Aharon Appelfeld
Aharon Appelfeld (hebräisch â××ר×× ×פ×פ××â; * 16. Februar 1932 in Sadhora (= Zhadowa) in der Nähe von Czernowitz, damals Rumänien) ist ein israelischer Schriftsteller.
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[Bearbeiten] Leben
Aharon Appelfeld wurde 1932 geboren. Mit seinen Eltern sprach er Deutsch (und spricht es nach wie vor flieĂend), mit seinen GroĂeltern Jiddisch, mit anderen Menschen oft Ukrainisch. Er wuchs in einem gut bĂźrgerlichen Haushalt in Czernowitz auf, das von ihm als Kultur- und Universitätsstadt wahrgenommen wurde.[1].
Als er acht Jahre alt war und die erste Klasse der Grundschule hinter sich hatte, wurde seine Mutter von rumänischen Antisemiten umgebracht und er gemeinsam mit seinem Vater in ein Lager (er bezeichnete es 2011 nicht als KZ) in Transnistrien, damals Üstlichster Teil Rumäniens, verschleppt, wo er vom Vater getrennt wurde. Es gelang ihm zu fliehen, sich in den Wäldern versteckt zu halten und später als Gelegenheitsarbeiter auf rumänischen BauernhÜfen zu arbeiten. Ich war blond und blauäugig, erinnerte sich Appelfeld, dem es gelang, seine jßdische Identität zu verbergen und sich als Ukrainer auszugeben.[2] 1944 schloss er sich den westwärts vorrßckenden Truppen der Roten Armee als Kßchenjunge an.
Nach Kriegsende erreichte er 1946 mit anderen Flßchtlingen ßber Italien nach Palästina, wo er vorerst Hebräisch lernen und seine Hochschulreife erwerben musste. Dann studierte er an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2001 war Appelfeld Professor fßr hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beerscheba.
Zum Ende der 1950er Jahre verĂśffentlichte er erste Erzählungen in hebräischer Sprache, in denen er Probleme der Ăberlebenden beschreibt. DarĂźber hinaus findet die verlorene Welt seiner Kindheit immer wieder Eingang in seine Literatur. In seinem Werk beschäftigt sich Appelfeld hauptsächlich mit Schicksalen jĂźdischer Menschen in einer von Multikulturalität geprägten Gesellschaft.
International wurde Appelfeld mit dem Erscheinen der englischen Ăbersetzung seines Romans Badenheim (1980) bekannt, fĂźr Der Eiserne Pfad wurde er 1999 mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1983: Israel-Preis
- 1999: National Jewish Book Award (nationaler jĂźdischer Buchpreis)
- 2005: Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund
[Bearbeiten] Werke
- Alles was ich liebte. Roman. Fest, Berlin 2002, ISBN 3-8286-0128-6.
- Badenheim. Roman. dtv, MĂźnchen 2001, ISBN 3-423-12929-8.
- Blumen der Finsternis. Roman. Rowohlt, Berlin 2008. ISBN 978-3-87134-585-2. [3]
- Der eiserne Pfad. Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 978-3-499-24146-8.
- Die Eismine. Roman. Fest, Berlin 2000, ISBN 3-8286-0068-9.
- Elternland. Roman, Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 3-87134-551-2.
- FĂźr alle SĂźnden. Roman. dtv, MĂźnchen 2000, ISBN 3-423-12845-3.
- Geschichte eines Lebens. (Autobiographie.) Rowohlt, Berlin 2005, ISBN 3-87134-508-3.
- Tzili. Roman. dtv, MĂźnchen 2005, ISBN 3-423-13307-4.
- Der unsterbliche BartfuĂ. Roman. Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-13171-4. (Zuerst: Hoffmann & Campe, Hamburg 1991, ISBN 3-455-00172-6.)
- Zeit der Wunder. Roman. dtv, MĂźnchen 2002, ISBN 3-423-12996-4.
- Bis der Tag anbricht. Roman. Ăbersetzung von Anne Birkenhauer. Rowohlt, Berlin 2006 ISBN 3-87134-538-5 [4]
- Meine Geschichte ist eigentlich undenkbar. In: Martin Doerry (Hrsg.) und Monika Zucht (Fotos): Nirgendwo und Ăźberall zu Haus. Gespräche mit Ăberlebenden des Holocaust. DVA, MĂźnchen 2006, ISBN 3-421-04207-1. (auch als CD), S. 16â27. [5]
- Katerina. Roman. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Rowohlt, Berlin 2010, ISBN 978-3-87134-680-4.
- Der Mann, der nicht aufhÜrte zu schlafen. Roman. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Rowohlt, Berlin 2012, ISBN 978-3-87134-732-0.
[Bearbeiten] Literatur
- Martin A. Hainz: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien â zu Manea, Appelfeld und dem Erzählen der Shoah. In: Helmut Braun, Deborah Schultz (Hrsg.): Der Maler Arnold Daghani. Klampen Verlag, 2006, S. 180â191. (=ÂťVerfolgt â GezeichnetÂŤ ¡ Werke verfolgter KĂźnstler, Bd 1)
- Hanna Liron: Aharon Appelfeld â ein Deuter des Holocaust. In: Monika Rappenecker: JĂźdische Intellektuelle im 20. Jahrhundert. KĂśnigshausen und Neumann, WĂźrzburg 2003, ISBN 3-8260-2310-2, S.181â190. [6]
- Philip Roth: Gespräch mit Aharon Appelfeld in Jerusalem. In: Philip Roth: Shop Talk : ein Schriftsteller, seine Kollegen und ihr Werk. Rowohlt, Reinbek 2005, S. 29â54. (= rororo ; 24098)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und Ăźber Aharon Appelfeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Aharon Appelfeld in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Rezensionen zu Werken von Aharon Appelfeld bei perlentaucher.de
- Ich bin der alte Jude. Portrait in ZEIT ONLINE am 17. März 2007
- Aharon Appelfeld im Gespräch mit Barbara Dobrick. SWR 2: Zeitgenossen. Am 5. Januar 2008
- Meine Geschichte ist eigentlich undenkbar BR2-Sendung zum NachhĂśren
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- â ĂuĂerung in der Sendung Menschenbilder im Radiosender Ă1 des ORF, gesendet 15. Mai 2011
- â Menschenbilder, a. a. O.
- â Rezension von Blumen der Finsternis. Auf haGalil. Abgerufen am 15. März 2011.
- â Rezension: A. Breidenstein: FĂźrchtet euch doch nicht. In: NZZ vom 22. April 2006.
- â Leseprobe mit dem Beginn des Appelfeld-Gespräches (bis S. 21). Beim Verlag Random House, abgerufen am 15. März 2011.
- â online lesen bei google-books. Abgerufen am 15. März 2011.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Appelfeld, Aharon |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 16. Februar 1932 |
| GEBURTSORT | Sadhora bei Czernowitz |









