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Aaron Copland – Wikipedia

Aaron Copland

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Aaron Copland

Aaron Copland [ˈÊrən ˈkoʊplənd] (* 14. November 1900 in Brooklyn, New York, N.Y.; † 2. Dezember 1990 in North Tarrytown) war ein US-amerikanischer Komponist.

Copland wurde als Sohn litauischer Einwanderer geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Moderne, vor allem der BĂŒhnenmusik galt seine Vorliebe. Nach expressionistisch-experimentalen FrĂŒhwerken (ĂŒber sein Orgelkonzert wurde einmal gesagt: „Wer solch eine Musik schreibt, wird wohl spĂ€ter einen Mord begehen“) wandte er sich einem klar verstĂ€ndlichen, rhythmisch geprĂ€gten tonalen Stil zu, der Volkslieder, MĂ€rsche und TĂ€nze einschloss. Er verschloss sich nie der zeitgenössischen Musik, etwa in Connotations fĂŒr Orchester, und ließ auch Harmonien und Rhythmik des Jazz in seine Werke einfließen. Der Komponist und Dirigent Leonard Bernstein setzte sich sehr fĂŒr seine Musik ein.

Allgemein bekannt ist sein Werk Fanfare for the Common Man (1942 fĂŒr BlechblĂ€serensemble), das 1977 von der britischen Rockband Emerson, Lake and Palmer interpretiert wurde. FĂŒr sein StĂŒck Appalachian Spring erhielt Copland 1945 den Pulitzer-Preis.[1] Er war Namensgeber fĂŒr das Softwareprojekt Copland der Firma Apple.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Copland wurde in New York im Stadtteil Brooklyn geboren. Seine Vorfahren waren litauische Juden. Sein Vater hat den ursprĂŒnglichen Name der Familie "Kaplan" auf der Überfahrt in die Vereinigten Staaten in Großbritannien in "Copland" abgeĂ€ndert. Copland wohnte in seiner Kindheit ĂŒber dem Laden seiner Eltern in Brooklyn. Obwohl ihn seine Eltern weder ermunterten, sich mit Musik zu beschĂ€ftigen, noch ihn mit Musik vertraut machten, interessierte sich Copland schon mit 15 Jahren stark fĂŒr Musik und erwog ernsthaft, Komponist zu werden. Seine musikalische Ausbildung erhielt er von Leopold Wolfsohn, Rubin Goldmark (auch einer der Lehrer George Gershwins) und seit 1921 von Nadia Boulanger in Paris.

Nach seiner Studienzeit in Paris entschloss sich Copland, Werke mit amerikanischem Charakter zu schreiben, indem er Jazz als amerikanische Ausdrucksweise verwendete. Sein erstes wichtiges Werk war das Ballett Grohg, aus dem Copland thematisches Material fĂŒr seine spĂ€tere Dance Symphony ĂŒbernahm. Andere wichtige Werke in dieser ersten Periode waren Short Symphony (1933), Music for Theater (1925) und Piano Variations (1930). Die durch den Jazz inspirierte Periode war jedoch kurz. Bald begann er zugĂ€nglichere Musik zu komponieren.

Viele Komponisten lehnten es wĂ€hrend der Großen Depression ab, Musik fĂŒr Eliten zu schreiben, so auch Aaron Copland. Ihm dienten die bekannte amerikanische Folkloremusik, Erweckungshymnen sowie Cowboy- und Folk-Songs als Grundlage fĂŒr seine Kompositionen.

Coplands zweite Periode begann um 1936, als er die Werke Billy the Kid und El SalĂłn MĂ©xico komponierte. Fanfare for the Common Man, gesetzt fĂŒr Blechblasinstrumente und Perkussion und 1942 auf Bestellung des Dirigenten EugĂšne Goossens entstanden, ist sehr wahrscheinlich das bekannteste Werk Coplands. Die Fanfare taucht auch als Hauptthema im vierten Satz von Coplands Third Symphony auf. Im selben Jahr schrieb Copland Lincoln Portrait, das einem breiteren Publikum vertraut wurde. Copland wurde deshalb immer mehr als Komponist mit starkem Bezug zur amerikanischen Musik wahrgenommen. Er wurde von Martha Graham beauftragt, ein Ballett zu schreiben, dem sie den Namen Appalachian Spring gab. SpĂ€ter arrangierte er das StĂŒck als Orchestersuite. Das Ballett Rodeo ist eine andere Komposition Coplands, die zum Kanon amerikanischer Musik gehört, insbesondere der Hoe-Down daraus ist eines der bekanntesten Werke eines amerikanischen Komponisten. Rodeo erzĂ€hlt die Geschichte einer Hochzeit auf einer Ranch und wurde um 1942, also etwa zur gleichen Zeit wie Lincoln Portrait, geschrieben.

