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Dieser Artikel basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Analog-Digital-Umsetzer – Wikipedia

Analog-Digital-Umsetzer

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Ein Analog-Digital-Umsetzer (ADU, engl. ADC fĂŒr Analog-to-Digital-Converter), auch Analog-Digital-Wandler oder A/D-Wandler genannt, setzt analoge Eingangssignale in digitale Daten bzw. einen Datenstrom um, der dann weiterverarbeitet oder gespeichert werden kann. FĂŒr die Umsetzung sind unterschiedliche Methoden in Gebrauch. Das GegenstĂŒck ist der Digital-Analog-Umsetzer (DAU).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktion

Der ADU quantisiert ein kontinuierliches Eingangssignal, z. B. elektrische Spannung, sowohl in der Zeit als auch in der Signalhöhe. Jedes Signal stellt sich dadurch nach der Umsetzung in einem Signal-Zeit-Diagramm in einer Punktfolge mit gestuften horizontalen und vertikalen AbstÀnden dar. Die Hauptparameter eines ADUs sind seine digitale Auflösung und seine Umsetzungsdauer, von der die maximal mögliche Umsetzungsrate abhÀngt.

Die Auflösung ist gleichzeitig die Genauigkeitsgrenze fĂŒr die Umsetzung. Die nutzbare Genauigkeit ist durch weitere Fehlerquellen des ADUs noch geringer. Die Umsetzungsdauer ist vielfach konstant, kann je nach Realisierungsverfahren aber vom Wert der anliegenden Spannung abhĂ€ngen. Neben möglichst schnellen Verfahren gibt es auch langsame (integrierende) Verfahren zur UnterdrĂŒckung von Störeinkopplungen.

[Bearbeiten] Zeitliche Quantisierung und Aliasing

Zeitliche Quantisierung durch Sample-and-Hold-Schaltung, wertmĂ€ĂŸig kontinuierlich

Jeder AD-Umsetzer braucht zur Umsetzung Zeit. Je kĂŒrzer diese ist, desto höher kann die Abtastfrequenz sein. Die Wahl einer geeigneten Abtastfrequenz muss neben der Grundfrequenz die wesentlichen Oberschwingungen des erwarteten Eingangssignals beachten.

Spektrum eines bandbegrenzten Signals (blau) und dessen hypothetische Spiegelfrequenzen (grĂŒn) ohne Überlappung, also korrekter Abtastung

Um das Signal spĂ€ter richtig rekonstruieren zu können, muss die Abtastfrequenz grĂ¶ĂŸer als das Doppelte der maximal möglichen Eingangsfrequenz sein (Nyquist-Frequenz). Manchmal ist das abzutastende Signal allerdings so hochfrequent, dass man diese Bedingung technisch nicht realisieren kann. In diesem Fall kommt es zu einer Unterabtastung, die zunĂ€chst einmal keine korrekte Rekonstruktion mehr erlaubt (Alias-Effekt, vergl. auch Nyquist-Shannon-Abtasttheorem). Wenn das Eingangssignal jedoch periodisch ist, kann man durch Mehrfachabtastung mit zeitlichem Versatz dennoch eine Rekonstruktion ermöglichen, ohne dabei das Abtasttheorem zu verletzen, da bei mehrfachem Durchlauf des Signals Zwischenpunkte ermittelt werden und eine grĂ¶ĂŸere Zahl von StĂŒtzstellen entsteht. Bei nichtperiodischen Signalen mĂŒssen höhere Frequenzen durch ein analoges Filter möglichst gut unterdrĂŒckt werden, da sie wertverĂ€ndernd in den Abtastwert einfließen und beim spĂ€teren Abspielen mit der Abstastfreqenz zu falschen Frequenzen fĂŒhren.

WÀhrend der Signalumsetzung darf sich bei vielen Umsetzverfahren das Eingangssignal nicht Àndern. Dann schaltet man dem eigentlichen AD-Umsetzer eine Abtast-Halte-Schaltung (Sample-and-Hold-Schaltung) vor, die den Signalwert (engl. Sample) analog so zwischenspeichert, dass er wÀhrend der Digitalisierung konstant ist. Dies trifft besonders auf die stufen- und bitweisen Umsetzer zu, die lÀngere Umsetzzeiten benötigen. Ein Umsetzer als integrierter Schaltkreis enthÀlt heute meist diese Abtast-Halte-Schaltung, falls diese notwendig ist.

Im Idealfall findet die AD-Umsetzung in immer exakt gleichen ZeitabstÀnden statt. Durch zufÀllige Variationen der AbstÀnde tritt jedoch ein Effekt auf, den man als Jitter bezeichnet, welcher die SignalqualitÀt bei der spÀteren Rekonstruktion verfÀlscht, da diese wieder Àquidistant, also mit gleichen AbstÀnden erfolgt.

