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Abraham Gottlob Werner – Wikipedia

Abraham Gottlob Werner

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Abraham Gottlob Werner

Abraham Gottlob Werner (* 25. September 1749 in Wehrau; † 30. Juni 1817 in Dresden) war ein deutscher Mineraloge und gilt als der BegrĂŒnder der Geognosie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Werner wurde als Sohn des GrĂ€flich-Solmsschen EisenhĂŒttenwerksinspektors zu Wehrau und Lorzendorf (Lorenzdorf, heute: Ɓawszowa), Abraham David Werner, geboren und bereits 1764 als HĂŒttenschreiber und Gehilfe bei seinem Vater angestellt. Er begab sich 1769 an die Freiberger Bergakademie. Seit 1771 weilte er an der UniversitĂ€t Leipzig, wo er Rechtswissenschaften und spĂ€ter Naturwissenschaften studierte und zeitweise SchĂŒler von Johann Carl Gehler war.

Im Jahr 1775 berief ihn Carl Eugenius Pabst von Ohain als Inspektor und Lehrer der Mineralogie zurĂŒck an die Bergakademie in Freiberg, wo er bis zu seinem Tode blieb. Werner zog Studenten aus ganz Europa und sogar aus Amerika an. Unter Werners SchĂŒlern finden sich berĂŒhmte Namen wie Alexander von Humboldt, Franz von Baader, Leopold von Buch, der PalĂ€obotaniker Ernst Friedrich von Schlotheim, Friedrich Mohs, Jean François d’Aubuisson de Voisins, Johann Karl Wilhelm Voigt (der sein grĂ¶ĂŸter Gegner als Kritiker des Neptunismus wurde) und Robert Jameson. Er entwickelte die Mineralogie als ein von der Bergbaukunde getrenntes Fachgebiet und hielt erstmals VortrĂ€ge ĂŒber die Geognosie als Wissenschaft von den physischen und mineralogischen Beschaffenheit der Erde insgesamt; er machte damit die Erdbeobachtung zur Erfahrungswissenschaft.

Werner entwickelte auch eine der ersten systematischen Mineral-Klassifikationen, die heute allerdings nicht mehr in Gebrauch ist. Sie umfasste neben Mineralen nach heutiger Definition auch Erden, Gesteinsarten und dem Mineralreich zugeordnete organische Naturprodukte.[1] Seine Kennzeichenlehre und die Mineralbeschreibungen gelten jedoch als klassisch.

Werner war nach Untersuchungen am Scheibenberg 1787/88 zu der Ansicht gelangt, dass der Ursprung der Bildung von Mineralen und der VerĂ€nderung der ErdoberflĂ€che im Wasser zu suchen sei und begrĂŒndete damit den so genannten Neptunismus: Alle Gesteine entstanden demnach hintereinander in einem durch die Sintflut geschaffenen Ozean; erst wurden magmatische, dann metamorphe Gesteine, darauf Sedimentgesteine und schließlich OberflĂ€chensedimente abgelagert. Im Gegensatz zu dieser These stand der unter anderem von James Hutton vertretene Plutonismus, der sich letztlich durchsetzte.

Werner erhielt 1791 vom Oberbergamt den Auftrag zur DurchfĂŒhrung der von ihm lange geforderten Geognostischen Landesuntersuchung. Ab 1816 assistierte dem krĂ€nkelnden Werner dabei Carl Amandus KĂŒhn, der die Arbeiten nach dessen Tode fortsetzte.

Im Jahr 1851 wurde Abraham Gottlob Werner in den Promenaden zu Freiberg ein von Prof. Johann Eduard Heuchler entworfenes Denkmal errichtet. Die mineralogische Gesellschaft zu Dresden setzte ihm 1848 ein Denkmal neben dem Neuen Annenfriedhof in Löbtau und benannte die Wernerstraße in Löbtau nach ihm.

Werner blieb unverheiratet und hatte keine Nachkommen.

[Bearbeiten] Abraham-Gottlob-Werner Medaille

Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG) verleiht jĂ€hrlich die Abraham-Gottlob-Werner Medaille in Gold und Silber. Geehrt werden Einzelpersonen, die herausragende wissenschaftliche Leistungen (Silber) erzielen oder sich große Verdienste um die Förderung der Mineralogie (Gold) erwerben. Zu den PreistrĂ€gern der letzten Jahre zĂ€hlen:

