor allem bei UHF-Fernsehsendern, manchmal aber auch bei VHF- und UKW-Sendern angewendet.
[Bearbeiten] Antennensimulation
Neben der messtechnischen Bestimmung von Antennenparametern hat die Simulation von Antennen bzw. ganzer Antennensysteme samt in der NĂ€he befindlicher weiterer Einflussfaktoren (Masten, metallische Abspannseile usw.) per Computer an Bedeutung gewonnen. Die Rechnersimulation erlaubt eine hohe Genauigkeit, wenn es denn gelingt, die Antenne (und gegebenenfalls deren relevante Umgebung) auch genau in den Rechner zu âĂŒbernehmenâ. Eine ausreichend genaue Modellierung einer Antenne im Rechner wirft aber meistens geringere Probleme auf als die messtechnische Erfassung und ist deshalb auch billiger. Insbesondere ab Frequenzen im UHF-Bereich und bei sehr kleinen Funkmodulen â z. B. fĂŒr Nutzung in den ISM-BĂ€nder â wird eine meĂtechnische Erfassung der Antennenimpedanzwerte deutlich ungenauer sein, als eine Simulation. Gleiches gilt auch fĂŒr das Abstrahlverhalten bei harmonischen Frequenzen (sog. Oberwellen). Viele Computerprogramme fĂŒr die Antennensimulation beruhen auf dem NEC2-Algorithmus (Numerical Electromagnetic Code), der ursprĂŒnglich fĂŒr die US-amerikanischen StreitkrĂ€fte entwickelt wurde und frei zugĂ€nglich ist.
Mit Hilfe von modernen und handelsĂŒblichen Antennensimulationsprogrammen kann man sowohl die Richtcharakteristik der Antenne fĂŒr jede Polarisationsrichtung als auch die Antennenimpedanz bestimmen. Die Abstrahlcharakteristik kann fĂŒr eine definierte Frequenz berechnet werden, die grundsĂ€tzlich komplexen Impedanzwerte können auch ĂŒber einen gesamten und gröĂeren Frequenzbereich angegeben werden. Bei der Abstrahlcharakteristik erhĂ€lt man im Allgemeinen eine kugelförmige Falschfarbendarstellung mit entsprechenden Erhöhungen âBergenâ und Vertiefungen âTĂ€lernâ. Weiterhin ist es hĂ€ufig auch möglich, die Stromverteilung entlang der Antenne anzugeben, woraus man konstruktive Verbesserungen ableiten kann.
[Bearbeiten] Bilder
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Typische Breitbandantenne fĂŒr EMV-Messungen
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1,5 THz Spiralantenne (Durchmesser ca. 0,13mm)
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Rillenhornstrahler (FlÀchenantenne)
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Gruppenantenne aus 6 Yagi-Antennen mit Kreuzdipol fĂŒr Satellitenkommunikation.
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Antennenspitze des Stuttgarter Fernsehturms
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Parabolantenne des Wetterradars âMeteor 1500 Sâ in Adelaide (Australien)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Sendeantenne
- Richtcharakteristik, Richtantenne
- Antennenpaar, Antenna Diversity
- Rundfunk, Kurzwellenrundfunk
- StehwellenverhÀltnis
- EIRP Effective isotropic radiated power
- FrequenzbÀnder
- DVB-T, Schmetterlingsantenne
- Laser Communication Terminal (optische DatenĂŒbertragung)
- MIMO (Multiple Input Multiple Output)
- Marconi-Antenne
- Momentenmethode (Elektrotechnik)
- Antennensplitter
[Bearbeiten] Literatur
- GĂŒnther GrĂŒnbeck: Der Antennenbaukasten. Antennen, Zubehör und MessgerĂ€te selbst gebaut (= Funk-Technik-Berater). Verlag fĂŒr Technik und Handwerk, Baden-Baden, 2003, ISBN 3-88180-394-7
- Albrecht Hock, Arastou Tscharmi: Antennenpraxis. Eine EinfĂŒhrung in die Welt der Antennen. Sehen, Erkennen und Verstehen. Expert-Verlag, Renningen-Malmsheim, 1995, ISBN 3-8169-1150-1
- PaweĆ Kabacik: Reliable evaluation and property determination of modern-day advanced antennas. Oficyna Wydawnicza Politechniki WrocĆawskiej, WrocĆaw, 2004, ISBN 83-7085-765-5 (PDF)
- Manfred Loidiller: Sicherheitsanforderungen fĂŒr Antennen und Kabelnetze. VDE-Verlag, Berlin/Offenbach, 2005, ISBN 3-8007-2784-6
- H. Meinke, F. W. Gundlach: Taschenbuch der Hochfrequenztechnik. Vierte Auflage, Springer-Verlag, Berlin, 1986, ISBN 3-540-15393-4
- Karl Rothammel: Antennenbuch. 9. Auflage, Frankh, Stuttgart 1988, ISBN 3-440-05853-0
- Lothar Starke, Herbert Zwaraber: Praktischer Aufbau und PrĂŒfung von Antennen- und Verteilanlagen. 14. Auflage. HĂŒthig, Heidelberg, 2002, ISBN 3-7785-2897-1
- Martin Gerhard Wegener: Moderne Rundfunk-Empfangstechnik. Franzis-Verlag, MĂŒnchen, 1985, ISBN 3-7723-7911-7 und YĂŒce-Group, Istanbul, 1989, ISBN 975-411-058-1
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â tu-braunschweig.de THz-Empfangs- und Sendeantennen.
- â mpg.de 1,5-THz-Astronomie.
- â Albrecht Fölsing: Heinrich Hertz. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1997. ISBN 3-455-11212-9, S.275
- â Zitate aus dem www: Nikola Tesla â Erfinder, Wissenschaftler und Phantast
- â http://www.mydarc.de/dk0uni/downloads/aktivantenne.pdf
- â Ausschuss fĂŒr Bitzschutz und Blitzforschung des VDE: Merkblatt Blitzschutz 2006.





















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