Bei der spĂ€teren Rekonstruktion des Ursprungssignals treten außerdem Artefakte auf, die durch die Abtastung selbst entstehen. Das Signal bestĂŒnde ja zunĂ€chst nur aus den StĂŒtzstellen und wĂ€re „eckig“, was sich als Oberschwingungsgehalt Ă€ußerte. Um dies zu vermeiden, setzt man in der Regel einen Tiefpass-Filter (Rekonstruktionsfilter) ein, der die unerwĂŒnschten Frequenzbereiche unterdrĂŒckt. Mit zunehmender Überabtastung (mit mehr als der doppelten Signalfrequenz) wird es einfacher, dieses Filter zu konstruieren.

[Bearbeiten] WertmĂ€ĂŸige Quantisierung

Digitalsignal: Zeit- und wertmĂ€ĂŸig quantisiertes Signal wie am Ausgang eines AD-Umsetzers

Die Quantisierung in eine endliche Anzahl von Quantierungsstufen, die ĂŒberwiegend durch die Anzahl von Bits vorgegeben wird, hat eine begrenzte Auflösung und Quantisierungsfehler zur Folge. Bei einer Eingangs-Wechselspannung werden diese Fehler als Quantisierungsrauschen betrachtet, die bei einem idealen Analog-Digital-Umsetzer einen Rauschabstand von etwa 6 dB pro Bit ermöglichen. SelbstverstĂ€ndlich unterliegt ein ADU auch dem analogen Rauschen.

Von Bedeutung ist auch der Dynamikumfang, der Quotient aus dem grĂ¶ĂŸten und kleinsten darstellbaren Wert. Dieser wird ĂŒblicherweise in Dezibel angegeben und betrĂ€gt bei einem 8-Bit-ADC nur 48 dB, was etwa der TonqualitĂ€t einer Compact-Cassette entspricht. Eine CD speichert pro Messpunkt 16 bit und erreicht damit einen Dynamikumfang von 96 dB.

Bei der Digitalisierung von Sprache oder Musik stellt man fest, dass bei geringen LautstĂ€rken das Quantisierungsrauschen untragbar groß wird. Deshalb wird das analoge Signal hĂ€ufig vorverzerrt (siehe A-law-Verfahren und Dolby). Mit dem Verfahren der 13-Segment-Kennlinie kann man die Ergebnisse einer 12-Bit-Wandlung mit 8-Bit Datenworten ohne hörbaren QualitĂ€tsverlust speichern.

[Bearbeiten] Bezugswert

Da das dem ADU zugefĂŒhrte Analogsignal in einen grĂ¶ĂŸenlosen Digitalwert umgesetzt wird, muss es mit einem vorgegebenen Wert oder Signal bewertet werden (Eingangssignalbereich bzw. Messbereich). Im Allgemeinen wird ein feststehender Bezugswert Ur (z. B. eine intern erzeugte Referenzspannung) verwendet. Das analoge Eingangssignal wird digital abgebildet, die Referenz legt den zulĂ€ssigen Scheitelwert des Eingangssignals fest.

[Bearbeiten] Quantisierungskennlinie

Bei einem idealen Analog-Digital-Umsetzer besteht vorzugsweise ein linearer Zusammenhang zwischen Eingangs- und AusgangsgrĂ¶ĂŸe. Es gibt

unipolare AusfĂŒhrungen, beispielsweise im Dualsystem
000
000 fĂŒr   0 100
000 fĂŒr Ur/2     111
111 fĂŒr Ur – 1 LSB
bipolare AusfĂŒhrungen, beispielsweise im Dualsystem mit Offset
000
000 fĂŒr –Ur/2     100
000 fĂŒr   0 111
111 fĂŒr Ur/2 – 1 LSB

wobei daneben auch andere Kodierungen, beispielsweise Zweierkomplement, BCD-Code verwendbar sind.

Ferner gibt es AD-Umsetzer mit nicht linearer Quantisierungskennlinie z. B. nach dem logarithmischen A-law- und ”-law-Verfahren fĂŒr Telefonnetze.

GrundsÀtzlich ist mit einer Variation des Bezugswertes eine Zwei-Quadranten-Multiplikation oder Modulation möglich, wobei im Gegensatz zu DA-Umsetzern der Bereich der Referenzspannung nur in einem geringeren Umfang variieren kann.

[Bearbeiten] Abweichungen

ZusÀtzlich zum Quantisierungsfehler sind weitere Fehler zu beachten.