  • 2010 Silber: Hans-Rudolf Wenk fĂŒr mineralogische Forschungsarbeiten zur Gesteinsdeformation und der Defektanalyse von Mineralen
  • 2009 Silber: Andrew Putnis fĂŒr umfangreiche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Phasenumwandlungen und der Mineral-Fluid-Wechselwirkungen
  • 2008 Gold: David Ruby fĂŒr Forschungen zur Kinetik metamorpher Reaktionen und zum Zusammenhang zwischen Rheologie und TransformationsplastizitĂ€t
  • 2008 Silber: Martin Okrusch fĂŒr Forschungen auf dem Gebiet der regionalen Petrographie
  • 2007 Silber: Herbert Kroll fĂŒr Forschungen zum VerstĂ€ndnis der Mischkristallbildung, Metrik, Struktur, Thermodynamik, zur Synthese und zum Ordnung/Unordnungsverhalten von Modellmineralen
  • 2006 Silber: Joachim Hoefs fĂŒr Arbeiten zum VerstĂ€ndnis der Isotopengeochemie der Elemente Wasserstoff, Lithium, Kohlenstoff, Sauerstoff und Schwefel
  • 2004 Silber: Friedrich Seifert

[Bearbeiten] Werke

  • Von den Ă€usserlichen Kennzeichen der Fossilien, Leipzig 1774 (Digitalisat) (Digitalisat, pdf 15.2 MB)
  • Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten, Dresden 1787 (Digitalisat, pdf 16.7 MB)
  • Bekanntmachung einer von ihm am Scheibenberger Huegel ĂŒber die Entstehung des Basaltes gemachten Entdeckung, Freiberg 1788 (Digitalisat)
  • Von den verschiedenen Graden der Festigkeit des Gesteins, als dem Hauptgrunde der Hauptverschiedenheiten der HĂ€uerarbeiten, Freiberg 1788
  • Versuch einer ErklĂ€rung der Entstehung der Vulkanen durch die EntzĂŒndung mĂ€chtiger Steinkohlenschichten, als ein Beytrag zu der Naturgeschichte des Basaltes, ZĂŒrich 1789 (Digitalisat)
  • Neue Theorie von der Entstehung der GĂ€nge mit Anwendung auf den Bergbau besonders den freibergischen, Freiberg 1791 (Digitalisat, pdf 12.8 MB)
  • AusfĂŒhrliches und systematisches Verzeichnis des Mineralien-Kabinets des weiland kurfĂŒrstlich sĂ€chsischen Berghauptmans Herrn Karl Eugen Pabst von Ohain, der Leipziger und St. Petersburger ökonomischen Gesellschaft Mitgliede, und der königlich sardinischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Tur, Freiberg/Annaberg 1791 (Digitalisat)
  • Oryktognosie oder Handbuch fĂŒr die Liebhaber der Mineralogie, Leipzig 1792 (Digitalisat)

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Literatur

  • Abraham Gottlob Werner. Gedenkschrift aus Anlaß der Wiederkehr seines Todestages nach 150 Jahren am 30. Juni 1967. Deutscher Verlag fĂŒr Grundstoffindustrie, Leipzig 1967, (Freiberger Forschungshefte C 223).
  • Bergakademie Freiberg (Hrsg.): Internationales Symposium Abraham Gottlob Werner und seine Zeit: 19. bis 24. September 1999 in Freiberg (Sachsen). Tagungsband. Verlag der TU Bergakademie, Freiberg 1999.
  • Samuel Gottlob Frisch: Lebensbeschreibung A. G. Werners – nebst zwei Abhandlungen ĂŒber Werners Verdienste um Oryktognosie und Geognosie. Brockhaus Verlag, Leipzig 1825, (Digitalisat, pdf 6.5 MB)
  • Wilhelm von GĂŒmbel: Werner, Abraham Gottlob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 33–39.
  • Martin Guntau: Abraham Gottlob Werner. Teubner-Verlag, Leipzig 1984, (Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner 75, ISSN 0232-3516).
  • Dieter Slaby, Roland Ladwig: Abraham Gottlob Werner – seine Zeit und seine BezĂŒge zur Bergwirtschaft. Verlag der TU Bergakademie, Freiberg 1999, (Freiberger Arbeitspapiere 1999, 26, ISSN 0949-9970).
  • Werner. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 16, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 538.
  • Johannes Uray, Chemische Theorie und mineralogische Klassifikationssysteme von der chemischen Revolution bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Bernhard Hubmann, Elmar SchĂŒbl, Johannes Seidl (Hgg.), Die AnfĂ€nge geologischer Forschung in Österreich. BeitrĂ€ge zur Tagung „10 Jahre Arbeitsgruppe Geschichte der Erdwissenschaften Österreichs“ von 24. bis 26. April 2009 in Graz. Graz 2010, S 107-125.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Abraham Gottlob Werner, Carl August Siegfried Hoffmann: Mineralsystem des Herrn Inspektor Werners mit dessen Erlaubnis herausgegeben von C.A.S. Hoffmann. In: BergmĂ€nnisches Journal, Jg. 2 (1789), Bd. 1, S.369-398

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Abraham Gottlob Werner â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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