Copland war auch ein wichtiger Filmmusik-Komponist. Die Suite Music for Movies umfasst mehrere der Themen, die er fĂŒr Filme komponiert hat. Die Filmmusik fĂŒr Steinbecks Roman The Red Pony arrangierte er sogar in einer eigenstĂ€ndigen Suite. Seine Musik wurde auch nach seinem Tod in Filme eingebaut, zum Beispiel in den Film He Got Game (1998) von Spike Lee. Hoe-Down untermalt dort ein Basketball-Spiel in einem Hinterhof.

Weil Copland wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaftswahlen von 1936 die Kommunistische Partei der USA verteidigt hatte, ermittelte das FBI wĂ€hrend der McCarthy-Zeit in den 1950er-Jahren gegen ihn. Er wurde auf die schwarze Liste der Hollywood-Studios gesetzt, und 1953 entfernte man seine Musik aus dem Programm fĂŒr das Eröffnungskonzert fĂŒr die PrĂ€sidentschaft Dwight D. Eisenhowers. Im selben Jahr sagte Copland vor dem US-Kongress aus, dass er nie Kommunist gewesen sei. Den meisten zeitgenössischen Musikern zeigte sich in Coplands Musik klar sein Patriotismus, und sie waren entsprechend aufgebracht ĂŒber die haltlosen VorwĂŒrfe. Die Untersuchung wurde 1955 ausgesetzt und 1975 endgĂŒltig eingestellt. Es wurde nie bewiesen, dass Copland Mitglied der kommunistischen Partei gewesen wĂ€re. 1964 ĂŒberreichte US-PrĂ€sident Lyndon B. Johnson Copland die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA.

Copland war ein Freund von Leonard Bernstein und hatte großen Einfluss auf seinen Kompositionsstil. Im Gegenzug gilt Bernstein als der beste Dirigent der Werke Coplands. Die englische Rockband Emerson, Lake & Palmer hat zwei StĂŒcke aufgenommen, die auf Werken Coplands beruhen: Fanfare for the Common Man und Hoe-Down. Einige der Live-Aufnahmen von Emerson, Lake & Palmer beziehen sich auch auf den Schluss des zweiten Satzes von Third Symphony.

Ab etwa 1960 widmete sich Copland verstÀrkt dem Dirigieren und komponierte ab den 1970er-Jahren nur noch wenig. Der Komponist erkrankte Mitte der 1980er-Jahre an der Alzheimer-Krankheit und starb 1990.

Coplands BisexualitĂ€t ist in der Biographie „Aaron Copland: The Life and Work of an Uncommon Man“ von Howard Pollack dokumentiert.[2]

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Oper

  • The Tender Land (1954)

[Bearbeiten] Ballette

[Bearbeiten] Filmmusik (Auswahl)

[Bearbeiten] Orchesterwerke

  • 3 Sinfonien
  • El SalĂłn Mexico (1936)
  • An Outdoor Ouverture (1937)
  • Lincoln Portrait fĂŒr Sprecher und Orchester (1942)
  • Fanfare for the common Man (1942)
  • John Henry – a railroad ballad (1940)
  • Emblems for concert band (1964)
  • Symphony for Organ and Orchestra
  • Klarinettenkonzert
  • Klavierkonzert
  • Old American Songs fĂŒr Bariton und Orchester (1942)

[Bearbeiten] Literatur

  • Howard Pollack: Aaron Copland: The Life and Work of an Uncommon Man. Henry Holt and Company LLC, 1999, ISBN 0-252-06900-5

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ www.pulitzer.org
  2. ↑ Andante:On the Outside Looking In: Gay Composers Gave America Its Music

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