[Bearbeiten] Nullpunktsfehler, VerstÀrkungsfehler und NichtlinearitÀtsfehler

Abweichungen vom proportionalen Zusammenhang
a) additiv, b) multiplikativ, c) nicht linear

Als Abweichungen der Kennlinien zwischen realem und idealem Umsetzer sind folgende Fehler definiert (siehe Bild):

Der VerstÀrkungsfehler wird oft als Bruchteil des aktuellen Wertes angegeben, der Nullpunktfehler zusammen mit dem Quantisierungsfehler und der NichtlinearitÀtsfehler als Bruchteile des Endwertes oder als Vielfache eines LSB.

[Bearbeiten] Fehler in der Stufung

Abweichungen in der Stufung
a) bei ungleicher Breite einer Stufe,
b) bei fehlerhafter Breite einer höherwertigen Stufe

Einzelne Stufen können unterschiedlich breit ausfallen.

Bei kontinuierlich steigender EingangsgrĂ¶ĂŸe kann es je nach Realisierungsverfahren vorkommen, dass ein Wert der AusgangsgrĂ¶ĂŸe ĂŒbersprungen wird, insbesondere dann, wenn es einen Übertrag ĂŒber mehrere BinĂ€rstellen gibt, beispielsweise von 0111 1111 nach 1000 0000. Man spricht hierzu von „missing codes“.

[Bearbeiten] Zeitliche und Apertur-Fehler

Bei der Digitalisierung einer Sinusspannung x(t)=A\cdot\sin (2 \pi f_0 t) entsteht durch zeitliche Schwankungen des Taktes Δt (clock jitter) sowie Varianz der Schaltung ein der Eingangsfrequenz proportionaler Fehler E_{ap} \le |x'(t) \Delta t| \le 2A \pi f_0 \Delta t. Der maximal erlaubte Jitter bei einer Auflösung q des ADU kann berechnet werden zu: \Delta t < \frac1{\displaystyle 2^q \pi f_0}.

ADU-
Auflösung
in Bit
Eingangsfrequenz
1 Hz 44,1 kHz 192 kHz 1 MHz 10 MHz 100 MHz 1 GHz
8 1243 ”s 28,2 ns 6,48 ns 1,24 ns 124 ps 12,4 ps 1,24 ps
10 311 ”s 7,05 ns 1,62 ns 311 ps 31,1 ps 3,11 ps 0,31 ps
12 77,7 ”s 1,76 ns 405 ps 77,7 ps 7,77 ps 0,78 ps 0,08 ps
14 19,4 ”s 441 ps 101 ps 19,4 ps 1,94 ps 0,19 ps 0,02 ps
16 4,86 ”s 110 ps 25,3 ps 4,86 ps 0,49 ps 0,05 ps –
18 1,21 ”s 27,5 ps 6,32 ps 1,21 ps 0,12 ps – –
20 304 ns 6,88 ps 1,58 ps 0,16 ps – – –
24 19,0 ns 0,43 ps 0,10 ps – – – –
32 74,1 ps – – – – – –

[Bearbeiten] Realisierungsverfahren

Es gibt eine große Anzahl von Verfahren, die zur Umsetzung von analogen in digitale Signale benutzt werden können. Im Folgenden sind die wichtigsten Prinzipien aufgefĂŒhrt. Als EingangsgrĂ¶ĂŸe wird in allen Beispielen die elektrische Spannung zugrunde gelegt.

Den inneren Ablauf einer Umsetzung steuern die Bausteine selber. FĂŒr die Zusammenarbeit mit einem Rechner kann ein ADU mit einem Start-Eingang versehen sein fĂŒr die Anforderung zu einer neuen Umsetzung, mit einem „busy“-Ausgang fĂŒr die Meldung der noch andauernden Umsetzung und mit bus-kompatiblen DatenausgĂ€ngen fĂŒr das Auslesen des entstandenen Digitalwertes.

[Bearbeiten] Stufenweise Umsetzer (ZĂ€hlverfahren)

Beim ZĂ€hlverfahren wird so lange der kleinste einstellbare Schritt (einem LSB entsprechend) auf einen Zwischenwert addiert und dieser mittels eines Komparators mit der EingangsgrĂ¶ĂŸe verglichen, bis er sie so knapp wie möglich erreicht. Es gibt ein Verfahren, bei dem ein ZĂ€hler aufwĂ€rts oder abwĂ€rts allen Änderungen des Eingangssignals folgt, wie weiter unten beim Nachlauf-Umsetzer beschrieben. Die meisten Verfahren bauen die ZĂ€hlung bei null beginnend in periodischer Wiederholung neu auf.

