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Alexander Schmorell – Wikipedia

Alexander Schmorell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Alexander Schmorell, nach einer Photographie von Angelika Knoop-Probst (1918-1976), der Schwester von Christoph Probst, Ostern 1939 bei Marienau

Alexander Schmorell (* 16. September 1917 in Orenburg, Russland; † 13. Juli 1943 in München-Stadelheim) war Mitbegründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Die russische Orthodoxe Kirche im Ausland hat ihn am 4. Februar 2012 in München heilig gesprochen.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Alexander Schmorell entstammte der Familie des ostpreußischen Pelzhändlers Karl-August Schmorell (1832–1902), die seit 1855 in Orenburg ansässig war, dort Ämter in der Stadtverwaltung bekleidete und Industriebetriebe wie Brauereien und Fabriken für chirurgisches Material besaß. Seine russische Mutter war die Tochter eines orthodoxen Priesters und ließ Alexander in die russisch-orthodoxe Kirche taufen. Als er zwei Jahre alt war, starb sie während des Bürgerkriegs an Typhus. Mit seinem Vater, dem deutsch-russischen Arzt Hugo Schmorell, und dessen zweiter Frau Elisabeth, geborene Hoffmann (1892–1982), emigrierte Alexander 1921, im Alter von vier Jahren nach München. Das russische Kindermädchen zog mit nach Deutschland. Sie nahm in seiner Entwicklung die Stelle der verstorbenen Mutter ein. Da sie kaum deutsch sprach, wuchs Alexander Schmorell zweisprachig auf.

Er besuchte 1935 gemeinsam mit Christoph Probst das Neue Realgymnasium in München. Nach seinem Abitur wurde er zum Reichsarbeitsdienst im Allgäu eingezogen und leistete seit November 1937 den Militärdienst bei der Reitenden Artillerie der Wehrmacht ab. 1938 nahm er als Soldat beim Anschluss Österreichs und anschließend am Einmarsch der Wehrmacht in die Tschechoslowakei teil. Um den Eid auf Adolf Hitler nicht leisten zu müssen, bat er anschließend um Entlassung aus dem Heer. Nach seinem Wehrdienst begann der auch künstlerisch begabte Schmorell auf Anregung seines Vaters im Sommersemester 1939 ein Medizinstudium in Hamburg, wo er Traute Lafrenz kennenlernte. Im Sommer 1940 musste er am Frankreichfeldzug teilnehmen.

Im September 1940 kam Schmorell zur Weiterführung des Studiums zurück nach München. Er wurde der 2. Studentenkompanie der Medizinstudenten (Bergmannstrasse) zugeteilt, wo er Ende Juni 1941 Hans Scholl und ab Sommersemester 1942 auch Willi Graf kennenlernte. Im Herbst 1941 lernte er Lilo Ramdohr bei privaten Zeichenkursen des Ateliers von Hein König in Schwabing kennen und wurde Privatschüler bei Lilo Ramdohrs Nachbarn, dem Bildhauer Karl Baur, in der Prinzenstraße in Neuhausen.

Von Mai 1942 bis Juli 1942 verfasste er zusammen mit Hans Scholl die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. Ab Ende Juli 1942 nahm er zur Feldfamulatur als Sanitätsfeldwebel am Russlandfeldzug, dem „Unternehmen Barbarossa“, in der Studentenkompanie gemeinsam mit Hans Scholl, Willi Graf, Hubert Furtwängler und Jürgen Wittenstein teil, denen er dabei ein näheres Verständnis seines Geburtslandes vermittelte. Zurück aus Russland setzte er im Wintersemester 1942/43 sein Studium in München fort.

Mitte/Ende November 1942 reiste Schmorell durch Vermittlung der Freundin Lilo Ramdohr zusammen mit Hans Scholl zu Falk Harnack nach Chemnitz, um Verbindung mit Widerstandskreisen in Berlin aufzunehmen. Im Dezember 1942 suchte er mit Hans Scholl den Kontakt zu Kurt Huber. Gemeinsam verfassten sie im Januar 1943 das fünfte Flugblatt „Aufruf an alle Deutschen!“, das Schmorell dann in österreichischen Städten verteilte. Zusammen mit Hans Scholl und Willi Graf schrieb er auch Parolen wie „Nieder mit Hitler“ und „Freiheit“ an Hauswände in München.