[Bearbeiten] Single-Slope-Umsetzer (SĂ€gezahn-/Einrampenverfahren)

Funktionsprinzip eines ADUs nach dem SĂ€gezahnverfahren

Beim SĂ€gezahnverfahren wird die Ausgangsspannung U_r eines SĂ€gezahngenerators ĂŒber zwei Komparatoren K1 und K2 mit dem Massepotenzial (0 V) und mit der ADU-Eingangsspannung U_e verglichen. WĂ€hrend des Zeitraums, in dem die SĂ€gezahnspannung den Bereich zwischen 0 V und der Spannung U_e durchlĂ€uft, werden die Impulse eines Quarzoszillators gezĂ€hlt. Aufgrund der konstanten Steigung der SĂ€gezahnspannung ist die verstrichene Zeit und somit der ZĂ€hlerstand bei Erreichen von U_r = U_e proportional zur Höhe der ADU-Eingangsspannung. Zum Ende des ZĂ€hlvorgangs wird das ZĂ€hlergebnis in ein Register ĂŒbertragen und steht als digitales Signal zur VerfĂŒgung. Anschließend wird der ZĂ€hler zurĂŒckgesetzt, und ein neuer Umsetzungsvorgang beginnt.

Die Umsetzungszeit bei diesem ADU ist abhĂ€ngig von der Eingangsspannung. Schnell verĂ€nderliche Signale können mit diesem Umsetzertyp nicht erfasst werden. Umsetzer nach dem SĂ€gezahnverfahren sind ungenau, da der SĂ€gezahngenerator mit Hilfe eines temperatur- und alterungsabhĂ€ngigen Integrationskondensators arbeitet. Sie werden wegen ihres relativ geringen Schaltungsaufwands fĂŒr einfache Aufgaben eingesetzt, beispielsweise in Spielkonsolen, um die Stellung eines Potentiometers, das durch einen Joystick oder ein Lenkrad bewegt wird, zu digitalisieren.

[Bearbeiten] Dual- und Quadslope-Umsetzer (Mehrrampenverfahren)

Dual- und Quadslope-Umsetzer bestehen im Wesentlichen aus einem Integrator und mehreren ZĂ€hlern und elektronischen Schaltern. Der Integrator arbeitet mit einem externen, hochwertigen Kondensator, der in zwei oder mehr Zyklen geladen und entladen wird. Beim Zweirampenverfahren wird zunĂ€chst der Integratoreingang mit der unbekannten ADU-Eingangsspannung verbunden, und es erfolgt die Ladung ĂŒber ein fest vorgegebenes Zeitintervall. FĂŒr die anschließende Entladung wird der Integrator mit einer bekannten Referenzspannung entgegengesetzter PolaritĂ€t verbunden. Die benötigte Entladezeit bis zum Erreichen der Spannung null am Integratorausgang wird durch einen ZĂ€hler ermittelt; der ZĂ€hlerstand steht bei geeigneter Dimensionierung unmittelbar fĂŒr die Eingangsspannung. Die GrĂ¶ĂŸe der KapazitĂ€t kĂŒrzt sich bei diesem Verfahren aus dem Ergebnis heraus. Zur Korrektur des Nullpunktfehlers des ADU wird beim Vierrampenverfahren noch ein weiterer Lade-/Entladezyklus bei kurzgeschlossenem Integratoreingang durchgefĂŒhrt. Die Referenzspannung ist die bestimmende GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Genauigkeit; das heißt beispielsweise, dass thermisch bedingte Schwankungen vermieden werden mĂŒssen.

Derartige Umsetzer nach dem Mehrrampenverfahren sind langsam, benötigen keine Abtast-Halte-Schaltung und bieten eine hohe Auflösung sowie gute differentielle LinearitĂ€t und gute UnterdrĂŒckung von Störsignalen wie Rauschen oder Netzeinkopplung. Das typische Einsatzgebiet sind anzeigende MessgerĂ€te (Digitalmultimeter), die kaum eine Umsetzzeit unter œ s benötigen und bei geeigneter Integrationsdauer ĂŒberlagerte 50-Hz-Störungen der Netzfrequenz eliminieren können.

[Bearbeiten] Ladungsbilanz-Umsetzer

Beim Ladungsbilanzverfahren (Charge-Balancing-Verfahren) wird der Kondensator eines Integrators durch einen zur EingangsgrĂ¶ĂŸe proportionalen elektrischen Strom geladen und durch kurze StromstĂ¶ĂŸe in entgegengesetzter Richtung entladen, so dass sich im Mittel keine Ladung aufbaut. Je grĂ¶ĂŸer der Ladestrom ist, desto hĂ€ufiger wird entladen. Die HĂ€ufigkeit ist proportional zur EingangsgrĂ¶ĂŸe; die Anzahl der Entladungen in einer festen Zeit wird gezĂ€hlt und liefert den Digitalwert. In seinem Verhalten ist das Verfahren dem Dual-Slope-Verfahren Ă€hnlich. Auch andere analoge Eingangsstufen, die einen Spannungs-Frequenz-Umformer mit genĂŒgend hochwertiger Genauigkeit enthalten, fĂŒhren ĂŒber eine FrequenzzĂ€hlung auf einen Digitalwert.

[Bearbeiten] RĂŒckgekoppelter Umsetzer (Serielles Verfahren)

Analog-Digital-Umsetzung mittels DAU-Einstellung

Diese arbeiten mit einem DAU, der einen Vergleichswert U_v liefert. Dieser wird nach einer geeigneten Strategie an das analoge Eingangssignal U_e angenÀhert. Der zum Schluss am DAU eingestellte Digitalwert ist das Ergebnis des ADU.

[Bearbeiten] Nachlauf-Umsetzer

Hier wird ein ZĂ€hler als Datenspeicher eingesetzt. Je nach Vorzeichen von U_e - U_v wird um einen Schritt aufwĂ€rts oder abwĂ€rts gezĂ€hlt und neu verglichen – gezĂ€hlt und neu verglichen, bis die Differenz kleiner ist als der kleinste einstellbare Schritt. Diese Umsetzer „fahren“ dem Signal einfach nach, wobei die Umsetzungszeit vom Abstand des aktuellen Eingangssignals zum Signal bei der letzten Umsetzung abhĂ€ngt.

[Bearbeiten] Sukzessive Approximation

Diese arbeiten mit einem DAU, der einen Vergleichswert U_v jedes Mal neu aufbaut. Das Eingangssignal wird mittels Intervallschachtelung eingegrenzt. Einfache sukzessive Approximation setzt dabei pro Schritt ein Bit um. Ein um GrĂ¶ĂŸenordnungen genaueres und schnelleres Umsetzen kann dadurch erreicht werden, dass die Umsetzung redundant erfolgt, indem mit kleinerer Schrittweite umgesetzt wird, als einem Bit entspricht.

[Bearbeiten] WĂ€geverfahren

Ein mögliches Approximationsverfahren ist das WÀgeverfahren. Dabei werden in einem Datenspeicher (successive approximation register, SAR) zunÀchst alle Bits auf null gesetzt. Beginnend beim höchstwertigen Bit (Most Significant Bit, MSB) werden abwÀrts bis zum niederwertigsten Bit (Least Significant Bit, LSB) nacheinander alle Bits des Digitalwerts ermittelt.

Vom Steuerwerk wird jeweils das in Arbeit befindliche Bit probeweise auf eins gesetzt; der Digital-Analog-Umsetzer erzeugt die dem aktuellen Digitalwert entsprechende Vergleichsspannung. Der Komparator vergleicht diese mit der Eingangsspannung U_e und veranlasst das Steuerwerk, das in Arbeit befindliche Bit wieder auf null zurĂŒckzusetzen, wenn die Vergleichsspannung höher ist als die Eingangsspannung. Sonst ist das Bit mindestens notwendig und bleibt gesetzt. Nach der Einstellung des niederwertigsten Bits ist U_e - U_v kleiner als der kleinste einstellbare Schritt.

WĂ€hrend der Umsetzung darf sich das Eingangssignal U_e nicht Ă€ndern, da sonst die niederwertigen Bits auf Grundlage der festgestellten, aber nicht mehr gĂŒltigen höherwertigen Bits gewonnen wĂŒrden. Deshalb ist dem Eingang eine Abtast-Halte-Schaltung (S/H) vorgeschaltet. FĂŒr jedes Bit an Genauigkeit benötigt der ADU jeweils einen Taktzyklus Umsetzungszeit. Derartige Umsetzer erreichen Auflösungen von 16 Bit bei einer Umsetzungsrate von 1 MHz.