Nach der Verhaftung von Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl, versuchte Schmorell mit einem gefälschten Pass und mit Unterstützung verschiedener Bekannter über Schloss Elmau in die Schweiz zu fliehen. Er wurde jedoch am 24. Februar 1943, dem Tag der Beerdigung seiner Freunde, in einem Luftschutzkeller am Habsburgerplatz in München erkannt, denunziert und verhaftet.

Schmorell wurde am 19. April 1943 im zweiten Prozess gegen die Weiße Rose vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Im Alter von 25 Jahren wurde er am 13. Juli 1943 zusammen mit Kurt Huber im Gefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet. Schmorells Leichnam wurde auf dem Friedhof am Perlacher Forst im Grab Nr. 76-1-26 beigesetzt.

[Bearbeiten] Verehrung

Im November 1981 sprach die russische Auslandskirche die Neumärtyrer Russlands während der NS-Periode heilig. Eine Verherrlichung Alexander Schmorells wurde zwar nicht durchgeführt,[2] aber er wird zusammen mit den Neumärtyrern Russlands als Märtyrer verehrt.[3] Im Jahr 2007 beschloss russisch-orthodoxe Kirche im Ausland die Heiligsprechung von Alexander Schmorell; der Festakt zur Heiligsprechung fand am 4. Februar 2012 in der Münchner Kathedralkirche statt. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 13. Juli.

Schmorellplatz in München-Harlaching, 2010

[Bearbeiten] Gedenken und Ehrungen

In Rostock und Kassel sind Schulen nach ihm benannt, in Grünwald, Bad Oeynhausen und in Dormagen gibt es eine Alexander-Schmorell-Straße, in München-Harlaching einen Schmorellplatz.

[Bearbeiten] Ausstellungen

  • Münchner DenkStätte Weiße Rose (Dauerausstellung im Hauptgebäude der LMU, München, Wanderausstellung ist in mehreren Sprachen ausleihbar)
  • Die Weiße Rose – Gesichter einer Freundschaft; der Kulturinitiative Freiburg e.V. (Wanderausstellung in deutscher Sprache entleihbar)

[Bearbeiten] Literatur

  • Igor Chramow (Hrsg.): Alexander Schmorell. Gestapo-Verhörprotokolle. Februar-März 1943 (RGWA 1361K-1-8808). Dimur-Verlag, Orenburg 2005, ISBN 5-7689-0125-6.
  • Igor Chramow: Die russische Seele der „Weißen Rose“. Russisch, Orenburgskaja Kniga, 2001, ISBN 5-94529-003-3.
  • Lilo Fürst-Ramdohr: Freundschaften in der Weißen Rose. Verlag Geschichtswerkstatt Neuhausen, München 1995, ISBN 3-931231-00-3.
  • Peter Goergen: Willi Graf - Ein Weg in den Widerstand. Röhrig Universitätsverlag, Sankt Ingbert 2009, ISBN 978-3-86110-458-2.
  • Kulturinitiative e.V. Freiburg: Die Weiße Rose – Gesichter einer Freundschaft. 2004. (Broschüre)
  • Christiane Moll (Hrsg.): Alexander Schmorell, Christoph Probst. Gesammelte Briefe. Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-065-8.
  • Christian Petry: Studenten aufs Schafott. Die weiße Rose und ihr Scheitern. Piper Verlag, München 1968, ASIN B0000BT063.
  • Hans Pointner: Alexander Schmorell. In: Russische Spuren in Bayern. Verlag MIR e.V., ISBN 3-9805300-2-7.
  • Inge Scholl: Die Weiße Rose. Fischer Verlag, ISBN 3-596-11802-6.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Süddeutsche Zeitung: Alexander von München; abgerufen am 5. Februar 2012
  2. ↑ http://www.prokopij.de/Heilige/neue_russische_maertyrer_de.htm
  3. ↑ http://www.sobor.de/index.php?option=com_content&view=article&id=56%3Adie-russisch-orthodoxe-kathedralkirche-in-muenchen&catid=40%3Ageschichte&Itemid=76&lang=de

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