[Bearbeiten] Redundante Umsetzer

Dem WĂ€geverfahren Ă€hnliche redundante Analog-Digital-Umsetzer gehen davon aus, dass keine exakte Halbierung des noch offenen Intervalls um den Zielwert herum erfolgt, sondern dieses Intervall nur um einen Anteil davon eingeschrĂ€nkt wird. Dazu haben sie einen Digital-Analog-Umsetzer, dessen Elemente nicht nach dem Dualsystem gestaffelt sind, also immer um den Faktor 2, sondern um einem kleineren Faktor. Sie nehmen damit einerseits in Kauf, dass mehr Elemente benötigt werden, um den gleichen Wertebereich abzudecken, ermöglichen aber andererseits, dass der Umsetzer um eine GrĂ¶ĂŸenordnung schneller arbeiten und eine um mehrere GrĂ¶ĂŸenordnungen höhere Genauigkeit erzielen kann: Die schnellere Funktion kommt dadurch, dass der Komparator in jedem Schritt nicht abwarten muss, bis sich seine VerstĂ€rker bis zu einem Mehrfachen der Zielgenauigkeit eingeschwungen haben (immer etwas grĂ¶ĂŸenordnungsmĂ€ĂŸig so viele Einschwing-Zeitkonstanten, wie der Umsetzer Bits umsetzen soll), sondern eine Entscheidung schon nach der unglaublich kurzen 50-%-Einschwingzeit abgeben kann, die dann in einem recht großen Bereich innerhalb des Restintervalls fehlerhaft ist. Das wird allerdings mehr als abgefangen durch die redundant ausgelegten Umsetzerelemente. Die Gesamtumsetzdauer eines solchen Umsetzers liegt grĂ¶ĂŸenordnungsmĂ€ĂŸig eine Zehnerpotenz unter der seines einfachen Vorbilds. Durch den redundanten Umsetzungsprozess hat ein solcher Umsetzer ein viel geringeres Eigenrauschen als sein rein dualer Gegenpart.

ZusĂ€tzlich kann sich ein solcher ADU selbst einmessen, und zwar bis zu einer Genauigkeit, die nur durch das Rauschen begrenzt ist. Indem man das Selbsteinmessen wesentlich langsamer ablaufen lĂ€sst als die Umsetzung in der Nutzanwendung, kann der Rauscheinfluss in diesem Prozess um eine GrĂ¶ĂŸenordnung gedrĂŒckt werden. Die resultierende Kennlinie eines solchen Umsetzers ist bis auf eine rauschartige Abweichung um wenige Vielfache des kleinsten beim Selbsteinmessen verwendeten Elements absolut linear. Indem zwei derartige Umsetzer nebeneinander auf denselben Chip platziert werden und einer immer im Einmess-Modus ist, können solche Umsetzer nahezu resistent gegen Herstellungstoleranzen, Temperatur- und BetriebsspannungsĂ€nderungen gemacht werden. Die erreichbare Auflösung ist ausschließlich rauschbegrenzt. Das Rauschen liegt je nach konkreter AusfĂŒhrung etwa um 10 dB ĂŒber dem Temperaturrauschen. Die Datenrate kann einige 100 MHz erreichen.

[Bearbeiten] Delta-Sigma-Verfahren

Werte in verschiedenen Stufen des Delta-Sigma-Umsetzers

Das Delta-Sigma-Verfahren, auch als 1-Bit-Umsetzer bezeichnet, basiert auf der Delta-Sigma-Modulation. In der einfachsten Form (Modulator erster Ordnung) kommt das Eingangssignal ĂŒber einen analogen Subtrahierer zum Integrator und verursacht an dessen Ausgang ein Signal, das von einem Komparator mit Eins oder Null bewertet wird. Ein Flipflop erzeugt daraus ein zeitdiskretes binĂ€res Signal, mit dem ein 1-Bit-Digital-Analog-Umsetzer in eine positive oder negative elektrische Spannung liefert, die ĂŒber den Subtrahierer den Integrator wieder auf null zurĂŒckzieht (Regelkreis). Ein nachgeschalteter Digitalfilter setzt den seriellen und hochfrequenten Bit-Strom in Daten niedriger Erneuerungsrate, aber hoher Auflösung (typisch 16−24 Bit) um. In der Praxis werden Delta-Sigma-Umsetzer als Systeme höherer Ordnung aufgebaut, das heißt durch mehrere seriell angeordnete Differenz- und Integratorstufen. Dies erlaubt eine bessere Rauschformung und damit einen höheren Gewinn an Auflösung bei gleicher Überabtastung.

Ein Vorteil des Delta-Sigma-Umsetzers ist, dass die Dynamik in gewissen Grenzen durch die Bandbreite wechselseitig ausgetauscht werden kann. Durch die kontinuierliche Abtastung am Eingang wird auch keine Halteschaltung (engl. sample and hold) benötigt. Außerdem werden geringe Anforderungen an das analoge Anti-Aliasing-Filter gestellt.

Die Vorteile werden durch den Nachteil der vergleichsweise hohen Latenzzeit erkauft, welche vor allem durch die digitalen Filterstufen bedingt ist. Delta-Sigma-Umsetzer werden daher dort eingesetzt, wo kontinuierliche SignalverlÀufe und nur moderate Bandbreiten benötigt werden, wie beispielsweise im Audiobereich. Praktisch alle AudiogerÀte im Bereich der Unterhaltungselektronik wie zum Beispiel Compact Disc-Spieler, SACD oder DAT-Rekorder setzen diese Umsetzer ein.

Auch bei Datenumsetzern in der Kommunikationstechnik und der Messtechnik wird es aufgrund der fallenden Preise zunehmend eingesetzt. Durch die dabei notwendige hohe Überabtastung sind dem Verfahren bei höheren Frequenzen von einigen MHz aufwĂ€rts allerdings Grenzen gesetzt.

[Bearbeiten] Flash-Umsetzer (Paralleles Verfahren)

Zwei-Bit-Parallelumsetzer mit Codeumsetzung

[Bearbeiten] Echter Parallelumsetzer

WĂ€hrend die sukzessive Approximation mehrere Vergleiche mit nur einem Komparator ausfĂŒhrt, kommt die direkte Methode oder auch Flash-Umsetzung mit nur einem Vergleich aus. Dazu ist bei Flash-Umsetzern aber fĂŒr jeden möglichen Ausgangswert (bis auf den grĂ¶ĂŸten) ein separat implementierter Komparator erforderlich. Beispielsweise ein 8-Bit-Flash-Umsetzer benötigt somit 28−1 = 255 Komparatoren. Bei höheren Auflösungen steigt der erforderliche Aufwand drastisch an, weshalb Flash-Umsetzer typischerweise nur in kleinen Auflösungen von etwa 4 bis 10 Bit verfĂŒgbar sind.

Das analoge Eingangssignal wird im Flash-Umsetzer gleichzeitig von allen Komparatoren mit den (ĂŒber einen linearen Spannungsteiler erzeugten) VergleichsgrĂ¶ĂŸen verglichen. Anschließend erfolgt durch eine Kodeumsetzung der 2n−1 Komparatorsignale in einen n bit breiten BinĂ€rkode (mit n: Auflösung in Bit). Das Resultat steht damit nach den Durchlaufverzögerungen (Schaltzeit der Komparatoren sowie Verzögerung in der Dekodierlogik) sofort zur VerfĂŒgung. Im Ergebnis sind die Flash-Umsetzer also sehr schnell, bringen aber im Allgemeinen auch hohe Verlustleistungen und Anschaffungskosten mit sich (insbesondere bei den hohen Auflösungen).

Kennlinie eines Zwei-Bit-Parallelumsetzers.
H steht fĂŒr HIGH = positiv ĂŒbersteuert, L fĂŒr LOW = negativ ĂŒbersteuert.

Flash-Umsetzer kommen normalerweise in allen Digitaloszilloskopen und bei der Digitalisierung von Videosignalen zur Anwendung. Als Beispiel ermöglicht der MAX109 bei einer Auflösung von 8 bit eine Abtastrate von 2,2 GHz. Bei heutigen Digitaloszilloskopen mit möglichen Abtastraten von 20 Gigasample je Sekunde werden zusĂ€tzlich noch Demultiplexer vorgeschaltet.

Die Codeumsetzung erfordert unabhĂ€ngig von der Auflösung nur eine Spalte mit Und-Gattern und eine Spalte mit Oder-Gattern (siehe Bild). Sie rechnet das Ergebnis der Komparatoren um in eine BinĂ€rzahl. Sie arbeitet mit einer sehr kurzen und fĂŒr alle BinĂ€rziffern gleich langen Durchlaufverzögerung und zugleich laut Datenblatt AD9000 mit einer sehr kleinen Fehlerrate. FĂŒr die vier möglichen Werte eines Zwei-Bit-Umsetzers sind drei Komparatoren erforderlich. Der vierte hat nur die Funktion, eine MessbereichsĂŒberschreitung zu signalisieren und die Kodeumsetzung zu unterstĂŒtzen.

[Bearbeiten] Pipeline-Umsetzer

AD-Umsetzung in mehreren Stufen

Pipeline-Umsetzer sind mehrstufige Analog-Digital-Umsetzer mit mehreren selbstĂ€ndigen Stufen, die in Pipeline-Architektur aufgebaut sind. Ihre Stufen bestehen in der Regel aus Flash-Umsetzern ĂŒber wenige Bits.

In jeder Pipelinestufe wird eine grobe Quantisierung vorgenommen, dieser Wert wieder mit einem DAU in ein analoges Signal umgesetzt und vom zwischengespeicherten Eingangssignal abgezogen. Der Restwert wird verstĂ€rkt der nĂ€chsten Stufe zugefĂŒhrt. Der Vorteil liegt in der stark verminderten Anzahl an Komparatoren, z. B. 30 fĂŒr einen zweistufigen Acht-Bit-Umsetzer. Ferner kann eine höhere Auflösung erreicht werden. Die Mehrstufigkeit erhöht die Latenzzeit, aber vermindert die Abtastrate nicht wesentlich. Die Pipeline-Umsetzer haben die echten Parallelumsetzer außer bei extrem zeitkritischen Anwendungen ersetzt. Diese mehrstufigen Umsetzer erreichen Datenraten von 250 MSPS (Mega-Samples Per Second) bei einer Auflösung von 12 Bit (MAX1215, AD9480) oder eine Auflösung von 16 Bit bei 200 MSPS (ADS5485).

Die Werte der Quantisierungsstufen werden unter BerĂŒcksichtigung ihrer Gewichtung addiert. Meistens enthĂ€lt ein Korrektur-ROM noch Kalibrierungsdaten, die dazu dienen, Fehler zu korrigieren, die in den einzelnen Digitalisierungsstufen entstehen. Bei manchen AusfĂŒhrungen werden diese Korrekturdaten auch auf ein externes Signal hin generiert und in einem RAM abgelegt.

[Bearbeiten] Hybrid-Umsetzer

Ein Hybrid-Umsetzer ist kein eigenstĂ€ndiger Umsetzer sondern kombiniert zwei oder mehr Umsetzungsverfahren, zum Beispiel auf Basis einer SAR-Struktur, wobei der ursprĂŒngliche Komparator durch einen Flash-Umsetzer ersetzt wird. Dadurch können in jedem Approximationsschritt mehrere Bits gleichzeitig ermittelt werden.

[Bearbeiten] Wichtige KenngrĂ¶ĂŸen

  • Abtastrate (Sample Rate) – Angabe zur HĂ€ufigkeit der Umsetzung.
  • Auflösung (Resolution) – Anzahl der Stufen oder Anzahl der Bits, die zur Darstellung des Ausgangssignals verwendet werden.
  • Nullpunktsfehler – Die Umsetzerkennlinie (ohne BerĂŒcksichtigung der Stufung) ist verschoben. Der digitale Wert unterscheidet sich vom richtigen Wert um einen konstanten Betrag.
  • Empfindlichkeitsfehler, VerstĂ€rkungsfehler – Die Umsetzerkennlinie (ohne BerĂŒcksichtigung der Stufung) ist verdreht (Steigungsfehler). Der digitale Wert unterscheidet sich vom richtigen Wert um einen konstanten Prozentsatz der EingangsgrĂ¶ĂŸe.
  • Integrale NichtlinearitĂ€t – Der Fehler dadurch, dass eine als linear zugrunde gelegte Umsetzerkennlinie (ohne BerĂŒcksichtigung der Stufung) nicht geradlinig ist.
  • Differenzielle NichtlinearitĂ€t – Abweichung der Breite der Umsetzungsstufen untereinander
  • Quantisierungskennlinie – Grafische Darstellung des Zusammenhangs zwischen den digitalen Ausgangswerten und den analogen Eingangswerten, z. B. einem linearen oder logarithmischen Verlauf folgend.
  • Quantisierungsfehler – Durch die begrenzte Auflösung bedingte Abweichung des Ausgangssignals vom funktionalen (stetigen) Verlauf.
  • InformationslĂŒcke (Missing Code) – Wenn eine kontinuierliche VergrĂ¶ĂŸerung des Eingangssignals keine fortlaufend durchnumerieren Werte des Ausgangscodes zur Folge hat, sondern ein Wert ĂŒbersprungen wird; möglich bei einer differenziellen NichtlinearitĂ€t von mehr als 1 LSB.
  • Latenzzeit – Laufzeitverzögerung von der Erfassung des Eingangssignals bis zur Bereitstellung des zugehörigen Ausgangssignals.
  • Signal-Rausch-VerhĂ€ltnis in dB
  • Dynamikumfang in dB
  • Dynamische Parameter
  • Intermodulationsstörungen in dB
  • Betriebsstrom – je schneller die Umsetz-Elektronik arbeiten muss, desto höherer wird ihr Versorgungsstrom (EigenerwĂ€rmung).

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Rudy J. van de Plassche: CMOS integrated analog-to-digital and digital-to-analog converters. 2nd edition. Kluwer Academic, Boston 2003, ISBN 1-4020-7500-6 (in englischer Sprache)
  • Ulrich Tietze, Christoph Schenk: Halbleiter-Schaltungstechnik. 12. Auflage, Springer, Heidelberg 2002, ISBN 3-540-42849-6

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Analog-Digital-Umsetzer â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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